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Helfen Vitamine bei Kinderwunsch?

Ist es sinnvoll Vitamine bei Kinderwunsch einzunehmen? Und wenn ja, mit welchen Vitaminen wird Mann und Frau schneller schwanger? In diesem Artikel möchte ich dir eine Meta-Analyse vorstellen, in deren Rahmen 5 Studien im Hinblick auf die Frage untersucht wurden, ob eine Nahrungsergänzung mit Vitaminen die Erfolgschancen verbessert.

Vitamine zum Schwanger werden

Vitaminpräparate können sehr wahrscheinlich dabei helfen, um schneller schwanger zu werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Meta-Analyse aus China, für die insgesamt 5 Studien im Hinblick auf die Verbesserung der Fruchtbarkeit von Paaren, die sich einer Kinderwunschbehandlung unterzogen haben, ausgewertet wurden. In der Literaturliste ganz unten findest du die Meta-Analyse und weitere wissenschaftliche Publikationen zur Wirksamkeit der verschiedenen Vitamine bei Kinderwunsch.

Vitamine & Kinderwunsch beim Mann

Vitamine können die Spermienqualität verbessern. Welche Vitamine genau und in welcher Kombination und Dosierung möchte ich dir im Folgenden vorstellen.

Antioxidantien: Vitamine E & C

Ein möglicher positiver Effekt auf die Spermienqualität zeichnet sich bei Männern durch die Einnahme von Antioxidantien ab. Die hierfür ausgewertete Studie aus Neu Seeland konnte zeigen, dass insbesondere die Einnahme von Vitamin E einen gewissen positiven Effekt auf die Beweglichkeit der Spermien zu haben scheint. Zwar ist Vitamin E in Nüssen und hochwertigen Pflanzenölen aus Oliven, Raps oder auch Sonnenblumen enthalten, eine zusätzliche Einnahme bis zu 400 mg/Tag scheint sinnvoll zu sein.

Auch das antioxidativ wirkende Vitamine C soll sich in hochdosierter Form positiv auf die Fruchtbarkeit des Mannes auswirken. Männer, die Vitamin C und E sowie Zink und Folsäure einnahmen, konnten Spermien mit verbesserter DNA-Qualität aufweisen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt 110 mg/Tag an Vitamin C.

Besserte Spermienqualität: Zink, Selen

Drei Studien untersuchten die Effekte von Zink und Selen auf die Spermienqualität. Dabei wurde Zink in der Dosierung 11- 25 mg/Tag und Selen in der Dosierung von 26-55 µg/ Tag eingesetzt. Auch hier zeigten sich positive Auswirkungen auf die Spermienanzahl und Spermienbeweglichkeit. Da diese Nahrungsergänzungsmittel günstig zu kaufen sind und auch bei vernünftiger Dosierung mit keinen Nebenwirkungen zu rechnen ist, macht der Versuch auf jeden Fall Sinn.

Wenn du direkt ein Kombipräparat mit Vitamin C sucht, kannst du auch hier fündig werden:

Vitamin D für die Fruchtbarkeit

Studien konnten nachweisen, dass Vitamin D für die Produktion und Reifung von Sperma-Stammzellen wichtig ist. Ein Mangel an Vitamin D kann damit für eine eingeschränkte Spermienqualität verantwortlich sein. Insbesondere im Winter kann die Spermienqualität leiden, da Vitamin D in der Haut mithilfe von Sonneneinstrahlung gebildet wird.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt deshalb 20 µg/Tag ((800 IE) an Vitamin D. Ällerdings scheint diese Dosierung bei einem wirklichen Mangelzustand nicht ausreichend zu sein.

Als Orientierung für die Dosierung von Vitamin D kann dienen:

50IE pro kg Körpergewicht. 1 IE = 0,025 µg.

Fruchtbarkeit erhöhen durch Folsäure

Folsäuremangel ist schlecht für die Spermien. Tatsächlich sind auch Männer gut beraten auf ihren Folsäure Haushalt zu achten. Die Studien konnten positive Effekte auf die Spermienqualität bei einer höher dosierten Folsäure Einnahme (0,5 – 2,5 mg/ Tag) zeigen. Gerade in der Kombination von Folsäure und Zink zeigten auch ältere wissenschaftliche Publikationen eine Verbesserung der Spermienanzahl und Spermienbeweglichkeit.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass eine zusätzliche Einnahme der einzelnen Mikronährstoffe oder eine Kombination  im Rahmen eines Kombipräparates nicht schadet, im besten Fall aber die Spermienqualität verbessern kann.

Vitamine & Kinderwunsch bei der Frau

Was für den Mann gilt, gilt beim Thema Kinderwunsch auf sehr ähnliche Weise auch für die Frau. Welche Vitamine und Mikronährstoffe sind empfehlenswert?

Folsäure

Viele Frauen haben ohne es zu wissen eine langjährige Unterversorgung mit Folsäure. Folsäure ist besonders in den ersten Schwangerschaftswochen für die Entwicklung deines Baby wichtig. Wenn Folsäure in der Schwangerschaft nicht rechtzeitig äußerlich zugeführt wird,  kann es leider zu Missbildungen kommen.

Vitamin D zum Schwanger werden

Es scheint einen direkten Zusammenhang zwischen einem Vitamin D-Mangel und verschiedenen Fertilitätsstörungen bei Frauen zu geben. Ähnlich wie beim Mann besteht das Problem einer Vitamin D Unterversorung vor allem im Winter, wobei dieser Zeitraum mit wenig sonnigen Tagen in Deutschland je nach Wetterlage auch den Herbst oder das Frühjahr umfassen kann.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt eine Versorgung mit 20 µg/Tag (800 IE). Ähnlich wie bei den Männer scheint diese Dosierung aber einen Mangelzustand nicht ausreichend abzudecken. Deshalb gilt auch bei Frauen die Empfehlung 50IE pro kg Körpergewicht.

Tipp:

Du kannst deinen Vitamin D-Wert beim Arzt durch einen Bluttest feststellen zu lassen. Sprich deinen Arzt an!

Fruchtbarkeit steigern: Omega 3, 6 und CoQ10

Um die eigenen Empfängnischancen zu maximieren ist ein ausreichender Vorrat an Omega 3 und 6 äußerst wichtig. Viele Frauen setzen dafür auf Nahrungsergänzungsmittel auf der Basis von Fischölen.

Wenn du deine Chancen auf eine Schwangerschaft verbessern möchtest, macht es auch Sinn über die Einnahme von Q10 nachzudenken. Das Coenzym Q10 ist ein sehr wichtiger Baustein unserer Zellen und für viele Stoffwechselprozesse notwendig. Es scheint eine besondere Bedeutung für die Eizellenqualität zu haben, deshalb:

Bei Rückfragen zum Thema Vitamine & Kinderwunsch melde dich gerne bei mir.

Herzliche Grüße

Silke

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Literatur:

Samuel Kofi Arhin et al.: Effect of micronutrient supplementation on IVF outcomes: A systematic review of the literature. Reproductive Biomedicine Online, im Druck.

Schmid, Th. et al.: Micronutrients intake is associated with improved sperm DNA quality in older men”, Fertility and Sterility, Volume 98, Issue 5 , Pages 1130-1137.e1, November 2012.

Showell MG, Brown J, Clarke J, Hart RJ: Antioxidants for female subfertility. Cochrane Database Syst Rev. 2013 Aug 5;8:CD007807.

Elisabeth Lerchbaum, Barbara Obermayer-Pietsch: Vitamin D and fertility – a systematic review. European Journal of Endocrinology January 30, 2012.

Monteagudo C, Mariscal-Arcas M, Palacin A, Lopez M, Lorenzo ML, Olea-Serrano F.: Estimation of dietary folic acid intake in three generations of females in Southern Spain. Appetite 2013 Aug;67:114-8.

Holick MF: Evidence-based D-bate on health benefits of vitamin D revisited. Dermatoendocrinol. 2012 Apr 1;4(2):183-90.

Lerchbaum E, Obermayer-Pietsch B.: Vitamin D and fertility: a systematic review. Eur J Endocrinol. 2012 May;166(5):765-7.

Bentov Y, Esfandiari N, Burstein E, Casper RF: The use of mitochondrial nutrients to improve the outcome of infertility treatment in older patients.Fertil Steril 2010 Jan;93(1):272-5.

Bentov Y, Yavorska T, Esfandiari N, Jurisicova A, Casper RF: The contribution of mitochondrial function to reproductive aging. J Assist Reprod Genet. 2011 Sep;28(9):773-83.

Liu M, Yin Y, Ye X, Zeng M, Zhao Q, Keefe DL, Liu L: Resveratrol protects against age-associated infertility in mice. Hum Reprod. 2013 Mar;28(3):707-17.

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Künstliche Befruchtung: Alles zu Ablauf, Erfolgsquote, Preis

Viele Kinderwunsch Paare sind auf eine künstliche Befruchtung angewiesen. Was bedeutet ein  ja zu einer künstlichen Befruchtung? Welche Methoden gibt es, wie sieht deren Ablauf und wie die Kostenseite aus? In diesem Beitrag erfährst du alles Wichtige am Beispiel der Methoden der Insemination, der  IVF und der ICSI.

Methoden im Überblick

Bei einer künstlichen Befruchtung hilft ein Reproduktionsmediziner dabei, Ei- und Samenzelle innerhalb oder außerhalb des weiblichen Körpers zusammenzubringen. Der Begriff „künstlich“ bezieht sich dabei auf die medizinische Hilfestellung und die Tatsache, dass die Zeugung vom  natürlichen Geschlechtsakt losgelöst ist. Alternativ kannst du auch den Begriff der assistierten Reproduktion verwenden.

Künstliche Befruchtung: IUI

Bei der Intrauterinen Insemination (kurz IUI oder Samenübertragung) wir das aufbereitete Sperma des Mannes mit Hilfe eines flexiblen Katheters direkt in die Gebärmutter der Frau gespritzt. Oftmals erfolgt im Vorfeld eine Hormonbehandlung, um ein Heranreifen von mehreren Eizellen zu gewährleisten. In der Medizin spricht man von einer homologen Insemination, wenn hierzu das Sperma des eigenen Partners verwendet werden kann. Benötigt ein Paar das Sperma von einem Samenspender, spricht man von einer heterologen (donogenen) Insemination. Die IUI ist die in der Reproduktionsmedizin am häufigsten eingesetze Methode der künstlichen Befruchtung.

Chancen einer IUI

Die Insemination (IUI) wird gerne dann eingesetzt, wenn beim Mann ein eingeschränktes Spermiogramm festgestellt wurdet. Für die Bewertung gibt es Kriterien, ab welcher Qualität des Spermas eine IUI und ab welcher Qualität eine IVF oder ICSI durchgeführt werden sollte. Je schlechter das Spermiogramm, desto mehr Hilfe brauchen die Spermien, um in die Nähe oder sogar direkt in  die Eizelle zu gelangen.

Die Samenübertragung wird oftmals auch dann angewandt, wenn Paare mit idiopathischer Sterilität Hilfe in einer Kinderwunschklinik suchen. Idiopathische Sterilität bedeutet, dass bei dem Paar kein medizinischer Grund für den unerfüllten Kinderwunsch gefunden werden konnte. Die IUI stellt dann einen der ersten Versuche dar, um diese unerklärte Unfruchtbarkeit zu behandeln.

Schließlich kommt die Insemination bei Single Frauen oder auch lesbischen Paaren zum Einsatz, die sich für die Verwendung von Kryosperma aus einer Samenbank entschieden haben. Zwar gibt es auch die Möglichkeit der privaten Samenspende, viele Frauen und Paare bevorzugen aber eine Insemination unter ärztlicher Kontrolle.

IVF

IVF steht für In vitro Fertilisation und ist eine weitere Methode zur künstlichen Befruchtung. Dabei bedeutet IVF wörtlich übersetzt Befruchtung im Glas. Die Befruchtung der Eizelle findet nicht im Körper der Frau statt, vielmehr geschieht sie in einer Petrischale im Labor eines Kinderwunschzentrums. Bei einer IVF findet die Verschmelung von Ei- und Samenzelle wie bei einer  natürlichen Befruchtung ohne Hilfe von außen statt. Nur der Ort, an dem die Befruchtung stattfindet,  ist nicht der Eileiter der Frau, sondern eine Petrischale in einem Kinderwunschzentrum.

Chancen der IVF

Ursprünglich wurde die IVF zur Behandlung von Frauen entwickelt, für die aufgrund einer tubaren Sterilität (gestörte Funktion der Eileiter) eine Befruchtung auf natürlichem Wege nicht möglich war. Denn für eine erfolgreiche Befruchtung ist es notwendig, dass Ei- und Samenzelle zusammentreffen können. Hierbei muss nicht unbedingt ein kompletter Verschluss beider Eileiter vorliegen, vielmehr reicht oft auch eine Endometriose Erkrankung oder Verwachsungen im Beckenbereich aus, um die Funktion der Eileiter massiv zu beeinträchtigen.

Häufig gibt es auch nur den Verdacht auf eine Störung dieser Eileiterfunktion, wenn andere Behandlungsansätze wie beispielsweise mehrere Zyklen mit intrauteriner Insemination zu keiner Schwangerschaft geführt haben. Weitere Indikationen für eine IVF können eine eingeschränkte Fruchtbarkeit des Mannes,  eine idiopathische Sterilität, Verlust der Eileiter, Entzündungen, eine Sterilisation, Endometriose und PCOS sein.

ICSI

Die Abkürzung ICSI steht für Intrazytoplasmatische Spermieninjektion. Die Befruchtung erfolgt nach vorhergehender Hormonbehandlung und Punktion der Eizellen durch ein Einspritzen des Spermiums in die Eizelle. Dieser Vorgang wird von einem Biologen im Labor assistiert. Die ICSI gehört ebenfalls zu einer der am häufigsten eingesetzten Methoden in der Reproduktionsmedizin. Nach der Befruchtung der Eizelle und den ersten Zellteilungen wird der Embryo zurück in die Gebärmutter der Frau transferiert.

Chancen der ICSI

Ist aufgrund einer sehr stark eingeschränkten Samenqualität eine aktive Befruchtung nicht möglich, muss ein einzelnes Spermium in die Eizelle gespritzt werden. Neben dieser stark eingeschränkten Samenqualität kann auch eine schlechte Befrchtungsrate während eines vorangegangenen IVF Zyklus als Grund für die Durchführung einer ICSI angeführt werden.

Künstliche Befruchtung & die Erfolgsquote

Alle Methoden der Reproduktionsmedizin haben eines gemeinsam: Sie sind aufwendig, teuer und mit vielen körperlichen und seelischen Strapazen verbunden. Deshalb stellt sich sofort die Frage nach den Erfolgsraten der IVF, ICSI und IUI. Hierzu kann ich dir meinen Artikel Schwangerschaftswahrscheinlichkeit und Geburt bei IVF empfehlen.

Generell gilt, dass die Erfolgsaussichten in hohem Maße vom Alter der Frau, der bestehenden Fruchtbarkeitsstörung und der Anzahl der transferierten Embryonen abhängig sind. Du kannst genaue Zahlen zum Thema künstliche Befruchtung dem Deutschen IVF-Register entnehmen. Seit 1992 werden von vielen deutschen Kinderwunschkliniken gelieferten Daten in dem Jahrbuch des Deutschen IVF-Registers dargestellt.

Künstliche Befruchtung: Preis

Beim Thema Kosten einer IVF Behandlung muss man zwischen gesetzlich versicherten und privat versicherten Paaren unterscheiden.

Behandlungskosten gesetzlich versicherte Paare

Für Patienten, die Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sind, gilt derzeit, dass 50% der Kosten der Behandlung, der Medikamente und Hormonpräparate von der Krankenlasse übernommen werden. Die anderen 50 % müssen von den betroffenen Paaren selbst gezahlt werden.

Folgende Voraussetzungen sind für eine Kostenübernahme notwendig:

  • Das Paar ist miteinander verheiratet
  • Die Frau ist zwischen 25 und 40 Jahre alt
  • Der Mann ist zwischen 25 und 50 Jahre alt
  • Weder Frau noch Mann haben eine Sterilisation durchführen lassen
  • Es wird kein Spendersamen verwendet

Des Weiteren ist die Zahl der Behandlungszyklen begrenzt, für welche die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten zur Hälfte übernehmen.

So übernimmt sie anteilig die Kosten für maximal:

  • 8 Inseminationszyklen ohne hormonelle Stimulation / Spontanzyklus oder
  • 3 Inseminationszyklen mit hormoneller Stimulation oder
  • 3 IVF-/ICSI-Behandlungszyklen

Du kannst die Richtlinien über ärtzliche Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung hier nachlesen. Vor Beginn der Behandlung muss ein schriftlicher Antrag bei der Krankenkasse gestellt werden.

Behandlungskosten für IVF und ICSI sorgfältig recherchieren

Recherchiere die Behandlungskosten sorgfältig!

Behandlungskosten privat versicherte Paare

Privat versicherte Patienten bekommen in der Regel sämtliche Kosten erstattet, wenn der Partner, auf dessen Erkrankung die Infertilität zurückzuführen ist, privat versichert ist.

Die private Krankenkasse übernimmt in der Regel alle Kosten für eine Kinderwunschbehandlung bei Ihrem Versicherten, wenn

  • beide Partner miteinander verheiratet sind
  • bei keinem der Ehepartner eine Sterilisation durchgeführt wurde
  • über das 40. Lebensjahr der Frau hinaus, wenn die Chance auf eine Schwangerschaft größer als 15 % beträgt

Das Einfrieren von Eizellen sowie der Transfer von kryokonservierten Embryonen müssen grundsätzlich selbst bezahlt werden.

 Ablauf einer künstlichen Befruchtung

Bei einer IUI, IVF oder einer ICSI erfolgt sehr häufig eine Hormonbehandlung, die die Eierstöcke dazu anregen soll, mehrere Eibläschen gleichzeitig reifen zu lassen. Für die Stimulation werden Eiweißhormone verwendet, die normalerweise in der Hirnanhangsdrüse gebildet werden und die die Funktion der Eierstöcke regulieren.

Neben der Stimulation der Eierstöcke ist es im Behandlungsverlauf notwendig, dass ein vorzeitiger Eisprung verhindert wird. Hierzu werden Medikamente (sogenannte GnRH-Analoga) verwendet. Je nach Behandlungsprotokoll werden diese Präparate zu Verhinderung des vorzeitigen Eisprungs entweder vor Beginn der Stimulation (sogenannte Down Regulation im langen Protokoll) oder nach einigen Tagen der Stimulation  (im kurzen Protokoll) angewendet. Welches Behandlungsprotokoll bei dir eingesetzt wird legt dein behandelnder Doc nach einer umfassenden Anamnese und sehr genauen Untersuchung fest.

Die Stimulation der Eierstöcke dauert meistens zwischen 8 und 13 Tagen. Nach dieser Zeit erfolgt eine Injektion des Hormons hCG, welches zu einer abschließenden Ausreifung der Eizellen führt. 35 bis 37 Stunden nach dieser Injektion werden die Eizellen im Rahmen einer Punktion von der Scheide aus entnommen. Diese Punktion erfolgt nur bei einer IVF und einer ICSI, bei einer IUI erfolgt der Eisprung und eine Befruchtung im Körper der Frau.

Da die Punktion schmerzhaft sein kann, wird sie oft unter Narkose durchgeführt. Trotz dieser Narkose  ist eine Eizellpunktion ein ambulanter Eingriff und die Patientin kann das Kinderwunschzentrum wenige Stunden nach der Durchführung wieder verlassen.

Die Befruchtung im Labor

Die Befruchtung der Eizellen erfolgt einige Stunden nach der Eizellentnahme. Bei nicht zu schlechter Spermienqualität werden hierzu Ei- und Samenzellen im Labor zusammengebracht. Wie bei einer natürlichen Empfängnis erfolgt die Befruchtung dadurch, dass sich einzelne Samenzellen an die Eizelle binden, eine Samenzelle in das Ovum eindringt und sie befruchtet.

ICSI das Spermium wird in die Eizelle eingespritzt

ICSI das Spermium wird in die Eizelle eingespritzt

Ist die Samenqualität nicht gut oder klappt die künstliche Befruchtung auf diesem Wege nicht, muss eine ICSI durchgeführt werden. Dabei werden unter dem Mikroskop einzelne Samenzellen ausgesucht und mit einer sehr feinen Injektionsnadel in die Eizellen eingespritzt. Am Tag nach der künstlichen Befruchtung wird das Ergebnis zum ersten Mal kontrolliert. Dabei wird untersucht, bei wie vielen Eizellen sich zwei sogenannte „Vorkerne“ gebildet haben. Je nach Absprache mit dem Paar werden dann eine, zwei oder drei Eizellen im Brutschrank weiterkultiviert. Diese Eizellen im Vorkernstadium entwickeln sich dort zu Embryonen weiter. Die übrigen Eizellen im Vorkernstadium können auf Wunsch des Paares in flüssigem Stickstoff eingefroren werden. Diese Kryokonservierung ermöglicht dem Paar die Möglichkeit diese Eizellen zu einem späteren Zeitpunkt auftauen und weiterkultivieren zu lassen. Verzichtet ein Paar auf eine Kryokonservierung müssen nach dem Gesetz alle übrigen Eizellen verworfen werden.

Transfer: Die Übertragung der Embryonen

3 bis 5 Tage nach der Befruchtung der Eizellen werden die Embryonen in die Gebärmutter zurückgesetzt. Auch hierbei handelt es sich um einen ambulanten Eingriff, für den keine Narkose notwendig ist. Der Transfer der Embryonen in die Gebärmutter ist nicht oder nur mit sehr geringen Schmerzen verbunden. Dabei überträgt der Arzt die Embryonen mithilfe eines sehr dünnen und biegsamen Schlauchs durch die Scheide in die Gebärmutter.

In der Zeit nach der Eizellentnahme verordnet der Arzt Gelbkörperhormone, die in die Scheide eingeführt werden. Manchmal erfolgt auch noch eine Injektion, um die Gelbkörperfunktion noch mehr zu unterstützen. 10 bis 12 Tage nach dem Transfer der Embryonen in die Gebärmutter kann durch eine  Blutuntersuchung überprüft werden, ob eine Schwangerschaft eingetreten ist. Viele Frauen halten diese lange Ungewissheit nicht aus und testen vorher zu Hause mit einem Schwangerschaftsfrühtest.

Schwangerschaftstest: Hoffentlich ist der Test positiv

Schwangerschaftstest: Positiv!

Künstliche Befruchtung: Erfahrungen

Das Feld der Erfahrungen von Paaren mit der Reproduktionsmedizin ist weit und ganz individuell verschieden. Es hängt eng mit einer Reihe von Voraussetzungen wie beispielsweise den vorliegenden Fertilitätseinschränkungen, dem Umgang des Paares mit Frustration und Stress, der Beziehung zum behandelnden Arzt und nicht zuletzt vom Erfolg der Behandlung ab. Ich persönlich habe mit Hilfe der ICSI Methode unsere Kinder bekommen. Auch wenn ich im Rückblick die Behandlung als sehr anstrengend und nervenaufreibend empfunden habe, überwiegt die Dankbarkeit und das Gefühl, dass unsere Entscheidung pro Reproduktionsmedizin richtig war.

Einen weiteren Erfahrungsbericht von Kirsten und ihrer IVF kannst du hier nachlesen:

ICSI Erfahrungen: Kirstens Kiwu Tagebuch Teil 1

Wenn du weitere Erfahrungsberichte suchst, wirst du sicherlich im Internet in den verschiedenen Foren und Gruppen fündig. Es bleibt, dass dein Weg ähnlich aussehen kann, aber nicht muss. Und es liegt an dir, dich für oder gegen eine Behandlung zu entscheiden.

Bei Fragen oder Anmerkungen melde dich gerne.

Herzliche Grüße

Silke

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Literatur:

Assisted Reproductive Technologies: A Guide for Patients. American Society of Reproductive Medicine. Accessed online July 24, 2011.

Risks of In Vitro Fertilization (IVF) Patient Fact Sheet. American Society of Reproductive Medicine. Accessed online July 24, 2011.


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Erfolgreich schwanger nach Fehlgeburt nach 1. IVF oder ICSI?

Rückblickend war kein Erlebnis für mich so schockierend wie meine Fehlgeburt. Nach der 1. ICSI waren mein Mann und ich überglücklich einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen zu halten. Doch bereits beim 1. Ultraschall zeigte sich, dass die Schwangerschaft nicht intakt war. Es folgten weitere Untersuchungen und eine belastende Zeit der Ungewissheit. In der 8. SSW dann die endgültige Diagnose: Kein Herzschlag. Es wurde mir empfohlen eine Ausschabung durchführen zu lassen.

Schwanger nach Fehlgeburt: Wie hoch ist das Risiko für eine 2. Fehlgeburt?

Neben der Aufgabe einen Umgang mit diesem unendlich großen seelischen Schmerz und all dem Erlebten zu finden, stellte sich mir bald die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, weitere künstliche Befruchtungen durchführen zu lassen. Ich war mir sehr unsicher, ob es für mich überhaupt wieder möglich sein würde schwanger zu werden.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit nach einer Fehlgeburt im Rahmen einer IVF oder ICSI wieder und diesesmal erfolgreich schwanger zu werden?

Erfolgreich schwanger nach Fehlgeburt nach IVF

Meine Gedanken und Sorgen aus dieser Zeit kamen mir sofort wieder in den Sinn als ich heute eine neue Studie der Universität von Aberdeen in Schottland gelesen habe.

In dieser Studie wurde mithilfe einer sehr großen Datenbank von insgesamt 112.549 Frauen der Frage nachgegangen, ob eine Fehlgeburt im 1. IVF- oder ICSI Zyklus Rückschlüsse auf den Verlauf folgender Schwangerschaften möglich macht.

Das Ergebnis überrascht und macht gleichzeitig Mut:

Tatsächlich war die Wahrscheinlichkeit einem Baby das Leben zu schenken  bei den Frauen, die im ersten 1. IVF oder ICSI Behandlungsversuch eine Fehlgeburt erlebt hatten um das 1,42fache höher als bei den Frauen, die im 1. Behandlungszyklus nicht schwanger geworden sind. Die kumulative Geburtenrate lag bei den Frauen, die im 1. IVF oder ICSI Zyklus einen Abort, eine Lebendgeburt oder keine Schwangerschaft erlebt hatten nach 2 weiteren Zyklen bei 49%, 40,9% und 30,1%.

Schwanger nach Felgeburt (IVF & ICSI)

Wenn du nach deiner ersten IVF oder ICSI eine Fehlgeburt hattest und du zweifelst, ob du durch eine weitere Behandlung erfolgreich schwanger werden kannst, dann will ich dir gerne Mut machen: Diese sehr umfassende Studie liefert allen Grund weiterzumachen, denn tatsächlich scheint die Geburtenrate nach einer Fehlgeburt sogar um das 1,42 fache höher zu liegen als bei den Frauen, die nach dem erstgen Versuch einen negativen Schwangerschaftstest bekommen haben. Zukünftige IVF oder ICSI Behandlungen müssen nicht zwangsläufig wieder in einer Fehlgeburt enden, vielmehr scheinen die Chancen sogar erhöht bald das eigene Baby in den Armen halten zu können.

Bei Fragen zur Studie melde dich gerne.

Lieber Grüße

Silke

Literatur: 

Natalie J. Cameron et al., Cumulative live birth rates following miscarriage in an initial complete cycle of IVF: A retrospective cohort study of 112,549 women. Human Reproduction, im Druck.

Foto: Bigstockphoto.com / VadimGuzhva


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Spätfolgen Hormonbehandlung Kinderwunsch: Höheres Brustkrebsrisiko?

Ging dir auch schon die Frage durch den Kopf, ob sich das Risiko, irgendwann an  Krebs zu erkranken durch eine künstliche Befruchtung erhöht? In diesem Beitrag möchte ich dir eine neue Studie aus Schweden vorstellen, die die bisherige Forschungslage durch eine Auswertung der Daten von mehr als 1,3 Millionen Frauen ergänzt.

Künstliche Befruchtung & ihre Spätfolgen

Eine Kinderwunschbehandlung bedeutet für jede Frau und jedes Paar den kompletten Ausnahmezustand: Neben den vielen Untersuchungen, den hohen Kosten und der emotionalen Achterbahnfahrt beunruhigt die Frage, ob der eigene Körper die Hormonbehandlung gut vertragen und wegstecken wird.

Und ich kann hier aus eigener Erfahrung sprechen: Die Frage nach den Spätfolgen einer künstlichen Befruchtung beschäftigt mich persönlich bis heute. Wie werden die großen Hormonmengen, die ich mir während der Stimulationsphase gespritzt habe, sich langfristig auf meinen Körper auswirken?

Wird die künstliche Befruchtung mit Spätfolgen für meine Gesundheit verbunden sein?

Spätfolgen Hormonbehandlung Kinderwunsch: Neue Studie

Die Studie von Frida E. Lundberg vom Karolinska Institut in Stockholm ging der Frage nach, ob die Stimulation der Eierstöcke im Rahmen einer künstlichen Befruchtung in Verbindung gebracht werden kann mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko. Zur Klärung dieser Frage wurden die Registerdaten einer Gruppe von über 1,3 Millionen Frauen aus Schweden, die zwischen 1982 und 2012 ein Kind geboren hatten, ausgewertet. Im Fokus stand dabei die mögliche Beziehung zwischen der eingesetzten Methode der künstlichen Befruchtung und dem Auftreten von Brustkrebs zu untersuchen und gegebenenfalls aufzudecken.

Kein erhöhtes Brustkrebsrisiko durch Hormonbehandlung

Das Ergebnis der Studie ist klar und ermutigend zugleich:

Es ließ sich kein erhöhtes Brustkrebsrisiko nach einer ovariellen Stimulation im Rahmen einer künstlichen Befruchtung nachweisen.

Frauen, die eine Stimulation der Eierstöcke oder eine andere Form der Hormontherapie durchlaufen hatten, zeigten kein erhöhtes Brustkrebsrisiko. Dieses Ergebnis gilt dabei unabhängig davon, ob die Frau durch die Behandlung ein Kind lebend auf die Welt bringen konnte oder nicht. Die Vergleichsgruppe der Studie setzte sich aus Frauen zusammen, die auf natürlichem Wege ihr Kind empfangen hatten.

Fazit: Spätfolgen Hormonbehandlung Kinderwunsch

Aufgrund der sehr großen Versuchsgruppe dieser Untersuchung können die Ergebnisse meiner Meinung nach sehr ernst genommen werden. Ganz offenbar gibt es kein erhöhtes Mammakarzinom-Risiko für Frauen, die eine hormonelle Stimulation erhalten haben, um damit ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Diese Ergebnisse decken sich mit den Ergebnissen aus anderen Studien mit sehr ähnlicher Fragestellung, was die Aussagekraft noch weiter unterstreicht.

Hast du Fragen zur Studie oder Anmerkungen? Ich freue mich über deinen Kommentar!

Herzliche Grüße

Silke

Literatur:

Frida E. Lundberg, Anastasia N. Iliadou, Kenny Rodriguez-Wallberg, Christina Bergh, Kristina Gemzell-Danielsson, Anna L.V. Johansson: Ovarian stimulation and risk of breast cancer in Swedish women, Fertility & Sterility, im Druck.

Foto: Bigstock.com / © B-D-S


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ICSI Erfahrungen: Kirstens Kiwu Tagebuch

ICSI Erfahrungen: Bist Du auf der Suche nach Erfahrungsberichten von Frauen, die eine ICSI Behandlung erlebt haben? Ich freue mich sehr, dass ich Kirsten kennengelernt habe. Kirsten führt ein Kinderwunsch Tagebuch und hat darin ihre letzte ICSI Behandlung dokumentiert. Herzlichen Dank an dich, liebe Kirsten,  dass du bereit bist uns an deinen ICSI Erfahrungen teilhaben zu lassen.

ICSI Erfahrungen: Einträge aus Kirstens Kinderwunsch Tagebuch

Die folgenden Kinderwunsch Tagebuch Einträge beginnen am ersten Tag der Stimlation und enden mit dem Tag des Schwangerschaftstests.

Die Vorbereitungen auf die Kinderwunschbehandlung beginnen

Montag, 26.9.2016

Heute war Ultraschall und Blutabnahme.

Im Wartezimmer saßen mal wieder alle Frauen mit Begleitung.

Da fühlt man sich gleich so richtig einsam.

Aber unsere Ärztin hat meine Laune gleich aufgebessert mit ihrer freundlichen und lockeren Art.

Und sie hat grünes Licht für unsere zweite IVF (oder vielleicht auch ICSI) gegeben.

Jetzt heißt es auf die Regel warten.

Ich könnt grad platzen vor Freude. Nur die Rechnung in der Apotheke hat die Freude ein bisschen getrübt. Dabei waren das nur die Medikamente für eine Woche.

Beginn der Stimulation

Samstag, 1.10.2016

Die Blutung hat gestern morgen eingesetzt. Ich habe mich früher nie so über meine Regel gefreut.

Das heißt heute Abend fange ich mit den ersten Spritzen an.

Das bedeutet 150 Einheiten Puregon (harmlos) und 1ml Menogon (grauenhaft und schmerzlich). Jetzt müssen wir unseren Tagesablauf wieder nach den Spritzen richten.

Aber wir starten voller Hoffnung auf unser Wunder.

Montag, 3.10.2016

Ich kann wieder mal nicht schlafen, da mir alle möglichen Gedanken durch den Kopf gehen.

Was ist wenn es wieder nicht klappt? Die Angst ist so verdammt groß!

Mein Mann kann das alles so locker sehen und macht sich keinen großen Kopf.

Ich verstehe ihn da einfach nicht.

Und dann habe ich schon die ersten blauen Flecke am Bauch. Das heißt für mich eine neue Einschlafposition finden.

Hoffentlich sagt die Ärztin am Freitag alles ist gut und nur noch eine Woche stimulieren.

Ich glaube 3 Wochen halte ich nicht schon wieder aus!

Dienstag, 4.10.2016

Ich ertrage mich heute selber nicht.

Ich habe heute absolut keine Geduld. Alles und jeder nervt mich. Meinen PC würde ich am liebsten aus dem Fenster schmeißen, mich ins Auto setzen und mich nach Hause in mein Bett verkrümeln.

Ich weiß nicht, ob es noch von der letzten Stimulation kommt oder ob es mir dieses Mal einfach mehr zu schaffen macht. Meine Kollegen haben zum Glück Verständnis dafür.
Mein Mann leidet mit mir mit. Vor allem wenn die Spritzen wieder mal so weh tun oder brennen.

Stell ich mich nur so an oder geht es anderen auch so?

Mittwoch, 5.10.2016

Jetzt heißt es morgens auch noch eine Spritze Orgalutran. Zum Glück kann meine Kollegin mich spritzen. Mein innerer Schweinehund ist einfach zu groß, um mich  selbst zu spritzen.

Ich hasse Spritzen!

Manchmal frag ich mich in einem stillen Moment, ob es das alles wert ist.

Aber dann denk ich an so ein kleines Würmchen und ich weiß, dass es sich lohnen wird!

Auch wenn das Zwicken im Unterleib und meine schlechte Laune heute was anderes sagen.

Meine Katzen merken auch wieder, dass etwas anders ist als sonst und sind total anhänglich und spenden Trost.

Genau das ist es, was ich heute brauche.

Donnerstag, 6.10.2016

Meine Gefühle fahren Achterbahn und heute ist so ein richtig beschissener Tag, an dem ich Alles am liebsten hinschmeißen möchte.

In dem einen Moment bin ich super drauf und voller Hoffnung und im nächsten könnte ich heulen und weiß, das alles umsonst sein wird.

Warum bekommen Frauen, die ihre Kinder umbringen oder vernachlässigen ein Kind nach dem anderen?

Und wir bekommen keins.

Dabei würden wir für unser Kind alles machen!

Ihm oder ihr das beste Leben ermöglichen.

Ich kann noch nicht mal mehr kleine Kinder im Fernsehen sehen ohne unendlich traurig zu werden.

Es ist einfach alles nicht fair.

Ultraschall Termin: Wie viele Eibläschen haben sich entwickelt?

Freitag, 7.10.2016

Heute ist ein richtig guter Tag.

Nicht nur mein letzter Arbeitstag vor meinem Urlaub, auch die Ärztin war super zufrieden.

Ich mußte zwar wieder ohne meinen Mann in die Klinik aber zum Glück war es noch nicht so voll.

An dem linken Eierstock sind schon 14 Eibläschen. Rechts leider nur 7,  aber das wird reichen.

Und dann sagte meine Ärztin,  das die Punktion wahrscheinlich schon nächste Woche stattfinden kann.

Ich hätte sie am liebsten vor Freude umarmt.

Beim letzten Mal mußten wir 3 Wochen stimulieren.

Ich könnte gerade platzen vor Freude!

Jetzt muß ich Montag wieder zur Kontrolle und erfahre mehr.

Ich zähle die Tage, die wir noch spritzen müssen.

2. Ultraschall Termin: Geht es positiv weiter?

Montag, 10.10.2016

Das Wochenende war ein Auf und Ab. Mal hatte ich gute Laune und im nächsten Moment bin ich explodiert. Dafür musste mein Mann einfach nur „falsch“ gucken.

Und die Schmerzen gehen auch nicht mehr weg. Mein ganzer Unterleib tut weh.

Dafür hatte ich heute morgen in der Klinik wieder Glück und es sitzen nur Frauen im Wartezimmer.

Und die Ärztin ist sowas von begeistert. Es funktioniert dieses Mal sogar besser als geplant.

Heute Abend um 0:00 Uhr müssen wir mit der letzten Spritze den Eisprung auslösen und Mittwoch ist dann schon Punktion.

Jetzt steigt die Aufregung wieder und die nächsten zwei Nächte werde ich bestimmt nicht schlafen können.

27 Spritzen in 11 Tagen für unseren Wunschkind.

Eisprung auslösen und mal wieder warten

Dienstag, 11.10.2016

Wir haben vor 1 1/2 Stunden den Eisprung ausgelöst. Mein Mann hat sich nach dem Spritzen umgedreht und ist gleich wieder eingeschlafen.

Ich liege hier jetzt und wälze mich hin und her.

Ich stell mir vor wie es sein wird, wenn der Schwangerschaftstest positiv sein wird und wie es wird wenn er negativ ausfällt.

Ich möchte über ein negatives Testergebnis eigentlich nicht nachdenken und hab schon alles versucht um es aus meinem Kopf zu bekommen.

Aber nichts hilft. Und die ständigen Schmerzen im Unterleib machen sowieso jede Ablenkung unmöglich.

Ich weiß echt nicht wie ich die nächsten 2 1/2 Wochen durch stehen soll.

Eizellpunktion: Wie viele Eizellen werden es sein?

Mittwoch, 12.10.2016

Heute war die Punktion der Eizellen.

Ich war dieses Mal so dolle aufgeregt. Konnte die ganze Nacht wieder nicht schlafen.

Vor der Punktion habe ich meinem Mann geholfen, damit er die Spermaprobe abgeben kann.

Wenn ich nicht dabei bin hat er sehr dolle Probleme, weil er die ganze Zeit an mich denken muss.

Danach hieß es dann ab auf den OP Tisch.

Als ich vorbereitet wurde hätte ich am liebsten geheult vor Aufregung. Dabei sind die da alle so super nett und freundlich.

Das Ganze hat ca. eine halbe Stunde gedauert und mein Mann durfte danach gleich zu mir.

Die Dame aus dem Labor sagte uns auch gleich, dass 14 Eibläschen punktiert werden konnten.

Ab diesem Zeitpunkt hatte ich ein Dauergrinsen im Gesicht.

Nunwaren mir auch die heftigen Schmerzen und die leichte Blutung egal.

Nach ca. einer Stunde kam unsere Ärztin, um nach mir zu schauen.

Es waren schon 8 reife Eier dabei.

Und bei den restlichen Eizellen besteht die Hoffnung, dass sie noch reif werden.

Leider war das Sperma meines Mannes wieder nicht so gut, so dass eine ICSI gemacht werden muss.

Ade Weihnachtsgeld, hallo große Hoffnung auf unser Wunder!

Nachdem mein Kreislauf einigermassen ok war, durften wir wieder nach Hause.

Auf dem Weg nach Hause hat mein Mann mir noch schnell etwas zu essen besorgt. Essen gegen den niedrigen Blutdruck und meinen knurrenden Magen.

Nachdem ich alles verputzt hatte, habe ich mich mit meinen Katzen aufs Sofa gekuschelt und geschlafen.

Jetzt heißt es auf den Anruf aus dem Labor warten und am kommenden Montag findet der Transfer statt.

Also ein paar Tage entspannen bevor das große Hibbeln wieder los geht.

Donnerstag, 13.10.2016

3 schöne Eizellen haben sich befruchten lassen.

Davon bekomme ich am kommenden Montag zwei Stück eingesetzt nach dem „Laser Hutching“ und „Embryo Glue“.

Das müssen wir zwar wieder alles selber zahlen aber das ist es mir wert.

Die Schmerzen sind heute einigermassen mit Schmerztabletten auszuhalten. Nur mein Kreislauf spielt noch komplett verrückt. Das wird heute ein Sofa Tag.

3 Narkosen in einem Jahr und dazu die ganzen Medikamente und Hormone.  Mein Körper hat offenbar die Nase voll davon.

Embryotransfer: Das Wunder kann nun bitte kommen

Montag, 17.10.2016

Das Wochenende hab ich komplett auf dem Sofa verbracht. So tat mir nichts weh und die Motivation für etwas anderes war eh nicht da.

Heute hab ich meine zwei Embryonen eingesetzt bekommen.

Es war wieder so ein schöner Moment, den ich dieses Mal mit meiner Mama zusammen erlebt habe.

Am Anfang hatte die Ärztin Probleme meine Gebärmutter zu finden aber nachdem ich ein bisschen Wasser lassen durfte, klappte alles.

Jetzt wird Freitag mein Progesteronwert überprüft und nächsten Freitag bekommen wir das Ergebnis.

Ich bete, dass wir dieses Mal unser Wunder bekommen.

Ich ziehe meinen Hut vor den Frauen, die das alles so oft durch machen.

Meine Kraft ist jetzt schon am Ende

Warten, aushalten und die Hoffnung nicht verlieren

Mittwoch, 19.10.2016

Ich kann an nichts anderes mehr denken.

Abends und morgens leg ich mir eine Spieluhr auf den Bauch und lasse sie spielen. Das beruhigt mich ein bisschen und ich hoffe, zumindest ein Embryo bleibt bei mir.

Mein Bauch ist auch so dick von der Wassereinlagerung.

Ich komme mir total hilflos vor.

Da ich diese Woche auch noch krank geschrieben bin, verbringe ich die meiste Zeit mit meinen Katzen auf dem Sofa. Sobald ich länger stehe oder sitze tut mir der ganze Unterleib weh.

Meine Katzen genießen die Zeit, aber ich mag und kann bald nicht mehr.

Warum dauert die Wartezeit bis zum Schwangerschaftstest nur so lange???

Freitag, 21.10.2016

Meine Brustwarzen bringen mich um!!!

Es darf wirklich gar nichts dran kommen. Sonst geh ich an die Decke.

Und in der Nacht weiß ich nicht wie ich liegen soll. Eigentlich schlafe ich gerne auf dem Bauch.

Sonst geht es von den Schmerzen. Immer mal wieder links oder rechts ein Ziehen.

Heute fand der Bluttest von meinem Progesteronwert statt.

Leider ist der wie beim letzten Mal schon wieder nicht so gut ausgefallen.

Das bedeutet: Zusätzlich zu den 3 Zäpfchen Progesteron pro Tag muss ich jetzt noch 3 x 2 Tabletten Utrogest und 3 x 1 Tablette Progynova nehmen.

Ich hoffe diese ganzen Hormone bringen etwas!

Samstag, 22.10.2016

Heut sind wir zur Ablenkung nach Holland zum Bummeln gefahren.

Ich bin mittlerweile sehr hibbelig und mache mir nur ständig Gedanken, wenn ich zu Hause sitze.

Unser Ausflug war für mich nur sehr anstrengend, da ich durchgehend ein Ziehen im Unterleib habe. Und die Tabletten versuchen ein ziemliches Schwindelgefühl.

Das wird eine schreckliche Woche werden.

Zum Glück haben mein Mann und ich Urlaub.

Noch ganze 5 Tage bis zum Bluttest.

Dienstag, 25.10.2016

Ich kann es kaum noch erwarten bis Freitag.

Nachts liege ich wach und mache mir Gedanken.

Ich habe irgendwie ein schlechtes Gefühl und das macht mich wahnsinnig.

Ich hab immer wieder ein Ziehen im Unterleib. Vielleicht macht mir auch das ständige Ziehen im Bauch so ein schlechtes Gefühl.

Ich würd mir am liebsten ein Frühtest holen, aber mein Mann hat es mir verboten.

Er hat Angst das er ein falsches Ergebnis anzeigt und ich mich dann noch mehr verrückt mache.

Donnerstag, 27.10.2016

Ich bin kurz vorm Durchdrehen!

Noch ca. 24 Stunden aber die ziehen sich wie Gummi. Unendlich lang.

Und mein Gefühl wird immer schlechter.

Die Schmerzen im Unterleib fühlen sich an als wenn meine Regel kommt.

Und mein Mann ist total gelassen. Ich würd sooo gern mit ihm tauschen-

Der Schwangerschaftstest: Hat sich die ICSI Behandlung gelohnt?

Freitag, 28.10.2016

Da ich die ganze Nacht vor Aufregung nicht schlafen konnte, war ich um halb acht schon zur Blutabnahme.

Um kurz vor neun kam schon der erlösende Anruf:

Wir sind schwanger.

WIR SIND SCHWANGER!!!!

Ich kann es noch gar nicht glauben.

Ich zitter am ganzen Körper und weine vor Freude.

Mein Mann ist total geschockt und hat Angst das wir Zwillinge bekommen.

Wir haben beide absolut nicht damit gerechnet.

In zwei Wochen ist der erste Ultraschall.

Ich bin grad der glücklichste Mensch auf der Welt.

Liebe Kirsten, herzlichen Glückwunsch zur Schangerschaft!

Ich habe mit dir mitgefiebert und mich uenendlich über das positive Ergebnis gefreut.

Du möchtest dein Kinderwunsch Tagebuch weiterführen und willst uns weiter an deinen ICSI Erfahrungen und deiner Schwangerschaft teilhaben lassen.

Das heißt: Bald wird es hier eine Fortsetzung deiner Geschichte geben und wir dürfen sie hautnah miterleben.

Ich drücke dir und deinem Mann die Daumen und bin sehr gespannt wie euer Kinderwunschweg weitergeht.

Herzliche Grüße

Silke

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Künstliche Befruchtung: 3 Schritte für das richtige Mindset

Einnistungsschmerz: Kann man die Einnistung spüren?

Gewünschtestes Wunschkind komm 2017!

Foto: Pixabay: Unsplash

 


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Endometriose & Kinderwunsch: Der lange, steinige Weg zu den Wunschkindern

In all den Jahren, in denen ich mich mit dem Thema Kinderwunsch beschäftige, habe ich viele liebe Menschen kennengelernt.

Eine davon ist Franziska und sie hat uns ihre Kinderwunschgeschichte aufgeschrieben. Franziska beschreibt wie sie trotz Endometriose ihren Kinderwunsch nicht aufgegeben hat und heute Mutter von Zwillingen ist. Ich freue mich sehr, dass sie uns über ihre persönlichen Erfahrungen zum Thema Endometriose & Kinderwunsch berichtet.

Endometriose & Kinderwunsch: Der lange, steinige Weg zu den Wunschkindern

Im Alter von 19 Jahren, bekam ich, nach langer Schmerz Odyssee, die Diagnose Endometriose. Damals wurde ein goßer Bauchschnitt gemacht und leider auch sehr viel Ovarialgewebe zerstört.

Doch was ist Endometriose und was bedeutet es für meine weitere Zukunft?!

Meine Mutter litt unter Endometriose und wusste sehr schnell, welche Probleme auf ihre Tochter zukommen werden. Die Ärzte rieten mir so schnell wie möglich schwanger zu werden. Ich befand mich aber kurz vor meinem Examen und Familienplanung stand noch lange nicht zur Diskussion. Ich war zwar schon mit meinem jetzigen Mann zusammen, doch stand für mich fest zuerst meine beruflichen Pläne umzusetzen zu wollen.

Es folgten unzählige Hormontherapien, die mehr oder weniger starke Nebenwirkungen hervorriefen. Starke Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme und immer wieder das große Fragezeichen nach Kindern.

So zogen die Jahre ins Land und wir beschlossen knapp 8 Jahre nach der Diagnose zu heiraten.

Dann startete der erste ICSI Versuch und wir waren voller Hoffnung.

Der erste Schock kam, mit dem Ergebnis des Spermiogrammes meines Mannes. Diagnose Azoospermie, er hat so gut wie keine Spermien. Dann die nächste Klatsche, die Hormonstimulation bei mir gestaltete sich sehr schwierig. Ich reagierte kaum auf hohe Dosen FSH und produzierte in diesem Versuch nur drei Follikel.

Diagnose: Low Responder.

In der Nacht nach der Punktion träumte ich, dass das Kinderwunschzentrum anrufen und uns mitteilen würde, dass keine Eizelle befruchtet werden konnte.

Am nächsten Morgen sollten sich meine Befürchtungen bewahrheiten.

Keine Eizelle lies sich befruchten! Das war es dann!

Die nette Dame am Telefon fragte dann noch: Sollen wir schon einen nächsten Termin ausmachen?!

Nein, ganz bestimmt nicht. Wie konnte sie nur so etwas fragen? Ich hatte gerade so etwas Schreckliches erfahren und musste dass erst einmal verarbeiten.

Es wurde uns schnell klar, dass dieses Kinderwunschzentrum nicht mehr für uns in Frage kommt. Wir wollten keine weitere Nummer unter den unzähligen Kinderwunschpaaren in dieser Kinderwunschpraxis sein.

Zuerst stand nun an Kräfte zu sammeln. 2005 kauften wir ein Haus, schließlich sollte alles perfekt sein, wenn ein Kind kommt. Viel Zeit und Liebe haben wir in unser neues Heim gesteckt. Der Kinderwunsch stand jetzt einfach mal etwas weiter weg.

2009 wollten wir es jedoch wieder wagen.

Mein Gynäkologe, der uns seit 2004 begleitete, riet uns nach Meran (Südtirol) zu gehen. Dort hätte er einen Kollegen, der auch in Tschechien praktiziere.

Mein Gyn ahnte damals schon, dass es schwierig werden würde und zur Eizellspende oder Embryonenspende darf er in Deutschland nicht beraten.

So starteten wir im März 2009 in Richtung Meran. Mein Mann und ich verreisen sehr gerne und wir haben versucht, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Der Arzt in Meran stellte eine sehr ausführliche Anamnese.

Nach einer gründlichen Sichtung meiner Befunde und der gynäkologischen Untersuchung sprach er es aus:

„Haben Sie schon über eine Eizellspende nachgedacht?“

Im ersten Moment dachte ich, ich falle vom Stuhl!

Wie aus der Pistole geschossen brach es auch mir heraus:

“So etwas kommt für uns nicht in Frage, wo kommen wir denn da hin!“

Nach diesem „Auftritt“ war ich noch gefrusteter als ohnehin schon.

Nichts funktioniert in meinem Körper wie es eigentlich soll.

Ich habe ständige Schmerzen und nicht einmal das Natürlichste auf der Welt bekomme ich hin.

Wir beschlossen einen Ausflug ins Thermalbad in Meran zu machen. Dort war ich immer noch sehr erbost über die Frage des Arztes.

Mein Mann fragte mich:

Wenn es doch aber für uns die einzige Möglichkeit ist ein Kind zu bekommen, warum ist das denn so schlimm für dich?!

Jetzt hatten sich wohl alle gegen mich verschworen.

Ich musste sehr mit den Tränen kämpfen und wollte so schnell es ging, in unsere Unterkunft zurück.

Dort schloss ich mich erst einmal für eine längere Zeit im Schlafzimmer ein. Mein Mann lies mich auch in Ruhe.

Doch wie konnte es nur weiter gehen?

An diesem Abend führten wir lange Gespräche und kamen dann letztlich zum Entschluss, dass wir noch einen eigenen Versuch unternehmen wollten. Sollte dieser nicht klappen wollten wir uns über die weiteren Möglichkeiten wie die Eizellspende informieren. 

Im August 2009 folgte in Plzen (CZ) unser zweiter Versuch. Die Ernüchterung kam schnell, schon beim Eizellen-TV (Ultraschall zur Follikelreife) wurde klar, es war trotz höchster FSH Stimulation nur EIN Follikel zu sehen.

Die Ärztin riet uns zum Abbruch. Zeitgleich sprach sie wieder das Thema Eizellspende an.

Aber wir wollten diesen Versuch unbedingt durchziehen.

Besser eine eigene Eizelle als keine, sagte ich mir in diesem Moment!

Wir hatten dann tatsächlich nur eine Eizelle und auch brauchbares Sperma.

Die Hoffnung war gering, aber dennoch wieder da! Am Tag des Transfers hatte ich einen 12Zeller in C Qualität.

Der Schwangerschaftstest war negativ!

Dann kam ein riesengroßes Loch, Tage die ich nur weinend verbrachte. Mit unendlichem Hass auf meinen Körper. Ich hätte mir am liebsten einen Dolch in den Bauch gerammt.

Nach den vielen Tränen und einem großen Jammertal, schöpfte ich doch wieder Mut und wir setzten uns Ende 2009 zusammen an den Rechner und recherchierten alles zum Thema Eizellspende.

Die Hoffnung wurde wieder größer.

Ich meldete mich in Foren an, in denen viele Paare diesen Weg gegangen sind.

Und dann haben wir sie gefunden: Die Klinik, die uns auf diesem Weg begleiten sollte. Da unsere finanziellen Mittel nahezu erschöpft waren, entschlossen wir uns für Tschechien. Dort waren wir ja schließlich schon einmal und hatten positive Erfahrungen gesammelt.

Ich schrieb eine Mail und bekam innerhalb von ein paar Stunden Antwort. Die Koordinatorin schrieb mir, dass die Wartezeit um eine geeignete Spenderin zu finden, gegenwärtig bei 11 Monaten liegt.

In diesen 11 Monaten lebten wir ganz intensiv.

Wir reisten, schliefen aus, haben uns die Nächte um die Ohren geschlagen. Ich wollte einfach frei und nicht wieder gefangen sein vom Thema Kinderwunsch.

Der Gedanke, dass dieses Kind nicht meinen genetischen Code haben würde, war mir völlig egal.

Es war die letzte Chance und die wollte ich uns nicht entgehen lassen. Ich wusste, dass mein Mann hinter diesem Entschuss stand und somit gab es kein Halten mehr.

Die hormonelle Stimulation bei der Eizellspende ist nicht so belastend für den Körper.

Die Zyklen von Spenderin und Empfängerin werden synchronisiert, meist mit der Pille oder der sogennanten Downregulation.

Es lief alles nach Plan. Zwar war meine Gebärmutterschleimhaut nicht so gut aufgebaut, aber, es lief nach Plan.

Am Abend unserer Abreise nach CZ im Oktober 2010 bekam ich dann allerdings meine Periode.

Nein, dass darf doch jetzt nicht sein. Wieso bekomme ich jetzt meine Periode unter Hormonen?! Die mühevoll aufgebaute Gebärmutterschleimhaut war dahin.

Ich habe die knapp 1000 km bis zur Klinik weinend im Auto gesessen.

In der Klinik waren alle sehr emphatisch und die Ärztin nahm sich sehr viel Zeit für uns.

Der Spenderin konnten13 Eizellen entnommen werden, ein tolles Ergebnis. Nur ich hatte wieder einmal versagt!

Der Transfer musste verschoben werden, da die Gebärmutterschleimhaut gänzlich abgeblutet war.

Etwas Positives gab es dann doch: Das Spermiogramm meines Mannes war etwas besser.

Letztlich blieben jedoch von den 13 Eizellen „nur“ zwei übrig, die befruchtet werden konnten.

Die große Chance war damit wieder minimiert, da wir keinen Frischversuch hatten und die befruchteten Eizellen erst einmal eingefroren werden mussten. 

Im April 2011 sollte dann unser Kryo Transfer stattfinden.

Die Gebärmutterschleimhaut hatte sich erneut schlecht aufgebaut. Es reichte gerade so, um die zwei Eisbärchen zu transferieren.

Das Ergebnis des Schwangerschaftstests: Wieder negativ.

Wie konnte es jetzt nur weitergehen?

Es erfolgte eine immunologische Untersuchung, beim nächsten Versuch sollte ich Heparin spritzen und meine Schilddrüse musste besser eingestellt werden.

Mein Gyn, der uns immer begleitete, riet mir zur erneuten Bauchspiegelung (Laparoskopie).

Ich willigte ein und im Dezember 2011 nach der OP traf mich fast der Schlag.

Die Endometriose hatte wieder voll zugeschlagen. Ich musste erneut ein halbes Jahr Hormone nehmen und im August 2012 folgte die zweite OP. Mein Gynäkologe hatte große Probleme, die endlosen Verwachsungen zu lösen. Meine Gebärmutter war regelrecht verbacken mit den Nachbarorganen.

Nach der OP sollten wir maximal ein halbes Jahr warten, bevor wir mit einem  weiteren Versuch starteten.

Mein Mann hatte in der Zwischenzeit noch zwei weitere Spermiogramme machen lassen.Und diese vielen sehr schlecht aus.

Es erschien uns zwecklos mit solch einem Ergebnis einen weiteren Versuch zu machen.

Was jetzt?

Eine TESE (Testikuläre Spermienextraktion) hatte keinen Sinn, dies bekamen wir von zwei Urologen bestätigt.

Es blieb jetzt nur noch die Embryonenspende.

Ein genetisch fremdes Kind.

Ja, aber ein geliebtes Kind. Egal, von wem die Gene stammen.

Im Februar 2013 fand unsere erste Embryonenspende statt.

Meine Gebärmutterschleimhaut baute sich dieses Mal perfekt auf.

Es ging mir physisch und psychisch einfach total gut. Wir hatten uns darauf geeinigt, dass es unser letzter Versuch sein sollte.

Am 15.02.13 hatte ich den ersten positiven Schwangerschaftstest in meinen Händen.

Ich konnte es nicht glauben. Endlich, nach so vielen Jahren und so vielen Niederschlägen.

Nach einer anstrengenden Schwangerschaft mit Blutungen und vorzeitigen Wehen bekamen wir im September 2013 Zwillinge.

Dies ist unser lange und steinige Weg zu unseren Wunschkindern, der sich für uns absolut gelohnt hat.

Vielen Dank Franziska, dass du uns so offen deine persönliche Kinderwunschgeschichte erzählt hast.

Ich habe beim lesen Gänsehaut bekommen.

Deine Geschichte lässt zutiefst nachempfinden, was es bedeutet kann, wenn ein Paar Endometriose, Azoospermie und Kinderwunsch aushalten muss. Bei euch hat sich aber der lange Weg und das Durchhalten absolut gelohnt.

Ich wünsche dir und deiner Familie auf eurem weiteren Weg alles Gute.

Gerne kannst du Franziska einen Kommentar hinterlassen (auf der Seite ganz unten).

Foto: Pixabay: Unsplash


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Endometriose & Schwangerschaft nach IVF: Bestehen höhere Risiken?

Endometriose bedeutet für viele Frauen, dass der Weg zu einer Schwangerschaft oft nur durch eine IVF ermöglicht werden kann. Doch haben Frauen mit Endometriose auch ein erhöhtes Risiko für Komplikationen innerhalb der Schwangerschaft? Eine neue Studie aus Italien liefert interessante Erkenntnisse.

Was ist Endometriose?

Endometriose ist eine gutartige, meist schmerzhafte Erkrankung, bei dem Gewebe aus Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter auftritt. Diese überflüssige Gebärmutterschleimhaut nistet sich im Bauchraum ein. Sie findet sich beispielsweise im Bauchfell, den Eierstöcken und Eileitern, und bildet dort gutartige Wucherungen, die zyklusabhängig wachsen.
Schätzungsweise zwei Millionen Frauen in Deutschland sind an Endometriose erkrankt, jedes Jahr kommen rund 40 000 dazu.

Endometriose: Die Symptome

Die Beschwerden bei Endometriose reichen von krampfartigen und starken Schmerzen während der Menstruation, beim Geschlechtsverkehr, permanenten Schmerzen im Unterbauch, Blutungsstörungen, Rückenschmerzen bis zu Schmerzen beim Wasserlassen oder Stuhlgang. Des Weiteren können sich schmerzhafte Zysten an den Eierstöcken bilden. Oft beginnt die Erkrankung in der Pubertät und endet erst mit den Wechseljahren.

Endometriose & Schwangerschaft

Leider geht die Endometriose oft mit unerfülltem Kinderwunsch einher. Sie stellt die häufigste Ursache für eine ausbleibende Schwangerschaft bei Frauen mit Kinderwunsch dar.

Doch bedeutet dies nun zwangsläufig, dass eine Frau mit Endometriose und IVF Behandlung auf jeden Fall mit einer Risikoschwangerschaft zu rechnen hat?

Schwangerschaft nach IVF: Italienische Metaanalyse

Eine neue Studie von Wissenschaftlern aus Milan (Italien) kommt zu dem Ergebnis, dass es kein erhöhtes Schwangerschaftsrisiko für Endometriose-Patientinnen nach IVF gibt.
Die italienischen Forscher führten hierzu eine Metaanalyse durch, das heißt sie untersuchten bereits vorhandene Studien.
Dabei verglichen sie die Schwangerschaftsverläufe von Frauen, die sich einer IVF Behandlung unterziehen mussten.

Die eine Gruppe bildeten hierbei 239 Frauen mit Endometriose, die Kontrollgruppe bestand aus 239 Frauen ohne diagnostizierte Endometriose.
Bei den Frauen mit Endometriose wurde die Erkrankung im Rahmen von Ultraschalluntersuchungen während der IVF festgestellt oder die Frauen konnten eine Endometriose OP nachweisen.
Weiterhin wurden in die Gruppe der Frauen mit Endometriose nur diejenigen Frauen mit einbezogen, die eine über die 12. Schwangerschaftswoche hinausgehende Einlingsschwangerschaft erreicht hatten.

Endometriose: Schwangerschaft nach IVF

Die gute Nachricht: Die Metaanalyse der Wissenschaftler aus Milan ergab keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen.
Sowohl die Anzahl der Frühgeburten mit 14 Prozent als auch das Auftreten von Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder auffallend leicht- oder schwergewichtigen Neugeborenen war in beiden Gruppen gleich hoch zu verzeichnen.
Es konnte lediglich bei den Frauen mit Endometriose eine um 6 Prozent häufigere Fehllage der Plazenta in der Nähe des Muttermundes (Placenta praevia) festgestellt werden.
Durch diese Position kann die Plazenta einen Teil oder sogar den kompletten Muttermund überdecken und somit den Geburtskanal blockieren.
Die Frauen ohne Endometriose zeigten diese Fehllage des Mutterkuchens nur in 1 Prozent der Fälle auf.
Insgesamt stimmen diese Ergebnisse sehr positiv.
Frauen mit Endometriose haben neben den Symptomen einer chronischen Unterleibserkrankung und den erschwerten Bedingungen, um schwanger zu werden, offenbar nicht mit erhöhten Risiken während der Schwangerschaft zu rechnen.

Herzliche Grüße

Silke

Literatur:
Ewald Becherer und Adolf E. Schindler (Hg.): Endometriose. Ganzheitlich verstehen und behandeln – ein Ratgeber. 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage.
Kohlhammer 2010.

Johanna Helen: Leben mit einem Chamäleon. Endometrios mehr als nur Bauchschmerzen. Shaker Media 2011
Kathrin Steinberger: So leben wir mit Endometriose. Der Alltag mit der chronischen – Unterleibserkrankung. Edition Riedenburg 2013.

Benaglia L, Candotti G, Papaleo E, Pagliardini L, Leonardi M, Reschini M, Quaranta L, Munaretto M, Viganò P, Candiani M, Vercellini P, Somigliana E
Pregnancy outcome in women with endometriosis achieving pregnancy with IVF.
Hum Reprod. 2016 Sep 24. [Epub ahead of print]

Foto: Pixabay – TawnyNina

 


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Menschen hautnah: Sehnsucht Kind. Ein Interview mit Janine

Die Sendereihe Menschen hautnah des WDR strahlte am 06.10.2016 von 22:40 – 23:25 Uhr die Reportage „Sehnsucht Kind – ein Paar gibt die Hoffnung nicht auf“ aus.

Ich hatte die Gelegenheit mit Janine im Vorfeld der Erstausstrahlung ein Interview zu führen.

Silke:

Liebe Janine, am 06. Oktober findet im WDR von 22:40 – 23.25 Uhr die Erstausstrahlung  von „Sehnsucht Kind“ statt.

Im Zentrum der Reportage stehen Du und Dein Mann Torben und Eure gemeinsame Kinderwunschzeit.

Was hat Dich und Deinen Mann dazu bewogen Euch von einem Fernsehteam für die Sendereihe „Menschen hautnah“ begleiten zu lassen?

Janine:

Als wir angefangen haben uns mit dem Thema Kinderwunsch näher zu befassen, haben wir schnell bemerkt, dass das ein Thema ist, über das gerne gesprochen wird.

Es standen uns viele Menschen mit sehr liebenswürdigen Geschichten und Ratschlägen zur Seite.

Mit jedem weiteren Zyklus nahm diese Teilnahme aber nach und nach ab.

Und sie erfuhr schließlich einen dicken Cut als wir uns entschieden haben eine Kinderwunschklinik aufzusuchen.

Von diesem Moment an konnten wir noch so offen über das Thema sprechen, unser soziales Umfeld hat sich zunehmend mehr verschlossen.

Obwohl es sich noch immer um denselben Wunsch, nämlich um unser Wunschkind handelte, wurde das Thema plötzlich nur noch mit gesenkter Stimme und hinter vorgehaltener Hand besprochen.

Als Kinderwunschpaar befindest du dich zu diesem Zeitpunkt in einer Lebensphase, die von vielen Hochs und Tiefs geprägt ist und in der die Hormone extrem Karussell fahren.

In dieser Zeit hätte uns die Unterstützung von Familie, Freunden und Bekannten sicherlich sehr viel Kraft und Halt gegeben.

In unserem Fall gab uns unser soziales Umfeld jedoch das Gefühl, dass wir lieber alles verheimlichen und möglichst niemanden öffentlich zu diesem Thema ansprechen sollten.

Denn was sollten nur die Nachbarn denken oder die Tante?

[bctt tweet=“Unerfüllter #Kinderwunsch ist immer noch ein großes Tabuthema.“ username=“kindeshalb“]

Wir sollten nicht weiter über die Themen Unfruchtbarkeit und Kinderwunschbehandlungen sprechen.

Und wir hatten schnell das Gefühl, dass uns mit diesen Reaktionen ein schlechtes Gewissen eingepflanzt wurde.

Dieses schlechte Gewissen sorgte bei uns dafür, dass wir uns permanent einem starken inneren Druck ausgesetzt fühlten.

In Gesprächen mit anderen Kinderwunschpaaren wurde uns dieser Umgang der Gesellschaft mit dem Thema Kinderlosigkeit durch ähnliche Erfahrungen immer wieder bestätigt.

Sogar in unserer eigenen Familie haben wir ein Paar, das durch die Hilfe einer Kinderwunschklinik bereits zum wiederholten Male den Geburtstag Ihres Kindes als Familie feiern durfte.

Allerdings weiß niemand von dem langen Kampf und der harten Kinderwunschzeit dieses Paares.

Als wir den Aufruf der Sendereihe Menschen hautnah in einer Kinderwunschgruppe bei Facebook gelesen haben, haben wir dies als unsere Chance gesehen das Thema endlich öffentlich zu machen.

Wir würden uns sehr wünschen, dass die Reportage „Menschen hautnah: Sehnsucht Kind“ zu mehr Bereitschaft für einen offenen Dialog und zu mehr Sensibilität für das  Thema führen würde.

Die Anzahl von Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch ist groß und jedes dieser Paare sollte offen sprechen und auf die Feinfühligkeit und Offenheit seiner Mitmenschen setzen können.

[optinform]

Silke:

Das Fernsehteam hat Euch 2 Jahre begleitet. Wie hast Du diese Zeit erlebt?

Janine:

Die letzten 2 Jahre kann ich als die erlebnisreichste und emotional belastendste Zeit in meinem Leben beschreiben.

Wir haben uns vor laufender Kamera in eine Kinderwunschklink begeben, ein Haus gebaut und beide einen beruflichen Wechsel vollzogen.

In dieser Zeit war Florian Aigner von Menschen hautnah immer an unserer Seite und hat uns Fragen gestellt, die wir uns selber so vielleicht nie gestellt hätten.

Durch seine außergewöhnlich einfühlsame Art und seinen hervorragenden Journalismus haben wir ihn zu keinem Zeitpunkt als Störfaktor angesehen.

Viele Gespräche waren sehr tiefgründig – wie mit einem guten Freund.

Durch diese Gespräche haben wir schnell angefangen uns selbst, aber auch unser Umfeld mit anderen Augen zu sehen.

Beeindruckend große Unterstützung für die Dreharbeiten kam von unseren Familien und engen Freunden, die ebenfalls für sehr intime Interviews zur Verfügung standen.

Den auch für sie war unsere Kinderwunschzeit emotional sehr aufwühlend, da unser Kinderwunsch auch ihr Familienleben und ihre Freundschaft zu uns betroffen und verändert hat.

Besonders in Erinnerung geblieben ist mir  der Moment, als uns das Fernsehteam bei unserem Richtfest filmte und Gäste aus diesem Grund nicht an der Feier teilnahmen.

Hier hätten wir uns mehr Unterstützung und Toleranz für unseren langen Kinderwunschweg gewünscht.

Es gab aber auch viele wirklich besondere Momente, die mir in Erinnerung geblieben sind.

Sehr spannend waren beispielsweise die  Dreharbeiten während unseres Urlaubs in Berlin.

Von einer Kamera begleitet das Brandenburger Tor zu besichtigten und dabei von anderen Touristen fotografiert zu werden war sehr außergewöhnlich und amüsant.

Silke:

Viele Kinderwunschpaare halten ihre Kinderwunschzeit oft aus Angst vor unsensiblen Kommentaren und vermeintlich guten Ratschlägen geheim.

Ihr geht einen anderen Weg.

Welche Wünsche habt Ihr beide im Hinblick auf die bald stattfindende Veröffentlichung Eurer Kinderwunschgeschichte?

Welche Reaktionen erhofft Ihr Euch?

Janine:

Wir wünschen uns von Herzen, dass wir anderen Kinderwunschpaaren Mut machen können.

Wir erhoffen uns mehr Feinfühligkeit und Toleranz  für dieses Thema und für die vielen Frauen und Männer, die dieses Schicksal betrifft

[bctt tweet=“Wir träumen von einer #Gesellschaft, in der das Thema #Kinderwunsch nicht mehr tabuisiert wird.“ username=“kindeshalb“]

In Deutschland werden viel zu wenig Kinder geboren.

Viele Paare wünschen sich von ganzem Herzen ein Kind und können kein Baby bekommen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn das Schicksal diese Paare öffentlich wahrgenommen würde.

Und es wäre schön, wenn diese Paare auf ihrem Weg unterstützt werden würden.

Denn für viele Paare bedeutet der unerfüllte Kinderwunsch eine lange Leidenszeit, in der sie sich aus Angst vor den Reaktionen anderer nicht mal in Behandlung trauen.

Für uns selbst wünsche ich mir, dass Menschen aus unserem weiteren Umfeld verstehen lernen, was es wirklich  bedeutet ungewollt kinderlos zu sein.

Silke

Was würdest Du anderen Kinderwunschpaaren mit auf den Weg geben wollen? 

Janine:

In erster Linie, dass ihr euch niemals als Paar verliert!

Macht eure Probleme nicht alleine aus, sondern sucht das Gespräch mit eurem Partner oder einer vertrauten Person.

Wir bereuen beispielsweise sehr die Reisen, die wir aufgrund der Behandlungen abgesagt haben.

Nehmt euch Zeit für euch selbst und lasst eure Kinderwunschzeit nicht euer komplettes Leben bestimmen.

Wenn ihr merkt, dass es euch längere Zeit nicht gut geht, dann sucht euch professionelle Hilfe.

Hierzu kann ich euch das Beratungsnetzwerk Kinderwunsch Deutschland (BKiD) empfehlen.

Macht euch frühzeitig über einen Plan B Gedanken und gebt trotzdem die Hoffnung nicht auf.

Wir drücken jedem einzelnen Kinderwunschpaar die Daumen, dass es seinen Weg zum Wunschkind finden mag.

 

Liebe Janine, vielen herzlichen Dank für deine offenen Worte und deine Bereitschaft für ein Interview.

Danke für deine wertvollen Tipps und den Einblick in eine sicherlich außergewöhnliche Zeit deines Lebens.

Ich wünsche dir und deinem Mann für euren weiteren Weg ganz viel Glück, Kraft und dass es ihr bald euer Wunschkind in den Armen halten könnt.

Menschen hautnah: Sehnsucht Kind. Ein Paar gibt die Hoffnung nicht auf.

Hier kommt der Link zur Reportage:  Mediathek des WDR: Sehnsucht Kind.

Herzliche Grüße

Silke

 


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