Immer wieder erreicht mich auf kindeshalb die Frage, ob der Mittelschmerz Symptome bereiten kann. Vielleicht fragst du dich auch gerade, was der Mittelschmerz eigentlich ist, wodurch er entsteht und wie lange er andauert.

Was ist der Mittelschmerz?

Der Mittelschmerz wird von Frauen als ein Schmerz im Unterbauch, in der Beckengegend oder im unteren Rücken beschrieben, welcher zur Zyklusmitte auftritt. Etwa 30 bis 40% aller Frauen kennen den Mittelschmerz aus dem eigenen Erleben und viele davon berichten, dass die Symptome unregelmäßig auftreten.

Mittelschmerz Symptome

Der Mittelschmerz wird auf sehr unterschiedliche Weise erlebt. Für diesen Artikel habe ich mich nach Erfahrungen auf Facebook und Instagram umgehört und in Fachliteratur recherchiert.

Frauen berichten von:

  • einem Stechen und Ziehen im Unterbauch
  • einem Druckgefühl im Becken- oder Dammbereich
  • leichte Unterleibsschmerzen, die nur wenige Stunden anhalten
  • Schmerzen im Unterleib oder im unteren Rücken
  • einem Schweregefühl im Beckenbereich
  • Schmerzen in der rechten oder in der linken Bauchhälfte
  • einem leichten und diffusen ziehenden Gefühl im Unterleib
  • ausstrahlenden Schmerzen in den Beinen oder im Rücken
  • starken, krampfartigen Schmerzen im Unterbauch
  • beidseitige oder einseitige Beschwerden
  • Rückenschmerzen und Pickel

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Wann tritt der Mittelschmerz auf?

Die Symptome des Mittelschmerzes treten vor, während oder nach dem Eisprung auf. Andere Namen für den Mittelschmerz sind Ovulationsschmerz oder Intermenstrualschmerz. Der Eisprung einer Frau geschieht etwa in der Mitte jedes Menstruationszyklus ungefähr 2 Wochen vor der nächsten Menstruationsblutung.

Tipp: Fruchtbare Tage und Eisprung berechnen

Wie lange dauert der Mittelschmerz an?

Die Dauer wird mit wenigen Sekunden bis zu 48 Stunden beschrieben und kann von Zyklus zu Zyklus variieren. Es gibt Frauen, die von tagelangem Mittelschmerz berichten.

Ursachen

Es gibt unterschiedliche Erklärungsansätze für die Ursachen des Mittelschmerzes. Als naheliegendste Ursache wird das Platzen des Eibläschens zum Zeitpunkt des Eisprungs angeführt. Der reife Follikel platzt auf und löst dabei ein Gefühl von Schmerz oder ein Stechen und Ziehen aus. Diese Erklärung würde auch plausibel machen, warum Frauen den Mittelschmerz oftmals nur auf einer Unterbauchseite spüren.

Eine weitere Erklärung wird in den deutlich vergrößerten Follikeln kurz vor dem Eisprung gesehen. Denn in der Zeit vor dem Eisprung reifen mehrere Follikel gleichzeitig im Eierstock heran. Die Eibläschen legen dabei an Umfang zu und können zu Schmerzen und einem Spannungsgefühl am Eierstock führen. Auch eine beginnende Baufellreizung durch die aus dem geplatzten Follikel ausgetretene Gewebeflüssigkeit wird diskutiert. Diese Bauchfellreizung kann einen krampfartigen Schmerz im Unterbauch auslösen. Schließlich ist auch ein Zusammenwirken mehrerer Ursachen möglich. Auf diese Art würde sich das unterschiedliche Erleben und die unterschiedlich lange Zeitdauer des Ovulationsschmerzes erklären lassen.

Was tun gegen Mittelschmerz?

 Eisprungschmerzen sind normalerweise gesundheitlich unbedenklich. Bei starken und langanhaltenden Beschwerden ist allerdings dringend ein Arztbesuch zu empfehlen.

Möglichkeiten um den Mittelschmerz zu lindern:

  • Zufuhr von Wärme, beispielsweise durch eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen
  • Heißes Bad mit oder ohne krampflösende Zusätze wie z.B. ätherische Öle
  • Massage oder sportliche Betätigung, um Verspannungen zu lösen
  • Schmerzlindernde Kräuter wie Lavendel, Schafgarbe, Rosenblüten und Frauenmantel als Tee zubereitet oder als Badezusatz verwendet
  • Homöopathische Mittel wie Beladonna und Arnika sowie Schüsseler Salze. Hierbei hat sich vor allem das Salz Nr. 7 (Magnesium phosphoricum) bewährt.
  • Einnahme von Schmerztabletten
  • Verminderung von Stress durch Yoga oder Autogenes Training
  • Gut verträgliche und nicht blähende Nahrungsmittel

Mittelschmerz & GV

Der Mittelschmerz kann nicht als sicheres Zeichen für die Bestimmung des Eisprung und damit für ein gutes Timing des Geschlechtsverkehrs genutzt werden. Die Mehrheit aller Frauen spürt keinen Mittelschmerz. Zwar tritt der Mittelschmerz ungefähr in der Mitte des Zyklus auf, allerdings nicht zuverlässig und mit einer großen zeitlichen Schwankung vor, während oder nach dem Eisprung. Eine ergänzende Bestimmung der Basaltemperatur und des Zervixschleims ist notwendig, um zuverlässige Rückschlüsse auf die fruchtbaren Tage ziehen zu können.

Zur Bestimmung deines Eisprunges kannst du Ovulationstests verwenden. Eine Hilfestellung zur richtigen Anwendung von Ovulationstests findest du hier.

Fazit: Wenn der Eisprung Symptome bereitet

Der Eisprung der Frau kann Schmerzen und Beschwerden bereiten. Allerdings ist nicht jede Frau betroffen. Keinen Mittelschmerz zu spüren bedeutet nicht, keinen Eisprung zu  haben. Der Ovulationsschmerz ist normalerweise ein harmloses Symptom, welches zum Zyklus vieler Frauen dazugehört. Er eignet sich nicht, um damit den Zeitpunkt des Eisprungs zu berechnen. Bei starken und anhaltenden Beschwerden sollte auf jeden Fall ein Arzt zur weiteren Abklärung aufgesucht werden.

Kennst Du den Mittelschmerz aus eigener Erfahrung?

Herzliche Grüße

Silke

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Literatur:

Raith-Paula, E. et al.: Natürliche Familienplanung heute. Modernes Zykluswissen für Beratung und Anwendung. 5. Auflage. Heidelberg 2013.

Malteser Arbeitsgruppe NFP (Hrsg.): Natürlich und sicher. Das Praxisbuch. 18. Auflage. Stuttgart 2011.

Gnoth, C. et al.: Kinderwunsch. Natürliche Wege zum Wunschkind. 3. Auflage. München 2012.

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