Startseite-Sternenkinder

Drohende Fehlgeburt: Was dir jetzt helfen kann

Wenn ein Kind im Bauch seiner Mutter stirbt, ist das ein so unfassbares Ereignis, dass es kaum möglich ist sich darauf vorzubereiten. Sehr oft kommt die Fehl- oder Totgeburt auch überraschend und es bleibt nur wenig Zeit, um sich zu überlegen, was jetzt wirklich wichtig ist. Aus diesem Grund habe ich für dich Ideen und Anregungen gesammelt, die dir bei einer drohenden Fehlgeburt helfen können.

Drohende Fehlgeburt: Eine Begriffsklärung

Von  einer drohenden Fehlgeburt (auch als Abortus imminens oder drohender Spontanabort bezeichnet) wird dann gesprochen, wenn es zu vaginalen Blutungen während der ersten 20 Schwangerschaftswochen kommt. Wichtig ist hierbei zu wissen, dass eine solche Blutung nicht zwangsläufig zu einer Fehlgeburt führen muss.

Eine vaginale Blutung während der Schwangerschaft kann ein Anzeichen für eine drohende Fehlgeburt sein. Sie muss es aber nicht!

Tatsächlich ist der Begriff aus meiner Sicht etwas unglücklich gewählt. Denn 20 bis 30 Prozent der schwangeren Frauen haben Blutungen und tragen trotzdem ihr Kind aus. Mir ist sehr wichtig, dass du das weißt!

Drohende Fehlgeburt: Anregungen für eine schwere Zeit

Die folgenden Vorschläge sind als Anregungen für den traurigen Fall gedacht, dass es tatsächlich zu einer Fehlgeburt kommt. Schau sie dir an und nimm dir davon das heraus, was sich für dich richtig und gut anfühlt. Für weitere Vorschläge und Erfahrungsberichte bin ich sehr offen und biete meinen Blog als Medium an, um Erfahrungsberichte anderen zugänglich zu machen. Deshalb schreib mir, wenn dir danach ist. Hier nun meine Vorschläge:

Bleib nicht alleine, hole dir Unterstützung

Viele Frauen erleben ihre Fehlgeburt allein. Zu Hause, überwältigt und fast schon überfallen von dem plötzlichen Geschehen, müssen sie diese Situation alleine überstehen. Deshalb bleib bitte nicht alleine! Sollte eine Fehlgeburt drohen, hol dir Hilfe von einem lieben Menschen, der dich begleitet.

Bei einem stationären Aufenthalt im Krankenhaus gilt derselbe Rat. Hol dir Beistand von einer Person, die diese schweren Stunden mit dir teilt und für dich da ist. Dränge darauf, dass du im Krankenhaus ein Einzelzimmer bekommst und dass dein Partner oder deine Begleitperson mit ins Zimmer aufgenommen wird.

Drohende Fehlgeburt

Drohende Fehlgeburt: Bleib nicht allein!

Gib deinem Kind einen Namen

„Fehlgeburt“ ist meinem Empfinden nach ein sehr unschöner Begriff. Deshalb gib deinem Kind einen Namen. Auch wenn du vielleicht noch gar nicht so lange schwanger bist und dein Baby noch ganz klein ist. Es zählt hierbei nicht das Alter oder das Geburtsgewicht, sondern der Wunsch, deinem Kind einen eigenen Namen zu geben.

Bitte um einen letzten Ultraschall

Manche Eltern haben das Bedürfnis ein letztes Ultraschallbild von ihrem Kind zu erhalten. Wenn es dir auch so geht, zögere nicht und frage danach. Denke später bitte daran, diese Bilder zu digitalisieren, denn leider verblassen diese mit der Zeit.

Nimm dir Zeit für deinen Abschied

Abschied von seinem Kind zu nehmen ist so individuell und persönlich, dass es hierfür keine Zeitangaben geben darf. Nimm dir die Zeit, die du brauchst und lass dir hier keine Vorgaben machen. Wenn du erst Zeit für dich brauchst und vielleicht einige Stunden oder Tage später Abschied nehmen möchtest, ist dies genauso ok und richtig. Mache es genauso, wie es sich für dich richtig anfühlt.

Nimm dir auch genügend Zeit, um alleine mit deinem Kind zu sein. Dies ist die letzte Möglichkeit, um Eindrücke zu sammeln und deinem Baby all das zu sagen, was dir am Herzen liegt. Lass deinen Gefühlen freien Lauf. Alles ist erlaubt und gerechtfertigt.

Kümmere dich selbst um dein Kind

Du und dein Partner, die Oma oder Freundin kann das Kind wickeln und anziehen. Hierfür gibt es ganz kleine Babykleidung für Sternenkinder, die viele Krankenhäuser mittlerweile haben oder die man online bestellen kann. Auch ein schönes kleines Taschentuch stellt gerade für die kleinsten Kinder eine Möglichkeit dar, um es würdevoll zu kleiden.

Drohende Fehlgeburt Mutter hält fehlgeborenes Kind in den Händen

Sammle Erinnerungen an dein Kind

Auch wenn es dich vielleicht große Überwindung kostet. Schau dir dein Kind an. Nimm es wahr mit all deinen Sinnen, fass es an, streichle es, nimm es in deinen Arm. Prägen dir die Bilder ein. Manche Babys haben schon sehr viele Haare. Schneide dir vorsichtig eine Haarlocke als Erinnerung ab.

Auch das Namensbändchen, das viele Neugeborene tragen, ist ein Erinnerungsstück. Bitte die Hebamme oder Schwester um ein solches Namensbändchen.

Sammle alle Erinnerungsstücke und schaffe neue: Beispielsweise kannst du das Kuscheltier, welches du in den Sarg legen möchtest, doppelt besorgen und eins davon behalten.

 Mache Fotos

Bitte jemanden, Fotos (oder ein Video) von deinem Kind zu machen. Sie sind eine bleibende Erinnerung an dein Sternenkind. Vielleicht magst du auch ein Familienfoto machen lassen, auf dem alle Familienmitglieder zu sehen sind.

Bitte um einen Fuß- und Handabdruck

Fuß- und Handabdrucke sind eine wertvolle Erinnerung gerade in den besonders schweren Stunden. Bitte die Hebamme, die Krankenschwester oder ein Familienmitglied dies zu übernehmen. Wenn du selbst genug Kraft dafür hast, übernimm diese Aufgabe selbst.

Erlaube deiner Familie Abschied zu nehmen

Gib deiner Familie die Möglichkeit Abschied zu nehmen. Auch wenn dein Kind noch sehr klein war, so hat es doch bereits Geschwister, Oma und Opa, Tanten und Onkel. Gib allen die Chance sich auf ihre Art und Weise zu verabschieden.

Drohende Fehlgeburt Mutter und Tochter trauern um Geschwisterkind

Drohende Fehlgeburt: Trauer um das Geschwisterkind

Überlege die Krankenhausseelsorge anzufragen

Wenn du stationär aufgenommen bist, überlege die Krankenhausseelsorge anzufragen. Die Frauen und Männer der Seelsorge sind für Krisensituationen geschult und können mit ihrem Erfahrungswissen helfen, den Abschied von deinem Baby so würdevoll wie möglich zu gestalten.

 Hol dir Hilfe für die nächste Zeit

Auch für die kommenden Tage und Wochen ist es gut, Hilfe zu haben. Sei es deine Hebamme, die dich weiter betreut, ein Seelsorger oder jemand aus der Familie oder dem Freundeskreis. Vielleicht gibt es auch ein Geschwisterkind, welches weiter Begleitung und Versorgung benötigt.

 Organisiere die Bestattung

Die Bestattung muss vorbereitet werden, eine Todeskarte (wenn erwünscht) gestaltet und verschickt werden. Wenn du dich hierzu nicht in der Lage fühlst, dann delegiere diese Aufgabe an jemandem, der sie gut stemmen kann. Vielleicht kannst du jemanden bitten, eine Kerze für dein Kind zu gestalten.

 Suche dir deinen Ort zum Trauern

Nicht immer kommt es zu einer Bestattung, umso wichtiger ist es, einen festen Platz für die eigene Trauer zu haben. Schaff dir einen solchen Platz. Sei es in einer Zimmerecke zu Hause, im Garten oder irgendwo in der freien Natur oder im Wald.

 Literaturtipps zum Thema Fehl- und Totgeburt

Ein sehr wertvolles Buch für die Zeit der Trauer um ein Sternenkind ist „Gute Hoffnung, jähes Ende“ von Hanna Lothrop. Es ist mittlerweile in einer Neuauflage erschienen und besticht durch seine Authentizität und die vielen Ansätze zur Trauerbewältigung.

Meine Empfehlung für dich:

Gute Hoffnung, jähes Ende: Fehlgeburt, Totgeburt und Verluste in der...*
Hannah Lothrop - Kösel-Verlag - Kindle Edition - Auflage Nr. 2 (27.06.2016)

 

„Mein Sternenkind“ ist ein sehr einfühlsam geschriebenes Begleitbuch. Es bietet viele Erfahrungsberichte von anderen Sterneneltern.

Meine Empfehlung für dich:

Mein Sternenkind - Begleitbuch für Eltern, Angehörige und...*
Heike Wolter - Edition Riedenburg E.U. - Kindle Edition - Auflage Nr. 2 (17.05.2017)

In dem Buch von Sabine Herold kommen betroffene Frauen und Paare zu Wort, die das Sterben ihres Kindes im Bauch der Mutter verarbeiten und betrauern müssen. Es enthält sehr berührende Texte und hilft mit Anregungen zur Trauerbewältigung.

Meine Empfehlung für dich:

Bin kaum da, muss schon fort: Eltern fehl- und totgeborener Kinder...*
Sabine Herold - Brendow & Sohn Verlag GmbH - Kindle Edition - Auflage Nr. 1 (07.01.2014)

Telefonnetzwerk: Soforthilfe für betroffene Eltern

Das Projekt „die Schmetterlingskinder“ bietet eine Soforthilfe für betroffene Eltern an. Hierzu wurde ein Telefonnetzwerk gebildet, in dem Frauen sich gegenseitig beraten und hilfreich begleiten können. Mehr Infos findest du auf der Webseite der Schmetterlingskinder hier.

Für die Trauerarbeit von Eltern, die ihr Kind so früh gehen lassen mussten,  gibt es sehr oft auch Hilfsangebote bei dir zu Hause. Informiere dich vor Ort bei deiner Hebamme oder google nach Selbsthilfegruppen und anderen Betroffenen in deiner Nähe.

Bei Fragen melde dich gerne.

Herliche Grüße

Silke

Weiterlesen:

Trauersprüche für Sternenkinder:

Foto: Bigstock.com / © digitalista, fizkes, altanaka

Mit dir im Herzen: Gedichte für Sternenmütter

Das Unfassbare ist geschehen und schreckliche Wirklichkeit: Unser Baby ist tot. Viele Paare trifft es völlig unvorbereitet, wenn sie ihr Kind vor oder kurz nach der Geburt zu den Sternen gehen lassen müssen. Aber auch Familienangehörige und Freunde stehen unter Schock und vor der Aufgabe mit diesem unfassbar schmerzhaften Ereignis umzugehen.

Heute möchte ich dir ein Buch vorstellen, dass mich sofort tief berührt hat. Denn es bringt auf ganz einzigartige Weise die Gedanken und Gefühle einer Sternenmutter zum Ausdruck.

Wenn ein Kind stirbt

Inga Elisabeth Ohlsen hat es selbst erlebt. Im Herbst 2011 stirbt ihre erste Tochter völlig unerwartet einen Tag nach der Geburt. In ihrer Zeit der Trauer versucht sie das Unbegreifbare in Worte zu fassen. Dabei entstehen wunderschöne Gedichte für Sternenmütter, die wie ein Spiegel die Gedanken und Gefühle in der Zeit der Trauer abbilden und für Sternenmütter eine wertvolle Hilfestellung bieten können.

Mit dir im Herzen Gedichte für Sternenmütter

Mit dir im Herzen: Gedichte für Sternenmütter

Doch dieses Buch bietet noch viel mehr. Denn auch die Mutter von Inga Elisabeth Ohlsen sucht ihren Weg, um  der Trauer um ihr Enkelkind Ausdruck zu verleihen. Andrea Ohlsen beginnt Skulpturen zu erschaffen, die auf einzigartige Art und Weise das zeigen, was so schwer in Worte zu fassen ist. Und Mutter und Tochter erkennen, dass die Gedichte und Skulpturen sich auf besondere Weise ergänzen und eine Hilfestellung für alle sein können, die den schweren Weg der Trauer um ein Sternenkind gehen müssen.

Gedichte und Bilder für Sternenmütter

„Mit Dir im Herzen: Gedichte für Sternenmütter“ ist ein berührendes Buch für Sternmütter, aber auch für Angehörige und Freunde.

Es ist in drei Abschnitte unterteilt und reflektiert damit die verschiedenen Phasen der Trauer. Es ist sehr ansprechend gestaltet und schafft es, dass man sofort das findet, was in diesem Moment für einen selbst hilfreich und passend ist. Die in die Natur eingebetteten Skulpturen ergänzen die Texte und drücken auf ihre eigene unverwechselbare Weise aus, was nicht in Worte zu fassen ist.

Im letzten Kapitel greift „Mit Dir im Herzen“ das Thema Folgekind auf. Wie kann nach den gemachten Erfahrungen ein weiteres Kind in die Familie kommen? Und wie können die Eltern Vertrauen fassen, dass es bleibt und sich das Schicksal nicht wiederholt?

Meine Buchempfehlung

Ich kann dir „Mit Dir im Herzen: Gedichte für Sternenmütter“ empfehlen.

Mit dir im Herzen - Gedichte für Sternenmütter. Mit Skulpturen von...*
Inga Elisabeth Ohlsen - Herausgeber: edition riedenburg - Auflage Nr. 2 (26.11.2016) - Taschenbuch: 92 Seiten

Es ist sowohl für Sternenmütter, aber auch für Familienangehörige und Freunde, die einen Zugang zum Thema Trauer und der Lebenssituation von Trauernden suchen, geeignet. Es empfiehlt sich für den eigenen Gebrauch, aber auch als Geschenk und Zeichen der Anteilnahme für Trauernde.

Ein starkes Buch, das einlädt der Trauer um ein Sternenkind Raum und Zeit zu geben und das es schafft, Trost und Halt in dieser schwierigen Zeit zu geben.

Auf You Tube findest du „Seelenreise“, das Lied zu den Gedichtbänden für Trauernde. Hör rein, es erwartet dich eine wunderschöne Melodie und ein Text, der unter die Haut geht. Hier findest du auch weitere Fotos der Skulpturen aus den Büchern von Inga.

 

Herzliche Grüße

Silke

Literatur: Mit dir im Herzen. Gedichte für Sternenkinder, Salzburg 2016.

Fotos: Alle Fotos sind dem Buch „Mit dir im Herzen. Gedichte für Sternenkinder“ mit Genehmigung des Verlags entnommen.

In den Himmel geboren: Kerzen für 2 Sternenkinder

Heute erreicht mich die traurige Nachricht von K., dass sie ihre Zwillinge zu den Sternen gehen lassen musste.

Liebe K., gerne will ich dir mit diesen Zeilen mein tiefes Beileid ausdrücken.

Wir haben uns über Kindeshalb kennengelernt und ich habe  mich so gefreut, als du nach einer künstlichen Befruchtung endlich schwanger warst.

Schnell war klar, dass du Zwillinge erwartest und die Freude war riesengroß.

Doch nun erreichen mich deine Zeilen, dass du deine Kinder gestern zu den Sternen gehen lassen musstest.

Die Geburt kam viel zu früh und die beiden hatten keine Chance außerhalb deines Körpers zu leben.

In den Himmel geboren: Kerze für Sternenkinder

Wenn ein Kind stirbt, ist das ein unfassbar schmerzhaftes Ereignis.

Es ist so unfassbar, dass jegliche Worte belanglos, unzutreffend und oberflächlich wirken.

Nichts kann trösten, Hoffnung schenken oder den Fragen nach dem warum auch nur ansatzweise eine Antwort schenken.

„Silke, der Tod ist nicht zu verstehen“, sagte mir vor vielen Jahren ein alter Kapuzinerpatner, den ich bei seiner Arbeit als Krankenhausseelsorger begleiten durfte.

Jegliches Fragen findet weder Resonanz noch Antworten, die in irgendeiner Weise Sinn stiften könnten.

Bei Sternenkindern empfinde ich persönlich diese Wahrheit als besonders hart und unbegreiflich.

Ein Kind stirbt im Mutterleib oder kurz nach der Geburt und es besteht keine Möglichkeit für die Eltern das eigene Kind wirklich kennen zu lernen.

Die gute Hoffnung wendet sich in grenzenlosen Schock und Fassungslosigkeit.

Wo bist du, Kind?

Ich suche dich –

doch du bist nicht mehr da;

gegangen, aus mir, weg.

Nichts bleibt –

nur der Schmerz,

ungeweinte Tränen,

Verlust und Trauer.

Ich fühle mich leer,

einsam, verlassen –

unendlich müde.

Wo bist du, Gott?

Ich kann dich nicht finden.

Fremd bist dur mir geworden.

Mein Kind hast du mir genommen.

Warum?

Für was?

Erst gibst du, dann nimmst du.

Dein Schweigen quält.

Sprich doch ein Wort –

dein Wort für mich!

(Aus: Sabine Herold: Bin kaum da, muss schon fort, Moers 2006, S. 22f.)

Lasst uns Kerzen für die beiden Sternenkinder anzünden!

Liebe K., ich zünde jetzt eine Kerze für eure beiden Kinder und eure ganze Familie an.

Und ich begleite euch mit meinen Gedanken und Gebeten.

Gerne möchte ich alle, die dies lesen, bitten, eine Kerze als Zeichen des Mitgefühls und der Anteilnahme anzünden.

Herzliche und traurige Grüße

Silke

 

Literatur:

Sabine Herold: Bin kaum da, muss schon fort, Moers 2011.

Hannah Lothrop: Gute Hoffnung, jähes Ende: Fehlgeburt, Totgeburt und Verluste in der frühen Lebenszeit. Begleitung und neue Hoffnung für Eltern. Vollständig überarbeitete Neuausgabe, München 2016.

Mein Kind ist tot: Sternenkinder 2016

seit vielen Tagen geht mir der Gedanke durch den Kopf, einen Blogartikel für die Sternenkinder 2016 zu schreiben. Heute ist der 18. Juli 2016 und die Nachrichten in diesen Tagen sind geprägt von dem Tod  vieler Menschen beim dem Terroranschlag in Nizza.

Auch viele Kinder sind unter den Verstorbenen.

Die Fassungslosigkeit ist groß und genauso grenzenlos ist die Hilflosigkeit gegenüber dem Geschehenen.

Parallel, fast unbemerkt und leise findet der Tod und das Sterben vieler weiterer Kinder statt.

Ich denke an all die Kinder, die in diesem Jahr 2016 in der Schwangerschaft, um die Geburt oder in der frühen Lebenszeit sterben mussten.

Und ich denke an die vielen Eltern, Angehörigen und Freunde, die den frühen Verlust eines Kindes in diesem Jahr irgendwie verkraften müssen.

Das Jahr 2016 ist erst zur Hälfte um.

Gerne möchte ich meine Aufmerksamkeit auch den Menschen schenken, die wissen, dass ihr Kind bald sterben wird.

Oder die es noch nicht wissen und die in den nächsten Monaten eine der schmerzhaftesten Erfahrungen in ihrem Leben machen werden.

So, wie die Angehörigen der toten Kinder in Nizza.

Sie haben jetzt ein Sternenkind.

Mein Kind ist tot: Sternenkinder 2016

Der Tod und das Sterben stellen eine Realität in unserem Leben dar.

Und wir alle ringen und kämpfen, um mit dieser Realität umzugehen.

Wir versuchen zu trauern und zu trösten.

Wir weinen, schreien oder sind ganz leise und fassungslos.

Wir zünden Kerzen an, legen Blumen am Grab nieder.

Wir schreiben Trauerkarten und fragen uns, wie wir den trauernden Angehörigen Hilfe anbieten können.

Es gibt viele Hilfsangebote für Betroffene, die helfen wollen, damit Trauernde nicht an diesen Erfahrungen zerbrechen.

Hilfsangebote für Trauernde wollen konkrete Hilfen zum Umgang mit Gefühlen, Fragen und Gedanken sein.

Sie wollen den Grundstein legen, um irgendwann wieder zu Hoffnung und zu neuem Lebenssinn zu finden.

So wichtig und wertvoll ich all diese Hilfen finde, so deutlich frage ich mich, was gerade zu Beginn trauernden Eltern helfen kann.

Denn zu Beginn der Trauer steht der Schock und die gefühlsmäßige Betäubung.

Das Geschehene ist nicht begreifbar, kaum fassbar und die Verzweiflung  grenzenlos.

Sternenkinder 2016: Wie der Trauer begegnen?                      

Mir fällt hier die alttestamentliche Geschichte von Hiob ein.

Du findest sie im Alten Testament, Hiob 2, 11-13.

Hiob hatte alles verloren.

Seine Kinder waren tot, sein Haus eingestürzt, sein ganzer Besitz verloren.

Geschwüre am ganzen Körper machten ihn krank.

11 „Als aber die drei Freunde Hiobs all das Unglück hörten, das über ihn

gekommen war, kamen sie, ein jeder aus seinem Ort: Elifas von Teman,

Bildad von Schuach und Zofar von Naama. Denn sie waren eins geworden

hinzugehen, um ihn zu beklagen und zu trösten.

12 Und als sie ihre Augen aufhoben von ferne, erkannten sie ihn nicht und

erhoben ihre Stimme und weinten, und ein jeder zerriss sein Kleid und sie

warfen Staub gen Himmel auf ihr Haupt

13 und saßen mit ihm auf der Erde sieben Tage und sieben Nächte und

redeten nichts mit ihm; denn sie sahen, dass der Schmerz sehr groß war.“

 

Aus diesem Abschnitt können wir unendlich viel über Trauerarbeit und Beileid erfahren.

Nachdem seine Freunde von seinem Schicksal erfahren hatten, machten Sie sich sofort auf den Weg zu ihm, um ihrem Entsetzen und ihrem Mitleid Ausdruck zu verleihen.

Sie gehen dem Schmerz und der Trauer nicht aus dem Weg.

Sie bringen ihre Fassungslosigkeit und ihr Mitleid zum Ausdruck.

Sie sagen nicht nur herzliches Beileid, schreiben nicht einfach eineKarte.

Sondern sie erheben ihre Stimmen, sprechen in anderer Tonlage, weinen,

lassen ihren Gefühlen freien Lauf, zerreißen die Kleider – zeigen alle Zeichen der Trauer, wie sie zu der damaligen Zeit üblich waren.

Und sie tun etwas wirklich Großes:

Sie schweigen!

Sieben Tage und sieben Nächte sitzen sie einfach bei Hiob.

Sie reden nichts mit ihm, sie halten seine Trauer aus.

Sie teilen seine Trauer und fühlen mit, wie groß der Schmerz ist.

Sternenkinder 2016: Die Trauer zusammen aushalten

Mich beeindruckt diese Geschichte.

Sie zeigt mir, wie ich mit der Hilflosigkeit der Eltern und Angehörigen, aber auch mit meiner eigenen Hilflosigkeit umgehen kann.

Sie liefert mir einen Handlungsleitfaden, um Betroffenen beizustehen.

Für sie da zu sein und das Geschehene auszuhalten.

Der Tod ist nicht zu begreifen.

Es bleibt nur, die schwere Zeit zu teilen, zusammenzustehen und die Hoffnung nicht aufzugeben, dass es irgendwann wieder neue Hoffnung geben wird.

Hast Du ein Sternenkind?

Oder kennst Du Menschen, die ein Sternenkind haben?

Was hilft Dir, wenn Du trauerst?

Herzliche Grüße

Silke

Weiterlesen:

Ich habe auf Kindeshalb einen Ordner für das Thema Sternenkinder eingerichtet.

Hier will ich nach und nach nützliche Informationen und Gedanken zusammentragen.

Sternenkinder 2015: Wie Abschied nehmen?

Trauersprüche für Sternenkinder

Fehlgeburt: Was du niemals sagen solltest!

 

 

Trauersprüche für Sternenkinder

Der Tod eines Kindes ist das Schlimmste, was Eltern passieren kann. Der Schmerz ist so unsagbar groß, der Verlust kaum zu begreifen. Vieles erscheint den Eltern plötzlich sinnlos und es gibt kaum eine Idee wie das Leben weitergehen kann. Vielmehr scheint die Zeit still zu stehen und nichts kann den Schmerz mildern.

Trauersprüche: Wie lässt sich das Unfassbare in Worte fassen?

Vielleicht bist Du selbst betroffen: Als Mutter, Vater, Geschwisterkind, Oma, Opa, Tante, Onkel, Freund oder Nachbar.

Und Du suchst nach Worten, die das Unglaubliche für einen kleinen Moment einfangen und zum Ausdruck bringen können.

Stöbere hier durch meine Sammlung.

Vielleicht findest Du einzelne Gedanken und Worte, die Dich berühren und Dir für wenige Momente etwas Last von der Seele nehmen.

Oder Du bist auf der Suche nach einem Trauerspruch für einen lieben Menschen, der sein Kind viel zu früh gehen lassen musste.

Gerne nehme ich auch neue Trauersprüche, Gedichte und Zitate hier auf.

Wenn Du einen noch nicht aufgeführten Trauerspruch kennst, dann schicke mir Text und Quelle per E-Mail zu und ich werde ihn ergänzen.

Trauersprüche für Sternenkinder können den Schmerz und die Trauer um das geliebte Kind nicht kleiner machen. Aber vielleicht können sie für einen kleinen Moment Gefühle der Trauer und des Mitgefühls einfangen und zum Ausdruck bringen.

Trauersprüche für Sternenkinder: Formulierungshilfe und Inspiration

Diese Seite Trauersprüche für Sternenkinder soll eine Formulierungshilfe und gleichzeitig eine Quelle der Inspiration sein. Vielleicht suchst Du einen passenden Text für eine Traueranzeige oder für eine Trauerkarte.

Diese Textsammlung soll ein Begleiter sein für all die, die selbst betroffen sind oder die liebe Menschen kennen, die ein Kind zu den Sternen gehen lassen mussten.       Ich werde die Liste erweitern und freue mich auf Vorschläge und Ergänzungen von Dir. Persönlich sehe ich mich nicht als Expertin zu den Fragen rund um den Tod von Kindern.

Aber wer kann das auch wahrhaftig von sich sagen? Ich persönlich glaube, dass sich der Tod nicht wirklich verstehen und erklären lässt. Vielmehr bin ich auf der Suche nach Möglichkeiten, um trauernden Eltern und Angehörigen beizustehen und gemeinsam das Unfassbare auszuhalten.

Gerne möchte ich mit meinem Themenfeld Sternenkinder auf kindeshalb.de eine Berührung mit diesem wesentlichen Lebensbereich vieler Menschen, die um ein Kind trauern, anregen. Ich habe mich mit allergrößter Sorgfalt bemüht, dem Urheberrecht zu entsprechen und alle Autoren der Trauersprüche ausfindig zu machen. Alle Inhalte sind entweder von mir selbst erstellt, frei verwendbar oder mit einer Quellenangabe versehen. Solltest Du einen Fehler entdecken oder den Urheber eines der anonymen Trauersprüche kennen, bitte ich um eine Benachrichtig per E-Mail. Ich werde die Urheber dann umgehend nachtragen.

Trauersprüche für Sternenkinder

„Als der Regenbogen verblasste, da kam der Albatros; und er trug mich mit sanften Schwingen weit über die sieben Weltmeere.

Behutsam setzte er mich an den Rand des Lichtes. Ich trat hinein und ich fühlte mich geborgen.

Ich habe euch nicht verlassen, ich bin euch nur ein Stück voraus.

unbekannter Verfasser

„Gekämpft, gehofft und doch verloren.

Nun ruhe sanft, du gutes Herz. Dich leiden sehen und nicht helfen können war unser allergrößter Schmerz.“

unbekannter Verfasser

„Kleine Seele ich lass Dich gehn,
denn ich weiß, wir werden uns wiedersehn.“
unbekannter Verfasser

Flieg, kleiner Schmetterling: Gedanken zur Trauer um ein Kind*
Petra Hillebrand - Herausgeber: Tyrolia - Auflage Nr. 4 (01.01.2009) - Gebundene Ausgabe: 44 Seiten

„Ich bin immer noch da.

Ich bin im Zimmer nebenan.

Was ich für euch gewesen bin, bleibe ich auch. Nennt mich weiterhin so, wie ihr mich immer genannt habt.

Redet mit mir, wie ihr immer mit mir geredet habt.

Betet, lacht und denkt an mich. Das Leben geht weiter, das Band zwischen uns ist nicht zerschnitten.

Warum sollte ich aus euren Gedanken verschwinden?

Ich bin nicht sehr weit weg, bloß auf der anderen Seite des Weges!“

Ulrike Ruf – fälschlich zugeschrieben oder Plagiat

„Wenn du jemals ein Kind verlierst,
wie es mir geschehen ist,
dann wirst du die andere Seite der Wahrheit kennen.
Du wirst verstehen, was es bedeutet, vernichtet zu sein
und doch jeden Tag aufzustehen
und den Kessel mit Wasser zu füllen.
Du wirst den Dampf aus dem Kessel steigen sehen und weinen.
Du wirst behaupten, es sei alles in Ordnung.
Du hast ein Staubkorn ins Auge bekommen. Das ist alles.
Auf der Straße werden Tränen auf den Gehsteig tropfen
und deine Schuhe füllen.
Sag, die Sonne schiene dir in die Augen.
Wenn du deine Trauer zeigst, vergeht sie nicht.
Wenn du sie verbirgst, vergeht sie nicht.
Sie ist für immer und ewig bei dir,
aber es gibt vielleicht eine Stunde,
in der du dich nicht erinnerst.
Einen Abend, an dem der Himmel blau wie Tinte ist.
Einen Nachmittag, an dem deine Tochter
hinter einer Grille herläuft, die sie niemals fangen wird.
Flüstere den Namen deines Babys.
Dann sei still!“

Verfasser unbekannt

Mein Sternenkind - Begleitbuch für Eltern, Angehörige und...*
Heike Wolter - Herausgeber: edition riedenburg - Auflage Nr. 2 (29.03.2017) - Taschenbuch: 372 Seiten

„Das kostbarste Vermächtnis eines Menschen ist die Spur, die seine Liebe in unserem Herzen zurückgelassen hat.“

Irmgard Erath: Liebe ist stärker als der Tod, Groh Verlag 2003, S. 48.

„Trauer kann man nicht sehen,
nicht hören, kann sie nur fühlen.
Sie ist ein Nebel, ohne Umrisse.
Man möchte diesen Nebel packen und fortschieben,
aber die Hand fasst ins Leere.“

Unbekannter Verfasser 

„Das was ich für euch war, bin ich immer noch.

Gebt mir den Namen, den ihr mir immer gegeben habt.

Sprecht mit mir, wie ihr es immer getan habt.

Lacht weiterhin über das, worüber wir gemeinsam gelacht haben.

Denkt an mich.

Ich bin nur auf der anderen Seite des Weges.“

Unbekannter Verfasser

Leise wie ein Schmetterling: Abschied vom fehlgeborenen Kind*
Ute Horn - Herausgeber: SCM Hänssler - Auflage Nr. 9 (06.09.2017) - Gebundene Ausgabe: 112 Seiten

„Der Tod bedeutet nichts.

Ich bin nur über die Schwelle in den nächsten Raum gegangen. […] Ich warte auf dich – irgendwo in deiner Nähe. Alles ist gut.“

Henry Scott Holland

„Alles hat seine Zeit, es gibt eine Zeit der Freude, eine Zeit der Stille, eine Zeit des Schmerzes, der Trauer und eine Zeit der dankbaren Erinnerung.“

Anonymes Zitat bzw. mit  Abweichungen zu finden bei:

Christina Zacker: Richtiges Verhalten im Trauerfall. München 2005, S. 50

Zuschreibung oftmals an Dietrich Bonhoeffer

„Wenn ich in den Himmel schaue,
so denke ich an Dich,
du bist unser Stern,
denn wie auch das Leuchten der Sterne Millionen Jahre anhält,
so bleibt auch dein Leuchten in meinem Herzen,
und es verlischt erst in dem Moment,
in dem wir uns wiedersehen.“

Unbekannter Verfasser 

Gute Hoffnung, jähes Ende: Fehlgeburt, Totgeburt und Verluste in der...*
Hannah Lothrop - Herausgeber: Kösel-Verlag - Auflage Nr. 2 (27.06.2016) - Broschiert: 384 Seiten

„An Tagen wie diesen wünscht man sich Unendlichkeit.

An Tagen wie diesen wünscht man sich noch viel mehr Zeit.“

Die Toten Hosen –  Tage wie diese (März 2012) – (nur der erste Satz)

„Eben noch da gewesen, eben noch gelacht, eben noch voller Zuversicht, eben noch geplant, eben noch gekämpft, plötzlich fort.“

unbekannter Verfasser

„Es geht nicht, dass ich bleib – mich ruft mein Stern“

Rolf Zuckowski: Hörspiel-Musical Der Kleine Tag (1999).

Text: Wolfram Eicke (Musik Hans Niehaus) Text PDF

Der kleine Tag*
Musik Fuer Dich - MP3-Download

„Es gibt einen See in der Anderwelt, drin sind alle Tränen vereint, die irgend jemand hätt‘ weinen sollen und hat sie nicht geweint.“

Michael Ende: Das Lied von der Anderwelt.

In: Trödelmarkt der Träume. Mitternachtslieder und leise Balladen. Stuttgart, Wien 1986, S. 99

„Es gibt Menschen, die wir in der Erde begraben aber andere, die wir besonders zärtlich lieben, sind in unser Herz gebettet.“

Honoré de Balzac: Die verlassene Frau. In: Die Lilie im Tal. Die verlassene Frau. Leipzig: Insel 1910, S. 343

„Es gibt nichts, was die Abwesenheit eines geliebten Menschen ersetzen kann.

Je schöner und voller die Erinnerung, desto härter die Trennung.

Aber die Dankbarkeit schenkt in der Trauer eine stille Freude.

Man trägt das vergangene Schöne wie ein kostbares Geschenk in sich.“

Dietrich Bonhoeffer– Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft.

Hrsg. von Eberhard Bettge. München 1952, S. 131

Widerstand und Ergebung: Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft.*
Dietrich Bonhoeffer - Herausgeber: Gütersloher Verlagshaus - Auflage Nr. 22 (01.08.2005) - Broschiert: 234 Seiten

„Es hat alles seine Zeit und alles Tun unter dem Himmel hat seine Stunde. Geboren werden hat seine Zeit, Sterben hat seine Zeit.“

Prediger Salomo 3,1-2 in der Übersetzung von Martin Luther

„Meine Zeit steht in deinen Händen.“

Psalm 31,16

„Gib uns deinen Frieden, Herr, an dem Tag, der keinen Abend kennt.“

Aurelius Augustinus – Stark verkürzt aus: Confessiones 13,35 (50)

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Antoine de Saint-Exupéry– Der Kleine Prinz. Düsseldorf: Rauch 1977, S. 52

„Steh nicht an meinem Grab und weine.
Ich bin nicht dort.
Ich schlafe nicht.
Ich bin in den tausend
wehenden Winden.
Ich bin der Diamant,
der im Schnee glitzert.
Ich bin das Sonnenlicht
über dem reifen Korn.
Ich bin der sanfte Herbstregen.
Wenn Du in der morgendlichen Stille erwachst,
bin ich der Vogel,
der sich schnell in die Lüfte erhebt
und zwitschert.
Ich bin der Stern,
der in der Nacht scheint.
Steh nicht an meinem Grab und weine.
Ich bin nicht dort.
Ich bin nicht tot.“

American Indian

„Nicht die Jahre in unserem Leben zählen, sondern das Leben in unseren Jahren.“

Adlai Ewing Stevenson 

„Niemand ist fort, den man liebt, denn Liebe ist ewige Gegenwart.“

Stefan Zweig – Legende eines Lebens. Leipzig: Insel 1919, S. 149

„Unsere Toten sind nicht abwesend, sondern nur unsichtbar.

Sie schauen mit ihren Augen voller Licht in unsere Augen voller Trauer.“

Aurelius Augustinus

Laut Auskunft des Zentrums für Augustinus-Forschung der Universität Würzburg kein authentisches Augustinus-Zitat.

„Verstehen kann man das Leben nur rückwärts, leben muss man es aber vorwärts.“

Sören Kierkegaard

Verkürzung aus: Religion der Tat. Sein Werk in Auswahl. Hrsg. Eduard Oswald Geismar. Stuttgart: Kröner 1970, S. 76.

„Von guten Mächten wundersam geborgen, erwarten wir getrost was kommen mag.

Gott ist mit uns am Abend und am Morgen / und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“

Dietrich Bonhoeffer– aus dem Lied „Von guten Mächten“ 7. Strophe – Auf dem Weg zur Freiheit.

Gedichte und Briefe aus der Haft. Berlin: Lettner Verlag 1954, S. 32.

„Weinet nicht, ich hab es überwunden, bin befreit von meiner Qual.

Doch lasst mich in stillen Stunden bei Euch sein so manches Mal.

Was ich getan in meinem Leben, ich tat es nur für Euch.

Was ich gekonnt hab‘ ich gegeben, als Dank bleibt einig unter Euch.“

Unbekannter Verfasser in:

Christina Zacker: Richtiges Verhalten im Trauerfall. München 2005, S. 56 f.

„Wenn die Füße zu müde sind, die Wege zu gehen, die Augen zu trübe, die Erde zu sehen, und wenn das Atmen zu schwer wird, dann sagt der Herr: ‚Komm heim zu mir.'“

Unbekannter Verfasser

„Warum hat Gott dich so früh geholt?
Er hat doch schon so viele Engel.“
Unbekannter Verfasser 

Das Land der Sternenkinder: Gedichte für trauernde Eltern*
Ralf Korrek - Herausgeber: Books on Demand - Auflage Nr. 1 (20.03.2008) - Taschenbuch: 124 Seiten

„Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne,

weil ich auf einem von ihnen lache.

Und wenn du dich getröstest hast, wirst du froh sein, mich gekannt zu haben.“

Antoine de Saint-Exupéry – Der kleine Prinz. 61. Aufl. Düsseldorf: Karl Rauch 2005, S. 87.

„Wenn durch einen Menschen ein wenig mehr Liebe und Güte, ein wenig mehr Licht und Wahrheit in der Welt war, hat sein Leben einen Sinn gehabt.“

Alfred Delp – Christ und Gegenwart. Bd. 3: Im Angesicht des Todes. Geschrieben zwischen Verhaftung und Hinrichtung 1944-1945.

Hrsg. von Paul Bolkovac. Frankfurt/M.: J. Knecht 1947, S. 179.

„Wenn Liebe einen Weg zum Himmel fände
und Erinnerungen Stufen hätten,
dann würden wir hinaufsteigen und dich zurückholen!“

Verfasser unbekannt

„Das einzige Wichtige im Leben
sind die Spuren von Liebe,
die wir hinerlassen,
wenn wir weggehen.“

Albert Schweitzer

„Ich bin gegangen, nur einen kleinen Schritt
und gar nicht mal weit.
Und wenn Du dorthin kommst, wo ich jetzt bin,
wirst Du dich fragen warum Du geweint hast.“

Tief im Herzen und fest an der Hand*
Anna Jakob, Sigrid Frank - Herausgeber: Books on Demand - Auflage Nr. 2 (23.04.2008) - Taschenbuch: 320 Seiten

Verfasser unbekannt

„Die Trauer hört niemals auf,
sie wird ein Teil unseres Lebens.
Sie verändert sich und wir ändern uns mit ihr.“

Verfasser unbekannt

„Wie schön muss es erst im Himmel sein,
wenn er von außen schon so schön aussieht!“

Astrid Lindgren

„Die Hoffnung gibt die Kraft zum Weiterleben.

Die Liebe gibt die Stärke zum Überwinden der Trauer“

Augustinus

„Ihr seid jetzt traurig, aber ich werde euch wiedersehen.

Dann wird euer Herz sich freuen, und eure Freude wird euch niemand nehmen.“

Johannes 16,22

„Was man tief in seinem Herzen besitzt, kann man nicht durch den Tod verlieren.“

Joh. Wolfgang v. Goethe

„Es schreit in mir.
Unvernehmbar,
außer in der Tiefe meiner Seele.
Von Augenblick zu Augenblick
halte ich fester,
und ich weiß,
wenn ich dich noch länger halte,
kann ich dich nie mehr gehen lassen.
Ungläubig habe ich innerlich geschrien,
als sie dich mir nahmen.
Meine letzte Chance, dich zu berühren,
dich zu halten und bei dir zu sein,
du ach so besondere Liebe,
die ich für all zu kurze Zeit kannte.
Und doch kenne ich dich für immer.“

Julie Fritsch, aus „Unendlich ist der Schmerz“, Köster Verlag, München

„Fern bei den Sternen
und doch so nah.“

Verfasser unbekannt

„Was man tief in seinem Herzen besitzt,
kann man nicht durch den Tod verlieren.“

Verfasser unbekannt

„Für die Welt bist du niemand,
aber für mich/uns bist du die Welt!“

Sternenkinder: Wenn eine Schwangerschaft zu früh endet*
Birgit Zebothsen, Prof. Dr. med. Volker Ragosch - Herausgeber: Südwest Verlag - Broschiert: 208 Seiten

Verfasser unbekannt

„Es geht nicht darum,
dem Leben mehr Tage zu geben,
sondern den Tagen mehr Leben.“

Cicely Saunders

Der Horizont ist nur die Grenze unserer Sicht: Eine persönliche...*
Cicely Saunders - Herausgeber: Theologischer Verlag Zürich - Taschenbuch: 112 Seiten

„Trauer kann man nicht sehen,
nicht hören, kann sie nur fühlen.
Sie ist ein Nebel, ohne Umrisse.
Man möchte diesen Nebel packen und fortschieben,
aber die Hand fasst ins Leere.“

Verfasser unbekannt

„Der Weg war zu steinig,
der Berg war zu hoch,
die Kraft zu schwach
und der Atem zu kurz,
da nahmen dich die Engel
in die Arme und sprachen:
Komm Heim.“

Verfasser unbekannt

„Nur die Kinder wissen,
wohin sie wollen.“

Saint Exupery

„Ich bin nicht tot, ich tausche nur die Räume,
ich leb´ in euch geh´ durch eure Träume.“

Michelangelo Buonarroti

„Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust,
wird dir sein, als leuchten alle Sterne,
weil ich auf einem von ihnen wohne,
weil ich auf einem von ihnen lache.
Du allein wirst Sterne haben, die lachen können.“

Saint Exupery, Der kleine Prinz

„Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung.
Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude.
Man trägt das v ergangene Schöne nicht wie ein Stachel.
Sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.“

Dietrich Bonhoeffer

„Das einzige Wichtige im Leben
sind die Spuren von Liebe,
die wir hinerlassen,
wenn wir weggehen.“

Albert Schweitzer

„Sie ist nun frei und unsere Tränen
wünschen ihr Glück.“

Joh. Wolfgang Goethe

„Nicht die Jahre in unserem Leben zählen,
sondern das Leben in unseren Jahren.“

Adlai E. Stevensonf

 

Bei einigen Zitaten habe ich festgestellt, dass sie bestimmten Autoren fälschlich zugeschrieben wurden. Das heißt, dass ich keinen schriftlichen Beleg finden konnte, dass der Text wirklich von dieser Person stammt. Diese Zitate habe ich entsprechend gekennzeichnet.

Weiterhin habe ich die Autoren und Literaturhinweise – soweit möglich – mit einem weiterführenden Link versehen. Wenn Du mehr über den Autor oder den Zusammenhang des Trauerspruches wissen möchtest, kannst Du einfach dem Link folgen.

Herzliche Grüße

Silke

Sternenkinder 2015: Wie Abschied nehmen?

Die Sternenkinder 2015 sollen im Mittelpunkt dieses Beitrages stehen.

Ich will mit meinem Artikel an sie und ihre Eltern und ihre Familie erinnern.

Denn was kann schmerzlicher sein als von seinem Kind Abschied nehmen zu müssen?

Eltern, die durch eine Fehlgeburt, Totgeburt, einen medizinisch indizierten Abbruch oder durch eine schwere Krankheit Abschied nehmen müssen, sind mit einer extremen Verlusterfahrung konfrontiert.

Anstatt ein gesundes Kind in den Armen halten zu können, haben Sie ein Sternenkind.

Ein Sternenkind ist ein Kind, das vor, während oder kurz nach der Geburt verstorben ist.

Manche Eltern bezeichnen ihr Kind, obwohl es länger leben konnte, mit dem Begriff Sternenkind.

In diesem Artikel möchte ich ganz besonders an die Sternenkinder 2015 erinnern.

Vielleicht hast Du selbst ein Sternenkind 2015 oder Du kennst liebe Menschen, die ein Sternenkind in diesem Jahr zu Grabe tragen mussten.

Sternenkinder 2015: Das Unfassbare begreifen

Ganz unabhängig vom Zeitpunkt und den Umständen des Abschieds ist der Tod eines Kindes ein sehr tiefer Einschnitt in die eigeneLebensgeschichte.

Er zwingt die Eltern zur Auseinandersetzung mit dem Themenfeld Sterben, Tod und Trauer und damit mit dem Unfassbaren, das sich kaum in  Worte fassen lässt.

Gleichzeitig geht das Leben und der Alltag rund um die Eltern weiter, ganz so als wäre nichts geschehen.

Oftmals fühlen sich die Eltern einsam, vor allem dann, wenn sie das Kind aufgrund des frühen Verlustes nicht richtig kennenlernen konnten.

Es fällt schwer die Geschehnisse und den Tod zu begreifen.

Das eigene Kind ist nicht mehr da.

Es durfte nicht leben und es fällt schwer dies zu akzeptieren.

Wie fühlt es sich an, ein Sternenkind zu bekommen?

Gerade im ersten Trimester einer Schwangerschaft kommt es häufig zu Fehlgeburten.

Nach Schätzungen enden 10 bis 15 Prozent aller Schwangerschaften mit einer Fehlgeburt, 80 Prozent davon innerhalb der ersten zwölf Wochen.

Wie viele Sternenkinder 2015 mag es alleine geben?

Erste beunruhigende Anzeichen können Blutungen sein.

Manchmal spürt die Mutter keine Kindsbewegungen mehr oder die Herztöne des Kindes sind nicht mehr feststellbar.

Vielleicht werden Auffälligkeiten bei der Routineuntersuchung beim Frauenarzt festgestellt.

Je unkonkreter und ausweichender der Befund, desto unerträglicher die Unsicherheit, wie es weitergeht.

Dabei ist das Thema Fehlgeburt und das frühe Abschied nehmen müssen für die meisten Paare ganz weit weg, etwas, das nur im Fernsehen oder irgendwo in fernen Ländern passiert.

Dass Fehlgeburten leider zum Leben einer Frau und eines Paares dazugehören können, wissen viele nicht.

Der Schock sitzt tief und es gibt kaum eine Vorstellung, wie diese Nachricht verarbeitet werden kann.

Der Tod lässt sich nicht begreifen und keine gut gemeinten Worte können trösten.

Es gilt auszuharren, sich von Tag zu Tag zu hangeln und die Hoffnung nicht zu verlieren, dass es irgendwann wieder bessere Tage geben wird.

Wie Abschied nehmen?

Stehe nicht an meinem Grab und weine.
Ich bin nicht dort, ich schlafe nicht.
Ich bin wie tausend Winde, die wehen.
Ich bin das diamantene Glitzern des Schnees.
Ich bin das Sonnenlicht.
Ich bin der sanfte Herbstregen.
Ich bin der Morgentau.
Wenn du aufwachst in des Morgens Stille,
bin ich der flinke Flügelschlag friedlicher Vögel im kreisenden Flug.
Ich bin der milde Stern, der in der Nacht leuchtet.

Stehe nicht an meinem Grab und weine
Ich bin nicht dort, ich bin nicht tot.

Ich vergesse dich nicht.

(Mary Elizabeth Frye)

Die Bestätigung, dass das eigene Kind nicht mehr lebt oder bald sterben wird, verändert alles.

Nichts ist mehr wie vor dieser Nachricht.

Alle Vorstellungen und Pläne über das gemeinsame Leben stürzen in sich zusammen.

Die bereits aufgebaute Bindung zerreißt schmerzhaft.

Hinzu kommt, dass Sternenkinder kaum Spuren auf dieser Welt hinterlassen.

 

Sternenkinder 2015: Wie das Unfassbare begreifen?

Sternenkinder 2015: Wie das Unfassbare begreifen?

Sternenkinder 2015: Erinnerungsstücke sammeln

Nach der Beerdigung bleibt kaum etwas, um sich an das geliebte Kind zu erinnern.

Umso wichtiger ist es, sorgsam mit den Spuren des kleinen Menschen umzugehen:

  • Die Sammlung von Erinnerungsstücken in einer Kiste oder Schachtel
  • Erinnerungsbilder vom verstorbenen Kind und den Angehörigen machen oder machen lassen
  • Hand- und Fußabdrücke mit Fingerfarben oder plastisch per Gips erstellen
  • Dem Kind einen Vornamen geben
  • Abschiedsrituale und Bestattungszeremonien planen
  • Eintragung des Kindes ins Geburtenregister beim Standesamt

 

Betroffene Eltern müssen wissen, dass alles, was sie jetzt an Eindrücken von ihrem Kind sammeln als Erinnerung für ein ganzes Leben reichen muss!

Wichtig ist mir zu betonen, dass diese Punkte nur als Vorschläge und Anregungen zu verstehen sind.

Jedes Elternpaar sollte für sich selbst entscheiden, womit es sich am wohlsten fühlt.

Möglich ist es auch, einige Rituale nachzuholen, wenn man zum Zeitpunkt des Todes vielleicht keine Gelegenheit dazu hatte.

Alles ist richtig, wenn es den Eltern hilft und es ihnen damit ein klein bisschen besser geht!

Sternenkinder – Sternenland

»Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne,

weil ich auf einem von ihnen wohne,

weil ich auf einem von ihnen lache.

Du allein wirst Sterne haben, die lachen können!«

(Aus: Antoine de Saint-Exupery, Der kleine Prinz)

 

Ursprünglich wurden die Kinder als Sternenkinder bezeichnet, die den Himmel und die Sterne erreicht haben, noch bevor sie das Licht der Welt erblicken durften.

Im ursprünglichen Sinne wurden damit Neugeborene bezeichnet, die mit einem Gewicht von 500 Gramm vor, während oder nach der Geburt versterben.

Mittlerweile werden aber auch verstorbene Babys – unabhängig von ihrem Gewicht – so genannt.

Eltern bewegt die Frage, wohin das eigene Kind geht und ob es ihm dort gut geht, wo es nun ist.

Ich selbst habe mich immer wieder mit dieser Frage beschäftigt.

Dabei ist das Bild entstanden, welches Du zu Beginn meines Artikels sehen kannst.

Sternenkinder sitzen in einem Boot Richtung Sternenland.

Sie haben Spielzeug dabei und stützen und halten sich während der wackeligen Überfahrt.

Die Eltern stehen am Ufer und blicken ihren Kindern hinterher.

Sie hoffen, dass es ihnen auf der anderen Seite gut gehen wird.

Das Sternenland sieht von der Uferseite einladend aus.

Die Sterne funkeln und erleuchten das Sternenland.

Die Sonne scheint und liefert Wärme und Licht.

Es gibt dort Häuser und liebe Menschen, die jedem kleinen Sternenkind Schutz und Geborgenheit geben.

Ich persönlich mag diese Vorstellung und dieses Bild sehr.

Ich wünsche mir für alle Sternenkinder 2015 einen Ort der Geborgenheit und der Ruhe wie auf meinem Bild.

Und für alle Sternenkinder auf dieser Welt, die nicht leben durften.

Der Gedanke tröstet mich einen Augenblick, er tut mir gut.

Wie ergeht es Dir damit?

Ich wünsche allen Sterneneltern viel Kraft auf ihrem Weg und viele liebe Menschen, die sie begleiten.

In meinem Artikel Trauersprüche für Sternenkinder sammle ich kontinuierlich Sprüche und Zitate, die trauernden Eltern und Angehörigen

erste Ausdrucksformen für den Tod ihres Kindes schenken können.

Herzliche Grüße

Silke Schwekutsch

 

 

 

Fehlgeburt: Was Du niemals sagen solltest!

Das Erleben einer Fehlgeburt ist für viele Frauen ein tiefer Einschnitt in ihr Leben.

Viele Frauen und Paare sind oftmals überrascht von den intensiven Gefühlen, die eine Fehlgeburt auslösen kann.

Und das ist mehr als verständlich:

Wir verbinden mit einer Schwangerschaft die Entstehung neuen Lebens und die Geburt eines Babys.

Gedanklich und emotional ist uns unser Kind schon ganz nahe, der zukünftige gemeinsame Lebensweg steht fest.

Dass Fehlgeburten leider zum Leben einer Frau und eines Paares dazugehören können, wissen viele nicht.

Umso schockierender die Nachricht, dass das Kind nicht (weiter)leben wird oder das Herz aufgehört hat zu schlagen.

Der Schock sitzt tief und es gibt kaum eine Vorstellung, wie diese Nachricht verarbeitet werden kann.

Ich war in meinem beruflichen Alltag bei Kindeshalb immer wieder überrascht, was betroffene Frauen und Paare von ihrer Familie, von Freunden und Bekannten zu hören bekommen, wenn diese von der Fehlgeburt erfahren.

Deshalb kommt hier eine Liste von 5 Punkten, die Du niemals zu einer betroffenen Frau oder einem betroffenen Paar sagen solltest.

 

Fehlgeburt: Was Du niemals sagen solltest

1. „Das Schicksal wollte es so“

Für jemanden, der gerade einen schweren Verlust verkraften muss, kann die Aussage „das Schicksal wollte es so“ sehr verletzend sein.

Schnell kann die Vorstellung entstehen, dass das Schicksal für das Leben der betroffenen Person keine Kinder vorgesehen hat.

Und es stellt sich die Frage, was das Schicksal zukünftig noch bringen wird.

Selbst Frauen und Paare, die keinerlei Hang zum Aberglauben haben und mit beiden Beinen im Leben stehen, berühren solche Gedankengänge sehr.

 2. „Mit Deinem Kind stimmte irgendetwas nicht“

Immer wieder höre ich diese Art von Bemerkung.

Inhaltlich mag dieser Gedanke vielleicht sogar richtig sein. Es gibt viele Faktoren, die zu einer Fehlgeburt führen können.

Allerdings möchte ich deutlich darauf hinweisen, dass eine solche Bemerkung nicht tröstend wirkt.

Das Wissen um mögliche Erkrankungen oder Fehlbildungen des eigenen Kindes mindert nicht den Verlust und die Trauer.

 3. „Du kannst wieder schwanger werden“

Dies ist eine Bemerkung, die einem Tritt in die Magengrube gleich kommt.

Leider ist sie sehr beliebt und betroffene Personen hören sie sehr oft in ihrem Umfeld.

Für ein Paar, das bereits eine enge Bindung zu seinem ungeborenen Kind aufgebaut und sich viele Gedanken über das gemeinsame Leben gemacht hat, wirkt sie sehr verletzend.

Die Trauer um das Kind verschwindet nicht, indem man es durch eine neue Schwangerschaft ersetzt.

Eine Frau, die bereits schwanger war und ihr Kind nicht austragen konnte oder durfte, macht sich viele Gedanken.

Sie fragt sich nicht nur, ob sie wirklich wieder schwanger werden kann, sondern auch, ob sie überhaupt fähig ist, ein Kind auszutragen.

Viele Frauen erzählen, dass Sie Angst haben, nicht mehr schwanger werden zu können oder nicht die Fähigkeit besitzen, ein Kind bis zur Geburt auszutragen.

4. „Du bist nicht mehr die oder der Jüngste“

Es ist erstaunlich, dass es Menschen gibt, die glauben, dass ein Hinweis auf das Alter der Betroffenen eine angemessene Reaktion auf deren Fehlgeburt ist.

Zwar gibt es den Zusammenhang zwischen Fruchtbarkeit und Alter, aber eine solche Reaktion frustriert und hinterlässt das betroffene Paar einsam mit seiner Erfahrung zurück.

5. Du sagst nichts und ignorierst die Fehlgeburt

Wenn Dir jemand vertrauensvoll von einer Fehlgeburt erzählt oder Dich auf andere Art und Weise davon wissen lässt, ist es fatal, wenn Du nicht darauf reagierst und die Fehlgeburt ignorierst.

Jede und jeder weiß, wie schwer es ist, in solchen Situationen die richtigen Worte zu finden.

Die Begegnung mit trauernden Menschen ist anstrengend und fordert viel Einfühlungsvermögen.

Mein Tipp: Du musst keine perfekt eloquente und einfühlsame Antwort finden.

Hier ist weniger mehr.

Ein „es tut mir leid, was Euch passiert ist“ lässt das betroffene Paar wissen, dass Du an Sie denkst und Dich in ihre Situation einfühlen kannst.

 

Herzliche Grüße

Silke

 

Fehlgeburt und Abschied

Zu Beginn einer Schwangerschaft kommt es leider immer wieder zu einer Fehlgeburt und damit zum Abschied vom noch ungeborenen Kind.

Viele Frauen belastet der Verlust extrem.

Sie fühlen sich damit alleingelassen.

Ein Artikel in Spiegel online greift das Thema auf und erzählt die Geschichte einer jungen Frau.

Weiterhin wird die Arbeit von Jutta Kuck, einer Ärztin und Therapeutin, die bei profamilia in Burscheid und Solingen berät, begleitet.

 

Grabfeld für Sternenkinder: Vielen Frauen fällt es schwer, eine Fehlgeburt zu verarbeiten

Als Jana Köhler* schwanger wurde, war sie sehr glücklich. Es war der richtige Zeitpunkt, sie war 30 Jahre alt, hatte den Einstieg in den Beruf geschafft und lebte mit ihrem Partner zusammen. Schon zwei Monate, nachdem das Paar aufgehört hatte, zu verhüten, war der Test aus der Apotheke positiv ausgefallen. Die Frauenärztin zeigte ihr den Herzschlag des Embryos auf dem Ultraschallbild, Jana Köhler war in der siebten Woche schwanger.

Vier Wochen später ging sie zur nächsten Vorsorgeuntersuchung. Der Embryo würde nun so groß sein wie ein Gummibärchen, wusste sie. „Er versteckt sich“, meinte die Ärztin zunächst noch, als sie auf dem Ultraschallbild nichts entdecken konnte. Doch der Embryo war verschwunden. Jana Köhler hatte eine missed abortion gehabt, einen verhaltenen Abort. Dabei geht ein toter Embryo nicht ab, sondern wird oft vom Körper resorbiert.

Wie einen Schlag ins Gesicht habe sie die Nachricht empfunden, sagt Jana Köhler: „In mir zog sich alles zusammen.“ Im Krankenhaus entfernten Ärzte die Reste der Fruchtblase aus ihrer Gebärmutter, Jana Köhler saß im Gynäkologiestuhl und konnte nicht aufhören zu weinen. Sie fühlte sich hilflos. Bei der Erinnerung daran muss sie selbst ein Jahr später noch gegen Tränen ankämpfen.

Schwerer Schicksalsschlag – wenig Verständnis

Schätzungen zufolge enden 10 bis 15 Prozent aller Schwangerschaften mit einer Fehlgeburt, 80 Prozent davon innerhalb der ersten zwölf Wochen. Vielen Frauen fällt es schwer, das Ereignis zu verarbeiten – dennoch wird selten darüber gesprochen. Unter anderem, weil es ein sehr persönlicher Schmerz ist, dessen Ausmaß selbst nahestehende Menschen nicht immer verstehen.

Jutta Kuck ist Ärztin und Therapeutin, sie berät betroffene Frauen in den Pro-Familia-Beratungsstellen von Solingen und Burscheid. Vor allem, wenn die Fehlgeburt früh passiert, fehle dem Umfeld oft das Verständnis, sagt die Medizinerin: „Es wird erwartet, dass die Frauen nach zwei Wochen wieder arbeiten gehen, und spätestes nach sechs Wochen alles vergessen haben.“ Doch der Verlust des ungeborenen Kindes sei ein Schicksalsschlag, mit dem jeder anders umgehe.

„Frauen nehmen den Embryo meist schon ab dem ersten Schwangerschaftstest als ihr Kind wahr und bauen eine Bindung zu ihm auf“, sagt Kuck. Und viele sehen nach einem Abort ihren Lebensplan scheitern, weil sie fürchten, dass sie niemals ein Kind bekommen können. Das trifft vor allem auf die Frauen zu, die erst spät schwanger werden. „Wenn eine 38-Jährige ein ungeborenes Kind verliert, kann ihr ja auch niemand garantieren, dass sich ihr Kinderwunsch noch erfüllt“, sagt Kuck.

Schuldgefühle und Vorwürfe

Besonders stark leiden Frauen, die in ihrem Leben schon öfter Verluste erfahren mussten: Wer zum Beispiel einen Elternteil verloren oder andere schmerzhafte Trennungen erlebt hat, bleibt besonders verwundbar. Eine Fehlgeburt kann aber auch starke Frauen aus der Bahn werfen, die sonst gut darin sind, Probleme zu meistern. „Solche Frauen gehen oft davon aus, sie könnten das ganze Leben planen und kontrollieren. Die missglückte Schwangerschaft wird dann als schlimmer Kontrollverlust empfunden“, sagt Kuck.

Fast alle Frauen machen sich Vorwürfe, wenn sie ein Kind verlieren. „Man sucht nach Gründen“, sagt auch Jana Köhler. War sie zu oft beim Sport? Hatte sie nicht dieses eine Mal Alkohol getrunken, als sie noch nichts von der Schwangerschaft wusste? Die Schuldgefühle seien in der Regel unbegründet, sagt Jutta Kuck: „Und sie machen es schwer, abzuschließen.“

Die Therapeutin hilft Frauen mit Methoden der Traumatherapie, ihren Kummer zu verarbeiten oder mit der Angst vor einer weiteren Fehlgeburt umzugehen. Manchmal hilft sie auch dabei, vom Kinderwunsch Abschied zu nehmen. Außerdem berät sie Paare, deren Beziehung nach einer Fehlgeburt leidet: Oft fühlen sich Frauen von ihren männlichen Partnern allein gelassen, die scheinbar weniger trauern. Dabei gingen diese häufig nur anders mit dem Verlust um, sagt Kuck. „Die Männer glauben, sie müssten für ihre Partnerin stark sein, und verbergen deshalb ihr Leid.“

Abschied vom nie geborenen Kind

Freunden und Familie empfiehlt die Therapeutin, ganz einfach zuzuhören – für Aufmunterungsversuche der Art „Das nächste Mal klappt es bestimmt!“ hingegen sei es in der Trauerphase zu früh. Auch Rituale könnten betroffenen Frauen helfen. So bieten mehrere Geburtskliniken heute symbolische Bestattungszeremonien für zu früh oder nie geborene Kinder an.

Jana Köhler hat für ihr verlorenes Baby eine Kerze angezündet. Vielleicht wäre es schwer krank gewesen, hat sie sich irgendwann gesagt, und die Schwangerschaft musste deswegen scheitern. Die Fehlgeburt hätte ihr so erspart, sich später für oder gegen eine Abtreibung entscheiden zu müssen. Heute ist sie die Mutter von Malte, einem neun Monate alten Sohn. Vor kurzem hat er zum ersten Mal Mama gesagt. Trotzdem denkt sie manchmal noch an das andere, das niemals geborene Kind. Sie malt sich dann aus, dass es heute schon laufen könnte.

ZUR AUTORIN
  • Irene Habich

    Irene Habich studierte Tiermedizin und Journalistik. Sie arbeitet als freie Wissenschaftjournalistin in Berlin und Hamburg.