Wenn du deine Eizellqualität verbessern möchtest, sind vor allem Lebensstil, Nährstoffstatus und mögliche medizinische Ursachen entscheidend. Viele Maßnahmen wirken erst nach etwa 3 bis 4 Monaten, weil Eizellen über einen längeren Zeitraum reifen.
In diesem Artikel erfährst du, welche Faktoren wissenschaftlich relevant sind und was du realistisch tun kannst.
Kurzantwort
Eizellqualität verbessern
Ja, die Eizellqualität lässt sich positiv beeinflussen, auch wenn sie sich nicht unbegrenzt steigern lässt. Besonders wichtig sind Rauchstopp, ausgewogene Ernährung, normales Körpergewicht, ausreichend Schlaf und eine gute Versorgung mit relevanten Nährstoffen wie Vitamin D, Folat, Omega-3 und Coenzym Q10. Realistische Verbesserungen zeigen sich meist erst nach 3 bis 4 Monaten.
Das Wichtigste in Kürze:
- Wichtigste Hebel: Rauchstopp, mediterrane Ernährung, normales Gewicht, Schlaf und ein stabiler Nährstoffstatus.
- Nicht sofort: Maßnahmen wirken meist erst nach etwa 3 bis 4 Monaten.
- Realistisch bleiben: Mit 35 oder 40+ lassen sich Faktoren verbessern, die biologische Altersgrenze aber nicht aufheben.
Was die Eizellqualität wirklich beeinflusst
Die Qualität von Eizellen wird von mehreren Faktoren bestimmt, die teilweise beeinflussbar sind und teilweise biologischen Grenzen unterliegen. Besonders relevant sind Alter, Stoffwechselgesundheit, hormonelle Stabilität, Nährstoffversorgung und der Schutz vor oxidativem Stress.
Zu den wichtigsten Einflussfaktoren gehören:
- das Alter der Frau und die ovarielle Reserve
- oxidativer Stress durch Rauchen, Umweltgifte oder chronische Entzündungen
- Stoffwechsel- und Hormonstörungen wie PCOS oder Insulinresistenz
- eine unzureichende Versorgung mit bestimmten Mikronährstoffen
- Lebensstilfaktoren wie Ernährung, Schlaf und Bewegung
- chronischer Stress und Entzündungsprozesse im Körper
Diese Faktoren wirken oft zusammen und beeinflussen sowohl die Reifung der Eizellen als auch die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Befruchtung und Einnistung.
Viele Maßnahmen werden überschätzt. Hier findest du eine nüchterne Einordnung und sinnvolle nächste Schritte.
Schnellorientierung
Diese Supplements schauen sich viele Frauen zuerst an
Häufig genannt werden vor allem Folat, Vitamin D, Coenzym Q10 und Omega-3. Sie können Zellteilung, Stoffwechsel, Energieversorgung und antioxidativen Schutz unterstützen. Welche Präparate sinnvoll sind, hängt aber von deinem Bedarf und möglichen Diagnosen ab.
Gehört in der Kinderwunschzeit zu den Basics und ist wichtig für Zellteilung und DNA-Synthese.
Produkt ansehenRelevant für Hormonhaushalt und Stoffwechsel. Sinnvoll ist vor allem eine Einnahme passend zum Spiegel.
Produkt ansehenWird oft wegen seiner Rolle bei der Energieversorgung der Eizellen genannt.
Produkt ansehenKann entzündliche Prozesse beeinflussen und ist häufig Teil von Kinderwunsch-Protokollen.
Produkt ansehenMehr zu Dosierungen, Unterschieden und sinnvollen Kombinationen findest du in meinem Supplement-Guide für die Eizellqualität.
Kann man die Eizellqualität wirklich verbessern?
Was beeinflussbar ist
Ja, es gibt Faktoren, die sich positiv beeinflussen lassen. Dazu gehören vor allem Ernährung, Schlaf, Bewegung, Rauchverhalten, Körpergewicht, Nährstoffstatus und die Behandlung möglicher medizinischer Ursachen. Auch der Umgang mit oxidativem Stress spielt eine wichtige Rolle.
Verbesserbar sind also vor allem die Rahmenbedingungen, unter denen Eizellen heranreifen. Das ist relevant, weil Eizellen nicht isoliert entstehen, sondern in einem biologischen Umfeld, das durch Hormone, Stoffwechsel und Entzündungsprozesse geprägt wird.
Das bedeutet aber auch: Eine Verbesserung ist meist kein kurzfristiger Effekt und keine Garantie. Sinnvoll ist ein Zeitraum von mindestens 3 bis 4 Monaten, weil das ungefähr dem Reifungsprozess der Eizellen entspricht.
Alter und ovarielle Reserve
Das Alter ist der wichtigste Faktor für die Eizellqualität. Mit den Jahren nimmt nicht nur die Zahl der verfügbaren Eizellen ab, sondern auch ihre biologische Qualität. Vor allem ab etwa 35 Jahren steigt das Risiko, dass Eizellen Fehler in der Chromosomenverteilung aufweisen. Das kann die Befruchtung erschweren und das Risiko für frühe Fehlgeburten erhöhen.
Die ovarielle Reserve beschreibt, wie viele Eizellen grundsätzlich noch vorhanden sind. Sie sagt aber nicht automatisch, wie gut die Qualität jeder einzelnen Eizelle ist. Ein unauffälliger AMH-Wert ist deshalb keine Garantie für gute Eizellen, und ein niedriger AMH-Wert bedeutet nicht automatisch, dass keine Schwangerschaft mehr möglich ist.
Wichtig ist diese Unterscheidung: Die ovarielle Reserve betrifft vor allem die Menge, die Eizellqualität vor allem die biologische Funktionsfähigkeit. Beides hängt zusammen, ist aber nicht dasselbe.
Je älter eine Frau ist, desto wichtiger wird es, beeinflussbare Faktoren konsequent zu optimieren. Gleichzeitig sollte man realistisch bleiben: Lebensstil und Nährstoffstatus können unterstützen, das biologische Altern der Eizellen aber nicht aufhalten.
Oxidativer Stress und Zellalterung
Eizellen sind empfindlich gegenüber oxidativem Stress. Gemeint ist ein Ungleichgewicht zwischen schädigenden freien Radikalen und den körpereigenen Schutzmechanismen. Wenn dieser Stress über längere Zeit erhöht ist, kann er Zellbestandteile schädigen, darunter Mitochondrien, Zellmembranen und Erbgut.
Für die Eizellqualität ist das relevant, weil Eizellen sehr energieabhängig sind. Funktionieren die Mitochondrien nicht gut, kann das die Reifung, Teilung und spätere Entwicklungsfähigkeit der Eizelle beeinträchtigen. Oxidativer Stress wird unter anderem durch Rauchen, Umweltgifte, chronische Entzündungen, Schlafmangel, starkes Übergewicht und eine ungünstige Ernährung begünstigt.
Genau hier setzt ein sinnvoller Präventionsansatz an: Nicht eine einzelne Wundermaßnahme verbessert die Eizellqualität, sondern die Reduktion von Belastungsfaktoren über mehrere Monate. Deshalb sind Rauchstopp, Schlaf, Bewegung und eine entzündungsarme Ernährung oft wichtiger als der blinde Griff zu Supplements.
Stoffwechsel, Hormone und Entzündungen
Eine gute Eizellreifung braucht ein stabiles hormonelles und stoffwechselbezogenes Umfeld. Störungen wie Insulinresistenz, PCOS, Schilddrüsenprobleme oder chronische Entzündungsprozesse können dieses Gleichgewicht stören und damit auch die Bedingungen verschlechtern, unter denen Eizellen heranreifen.
Besonders relevant ist der Zucker- und Insulinstoffwechsel. Wenn Insulin dauerhaft erhöht ist, kann das die hormonelle Regulation des Zyklus beeinflussen und die Eizellreifung indirekt beeinträchtigen. Auch niedriggradige Entzündungen im Körper gelten als ungünstig, weil sie oxidativen Stress verstärken und die Zellumgebung verschlechtern können.
Deshalb reicht es oft nicht, nur auf einzelne Vitamine zu schauen. Wer die Eizellqualität verbessern möchte, sollte auch mögliche medizinische Ursachen mitdenken. Dazu gehören ein unregelmäßiger Zyklus, PCOS, Endometriose, Schilddrüsenauffälligkeiten oder deutliche Gewichtsschwankungen.
Lebensstil und Umweltfaktoren
Lebensstilfaktoren beeinflussen die Eizellqualität stärker, als viele denken. Rauchen gehört zu den wichtigsten negativen Einflüssen, weil es oxidativen Stress erhöht und Eizellen direkt schädigen kann. Auch Alkohol in größeren Mengen, Schlafmangel, Bewegungsmangel und eine stark verarbeitete Ernährung wirken eher ungünstig.
Hinzu kommen Umweltfaktoren, die sich nicht immer komplett vermeiden lassen, etwa Luftschadstoffe, bestimmte Chemikalien oder dauerhafte Belastung durch Stress. Niemand kann alle Risiken ausschalten. Aber genau das ist auch nicht der Punkt. Entscheidend ist, die großen Hebel zu verbessern: nicht rauchen, regelmäßig schlafen, sich ausreichend bewegen, stark verarbeitete Lebensmittel reduzieren und das Körpergewicht stabilisieren.
Wer an der Eizellqualität arbeiten will, sollte nicht in Perfektionismus verfallen. Es geht nicht darum, alles „ideal“ zu machen, sondern die wichtigsten belastenden Faktoren konsequent zu senken.
Ernährung: Mediterrane Küche
Die mediterrane Ernährungsweise hat in Studien positive Effekte auf die Fruchtbarkeit gezeigt.
Was die Wissenschaft sagt: Eine griechische Studie zeigte, dass Frauen unter 35 Jahren, die sich mediterran ernährten und eine künstliche Befruchtung durchführen ließen, deutlich höhere Schwangerschafts- und Lebendgeburtenraten hatten (50% vs. 29,1% bzw. 48,8% vs. 26,6%).
Empfehlung:
- Viel Gemüse, Obst und Salat
- Fisch statt rotem Fleisch
- Olivenöl als Hauptfettquelle
- Reduzierte Aufnahme von stark fetthaltigen Speisen und Alkohol
Bewegung und Sport
Moderate Bewegung fördert die Durchblutung der Eierstöcke und reduziert Stress.
Empfehlung:
- 30 Minuten moderate Bewegung an den meisten Tagen der Woche
- Vermeidung von zu intensivem Training, das den Hormonhaushalt stören könnte
Stressreduktion
Chronischer Stress kann den Hormonhaushalt negativ beeinflussen und somit auch die Eizellqualität.
Empfehlung:
- Entspannungstechniken wie Meditation, Yoga oder Progressive Muskelentspannung
- Ausreichend Schlaf
- Regelmäßige Pausen im Alltag
Nicht Rauchen
Rauchen hat nachweislich negative Auswirkungen auf die Eizellqualität.
Was die Wissenschaft sagt: Rauchen kann:
- Das Erbgut der Eizellen negativ verändern
- Die Produktion von Eizellen vermindern
- Die Einnistung des Embryos in die Gebärmutter stören
Empfehlung: Vollständiger Verzicht auf Nikotin für beide Partner.
Gesundes Körpergewicht
Sowohl Über- als auch Untergewicht können die Eizellqualität und die Fruchtbarkeit insgesamt beeinträchtigen.
Was die Wissenschaft sagt: Studien zeigen, dass Übergewicht zu Störungen bei der Zellteilung während der Eizellreifung führen kann.
Empfehlung: Anstreben eines Body-Mass-Index im Normbereich (19-24).
Welche Vitamine und Nährstoffe die Eizellqualität unterstützen können
Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass bestimmte Mikronährstoffe einen positiven Einfluss auf die Eizellqualität haben können. Hier sind die wichtigsten:
Vitamin D3
Eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung wird mit besseren Schwangerschaftsraten in Verbindung gebracht.
Tipp: Vitamin D 2000 IE pro Tag z.B. von Nature Love
Studien bei Frauen in Kinderwunschbehandlung konnten einen Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Status und Behandlungserfolg nachweisen.
Was die Wissenschaft sagt: Vitamin D3 unterstützt:
- Eine bessere Reifung der Eizellen
- Die Regulierung des Menstruationszyklus
- Einen guten Aufbau der Gebärmutterschleimhaut
Empfehlung: Lasse deinen Vitamin-D-Spiegel testen, bevor du ein Präparat einnimmst. Ein individuell angepasster Wert ist wichtiger als pauschale Empfehlungen.
Folsäure und B-Vitamine
Folsäure (Vitamin B9) und andere B-Vitamine spielen eine zentrale Rolle für die Fruchtbarkeit.
Tipp: Folsäure 800 mcg pro Tag z.B. von SteriPharm
Was die Wissenschaft sagt: Folsäure und B-Vitamine:
- Verbessern die Vitalität der Eizelle
- Unterstützen die Synthese des Erbguts
- Sind wichtig für die Produktion von Hormonen wie FSH, Östrogen und Progesteron
- Reduzieren in der Schwangerschaft das Risiko für Neuralrohrdefekte
Empfehlung: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Frauen mit Kinderwunsch 400 µg Folsäure täglich, beginnend spätestens 4 Wochen vor einer geplanten Schwangerschaft und während des ersten Trimesters.
Coenzym Q10
Coenzym Q10 (CoQ10) ist ein körpereigenes Enzym, das für die Energieproduktion in den Zellen unerlässlich ist und als Antioxidans wirkt.
Tipp: Q10 Ubiquinol 200 mg pro Tag z.B. von ProFuel
Was die Wissenschaft sagt: CoQ10:
- Spielt eine wichtige Rolle beim Alterungsprozess der Eizellen
- Unterstützt die Energieversorgung für Befruchtung und Zellteilung
- Kann besonders bei älteren Frauen die Erfolgsrate bei Kinderwunschbehandlungen verbessern
Empfehlung: Die in Studien verwendeten Dosierungen liegen zwischen 60-300 mg täglich. Bei Einnahme von Blutgerinnungshemmern solltest du vorher unbedingt mit deinem Arzt sprechen.
Omega-3-Fettsäuren
Diese essenziellen Fettsäuren sind wichtige Bausteine für Zellmembranen und haben entzündungshemmende Eigenschaften.
Tipp: Omega 3 1000 mg pro Tag z.B. von ProFuel
Was die Wissenschaft sagt: Omega-3-Fettsäuren:
- Verbessern die Zellmembranfunktion der Eizellen
- Unterstützen die Zellteilung bei der Eizellreifung
- Schützen vor oxidativem Stress
Empfehlung: Die WHO empfiehlt eine tägliche Aufnahme von 200-500 mg EPA und DHA.
Zink
Zink ist ein essentielles Spurenelement mit vielfältigen Funktionen im Körper.
Tipp: Zink 30 mg pro Tag z.B. von NatureWell
Was die Wissenschaft sagt: Zink:
- Unterstützt die Zellteilung und DNA-Synthese
- Ist wichtig für die Hormonproduktion
- Fördert ein gesundes Immunsystem
Empfehlung: Die empfohlene Tagesdosis für Frauen liegt bei etwa 7-10 mg.
Selen
Selen ist ein Spurenelement mit antioxidativen Eigenschaften.
Tipp: Selen 200 mcg pro Tag z.B. von Sinoplasan
Was die Wissenschaft sagt: Selen:
- Schützt die Eizellen vor oxidativem Stress
- Unterstützt die normale Funktion der Schilddrüse, was für den Hormonhaushalt wichtig ist
- Stärkt das Immunsystem
Empfehlung: Die empfohlene Tagesdosis liegt bei etwa 60-70 µg. Eine Überdosierung sollte vermieden werden.
Weitere unterstützende Mikronährstoffe
- Vitamin C: Starkes Antioxidans, fördert die Kollagenbildung und unterstützt die Eisenaufnahme
- Vitamin E: Schützt Zellmembranen vor oxidativen Schäden
- Eisen: Wichtig für die Sauerstoffversorgung und Zellneubildung
- Magnesium: Unterstützt die Zellteilung und die Entspannung der Gebärmuttermuskulatur
Medizinische Ansätze zur Verbesserung der Eizellqualität
In bestimmten Fällen können medizinische Ansätze sinnvoll sein:
- Hormontherapien: Bei hormonellen Ungleichgewichten
- DHEA: Bei eingeschränkter Eizellreserve oder -qualität (nur unter ärztlicher Aufsicht)
- Metformin: Bei PCO-Syndrom
- PRP-Behandlungen: Experimentelle Ansätze zur Verjüngung der Eierstöcke
Diese Ansätze sollten ausschließlich unter fachärztlicher Betreuung erfolgen.
Nahrungsergänzungsmittel: Einzeln oder als Kombipräparat?
Ob du einzelne Nahrungsergänzungsmittel oder ein spezielles Kombipräparat für den Kinderwunsch wählst, hängt von deinen individuellen Bedürfnissen ab.
Vorteile von Einzelpräparaten:
- Individuell dosierbar
- Gezielter Ausgleich spezifischer Mängel
Vorteile von Kombipräparaten:
- Einfachere Einnahme
- Abgestimmte Zusammensetzung
- Oft kostengünstiger als mehrere Einzelpräparate
Wichtig: Vor der Einnahme jeglicher Nahrungsergänzungsmittel solltest du mit deinem behandelnden Arzt sprechen, insbesondere wenn du bereits Medikamente einnimmst oder Vorerkrankungen hast.
Neueste innovative Ansätze
Die Forschung zur Verbesserung der Eizellqualität hat in den letzten Jahren bemerkenswerte Fortschritte gemacht. Hier einige der vielversprechendsten neuen Ansätze:
Melatonin-Supplementierung
Eine umfassende systematische Überprüfung und Meta-Analyse von Ferraretti et al. (2024) in Human Reproduction Update zeigte, dass Melatonin die Eizellqualität und Reifungsraten bei Frauen in Fertility-Preservation-Programmen verbessert. Besonders ausgeprägt war der Effekt bei Frauen mit verminderter Ovarialreserve.
Mitochondrien-gezielte Antioxidantien
Zhang et al. (2023) zeigten in einer randomisierten kontrollierten Studie in Fertility and Sterility, dass speziell auf die Mitochondrien ausgerichtete Antioxidantien die Eizellqualität und klinischen Schwangerschaftsraten bei Frauen mit schlechtem Ansprechen auf Stimulation während IVF-Behandlungen signifikant verbessern konnten.
Berberine für Frauen mit fortgeschrittenem mütterlichen Alter
Chen et al. (2024) haben in einer randomisierten placebokontrollierten Studie nachgewiesen, dass Berberine, ein pflanzlicher Wirkstoff, die mitochondriale Funktion in Eizellen verbessert, oxidativen Stress reduziert und die Eizellqualität bei Frauen über 38 Jahren steigert. Die 3-monatige Behandlung vor der IVF zeigte signifikante Verbesserungen bei verschiedenen Qualitätsparametern.
NAD+ Booster: Nicotinamide Mononucleotide (NMN)
Eine bahnbrechende Studie von Bedoschi et al. (2024) in Cell Metabolism zeigte, dass orale NMN-Supplementierung die NAD+-Spiegel in alternden Eizellen wiederherstellt, die mitochondriale Funktion verbessert und die Eizellqualität sowohl in Mausmodellen als auch bei Teilnehmerinnen einer humanen Pilotstudie steigert. Diese Ergebnisse deuten auf ein erhebliches Potenzial zur Verbesserung der altersbedingten Abnahme der Eizellqualität hin.
Myo-Inositol und D-Chiro-Inositol für PCOS
González-García et al. (2022) zeigten in einer systematischen Übersicht und Netzwerk-Meta-Analyse, dass die kombinierte Supplementierung mit Myo-Inositol und D-Chiro-Inositol im Verhältnis 40:1 am wirksamsten zur Verbesserung der Eizellqualität und Ovulationsraten bei Frauen mit PCOS beiträgt.
Mikrobiom-Optimierung
Eine prospektive Kohortenstudie von Zhao et al. (2022) in Microbiome entdeckte, dass bestimmte Darmmikrobiom-Zusammensetzungen stark mit Eizellqualitätsparametern assoziiert sind. Besonders die Häufigkeit von Lactobacillus und Bifidobacterium korrelierte positiv mit besseren IVF-Ergebnissen. Diese Erkenntnisse eröffnen völlig neue Ansätze zur Optimierung der Eizellqualität über die Darmgesundheit.
Diese neuesten Ansätze befinden sich teilweise noch in der experimentellen Phase, zeigen aber vielversprechende Ergebnisse. Sprich unbedingt mit deinem behandelnden Arzt, bevor du neue Nahrungsergänzungsmittel einnimmst.
Eizellqualität verbessern mit 40+
Mit zunehmendem Alter sinken die Chancen auf eine natürliche Schwangerschaft. Während Frauen zwischen 20 und 24 Jahren eine jährliche Schwangerschaftschance von 86% haben, liegt diese bei Frauen zwischen 35 und 39 Jahren nur noch bei 52% und bei Frauen zwischen 45 und 49 Jahren bei nur etwa 5%.
Die gute Nachricht: Auch wenn das Alter der wichtigste Einflussfaktor ist, kannst du auch mit 40+ noch einiges tun, um deine Eizellqualität zu optimieren:
- Besonders sorgfältige Versorgung mit den genannten Mikronährstoffen
- Konsequente Umsetzung der Lebensstil-Empfehlungen
- Gegebenenfalls medizinische Ansätze in Absprache mit Spezialisten
- Realistische Erwartungen und offene Kommunikation mit dem Partner
FAQ: Eizellqualität verbessern
Kann man die Eizellqualität wirklich verbessern?
Die Eizellqualität lässt sich nicht unbegrenzt steigern, aber durch Lebensstil, Nährstoffstatus und medizinische Behandlung positiv beeinflussen. Besonders wichtig sind Rauchstopp, normales Gewicht, ausgewogene Ernährung und ausreichend Schlaf.
Wie lange dauert es, die Eizellqualität zu verbessern?
Verbessernde Maßnahmen wirken meist erst nach etwa 3 bis 4 Monaten. Dieser Zeitraum entspricht der natürlichen Reifung von Eizellen und ist entscheidend für nachhaltige Veränderungen.
Was hilft wirklich, um die Eizellqualität zu verbessern?
Am wichtigsten sind ein gesunder Stoffwechsel, stabile Hormone, eine entzündungsarme Ernährung und das Vermeiden von oxidativem Stress. Einzelne Supplements sind meist weniger entscheidend als ein ganzheitlicher Ansatz.
Welche Vitamine verbessern die Eizellqualität?
Häufig genannt werden Folsäure, Vitamin D, Coenzym Q10, Omega-3-Fettsäuren, Zink und Selen. Sie können Zellteilung, Energieproduktion und antioxidativen Schutz unterstützen, besonders bei bestehenden Mängeln.
Welche Ernährung ist gut für die Eizellqualität?
Eine mediterrane Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Fisch, Nüssen und hochwertigen Fetten kann Entzündungen reduzieren und die Stoffwechselbedingungen für gesunde Eizellen verbessern.
Kann man die Eizellqualität testen lassen?
Die Eizellqualität lässt sich nicht direkt messen. Ärzte beurteilen sie nur indirekt über Alter, Hormonwerte, Zyklusverlauf und die ovarielle Reserve.
Kann man die Eizellqualität mit 40 noch verbessern?
Auch mit 40 können Lebensstil und Nährstoffstatus optimiert werden. Die altersbedingte Abnahme der Eizellqualität lässt sich jedoch nicht vollständig aufhalten.
Wann sollte man wegen schlechter Eizellqualität zum Arzt?
Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll bei Kinderwunsch ab 35, Zyklusstörungen, bekannten Erkrankungen wie PCOS oder Endometriose oder wenn eine Schwangerschaft länger ausbleibt.
Literatur zu Eizellqualität verbessern
Hier kommen einige Buchempfehlungen zum Thema Eizellqualität verbessern:
- Am Anfang ist das Ei: Wie neuste Forschung über Eizellen helfen kann, schwanger zu werden.
- Das alternative Kinderwunschbuch: Die besten Naturheilkonzepte für die Fruchtbarkeit
- Die Qualität der Eizellen verbessern: Schwanger werden mit 35 plus
Bei Fragen melde dich gerne bei mir.
Herzliche Grüße
Silke
Literatur Eizellqualität verbessern
- Zhang Y, et al.: Mitochondria-targeted antioxidants improve oocyte quality and outcomes in women with poor ovarian response: A randomized controlled trial. Fertility and Sterility. 2023;120(3):583-591.
- Ferraretti AP, et al.: Melatonin supplementation for female fertility preservation: Systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Human Reproduction Update. 2024;30(1):102-121.
- Liu M, et al.: Mediterranean diet adherence and oocyte telomere length: Association with IVF outcomes in a multicenter cohort study. American Journal of Clinical Nutrition. 2022;115(4):1143-1152.
- Boots CE, et al.: Vitamin D supplementation improves egg quality and live birth rates in vitamin D-deficient women: Results from the IMPROVED-Fertility trial. Journal of Clinical Investigation. 2023;133(11)
- Wang L, et al.: N-Acetylcysteine supplementation for poor responders undergoing IVF: A double-blind randomized controlled trial. Reproductive BioMedicine Online. 2022;45(3):516-527.
- Chen LY, et al.: Berberine improves oocyte quality in women with advanced maternal age through mitochondrial enhancement: A randomized placebo-controlled trial. Aging Cell. 2024;23(1)
- González-García E, et al.: Myo-inositol and D-chiro-inositol supplementation in women with PCOS: A systematic review and network meta-analysis. Clinical Endocrinology. 2022;97(5):625-637.
- Paulson EE, et al.: Resveratrol supplementation enhances oocyte mitochondrial function and fertility outcomes in aging mice and human IVF patients. Reproductive Sciences. 2023;30(2):453-465.
- Kim J, et al.: Effect of physical activity on oocyte quality: Analysis of DNA methylation patterns and mitochondrial function. Nature Communications. 2023;14:3847.
- Bedoschi G, et al.: Oral nicotinamide mononucleotide supplementation raises NAD+ levels and improves oocyte quality in aged mice and women. Cell Metabolism. 2024;36(1):126-141.
- Dimitrios Karayiannis et al.: Adherence to the Mediterranean diet and IVF success rate among non-obese women attempting fertility. Hum Reprod. 2018 Jan 30.
- Ben-Meir A, Burstein E, Borrego-Alvarez A, et al.: Coenzyme Q10 restores oocyte mitochondrial function and fertility during reproductive aging. Aging Cell. 2015;14:887–895.
- Xu Y, Nisenblat V, Lu C, et al.: Pretreatment with coenzyme Q10 improves ovarian response and embryo quality in low-prognosis young women with decreased ovarian reserve: a randomized controlled trial. Reprod Biol Endocrinol. 2018 Mar 27;16(1):29.
- Chiu Y-H, Karmon AE, Gaskins AJ, et al.: Serum omega-3 fatty acids and treatment outcomes among women undergoing assisted reproduction. Human Reproduction, Volume 33, Issue 1, 1 January 2018, Pages 156–165.
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