Gibt es den Einnistungsschmerz wirklich? Diesen leichten Schmerz, den manche Frauen während der Zeit der Einnistung spüren? Wenn ja, wann, wo genau und wie lange tritt dieser auf? Und gibt es eine Weg den Einnistungsschmerz vom prämenstruellen Syndrom (PMS) zu unterscheiden?

Einnistungsschmerz: Gibt es ihn überhaupt?

Nach umfassender Literaturrecherche und einer Umfrage in den sozialen Medien lässt sich diese Frage nicht eindeutig beantworten. Viele Frauen sind sich sicher, dass sie die Einnistung gespürt haben, gleichzeitig gibt es mindestens genauso viele Stimmen, die nichts gespürt haben. Interessanterweise sprechen auch Ärzte vom Nidationsschmerz, betonen aber fast immer, dass diese Schmerzen bei der Einnistung nicht wissenschaftlich bewiesen sind. Ich möchte dir im Folgenden alle Ergebnisse zur Verfügung stellen, bitte bilde dir selbst eine Meinung!

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Was ist Einnistung?

Als Einnistung wird der Vorgang beschrieben, bei dem sich der Embryo nach dem Schlüpfen aus der Eizellhülle an die Gebärmutterschleimhaut der Mutter ankoppelt und die embryonalen Zellen in die Gebärmutterschleimhaut eindringen. Diese Einnistung ist nur zwischen dem 5. bis 10. Tag der Gelbkörperphase (Implantationsfenster) möglich.

Der Embryo erreicht um den 5. Entwicklungstag nach der Befruchtung die Gebärmutterhöhle und nimmt über sogenannte Botenstoffe Kontakt zur Gebärmutter auf. Man spricht hier vom sogenannten embryo-maternalen Dialog, da die Gebärmutter ebenfalls durch Botenstoffe antwortet. Eines dieser Botenstoffe ist das Schwangerschaftshormon hCG, welches du bei einem Schwangerschaftstest misst. Die in die Schleimhaut eingedrungenen embryonalen Zellen bilden die Plazenta, die den Embryo während der Schwangerschaft ernährt.

Die Implantation des geschlüpften Embryos ist ein so komplexer Vorgang, dass er bis heute nicht vollständig verstanden wird. Das erklärt auch, warum die Einnistung nicht immer klappt und die Monatsblutung trotzdem einsetzt. Nicht jeder Embryo schafft es sich erfolgreich in die Gebärmutterschleimhaut einzunisten. Und leider hat auch nicht jeder eingenistete Embryo die Potenz sich zu einem Baby zu entwickeln. Manchmal tritt die Periode etwas verzögert ein und zeigt damit an, dass es diesmal nicht geklappt hat. Bei anderen Paaren kommt es zur Fehlgeburt und damit zu der schmerzhaften Erkenntnis, dass das eigene Baby nicht lebensfähig war.  

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Einnistungsschmerz Symptome: Wie fühlt sich das an?

Bei meiner Recherche bin ich auf sehr unterschiedliche Erfahrungsberichte gestoßen. Oft wird der Einnistungsschmerz als sehr leichter Schmerz und eher als ein Ziehen, Ziepen oder Piksen im Unterleib oder im Bereich der Gebärmutter beschrieben. Der Begriff Schmerz ist in diesem Zusammenhang eigentlich übertrieben, denn das Ziehen und Piksen wird als deutlich leichter und kürzer als das Ziehen vor und während der Monatsblutung beschrieben.

Als weitere Symptome werden leichter Schwindel, Übelkeit oder ein größeres Hungergefühl erwähnt. Auch ein starkes Spannungsgefühl in den Brüsten, ein metallischer Geschmack im Mund sowie Kopfschmerzen werden von vielen Frauen beschrieben.

Andere Frauen erzählen, dass sie die Einnistung nicht bemerkt haben und auch nicht an einen Einnistungsschmerz als Symptom der Einnistung glauben. Grund für diese Zweifel ist die Tatsache, dass der Embryo zum Zeitpunkt der Einnistung nur ungefähr so groß wie ein Stecknadelkopf ist. Es fällt schwer sich vorzustellen, dass dieser winzige Embryo ein Schmerzgefühl hervorrufen kann. Andere deuten das Ziehen im Unterbauch nicht als frühes Schwangerschaftszeichen, sondern als frühen Boten der sich ankündigenden Monatsblutung.

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Einnistungsschmerz: Wie lange?

Der Einnistungsschmerz kann, wenn er gespürt wird, nur von ganz kurz bis hin zu wenigen Tagen andauern, da es nur 1 bis 3 Tage dauert, bis der Embryo sich in die Gebärmutterschleimhaut eingenistet hat. Ein sehr leichter Schmerz wäre nachvollziehbar, da es nur zu einer winzigen Verletzung kommt, wenn der winzige Embryo an die Gebärmutterwand andockt. Allerdings ist das Gefühl jeder Frau für den eigenen Körper sehr unterschiedlich und deshalb lassen sich keine Aussagen treffen, die auch für dich komplett zutreffen werden.

Einnistungsblutung

Es finden sich viele Erfahrungsberichte von Frauen, die von einer sehr schwachen und hellen Blutung berichten, die als kleiner Fleck in der Unterwäsche erscheint und oftmals als weiteres Symptom einer Einnistung interpretiert wird. Solltest du starke und anhaltende Schmerzen haben, handelt es sich sehr wahrscheinlich um prämenstruelle Beschwerden  oder um ein anderes gesundheitliches Problem. Bitte suche unbedingt deinen Frauenarzt auf!

Einnistungsschmerz: Wo genau? Rechts oder links?

Viele Frauen beschäftigt die Frage, wo genau der Einnistungsschmerz zu spüren ist. Meine Sichtung der Erfahrungsberichte hat ergeben, dass es hierzu sehr viele unterschiedliche Erfahrungen gibt. Die meisten Berichte erzählen von einem Ziehen und Ziepen im Unterleib neben dem Bauchnabel oder in der Leiste entweder auf der rechten oder linken Unterbauchseite.

Wann tritt der Einnistungsschmerz auf?

Es ist wichtig, dass du weißt, dass nicht alle Frauen einen Einnistungsschmerz spüren. Wenn du also nichts spürst, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass gerade keine Einnistung in deinem Körper passiert. Solltest du ein Ziehen spüren, dann kann es sich dann um einen Einnistungsschmerz handeln, wenn der Schmerz zwischen dem 4. und 7. Tag nach dem Eisprung auftritt.

Tritt der Schmerz früher auf, handelt es sich vermutlich eher um Eisprungschmerzen, die auch als sogenannter Mittelschmerz bekannt sind.

Einnistungsschmerzen wie Regelschmerzen?

Die möglichen Beschwerden des Nidationsschmerzes lassen sich kaum von prämenstruellen Syndrom (PMS) unterscheiden. Schmerzen kurz vor der Periode deuten eher auf Regelschmerzen hin und sind oftmals deutlich stärker als der Einnistungsschmerz. Auch sind Regelschmerzen oft über den ganzen Bauchraum verteilt und weniger punktuell auf einer Seite des Unterbauches zu finden. Leider wirst du erst im Nachgang sicher sagen können, was deine Symptome bedeutet haben. Starke und lang anhaltende Schmerzen sollten unbedingt von deinem Frauenarzt abgeklärt werden.

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Wann findet die Einnistung statt?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir kurz die Zusammenhänge rund um den Eisprung, die Empfängnis und die Einnistung rekapitulieren.  Als Einnistung oder auch Nidation (aus dem Lateinschen „nidus“ = Nest) wird das Andocken und Einwachsen des geschlüpften Embryos in die Gebärmutterschleimhaut bezeichnet. Diese Nidation findet 5 bis 6 Tage nach der Befruchtung der Eizelle statt.

Vor der Nidation sind folgende Schritte notwendig:

  • Zunächst musst du einen Eisprung und ungeschützten Sex während deiner fruchtbaren Tage (5 Tage vor bis 24 Stunden nach dem Eisprung) haben.
  • Die befruchtete Eizelle braucht mehrere Tage, um vom Eileiter in Richtung Gebärmutter zu wandern.
  • Während ihrer Reise teilt sie sich. Sie heißt nun Blastozyste.
  • In der Gebärmutter angekommen sucht sich die Blastozyste die Stelle aus, an der sie sich einnisten wird.
  • Die Einnistung selbst findet etwa 5 bis 6 Tage nach dem Eisprung statt.

Die zeitliche Abfolge vom Eisprung bis zur Einnistung sieht so aus:

  • Befruchtung der Eizelle durch die Samenzelle nach dem Eisprung
  • Reise der Blastozyste in die Gebärmutter
  • Implantation in die Gebärmutterschleimhaut
  • Bildung des Schwangerschaftshormons hCG, welches von einem Schwangerschaftstest erfasst werden kann.

Einen Schwangerschaftstest kannst du  zu Hause mit Hilfe eines Schwangerschaftsfrühtests aus einem Online Shop oder aus der Drogerie durchführen.

Kann man die Einnistung fördern?

Im Internet kursieren viele Tipps, wie man die Einnistung fördern kann. Du wirst schnell merken, dass sich einige Tipps sinnvoll anhören, andere hingegen widersprüchlich wirken.

  • Keinen Alkohol
  • Kein Nikotin
  • Ruhig ein Glas Rotwein am Abend
  • Keinen Kaffee trinken
  • Ein bis zwei Tassen Kaffee trinken
  • Nicht Fahrrad fahren
  • Keinen Sport
  • Sport in Maßen
  • Keine heißen Wannenbäder
  • Keine Sauna
  • Kein Geschlechtsverkehr
  • Geschlechtsverkehr kann die Einnistung fördern
  • Nicht ins Schwitzen kommen (wobei ist offenbar unwichtig!)
  • Nicht arbeiten
  • Arbeiten gehen, um nicht ständig in sich hinein zu hören oder sich zu Tode zu langweilen
  • Nicht an die mögliche Schwangerschaft denken
  • Keine schweren Lasten tragen
  • Mindestens 2 Liter am Tag trinken
  • Keine Treppen steigen
  • Beim Toilettengang nicht pressen
  • Kein Handy in Beckennähe
  • Keine Chips, Pommes, Cornflakes etc.( Acrylamid)

Mein wichtigster Tipp zur Förderung der Einnistung: Versuche, alles etwas ruhiger und gelassener anzugehen. Versuche Stress und große Hektik in deinem Alltag zu reduzieren. Gönne dir Entspannungszeiten und suche nach Freizeitaktivitäten, die dir seelisch und körperlich gut tun. Versorge deinen Körper mit allem, was er für eine Schwangerschaft benötigt. Ich denke hierbei an Folsäure. Ein Mangel an Folsäure kann zu sogenannten Neuralrohr-Defekten beim Baby führen.

Ich wünsche dir von Herzen viel Glück und hoffe, dass du bald schwanger wirst!

Herzliche Grüße

Silke

Literatur:

H.-E. Stegner: Pathologie der weiblichen Genitalorgane II: Pathologie der Ovarien und Eileiter, Springer, Heidelberg 2013.

Keith L. Moore, T. Vidhya N. Persaud: Embryologie: Entwicklungsstadien, Frühentwicklung, Organogenese, Klinik. 5. Auflage. Urban & Fischer, München 2007, S. 123.

T. Sadler: Medizinische Embryologie. 10. Auflage. Thieme, Stuttgart 2003, S. 25–44.

F. Kainer: Das große Buch zur Schwangerschaft: Umfassender Rat für jede Woche. Gräfe und Unzer, 2009.

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