--Reproduktionsmedizin

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Blastozystentransfer: Höhere Wahrscheinlichkeit für Jungs & eineiige Zwillinge!

Vielleicht hat dich auch schon die Frage beschäftigt, ob eine IVF und der damit oft verbundene Blastozystentransfer das Geschlecht deines Babys oder die Wahrscheinlichkeit eineiige Zwillinge zu bekommen beeinflusst. Eine neue Studie bestätigt die Beobachtung, dass es offenbar tatsächlich eine Verbindung zwischen dem Blastozystentransfer und dem Geschlecht bzw. der Entstehung eineiiger Zwillinge gibt.

Blastozystentransfer: Was ist das genau?

Bei einer künstlichen Befruchtung (IVF oder ICSI)wird nach einer Stimulation der Eierstöcke eine größere Anzahl von Eizellen punktiert (Follikelpunktion) und im Labor befruchtet. Nach einigen Tagen können dann bis zu maximal 3 Embryonen in die Gebärmutter der Frau zurückgesetzt werden. Hierbei stellt sich die Frage, in welchem Entwicklungsstadium dieser Transfer stattfindet und es gibt hierzu unterschiedliche Ansätze. Während manche Kinderwunsch Kliniken sich dazu entscheiden, die Embryonen im Teilungsstadium nach 2 oder 3 Tagen zurücksetzen (Embryonentransfer), wählen andere die Möglichkeit, die Embryonen bis zum fünften Tag nach der Befruchtung weiter im Brutschrank zu kultivieren. In diesem Fall spricht man von einem Blastozystentransfer, also der Übertragung von Embryonen, die sich bereits in einem sehr fortgeschrittenen Entwicklungsstadium befinden. Die Übertragung der Embryonen im Blastozystenstadium erfolgt damit ungefähr zum gleichen Zeitpunkt, an dem sie bei einer natürlichen Empfängnis die Gebärmutter erreichen würden.

Blastozystentransfer: Mehr Jungs & mehr eineiige Zwillinge

Eine neue Meta-Analyse aus Südkorea konnte 26 Studien zwischen 1995 und Mai 2017 zu diesem Thema auswerten. Und das Ergebnis bestätigt tatsächlich die Beobachtung, dass nach einem Blastozystentransfer mehr Jungs und mehr eineiige Zwillinge geboren werden. Die Auswertung zeigte, dass die Wahrscheinlichkeit nach Blastozystentransfer einen Jungen zu bekommen um etwa 10% erhöht ist. Die Wahrscheinlichkeit eineiige Zwillinge das Leben zu schenken ist sogar in etwa doppelt so hoch! Die Ursachen hierfür werden leider nicht von der Studie erfasst und sind damit unklar.

Weiterer Vorteil des Blastozystentransfers?

Für alle, die sich beispielsweise unbedingt einen Jungen wünschen oder sich auch gut Zwillinge vorstellen können, kann dieses Ergebnis vielleicht ein zusätzliches Kriterium sein, sich für einen Blastozystentransfer zu entscheiden. Der aus meiner Sicht wichtige Vorteil eines Blastozystentransfers ist aber die bessere Identifizierung von Embryonen, die das Potential in sich tragen, sich einzunisten und sich zu einem Baby zu entwickeln. Denn nur etwa 20 bis 30 Prozent aller befruchteten Eizellen schaffen es bis zum Blastozystenstadium. Auch der Zeitpunkt der Übertragung des Embryos scheint zu diesem späteren Zeitpunkt idealer gewählt zu sein, entspricht er doch dem Zeitpunkt, an dem dieser bei einer natürlichen Empfängnis die Gebärmutter erreichen würde.

Herzliche Grüße

Silke

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Literatur: 

Jinli Ding et al.: The effect of blastocyst transfer on newborn sex ratio and monozygotic twinning rate: An updated systematic review and meta-analysis. Reproductive Biomedicine Online, im Druck.

Chang HJ et al: Impact of blastocyst transfer on offspring sex ratio and the monozygotic twinning rate: a systematic review and meta-analysis. Fertil Steril. 2009 Jun;91(6):2381-90. doi: 10.1016/j.fertnstert.2008.03.066. Epub 2008 Aug 20.

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By |2018-08-09T21:30:11+00:00August 9, 2018|0 Comments

Künstliche Befruchtung: Hessen übernimmt anteilig Kosten für 4. Versuch

Gute Nachrichten für Kinderwunsch Paare in Hessen, die sich für eine künstliche Befruchtung entschieden haben. Die hessische Landesregierung macht ernst mit ihrem Vorhaben ungewollt kinderlose Paare mehr zu unterstützen und übernimmt anteilig die Kosten für einen 4. Versuch.

Künstliche Befruchtung: Kosten 4. Versuch

Generell ist es so, dass gesetzlich versicherte Paare bundesweit 50% Prozent der Behandlungskosten für bis zu 3 Versuche zur künstlichen Befruchtung beantragen können. Zwar gibt es Krankenkassen, die einen höheren Anteil der Kosten und manchmal sogar 100% der Behandlungskosten übernehmen. Aber spätestens ab dem vierten Versuch werden diese Paare zu Selbstzahler und müssen nach ausschließlich eigenen Wegen der Finanzierung Ausschau halten. Dies stellt eine zusätzliche und ich wie ich finde immense Belastung der sowieso schon stark belasteten Betroffenen dar.

Welche Krankenkasse übernimmt die künstliche Befruchtung zu 100%?

Künstliche Befruchtung Kosten: Welche Kassse zahlt 75%?

Nicht wenige Paare können sich aufgrund der persönlichen finanziellen Situation keine weitere Versuche leisten oder müssen lange Zeit Geld für den nächsten Versuch zurücklegen. Zudem muss berücksichtigt werden, dass bereits im Rahmen der ersten drei Versuche die andere Hälfte der anfallenden Kosten für die Behandlung, aber auch für die Medikamente und eventuelle Zusatzleistungen privat bezahlt werden müssen.

Hessen unterstützt vierten Versuch der künstlichen Befruchtung

Um die finanzielle Belastung von Paaren mit Kinderwunsch zu reduzieren, finanziert das Land Hessen gemeinsam mit dem Bund eine Unterstützung von 75 Prozent des Selbstkostenanteils der Behandlungskosten bis zu einer Höhe von maximal 3300 Euro. Damit sollen die Chancen im Rahmen eines vierten Versuches Eltern zu werden erhöht und die finanziellen Belastungen für Kinderwunschpaare reduziert werden.

Eine entsprechende Förderrichtlinie hierzu wurde bereits erstellt. Die Förderung selbst kannst du beim Regierungspräsidium Gießen beantragen. Alle Antragsformulare sowie weitere Informationen und ein Merkblatt zur assistierten Reproduktion findest du unter: https://hessenlink.de/VierterVer

Fazit: Daumen hoch für Hessen!

Eine klasse Initiative der hessischen Landesregierung, die hoffentlich bundesweit Schule macht. Ich bin mir sicher, dass viele Paare in Hessen aufgrund dieser neuen Regelung etwas beruhigter in ihre Behandlungsversuche starten können.

Herzliche Grüße

Silke

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By |2018-09-07T21:26:47+00:00August 3, 2018|2 Comments

Künstliche Befruchtung & die Spätfolgen: Besteht ein höheres Krebsrisiko?

Wie wirken sich die Hormongaben im Rahmen einer künstlichen Befruchtung auf den weiblichen Körper aus? Bestimmt hast du dich auch schon gefragt, ob du mit Spätfolgen wie beispielsweise einem erhöhten Krebsrisiko zu rechnen hast. Bereits vor einiger Zeit habe ich zu dieser Fragestellung über eine Studie aus Schweden berichtet, die zu dem Ergebnis kam, dass Frauen, die eine Hormontherapie durchlaufen haben, kein erhöhtes Brustkrebsrisiko zeigen. Eine neue Untersuchung aus England möchte ich dir heute vorstellen.

Spätfolgen der Kinderwunschbehandlung

An der neuen Studie aus England haben 255.786 Frauen teilgenommen, die ihren ersten IVF- oder ICSI-Zyklus in den Jahren zwischen 1991 und 2010 unternommen haben. Die Untersuchung wurde durchgeführt, um herauszufinden, ob bei diesen Frauen ein erhöhtes Risiko für Brust-, Eierstock- und Endometriumkarzinome nachgewiesen werden kann. Bemerkenswert ist die große Gruppe an Frauen, die einbezogen wurden. Es handelt sich um alle Frauen, die in England im genannten Zeitraum eine künstliche Befruchtung durchlaufen haben.

Die Ergebnisse

Die Wissenschaftler der Studie konnten kein erhöhtes Risiko für Endometriumkarzinome finden. Insgesamt erkrankten in der Gruppe 164 Frauen an einem Endometriumkarzinom, die standardisierte Inzidenzrate lag bei 146.9 Fällen (164 cancers observed v 146.9 cancers expected; SIR 1.12, 95% confidence interval 0.95 to 1.30). Die standardisierte  Inzidenzrate gibt die Häufigkeit eines Ereignisses (hier der Erkrankung an einem Endometriumkarzinom) einer betrachteten Gruppe von Personen in Bezug auf die Gesamtbevölkerung an.

Weiterhin konnten die Autoren auch kein signifikant erhöhtes Risiko für  Mammakarzinome generell (2578 v 2641.2; SIR 0.98, 0.94 to 1.01) und auch nicht  für invasive Mammakarzinome finden (2272 v 2371.4; SIR 0.96, 0.92 to 1.00). Lediglich das Risiko für ein Karzinom in situ der Brust war geringfügig erhöht (291 v 253.5; SIR 1.15, 1.02 to 1.29; absolute excess risk (AER) 1.7 cases per 100 000 person years, 95% confidence interval 0.2 to 3.2).

Schließlich wurde das Risiko für Ovarialkarzinome untersucht und hierbei ein erhöhtes Risiko festgestellt (405 v 291.82; SIR 1.39, 1.26 to 1.53; AER 5.0 cases per 100 000 person years, 3.3 to 6.9). Allerdings muss hierzu erwähnt werden, dass bei den betroffenen Frauen auch andere Risikofaktoren wie beispielsweise das Vorliegen von PCOS oder andere individuelle Eigenschaften der jeweiligen Person eine Rolle spielen. So fand die Studie beispielsweise kein erhöhtes Risiko für Eierstockskrebs bei den Frauen, die „nur“ aufgrund der eingeschränkten Fruchtbarkeit ihres Partners behandelt wurden.

Die Studie konnte kein erhöhtes Risiko für Endometriumkarzinome und Mammakarzinome finden. Lediglich das Risiko für in situ Karzinome der Mamma war marginal erhöht. Es konnte ein erhöhtes Risiko für Ovarialkarzinome nachgewiesen werden, jedoch nur bei Frauen, die weitere Risikofaktoren für diese Krebsart aufwiesen.

Fazit: Künstliche Befruchtung & die Spätfolgen

Die Ergebnisse bestätigen die bisherige Studienlage: Eine künstliche Befruchtung scheint das onkologische Risiko für bestimmte Krebsarten nicht oder nur marginal zu erhöhen.  Die Wissenschaftler aus England raten jedoch zu weiteren Untersuchungen der Gruppe von Frauen, die eine assistierte Reproduktion durchlaufen haben, um weitere Erkenntnisse zu erhalten.

Insgesamt also ein eher beruhigendes Ergebnis, die Hormongaben während einer Stimulation scheinen weniger Spuren im weiblichen Körper zu hinterlassen als befürchtet. Allerdings ist dies kein abschließendes Resultat, das Thema bedarf weiterer Beobachtung.

Herzliche Grüße

Silke

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So sieht es aus ungewollt kinderlos zu sein!

Literatur:

Carrie L. Williams et al.: Risks of ovarian, breast, and corpus uteri cancer in women treated with assisted reproductive technology in Great Britain, 1991-2010: data linkage study including 2.2 million person years of observation. British Medical Journal 2018; 362: k2644.

Frida E. Lundberg, Anastasia N. Iliadou, Kenny Rodriguez-Wallberg, Christina Bergh, Kristina Gemzell-Danielsson, Anna L.V. Johansson: Ovarian stimulation and risk of breast cancer in Swedish women, Fertility & Sterility, July 2017, Volume 108, Issue 1, Pages 137–144.

Foto: Bigstock.com / © vchal

By |2018-08-02T21:28:37+00:00August 2, 2018|0 Comments

Sehnsucht: Das Gefühl nicht komplett zu sein

Beim Aufräumen ist mir heute ein altes Buch aus meinen Studientagen in die Hände gefallen. Ein geistliches Lesebuch von Johannes Bours mit dem Titel „Der Mensch wird des Weges geführt, den er wählt.“ Während ich versuche mich an den Inhalt des Buches zu erinnern, blätter ich durch die Seiten und bleibe bei dem Wort Sehnsucht hängen. Bours erklärt, dass das deutsche Wort Sehnsucht nicht von Suchen, sondern von Siechen kommt. Wusstest du das? Sehnsucht ist ein Kranksein am Sich-sehnen. Ein Verletztsein von der Sehnsucht. Letztendlich das Gefühl, nicht komplett zu sein. Diese Erklärung berührt mich und meine Gänsehaut zeigt mir an, dass ich den Gedanken gerne mit dir teilen möchte.

Unerfüllte Sehnsucht

Unerfüllte Sehnsucht: Du kennst sie auch nur zu gut oder?

Wohin gehen die Sehnsüchte der Menschen? Worauf zielt deine und meine Sehnsucht ab?

Ich erinnere mich an eine Umfrage des österreichischen Theologen P. M. Zulehner, der Menschen nach ihren tiefsten Wünschen befragt hat. 88 Prozent antworteten: „Dass ich Menschen um mich habe, die ich lieben kann und die auch mich lieben.“

Ist das die Grundsehnsucht des Menschen?

Auf meinem Blog kindeshalb geht es um das Thema unerfüllter Kinderwunsch und um Wege und Tipps, um bald „guter Hoffnung zu sein“. Die Hoffnung bald mit einem wunderschönen dicken Bauch durchs Leben zu gehen und damit der Sehnsucht nach dem eigenen Kind einen Schritt näher gekommen zu sein. Jede Enttäuschung am Monatsende öffnet hingegen ein großes Loch, die Hoffnung wird von grenzenloser Trauer abgelöst. Schaut man genauer hin, dann entdeckt man, dass diese Trauer die enttäuschte Sehnsucht nach unserem Kind ist.

Die tiefe Sehnsucht nach deinem Baby

In der Trauer begegnet dir die tiefe Sehnsucht nach deinem Baby. Und diese Sehnsucht macht dich zur Mutter längst bevor Dein Kind gezeugt oder geboren ist. Du sehnst dich nach deinem Kind, suchst es überall und fühlst dich schrecklich allein und unvollständig ohne es. Du rufst nach ihm! Deine Hoffnung spornt dich Monat für Monat an. Sie verbindet sich mit deiner Sehnsucht und daraus erwächst die Zuversicht, dass dein Wunsch in Erfüllung gehen wird.

Enttäuschung, Trauer & die Sehnsucht

Und dann passiert es: Wie so oft in der Vergangenheit wird deine Sehnsucht enttäuscht und deine Monatsblutung trifft ein. Die tiefe Sehnsucht endlich Kontakt und Bindung zu deinem Kind herzustellen wird nicht erfüllt. Du bist krank und fühlst dich bis in die letzte Tiefe deines Herzens elend. Es fehlt jemand in deinem Leben und die Sehnsucht nach ihr oder ihm macht dich unendlich traurig und einsam.

Vielleicht bist du schon bereit, in deiner monatlichen Trauer die Sehnsucht nach deinem Kind zu erkennen?! Ich finde, dass dieser Gedanke die Trauer verändert. Sie wird plötzlich viel stimmiger und sie lässt dich nach der Zeit des Trauerns aufstehen und mit neuer Zuversicht und Hoffnung den nächsten Zyklus beginnen.

Herzliche Grüße

Silke

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By |2018-07-30T23:17:52+00:00Juni 21, 2018|2 Comments

Künstliche Befruchtung Kosten: Welche Kasse zahlt 75%?

Neben der Frage, was eine künstliche Befruchtung pro Behandlungszyklus und je nach eingesetzter Methode (Insemination, IVF, ICSI) kostet, ist es genauso wichtig zu erfahren, wer welche dieser Kosten übernimmt. Nachdem ich dir eine Liste der Krankenkassen zusammengestellt habe, die 100% der Kosten einer künstlichen Befruchtung tragen, will ich dir in diesem Artikel die Krankenkassen vorstellen, die eine 75% Kostenbeteiligung anbieten.

Bitte beachte, dass diese Liste meinen aktuellen Wissensstand ohne Gewähr abbildet. Über Infos zu Ergänzungen oder aktuelle Veränderungen freue ich mich und nehme diese gerne in die Liste auf. Diese Anmerkung gilt auch für Krankenkassen, die ihre Leistungen nicht wahrheitsgemäß abgebildet sehen.

Künstliche Befruchtung: Hessen übernimmt anteilig Kosten für 4. Versuch

Künstliche Befruchtung Kosten: 75% Kostenübernahme durch die Kasse

KrankenkasseLeistungenBundesland
AOK Baden-Württemberg75% Kostenübernahme für die Versuche 1-3. Auch gleichgeschlechtliche Paare erhalten diesen Zuschuss, wenn es eine krankheitsbedingte Ursache für die Therapie gibt. Kostenübernahme auch bei Frauen 40+, soweit kein erhöhtes Risiko für Mutter und Kind vorliegt. Baden-Württemberg
AOK Plus75% für Versuche 1-3. Weitere Erstattung bei TESE, Assisted Hatching & Kryokonservierung im Rahmen einer Krebserkrankung.Sachsen,

Thüringen

AOK Rheinland-Hamburg75% für Versuche 1-3.Rheinland, Hamburg
AOK Rheinland-Pfalz-Saarland75% für Versuche 1-3, allerdings müssen beide bei der AOK RPS  oder ein Partner privat versichert sein. Rheinland-Pfalz, Saarland
atlas BKK ahlman75% für Versuche 1-3.Bremen, Hamburg, Niedersachsen, NRW, Schleswig-Holstein
 BKK Dürkopp Adler 75% für Versuche 1-3. NRW
 BKK Pfaff 75% für Versuche 1-3. Rheinland-Pfalz
 BKK Schwazwald-Baar-Heuberg  75% für Versuche 1-3. Baden-Württemberg
BKK VBU75% für Versuche 1-3 nur für den bei der BKK versicherten Ehepartnerbundesweit
IKK Brandenburg & Berlin75% für Versuche 1-3, wenn nur ein Partner bei der IKK versichert ist. Kann ein Partner nicht wechseln (z.B. Beihilfe oder Beamter), gibt es 100%.Brandenburg, Sachsen

Bitte prüfe die aktuelle Satzung der jeweiligen Krankenkasse vor einem Krankenkassenwechsel oder nimm ein Beratungsgespräch in Anspruch.

Bedingungen für die Kostenübernahme

Damit die Krankenkasse eine künstliche Befruchtung übernimmt, müssen Bedingungen erfüllt sein.

  • Das Paar muss verheiratet sein.
  • Frau und Mann müssen über 25 Jahre alt sein. Die Frau darf das 40. Lebensjahr und der Mann das 50. Lebensjahr noch nicht überschritten haben.
  • Vor Beginn der künstlichen Befruchtung muss bei der Krankenkasse ein Behandlungsplan inklusive einer Kostenschätzung eingereicht werden. Dieser Plan muss von der Kasse genehmigt werden.

Für verheiratete Paare sind die Kosten der Kinderwunschbehandlung steuerlich absetzbar.

Fragen, Ergänzungen oder Anmerkungen bitte in die Kommentare!

Herzliche Grüße

Silke

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By |2018-08-03T22:43:38+00:00April 9, 2018|2 Comments

Kryozyklus Chancen: Sind eingefrorene oder frische Embryonen besser?

Wie steht es um die Kryozyklus Chancen, d.h. die Wahrscheinlichkeit mit eingefrorenen Embryonen schwanger zu werden? In diesem Artikel möchte ich dir 2 neue Studien vorstellen.

Kryozyklus Chancen bei IVF

Manchmal gibt es im Rahmen einer IVF nicht die Möglichkeit frische Embryonen einzusetzen. Der Transfer muss auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.  Doch führt ein Kryozyklus zu den gleichen Schwangerschafts- und Lebendgeburtenraten wie ein Transfer mit frischen Embryonen?

Mich hat diese Frage während meiner Kryotransfers sehr beschäftigt. Zwei neue Studien, die unter der Leitung von Wissenschaftlern aus China und Vietnam durchgeführt wurden, wurden aktuell im New England Journal of Medicine veröffentlicht.

Das Ergebnis der Studien

Bei den zwei Studien wurden insgesamt fast 3000 Frauen einbezogen, die im Rahmen einer IVF entweder frische oder eingefrorene Embryonen erhalten hatten. 34% der Frauen mit frischen Embryonen wurden schwanger, demgegenüber standen 36% schwangere Frauen, die im Rahmen eines Kryozyklus eingefrorene Embryonen bekommen hatten. 34% der Frauen, die eingefrorene Embryonen verwendet hatten konnten ein Baby zur Welt bringen, die Gruppe der Frauen mit frischen Embryonen konnte eine Lebendgeburtenrate von 31% verzeichnen.

Kennst Du schon den IVF Erfolgsrechner Opis?

Die zweite Studie aus China, bei der Frauen von verschiedenen Kliniken einbezogen wurden, konnte sogar noch bessere Lebendgeburtenraten aufzeigen. Bei der Gruppe der Frauen mit eingefrorenen Embryonen sind es in dieser Studie 49%, bei den Frauen mit frischen Embryonen 59%.

Im Gegenteil: Eine Studie aus dem Jahr 2012 konnte sogar bessere Chancen von eingefrorenen Embryonen aufzeigen und es gibt Hinweise, dass gerade Frauen mit PCOS von einem Kryotransfer profitieren können. Denn ein Kryotransfer zu einem späteren Zeitpunkt verschafft der Frau zum Beispiel Zeit, um sich von der hormonellen Stimulation zu erholen.

Kryozyklus Chancen mit eingefrorenen Embryonen

Ein Kryozyklus mit eingefrorenen Embryonen führt nicht zu einer schlechteren Chance auf ein Baby. Bei der Entscheidung, ob frische oder eingefrorene Embryonen eingesetzt werden sollen, sollten deshalb neben gesundheitlichen Aspekten auch beispielsweise die Kosten für das Einfrieren und den Kryotransfer eine Rolle spielen.

“We shouldn’t be freezing embryos [for all IVF cycles] if it makes no difference”

So fast Dr. Christos Coutifaris, der President der American Society for Reproductive Medicine and chief of reproductive endocrinology der University of Pennsylvania die Ergebnisse zusammen. Gleichzeitig betont er aber auch, dass eingefrorene Embryonen insbesondere für Frauen mit PCOS oder Frauen, die Zeichen einer Überstimulation zeigen, vorteilhaft sein können.

Ich finde dieses Ergebnis sehr erleichternd und vielleicht helfen auch dir diese Forschungsergebnisse weiter.

Herzliche Grüße

Silke

 Literatur:

Lan N. Vuong, M.D. et. al.: IVF Transfer of Fresh or Frozen Embryos in Women without Polycystic Ovaries. N Engl J Med 2018; 378:137-147

Yuhua Shi, M.D. et. al: Transfer of Fresh versus Frozen Embryos in Ovulatory Women. N Engl J Med 2018; 378:126-136.

Foto: Bigstockphoto.com / © monkeybusinessimages

By |2018-01-18T23:25:42+00:00Januar 18, 2018|2 Comments

Karenzzeit vor IVF & ICSI: Welche Abstinenzdauer ist optimal?

Beeinflusst die Karenzzeit vor einer IVF oder ICSI Behandlung die Lebendgeburtenrate und damit das Ergebnis der Behandlung? Mit Karenzzeit ist hierbei gemeint, dass der Mann während dieser Abstinenzdauer weder Geschlechtsverkehr noch einen Samenerguss haben soll.

Gibt es eine optimale Karenzzeit, die die Ivf Chancen erhöhen? In diesem Artikel möchte ich dir eine neue retrospektive Studie vorstellen, die am Christian Medical College Hospital in Vellore, Indien durchgeführt wurde.

Warum diese Studie?

Dass die Karenzzeit vor der Samenabgabe das Ergebnis des Spermiogramms beeinflussen kann, ist bereits seit längerer Zeit bekannt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt in ihren Richtlinien eine Karrenzzeit von 2 bis 7 Tagen vor einem Spermiogramm im Rahmen der Untersuchung eines Kinderwunschpaares. Dagegen nennt The European Society of Human Reproduction and Embryology 3 bis 4 Tage Enthaltsamkeit als richtigen Zeitraum vor der Samenanalyse.

Was ist richtig?

Ein Blick in die Forschungslandschaft offenbart verschiedene Studien mit unterschiedlichen und sich teilweise widersprechenden Ergebnissen, wobei sich diese Empfehlungen primär nicht auf die Karenzzeit vor ICSI oder IVF, sondern vor einem Spermiogramm im Rahmen der Diagnostik beziehen. Es fehlt eine klare Aussage für Kinderwunsch Paare, die sich einer IVF oder ICSI unterziehen und wissen wollen, wie viele Tage sie vor der Punktion enthaltsam bleiben sollen. Die neue Studie erkannte diese Lücke und hat deshalb den Einfluss der Karrenzzeit auf die Schwangerschafts- und Geburtenrate nach IVF und ICSI untersucht.

Otimale Karenzzeit vor IVF & ICSI

Die retrospektive Kohortenstudie aus Vellore in Indien wertete hierzu die Daten von 1.030 Behandlungszyklen aus. Hierfür wurden verschiedene Gruppen gebildet und die Ergebnisse im Hinblick auf die Lebendgeburtenrate und Schwangerschaftsrate miteinander verglichen:

Gruppe I: Karrenzeit von 2 bis 7 Tagen

Gruppe II: Karrenzzeit von mehr als 7 Tagen

Gruppe III: Karrenzzeit von 2 bis 4 Tagen

Gruppe IV: Karrenzzeit von 5 bis 7 Tagen

Das Ergebnis: Nicht kürzer als 2, nicht länger als 7 Tage

Es lässt sich folgende Regel für die Karrenzzeit vor IVF & ICSI formulieren:

Die  optimale Karrenzzeit liegt im Zeitfenster von mindestens 2 und maximal 7 Tagen zwischen dem letzten Samenerguss und dem Zeitpunkt der Abgabe.

Die Lebendgeburtenrate lag in Gruppe I mit 34, 1% signifikant höher als in Gruppe II mit 24,1%, die Schwangerschaftsrate in Gruppe I bei 44,4%, in Gruppe II hingegen bei 32,7%. Auch eine sehr kurze Karrenzzeit von 2 bis 4 Tagen schnitt in der Studie nicht schlechter ab als eine von 5 bis 7 Tagen. Dahingegen beeinflusste eine Karrenz von mehr als 7 Tagen die Ergebnisse der künstlichen Befruchtung signifikant zum Schlechteren als eine Enthaltsamkeitsdauer von 2 bis 7 Tagen.

Die aktuelle Studie fand eine signifikant niedrigere Lebendgeburtenrate in der Gruppe mit einer langen Karrenz von mehr als 7 Tagen im Vergleich zur Gruppe mit 2 bis 7 tägiger Enthaltsamkeit. Auch die Schwangerschaftsraten waren signifikant niedriger in der 1. Gruppe. Die Befruchtungs- und Fehlgeburtenraten waren in keiner der Gruppen signifikant verschieden.

Du hast Fragen zur Studie? In den Quellenangaben habe ich dir die Online Ausgabe der Studie mit allen wichtigen Infos verlinkt.

Herzliche Grüße

Silke

Literatur

Anurekha J. Periyasamy et al. Does duration of abstinence affect the live-birth rate after assisted reproductive technology? A retrospective analysis of 1,030 cycles. Fertility & Sterility, December 2017, Volume 108, Issue 6, Pages 988–992. Hier der Link zur Online Ausgabe!

World Health Organization. WHO laboratory manual for the examination and processing of human semen. 5th ed. World Health Organization, Geneva; 2010

Barratt, C.L., Björndahl, L., Menkveld, R., and Mortimer, D. ESHRE special interest group for andrology basic semen analysis course: a continued focus on accuracy, quality, efficiency and clinical relevance. Hum Reprod. 2011; 26: 3207–3212

Colturato, S., Abdelmassih, S., Carizza, S.C., Nagy, P., Abdelmassih, V., and Abdelmassih, R. Influence of sexual abstinence length on sperm parameters and on IVF outcomes in ICSI assisted treatment Cycles. Fertil Steril. 2007; 88: S252

Gosálvez, J., González-Martínez, M., López-Fernández, C., Fernández, J.L., and Sánchez-Martín, P. Shorter abstinence decreases sperm deoxyribonucleic acid fragmentation in ejaculate. Fertil Steril. 2011; 96: 1083–1086

Lee, J., Cha, J., Shin, S., Kim, Y., Lee, S., Cha, H. et al. Influence of abstinence period on clinical outcomes in fresh embryo transfer after intracytoplasmic sperm injection. Fertil Steril. 2015; 104: e292

Agarwal, A., Du Plessis, S.S., Gupta, S., Sharma, R., and Sabanegh, E.S. Abstinence time and its impact on semen parameters. Fertil Steril. 2015; 104: e.29

Jin, J., Pan, C., Fei, Q., Ni, W., Yang, X., Zhang, L. et al. Effect of sperm DNA fragmentation on the clinical outcomes for in vitro fertilization and intracytoplasmic sperm injection in women with different ovarian reserves. Fertil Steril. 2015; 103: 910–916

Levitas, E., Lunenfeld, E., Weiss, N., Friger, M., Har-Vardi, I., Koifman, A. et al. Relationship between the duration of sexual abstinence and semen quality: analysis of 9,489 semen samples. Fertil Steril. 2005; 83: 1680–1686

Foto: Bigstock.com/© Double Brain

By |2018-09-20T20:19:58+00:00Januar 4, 2018|0 Comments

Künstliche Befruchtung: Alles zu Ablauf, Erfolgsquote, Preis

Viele Kinderwunsch Paare sind auf eine künstliche Befruchtung angewiesen. Was bedeutet ein  ja zu einer künstlichen Befruchtung? Welche Methoden gibt es, wie sieht deren Ablauf und wie die Kostenseite aus? In diesem Beitrag erfährst du alles Wichtige am Beispiel der Methoden IUI, IVF und ICSI.

Methoden im Überblick

Bei einer künstlichen Befruchtung hilft ein Kinderwunschzentrum dabei, Ei- und Samenzelle innerhalb oder außerhalb des weiblichen Körpers zusammenzubringen. Der Begriff „künstlich“ bezieht sich dabei auf die medizinische Hilfestellung und die Tatsache, dass die Zeugung vom  natürlichen Geschlechtsakt losgelöst ist. Alternativ kannst du auch den Begriff der assistierten Reproduktion verwenden.

Welche Krankenkasse übernimmt die künstliche Befruchtung zu 100%?

Künstliche Befruchtung Kosten: Welche Kassse zahlt 75%?

Künstliche Befruchtung: IUI

Bei der Intrauterinen Insemination (kurz IUI oder Samenübertragung) wir das aufbereitete Sperma des Mannes mit Hilfe eines flexiblen Katheters in die Gebärmutter der Frau gespritzt. Oftmals erfolgt im Vorfeld eine Hormonbehandlung, um ein Heranreifen von mehreren Eizellen zu gewährleisten. In der Medizin spricht man von einer homologen Insemination, wenn hierzu das Sperma des eigenen Partners verwendet werden kann. Benötigt ein Paar das Sperma von einem Samenspender, spricht man von einer heterologen (donogenen) Insemination. Die IUI ist die in der Reproduktionsmedizin am häufigsten eingesetzte Methode der künstlichen Befruchtung.

Voraussetzungen für eine IUI

Die Insemination (IUI) wird gerne dann eingesetzt, wenn beim Mann ein eingeschränktes Spermiogramm festgestellt wurde. Für die Bewertung gibt es Kriterien, ab welcher Qualität des Spermas eine IUI und ab welcher Qualität eine IVF oder ICSI durchgeführt werden sollte. Je schlechter das Spermiogramm, desto mehr Hilfe brauchen die Spermien, um in die Nähe oder in  die Eizelle zu gelangen.

Die Samenübertragung wird auch dann angewandt, wenn Paare mit idiopathischer Sterilität Hilfe in einer Kinderwunschklinik suchen. Idiopathische Sterilität bedeutet, dass bei dem Paar kein medizinischer Grund für den unerfüllten Kinderwunsch gefunden werden konnte. Die IUI stellt dann einen der ersten Versuche dar, um diese unerklärte Unfruchtbarkeit zu behandeln.

Schließlich kommt die Insemination bei Single Frauen oder auch lesbischen Paaren zum Einsatz, die sich für die Verwendung von Kryosperma aus einer Samenbank entschieden haben. Zwar gibt es auch die Möglichkeit der privaten Samenspende, viele Frauen und Paare bevorzugen aber eine Insemination unter ärztlicher Kontrolle.

IVF

IVF steht für In vitro Fertilisation und ist eine weitere Methode der künstlichen Befruchtung. Dabei bedeutet IVF wörtlich übersetzt Befruchtung im Glas. Die Befruchtung der Eizelle findet nicht im Körper der Frau statt, vielmehr geschieht sie in einer Petrischale im Labor eines Kinderwunschzentrums. Bei einer IVF findet die Verschmelzung von Ei- und Samenzelle wie bei einer  natürlichen Befruchtung ohne Hilfe von außen statt. Nur der Ort, an dem die Befruchtung stattfindet,  ist nicht der Eileiter der Frau.

Voraussetzungen für eine IVF

Ursprünglich wurde die IVF zur Behandlung von Frauen entwickelt, für die aufgrund einer tubaren Sterilität (gestörte Funktion der Eileiter) eine Befruchtung auf natürlichem Wege nicht möglich war. Denn für eine erfolgreiche Befruchtung ist es notwendig, dass Ei- und Samenzelle zusammentreffen können. Hierbei muss nicht unbedingt ein kompletter Verschluss beider Eileiter vorliegen, vielmehr reicht auch eine Endometriose oder Verwachsungen im Beckenbereich aus, um die Funktion der Eileiter massiv zu beeinträchtigen.

Häufig gibt es auch nur den Verdacht auf eine Störung dieser Eileiterfunktion, wenn andere Behandlungsansätze wie beispielsweise mehrere Zyklen mit intrauteriner Insemination zu keiner Schwangerschaft geführt haben. Weitere Indikationen für eine IVF können eine eingeschränkte Fruchtbarkeit des Mannes,  eine idiopathische Sterilität, Verlust der Eileiter, Entzündungen, eine Sterilisation, Endometriose und PCOS sein.

ICSI

Die Abkürzung ICSI steht für Intrazytoplasmatische Spermieninjektion. Die Befruchtung erfolgt nach vorhergehender Hormonbehandlung und Punktion der Eizellen durch ein Einspritzen des Spermiums in die Eizelle. Dieser Vorgang wird von einem Biologen im Labor assistiert. Die ICSI gehört ebenfalls zu einer der am häufigsten eingesetzten Methoden in der Reproduktionsmedizin. Nach der Befruchtung der Eizelle und den ersten Zellteilungen wird der Embryo zurück in die Gebärmutter der Frau transferiert.

Voraussetzungen für eine ICSI

Gerade Paaren mit einer sehr stark eingeschränkten Spermienqualität bietet die ICSI eine Chance, um schwanger zu werden. Aber auch eine schlechte Befruchtungsrate während eines vorangegangenen IVF Zyklus kann als Grund für die Durchführung einer ICSI angeführt werden.

Künstliche Befruchtung & die Chancen

Alle Methoden der Reproduktionsmedizin haben eines gemeinsam: Sie sind aufwendig, teuer und mit vielen körperlichen und seelischen Strapazen verbunden. Deshalb stellt sich sofort die Frage nach den Erfolgsraten der IVF, ICSI und IUI. Hierzu kann ich dir meinen Artikel Schwangerschaftswahrscheinlichkeit und Geburt bei IVF empfehlen.

Generell gilt, dass die Erfolgsaussichten in hohem Maße vom Alter der Frau, der bestehenden Fruchtbarkeitsstörung und der Anzahl der transferierten Embryonen abhängig sind. Du kannst genaue Zahlen zum Thema künstliche Befruchtung dem Deutschen IVF-Register entnehmen. Seit 1992 werden die von vielen deutschen Kinderwunschkliniken gelieferten Daten in einem Jahrbuch des Deutschen IVF-Registers dargestellt.

Künstliche Befruchtung: Kosten

Beim Thema Kosten einer IVF Behandlung muss man zwischen gesetzlich versicherten und privat versicherten Paaren unterscheiden.

Behandlungskosten gesetzlich versicherte Paare

Für Patienten, die Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sind, gilt derzeit, dass 50% der Kosten der Behandlung, der Medikamente und Hormonpräparate von der Krankenlasse übernommen werden. Die anderen 50 % müssen von den betroffenen Paaren selbst gezahlt werden.

Folgende Voraussetzungen sind für eine Kostenübernahme notwendig:

  • Das Paar ist miteinander verheiratet
  • Die Frau ist zwischen 25 und 40 Jahre alt
  • Der Mann ist zwischen 25 und 50 Jahre alt
  • Weder Frau noch Mann haben eine Sterilisation durchführen lassen
  • Es wird kein Spendersamen verwendet

Des Weiteren ist die Zahl der Behandlungszyklen begrenzt, für welche die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten zur Hälfte übernehmen.

So übernimmt sie anteilig die Kosten für maximal:

  • 8 Inseminationszyklen ohne hormonelle Stimulation / Spontanzyklus oder
  • 3 Inseminationszyklen mit hormoneller Stimulation oder
  • 3 IVF-/ICSI-Behandlungszyklen

Du kannst die Richtlinien über ärtzliche Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung hier nachlesen. Vor Beginn der Behandlung muss ein schriftlicher Antrag bei der Krankenkasse gestellt werden.

Behandlungskosten privat versicherte Paare

Privat versicherte Patienten bekommen in der Regel sämtliche Kosten erstattet, wenn der Partner, auf dessen Erkrankung die Infertilität zurückzuführen ist, privat versichert ist. Die private Krankenkasse übernimmt in der Regel dann alle Kosten für eine Kinderwunschbehandlung bei Ihrem Versicherten, wenn zusätzlich

  • beide Partner miteinander verheiratet sind.
  • bei keinem der Ehepartner eine Sterilisation durchgeführt wurde.
  • bei der Frau bei einem Alter von 40 Jahren und älter  die Chance auf eine Schwangerschaft größer als 15 % beträgt.

Das Einfrieren von Eizellen sowie der Transfer von kryokonservierten Embryonen müssen grundsätzlich selbst bezahlt werden.

 Ablauf einer künstlichen Befruchtung

Bei einer IUI, IVF oder einer ICSI erfolgt sehr häufig eine Hormonbehandlung, die die Eierstöcke dazu anregt, mehrere Eibläschen gleichzeitig reifen zu lassen. Für die Stimulation werden Eiweißhormone verwendet, die normalerweise in der Hirnanhangsdrüse gebildet werden und die die Funktion der Eierstöcke regulieren.

Neben der Stimulation der Eierstöcke ist es im Behandlungsverlauf notwendig, dass ein vorzeitiger Eisprung verhindert wird. Hierzu werden Medikamente (sogenannte GnRH-Analoga) eingesetzt. Je nach Behandlungsprotokoll werden diese Präparate zu Verhinderung des vorzeitigen Eisprungs entweder vor Beginn der Stimulation (sogenannte Down Regulation im langen Protokoll) oder nach einigen Tagen der Stimulation  (im kurzen Protokoll) angewendet. Welches Behandlungsprotokoll bei dir eingesetzt wird legt dein behandelnder Doc nach einer umfassenden Anamnese und sehr genauen Untersuchung fest.

Die Stimulation der Eierstöcke dauert meistens zwischen 8 und 13 Tagen. Nach dieser Zeit erfolgt eine Injektion des Hormons hCG, welches zu einer abschließenden Ausreifung der Eizellen führt. 35 bis 37 Stunden nach dieser Injektion werden die Eizellen im Rahmen einer Punktion von der Scheide aus entnommen. Diese Punktion erfolgt nur bei einer IVF und einer ICSI, bei einer IUI erfolgt der Eisprung und die Befruchtung im Körper der Frau.

Da die Punktion schmerzhaft sein kann, wird sie oft unter Narkose durchgeführt. Trotz dieser Narkose  ist eine Eizellpunktion ein ambulanter Eingriff und die Patientin kann das Kinderwunschzentrum wenige Stunden nach der Durchführung wieder verlassen.

Die Befruchtung im Labor

Die Befruchtung der Eizellen erfolgt einige Stunden nach der Eizellentnahme. Bei nicht zu schlechter Spermienqualität werden hierzu Ei- und Samenzellen im Labor zusammengebracht. Wie bei einer natürlichen Empfängnis erfolgt die Befruchtung dadurch, dass sich einzelne Samenzellen an die Eizelle binden, eine Samenzelle in das Ovum eindringt und sie befruchtet.

ICSI das Spermium wird in die Eizelle eingespritzt

ICSI das Spermium wird in die Eizelle eingespritzt

Ist die Samenqualität nicht gut oder klappt die künstliche Befruchtung auf diesem Wege nicht, muss eine ICSI durchgeführt werden. Dabei werden unter dem Mikroskop einzelne Samenzellen ausgesucht und mit einer sehr feinen Injektionsnadel in die Eizellen eingespritzt. Am Tag nach der künstlichen Befruchtung wird das Ergebnis zum ersten Mal kontrolliert. Dabei wird untersucht, bei wie vielen Eizellen sich zwei Vorkerne gebildet haben. Je nach Absprache mit dem Paar werden dann eine, zwei oder drei Eizellen im Brutschrank weiterkultiviert. Diese Eizellen im Vorkernstadium entwickeln sich dort zu Embryonen weiter. Die übrigen Eizellen im Vorkernstadium können auf Wunsch des Paares in flüssigem Stickstoff eingefroren werden. Diese Kryokonservierung ermöglicht dem Paar diese Eizellen zu einem späteren Zeitpunkt auftauen und weiterkultivieren zu lassen. Verzichtet ein Paar auf eine Kryokonservierung müssen nach dem Gesetz alle übrigen Eizellen verworfen werden.

Transfer: Die Übertragung der Embryonen

3 bis 5 Tage nach der Befruchtung der Eizellen werden die Embryonen in die Gebärmutter zurückgesetzt. Auch hierbei handelt es sich um einen ambulanten Eingriff, für den keine Narkose notwendig ist. Der Transfer der Embryonen in die Gebärmutter ist nicht oder nur mit sehr geringen Schmerzen verbunden. Dabei überträgt der Arzt die Embryonen mithilfe eines sehr dünnen und biegsamen Schlauchs durch die Scheide in die Gebärmutter.

In der Zeit nach der Eizellentnahme verordnet der Arzt Gelbkörperhormone, die in die Scheide eingeführt werden. Manchmal erfolgt auch noch eine Injektion, um die Gelbkörperfunktion noch mehr zu unterstützen. 10 bis 12 Tage nach dem Transfer der Embryonen in die Gebärmutter kann durch eine  Blutuntersuchung überprüft werden, ob eine Schwangerschaft eingetreten ist. Viele Frauen halten diese lange Ungewissheit nicht aus und testen vorher zu Hause mit einem Schwangerschaftsfrühtest.

Schwangerschaftstest: Hoffentlich ist der Test positiv

Schwangerschaftstest: Positiv!

Künstliche Befruchtung: Erfahrungen

Das Feld der Erfahrungen von Paaren mit der Reproduktionsmedizin ist weit und ganz individuell verschieden. Es hängt eng mit einer Reihe von Voraussetzungen wie beispielsweise den vorliegenden Fertilitätseinschränkungen, dem Umgang des Paares mit Frustration und Stress, der Beziehung zum behandelnden Arzt und nicht zuletzt vom Erfolg der Behandlung ab. Ich persönlich habe mit Hilfe der ICSI Methode unsere Kinder bekommen. Auch wenn ich im Rückblick die Behandlung als sehr anstrengend und nervenaufreibend empfunden habe, überwiegt die Dankbarkeit und das Gefühl, dass unsere Entscheidung pro Reproduktionsmedizin richtig war.

Einen weiteren Erfahrungsbericht von Kirsten und ihrer IVF kannst du hier nachlesen:

ICSI Erfahrungen: Kirstens Kiwu Tagebuch Teil 1

Wenn du weitere Erfahrungsberichte suchst, wirst du sicherlich im Internet in den verschiedenen Foren und Gruppen fündig. Es bleibt, dass dein Weg ähnlich aussehen kann, aber nicht muss. Und es liegt an dir, dich für oder gegen eine Behandlung zu entscheiden.

Bei Fragen oder Anmerkungen melde dich gerne.

Herzliche Grüße

Silke

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Literatur:

Assisted Reproductive Technologies: A Guide for Patients. American Society of Reproductive Medicine. Accessed online July 24, 2011.

Risks of In Vitro Fertilization (IVF) Patient Fact Sheet. American Society of Reproductive Medicine. Accessed online July 24, 2011.

By |2018-08-03T22:38:09+00:00November 7, 2017|5 Comments
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