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Schwanger mit 38: Welche Chancen bietet die IVF?

Wie stehen die Chancen mithilfe einer IVF im Alter von 38 und mehr Jahren schwanger zu werden und wie hoch ist die Lebendgeburtenrate in diesem Lebensalter? Spielt die Anzahl der Eizellen, die bei der Punktion gewonnen wurden, eine Rolle?

Schwanger mit 38

Aus vielen E-Mails, die ich im Laufe meiner Arbeit als Kinderwunsch Bloggerin erhalten habe, weiß ich, dass die Frage nach den Chancen der IVF bei Frauen im Alter von 38 und mehr Lebensjahren eine große Rolle spielt. Lohnt sich der ganze Stress, das emotionale Auf und Ab und der erhebliche finanzielle Aufwand wirklich? Ich bin der festen Überzeugung, dass eine ehrliche Beratung von Kinderwunschpaaren, bei denen die Frau 38 Jahre oder älter ist, wesentlich ist und dass diese auch relevanten Zahlen zu den Chancen enthalten sollte.

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Eine dänische Forschergruppe hat in einer retrospektiven Studie die Daten von 4500 Frauen ausgewertet, die im Alter von 38 und mehr Jahren ihren ersten IVF Zyklus begonnen hatten. Im Fokus stand hierbei die kumulierte Lebendgeburtenwahrscheinlichkeit, das bedeutet, dass sowohl die Geburten, die nach einem Transfer von frisch gewonnenen Eizellen als auch nach einem Kryo-Zyklus entstanden waren, gezählt wurden.

IVF mit 38: Chancen

Tatsächlich und wenig überraschend war die Lebendgeburtenwahrscheinlichkeit vom Alter der Frau abhängig. Hier kommen die Zahlen:

Alter der Frau38 – 39 Jahre40 – 41 Jahre42 – 43 Jahre ≥44 Jahre
Lebendgeburtenwahrscheinlichkeit25.9%16.4%7%1.2%

Die Wahrscheinlichkeit für eine Geburt unter Frauen im Alter von ≥38 Jahren nach einer IVF nimmt mit zunehmendem Alter ab. Während diese im Alter von 38 bis 39 Jahren bei 25.9% und im Alter von 40 bis 41 Jahren bei 16.4% liegt, erfolgt der stärkste Rückgang im Alter von 42 bis 43 Jahren mit nur noch 7%. Schlusslicht bildet eine Lebendgeburtenrate nach IVF im Alter von ≥44 Jahren mit 1.2%.

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Auch die Anzahl der gewonnenen Eizellen spielt dabei eine Rolle: Je höher die Anzahl der verwendbaren Eizellen war, desto höher war auch die Lebendgeburtenrate. Allerdings spielte dieser Faktor besonders in der Altersgruppe von bis zu 41 Jahren eine Rolle und wurde bei höherem Alter (42 bis 43 Jahre) deutlich unwichtiger.

Fazit: Schwanger mit 38?

Die Zahlen sind frustrierend. Besonders für die Frauen über 40 Jahre sind die Erfolgsaussichten mithilfe einer IVF bald ein Baby in den Armen halten zu können, nicht sonderlich gut. Umso wichtiger finde ich es, dass betroffene Kinderwunsch Paare um diese Zahlen wissen, um zu einer realistischen Einschätzung ihrer Situation zu kommen und um abwägen zu können, ob dieser Behandlungsweg der richtige für sie ist. Es lohnt sich, sich ausführlich beraten zu lassen.

Herzliche Grüße

Silke

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Follikel: Definition, Größe & Entwicklungsstufen

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Quellen

Marta Devesa et al.: Cumulative live birth rates and number of oocytes retrieved in women of advanced age. A single centre analysis including 4500 women ≥38 years old. Human Reproduction, Volume 33, Issue 11, 1 November 2018, Pages 2010–2017,https://doi.org/10.1093/humrep/dey295.

Foto: Bigstock.com / © Laboko

By |2018-11-06T23:52:05+00:00November 6, 2018|0 Comments

Follikel: Definition, Größe & Entwicklungsstufen

Ganz zu Beginn jeder Schwangerschaft steht ein Follikel! Ein kleines Eibläschen, das es schafft sich gegen viele andere Follikel durchzusetzen und am schnellsten und kräftigsten zu wachsen. In diesem Artikel erfährst du, warum eine gute Follikelentwicklung für eine Schwangerschaft wichtig ist und was die damit verbundenen Begriffe wie Follikelphase, follikelstimulierendes Hormon (FSH) und Follikelsprung bedeuten.

Was sind Follikel Definition und Größe

Follikel (von lat. Folliculus: Hülle, Hülse) sind bläschenförmige Hohlraumstrukturen, die es beim Menschen zum Beispiel in der Schilddrüse, im lymphatischen System, der Haut, aber auch in den Eierstöcken gibt. Vielleicht hast du bei einem Ultraschall bei deinem Gynäkologen schon einige deiner eigenen Follikel (auch Ovarialfollikel genannt) gesehen. Sie sehen wie kugelige  mit Flüssigkeit gefüllte Eibläschen aus und umgeben als Hülle die heranreifende Eizelle im Eierstock.

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Follikel sind damit keine Eizellen. Vielmehr ist die Eizelle die weibliche Keimzelle, die im Follikel schwimmt. Der Follikel umgibt die Eizelle wie eine schützende Hülle im Eierstock und trägt dazu bei, dass diese sich ideal entwickeln kann und zum richtigen Zeitpunkt auf den Weg Richtung Gebärmutter geschickt wird.

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Ein voll ausgereifter Follikel zum Zeitpunkt des Eisprungs hat einen mittleren Durchmesser von 22-24 mm. Das Intervall liegt bei 18 bis 36 mm, d.h. das Eibläschen kann bereits bei 18 mm oder erst bei 36 mm platzen.  Er ist gefüllt mit Flüssigkeit, in der sich die Eizelle befindet.

Follikel vor dem Eisprung

Follikel kurz vor dem Eisprung im Ultraschall

Seine maximale Größe erreicht der Ovarialfollikel um die Zyklusmitte. Dieser Zeitpunkt entspricht meistens dem 10. bis 14. Tag nach dem Start deiner Periode. Das Eibläschen öffnet sich und entlässt die Eizelle mitsamt seiner Flüssigkeit. Die eigentliche Eizelle ist mit bloßem Auge kaum zu sehen. Sie ist nur 0,11 bis 0,14 Millimeter groß.

Follikel kurz vor dem Eisprung

Kurz vor dem Eisprung, Wikimedia.org ©Maksim

Follikelreifung im Zyklus

Die Eibläschen durchlaufen während ihrer Reifung verschiedene Entwicklungsstadien und die Follikel, die du im Ultraschall sehen kannst, haben schon einige Entwicklungsschritte hinter sich. Abhängig von ihrem Reifungsgrad werden Ovarialfollikel in Primordialfollikel, Primär-, Sekundär- und Tertiär-Follikel unterschieden. In deinen Eierstöcken sind Eibläschen in all diesen Entwicklungsstadien zu finden. Für die entscheidende Weiterentwicklung vom Tertiär-Follikel zum Graaf-Follikel, den es für einen Eisprung braucht,  kommt das follikelstimulierende Hormon FSH ins Spiel.

Zyklustee Wegweiser

Zu Beginn eines neuen Zyklus, der mit dem ersten Tag deiner Periodenblutung beginnt, hat sich eine Kohorte von 10 bis 20 Eibläschen in eine Art „Lauerstellung“ begeben. Ziel dieser nun auch als Antralfollikel bezeichneten kleinen Eibläschen (2 bis 10 mm im Durchmesser) ist es, ein Graaf-Follikel zu werden und zum Eisprung zu kommen. Allerdings schafft dies nur ein einzelner Follikel pro Zyklus.

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Der Leitfollikel

Die Ausschüttung von FSH durch die Hirnanhangsdrüse wirkt wie der Startschuss zu einem Rennen um die Position des Leitfollikels, an dessen Ende sich nur ein Eibläschen durchsetzen kann. Dieser Follikel schafft es durch seine Größe und Entwicklungsreife die anderen Follikel zu dominieren und zum sprungreifen Follikel zu wachsen. Die übrigen Follikel bilden sich zurück und degenerieren (Follikelatresie). Manchmal und in Ausnahmen schaffen es auch 2 Eibläschen zu springen und eröffnen damit die Chance mit zweieiigen Zwillingen schwanger zu werden.

Der Prozess der Auswahl des dominanten Follikels ist spannend, aber auch komplex. Sie beruht auf einem negativen Rückkopplungsprozess, bei dem die durch die Follikel selbst produzierten Östrogene die weitere Ausschüttung von FSH gehemmt wird. Diese geringere Verfügbarkeit von FSH führt dazu, dass die Follikel degenerieren, nur der am weitesten entwickelte Follikel kann von dieser Entwicklung profitieren. Denn er verfügt aufgrund seines Reifegrades über die höchste Empfindlichkeit für FSH und er schüttet gleichzeitig das Hormon Inhibin aus, das zusätzlich die weitere FSH Produktion hemmt. Das stärkste Eibläschen baut auf diese Weise seinen Entwicklungsvorsprung aus und reift zum sprungbereiten Follikel weiter. Die stark zunehmende Estradiol Ausschüttung führt zudem zu einem LH Anstieg, der etwa 24 Stunden nach dem LH Peak zum Eisprung (Follikelsprung) führt.

Eisprung (Ovulation)

Die Follikelreifung findet im Eisprung ihren Abschluss. Beim Eisprung platzt die Hülle des Leitfollikels auf und die Eizelle wird in den Eileiter geschleudert. Im Eileiter kann sie von einem Spermium befruchtet werden und danach ihren Weg in die Gebärmutter fortsetzen. Nach ca. 4 bis 6 Tagen dort angekommen erfolgt die Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut und die weitere Entwicklung zu einem Baby.

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Dem aufgeplatzten Eibläschen kommt ebenfalls eine neue Aufgabe zu: Er wandelt sich nach dem Eisprung und unter dem Einfluss von LH in den Gelbkörper um.

Eisprung, Follikel wandelt sich in Gelbkörper um

Follikel wandelt sich in Gelbkörper um, ©Wikimedia.org

Erfolgt keine Befruchtung wandert die Eizelle trotzdem in die Gebärmutter und wird dort zusammen mit der Gebärmutterschleimhaut am Ende des Zyklus mit dem Einsetzen der Periode ausgeschieden. Gleichzeitig haben bereits die Vorbereitungen für den nächsten Zyklus angefangen. Eine neue Kohorte von Eibläschen hat sich gebildet und wartet auf den Startschuss um die beste und schnellste Entwicklung.

Follikelreifung im stimulierten Zyklus

Da eine künstliche Befruchtung sehr zeit- und kostenintensiv ist, wird durch eine gezielte Stimulation der Eierstöcke versucht, möglichst viele Follikel bis zur Sprungreife zu entwickeln. Denn je mehr reife Eizellen am Ende der Stimulation punktiert werden können, desto mehr Möglichkeiten ergeben sich, diese zu befruchten und im Rahmen eines Transfers in die Gebärmutter zurückzusetzen.

Allerdings verhalten sich nicht alle Eibläschen unter der Stimulation gleich. Vielmehr hat jeder Follikel seinen eigenen Entwicklungsrhythmus und nicht alle schaffen es eine Größe von 18 mm zu erreichen. Sobald mehrere Follikel 18 mm und mehr erreicht haben, wird das Hormon hCG verabreicht und damit der Eisprung ausgelöst. Etwa 36 Stunden später erfolgt dann die Punktion der Eizellen. Leider sind nicht alle dieser auf diesem Wege gewonnen Eizellen reif und auch über deren Qualität lässt sich erstmal nur spekulieren. Auch kommt es immer wieder vor, dass die Follikel überhaupt keine Eizelle enthalten (Leere-Follikel-Syndrom).

Zyklus: Follikelreifung, Eisprung, Schwangerschaft / Blutung

Zyklus für Zyklus vollziehen sich alle diese Prozesse in deinem Körper. Zunächst reifen mehrere Eibläschen heran, wovon sich eines durchsetzt und zum Eisprung gelangt. Kommt es zu einer Befruchtung und Einnistung bist du schwanger. Klappt dies nicht tritt nach dem Zerfall des Gelbkörpers deine nächste Monatsblutung ein.

Ich persönlich bin total fasziniert davon und staune mit welcher Ausdauer und Kraft der weibliche Körper Monat für Monat eine mögliche Schwangerschaft vorbereitet. Ob dies wirklich geklappt hat, kannst du frühestens am Tag deiner zu erwarteten Monatsblutung (etwa 14 Tage nach dem Eisprung) mithilfe eines Schwangerschaftstests herausfinden. Sollte es nicht mit dem Schwanger werden geklappt haben, gibt es aber jeden Grund neuen Mut zu fassen, denn die nächsten Eibläschen sind bereits startklar und leiten einen neuen Zyklus ein.

Zur Bestimmung des Zeitpunkts, ab dem du zuverlässig einen Schwangerschaftstest durchführen kannst, kann ich dir meine hCG Tabelle Urin empfehlen. Bei Fragen melde dich gerne bei mir.

Herzliche Grüße

Silke

Quellen

  • Elisabeth Raith-Paula, Petra Frank-Hermann, Günter Freundl, Thomas Strowitzki: Natürliche Familienplanung heute: Modernes Zykluswissen für Beratung und Anwendung. 5. Auflage. Springer Verlag, 2013.
  • Hans-Rudolf Tinneberg, Michael Kirschbaum, Frank Oehmke (Hrsg.): Gießener Gynäkologische Fortbildung 2003: 23. Fortbildungskurs für Ärzte der Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg/New York 2013.

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By |2018-10-12T22:25:01+00:00Oktober 12, 2018|2 Comments

Weibliche Hormone: Hormonwerte Tabelle der Frau

Du kennst die Situation vielleicht: Dein Frauenarzt oder Dein Reproduktionsmediziner im Kinderwunschzentrum hat Dir Blut abnehmen lassen und die Ergebnisse sind zurück und liegen auf dem Tisch. Doch was bedeuten die einzelnen Hormonwerte und welche Referenzwerte sind für die einzelnen Hormone „normal“?

Damit Du nicht für jedes einzelne Hormon nach der passenden Hormonwerte Tabelle suchen musst, habe ich Dir folgend eine Tabelle der weiblichen Hormone mit speziellem Fokus auf den Kinderwunsch erstellt.

Weibliche Hormone im Zyklus

Bei unerfülltem Kinderwunsch ist es sinnvoll ganz bestimmte Hormonwerte überprüfen zu lassen. So können beispielsweise zu hohe oder zu niedrige Schilddrüsenwerte mitverantwortlich dafür sein, dass Du nicht schwanger wirst. 

Bitte beachte, dass die Hormonwerte in der folgenden Tabelle sogenannt Referenzwerte sind. Wenn Deine Hormonwerte von den angegebenen Werten abweichen, muss das nicht zwangsläufig auf eine bestimmte Krankheit hinweisen. Zudem können die Referenzwerte auch von Labor zu Labor leicht schwanken.

Hormonwerte Tabelle der Frau

HormonWann oder was wird getestet?Normwert
Androstendion< 3,1 µg/l
Zu Beginn der Wechseljahre0,47 – 2,68 µg/l
DHEAS0,35-4,3 mg/l
FSHFollikelphase1-10 U/l
Ovulation 2-21 U/l
Lutealphase 1-8 U/l
fT3freies T32.0 – 4.2 ng/l
fT4freies T48-15 ng/l
LHFollikelphase2-15 U/l
Ovulation22-105 U/l
Lutealphase1-19 U/l
(17-ß)-ÖstradiolFollikelphase30-120 µg/l
präovulatorisch90-330 µg/l
Lutealphase60-185 µg/l
ProgesteronFollikelphase0,15-1,4 µg/l
Lutealphase3-25 µg/l
21. Zyklustag>10 µg/l
Prolaktin3,0-25 µg/l
Anti-Müller-Hormon (AMH) Norm 1–8 µg/l
Eingeschränkte Funktion der Eierstöcke0,4–1,0 µg/l
Wechseljahre< 0,4 µg/l
Testosteron0,85 µg/l
T3gesamt80-200 ng/dl
T4gesamt5-12 ng/dl
TSH0,2-4 mU/l

Erläuterungen zur Tabelle:

ng = Nanogramm

mg = Milligramm

µg = Mikrogramm

l = Liter

ml = Milliliter

mU = Milliunits (Maßzahl für Enzymaktivitäten)

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Quellen

Barbieri RL: The endocrinology of the menstrual cycle.  2014;1154:145-69. doi: 10.1007/978-1-4939-0659-8_7.

Berkane N et al.: From Pregnancy to Preeclampsia: A Key Role for Estrogens.  2017 Apr 1;38(2):123-144. doi: 10.1210/er.2016-1065.

Dietrich, K. et al (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe. Heidelberg, Springer 2007.

By |2018-10-09T21:11:37+00:00Oktober 9, 2018|0 Comments

Künstliche Befruchtung & Altersgrenze: Neue Studie zur IVF über 40!

Bis zu welcher Altersgrenze ist eine künstliche Befruchtung erfolgsversprechend? Macht es Sinn mit 40 Jahren und älter eine IVF zu planen, um schwanger zu werden? Heute möchte ich dir eine neue Studie aus Israel vorstellen, die zum Thema künstliche Befruchtung bei 41 – 43 jährigen Frauen interessante Erkenntnisse veröffentlicht hat.

Künstliche Befruchtung: Altersgrenze & Fruchtbarkeit

Das Thema Alter und Fruchtbarkeit beschäftigt viele Frauen mit Kinderwunsch und ich erinnere mich selbst nur zu gut an meine eigene Unsicherheit und die vielen bangen Fragen als ich mit 38 Jahren angefangen habe über ein 2. Kind nachzudenken.

Sicherlich weißt du um die Zusammenhänge zwischen dem Alter der Frau und ihrer Fruchtbarkeit und leider kann auch eine künstliche Befruchtung die abnehmende Schwangerschaftswahrscheinlichkeit mit zunehmendem Alter nicht ausschalten. Die Erfolgschancen einer IVF oder ICSI sind definitiv altersabhängig, es stellt sich aber die Frage bis zu welcher Altersgrenze eine künstliche Befruchtung mit den eigenen Eizellen noch lohnt.

Künstliche Befruchtung über 40 erfolgversprechend?

Dieser Frage ist eine neue Studie aus Tel Aviv in Israel nachgegangen. In dieser Studie wurden insgesamt 146 Frauen untersucht, die zwischen Januar 2006 und Dezember 2013 einen ersten IVF Versuch im Alter zwischen 41 und 43 Jahren begonnen hatten. Als Parameter für den Erfolg der IVF Therapie wurde die Lebendgeburtenwahrscheinlichkeit und nicht die Schwangerschaftsrate verwendet.

Keine Frau und kein Paar wünscht sich 6 oder gar 13 IVF Versuche! Und mir ist klar, dass diese Zahlen nicht gerade erbaulich für dich sein werden. Trotzdem finde ich die Ergebnisse hilfreich:

  • Die Studie liefert neue Hinweise darauf, dass offenbar eine künstliche Befruchtung über 6 Versuche hinaus bei Frauen im Alter von 41 bis 43 Jahren wenig erfolgsversprechend ist.
  • Positiv ist, dass eine kumulierte Lebendgeburtenwahrscheinlichkeit von 28,8% nach bis zu 6 IVF Versuchen einen Therapiebeginn durchaus argumentativ vertretbar machen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass im Vorfeld einer Behandlung eine ausführliche Beratung des Paares stattfinden sollte, bei der auf diese eingeschränkten Erfolgschancen hingewiesen werden. Eine Beratung kann vor zu hohen Erwartungen schützen!
  • Die Studie konnte eine abnehmende Lebendgeburtenwahrscheinlichkeit der 41 bis 43 jährigen Frauen festhalten: Die kumulierte Lebendgeburtenwahrscheinlichkeit pro Behandlungszyklus lag bei den 42 jährigen Frauen bei 8%, bei den 42 jährigen bei 5,8% und bei den 43 jährigen Studienteilnehmerinnen bei 4,1%.
  • Neben dem Alter konnte als wichtigster Einflussfaktor auf den Erfolg der IVF Therapie das Rauchen nachgewiesen werden. Rauchen minimierte die Wahrscheinlichkeit auf eine Lebendgeburt um ca. 80%!

Künstliche Befruchtung: Altersgrenze bleibt ein Problem

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Thema Alter und Altersgrenze bei Frauen über 40 Jahren, die über eine künstliche Befruchtung nachdenken, ein kaum lösbares Problem bleibt. Dies ist gerade in Deutschland der Fall, da hier immer noch die Eizellspende verboten ist. Die Erfolgsaussichten einer IVF Therapie  über 40 sind bescheiden, es gibt hier aus meiner Sicht wenig zu beschönigen. Auf der anderen Seite sind IVF Versuche im Alter zwischen 41 und 43 Jahren sicherlich nicht aussichtslos! Eine umfassende Beratung des Paares erscheint besonders wichtig, um sorgfältig abzuwägen, ob dieser Weg mit all seinen Risiken und Belastungen wirklich der richtige ist.

Herzliche Grüße

Silke

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AMH Wert: Ist ein AMH Test sinnvoll?

Quellen:

  • Oshrit Lebovitz et al.: The expected cumulative incidence of live birth of patients starting IVF treatment at age 41 years or older. Reproductive Biomedicine Online, im Druck.
  • M. Devesa1, R. Tur1, F.: I will use my own”: until what age? ESHRE Annual Meeting, Lisbon 2015.
  • Klipstein S, Regan M, Ryley DA, Goldman MB, Alper MM, Reindollar RH: One last chance for pregnancy: a review of 2,705 in vitro fertilization cycles initiated in women age 40 years and above. Fertility and Sterility, Volume 84, Issue 2, pages 435-445.

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By |2018-09-28T22:21:43+00:00September 28, 2018|0 Comments

Blastozystentransfer: Höhere Wahrscheinlichkeit für Jungs & eineiige Zwillinge!

Vielleicht hat dich auch schon die Frage beschäftigt, ob eine IVF und der damit oft verbundene Blastozystentransfer das Geschlecht deines Babys oder die Wahrscheinlichkeit eineiige Zwillinge zu bekommen beeinflusst. Eine neue Studie bestätigt die Beobachtung, dass es offenbar tatsächlich eine Verbindung zwischen dem Blastozystentransfer und dem Geschlecht bzw. der Entstehung eineiiger Zwillinge gibt.

Blastozystentransfer: Was ist das genau?

Bei einer künstlichen Befruchtung (IVF oder ICSI)wird nach einer Stimulation der Eierstöcke eine größere Anzahl von Eizellen punktiert (Follikelpunktion) und im Labor befruchtet. Nach einigen Tagen können dann bis zu maximal 3 Embryonen in die Gebärmutter der Frau zurückgesetzt werden. Hierbei stellt sich die Frage, in welchem Entwicklungsstadium dieser Transfer stattfindet und es gibt hierzu unterschiedliche Ansätze. Während manche Kinderwunsch Kliniken sich dazu entscheiden, die Embryonen im Teilungsstadium nach 2 oder 3 Tagen zurücksetzen (Embryonentransfer), wählen andere die Möglichkeit, die Embryonen bis zum fünften Tag nach der Befruchtung weiter im Brutschrank zu kultivieren. In diesem Fall spricht man von einem Blastozystentransfer, also der Übertragung von Embryonen, die sich bereits in einem sehr fortgeschrittenen Entwicklungsstadium befinden. Die Übertragung der Embryonen im Blastozystenstadium erfolgt damit ungefähr zum gleichen Zeitpunkt, an dem sie bei einer natürlichen Empfängnis die Gebärmutter erreichen würden.

Blastozystentransfer: Mehr Jungs & mehr eineiige Zwillinge

Eine neue Meta-Analyse aus Südkorea konnte 26 Studien zwischen 1995 und Mai 2017 zu diesem Thema auswerten. Und das Ergebnis bestätigt tatsächlich die Beobachtung, dass nach einem Blastozystentransfer mehr Jungs und mehr eineiige Zwillinge geboren werden. Die Auswertung zeigte, dass die Wahrscheinlichkeit nach Blastozystentransfer einen Jungen zu bekommen um etwa 10% erhöht ist. Die Wahrscheinlichkeit eineiige Zwillinge das Leben zu schenken ist sogar in etwa doppelt so hoch! Die Ursachen hierfür werden leider nicht von der Studie erfasst und sind damit unklar.

Weiterer Vorteil des Blastozystentransfers?

Für alle, die sich beispielsweise unbedingt einen Jungen wünschen oder sich auch gut Zwillinge vorstellen können, kann dieses Ergebnis vielleicht ein zusätzliches Kriterium sein, sich für einen Blastozystentransfer zu entscheiden. Der aus meiner Sicht wichtige Vorteil eines Blastozystentransfers ist aber die bessere Identifizierung von Embryonen, die das Potential in sich tragen, sich einzunisten und sich zu einem Baby zu entwickeln. Denn nur etwa 20 bis 30 Prozent aller befruchteten Eizellen schaffen es bis zum Blastozystenstadium. Auch der Zeitpunkt der Übertragung des Embryos scheint zu diesem späteren Zeitpunkt idealer gewählt zu sein, entspricht er doch dem Zeitpunkt, an dem dieser bei einer natürlichen Empfängnis die Gebärmutter erreichen würde.

Herzliche Grüße

Silke

Weiterlesen:

Homöopathische Mittel bei Kinderwunsch: Eine Übersicht

Einnistungsschmerz: Kann man die Einnistung spüren?

30 Schwangerschaftsanzeichen: Bist du schwanger?

Literatur: 

Jinli Ding et al.: The effect of blastocyst transfer on newborn sex ratio and monozygotic twinning rate: An updated systematic review and meta-analysis. Reproductive Biomedicine Online, im Druck.

Chang HJ et al: Impact of blastocyst transfer on offspring sex ratio and the monozygotic twinning rate: a systematic review and meta-analysis. Fertil Steril. 2009 Jun;91(6):2381-90. doi: 10.1016/j.fertnstert.2008.03.066. Epub 2008 Aug 20.

Foto: Bigstock.com / ©  Tyrannosaurus

By |2018-08-09T21:30:11+00:00August 9, 2018|0 Comments

Künstliche Befruchtung: Hessen übernimmt anteilig Kosten für 4. Versuch

Gute Nachrichten für Kinderwunsch Paare in Hessen, die sich für eine künstliche Befruchtung entschieden haben. Die hessische Landesregierung macht ernst mit ihrem Vorhaben ungewollt kinderlose Paare mehr zu unterstützen und übernimmt anteilig die Kosten für einen 4. Versuch.

Künstliche Befruchtung: Kosten 4. Versuch

Generell ist es so, dass gesetzlich versicherte Paare bundesweit 50% Prozent der Behandlungskosten für bis zu 3 Versuche zur künstlichen Befruchtung beantragen können. Zwar gibt es Krankenkassen, die einen höheren Anteil der Kosten und manchmal sogar 100% der Behandlungskosten übernehmen. Aber spätestens ab dem vierten Versuch werden diese Paare zu Selbstzahler und müssen nach ausschließlich eigenen Wegen der Finanzierung Ausschau halten. Dies stellt eine zusätzliche und ich wie ich finde immense Belastung der sowieso schon stark belasteten Betroffenen dar.

Welche Krankenkasse übernimmt die künstliche Befruchtung zu 100%?

Künstliche Befruchtung Kosten: Welche Kassse zahlt 75%?

Nicht wenige Paare können sich aufgrund der persönlichen finanziellen Situation keine weitere Versuche leisten oder müssen lange Zeit Geld für den nächsten Versuch zurücklegen. Zudem muss berücksichtigt werden, dass bereits im Rahmen der ersten drei Versuche die andere Hälfte der anfallenden Kosten für die Behandlung, aber auch für die Medikamente und eventuelle Zusatzleistungen privat bezahlt werden müssen.

Hessen unterstützt vierten Versuch der künstlichen Befruchtung

Um die finanzielle Belastung von Paaren mit Kinderwunsch zu reduzieren, finanziert das Land Hessen gemeinsam mit dem Bund eine Unterstützung von 75 Prozent des Selbstkostenanteils der Behandlungskosten bis zu einer Höhe von maximal 3300 Euro. Damit sollen die Chancen im Rahmen eines vierten Versuches Eltern zu werden erhöht und die finanziellen Belastungen für Kinderwunschpaare reduziert werden.

Eine entsprechende Förderrichtlinie hierzu wurde bereits erstellt. Die Förderung selbst kannst du beim Regierungspräsidium Gießen beantragen. Alle Antragsformulare sowie weitere Informationen und ein Merkblatt zur assistierten Reproduktion findest du unter: https://hessenlink.de/VierterVer

Fazit: Daumen hoch für Hessen!

Eine klasse Initiative der hessischen Landesregierung, die hoffentlich bundesweit Schule macht. Ich bin mir sicher, dass viele Paare in Hessen aufgrund dieser neuen Regelung etwas beruhigter in ihre Behandlungsversuche starten können.

Herzliche Grüße

Silke

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By |2018-09-07T21:26:47+00:00August 3, 2018|2 Comments

Künstliche Befruchtung & die Spätfolgen: Besteht ein höheres Krebsrisiko?

Wie wirken sich die Hormongaben im Rahmen einer künstlichen Befruchtung auf den weiblichen Körper aus? Bestimmt hast du dich auch schon gefragt, ob du mit Spätfolgen wie beispielsweise einem erhöhten Krebsrisiko zu rechnen hast. Bereits vor einiger Zeit habe ich zu dieser Fragestellung über eine Studie aus Schweden berichtet, die zu dem Ergebnis kam, dass Frauen, die eine Hormontherapie durchlaufen haben, kein erhöhtes Brustkrebsrisiko zeigen. Eine neue Untersuchung aus England möchte ich dir heute vorstellen.

Spätfolgen der Kinderwunschbehandlung

An der neuen Studie aus England haben 255.786 Frauen teilgenommen, die ihren ersten IVF- oder ICSI-Zyklus in den Jahren zwischen 1991 und 2010 unternommen haben. Die Untersuchung wurde durchgeführt, um herauszufinden, ob bei diesen Frauen ein erhöhtes Risiko für Brust-, Eierstock- und Endometriumkarzinome nachgewiesen werden kann. Bemerkenswert ist die große Gruppe an Frauen, die einbezogen wurden. Es handelt sich um alle Frauen, die in England im genannten Zeitraum eine künstliche Befruchtung durchlaufen haben.

Die Ergebnisse

Die Wissenschaftler der Studie konnten kein erhöhtes Risiko für Endometriumkarzinome finden. Insgesamt erkrankten in der Gruppe 164 Frauen an einem Endometriumkarzinom, die standardisierte Inzidenzrate lag bei 146.9 Fällen (164 cancers observed v 146.9 cancers expected; SIR 1.12, 95% confidence interval 0.95 to 1.30). Die standardisierte  Inzidenzrate gibt die Häufigkeit eines Ereignisses (hier der Erkrankung an einem Endometriumkarzinom) einer betrachteten Gruppe von Personen in Bezug auf die Gesamtbevölkerung an.

Weiterhin konnten die Autoren auch kein signifikant erhöhtes Risiko für  Mammakarzinome generell (2578 v 2641.2; SIR 0.98, 0.94 to 1.01) und auch nicht  für invasive Mammakarzinome finden (2272 v 2371.4; SIR 0.96, 0.92 to 1.00). Lediglich das Risiko für ein Karzinom in situ der Brust war geringfügig erhöht (291 v 253.5; SIR 1.15, 1.02 to 1.29; absolute excess risk (AER) 1.7 cases per 100 000 person years, 95% confidence interval 0.2 to 3.2).

Schließlich wurde das Risiko für Ovarialkarzinome untersucht und hierbei ein erhöhtes Risiko festgestellt (405 v 291.82; SIR 1.39, 1.26 to 1.53; AER 5.0 cases per 100 000 person years, 3.3 to 6.9). Allerdings muss hierzu erwähnt werden, dass bei den betroffenen Frauen auch andere Risikofaktoren wie beispielsweise das Vorliegen von PCOS oder andere individuelle Eigenschaften der jeweiligen Person eine Rolle spielen. So fand die Studie beispielsweise kein erhöhtes Risiko für Eierstockskrebs bei den Frauen, die „nur“ aufgrund der eingeschränkten Fruchtbarkeit ihres Partners behandelt wurden.

Die Studie konnte kein erhöhtes Risiko für Endometriumkarzinome und Mammakarzinome finden. Lediglich das Risiko für in situ Karzinome der Mamma war marginal erhöht. Es konnte ein erhöhtes Risiko für Ovarialkarzinome nachgewiesen werden, jedoch nur bei Frauen, die weitere Risikofaktoren für diese Krebsart aufwiesen.

Fazit: Künstliche Befruchtung & die Spätfolgen

Die Ergebnisse bestätigen die bisherige Studienlage: Eine künstliche Befruchtung scheint das onkologische Risiko für bestimmte Krebsarten nicht oder nur marginal zu erhöhen.  Die Wissenschaftler aus England raten jedoch zu weiteren Untersuchungen der Gruppe von Frauen, die eine assistierte Reproduktion durchlaufen haben, um weitere Erkenntnisse zu erhalten.

Insgesamt also ein eher beruhigendes Ergebnis, die Hormongaben während einer Stimulation scheinen weniger Spuren im weiblichen Körper zu hinterlassen als befürchtet. Allerdings ist dies kein abschließendes Resultat, das Thema bedarf weiterer Beobachtung.

Herzliche Grüße

Silke

Weiterlesen:

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Literatur:

Carrie L. Williams et al.: Risks of ovarian, breast, and corpus uteri cancer in women treated with assisted reproductive technology in Great Britain, 1991-2010: data linkage study including 2.2 million person years of observation. British Medical Journal 2018; 362: k2644.

Frida E. Lundberg, Anastasia N. Iliadou, Kenny Rodriguez-Wallberg, Christina Bergh, Kristina Gemzell-Danielsson, Anna L.V. Johansson: Ovarian stimulation and risk of breast cancer in Swedish women, Fertility & Sterility, July 2017, Volume 108, Issue 1, Pages 137–144.

Foto: Bigstock.com / © vchal

By |2018-08-02T21:28:37+00:00August 2, 2018|0 Comments

Sehnsucht: Das Gefühl nicht komplett zu sein

Beim Aufräumen ist mir heute ein altes Buch aus meinen Studientagen in die Hände gefallen. Ein geistliches Lesebuch von Johannes Bours mit dem Titel „Der Mensch wird des Weges geführt, den er wählt.“ Während ich versuche mich an den Inhalt des Buches zu erinnern, blätter ich durch die Seiten und bleibe bei dem Wort Sehnsucht hängen. Bours erklärt, dass das deutsche Wort Sehnsucht nicht von Suchen, sondern von Siechen kommt. Wusstest du das? Sehnsucht ist ein Kranksein am Sich-sehnen. Ein Verletztsein von der Sehnsucht. Letztendlich das Gefühl, nicht komplett zu sein. Diese Erklärung berührt mich und meine Gänsehaut zeigt mir an, dass ich den Gedanken gerne mit dir teilen möchte.

Unerfüllte Sehnsucht

Unerfüllte Sehnsucht: Du kennst sie auch nur zu gut oder?

Wohin gehen die Sehnsüchte der Menschen? Worauf zielt deine und meine Sehnsucht ab?

Ich erinnere mich an eine Umfrage des österreichischen Theologen P. M. Zulehner, der Menschen nach ihren tiefsten Wünschen befragt hat. 88 Prozent antworteten: „Dass ich Menschen um mich habe, die ich lieben kann und die auch mich lieben.“

Ist das die Grundsehnsucht des Menschen?

Auf meinem Blog kindeshalb geht es um das Thema unerfüllter Kinderwunsch und um Wege und Tipps, um bald „guter Hoffnung zu sein“. Die Hoffnung bald mit einem wunderschönen dicken Bauch durchs Leben zu gehen und damit der Sehnsucht nach dem eigenen Kind einen Schritt näher gekommen zu sein. Jede Enttäuschung am Monatsende öffnet hingegen ein großes Loch, die Hoffnung wird von grenzenloser Trauer abgelöst. Schaut man genauer hin, dann entdeckt man, dass diese Trauer die enttäuschte Sehnsucht nach unserem Kind ist.

Die tiefe Sehnsucht nach deinem Baby

In der Trauer begegnet dir die tiefe Sehnsucht nach deinem Baby. Und diese Sehnsucht macht dich zur Mutter längst bevor Dein Kind gezeugt oder geboren ist. Du sehnst dich nach deinem Kind, suchst es überall und fühlst dich schrecklich allein und unvollständig ohne es. Du rufst nach ihm! Deine Hoffnung spornt dich Monat für Monat an. Sie verbindet sich mit deiner Sehnsucht und daraus erwächst die Zuversicht, dass dein Wunsch in Erfüllung gehen wird.

Enttäuschung, Trauer & die Sehnsucht

Und dann passiert es: Wie so oft in der Vergangenheit wird deine Sehnsucht enttäuscht und deine Monatsblutung trifft ein. Die tiefe Sehnsucht endlich Kontakt und Bindung zu deinem Kind herzustellen wird nicht erfüllt. Du bist krank und fühlst dich bis in die letzte Tiefe deines Herzens elend. Es fehlt jemand in deinem Leben und die Sehnsucht nach ihr oder ihm macht dich unendlich traurig und einsam.

Vielleicht bist du schon bereit, in deiner monatlichen Trauer die Sehnsucht nach deinem Kind zu erkennen?! Ich finde, dass dieser Gedanke die Trauer verändert. Sie wird plötzlich viel stimmiger und sie lässt dich nach der Zeit des Trauerns aufstehen und mit neuer Zuversicht und Hoffnung den nächsten Zyklus beginnen.

Herzliche Grüße

Silke

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Foto: © lara zanarini / Bigstockphoto.com

By |2018-07-30T23:17:52+00:00Juni 21, 2018|2 Comments
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