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Idiopathische Sterilität: Warum es Hoffnung für Paare gibt

Ungefähr 10% aller Paare mit unerfülltem Kinderwunsch leiden an idiopathischer Sterilität. Erfahre in diesem Artikel, was idiopathische Sterilität ist, warum betroffene Paare in psychischer Hinsicht unauffällig sind und warum sie trotzdem Hoffnung haben können auf natürlichem Wege schwanger zu werden.

Was ist idiopathische Sterilität?

Eine idiopathische Sterilität ist eine ungeklärte Kinderlosigkeit.

Das bedeutet, dass trotz umfangreicher Diagnostik durch einen Facharzt keine Ursachen für den unerfüllten Kinderwunsch gefunden werden können.

Körperlich und seelisch ist bei den betroffenen Paaren alles in Ordnung. Es lässt sich weder bei der Frau noch beim Mann eine eindeutige Ursache für die Kinderlosigkeit finden.

Der Begriff Idiopathie  (altgriechisch ἴδιος = eigen und πάθος = Leiden) wird in der Medizin immer dann benutzt, wenn die Erforschung der Ursache einer Krankheit bisher ohne Ergebnis geblieben ist.

Gegen Pathologisierungen und Vorurteile

Tatsächlich gibt es vielfältige organische Ursachen für weibliche und männliche Unfruchtbarkeit.

Angeborene Fehlbildungen, organische Ursachen, Störungen des Hormonhaushaltes, Entzündungen, Infektionen oder Verklebungen bei der Frau, aber auch unterdurchschnittliche Spermiogramm Werte, Hodenhochstand oder Hodenkrebs beim Mann, um nur einige davon zu nennen.

Wird keine organische Ursache für die Fruchtbarkeitsstörung gefunden, führt dies leider oftmals immer noch zu der fälschlichen Gleichsetzung mit einer psychisch bedingten Fertilitätsstörung (psychogene Sterilität).

Gerade wir Frauen werden gerne in psychischer Hinsicht pathologisiert und angeblich vorliegende psychische Störungen oder unbewusste Ängste und Blockaden für die Unfruchtbarkeit verantwortlich gemacht.

Ich möchte deshalb deutlich darauf hinweisen, dass es mittlerweile Studien gibt, die solche Vorurteile und Pathologisierungen entkräften!

Eine Frau ist nicht psychisch krank oder in ihrer Persönlichkeit gestört nur weil sie nicht schwanger wird. Anspielungen und Vermutungen in diese Richtung sind reine Vorurteile.

So konnte beispielsweise eine klinische Studie der Universität Heidelberg nachweisen, dass sich Paare mit idiopathischer Sterilität in ihren psychologischen Merkmalen nicht von Paaren mit organischen Ursachen  für die Kinderlosigkeit unterscheiden.

Paare mit unerfülltem Kinderwunsch sind in der Regel psychopathologisch unauffällig.

Festgestellte Psychopathologien (psychische Störungen, Angsterkrankungen etc.) sind bei den betroffenen Paaren mit 15 bis 20%  genauso hoch wie bei der Allgemeinbevölkerung. Und belastende Lebensereignisse wie Ängstlichkeit und Unzufriedenheit führen nach dieser Studie nicht zu unerfülltem Kinderwunsch.

Lässt sich keine organische Ursache finden muss der Grund für die Unfruchtbarkeit also nicht zwangsläufig auf der psychischen Ebene  liegen!

Dies leuchtet auch sofort ein, da es sonst keine Schwangerschaften geben dürfte, die unter psychisch belastenden Voraussetzungen zustande gekommen sind.

Liebe Mädels, nehmt euch das bitte zu Herzen!

Lasst euch weder von anderen noch von euch selbst einreden, dass euer Kinderwunsch zwangsläufig auf psychische Probleme hinweist.

Idiopathische Sterilität: Es gibt trotzdem Hoffnung auf ein Kind

Lässt sich weder bei der Frau noch beim Mann eine eindeutige Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch finden wächst der Druck auf das Paar enorm.

Wo soll man nur ansetzen, wenn man nicht einmal weiß, warum es mit dem Schwanger werden nicht klappt?

Was tun oder kann man nur abwarten und weiterhin hoffen?

Eine neue Studie liefert nun aber wirklichen Grund zur Hoffnung.

Gute Spontankonzeptionsrate bei Paaren mit idopathischer Subfertilität

Eine aktuelle holländische Studie ging der Frage nach wieviel Paare mit idiopathischer Sterilität spontan schwanger werden.

Dazu wurden 4.999 Paare mit idiopathischer Subfertilität untersucht.

Die kumulative Schwangerschaftsrate lag bei dieser Gruppe nach einem Jahr bei 27% und nach 2,5 Jahren bei 41%.

Die Ergebnisse dieser Studie stimmen mich sehr hoffnungsvoll.

Paare mit idiopathischer Sterilität haben eine wirklich gute und relevante Chance spontan und ohne künstliche Befruchtung schwanger zu werden. 

Die Daten dieser Studie machen zudem deutlich, dass nicht jedes Paar eine zeit-, kosten- und stressintensive Kinderwunschbehandlung benötigt.

Denn 27% dieser Paare sind nach einem Jahr natürlich schwanger und nach 2, 5 Jahren sind es sogar 41%.

Bei einer guten Ausgangslage wie junges Alter, einem nicht zu lang bestehenden Kinderwunsch oder sekundärer Infertilität gibt es guten Grund weiter auf eine spontan und natürlich entstehende Schwangerschaft zu hoffen.

Herzliche Grüße

Silke

R. van Eekelen, I. Scholten, R.I. Tjon-Kon-Fat,  J.W. van der Steeg,  P. Steures,  P. Hompes,  M. van Wely,  F. van der Veen,  B.W. Mol,  M.J. Eijkemans,  E.R. te Velde,  N. van Geloven. Natural conception: repeated predictions over time. Hum Reprod (2017) 32 (2): 346-353. https://doi.org/10.1093/humrep/dew309

Kleinschmidt, P. Thorn, T. Wischmann. Kinderwunsch und professionelle Beratung. Das Handbuch des Beratungsnetzwerkes Kinderwunsch Deutschland (BKiD), Stuttgart 2008.

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Foto: Pixabay – Prezels

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