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Idiopathische Sterilität: Warum es Hoffnung für Paare gibt

Von | 2018-03-21T05:54:16+00:00 März 20, 2018|Kinderwunsch Blog, Schwanger werden|0 Kommentare

Ungefähr 10% aller Paare Kinderwunsch leiden an idiopathischen Sterilität. Erfahre in diesem Artikel, was idiopathische Sterilität ist und warum es für diese Paare trotzdem Hoffnung gibt auf natürlichem Wege schwanger zu werden.

Definition: Was ist idiopathische Sterilität?

Eine idiopathische Sterilität ist eine ungeklärte Kinderlosigkeit. Das bedeutet, dass trotz umfangreicher Diagnostik durch einen Facharzt keine Ursachen für den unerfüllten Kinderwunsch gefunden werden können. Körperlich und seelisch ist bei den betroffenen Paaren alles in Ordnung. Es lässt sich weder bei der Frau noch beim Mann eine eindeutige Ursache für die Kinderlosigkeit finden. Der Begriff Idiopathie  (altgriechisch ἴδιος = eigen, πάθος = Leiden) wird in der Medizin immer dann benutzt, wenn die Erforschung der Ursache einer Krankheit bisher ohne Ergebnis geblieben ist.

Gegen Pathologisierungen und Vorurteile

Es gibt vielfältige organische Ursachen für eine Unfruchtbarkeit beim Mann oder bei der Frau. Beispiele sind angeborene Fehlbildungen, organische Ursachen, Störungen des Hormonhaushaltes, Entzündungen, Infektionen oder Verklebungen bei der Frau.  Aber auch unterdurchschnittliche Spermiogramm Werte, ein Hodenhochstand oder Hodenkrebs beim Mann können eine Schwangerschaft verhindern. Wird keine organische Ursache für die Fruchtbarkeitsstörung gefunden, führt dies leider oftmals immer noch zu der fälschlichen Gleichsetzung mit einer psychisch bedingten Fertilitätsstörung (psychogene Sterilität).

Gerade wir Frauen werden in psychischer Hinsicht pathologisiert und angeblich vorliegende unbewusste Ängste und Blockaden für die Unfruchtbarkeit verantwortlich gemacht. Eine Frau ist nicht psychisch krank oder in ihrer Persönlichkeit gestört nur weil sie nicht schwanger wird. Anspielungen und Vermutungen in diese Richtung sind reine Vorurteile. So konnte eine klinische Studie der Universität Heidelberg nachweisen, dass sich Paare mit idiopathischer Sterilität in ihren psychologischen Merkmalen nicht von Paaren mit organischen Ursachen  für die Kinderlosigkeit unterscheiden.

Wichtig: Paare mit unerfüllterm Kinderwunsch sind in der Regel psychopathologisch unfauffällig.

Festgestellte Psychopathologien (psychische Störungen, Angsterkrankungen etc.) sind bei den betroffenen Paaren mit 15% bis 20%  genauso hoch wie bei der Allgemeinbevölkerung. Und belastende Lebensereignisse wie Ängstlichkeit und Unzufriedenheit führen nach dieser Studie nicht zu unerfülltem Kinderwunsch. Lässt sich keine organische Ursache finden muss der Grund für die Unfruchtbarkeit also nicht zwangsläufig auf der psychischen Ebene  liegen! Dies klingt allein deshalb schon plausibel, weil es sonst keine Schwangerschaften geben dürfte, die unter psychisch belastenden Voraussetzungen zustande gekommen sind.

Meine Bitte: Lass dir weder von anderen noch von dir selbst einreden, dass dein Kinderwunsch zwangsläufig mit psychischen Problemen zusammenhängt.

Idiopathische Sterilität: Es gibt Hoffnung auf ein Kind!

Lässt sich weder bei der Frau noch beim Mann eine eindeutige Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch finden, wächst der Druck auf das Paar enorm. Wo soll man nur ansetzen, wenn man nicht einmal weiß, warum es mit dem Schwanger werden nicht klappt? Was tun oder kann man nur abwarten und weiterhin hoffen? Zwei neue Studien liefern Grund zur Hoffnung.

Gute Spontankonzeptionsrate bei idopathischer Subfertilität

Eine holländische Studie im Jahr 2017 ging der Frage nach wie viele Paare mit idiopathischer Sterilität spontan schwanger werden. Dazu wurden 4.999 Paare mit idiopathischer Subfertilität untersucht.

Ergebnis: Die kumulative Schwangerschaftsrate lag nach einem Jahr bei 27% und nach 2,5 Jahren bei 41%.

Eine weitere aktuelle Studie in 2018, die wieder am Centre for Reproductive Medicine in Amsterdam durchgeführt wurde, kommt zu einem noch etwas besseren Ergebnis. Bei der prospektiven, randomisierten Studie wurden die Daten von 602 Paaren ausgewertet, die aufgrund ihres unerfüllten Kinderwunsches eine Insemination oder IVF geplant hatten. Die teilnehmenden Frauen waren im Mittel 33, 6 Jahre alt. Innerhalb von 12 Monaten trat bei 24% der Paare eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege ein.

Betrachtet man Frauen im Alter von 28 Jahren, so lang die Rate spontaner Schwangerschaften bei einer Kinderwunschdauer von 12, 24 und 36 Monaten bei 30%, 28% und 26%.

IVF bei ungeklärter Sterilität immer notwendig?

Paare mit idiopathischer Sterilität haben eine wirklich gute Chance spontan und ohne künstliche Befruchtung schwanger zu werden.  Die Daten der Studien machen deutlich, dass nicht jedes Paar eine Kinderwunschbehandlung benötigt. Denn 27%  bzw. 24% dieser Paare sind nach einem Jahr natürlich schwanger und nach 2, 5 Jahren sind es sogar 41%. Bei einer guten Ausgangslage wie junges Lebensalter, einem nicht zu lang bestehenden Kinderwunsch oder sekundärer Infertilität gibt es guten Grund auf eine spontane Konzeption zu hoffen.

Herzliche Grüße

Silke

R. van Eekelen et al.: Natural conception rates in couples with unexplained or mild male subfertility scheduled for fertility treatment: A secondary analysis of a randomized controlled trial. Human Reproduction, veröffentlicht 12 March 2018.

R. van Eekelen et al:  Natural conception: repeated predictions over time. Human Reproduction, veröffentlicht 23 January 2017.

Kleinschmidt, P. Thorn, T. Wischmann. Kinderwunsch und professionelle Beratung. Das Handbuch des Beratungsnetzwerkes Kinderwunsch Deutschland (BKiD), Stuttgart 2008.

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Über den Autor:

Mein Name ist Silke und Kindeshalb ist mein Kinderwunsch Blog. Wenn du Tipps zum Schwanger werden suchst, bist du hier genau richtig. Bei Fragen melde dich gerne!

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