-Tag: IVF

Verhindert Stress die Einnistung nach einer künstlichen Befruchtung?

Lass es jetzt unbedingt ruhiger angehen und entspann Dich! Wenn Du einen Kinderwunsch hast und vielleicht gerade in Behandlung in einem Kinderwunschzentrum bist, dann kennst Du diesen Tipp aus Deinem Familien- oder Freundeskreis bestimmt auch. Ich habe selbst lange Zeit geglaubt, dass Stress die Einnistung nach einer künstlichen Befruchtung negativ beeinflusst und mich deshalb um Entspannung und inneres Gleichgewicht bemüht. Doch ist das richtig, steigen die Erfolgschancen bei der Kinderwunschbehandlung, wenn Du nicht gestresst bist?

Stress & Einnistung: Neue Metaanalyse

Eine künstliche Befruchtung bedeutet unglaublich großen Stress: Viele Untersuchungen und Termine, die Hormone, das Warten, die Ungewissheit und nicht zuletzt die finanzielle Belastung machen es fast unmöglich sich zu entspannen. Doch hat dieser Stress auch Einfluss auf den Erfolg der Behandlung?

Nach dem Sex Beine hoch, um schwanger zu werden?

Eine neue Übersichtsarbeit wurde jetzt von der Stony Brook Universität im US-Bundesstaat New York veröffentlicht. Die Wissenschaftler werteten dafür 20 prospektive Studien aus, in denen die Belastung durch Stress vor und während der Kinderwunschbehandlung erfasst und in Beziehung zum positiven oder negativen Ausgang der Therapie gesetzt wurde. Insgesamt wurden dazu die Daten von mehr als 4.300 Frauen untersucht.

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Das Ergebnis: Stress, aber auch depressive Symptome scheinen sich nicht negativ auf die Schwangerschaftsraten nach einer künstlichen Befruchtung auszuwirken. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass es begründbare Zweifel gibt, dass ein „sich Entspannenmüssen“ notwendig ist, um mithilfe einer IVF schwanger zu werden. Stress hat damit ganz offenbar  keine Auswirkungen auf die Erfolgsraten einer künstlichen Befruchtung.

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Stress mindert nicht die Erfolgschancen einer IVF

Was für eine gute Nachricht! Sie nimmt den Druck und die Angst selbst schuld zu sein, wenn es nach der Behandlung nicht mit der Schwangerschaft klappen sollte. Trotzdem macht es natürlich Sinn den eigenen Stresslevel zu senken und beispielsweise durch eine psychologische Beratung vor oder während der Kinderwunschbehandlung wichtige Fragen oder belastende Aspekte der Therapie zu beleuchten. Hier geht es dann aber darum, die eigene Lebensqualität zu verbessern und mögliche negative Auswirkungen der Behandlung auf die Beziehung anzusprechen. Auch Yoga oder andere Entspannungstechniken können hilfreich sein. Die Erfolgsraten nach der künstlichen Befruchtung scheinen davon nicht beeinflusst zu werden.

Stress verhindert die Einnistung nicht

Ein negatives Testergebnis nach einer IVF ist demnach nicht auf die fehlende eigene Stressresistenz zurückzuführen. Bitte teile diesen Artikel mit Freunden und Bekannten, damit sich der vermeintlich gut gemeinte Ratschlag, dass Entspannung wesentlich für das Eintreten einer Schwangerschaft ist, nicht weiter verbreiten kann.

Herzliche Grüße

Silke

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Quellen

  • Nicoloro-SantaBarbara J, Busso C, Moyer A, Lobel M: Just relax and you’ll get pregnant? Meta-analysis examining women’s emotional distress and the outcome of assisted reproductive technology. Soc Sci Med. 2018 Sep;213:54-62.
  • Boivin J ,Griffiths E, Venetis CA: Emotional distress in infertile women and failure of assisted reproductive technologies: Meta-analysis of prospective psychosocial studies. BMJ 2011; 342:d223 doi: 10.1136/bmj.d223.

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By |2018-11-22T00:08:03+00:00November 22, 2018|0 Comments

Künstliche Befruchtung & Altersgrenze: Neue Studie zur IVF über 40!

Bis zu welcher Altersgrenze ist eine künstliche Befruchtung erfolgsversprechend? Macht es Sinn mit 40 Jahren und älter eine IVF zu planen, um schwanger zu werden? Heute möchte ich dir eine neue Studie aus Israel vorstellen, die zum Thema künstliche Befruchtung bei 41 – 43 jährigen Frauen interessante Erkenntnisse veröffentlicht hat.

Künstliche Befruchtung: Altersgrenze & Fruchtbarkeit

Das Thema Alter und Fruchtbarkeit beschäftigt viele Frauen mit Kinderwunsch und ich erinnere mich selbst nur zu gut an meine eigene Unsicherheit und die vielen bangen Fragen als ich mit 38 Jahren angefangen habe über ein 2. Kind nachzudenken.

Sicherlich weißt du um die Zusammenhänge zwischen dem Alter der Frau und ihrer Fruchtbarkeit und leider kann auch eine künstliche Befruchtung die abnehmende Schwangerschaftswahrscheinlichkeit mit zunehmendem Alter nicht ausschalten. Die Erfolgschancen einer IVF oder ICSI sind definitiv altersabhängig, es stellt sich aber die Frage bis zu welcher Altersgrenze eine künstliche Befruchtung mit den eigenen Eizellen noch lohnt.

Künstliche Befruchtung über 40 erfolgversprechend?

Dieser Frage ist eine neue Studie aus Tel Aviv in Israel nachgegangen. In dieser Studie wurden insgesamt 146 Frauen untersucht, die zwischen Januar 2006 und Dezember 2013 einen ersten IVF Versuch im Alter zwischen 41 und 43 Jahren begonnen hatten. Als Parameter für den Erfolg der IVF Therapie wurde die Lebendgeburtenwahrscheinlichkeit und nicht die Schwangerschaftsrate verwendet.

Keine Frau und kein Paar wünscht sich 6 oder gar 13 IVF Versuche! Und mir ist klar, dass diese Zahlen nicht gerade erbaulich für dich sein werden. Trotzdem finde ich die Ergebnisse hilfreich:

  • Die Studie liefert neue Hinweise darauf, dass offenbar eine künstliche Befruchtung über 6 Versuche hinaus bei Frauen im Alter von 41 bis 43 Jahren wenig erfolgsversprechend ist.
  • Positiv ist, dass eine kumulierte Lebendgeburtenwahrscheinlichkeit von 28,8% nach bis zu 6 IVF Versuchen einen Therapiebeginn durchaus argumentativ vertretbar machen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass im Vorfeld einer Behandlung eine ausführliche Beratung des Paares stattfinden sollte, bei der auf diese eingeschränkten Erfolgschancen hingewiesen werden. Eine Beratung kann vor zu hohen Erwartungen schützen!
  • Die Studie konnte eine abnehmende Lebendgeburtenwahrscheinlichkeit der 41 bis 43 jährigen Frauen festhalten: Die kumulierte Lebendgeburtenwahrscheinlichkeit pro Behandlungszyklus lag bei den 42 jährigen Frauen bei 8%, bei den 42 jährigen bei 5,8% und bei den 43 jährigen Studienteilnehmerinnen bei 4,1%.
  • Neben dem Alter konnte als wichtigster Einflussfaktor auf den Erfolg der IVF Therapie das Rauchen nachgewiesen werden. Rauchen minimierte die Wahrscheinlichkeit auf eine Lebendgeburt um ca. 80%!

Künstliche Befruchtung: Altersgrenze bleibt ein Problem

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Thema Alter und Altersgrenze bei Frauen über 40 Jahren, die über eine künstliche Befruchtung nachdenken, ein kaum lösbares Problem bleibt. Dies ist gerade in Deutschland der Fall, da hier immer noch die Eizellspende verboten ist. Die Erfolgsaussichten einer IVF Therapie  über 40 sind bescheiden, es gibt hier aus meiner Sicht wenig zu beschönigen. Auf der anderen Seite sind IVF Versuche im Alter zwischen 41 und 43 Jahren sicherlich nicht aussichtslos! Eine umfassende Beratung des Paares erscheint besonders wichtig, um sorgfältig abzuwägen, ob dieser Weg mit all seinen Risiken und Belastungen wirklich der richtige ist.

Herzliche Grüße

Silke

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Quellen:

  • Oshrit Lebovitz et al.: The expected cumulative incidence of live birth of patients starting IVF treatment at age 41 years or older. Reproductive Biomedicine Online, im Druck.
  • M. Devesa1, R. Tur1, F.: I will use my own”: until what age? ESHRE Annual Meeting, Lisbon 2015.
  • Klipstein S, Regan M, Ryley DA, Goldman MB, Alper MM, Reindollar RH: One last chance for pregnancy: a review of 2,705 in vitro fertilization cycles initiated in women age 40 years and above. Fertility and Sterility, Volume 84, Issue 2, pages 435-445.

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By |2018-09-28T22:21:43+00:00September 28, 2018|0 Comments

Blastozystentransfer: Höhere Wahrscheinlichkeit für Jungs & eineiige Zwillinge!

Vielleicht hat dich auch schon die Frage beschäftigt, ob eine IVF und der damit oft verbundene Blastozystentransfer das Geschlecht deines Babys oder die Wahrscheinlichkeit eineiige Zwillinge zu bekommen beeinflusst. Eine neue Studie bestätigt die Beobachtung, dass es offenbar tatsächlich eine Verbindung zwischen dem Blastozystentransfer und dem Geschlecht bzw. der Entstehung eineiiger Zwillinge gibt.

Blastozystentransfer: Was ist das genau?

Bei einer künstlichen Befruchtung (IVF oder ICSI)wird nach einer Stimulation der Eierstöcke eine größere Anzahl von Eizellen punktiert (Follikelpunktion) und im Labor befruchtet. Nach einigen Tagen können dann bis zu maximal 3 Embryonen in die Gebärmutter der Frau zurückgesetzt werden. Hierbei stellt sich die Frage, in welchem Entwicklungsstadium dieser Transfer stattfindet und es gibt hierzu unterschiedliche Ansätze. Während manche Kinderwunsch Kliniken sich dazu entscheiden, die Embryonen im Teilungsstadium nach 2 oder 3 Tagen zurücksetzen (Embryonentransfer), wählen andere die Möglichkeit, die Embryonen bis zum fünften Tag nach der Befruchtung weiter im Brutschrank zu kultivieren. In diesem Fall spricht man von einem Blastozystentransfer, also der Übertragung von Embryonen, die sich bereits in einem sehr fortgeschrittenen Entwicklungsstadium befinden. Die Übertragung der Embryonen im Blastozystenstadium erfolgt damit ungefähr zum gleichen Zeitpunkt, an dem sie bei einer natürlichen Empfängnis die Gebärmutter erreichen würden.

Blastozystentransfer: Mehr Jungs & mehr eineiige Zwillinge

Eine neue Meta-Analyse aus Südkorea konnte 26 Studien zwischen 1995 und Mai 2017 zu diesem Thema auswerten. Und das Ergebnis bestätigt tatsächlich die Beobachtung, dass nach einem Blastozystentransfer mehr Jungs und mehr eineiige Zwillinge geboren werden. Die Auswertung zeigte, dass die Wahrscheinlichkeit nach Blastozystentransfer einen Jungen zu bekommen um etwa 10% erhöht ist. Die Wahrscheinlichkeit eineiige Zwillinge das Leben zu schenken ist sogar in etwa doppelt so hoch! Die Ursachen hierfür werden leider nicht von der Studie erfasst und sind damit unklar.

Weiterer Vorteil des Blastozystentransfers?

Für alle, die sich beispielsweise unbedingt einen Jungen wünschen oder sich auch gut Zwillinge vorstellen können, kann dieses Ergebnis vielleicht ein zusätzliches Kriterium sein, sich für einen Blastozystentransfer zu entscheiden. Der aus meiner Sicht wichtige Vorteil eines Blastozystentransfers ist aber die bessere Identifizierung von Embryonen, die das Potential in sich tragen, sich einzunisten und sich zu einem Baby zu entwickeln. Denn nur etwa 20 bis 30 Prozent aller befruchteten Eizellen schaffen es bis zum Blastozystenstadium. Auch der Zeitpunkt der Übertragung des Embryos scheint zu diesem späteren Zeitpunkt idealer gewählt zu sein, entspricht er doch dem Zeitpunkt, an dem dieser bei einer natürlichen Empfängnis die Gebärmutter erreichen würde.

Herzliche Grüße

Silke

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Einnistungsschmerz: Kann man die Einnistung spüren?

30 Schwangerschaftsanzeichen: Bist du schwanger?

Literatur: 

Jinli Ding et al.: The effect of blastocyst transfer on newborn sex ratio and monozygotic twinning rate: An updated systematic review and meta-analysis. Reproductive Biomedicine Online, im Druck.

Chang HJ et al: Impact of blastocyst transfer on offspring sex ratio and the monozygotic twinning rate: a systematic review and meta-analysis. Fertil Steril. 2009 Jun;91(6):2381-90. doi: 10.1016/j.fertnstert.2008.03.066. Epub 2008 Aug 20.

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By |2018-08-09T21:30:11+00:00August 9, 2018|0 Comments

Eizellqualität verbessern: Was an „pimp my eggs“ wirklich dran ist!

Lässt sich die Eizellqualität wirklich verbessern? Im Internet gibt es viele Berichte von Frauen, die nach der Einnahme von bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln scheinbar schwanger geworden sind. Unter dem Motto „pimp my eggs“ wird ein bestimmte Kombination von Produkten empfohlen. Doch was ist an diesen Empfehlungen zur Verbesserung der Eizellqualität wirklich dran?

Wie du deine Eizellen verbessern kannst

Auf den ersten Blick scheint es einfach: Wenn du schwanger werden möchtest, hast du mit der besten Eizellqualität auch die besten Chancen. Neben einer sehr guten Spermienqualität (was man für bessere Spermien tun kann, habe ich hier aufgeschrieben) gilt es die Eizellqualität zu verbessern. Im Folgenden habe ich die verschiedenen Maßnahmen zusammengefasst und auf nachweisbare Erfolge im Rahmen konkreter Forschungsergebnisse überprüft.

Hinweis: Wie immer möchte ich darauf hinweisen, dass dieser Artikel keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker ersetzt  und nicht zur Eigendiagnose oder Behandlung von Krankheiten verwendet werden darf. Ich übernehme keine Haftung für Probleme oder Schäden, die sich aus der Anwendung der hier dargestellten Information ergeben.

Ernährung: Mediterrane Küche

Gesunde Ernährung bei Kinderwunsch klingt mittlerweile wie ein abgedroschenes Schlagwort. Denn welche Art der Ernährung hilft wirklich schneller schwanger zu werden? Es gibt aktuelle wissenschaftliche Studien, die die mediterrane Küche bei Kinderwunsch empfehlen. So kam jüngst eine griechische Arbeitsgruppe zu dem Ergebnis, dass eine mediterrane Diät die Schwangerschafts- und Lebendgeburtenrate signifikant verbessern kann. Insbesondere Frauen unter 35 Jahren, die eine künstliche Befruchtung durchführen lassen, scheinen von einer mediterranen Küche zu profitieren. In der Studie war die Schwangerschaftsrate mit 29,1% zu 50,0% und die Lebendgeburtenrate mit 26,6% zu 48,8% deutlich höher.1 Auch die Fruchtbarkeit von Männern kann durch die richtige Ernährung positiv beeinflusst werden, wie eine ältere Studie der gleichen Arbeitsgruppe zeigen konnte.2

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Da die mediterrane Küche lecker ist, spricht wenig dagegen mehr Gerichte aus dem Mittelmeerraum in den eigenen Speiseplan einzubauen. Die mediterrane Diät ist vor allem von Gemüse, Fisch, Obst, Salat und wenig von rotem Fleisch geprägt. Olivenöl gilt als sehr wichtiger Bestandteil in der Küche, gleichzeitig wird auf sehr fetthaltige Speisen oder Alkohol eher abgesehen.

Vitamin D3

Vitamin D3 kann die Schwangerschaftsraten verbessern. Vor allem Studiengruppen mit Frauen, die eine künstliche Befruchtung durchlaufen mussten, konnten zu diesem Nachweis forschen.3,4 Neben einer besseren Reifung der Eizellen und einer Regulierung des Menstruationszyklus der Frau scheint Vitamin D3 auch einen guten Aufbau der Gebärmutterschleimhaut zu fördern. Weitere Infos zu Studien speziell zum besseren Schleimhautaufbau findest du hier, weitere wichtige Inhalte zu Vitamin D3 hier.

Vitamin D3:

Vitamin B / Folsäure

Folsäure (Vitamin B6, B9) kann nicht nur in der Schwangerschaft das Risiko für schwere Missbildungen deutlich senken. Vielmehr ist Folsäure und auch B12 bereits vor der Schwangerschaft wichtig. Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass Folsäure die Vitalität der Eizelle verbessern und auch bei der Synthese des Erbgutes eine wichtige Rolle spielt. Auch um die Hormone FSH, Östrogen und Progesteron produzieren zu können, benötigt dein Körper Vitamine des B-Komplexes. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt  Frauen mit Kinderwunsch 400 µg Folsäure pro Tag in Form eines Präparats einzunehmen.  Diese Einnahme des Folsäurepräparats sollte spätestens 4 Wochen vor Beginn der Schwangerschaft anfangen und während des 1. Drittels der Schwangerschaft fortgeführt werden.

Folsäure

 

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Folsäure und Zink sind übrigens auch ein guter Tipp für Paare, die auf einfache Weise und ohne große Nebenwirkungen die Spermienqualität verbessern wollen. In plazebokonktrollierten Studien konnte nach der Einnahme von Folsäure und Zink positive Effekte auf die Spermienzahl- und beweglichkeit nachgewiesen werden.7

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Coenzym Q-10

Das Coenzym Q-10  ist wichtig für unseren Körper, um die Energie aus der Nahrung in körpereigene Energie umzuwandeln. Zudem wirkt es als Antioxidans. CoQ-10 wird sowohl im Körper produziert als auch über die Nahrung aufgenommen.8 Einige Studien deuten darauf hin, dass Q-10 beim Alterungsprozess der Eizellen eine wichtige Rolle spielen könnte, eine abschließende Bewertung steht aber noch aus.11 Auch eine zusätzliche Energiezufuhr durch CoQ-10 für die Prozesse der Befruchtung und Zellteilung und die Entwicklung des Embryos wurden diskutiert und es gab verschiedene Studien, die nachweisen sollten, dass eine Nahrungsergänzung mit CoQ-10 gerade bei älteren Frauen zu einer besseren Erfolgsrate bei einer Kinderwunschbehandlung führt. Eine endgültige Bewertung muss allerdings auch hier noch erfolgen. Klarer scheint die Bewertung bei Männern zu sein. Dort konnte tatsächlich nachgewiesen werden, dass eine tägliche Einnahme von Q-10 die Beweglichkeit der Spermien verbessern kann.12

Die Versorgung unseres Körpers mit dem Coenzym Q-10  ist bei gesunder Ernährung gewährleistet. Reichhaltig an Q-10 sind Fleisch, Fisch, pflanzliche Öle, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide und Nüsse. Solltest du und dein Partner trotzdem über eine Nahrungsergänzung nachdenken, so gibt es Präparate in Kapselform oder auch als Soft Gel CoQ10 in Wasser oder Öl zu kaufen. Bei der Studie mit den Männern, die eine Verbesserung der Spermien nachweisen konnte wurden 60 mg pro Tag eingesetzt. Bei Frauen mit Kinderwunsch konnte ich im Internet die Empfehlung eine Tagesdosis von  60 – 100 mg finden, wobei oftmals zu einer Startphase mit einer höheren Tagesdosis von 200 bis 300 mg für einen Zeitraum von 2 bis 3 Wochen geraten wird.

Beim Kauf ist wichtig zu wissen, dass es zwei Formen von CoQ10 zu kaufen gibt: Ubichinol und Ubichinon. Wenn man etwas recherchiert, begegnet einem oftmals die Empfehlung zum Ubichinol zu greifen, da es bis zu achtmal leichter aufgenommen werden könne (bessere Bioverfügbarkeit). Allerdings ist dies auch das teuere Präparat und es beschleicht einen sofort das Gefühl, dass dies der Grund für die Empfehlung sein könnte. Ich habe nach ausführlicher Recherche keine Studie gefunden, die belegt, dass Ubichinol eine bessere Wirksamkeit als Ubichinon nachgewiesen werden kann. Deshalb vermute ich hier einfach nur eine bessere Vermarktungsstrategie für Ubichinol.

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Achtung: Das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz weist auf mögliche Wechselwirkung von CoQ-10 mit Blutgerinnungshemmern (Vitamin K-Antagonisten) hin. Eine Überdosierung kann zu Durchfall, Übelkeit, Appetitverlust und Unwohlsein führen. Eine Rücksprache mit deinem Arzt ist bei einer Einnahme wirklich sinnvoll!

Fettsäuren: Omega 3

Die Fettsäure Omega 3 ist ein wichtiger Baustein bei der Synthese von Zellmembranen. Auch bei der Teilung von Zellen, wie dies beispielsweise bei der Eizellreifung geschieht, wird ihr eine wesentliche Funktion zur Verbesserung der Eizellqualität zugeschrieben. Eine ausgewogene Ernährung, die die übermäßige Zufuhr von Omega 6 Fettsäuren reduziert (z.B. durch den Verzicht auf Industrieöle, wie Mais-, Soja- und Sonnenblumenöl) und auf eine gute Aufnahme von Omega 3 Fettsäuren achtet, scheint deshalb sinnvoll zu sein.

Wer ein Nahrungsergänzungsmittel einsetzen möchte, dem empfiehlt die die WHO eine tägliche Einnahme von 200-500 mg EPA (Eicosapentaenaäure) und DHA (Decosahexaensäure).

DHEA

DHEA  (Dehydroepiandrosteron) ist ein Hormon, das hauptsächlich in der Nebennierenrinde gebildet wird und primär in den Eierstöcken zu weiblichen und männlichen Sexualhormonen umgewandelt wird. Es gibt zahlreiche Veröffentlichungen zum Thema DHEA, vor allem ein Artikel in „Reproductive Biology an Endocrinology“ wertet mehr als 60 Studien aus und kommt zu dem Ergebnis, dass DHEA die Eizellqualität verbessern und zu höheren Schwangerschaftsraten bei Frauen mit eingeschränkter Eizellqualität führen kann. Auch Frauen, die schlecht auf eine hormonelle Stimulation im Rahmen einer IVF Behandlung ansprechen (sogenannte low responder) zeigten in einer Studie aus dem Jahr 2015 bessere Schwangerschaftsraten.5 Schließlich scheint es auch positive Effekte im Hinblick auf eine reduzierte Fehlgeburtenrate zu geben.6

Bitte beachte: Eine Einnahme sollte nur nach Absprache mit einem Facharzt erfolgen!

Nicht Rauchen

Wenn du schwanger werden möchtest, solltest du definitiv nicht rauchen. Hier gibt es leider wenig zu diskutieren, denn Rauchen kann das Erbgut der Eizellen negativ verändern, die Produktion von Eizellen vermindern und auch die Einnistung des Embryos in die Gebärmutter stören.14

Übergewicht vermeiden

Studien weisen darauf hin, dass Übergewicht zu einer Störung bei der Teilung der Eizellen in ihrem Reifungsprozess führen kann.15 Auch scheint es einen Zusammenhang zwischen Übergewicht und dem negativen Ausgang einer künstlichen Befruchtung zu geben. Weitere Infos und viele Quellenangaben zu Studien findest du in meinem Artikel: Abnehmen, um schwanger zu werden.

Herzliche Grüße

Silke

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Dimitrios Karayiannis et al.: Adherence to the Mediterranean diet and IVF success rate among non-obese women attempting fertility. Hum Reprod. 2018 Jan 30. doi: 10.1093/humrep/dey003.
  2. Karayiannis D, Kontogianni MD, Mendorou C, Douka L, Mastrominas M, Yiannakouris N: Association between adherence to the Mediterranean diet and semen quality parameters in male partners of couples attempting fertility. Hum Reprod. 2017 Jan;32(1):215-222.
  3. Rudick BJ, Ingles SA, Chung K, Stanczyk FZ, Paulson RJ, Bendikson KA: Influence of vitamin D levels on in vitro fertilization outcomes in donor-recipient cycles.Fertil Steril. 2013 Nov 5. pii: S0015-0282(13)03154-3.

  4. Paffoni A, Ferrari S, Vigano P, Pagliardini L, Papaleo E, Candiani M, Tirelli A, Fedele L, Somigliana E: Vitamin D Deficiency and Infertility: Insights From in vitro Fertilization Cycles.
    J Clin Endocrinol Metab. 2014 Aug 14:jc20141802.

  5. Nagels HE, Rishworth JR, Siristatidis CS, Kroon B.: Androgens (dehydroepiandrosterone or testosterone) for women undergoing assisted reproduction. Cochrane Database Syst Rev. 2015 Nov 26;(11):CD009749.

  6. Norbert Gleicher et al.: Dehydroepiandrosterone (DHEA) reduces embryo aneuploidy: direct evidence from preimplantation genetic screening (PGS). Reprod Biol Endocrinol. 2010; 8: 140. Published online 2010 Nov 10. 
  7. Wong WY, Merkus HM, Thomas CM, Menkveld R, Zielhuis GA, Steegers-Theunissen RP: Effects of folic acid and zinc sulfate on male factor subfertility: a double-blind, randomized, placebo-controlled trial. Fertil Steril. 2002 Mar;77(3):491-8.
  8. Wikipedia, Artikel zu Coenzym Q10 
  9. Michael Weber: Co-Enzym Q10, Eine Schlüsselsubstanz für ein gesundes Leben. Norderstedt 2009
  10. Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: Bekanntmachung einer Allgemeinverfügung gemäß § 54 des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuches (LFGB) für das Verbringen in die Bundesrepublik Deutschland und das Inverkehrbringen eines Nahrungsergänzungsmittels mit Zusatz von Coenzym Q10 (BVL 14/01/002) vom 12. Februar 2014 (Bundesanzeiger vom 4. März 2014).
  11. Ben-Meir A, Burstein E, Borrego-Alvarez A, et al.: Coenzyme Q10 restores oocyte mitochondrial function and fertility during reproductive aging. Aging Cell. 2015;14:887–895.

  12. Mohammad Reza Safarinejad, Shiva Safarinejad, Nayyer Shafiei, Saba Safarinejad: Effects of the Reduced Form of Coenzyme Q10 (Ubiquinol) onSemen Parameters in Men with Idiopathic Infertility: A Double-Blind, Placebo Controlled, Randomized Study. THE JOURNAL OF UROLOGY Vol. 188, 000, August 2012.

  13. Greenberg JA, Bell SJ, Guan Y, Yu YH: Folic acid supplementation and pregnancy: more than just neural tube defect prevention. Rev Obstet Gynecol 4 (2011) 52-59.
  14. S.R. Soares, C. Simon, J. Remohí, and A. Pellicer: Cigarette smoking affects uterine receptiveness. Hum. Reprod. Advance Access published on November 9, 2006.

  15. Ronit Machtinger, Catherine M. H. Combelles, Stacey A. Missmer, Katharine F. Correia, Janis H. Fox, and Catherine Racowsky: The association between severe obesity and characteristics of failed fertilized oocytes. Hum. Reprod. 2012 : des308v1-des308.

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By |2018-10-15T06:29:41+00:00April 30, 2018|0 Comments

Rauchstopp bei Kinderwunsch: Weil rauchen die Einnistung stört!

Rauchstopp bei Kinderwunsch, denn Rauchen schränkt die Fruchtbarkeit der Frau ein! Eine neue Studie kann aufzeigen, dass sich die Gebärmutterschleimhaut bei Raucherinnen schlechter aufbaut.

Gebärmutterschleimhaut zu dünn? Rauchen aufhören!

Eine gut aufgebaute Gebärmutterschleimhaut ist ein wichtiger Faktor für die Einnistung des Embryos in die Gebärmutter. Bereits in meinem Artikel Gebärmutterschleimhaut aufbauen konnte ich dir 7 Tipps zum Aufbau der Gebärmutterschleimhaut an die Hand geben. Allerdings ist es genauso wichtig, mögliche negative Einflüsse zu minimieren. Und hierzu gehört nachweislich das Rauchen.

Rauchen schädigt Fruchtbarkeit bei Mann & Frau

Die toxischen Wirkungen des Rauchens haben Einfluss auf die Fruchtbarkeit bei Mann und Frau. Während beim Mann die Konzentration, Anzahl und Beweglichkeit der Spermien durch das Rauchen vermindert und auch das Erbgut in den Spermien beschädigt werden kann, ist auch der negative Einfluss auf die weibliche Fruchtbarkeit in Studien belegt.

Spermienqualität verbessern: Beste Tipps für bessere Spermien

Kann Rauchen die Einnistung verhindern?

Eine aktuelle retrospektive Studie an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde in Wien ist der Frage nachgegangen, welche Auswirkungen das Rauchen auf bedeutsame Parameter beim Schwanger werden hat.1 Dazu wurden die Daten von 200 IVF und ICSI Zyklen im Hinblick auf die Dicke der Gebärmutterschleimhaut, aber auch weitere Variablen wie das Alter oder das Gewicht der Frau untersucht. Gleichzeitig wurde der vorliegende Zigarettenkonsum als auch die im Rahmen der Behandlung eingesetzten Hormone festgehalten.

Das Ergebnis: Rauchen beeinflusst die Dicke der Gebärmutterschleimhaut negativ.

Die Dicke der Schleimhaut war bei rauchenden Patientinnen signifikant geringer als bei den Nichtraucherinnen (10,4 ± 1,5 mm vs. 11,6 ± 1,8 mm). Damit kann der schädliche Einfluss des Rauchens auf die Einnistungs- und Schwangerschaftsrate erklärt werden. Weitere negative Auswirkungen auf die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit hatte das Alter der Frau und vorhandenes Übergewicht.

Embryotox: Welche Medikamente sind in der Schwangerschaft erlaubt?

Rauchen: Dünnere Gebärmutterschleimhaut & schlechtere Spermien

Das Fazit fällt klar aus: Rauchen mindert die Fruchtbarkeit. Beim Mann ist die Spermienqualität und die Zusammensetzung des Seminalplasmas,2 bei der Frau die Höhe der Gebärmutterschleimhaut und auch die Eizellqualität betroffen. Zwar ist die Studie mit nur 200 Behandlungszyklen als eher klein zu bezeichnen, trotzdem verweist sie klar auf einen Zusammenhang zwischen dem Rauchen und der der Höhe der Gebärmutterschleimhaut. Bei Kinderwunsch sollte deshalb auf jeden Fall auf das Rauchen verzichtet werden. Übrigens zählt hierbei auch das Passivrauchen, also wenn beispielsweise nur der Partner raucht und man selbst dadurch kontinuierlich dem Tabakrauch ausgesetzt ist.

Herzliche Grüße

Silke

Literatur:

1. Heger A, Sator M, Walch K, Pietrowski D: Smoking Decreases Endometrial Thickness in IVF/ICSI Patients. Geburtshilfe Frauenheilkd. 2018 Jan;78(1):78-82. 

2. M. F. Hamad, N. Shelko, S. Kartarius, M. Montenarh, M. E. Hammadeh: Impact of cigarette smoking on histone (H2B) to protamine ratio in human spermatozoa and its relation to sperm parameters. Andrology Volume 2, Issue 5, pages 666–677, September 2014.<

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By |2018-06-07T21:39:19+00:00März 15, 2018|0 Comments

Karenzzeit vor IVF & ICSI: Welche Abstinenzdauer ist optimal?

Beeinflusst die Karenzzeit vor einer IVF oder ICSI Behandlung die Lebendgeburtenrate und damit das Ergebnis der Behandlung? Mit Karenzzeit ist hierbei gemeint, dass der Mann während dieser Abstinenzdauer weder Geschlechtsverkehr noch einen Samenerguss haben soll.

Gibt es eine optimale Karenzzeit, die die Ivf Chancen erhöhen? In diesem Artikel möchte ich dir eine neue retrospektive Studie vorstellen, die am Christian Medical College Hospital in Vellore, Indien durchgeführt wurde.

Warum diese Studie?

Dass die Karenzzeit vor der Samenabgabe das Ergebnis des Spermiogramms beeinflussen kann, ist bereits seit längerer Zeit bekannt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt in ihren Richtlinien eine Karrenzzeit von 2 bis 7 Tagen vor einem Spermiogramm im Rahmen der Untersuchung eines Kinderwunschpaares. Dagegen nennt The European Society of Human Reproduction and Embryology 3 bis 4 Tage Enthaltsamkeit als richtigen Zeitraum vor der Samenanalyse.

Was ist richtig?

Ein Blick in die Forschungslandschaft offenbart verschiedene Studien mit unterschiedlichen und sich teilweise widersprechenden Ergebnissen, wobei sich diese Empfehlungen primär nicht auf die Karenzzeit vor ICSI oder IVF, sondern vor einem Spermiogramm im Rahmen der Diagnostik beziehen. Es fehlt eine klare Aussage für Kinderwunsch Paare, die sich einer IVF oder ICSI unterziehen und wissen wollen, wie viele Tage sie vor der Punktion enthaltsam bleiben sollen. Die neue Studie erkannte diese Lücke und hat deshalb den Einfluss der Karrenzzeit auf die Schwangerschafts- und Geburtenrate nach IVF und ICSI untersucht.

Otimale Karenzzeit vor IVF & ICSI

Die retrospektive Kohortenstudie aus Vellore in Indien wertete hierzu die Daten von 1.030 Behandlungszyklen aus. Hierfür wurden verschiedene Gruppen gebildet und die Ergebnisse im Hinblick auf die Lebendgeburtenrate und Schwangerschaftsrate miteinander verglichen:

Gruppe I: Karrenzeit von 2 bis 7 Tagen

Gruppe II: Karrenzzeit von mehr als 7 Tagen

Gruppe III: Karrenzzeit von 2 bis 4 Tagen

Gruppe IV: Karrenzzeit von 5 bis 7 Tagen

Das Ergebnis: Nicht kürzer als 2, nicht länger als 7 Tage

Es lässt sich folgende Regel für die Karrenzzeit vor IVF & ICSI formulieren:

Die  optimale Karrenzzeit liegt im Zeitfenster von mindestens 2 und maximal 7 Tagen zwischen dem letzten Samenerguss und dem Zeitpunkt der Abgabe.

Die Lebendgeburtenrate lag in Gruppe I mit 34, 1% signifikant höher als in Gruppe II mit 24,1%, die Schwangerschaftsrate in Gruppe I bei 44,4%, in Gruppe II hingegen bei 32,7%. Auch eine sehr kurze Karrenzzeit von 2 bis 4 Tagen schnitt in der Studie nicht schlechter ab als eine von 5 bis 7 Tagen. Dahingegen beeinflusste eine Karrenz von mehr als 7 Tagen die Ergebnisse der künstlichen Befruchtung signifikant zum Schlechteren als eine Enthaltsamkeitsdauer von 2 bis 7 Tagen.

Die aktuelle Studie fand eine signifikant niedrigere Lebendgeburtenrate in der Gruppe mit einer langen Karrenz von mehr als 7 Tagen im Vergleich zur Gruppe mit 2 bis 7 tägiger Enthaltsamkeit. Auch die Schwangerschaftsraten waren signifikant niedriger in der 1. Gruppe. Die Befruchtungs- und Fehlgeburtenraten waren in keiner der Gruppen signifikant verschieden.

Du hast Fragen zur Studie? In den Quellenangaben habe ich dir die Online Ausgabe der Studie mit allen wichtigen Infos verlinkt.

Herzliche Grüße

Silke

Literatur

Anurekha J. Periyasamy et al. Does duration of abstinence affect the live-birth rate after assisted reproductive technology? A retrospective analysis of 1,030 cycles. Fertility & Sterility, December 2017, Volume 108, Issue 6, Pages 988–992. Hier der Link zur Online Ausgabe!

World Health Organization. WHO laboratory manual for the examination and processing of human semen. 5th ed. World Health Organization, Geneva; 2010

Barratt, C.L., Björndahl, L., Menkveld, R., and Mortimer, D. ESHRE special interest group for andrology basic semen analysis course: a continued focus on accuracy, quality, efficiency and clinical relevance. Hum Reprod. 2011; 26: 3207–3212

Colturato, S., Abdelmassih, S., Carizza, S.C., Nagy, P., Abdelmassih, V., and Abdelmassih, R. Influence of sexual abstinence length on sperm parameters and on IVF outcomes in ICSI assisted treatment Cycles. Fertil Steril. 2007; 88: S252

Gosálvez, J., González-Martínez, M., López-Fernández, C., Fernández, J.L., and Sánchez-Martín, P. Shorter abstinence decreases sperm deoxyribonucleic acid fragmentation in ejaculate. Fertil Steril. 2011; 96: 1083–1086

Lee, J., Cha, J., Shin, S., Kim, Y., Lee, S., Cha, H. et al. Influence of abstinence period on clinical outcomes in fresh embryo transfer after intracytoplasmic sperm injection. Fertil Steril. 2015; 104: e292

Agarwal, A., Du Plessis, S.S., Gupta, S., Sharma, R., and Sabanegh, E.S. Abstinence time and its impact on semen parameters. Fertil Steril. 2015; 104: e.29

Jin, J., Pan, C., Fei, Q., Ni, W., Yang, X., Zhang, L. et al. Effect of sperm DNA fragmentation on the clinical outcomes for in vitro fertilization and intracytoplasmic sperm injection in women with different ovarian reserves. Fertil Steril. 2015; 103: 910–916

Levitas, E., Lunenfeld, E., Weiss, N., Friger, M., Har-Vardi, I., Koifman, A. et al. Relationship between the duration of sexual abstinence and semen quality: analysis of 9,489 semen samples. Fertil Steril. 2005; 83: 1680–1686

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By |2018-09-20T20:19:58+00:00Januar 4, 2018|0 Comments

Helfen Vitamine bei Kinderwunsch?

Ist es sinnvoll Vitamine bei Kinderwunsch einzunehmen? Und wenn ja, mit welchen Vitaminen wird Mann und Frau schneller schwanger? In diesem Artikel möchte ich dir eine Meta-Analyse vorstellen, in deren Rahmen 5 Studien im Hinblick auf die Frage untersucht wurden, ob eine Nahrungsergänzung mit Vitaminen die Erfolgschancen verbessert.

Vitamine zum Schwanger werden

Vitaminpräparate können sehr wahrscheinlich dabei helfen, um schneller schwanger zu werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Meta-Analyse aus China, für die insgesamt 5 Studien im Hinblick auf die Verbesserung der Fruchtbarkeit von Paaren, die sich einer Kinderwunschbehandlung unterzogen haben, ausgewertet wurden. In der Literaturliste ganz unten findest du die Meta-Analyse und weitere wissenschaftliche Publikationen zur Wirksamkeit der verschiedenen Vitamine bei Kinderwunsch.

Hinweis: Wie immer möchte ich darauf hinweisen, dass dieser Artikel keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker ersetzt  und nicht zur Eigendiagnose oder Behandlung von Krankheiten verwendet werden darf. Bitte bespreche dich mit deinem Arzt oder Apotheker, um sicherzugehen, dass es in deinem Fall keine Einwände gegen eine Einnahme gibt. Ich übernehme keine Haftung für Probleme oder Schäden, die sich aus der Anwendung der hier dargestellten Information ergeben.

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Vitamine & Kinderwunsch beim Mann

Vitamine können die Spermienqualität verbessern. Welche Vitamine genau und in welcher Kombination und Dosierung möchte ich dir im Folgenden vorstellen.

Antioxidantien: Vitamine E & C

Ein möglicher positiver Effekt auf die Spermienqualität zeichnet sich bei Männern durch die Einnahme von Antioxidantien ab. Die hierfür ausgewertete Studie aus Neu Seeland konnte zeigen, dass insbesondere die Einnahme von Vitamin E einen gewissen positiven Effekt auf die Beweglichkeit der Spermien zu haben scheint. Zwar ist Vitamin E in Nüssen und hochwertigen Pflanzenölen aus Oliven, Raps oder auch Sonnenblumen enthalten, eine zusätzliche Einnahme bis zu 400 mg/Tag scheint sinnvoll zu sein.

Auch das antioxidativ wirkende Vitamine C soll sich in hochdosierter Form positiv auf die Fruchtbarkeit des Mannes auswirken. Männer, die Vitamin C und E sowie Zink und Folsäure einnahmen, konnten Spermien mit verbesserter DNA-Qualität aufweisen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 110 mg/Tag an Vitamin C.

Besserte Spermienqualität: Zink, Selen

Drei Studien untersuchten die Effekte von Zink und Selen auf die Spermienqualität. Dabei wurde Zink in der Dosierung 11- 25 mg/Tag und Selen in der Dosierung von 26-55 µg/ Tag eingesetzt. Auch hier zeigten sich positive Auswirkungen auf die Spermienanzahl und Spermienbeweglichkeit. Da diese Nahrungsergänzungsmittel günstig zu kaufen sind und auch bei vernünftiger Dosierung mit keinen Nebenwirkungen zu rechnen ist, macht der Versuch auf jeden Fall Sinn.

Wenn du direkt ein Kombipräparat mit Vitamin C sucht, kannst du auch hier fündig werden:

Vitamin D für die Fruchtbarkeit

Studien konnten nachweisen, dass Vitamin D für die Produktion und Reifung von Sperma-Stammzellen wichtig ist. Ein Mangel an Vitamin D kann damit für eine eingeschränkte Spermienqualität verantwortlich sein. Insbesondere im Winter kann die Spermienqualität leiden, da Vitamin D in der Haut mithilfe von Sonneneinstrahlung gebildet wird.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt deshalb 20 µg/Tag ((800 IE) an Vitamin D. Ällerdings scheint diese Dosierung bei einem wirklichen Mangelzustand nicht ausreichend zu sein.

Als Orientierung für die Dosierung von Vitamin D kann dienen:

50IE pro kg Körpergewicht. 1 IE = 0,025 µg.

Fruchtbarkeit erhöhen durch Folsäure

Folsäuremangel ist schlecht für die Spermien. Tatsächlich sind auch Männer gut beraten auf ihren Folsäure Haushalt zu achten. Die Studien konnten positive Effekte auf die Spermienqualität bei einer höher dosierten Folsäure Einnahme (0,5 – 2,5 mg/ Tag) zeigen. Gerade in der Kombination von Folsäure und Zink zeigten auch ältere wissenschaftliche Publikationen eine Verbesserung der Spermienanzahl und Spermienbeweglichkeit.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass eine zusätzliche Einnahme der einzelnen Mikronährstoffe oder eine Kombination  im Rahmen eines Kombipräparates nicht schadet, im besten Fall aber die Spermienqualität verbessern kann.

Vitamine & Kinderwunsch bei der Frau

Was für den Mann gilt, gilt beim Thema Kinderwunsch auf sehr ähnliche Weise auch für die Frau. Welche Vitamine und Mikronährstoffe sind empfehlenswert?

Folsäure

Viele Frauen haben ohne es zu wissen eine langjährige Unterversorgung mit Folsäure. Folsäure ist besonders in den ersten Schwangerschaftswochen für die Entwicklung deines Baby wichtig. Wenn Folsäure in der Schwangerschaft nicht rechtzeitig äußerlich zugeführt wird,  kann es leider zu Missbildungen kommen.

Vitamin D zum Schwanger werden

Es scheint einen direkten Zusammenhang zwischen einem Vitamin D-Mangel und verschiedenen Fertilitätsstörungen bei Frauen zu geben. Ähnlich wie beim Mann besteht das Problem einer Vitamin D Unterversorung vor allem im Winter, wobei dieser Zeitraum mit wenig sonnigen Tagen in Deutschland je nach Wetterlage auch den Herbst oder das Frühjahr umfassen kann.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine Versorgung mit 20 µg/Tag (800 IE). Ähnlich wie bei den Männer scheint diese Dosierung aber einen Mangelzustand nicht ausreichend abzudecken. Deshalb gilt auch bei Frauen die Empfehlung 50IE pro kg Körpergewicht.

Tipp:

Du kannst deinen Vitamin D-Wert beim Arzt durch einen Bluttest feststellen zu lassen. Sprich deinen Arzt an!

Fruchtbarkeit steigern: Omega 3, 6 und CoQ10

Um die eigenen Empfängnischancen zu maximieren ist ein ausreichender Vorrat an Omega 3 und 6 äußerst wichtig. Viele Frauen setzen dafür auf Nahrungsergänzungsmittel auf der Basis von Fischölen.

Wenn du deine Chancen auf eine Schwangerschaft verbessern möchtest, macht es auch Sinn über die Einnahme von Q10 nachzudenken. Das Coenzym Q10 ist ein sehr wichtiger Baustein unserer Zellen und für viele Stoffwechselprozesse notwendig. Es scheint eine besondere Bedeutung für die Eizellenqualität zu haben, deshalb:

Bei Rückfragen zum Thema Vitamine & Kinderwunsch melde dich gerne bei mir.

Herzliche Grüße

Silke

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Literatur:

Samuel Kofi Arhin et al.: Effect of micronutrient supplementation on IVF outcomes: A systematic review of the literature. Reproductive Biomedicine Online, im Druck.

Schmid, Th. et al.: Micronutrients intake is associated with improved sperm DNA quality in older men”, Fertility and Sterility, Volume 98, Issue 5 , Pages 1130-1137.e1, November 2012.

Showell MG, Brown J, Clarke J, Hart RJ: Antioxidants for female subfertility. Cochrane Database Syst Rev. 2013 Aug 5;8:CD007807.

Elisabeth Lerchbaum, Barbara Obermayer-Pietsch: Vitamin D and fertility – a systematic review. European Journal of Endocrinology January 30, 2012.

Monteagudo C, Mariscal-Arcas M, Palacin A, Lopez M, Lorenzo ML, Olea-Serrano F.: Estimation of dietary folic acid intake in three generations of females in Southern Spain. Appetite 2013 Aug;67:114-8.

Holick MF: Evidence-based D-bate on health benefits of vitamin D revisited. Dermatoendocrinol. 2012 Apr 1;4(2):183-90.

Lerchbaum E, Obermayer-Pietsch B.: Vitamin D and fertility: a systematic review. Eur J Endocrinol. 2012 May;166(5):765-7.

Bentov Y, Esfandiari N, Burstein E, Casper RF: The use of mitochondrial nutrients to improve the outcome of infertility treatment in older patients.Fertil Steril 2010 Jan;93(1):272-5.

Bentov Y, Yavorska T, Esfandiari N, Jurisicova A, Casper RF: The contribution of mitochondrial function to reproductive aging. J Assist Reprod Genet. 2011 Sep;28(9):773-83.

Liu M, Yin Y, Ye X, Zeng M, Zhao Q, Keefe DL, Liu L: Resveratrol protects against age-associated infertility in mice. Hum Reprod. 2013 Mar;28(3):707-17.

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By |2018-08-17T19:25:27+00:00November 11, 2017|0 Comments

Künstliche Befruchtung: Alles zu Ablauf, Erfolgsquote, Preis

Viele Kinderwunsch Paare sind auf eine künstliche Befruchtung angewiesen. Was bedeutet ein  ja zu einer künstlichen Befruchtung? Welche Methoden gibt es, wie sieht deren Ablauf und wie die Kostenseite aus? In diesem Beitrag erfährst du alles Wichtige am Beispiel der Methoden IUI, IVF und ICSI.

Methoden im Überblick

Bei einer künstlichen Befruchtung hilft ein Kinderwunschzentrum dabei, Ei- und Samenzelle innerhalb oder außerhalb des weiblichen Körpers zusammenzubringen. Der Begriff „künstlich“ bezieht sich dabei auf die medizinische Hilfestellung und die Tatsache, dass die Zeugung vom  natürlichen Geschlechtsakt losgelöst ist. Alternativ kannst du auch den Begriff der assistierten Reproduktion verwenden.

Welche Krankenkasse übernimmt die künstliche Befruchtung zu 100%?

Künstliche Befruchtung Kosten: Welche Kassse zahlt 75%?

Künstliche Befruchtung: IUI

Bei der Intrauterinen Insemination (kurz IUI oder Samenübertragung) wir das aufbereitete Sperma des Mannes mit Hilfe eines flexiblen Katheters in die Gebärmutter der Frau gespritzt. Oftmals erfolgt im Vorfeld eine Hormonbehandlung, um ein Heranreifen von mehreren Eizellen zu gewährleisten. In der Medizin spricht man von einer homologen Insemination, wenn hierzu das Sperma des eigenen Partners verwendet werden kann. Benötigt ein Paar das Sperma von einem Samenspender, spricht man von einer heterologen (donogenen) Insemination. Die IUI ist die in der Reproduktionsmedizin am häufigsten eingesetzte Methode der künstlichen Befruchtung.

Voraussetzungen für eine IUI

Die Insemination (IUI) wird gerne dann eingesetzt, wenn beim Mann ein eingeschränktes Spermiogramm festgestellt wurde. Für die Bewertung gibt es Kriterien, ab welcher Qualität des Spermas eine IUI und ab welcher Qualität eine IVF oder ICSI durchgeführt werden sollte. Je schlechter das Spermiogramm, desto mehr Hilfe brauchen die Spermien, um in die Nähe oder in  die Eizelle zu gelangen.

Die Samenübertragung wird auch dann angewandt, wenn Paare mit idiopathischer Sterilität Hilfe in einer Kinderwunschklinik suchen. Idiopathische Sterilität bedeutet, dass bei dem Paar kein medizinischer Grund für den unerfüllten Kinderwunsch gefunden werden konnte. Die IUI stellt dann einen der ersten Versuche dar, um diese unerklärte Unfruchtbarkeit zu behandeln.

Schließlich kommt die Insemination bei Single Frauen oder auch lesbischen Paaren zum Einsatz, die sich für die Verwendung von Kryosperma aus einer Samenbank entschieden haben. Zwar gibt es auch die Möglichkeit der privaten Samenspende, viele Frauen und Paare bevorzugen aber eine Insemination unter ärztlicher Kontrolle.

IVF

IVF steht für In vitro Fertilisation und ist eine weitere Methode der künstlichen Befruchtung. Dabei bedeutet IVF wörtlich übersetzt Befruchtung im Glas. Die Befruchtung der Eizelle findet nicht im Körper der Frau statt, vielmehr geschieht sie in einer Petrischale im Labor eines Kinderwunschzentrums. Bei einer IVF findet die Verschmelzung von Ei- und Samenzelle wie bei einer  natürlichen Befruchtung ohne Hilfe von außen statt. Nur der Ort, an dem die Befruchtung stattfindet,  ist nicht der Eileiter der Frau.

Voraussetzungen für eine IVF

Ursprünglich wurde die IVF zur Behandlung von Frauen entwickelt, für die aufgrund einer tubaren Sterilität (gestörte Funktion der Eileiter) eine Befruchtung auf natürlichem Wege nicht möglich war. Denn für eine erfolgreiche Befruchtung ist es notwendig, dass Ei- und Samenzelle zusammentreffen können. Hierbei muss nicht unbedingt ein kompletter Verschluss beider Eileiter vorliegen, vielmehr reicht auch eine Endometriose oder Verwachsungen im Beckenbereich aus, um die Funktion der Eileiter massiv zu beeinträchtigen.

Häufig gibt es auch nur den Verdacht auf eine Störung dieser Eileiterfunktion, wenn andere Behandlungsansätze wie beispielsweise mehrere Zyklen mit intrauteriner Insemination zu keiner Schwangerschaft geführt haben. Weitere Indikationen für eine IVF können eine eingeschränkte Fruchtbarkeit des Mannes,  eine idiopathische Sterilität, Verlust der Eileiter, Entzündungen, eine Sterilisation, Endometriose und PCOS sein.

ICSI

Die Abkürzung ICSI steht für Intrazytoplasmatische Spermieninjektion. Die Befruchtung erfolgt nach vorhergehender Hormonbehandlung und Punktion der Eizellen durch ein Einspritzen des Spermiums in die Eizelle. Dieser Vorgang wird von einem Biologen im Labor assistiert. Die ICSI gehört ebenfalls zu einer der am häufigsten eingesetzten Methoden in der Reproduktionsmedizin. Nach der Befruchtung der Eizelle und den ersten Zellteilungen wird der Embryo zurück in die Gebärmutter der Frau transferiert.

Voraussetzungen für eine ICSI

Gerade Paaren mit einer sehr stark eingeschränkten Spermienqualität bietet die ICSI eine Chance, um schwanger zu werden. Aber auch eine schlechte Befruchtungsrate während eines vorangegangenen IVF Zyklus kann als Grund für die Durchführung einer ICSI angeführt werden.

Künstliche Befruchtung & die Chancen

Alle Methoden der Reproduktionsmedizin haben eines gemeinsam: Sie sind aufwendig, teuer und mit vielen körperlichen und seelischen Strapazen verbunden. Deshalb stellt sich sofort die Frage nach den Erfolgsraten der IVF, ICSI und IUI. Hierzu kann ich dir meinen Artikel Schwangerschaftswahrscheinlichkeit und Geburt bei IVF empfehlen.

Generell gilt, dass die Erfolgsaussichten in hohem Maße vom Alter der Frau, der bestehenden Fruchtbarkeitsstörung und der Anzahl der transferierten Embryonen abhängig sind. Du kannst genaue Zahlen zum Thema künstliche Befruchtung dem Deutschen IVF-Register entnehmen. Seit 1992 werden die von vielen deutschen Kinderwunschkliniken gelieferten Daten in einem Jahrbuch des Deutschen IVF-Registers dargestellt.

Künstliche Befruchtung: Kosten

Beim Thema Kosten einer IVF Behandlung muss man zwischen gesetzlich versicherten und privat versicherten Paaren unterscheiden.

Behandlungskosten gesetzlich versicherte Paare

Für Patienten, die Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sind, gilt derzeit, dass 50% der Kosten der Behandlung, der Medikamente und Hormonpräparate von der Krankenlasse übernommen werden. Die anderen 50 % müssen von den betroffenen Paaren selbst gezahlt werden.

Folgende Voraussetzungen sind für eine Kostenübernahme notwendig:

  • Das Paar ist miteinander verheiratet
  • Die Frau ist zwischen 25 und 40 Jahre alt
  • Der Mann ist zwischen 25 und 50 Jahre alt
  • Weder Frau noch Mann haben eine Sterilisation durchführen lassen
  • Es wird kein Spendersamen verwendet

Des Weiteren ist die Zahl der Behandlungszyklen begrenzt, für welche die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten zur Hälfte übernehmen.

So übernimmt sie anteilig die Kosten für maximal:

  • 8 Inseminationszyklen ohne hormonelle Stimulation / Spontanzyklus oder
  • 3 Inseminationszyklen mit hormoneller Stimulation oder
  • 3 IVF-/ICSI-Behandlungszyklen

Du kannst die Richtlinien über ärtzliche Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung hier nachlesen. Vor Beginn der Behandlung muss ein schriftlicher Antrag bei der Krankenkasse gestellt werden.

Behandlungskosten privat versicherte Paare

Privat versicherte Patienten bekommen in der Regel sämtliche Kosten erstattet, wenn der Partner, auf dessen Erkrankung die Infertilität zurückzuführen ist, privat versichert ist. Die private Krankenkasse übernimmt in der Regel dann alle Kosten für eine Kinderwunschbehandlung bei Ihrem Versicherten, wenn zusätzlich

  • beide Partner miteinander verheiratet sind.
  • bei keinem der Ehepartner eine Sterilisation durchgeführt wurde.
  • bei der Frau bei einem Alter von 40 Jahren und älter  die Chance auf eine Schwangerschaft größer als 15 % beträgt.

Das Einfrieren von Eizellen sowie der Transfer von kryokonservierten Embryonen müssen grundsätzlich selbst bezahlt werden.

 Ablauf einer künstlichen Befruchtung

Bei einer IUI, IVF oder einer ICSI erfolgt sehr häufig eine Hormonbehandlung, die die Eierstöcke dazu anregt, mehrere Eibläschen gleichzeitig reifen zu lassen. Für die Stimulation werden Eiweißhormone verwendet, die normalerweise in der Hirnanhangsdrüse gebildet werden und die die Funktion der Eierstöcke regulieren.

Neben der Stimulation der Eierstöcke ist es im Behandlungsverlauf notwendig, dass ein vorzeitiger Eisprung verhindert wird. Hierzu werden Medikamente (sogenannte GnRH-Analoga) eingesetzt. Je nach Behandlungsprotokoll werden diese Präparate zu Verhinderung des vorzeitigen Eisprungs entweder vor Beginn der Stimulation (sogenannte Down Regulation im langen Protokoll) oder nach einigen Tagen der Stimulation  (im kurzen Protokoll) angewendet. Welches Behandlungsprotokoll bei dir eingesetzt wird legt dein behandelnder Doc nach einer umfassenden Anamnese und sehr genauen Untersuchung fest.

Die Stimulation der Eierstöcke dauert meistens zwischen 8 und 13 Tagen. Nach dieser Zeit erfolgt eine Injektion des Hormons hCG, welches zu einer abschließenden Ausreifung der Eizellen führt. 35 bis 37 Stunden nach dieser Injektion werden die Eizellen im Rahmen einer Punktion von der Scheide aus entnommen. Diese Punktion erfolgt nur bei einer IVF und einer ICSI, bei einer IUI erfolgt der Eisprung und die Befruchtung im Körper der Frau.

Da die Punktion schmerzhaft sein kann, wird sie oft unter Narkose durchgeführt. Trotz dieser Narkose  ist eine Eizellpunktion ein ambulanter Eingriff und die Patientin kann das Kinderwunschzentrum wenige Stunden nach der Durchführung wieder verlassen.

Die Befruchtung im Labor

Die Befruchtung der Eizellen erfolgt einige Stunden nach der Eizellentnahme. Bei nicht zu schlechter Spermienqualität werden hierzu Ei- und Samenzellen im Labor zusammengebracht. Wie bei einer natürlichen Empfängnis erfolgt die Befruchtung dadurch, dass sich einzelne Samenzellen an die Eizelle binden, eine Samenzelle in das Ovum eindringt und sie befruchtet.

ICSI das Spermium wird in die Eizelle eingespritzt

ICSI das Spermium wird in die Eizelle eingespritzt

Ist die Samenqualität nicht gut oder klappt die künstliche Befruchtung auf diesem Wege nicht, muss eine ICSI durchgeführt werden. Dabei werden unter dem Mikroskop einzelne Samenzellen ausgesucht und mit einer sehr feinen Injektionsnadel in die Eizellen eingespritzt. Am Tag nach der künstlichen Befruchtung wird das Ergebnis zum ersten Mal kontrolliert. Dabei wird untersucht, bei wie vielen Eizellen sich zwei Vorkerne gebildet haben. Je nach Absprache mit dem Paar werden dann eine, zwei oder drei Eizellen im Brutschrank weiterkultiviert. Diese Eizellen im Vorkernstadium entwickeln sich dort zu Embryonen weiter. Die übrigen Eizellen im Vorkernstadium können auf Wunsch des Paares in flüssigem Stickstoff eingefroren werden. Diese Kryokonservierung ermöglicht dem Paar diese Eizellen zu einem späteren Zeitpunkt auftauen und weiterkultivieren zu lassen. Verzichtet ein Paar auf eine Kryokonservierung müssen nach dem Gesetz alle übrigen Eizellen verworfen werden.

Transfer: Die Übertragung der Embryonen

3 bis 5 Tage nach der Befruchtung der Eizellen werden die Embryonen in die Gebärmutter zurückgesetzt. Auch hierbei handelt es sich um einen ambulanten Eingriff, für den keine Narkose notwendig ist. Der Transfer der Embryonen in die Gebärmutter ist nicht oder nur mit sehr geringen Schmerzen verbunden. Dabei überträgt der Arzt die Embryonen mithilfe eines sehr dünnen und biegsamen Schlauchs durch die Scheide in die Gebärmutter.

In der Zeit nach der Eizellentnahme verordnet der Arzt Gelbkörperhormone, die in die Scheide eingeführt werden. Manchmal erfolgt auch noch eine Injektion, um die Gelbkörperfunktion noch mehr zu unterstützen. 10 bis 12 Tage nach dem Transfer der Embryonen in die Gebärmutter kann durch eine  Blutuntersuchung überprüft werden, ob eine Schwangerschaft eingetreten ist. Viele Frauen halten diese lange Ungewissheit nicht aus und testen vorher zu Hause mit einem Schwangerschaftsfrühtest.

Schwangerschaftstest: Hoffentlich ist der Test positiv

Schwangerschaftstest: Positiv!

Künstliche Befruchtung: Erfahrungen

Das Feld der Erfahrungen von Paaren mit der Reproduktionsmedizin ist weit und ganz individuell verschieden. Es hängt eng mit einer Reihe von Voraussetzungen wie beispielsweise den vorliegenden Fertilitätseinschränkungen, dem Umgang des Paares mit Frustration und Stress, der Beziehung zum behandelnden Arzt und nicht zuletzt vom Erfolg der Behandlung ab. Ich persönlich habe mit Hilfe der ICSI Methode unsere Kinder bekommen. Auch wenn ich im Rückblick die Behandlung als sehr anstrengend und nervenaufreibend empfunden habe, überwiegt die Dankbarkeit und das Gefühl, dass unsere Entscheidung pro Reproduktionsmedizin richtig war.

Einen weiteren Erfahrungsbericht von Kirsten und ihrer IVF kannst du hier nachlesen:

ICSI Erfahrungen: Kirstens Kiwu Tagebuch Teil 1

Wenn du weitere Erfahrungsberichte suchst, wirst du sicherlich im Internet in den verschiedenen Foren und Gruppen fündig. Es bleibt, dass dein Weg ähnlich aussehen kann, aber nicht muss. Und es liegt an dir, dich für oder gegen eine Behandlung zu entscheiden.

Bei Fragen oder Anmerkungen melde dich gerne.

Herzliche Grüße

Silke

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Literatur:

Assisted Reproductive Technologies: A Guide for Patients. American Society of Reproductive Medicine. Accessed online July 24, 2011.

Risks of In Vitro Fertilization (IVF) Patient Fact Sheet. American Society of Reproductive Medicine. Accessed online July 24, 2011.

By |2018-08-03T22:38:09+00:00November 7, 2017|5 Comments
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