Schwanger trotz Periode, ist das möglich? Die Antwort auf diese Frage ist auf den ersten Blick verwirrend: Schwanger trotz Blutung ist möglich, schwanger trotz Periode ist ausgeschlossen. In diesem Artikel  erfährst Du, was du beim Thema schwanger trotz Periode und Blutung beachten solltest.

Blutung oder Periode?

Es gibt unterschiedliche Blutungsarten und es muss zwischen Deiner normalen Periode und anderen Blutungen unterschieden werden. Deine Menstruation zeigt an, dass es in diesem Zyklus zu keiner Einnistung gekommen ist. Die Gebärmutterschleimhaut wird abgestoßen, deine Monatsblutung beginnt, Du bist nicht schwanger.

Daneben gibt es Blutungen, die trotz einer vorliegenden Schwangerschaft auftreten können. Leider lassen sich diese Blutungen erstmal kaum von Deiner Periode unterscheiden. Sie sind oft deutlich schwächer, manchmal handelt es sich um braunes und damit altes Blut oder die Blutung ist unregelmäßig. Auch die Dauer der Blutung kann einen Hinweis darauf liefern, ob es sich nur um eine Blutung oder um Deine Periode handelt. Bitte prüfe auch, wo Du gerade in Deinem Zyklus stehst und wann Du zum letzten Mal Deine Periode hattest. Schließlich stellt sich die Frage, ob Du Sex hattest und wie wahrscheinlich eine Schwangerschaft damit ist.

Schwanger trotz Blutung ist möglich!

Blutungen in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten treten gar nicht so selten auf. Durchschnittlich hat eine von fünf Frauen mit Blutungen im 1. Trimenon zu kämpfen. Dabei muss eine Blutung nicht unbedingt auf eine Fehlgeburt hinweisen, sondern kann unterschiedliche Ursachen haben.

Blutungen jeglicher Art sollten durch einen Frauenarzt abgeklärt werden.

Auch wenn die Blutung nur leicht ist, solltest Du Deinen Gynäkologen um eine Untersuchung bitten. Dein Arzt kann beispielsweise eine Ultraschalluntersuchung durchführen und nachsehen, wie es Deinem Baby geht oder er bestimmt das Schwangerschaftshormon hCG, welches sich bei einem gesunden Verlauf der Schwangerschaft alle zwei bis drei Tage verdoppelt.

Blutungsarten in der Frühschwangerschaft

Es gibt Blutungen in unterschiedlicher Stärke und Aussehen. Bei starken Blutungen und Schmerzen solltest du dich schnellstmöglich bei deinem Frauenarzt vorstellen. Es könnte sich um eine Fehlgeburt oder eine Eileiterschwangerschaft handeln. Braune, häufig weniger starke Blutungen deuten auf „altes Blut“ hin.  Schließlich gibt es noch leichte Schmierblutungen. Bitte lass auch Schmierblutungen fachärztlich abklären. Geh auf Nummer sicher und vermeide so, dass größere Komplikationen übersehen werden.

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Ursachen für Blutungen in der Schwangerschaft

Einnistungsblutung (Nidationstblutung)

Die Einnistungsblutung kann auftreten, wenn sich die befruchtete Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut einnistet. Es wird davon ausgegangen, dass die Einnistung kleine Verletzungen der Blutgefäße in der Gebärmutter hervorrufen kann, die zu einer Blutung führen können. Allerdings wird diese Blutung von den meisten Frauen als sehr schwach und nur kurz anhaltend beschrieben. Viele Frauen berichten nur von wenigen Tropfen Blut oder Schlieren. Die These von der Einnistungssblutung ist übrigens wissenschaftlich umstritten, das heisst, es ist nicht klar, ob es sie nun tatsächlich gibt oder nicht. Ähnliches gilt für den Einnistungsschmerz.

Blutungen nach Geschlechtsverkehr

Während der Schwangerschaft sind die Geschlechtsorgane sehr gut durchblutet und das Gewebe ist aufgelockert. Sex kann deshalb leichter zu Blutungen führen. Kleine Verletzungen in der Scheide, im Gebärmutterhals oder am Muttermund passieren schneller und sind nicht besorgniserregend. Trotzdem bedarf es einer Abklärung, um andere Ursachen auszuschließen.

Hämatome in der Gebärmutter

Ein Hämatom ist eine Blutansammlung, die durch verletzte Blutgefäße entstehen kann. Diese Blutergüsse können auch in der Gebärmutter entstehen und sich in Form von Blutungen bemerkbar machen. Dein Frauenarzt kann zur Abklärung eine Ultraschalluntersuchung durchführen.

Hormonelle Schwankungen

Gerade in den ersten Schwangerschaftswochen kommt es zu hormonellen Schwankungen. Manche Frauen haben deshalb um den Zeitpunkt ihrer Periode herum Blutungen trotz vorliegender Schwangerschaft. Auch bei einer künstlichen Befruchtung kann es zu diesen Blutungen kommen. Viele Ärzte verschreiben Medikamente, die das Gelbkörperhormon Progesteron enthalten, um die Hormonlage und damit die Schwangerschaft zu stabilisieren.

Blutung und Fehlgeburt

Blutungen, die mit heftigen Schmerzen oder Krämpfen einhergehen, haben oftmals einen ernsten Hintergrund. In diesem Fall ist leider an eine Fehlgeburt zu denken und es bedarf einer Abklärung im Krankenhaus oder bei deinem behandelnden Gynäkologen.

Blutung trotz Pille

Bei Frauen, die die Pille nehmen und trotzdem schwanger werden, kann es zu Blutungen kommen. Allerdings ist diese Blutung hormonell bedingt und ist eine Abbruchblutung aufgrund der Einnahmepause der Antibabypille und  dem damit verbundenen Hormonentzug. Es handelt sich aber nicht um Deine natürliche Menstruation.

Eileiterschwangerschaft

Eine Eileiterschwangerschaft liegt vor, wenn sich das befruchtete Ei nicht in der Gebärmutter, sondern in der Schleimhaut des Eileiters eingenistet hat. Eine Eileiterschwangerschaft ist eine sehr ernst zunehmende und akute Erkrankung, die oftmals mit Unterleibsschmerzen und Blutungen einhergeht und sogar zum Reißen des Eileiters führen kann. Deshalb ist hier Eile geboten und eine rasche Abklärung unbedingt nötig.

Schwanger trotz Periode? 

Schwanger trotz Periode ist ausgeschlossen. Denn eine Schwangerschaft geht immer mit dem Ausbleiben der Monatsblutung einher. Nun kann ich Deine wachsenden Denkfalten auf deiner Stirn sehen. Denn vermutlich hast Du, wie fast jede von uns hier auf  kindeshalb, schon von Frauen gehört, die angeblich trotz Periode schwanger waren.

An diesen Geschichten ist aber nichts dran. Frauen, die schwanger sind, haben keine Periode. Sie können Blutungen haben, die aber nicht mit der Periode verwechselt werden dürfen. Denn die Periode ist ein sicheres Anzeichen dafür, dass in deinem Zyklus keine Eizelle befruchtet wurde und deshalb die Gebärmutterschleimhaut abgebaut und mit Hilfe der Menstruation aus deinem Körper  ausgespült wird.

Fand eine Befruchtung statt, nistet sich die befruchtete Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut ein. Hormone wie das Gelbkörperhormon Progesteron und das Schwangerschaftshormon hCG verhindern, dass die Gebärmutterschleimhaut abblutet.

Erste Schwangerschaftsanzeichen

Du kannst erkennen, ob Du schwanger bist, indem Du nach weiteren ersten Schwangerschaftsanzeichen wie beispielsweise Übelkeit oder einer dauerhaft erhöhten Basaltemperatur Ausschau hälst. Eine Liste von 30 Schwangerschaftsanzeichen findest Du hier!

Wie kann ich Blutungen von der Periode unterscheiden?

Tatsächlich ist eine Unterscheidung schwer. Denn nach welchen Kriterien sollst Du unterscheiden, wann eine leichte Blutung nicht mehr leicht ist? Und wie hell muss das Blut sein, damit es sich nicht um „altes Blut“ handelt? Deshalb möchte ich Dir bei Blutungen und dem Verdacht auf eine Schwangerschaft wirklich ans Herz legen, deinen Arzt zu konsultieren. Lieber ein Gang zum Arzt zu viel, als die Unsicherheit und Sorgen über viele Tage auszuhalten und die eigene Gesundheit und Deines Babys zu gefährden.

Schwanger trotz Blutung: Schwangerschaftstest ab wann möglich?

Letzte Gewissheit, ob Du schwanger bist und ob Du eine Blutung oder Deine Periode hast, liefert dir ein Schwangerschaftstest.

Einen sicheren Schwangerschaftstest kannst du 14 Tage nach deinem Eisprung machen, denn dann ist das Schwangerschaftshormon hCG in deinem Urin mit  einem Test aus der Drogerie oder Apotheke nachweisbar. Solltest du unsicher sein, wann dein Eisprung stattgefunden hat, kannst du den Schwangerschaftstest zu dem Zeitpunkt machen, an dem deine Periodenblutung normalerweise einsetzen sollte.

Wenn du die Spannung nicht so lange aushalten willst, gibt es Schwangerschaftsfrühtests, die dir noch früher eine Schwangerschaft anzeigen. Lies hierzu meinen Artikel zum Thema Schwangerschaftsfrühtest. Bei Fragen melde dich bei mir.

Herzliche Grüße

Silke

Weiterlesen:

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Literatur:

Diedrich, K. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. 2. Auflage, Springer-Verlag, Heidelberg 2007.

Foto: Pixabay: Ioana_radu, EME