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Implantationsversagen: Wenn keine Einnistung trotz guter Blastozysten oder Embryonen stattfindet

Was sind die Ursachen von Implantationsversagen und wie sehen die Chancen aus, trotzdem schwanger zu werden? Wenn es im Rahmen einer künstlichen Befruchtung wiederholt zu keiner Einnistung trotz guter Blastozysten oder Embryonen kommt, ist die Ratlosigkeit groß. In diesem Artikel möchte ich dir die Definition, die Ursachen und eine neue Studie zur Prognose bei Implantationsversagen vorstellen.

Implantationsversagen: Definition

Kommt es trotz mehrmaligem Transfer von qualitativ guten Blastozysten oder Embryonen zu keiner Einnistung spricht man von Implantationsversagen, auch als wiederholtes Einnistungsversagen (Repeated Imlantation Failure, RIF) bezeichnet.

Die am häufigsten verwendete Definition des Einnistungsversagens beschreibt eine Frau unter 40 Jahren, die mindestens drei Mal das Einsetzen von mindestens jeweils 1 oder 2 Embryonen oder Blastozysten von sehr guter Qualität im Frischetransfer mit anschließendem negativen Schwangerschaftstest durchlaufen hat.

Alternativ wird der Transfer von mindestens 10 Embryonen in mehreren Frische- oder Kryozyklen genannt.

Implantationsversagen: Ursachen

Gibt es Hilfe bei Implantationsversagen? Folgende Gründe können eine Rolle dabei spielen, dass die Befruchtung zwar klappt, die Einnistung des Embryos aber ausbleibt:

Mütterliche Faktoren

  • Organische Ursachen: Anatomische Fehlbildungen der Gebärmutter, Verwachsungen, Gebärmutterschleimhautpolypen etc.
  • Entzündung der Gebärmutter
  • Eingeschränkte Aufnahmemöglichkeit der Gebärmutterschleimhaut
  • Gerinnungsstörung (Thrombophilie)
  • Immunologische Faktoren: Bei manchen Frauen wird der Embryo aufgrund einer Störung des Immunsystems als schädlicher Eindringling bewertet. Als Folge treten Probleme bei der Einnistung auf.
  • Eizellqualität: Eine gute Eizelle bildet die Basis für einen Embryo guter Qualität
  • Genetische Eigenschaften, die zu keiner Einnistung oder zu einem nicht lebensfähigen Kind führen
  • Hormonelle Ursachen: Fehlende Balance der Hormone verhindert oder erschwert die Einnistung, z.B. Gelbkörperschwäche (Progesterion), Schilddrüsenprobleme

Nützlicher Artikel: 

Gebärmutterschleimhaut: 7 Tipps, um die Einnistung zu fördern!

Embryofaktoren

  • Zu langsame Embryonenentwicklung
  • Verminderte Embryonenqualität
  • Genetische Faktoren: Erbgutanalyse bei Frau und Mann zeigt mögliche Erklärungen für das Implantationsversagen auf
  • Unfähigkeit des Embryos aus der Follikelhülle zu schlüpfen

Väterliche Faktoren

  • Eingeschränkte Spermienqualität
  • Genetische Eigenschaften des Vaters, die zu einem nicht lebensfähigen Kind führen

Diagnostik von Implantationsversagen

Um die mögliche Ursache für ein Implantationsversagen herauszufinden, können folgende Untersuchungen sinnvoll sein. Bitte berate dich mit deinem behandelnden Arzt dazu, welche Diagnostik in eurem Fall sinnvoll ist!

  • humangenetische Beratung und Untersuchung beider Partner bei einem Facharzt für Humangenetik
  • Hormonanalyse bei der Frau
  • Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie), evtl. Gewebeprobe der Gebärmutterschleimhaut
  • Gerinnungsdiagnostik
  • Immundiagnostik
  • ERA-Test (Endometrial Receptivity Array): Verfahren, um herauszufinden, ob die Gebärmutterschschleimhaut am Tag des sogenannten „Implantationsfensters“ aufnahembereit ist.
  • Polkörperdiagnostik
  • Spermiogramm und DNA-Fragmentation

Leider gibt es Paare, bei denen auch nach umfangreicher Diagnostik keine Ursache für das Implantationsversagen gefunden werden können.

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Wie sieht die Prognose aus?

Eine neue Studie aus den Niederlanden hat sich mit der Frage beschäftigt, wie hoch die kumulative Häufigkeit von Lebendgeburten und die mittlere Zeit bis zur Schwangerschaft bei Frauen mit Einnistungsversagen nach IVF/ICSI-Behandlungen ist. Die Anzahl der Lebendgeburten enthält alle Schwangerschaften, die sowohl durch eine IVF/ICSI oder durch eine natürliche Empfängnis entstanden sind.

Die Wissenschaftler  haben dazu retrospektiv die Daten von 223 Frauen unter 39 Jahren in einem Zeitfenster von 5,5 Jahren ausgewertet.

Diese Frauen hatten alle ein Einnistungsversagen nach IVF oder ICSI Behandlungen erfahren. Die Ursache dafür konnte nicht festgestellt werden.

Die Ergebnisse: 

  • Bei 49% der Frauen kam es zu einer Lebendgeburt, wobei 18% dieser Frauen ihr Baby im natürlichen Zyklus ohne Behandlung empfangen haben.
  • Es wurde ein durchschnittlicher Zeitraum bis zur Schwangerschaft, die zu einer Lebendgeburt führte, von 9 Monaten nach Diagnose des Implantationsversagens festgestellt.
  • 51% der Frauen konnten kein Kind während der 5,5 Jahre langen Nachbeobachtungszeit austragen. Es wurden im Rahmen der Studie keine klinische Faktoren gefunden, die eine spätere Lebendgeburt vorhersagen konnten.

Fazit:

Die Chance trotz Implantationsversagen doch noch schwanger zu werden liegt der Studie zufolge bei um die 50%. Diese Zahl ist erstmal ernüchternd!

Zwar kann man einwenden, dass die Studie nur eine kleine Gruppe von Frauen abbilden konnte, trotzdem bleiben erstmal mehr als 50% von Paaren, die ihren Kinderwunsch nicht erfüllen können.

Auf der anderen Seite wird deutlich, dass ein Weitermachen trotz Einnistungsversagen definitiv nicht hoffnungslos ist. 18% der Paare empfingen ihr Kind sogar auf natürlichem Wege! Dieses Ergebnis unterstreicht, dass es Sinn machen kann es nach intensiver reproduktionsmedizinischer Therapie wieder im natürlichen Zyklus zu versuchen.

Insgesamt halte ich eine ausführliche und ehrliche Beratung der betroffenen Paare für wichtig!

Die eingeschränkten Chancen schwanger zu werden sollten klar kommuniziert werden. Nur so kann ein Paar entscheiden, ob es die Therapie fortsetzen oder aber eine Schwangerschaft im natürlichen Zyklus erreichen möchte.

Auch die Möglichkeit der Verabschiedung des Kinderwunsches sollte kein Tabuthema sein und offen angesprochen werden. Das Ende der Kinderwunschzeit bietet auch Chancen, so schmerzhaft das auch ist.

Bei Fragen melde dich gerne!

Herzliche Grüße

Silke

Literatur zum Thema Implantationsversagen

  • Y.E.M.Koot et al.: What is the prognosis for a live birth after unexplained recurrent implantation failure following IVF/ICSI? Human Reproduction, Volume 34, Issue 10, October 2019, Pages 2044–2052, https://doi.org/10.1093/humrep/dez120.
  • Asher Bashiri, Katherine Ida Halper, Raoul Orvieto: Recurrent Implantation Failure-update overview on etiology, diagnosis, treatment and future directions. Reproductive Biology and Endocrinology volume 16, Article number: 121 (2018).
  • Alex Simon, Neri Laufer: Assessment and treatment of repeated implantation failure (RIF). J Assist Reprod Genet. 2012 Nov; 29(11): 1227–1239.

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Von |2019-12-11T21:47:56+02:0011. Dezember 2019|

Spermienqualität bei täglichem GV: Wann sind Spermien am fruchtbarsten?

Wie oft solltest du Geschlechtsverkehr (GV) haben, um schwanger zu werden? Um diese wichtige Frage zu klären, stell ich dir in diesem Beitrag die Ergebnisse zweier Studien vor.

Kinderwunsch: Jeden Tag GV oder jeden zweiten oder dritten?

Bestimmt hast du dir schon die Frage gestellt, ob es bei Kinderwunsch sinnvoll ist, jeden Tag Sex zu haben.

Aus der rein weiblichen Perspektive betrachtet, ist die Antwort eindeutig nein.

Denn jede Frau hat fruchtbare und unfruchtbare Tage im Zyklus. Es gilt, die fruchtbarsten Tage herauszufinden und möglichst effektiv zu nutzen.

Doch wie sieht es bei deinem Partner aus?

Steigt die Spermienqualität bei täglichem Geschlechtsverkehr oder ist es sinnvoller, einige Tage enthaltsam vor dem Sex zu sein? Fördert sexuelle Abstinenz die Spermienanzahl und auch die Spermienqualität?

Lesetipps: 

Kurze oder längere Abstände beim Sex?

All diesen Fragen sind Wissenschaftler der Universität in Salt Lake City nachgegangen.

Sie werteten dazu Daten von 12.000 Samenspendern aus, bei denen ein Spermiogramm zu Erfassung der Spermienqualität durchgeführt worden war und die im Durchschnitt 32 Jahre alt waren.

Das Team um Dr. Sorena Keihani bezog dabei sowohl Männer mit normalem Spermiogramm als auch Männer mit Oligozoospermie (OAT-Syndrom) in die Studie ein. Dabei wurde eine Spermiendichte unter 15 Millionen pro ml als oligozoosperm (d.h. es lag eine anormal niedrigen Zahl von Spermien in der Samenprobe vor) betrachtet.

Wichtig: Alle Männer mussten angeben, wie lange sie vor der Ejakulation abstinent waren und ob es Probleme mit der Fruchtbarkeit gibt. Der angegebenen Mittelwert lag vor der Samenspende bei 4 Tagen Abstinenz.

Spermienqualität nimmt bei Abstinenz ab

Bei den Männern mit normalem Spermiogramm nahm die Anzahl der Spermien mit steigender Anzahl der enthaltsamen Tage zu, während  die Qualität der Spermien abnahm.

Die Studie konnte nachweisen, dass das Ejakulationsvolumen mit zunehmender Abstinenzenzdauer von 2,7 ml bei zwei oder weniger Tagen auf 3,6 ml bei acht und mehr Tagen anstieg.

Auch die Spermienanzahl stieg in gleicher Relation. Besonders bei den beweglichen Spermien konnte eine Steigerung von 122 Millionen Spermien nach bis zu zwei Tagen Abstinenz und 194 Millionen nach acht und mehr Tagen festgestellt werden.

Eine weitere Studie des American Center für Reproduktionsmedizin in Cleveland kommt zu sehr ähnlichen Ergebnissen. Diese Untersuchung konnte nachweisen, dass sich das Samenvolumen nach elf Tagen Abstinenz verdoppelt und die Spermienanzahl sogar dreimal so hoch ist als nach einem Tag Pause.

Allerdings erhöhte sich der Anteil der Spermien mit DNA-Schäden von 10% nach zwei Tagen sexueller Enthaltsamkeit auf 20% nach elf Tagen.

Fazit: Spermienqualität bei täglichem GV leidet nicht

Die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass täglicher Sex keinen negativen Einfluss auf die Spermienqualität hat.

Vielmehr ist das Gegenteil der Fall: Paare, die sich ein Baby wünschen, sollten in kurzen zeitlichen Abständen Geschlechtsverkehr haben.

Sex Abstinenz bietet keinen Vorteil, um schwanger zu werden.

Je länger die sexuelle Enthaltsamkeit andauert, desto stärker verschlechtert sich die Qualität der Spermienparameter.

Dies gilt auf für Männer mit Oligozoospermie. So lag die Vitalität der Spermien nach bis zu zwei Tagen bei 39%, nach fünf bis sieben Tagen bei 33%.

Der Anteil der progressiv beweglichen Spermien sank bei diesem Vergleich von 26 auf 17% Prozent ab.

Zwar stieg bei dieser Männergruppe mit zunehmender Abstinenzdauer  das Ejakulationsvolumen, gleichzeitig konnte jedoch keine signifikante Verbesserung der Spermienkonzentration nachgewiesen werden.

Als Ergebnis lässt sich festhalten, dass die Spermienqualität bei täglichem Sex nicht leidet.

Die Wissenschaftler regen an, die von der WHO empfohlene Abstinenzzeit von zwei bis sieben Tagen bei unerfülltem Kinderwunsch entsprechend abzuändern.

Paaren, die sich für eine künstliche Befruchtung entschieden haben, sind kurze Abstinenzphasen zu empfehlen, da es bei einer ICSI oder IMSI sehr auf die Qualität der Spermien ankommt.

Herzliche Grüße

Silke

Literatur zum Thema Spermienqualität bei täglichem GV

  • Sorena Keihani et. al.: Impacts of Abstinence Time on Semen Parameters in a Large  Population-bases Cohort of Subfertile Men, Zeitschrift Urology, October 2017, Volume 108, Pages 90–95. DOI: https://doi.org/10.1016/j.urology.2017.06.045.
  • Ashok Agarwal, Sajal Gupta, Stefan Du Plessis, Rakesh Sharma, Sandro C. Esteves, Caroline Cirenza, Jasmine Eliwa, Wedad Al-Najjar, Deepika Kumaresan, Namariq Haroun, Sara Philby, Edmund Sabanegh, Abstinence Time and Its Impact on Basic and Advanced Semen Parameters, Zeitschrift Urology, August 2016, Volume 94, Pages 102–110. DOI: https://doi.org/10.1016/j.urology.2016.03.059.

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Von |2019-10-06T16:15:40+02:004. Oktober 2019|

Blastozystentransfer: Chancen, Risiken & Geschlechtsverteilung

Vielleicht beschäftigt dich auch die Frage, was eigentlich der Vorteil eines Blastozystentransfers im Rahmen einer IVF oder ICSI ist. Bietet das spätere Einsetzen wirklich höhere Chancen für eine bessere Einnistung und gibt es größere Risiken beispielsweise für eine Fehlgeburt? Wie beeinflusst der Blastozystentransfer das Geschlecht deines Babys?

In diesem Artikel möchte ich dir die Ergebnisse mehrerer Studien vorstellen, die den Blastozystentransfer mit dem Transfer nach 3 Tagen verglichen haben und der Frage nach dem Geschlecht (mehr Jungs oder mehr Mädchen) und der Chance auf eineiige Zwillinge nachgegangen sind.

Blastozystentransfer: Was ist das genau?

Bei einer künstlichen Befruchtung (IVF oder ICSI)wird nach einer Stimulation der Eierstöcke eine größere Anzahl von Eizellen unter Narkose punktiert und im Labor befruchtet. Hat das geklappt, können nach einigen Tagen und nach den Richtlinien des Embryonenschutzgesetzes bis zu maximal 3 Embryonen in die Gebärmutter der Frau transferiert werden.

Hierbei stellt sich die Frage, in welchem Entwicklungsstadium der Embryonen dieser Transfer stattfindet und es gibt hierzu unterschiedliche Ansätze.

Während viele Kinderwunsch Kliniken und Praxen sich dazu entscheiden, die Embryonen im Teilungsstadium nach 2 oder 3 Tagen zurückzusetzen (Embryonentransfer), wählen andere die Möglichkeit, die Embryonen bis zum fünften Tag nach der Befruchtung weiter im Brutschrank zu kultivieren. In diesem Fall spricht man von einem Blastozystentransfer, also der Übertragung von Embryonen, die sich bereits in einem sehr fortgeschrittenen Entwicklungsstadium befinden.

Die Übertragung der Embryonen im Blastozystenstadium erfolgt damit ungefähr zum gleichen Zeitpunkt, an dem sie bei einer natürlichen Empfängnis nach ihrer Reise durch die Eileiter die Gebärmutter erreichen würden, um sich dort einzunisten.

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Entwicklungsschritte der Eizelle zur Blastozyste

Wie sieht eine Blastozyste aus und in welchen Schritten erfolgt die Embryonalentwicklung?

  • Nachdem das Spermium in die Eizelle eingedrungen oder bei einer ICSI injiziert wurde, zeigt sich bereits nach ca. 18 Stunden das sogenannte Pronukleus-Stadium. Unter dem Mikroskop kann der weibliche und der männliche Vorkern (Pronukleus) erkannt werden. Die befruchtete Eizelle heißt ab jetzt Zygote.
  • Etwa 30 Stunden nach der Befruchtung teil sich die Zygote zum allerersten Mal. Aus den zwei Zellen werden vier.
  • Dieser Vorgang wiederholt sich nun ca. alle 20 Stunden. Aus den 4 Zellen werden 8, dann 16 Zellen. Am 3. Tag nach der Befruchtung befindet sich die Zygote damit im Achtzellstadium.
  • Bereits nach dem vierten Tag hat die Zygote 16 bis 32 Zellen. Ab jetzt beginnt eine weitere Differenzierung, die Zellen beginnen miteinander zu verschmelzen und können nicht mehr komplett voneinander abgegrenzt werden. Von außen sieht die Zygote jetzt wie eine Brombeere aus, weshalb dieses Stadium auch als Beeren- oder Morula-Stadium bezeichnet wird.
  • Am 5. Tag der Embryonalentwicklung dringt Flüssigkeit in das Innere der kleinen Zellkugel ein und drückt die Zellen auseinander. Der Embryo heißt ab jetzt Blastozyste und besteht aus ca. 64 Zellen, die eine Hohlkugel mit zwei Zellschichten bilden: Dem inneren Embryoblasten, aus dem später dein Baby ensteht und dem außen liegenden Trophoblasten, der für die Entwicklung der Plazenta verantwortlich ist.

Der Embryo steht nun kurz vor seiner Einnistung!

So sieht eine Blastozyste aus:

Blastozyste an Tag 5 der Embryonalentwicklung

Blastozyste an Tag 5 der Embryonalentwicklung

Vorteile des Blastozystentransfers

Welche Vorteile bietet der Blastozystentransfer, bei dem der Embryo erst am 5. Tag nach der Punktion in die Gebärmutter übertragen wird?

  • Auswahl von Embryonen mit größtem Entwicklungspotential möglich

Einem Embryo, der das Stadium der Blastozyste erreicht hat, kann eine gute Chance für eine erfolgreiche Einistung zugeschrieben werden. Denn leider entwickeln sich maximal nur bis zu 40% der Embryonen zu einer Blastozyste. Zudem kann die Entwicklung der Embryonen länger beobachtet und auch beurteilt werden.

  • Bester Zeitpunkt für den Embryonentransfer 

Im natürlichen Zyklus erreicht der Embryo an Tag 5 nach seiner Reise durch den Eileiter die Gebärmutter. Die Reproduktionsmedizin nutzt diesen Zeitpunkt, da davon ausgegangen wird, dass die Gebärmutterschleimhaut an diesem Tag am allerbesten für die Einnistung vorbereitet ist.

  • Geringere Eileiterschwangerschaftstrate

Als Vorteil des Blastozystentransfers wird manchmal auch angeführt, dass aufgrund der Größe der Blastozyste und der unmittelbar bevorstehenden Einnistung sich die Anzahl der Eileiterschwangerschaften minimiert. Eine hierzu durchgeführte Studie, die 623 Schwangerschaften darauf untersucht hat, ob der Embryotransfer am 3. oder am 5 Tag nach der Punktion durchgeführt wurde, konnte tatsächlich weniger Eileiterschwangerschaften im Rahmen des Blastozystentransfers feststellen. Allerdings war der Unterschied nicht signifikant: Nach Transfer am Tag 3 wurden 22 Eileiterschwangerschaften, nach Transfer am 5. Tag 13 Eileiterschwangerschaften festgestellt.

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Nachteile & Risiken?

  • Eventuell kein Embryo für den Transfer übrig

Der größte Nachteil des Blastozystentransfers ist sicherlich, dass es sein kann, dass keiner der Embryonen die lange Zeit in der Kultur übersteht. Je weniger Eizellen bei der Punktion gewonnen werden können, desto wahrscheinlicher ist diese für die Paare extrem frustrierende Situation. Studien konnten aufzeigen, dass bei einer Eizellanzahl von weniger als 6 Eizellen nur ca. 42 bis 64% der Behandlungszyklen mit einem Embryotransfer abgeschlossen werden konnten.

  • Keine höhere Schwangerschaftsrate

Fraglich ist leider, ob ein Blastozystentransfer eine höhere Schwangerschaftsrate bringt. Die Studienlage ist hier nicht einheitlich und hängt jeweils stark davon ab, welche Art der Studie (retrospektiv, prospektiv, kontrolliert) durchgeführt wurde. Gerade in den prospektiven und kontrollierten Studien konnte keine signifikant höhere Implantations, Schwangerschafts- und Lebendgeburtenrate festgestellt werden. Es bleibt also die Frage bestehen, ob der erhöhte Aufwand wirklich die Chance auf eine Einnistung verbessert.

  • Evtl. negative Auswirkung der längeren Embryonenkultur

Leider ist bis heute nicht klar, welche genauen Auswirkungen die Embryokultur auf den Embryo und seine Entwicklung hat. Schadet es dem Embryo, dass er 5 Tage außerhalb der Gebärmutter in einer speziellen Flüssigkeit kultiviert wird? Es gibt hier keine abschließende Antwort und leider auch keine Entwarnung.

  • Höhere Zwillingsrate nach Blastozystentransfer

Retrospektive Studien geben eine Zwillingsrate im Rahmen eines Blastozystentransfers an, die 4,3% höher ist als die Rate bei einem Transfer nach Tag 2 oder 3. In Kombination mit einer ICSI steigt diese Zahl sogar auf mehr als 5% an.

  • Erhöhte Gefahr einer Überstimulation

Da für einen Blastozystentransfer eine höhere Anzahl an Eizellen notwendig ist, steigt damit auch die Chance durch die evtl. stärkere Hormontherapie eine Überstimulation zu bekommen.

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Höheres Risiko für eine Fehlgeburt?

Ein Blick in die Studienlage macht deutlich, dass ein Blastozystentransfer nach 5 Tagen kein höheres Risiko für eine Fehlgeburt mit sich bringt. Auch ein höheres Risiko für eine Frühgeburt oder ein niedrigeres Geburtsgewicht konnte nicht nachgewiesen werden.

Allerdings war die Anzahl von Fehlbildungen bei den Kindern nach Blastozystentransfer um 16% erhöht. Eine aktuelle Studie aus Großbritannien konnte hierzu 11.152 Blastozystentransfers mit 55.995 Transfers an Tag 2 oder 3 nach Befruchtung verglichen.

Blastozystentransfer: Mehr Jungs & mehr eineiige Zwillinge

Eine Meta-Analyse aus Südkorea konnte 26 Studien zwischen 1995 und Mai 2017 zu diesem Thema auswerten.

Und das Ergebnis bestätigt tatsächlich die Beobachtung, dass nach einem Blastozystentransfer mehr Jungs und mehr eineiige Zwillinge geboren werden. Die Auswertung zeigte, dass die Wahrscheinlichkeit nach Blastozystentransfer einen Jungen zu bekommen um etwa 10% erhöht ist.

Die Wahrscheinlichkeit eineiige Zwillinge das Leben zu schenken ist sogar in etwa doppelt so hoch! Die Ursachen hierfür werden leider nicht von der Studie erfasst und sind damit unklar.

Du hast Fragen zu diesem Thema? Schreibe mir gerne einen Kommentar oder eine E-Mail.

Herzliche Grüße

Silke

Literatur zum Thema Blastozystentransfer

  • Marconi, N., Raja, E. A., Bhattacharya, S., & Maheshwari, A.: erinatal outcomes in singleton live births after fresh blastocyst-stage embryo transfer: a retrospective analysis of 67 147 IVF/ICSI cycles. Human Reproduction, Volume 34, Issue 9, September 2019, Pages 1716–1725.
  • Jinli Ding et al.: The effect of blastocyst transfer on newborn sex ratio and monozygotic twinning rate: An updated systematic review and meta-analysis. Reproductive Biomedicine Online, 2018 Sep;37(3):292-303. doi: 10.1016/j.rbmo.2018.05.015. Epub 2018 Jun 22.
  • Chang HJ et al: Impact of blastocyst transfer on offspring sex ratio and the monozygotic twinning rate: a systematic review and meta-analysis. Fertil Steril. 2009 Jun;91(6):2381-90. doi: 10.1016/j.fertnstert.2008.03.066. Epub 2008 Aug 20.
  • Emiliani S.,Delbaere A., Vannin A-S, Biramane J., Verdoodt M., Englert Y., Devreker F.: Similar delivery rates in a selected group of patients, for day 2 and day 5 embryos both cultured in sequential medium: a randomized study Hum. Reprod. 2003 18: 2145-2150.
  • Blake D, Proctor M, Johnson N, Olive D.: Cleavage stage versus blastocyst stage embryo transfer in assisted conception. Cochrane Database Syst Rev 2002; 2: CD002118.
  • Coskun S, Hollanders J, Al-Hassan S, Al-Sufyan H, Al-Mayman H, Jaroudi K.: Day 5 versus day 3 embryo transfer: a controlled randomized trial.
    Hum Reprod 2000 Sep;15(9):1947-52.
  • Plachot M, Belaisch-Allart J, Mayenga JM, Chouraqui A, Serkine AM, Tesquier L.: Blastocyst stage transfer: the real benefits compared with early embryo transfer.
    Hum Reprod 2000 Dec;15 Suppl 6:24-30.
  • Milki AA, Hinckley MD, Fisch JD, Dasig D, Behr B.: Comparison of blastocyst transfer with day 3 embryo transfer in similar patient populations. Fertil Steril 2000 Jan;73(1):126-9.

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Von |2019-09-30T22:53:20+02:0030. September 2019|

Biochemische Schwangerschaft: Definition, Häufigkeit & Ursachen

„Was ist eine biochemische Schwangerschaft? Ich habe vorher noch nie von einer biochemischen Schwangerschaft gehört!“ Diese Worte schreibt mir Annette. Sie ergänzt: „Nachdem meine Periode ausgeblieben ist, habe ich einen Schwangerschaftstest gemacht. Der Test war positiv. 4 Tage später setzte meine Periode ein und ich war davon überzeugt, dass mir der Schwangerschaftstest ein falsches Ergebnis angezeigt hat. Ein weiterer Test zeigt dann plötzlich negativ an. Ich habe das Gefühl, dass ich mein Kind gehen lassen musste, noch bevor ich es überhaupt kennen lernen durfte.“

Was ist eine biochemische Schwangerschaft?

Ich kann Annette gut verstehen, denn ich habe eine ähnliche Situation erlebt.

Und vielleicht bist du jetzt gerade hier auf meinem Kinderwunsch Blog, weil du dich fragst, was eine biochemische Schwangerschaft genau ist und du die Sorge hast, dass deine Schwangerschaft nicht intakt ist.

Eine biochemische Schwangerschaft ist eine Schwangerschaft im Anfangsstadium, die nur durch einen Schwangerschaftstest und noch nicht durch eine Ultraschalluntersuchung darstellbar ist.

Bei einem Schwangerschaftstest wird das Schwangerschaftshormon hCG (humanes Choriongonadotropin)  im Blut oder Urin nachgewiesen. Das hCG zeigt an, dass der Embryo begonnen hat, sich in die Gebärmutterschleimhaut einzunisten. Eine biochemische Schwangerschaft ist damit der medizinische Ausdruck für das früheste Stadium einer Schwangerschaft.

Der Begriff „biochemisch“ bezieht sich auf den Umstand, dass die Schwangerschaft erst gerade begonnen hat und nur durch einen biochemischen Test – den Schwangerschaftstest –  bestätigt werden kann.

Ein Schwangerschaftstest Urin oder ein Bluttest kann die Schwangerschaft nachweisen, während eine Ultraschalluntersuchung negativ ausfallen würde, da die Schwangerschaft noch nicht soweit fortgeschritten ist.

Sobald eine Ultraschall die Schwangerschaft durch sichtbare Zeichen bestätigen kann, spricht man von einer klinischen Schwangerschaft. Leider führen biochemische Schwangerschaften nicht immer zu einer Geburt. Fehlgeburten oder Eileiterschwangerschaften sind nicht selten.

 

Biochemische Schwangerschaft und klinische Schwangerschaft

Biochemische Schwangerschaft & klinische Schwangerschaft

Zählt eine biochemische Schwangerschaft als Fehlgeburt?

Der Begriff der biochemischen Schwangerschaft beschreibt das früheste Stadium einer Schwangerschaft, das durch einen biochemischen Test nachgewiesen werden kann. Und erstmal ist offen, wie es nach diesem Schwangerschaftstest weitergeht. Im Idealfall geht alles gut, die Schwangerschaft ist intakt und 9 Monate später kommt es zur Geburt.

Manchmal ist das aber leider nicht so und es kommt zu einer sehr frühen Fehlgeburt. Diese zeigt sich in einer etwas verspäteten und manchmal etwas stärkeren Menstruation und nicht wenige Frauen merken gar nicht, dass sie kurz schwanger waren.

Frauen, die eine künstliche Befruchtung durchlaufen haben, erfahren diese Zeit als extrem belastend. Der erste Schwangerschaftstest in der Kiwu Klinik ist positiv, doch der hCG Wert ist beispielsweise nicht hoch genug oder verdoppelt sich folgend nicht alle 2 bis 3 Tage. Ein erneuter Bluttest zeigt, dass das hCG fällt und die Schwangerschaft leider nicht intakt ist.

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Klinische Schwangerschaft

Sobald die Schwangerschaft auch im Ultraschall erkennbar und darstellbar ist, spricht man von einer klinischen Schwangerschaft. Dies ist ab der 5. bis 6. Schwangerschaftswoche möglich.

Dabei spielt es für die Definition keine Rolle, ob die Schwangerschaft intakt ist oder es sich vielleicht um eine Eileiterschwangerschaft handelt. Das ist erstmal schwer nachzuvollziehen, es geht hier aber tatsächlich rein um die Art und Weise wie man die vorliegende Schwangerschaft nachweisen kann.

Der Begriff klinisch meint hier nicht, dass die Ultraschalluntersuchung in einer Klinik durchgeführt werden muss.

Häufigkeit einer biochemischen Schwangerschaft

Jede Schwangerschaft ist ab dem Zeitpunkt, ab dem sie mit einem hCG Blut- oder Urintest nachgewiesen worden ist, eine biochemische Schwangerschaft. Sobald der Nachweis auch mit einem Ultraschall erfolgt ist, handelt es sich um eine klinische Schwangerschaft.

Deutlich zu unterscheiden sind hiervon Fehlgeburten, die nur biochemisch nachgewiesen werden konnten, weil die Fehlgeburt bereits zur 4. oder 5. Schwangerschaftswoche stattgefunden hat. In der Medizin geht man von einer sehr frühen Abortrate von bis zu 50% aus.

Leider ist die Gefahr einer Fehlgeburt zu Beginn der Schwangerschaft am größten und nimmt dann mit jeder Schwangerschaftswoche ab.  In der 6. bis 8. Schwangerschaftswoche liegt sie bei ca. 18%, ab der 17 SSW nur noch bei 2 bis 3%.

Tatsächlich finden ca. 80% aller Fehlgeburten in den ersten 12 Schwangerschaftswochen statt. Oftmals ist der Grund dafür ein nicht lebensfähiger Embryo.

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Künstliche Befruchtung: Erneuter Anspruch nach klinischer Schwangerschaft

Von Bedeutung ist der Begriff der klinischen Schwangerschaft vor allem für Paare, die eine künstliche Befruchtung durchlaufen haben und im Hinterkopf die Frage der Finanzierung der Behandlung und einer möglichen Kostenerstattung durch die Krankenkasse haben.

Wenn eine klinische Schwangerschaft vorlag, besteht ein erneuter Anspruch auf die Übernahme der Kosten für einen weiteren Behandlungsversuch.

Normalerweise bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen die Hälfte von drei Behandlungsversuchen. Verlaufen alle drei künstliche Befruchtungen negativ, gibt es leider keinen Zuschuss mehr.

Liegt jedoch eine klinische Schwangerschaft vor, sieht die Situation anders aus. Auch wenn diese Schwangerschaft vielleicht nicht zur Geburt eines Babys führt, zählt sie als „Erfolg“ im Sinne des § 27 a SGBV und es besteht ein erneuter Anspruch auf Kostenübernahme für einen weiteren Versuch.

All diese Regelungen sind verwirrend und gerade bei einer drohenden Fehlgeburt kaum zu ertragen. Allerdings ist es wichtig, dass du gut informiert bist, da die Kosten einer künstlichen Befruchtung nicht zu unterschätzen sind.

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So sieht es aus ungewollt kinderlos zu sein!

Ursachen früher Fehlgeburten

Eine biochemische Schwangerschaft sagt erstmal wenig über den Verlauf der weiteren Schwangerschaft aus. Trotzdem kommt dieser Begriff oft ins Spiel, weil sich die Schwangerschaft nicht wie erhofft weiterentwickelt und es zu einer frühen Fehlgeburt kommt.

Über die Ursachen von frühen Fehlgeburten ist wenig bekannt.

Das hat damit zu tun, dass die Implantation eines Embryos in die Gebärmutter ein sehr komplizierter Vorgang ist, der bis heute nicht vollständig erforscht ist.

Die Medizin geht davon aus, dass in den meisten Fällen der Embryo nicht lebensfähig war. Die frühe Fehlgeburt stellt damit einen Schutzmechanismus der Natur da, die die Schwangerschaft abbricht, da sie zu keinem lebensfähigen Kind führen würde.

Interessant  für die Ursachen früher Fehlgeburten ist ein Artikel im British Medical Journal („Diagnosis and management of first trimester miscarriage“), das eine klinische Zusammenfassung aller Studien zu diesem Thema aus den letzten 10 Jahren vorstellt.

Als Ursachen für Frühaborte werden folgende Punkte aufgeführt:

  • Chromosomenstörung der Embryonalanlage in 50 bis 85% der Fälle
  • Gerinnungsstörungen der Mutter
  • Angeborene anatomische Fehlbildung der Gebärmutter der Schwangeren
  • Stoffwechselstörungen der Schwangeren (z.B. Schilddrüsenfunktionsstörung, schlecht behandelter Diabetes)
  • Autoimmunkrankheiten
  • Schwere Infektionen
  • Einnistung außerhalb der Gebärmutter
  • Kontakt mit chemischen Stoffen, die den Embryo schädigen (z.B. Drogen, bestimmte Medikamente, Röntgenstrahlen)

Kann die biochemische Schwangerschaft mehrmals vorkommen?

Ja, jede Schwangerschaft ist eine biochemische Schwangerschaft, solange sie nur mit einem Schwangerschaftstest nachgewiesen worden ist.

Das damit verbundene Thema ist das der frühen Fehlgeburt.

So unendlich traurig eine sehr frühe Fehlgeburt ist, diese Erfahrung muss sich für dich nicht wiederholen. Deine nächste Schwangerschaft kann intakt und zur Geburt eines gesunden Kindes führen.

Nur ca. 2% bis 5% aller Frauen erleben zwei und nur 0.4% bis 1% aller Frauen drei Aborte in Folge.

Sollte es zu mehreren Fehlgeburten kommen, ist es wirklich ratsam einen Arzt aufzusuchen, um die Untersuchung der Gründe hierfür zu veranlassen.

Was mache ich, wenn es passiert?

Wenn nach einem positiven Schwangerschaftstest Blutungen einsetzen, suche bitte sofort deinen Arzt auf und lass dich untersuchen.

Ist eine Ausschabung nötig?

Dein Arzt wird dich umfassend beraten. Sehr oft ist allerdings keine Ausschabung nötig, da die Schwangerschaft noch nicht weit genug fortgeschritten war.

Biochemische Schwangerschaft: Gute Hoffnung mit traurigem Ende?

Leider ist es tatsächlich so, dass viele Frauen ein trauriges Ende ihrer gerade erst festgestellten Schwangerschaft erleben.

Nachdem der Embryo sich in die Gebärmutterwand eingenistet hat, kommt es irgendwann in der Folgezeit von wenigen Tagen zu einem Stillstand der Entwicklung. Das Schwangerschaftshormon hCG sinkt und ein weiterer Schwangerschaftstest bringt die Gewissheit.

Es folgt eine Fehlgeburt mit dem Einsetzen der Periodenblutung.

Frühe Fehlgeburt und Trauer

Auch wenn eine Frau nur wenige Tage von der Existenz ihrer Schwangerschaft wusste, ist die  Erfahrung einer frühen Fehlgeburt extrem schmerzhaft.

Denn bereits von Anfang an entsteht und wächst die Beziehung zu deinem Kind. Das jähe Ende wird als großer Verlust empfunden.

Es braucht Zeit und liebe Menschen, um diese Erfahrung zu verarbeiten und Kraft und neuen Mut für eine neue Schwangerschaft zu finden.

Mir haben nach meiner Fehlgeburt Gedanken und Tipps aus verschiedenen Büchern sehr geholfen.

Meine Empfehlung für dich: 

Das Buch von Hanna Lothrop hat mich einfühlsam durch meinen Weg der Trauer begleitet. Es enthält konkrete Hilfen zum Umgang mit Gefühlen der Hilflosigkeit. Hannah Lothrop ist sehr früh im Jahr 2000 verstorben.

* Zuletzt aktualisiert am 14.12.2019. Es handelt sich um Werbe-Links.

Ein weiteres Buch, das bis heute ganz oben auf meinem Bücherstapel liegt, ist von Sabine Herold: „Bin kaum da, muss schon fort.“

In diesem Buch sprechen betroffene Frauen und Paare von ihrem großen Verlust. Ein Buch, das absolut unter die Haut geht und mich immer wieder aufs Neue berührt.

* Zuletzt aktualisiert am 14.12.2019. Es handelt sich um Werbe-Links.

Bei Fragen zum Thema melde dich gerne.

Herzliche Grüße

Silke

Literatur zum Thema biochemische Schwangerschaft

  • Larsen EC, Christiansen OB, Kolte AM, Macklon N.: New insights into mechanisms behind miscarriage. BMC Med. 2013 Jun 26;11:154.
  • Kurzversion der S1-Leitlinie 015/050: Diagnostik und Therapie beim wiederholten Spontanabort (12/2013).
  • Beshay VE, Bukulmez O: Sperm DNA damage: how relevant is it clinically?. Curr Opin Obstet Gynecol. 2012, 24: 172-179.
  • Practice Committee of the American Society for Reproductive Medicine: Evaluation and treatment of recurrent Pregnan loss: a committee opinion. Fertil Steril. 2012, 98: 1103-1111.
  • Gruber, S.: BASICS Gynäkologie und Geburtshilfe. München 2009.
  • Bühling, K. J.: Familienplanung. In Bühling, K. J. & Friedmann, W. (Hrsg.), Intensivkurs Gynäkologie und Geburtshilfe (S. 77-95). München 2009.

Weiterlesen:

Einnistungsschmerz: Kann man die Einnistung spüren?

Schwanger trotz negativem Test: Ist das möglich?

Zykluscomputer Vergleich 2018: Finde das Modell, das zu dir passt!

Foto: Bigstockphoto.com ©  udaix

Von |2019-09-25T18:57:21+02:0024. September 2019|

Drohende Fehlgeburt: Was dir jetzt helfen kann!

Wenn ein Kind im Bauch seiner Mutter stirbt, ist das ein so schreckliches Ereignis, dass es kaum möglich ist sich darauf vorzubereiten. Sehr oft kommt die Fehl- oder auch Totgeburt auch überraschend und es bleibt nur wenig Zeit, um sich zu überlegen, was jetzt wirklich wichtig ist. Aus diesem Grund habe ich für dich Anregungen gesammelt, die dir vielleicht bei einer drohenden Fehlgeburt ein klein wenig helfen können.

Was ist eine drohende Fehlgeburt?

Von  einer drohenden Fehlgeburt (auch als Abortus imminens oder drohender Spontanabort bezeichnet) wird dann gesprochen, wenn es zu vaginalen Blutungen während der ersten 20 Schwangerschaftswochen kommt. Wichtig ist hierbei zu wissen, dass eine solche Blutung nicht zwangsläufig zu einer Fehlgeburt führen muss.

Eine vaginale Blutung während der Schwangerschaft kann ein Anzeichen für eine drohende Fehlgeburt sein. Sie muss es aber nicht!

Tatsächlich ist der Begriff aus meiner Sicht unglücklich gewählt. Denn 20 bis 30 Prozent der schwangeren Frauen haben Blutungen und tragen trotzdem ihr Kind aus.

Mir ist sehr wichtig, dass du das weißt!

Trotzdem sind Blutungen jeglicher Art in der Schwangerschaft super ernst zu nehmen.

Solltest du Blutungen bekommen, zögere bitte nicht sofort einen Arzt aufzusuchen!

Drohende Fehlgeburt: Anregungen für eine schwere Zeit

Die folgenden Vorschläge sind als Anregungen für den traurigen Fall gedacht, dass du eine Fehlgeburt erleben musst.

Schau sie dir bitte an und nimm dir davon das mit, was sich für dich richtig und gut anfühlt.

Mein Lesetipp:

* Zuletzt aktualisiert am 14.12.2019. Es handelt sich um Werbe-Links.

Für weitere Vorschläge und Erfahrungsberichte bin ich sehr offen und biete meinen Blog als Plattform an, um Erfahrungsberichte zugänglich zu machen. Deshalb schreibe einen Kommentar  und teile deine Erfahrungen und was dir geholfen hat.

Bleib nicht alleine, hole dir Unterstützung

Viele Frauen erleben ihre Fehlgeburt allein. Zu Hause, überwältigt und überfallen von dem plötzlichen Geschehen, müssen sie diese Situation alleine überstehen.

Mach es bitte anders und bleib nicht alleine! Sollte eine Fehlgeburt drohen, hol dir Hilfe von einem lieben Menschen, der dich begleitet.

Bei einem stationären Aufenthalt im Krankenhaus gilt derselbe Rat. Hol dir Beistand von einer Person, die diese schweren Stunden mit dir teilt und für dich da ist.

Dränge darauf, dass du im Krankenhaus wenn irgendwie möglich ein Einzelzimmer bekommst und dass dein Partner oder deine Begleitperson mit ins Zimmer aufgenommen wird.

Trauersprüche für Sternenkinder

Gib deinem Kind einen Namen

„Fehlgeburt“ ist meinem Empfinden nach ein mehr als unschöner Begriff.

Es geht hier um dein Kind, dein Baby, das leider nicht leben kann.

Deshalb gib deinem Kind einen Namen!

Auch wenn du vielleicht noch gar nicht so lange schwanger bist und dein Baby noch winzig klein ist.

Meiner Meinung nach ist das Alter oder das Geburtsgewicht nicht wichtig. In deinem Herzen ist es dein Kind, von dem du dich verabschieden musst.

Bitte um einen letzten Ultraschall

Manche Eltern haben das Bedürfnis ein letztes Ultraschallbild von ihrem Kind zu erhalten.

Wenn es dir auch so geht, zögere nicht und frage danach.

Und denke später bitte daran, diese Bilder zu digitalisieren, denn leider verblassen die Ultraschallbilder mit der Zeit.

Nimm dir Zeit für den Abschied

Abschied von seinem Kind zu nehmen ist so individuell und persönlich, dass es hierfür keine Zeitangaben geben darf.

Nimm dir die Zeit, die du brauchst!

Wenn du erst Zeit für dich brauchst und vielleicht einige Stunden oder Tage später Abschied nehmen möchtest, ist dies genauso ok und richtig. Mache es genauso, wie es sich für dich richtig anfühlt.

Nimm dir auch genügend Zeit, um alleine mit deinem Kind zu sein.

Dies ist die letzte Möglichkeit, um Eindrücke zu sammeln und deinem Baby all das zu sagen, was dir am Herzen liegt. Lass deinen Gefühlen freien Lauf. Alles ist erlaubt und richtig.

Kümmere dich selbst um dein Kind

Du und dein Partner, die angehende Oma oder beste Freundin kann das Kind wickeln und anziehen. Hierfür gibt es ganz kleine Babykleidung für Sternenkinder, die viele Krankenhäuser mittlerweile haben oder die man online bestellen kann.

Auch ein schönes kleines Taschentuch stellt gerade für die kleinsten Kinder eine Möglichkeit dar, um es würdevoll zu kleiden.

Sammle Erinnerungen an dein Kind

Auch wenn es dich bestimmt große Überwindung kostet: Schau dir dein Kind an. Nimm es wahr mit all deinen Sinnen, fass es an, streichle es, nimm es in deinen Arm. Prägen dir die Bilder ein. Manche Babys haben schon sehr viele Haare. Schneide dir vorsichtig eine Haarlocke als Erinnerung ab.

Sammle alle Erinnerungsstücke und schaffe neue: Beispielsweise kannst du das Kuscheltier, welches du in den Sarg legen möchtest, doppelt besorgen und eins davon behalten.

 Mache Fotos

Bitte jemanden, Fotos (oder ein Video) von deinem Kind zu machen. Sie sind eine bleibende Erinnerung an dein Sternenkind.

Vielleicht magst du auch ein Familienfoto machen lassen, auf dem alle Familienmitglieder zu sehen sind.

Bitte um einen Fuß- und Handabdruck

Fuß- und Handabdrucke sind eine wertvolle Erinnerung gerade in den besonders schweren Stunden. Bitte die Hebamme, die Krankenschwester oder ein Familienmitglied dies zu übernehmen. Wenn du selbst genug Kraft dafür hast, übernimm diese Aufgabe selbst.

Erlaube deiner Familie Abschied zu nehmen

Gib deiner Familie die Möglichkeit Abschied zu nehmen. Auch wenn dein Kind noch sehr klein war, so hat es doch Geschwister, Oma und Opa, Tanten und Onkel. Gib allen die Chance sich auf ihre Art und Weise zu verabschieden.

Nimm Kontakt zur Krankenhausseelsorge auf

Wenn du stationär aufgenommen bist, überlege die Krankenhausseelsorge anzufragen.

Die Frauen und Männer der Seelsorge sind für Krisensituationen geschult und können mit ihrem Erfahrungswissen helfen, den Abschied von deinem Baby so würdevoll wie möglich zu gestalten.

 Hol dir Hilfe für die nächste Zeit

Auch für die kommenden Tage und Wochen ist es gut, Hilfe zu haben.

Deine Hebamme kann dich und deinen Partner weiter betreuen, ein Seelsorger oder jemand aus der Familie oder dem Freundeskreis. Vielleicht gibt es auch ein Geschwisterkind, welches Begleitung und Versorgung benötigt.

 Organisiere die Bestattung

Die Bestattung muss vorbereitet werden, eine Todeskarte (wenn erwünscht) gestaltet und verschickt werden.

Wenn du dich hierzu nicht in der Lage fühlst, dann delegiere diese Aufgabe an jemandem, der sie gut stemmen kann.

Vielleicht kannst du jemanden bitten, eine Kerze für dein Kind zu gestalten.

 Suche dir deinen Ort zum Trauern

Nicht immer kommt es zu einer Bestattung, umso wichtiger ist es, einen festen Platz für die eigene Trauer zu haben. Schaff dir einen solchen Platz. Sei es in einer Zimmerecke zu Hause, im Garten oder irgendwo in der freien Natur oder im Wald.

 Literaturtipps zum Thema drohende Fehlgeburt

Ein sehr wertvolles Buch für die Zeit der Trauer um ein Sternenkind ist „Gute Hoffnung, jähes Ende“ von Hanna Lothrop. Es ist mittlerweile in einer Neuauflage erschienen und besticht durch seine Authentizität und die vielen Ansätze zur Trauerbewältigung.

Meine Empfehlung für dich:

* Zuletzt aktualisiert am 14.12.2019. Es handelt sich um Werbe-Links.

„Mein Sternenkind“ ist ein sehr einfühlsam geschriebenes Begleitbuch. Es bietet viele Erfahrungsberichte von anderen Sterneneltern.

* Zuletzt aktualisiert am 14.12.2019. Es handelt sich um Werbe-Links.

In dem Buch von Sabine Herold kommen betroffene Frauen und Paare zu Wort, die das Sterben ihres Kindes im Bauch der Mutter verarbeiten und betrauern müssen. Es enthält sehr berührende Texte und hilft mit vielen Anregungen bei der Trauerbewältigung.

* Zuletzt aktualisiert am 14.12.2019. Es handelt sich um Werbe-Links.

Telefonnetzwerk: Soforthilfe für betroffene Eltern

Das Projekt „die Schmetterlingskinder“ bietet eine Soforthilfe für betroffene Eltern an. Hierzu wurde ein Telefonnetzwerk gebildet, in dem Frauen sich gegenseitig beraten und hilfreich begleiten können. Mehr Infos findest du auf der Webseite der Schmetterlingskinder hier.

Für die Trauerarbeit von Eltern, die ihr Kind so früh gehen lassen mussten,  gibt es sehr oft auch Hilfsangebote vor Ort. Informiere dich bei deiner Hebamme oder google nach Selbsthilfegruppen und anderen Betroffenen in deiner Nähe.

Bei Fragen zum Thema drohende Fehlgeburt melde dich gerne.

Herzliche Grüße

Silke

Weiterlesen:

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Von |2019-09-23T18:46:47+02:0023. September 2019|

Idiopathische Sterilität: Welche Behandlung ist sinnvoll?

Das Thema idiopathische Sterilität hatte ich vor kurzem im Rahmen der Frage vorgestellt, ob eine künstliche Befruchtung tatsächlich immer die besseren Chancen auf eine Schwangerschaft mit sich bringt. Eine idiopathische Sterilität ist eine ungewollte Kinderlosigkeit ohne Diagnose, d.h. im Rahmen der medizinischen Untersuchung konnte keine Ursache für das Ausbleiben einer Schwangerschaft gefunden werden.

Das Ergebnis: Die Antwort auf die Frage, ob eine IVF Therapie immer die beste Option ist, hängt sehr stark vom Alter der Frau und der Dauer des Kinderwunsch ab, bitte schau Dir dazu meinen Artikel an:

Idiopathische Sterilität: Bringt eine IVF die besseren Chancen?

Solltest Du Dich für eine Behandlung entschieden haben, stellt sich immer noch die Frage, wie genau man die idiopathische Sterilität am besten behandeln kann.

Idiopathische Sterilität & Behandlung

Die Canadian Fertility and Andrology Society (eine kanadische Fachgesellschaft für das Thema Fruchtbarkeit) hat eine Empfehlung zur Behandlung von Paaren mit idiopathischer Sterilität veröffentlicht. Da ich sie für wertvoll zur Orientierung halte, will ich Dir gerne die wichtigsten Punkte daraus vorstellen.

Die Studie selbst findest Du verlinkt am Ende dieses Artikels in der Literaturliste. Sie enthält auch viele weitere nützliche Informationen z.B. zur Schwangerschaftsrate im natürlichen Zyklus je nach Lebensalter.

Eizellqualität verbessern: Was an „pimp my eggs“ wirklich dran ist

Kinderwunsch: 3 Tipps gegen die Angst

Welche Behandlung macht bei idiopathischer Sterilität Sinn?

Die kanadische CFAS schlägt für Paare mit idiopathischer Sterilität folgende Punkte zur Behandlung vor:

  • Paaren mit einer guten Fertilitätsprognose kann ein abwartendes Verhalten ohne Kinderwunschbehandlung empfohlen werden. Mit guter Fertilitätsprognose sind Paare gemeint, bei denen die Frau „jünger“ ist, womit ein Alter unter 35 Jahren gemeint ist und deren Kinderwunsch noch nicht lange andauert.
  • Eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) zur Klärung der Frage, ob vielleicht ein Eileiterverschluss (Tubenfaktor) vorliegt, ist nur dann sinnvoll, wenn es tatsächlich klinische Hinweise darauf im Rahmen der Anamnese gibt.
  • Eine Stimulation mit Clomifen oder Letrozol bietet keinen Vorteil gegenüber abwartendem Verhalten und sollte deshalb Paaren mit idiopathischer Sterilität nicht angeboten werden.
  • Eine Insemination (IUI) im natürlichen Zyklus ohne Stimulation bietet keinen Vorteil im Vergleich zu abwartendem Verhalten, d.h. es weiter mit möglichst genauem Zyklustracking und Geschlechtsverkehr zu versuchen.
  • Eine Insemination mit vorangehender Clomifen oder Letrozol Stimulation bietet bessere Chancen als abzuwarten.
  • Eine Gonadotropinstimulation im Rahmen einer IUI geht mit einem höheren Mehrlingsrisiko einher.
  • Eine IVF Therapie bietet eine bessere Lebendgeburtenrate als alle anderen Behandlungsmöglichkeiten für Paare mit idiopathischer Sterilität. Allerdings spielt hier wieder das Alter der Frau (bessere Chancen bei einem Alter unter 35 Jahren) und die Dauer des Kinderwunsches eine Rolle. Zudem spricht die hohe finanzielle, emotionale und auch körperliche Belastung dafür erstmal abzuwarten und erst dann einer IVF zuzustimmen.
  • Eine IVF Therapie sollten dann den betroffenen Paaren angeboten werden, wenn 3 durchgeführte Inseminationszyklen nicht zu einem Erfolg geführt haben.
  • Eine ICSI Therapie bietet Paaren mit idiopathischer Sterilität keinen Vorteil gegenüber einer IVF Therapie.

Fazit: Behandlung bei idiopathischer Sterilität

Puh, das war nun wirklich geballte Information. Doch was folgt daraus?

Mein erstes Fazit: Eine Kinderwunschbehandlung stellt nicht immer die beste Option für ungewollt kinderlose Paare ohne konkrete Diagnose dar.

Vielmehr macht es Sinn erstmal abzuwarten und es weiter im natürlichen Zyklus zu versuchen. Wie immer will ich Dich hier darauf hinweisen, wie wichtig ein möglichst genaues Zyklustracking ist. Je genauer Du Deine fruchtbaren Tage bestimmen kannst, umso besser kannst Du sie „aktiv“ nutzen. Neben dem meiner Meinung nach sehr aufwendigen klassischen NFP gibt es hierzu mittlerweile super gute Fruchtbarkeitstracker. wie das Ava Armband, der cylotest myWay oder ganz neu auch breathe ilo. Weiterhin gibt es sehr gute Basalthermometer mit App, die deutlich günstiger sind und Dich zuverlässig begleiten. Mach Dich hier schlau, die Anschaffung lohnt sich und ist allemal billiger als eine Kinderwunschbehandlung.

Weiterhin ist es offenbar auch nicht immer sinnvoll rountinemäßig möglichst viel zu untersuchen. Die CFAS weißt darauf hin, nur Untersuchungen durchzuführen für die es einen ersten Anfangsverdacht gibt und so die Belastung durch evtl. unnötige Untersuchungen zu minimieren. Gibt es z.B. keinen Hinweis auf einen Eileiterverschluss, sollte die Durchführung einer Laparoskopie hinterfragt werden.

Fraglich ist auch die Abfolge zunächst 3 Inseminationen durchzuführen und erst dann eine IVF Therapie zu machen. Nach einem längeren Abwarten bringt eine IVF Therapie die besten Erfolgschancen, es macht also Sinn direkt über eine IVF nachzudenken, wenn dies finanziell möglich und das Paar über die Belastung durch eine solche Therapie aufgeklärt wurde.

Du hast Fragen? Dann melde Dich gerne.

Beste Grüße

Silke

Literatur zum Thema Idiopathische Sterilität & Behandlung

  • William Bucket, Sony Sierra: The management of unexplained infertility: an evidence-based guideline from the Canadian Fertility and Andrology Society. Reproductive Medicine Online im Druck, DOI: https://doi.org/10.1016/j.rbmo.2019.05.023.
  • R. van Eekelen et al.: IVF for unexplained subfertility; whom should we treat? Human Reproduction, im Druck.
  • R. van Eekelen et al.: Natural conception rates in couples with unexplained or mild male subfertility scheduled for fertility treatment: A secondary analysis of a randomized controlled trial. Human Reproduction, Hum Reprod, 2018 May 1;33(5):919-923. doi: 10.1093/humrep/dey051.
  • R. van Eekelen et al:  Natural conception: repeated predictions over time. Human Reproduction, Volume 32, Issue 2, 1 February 2017, Pages 346–353.
  • Gunn DD, Bates GW: Evidence-based approach to unexplained infertility: a systematic review. Fertil Steril. 2016 Jun;105(6):1566-1574.e1. doi: 10.1016/j.fertnstert.2016.02.001.
  • Veltman-Verhulst SM et. al.: Intra-uterine insemination for unexplained subfertility. Cochrane Database Syst Rev. 2016 Feb 19;2:CD001838. doi: 10.1002/14651858.CD001838.pub5.
  • Esteves, S.C., Schattman, G., and Agarwal, A. Definitions and relevance of unexplained infertility in reproductive medicine. in: G.L. Schattman, S.C. Esteves, A. Agarwal (Eds.) Unexplained Infertility: pathophysiology, evaluation and treatmentSpringerNew York20153–5.
  • Farquhar, C.M., Liu, E., Armstrong, S., Arrol, N., Lensen, S., and Brown, J. Intrauterine insemination with ovarian stimulation versus expectant management for unexplained infertility (TUI): a pragmatic, open-label, randomised, controlled, two-centre trial. Lancet2018391441–450.
  • Nandi, A., Bhide, P., Hooper, R., Gudi, A., Shah, A., Khan, K., and Homburg, R. Intrauterine insemination with gonadotropin stimulaiton or in vitro fertilization for the treatment of unexplained subfertility: a randomized controlled trial. Fertil. Steril. 20171071329–1335.
  • Veltman-Verhulst, S.M., Hughes, E., Ayeleke, R.O., and Cohlen, B.J. Intra-uterine insemination for unexplained subfertility. Cochrane Database Syst Rev2016; : CD001838.

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Von |2019-09-04T22:05:56+02:004. September 2019|