Reproduktionsmedizin

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Idiopathische Sterilität: Warum es Hoffnung für Paare gibt!

Ungefähr 10% aller Paare mit Kinderwunsch leiden an idiopathischen Sterilität. Erfahre in diesem Artikel, was idiopathische Sterilität ist und warum es für diese Paare trotzdem Hoffnung gibt schwanger zu werden.

Was ist idiopathische Sterilität?

Eine idiopathische Sterilität ist eine ungeklärte Kinderlosigkeit. Das bedeutet, dass trotz umfangreicher Diagnostik durch einen Facharzt keine Ursachen für den unerfüllten Kinderwunsch gefunden werden können. Körperlich und seelisch ist bei den betroffenen Paaren alles in Ordnung. Es lässt sich weder bei der Frau noch beim Mann eine eindeutige Ursache für die Kinderlosigkeit finden. Der Begriff Idiopathie  (altgriechisch ἴδιος = eigen, πάθος = Leiden) wird in der Medizin immer dann benutzt, wenn die Erforschung der Ursache einer Krankheit bisher ohne Ergebnis geblieben ist.

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Gegen Psychologisierungen & Vorurteile

Es gibt vielfältige organische Ursachen für eine Unfruchtbarkeit beim Mann oder bei der Frau. Beispiele sind angeborene Fehlbildungen, organische Ursachen, Störungen des Hormonhaushaltes, Entzündungen, Infektionen oder Verklebungen bei der Frau.  Aber auch unterdurchschnittliche Spermiogramm Werte, ein Hodenhochstand oder Hodenkrebs beim Mann können eine Schwangerschaft verhindern. Wird keine organische Ursache für die Fruchtbarkeitsstörung gefunden, führt dies leider oftmals immer noch zu der fälschlichen Gleichsetzung mit einer psychisch bedingten Fertilitätsstörung (psychogene Sterilität).

Gerade wir Frauen werden in psychischer Hinsicht gerne pathologisiert und angeblich vorliegende unbewusste Ängste und Blockaden für die Unfruchtbarkeit verantwortlich gemacht.

Eine Frau ist nicht psychisch krank oder in ihrer Persönlichkeit gestört nur weil sie nicht schwanger wird!

Anspielungen und Vermutungen in diese Richtung sind reine Vorurteile. So konnte eine klinische Studie der Universität Heidelberg nachweisen, dass sich Paare mit idiopathischer Sterilität in ihren psychologischen Merkmalen nicht von Paaren mit organischen Ursachen  für die Kinderlosigkeit unterscheiden.

Wichtig: Paare mit unerfülltem Kinderwunsch sind in der Regel psychopathologisch unauffällig.

Ich persönlich halte die psychogene Unfruchtbarkeit für einen Mythos und ich will damit ganz klar Stellung beziehen. Festgestellte Psychopathologien (psychische Störungen, Angsterkrankungen etc.) sind bei den betroffenen Paaren mit 15% bis 20%  genauso hoch wie bei der Allgemeinbevölkerung. Und belastende Lebensereignisse wie Ängstlichkeit und Unzufriedenheit führen nach dieser Studie nicht zu unerfülltem Kinderwunsch. Lässt sich keine organische Ursache finden muss der Grund für die Unfruchtbarkeit also nicht zwangsläufig auf der psychischen Ebene  liegen! Dies klingt allein deshalb schon plausibel, weil es sonst keine Schwangerschaften geben dürfte, die unter psychisch belastenden Voraussetzungen zustande gekommen sind.

Meine Bitte: Lass dir bitte nicht einreden, dass dein unerfüllter Kinderwunsch psychisch bedingt ist!

Idiopathische Sterilität: Es gibt Hoffnung!

Lässt sich weder bei der Frau noch beim Mann eine eindeutige Ursache für den unerfüllten Kinderwunsch finden, wächst der Druck auf das Paar enorm. Wo soll man nur ansetzen, wenn man nicht einmal weiß, warum es mit dem Schwanger werden nicht klappt? Was tun oder sollte man abwarten und „einfach“ weiterhin hoffen? Zwei Studien liefern Grund zur Hoffnung.

Spontankonzeption bei idiopathischer Subfertilität

Eine holländische Studie ging der Frage nach wie viele Paare mit idiopathischer Sterilität spontan schwanger werden. Dazu wurden 4.999 Paare mit idiopathischer Subfertilität untersucht.

Ergebnis: Die kumulative Schwangerschaftsrate lag nach einem Jahr bei 27% und nach 2,5 Jahren bei 41%.

Eine weitere aktuelle Studie, die am Centre for Reproductive Medicine in Amsterdam durchgeführt wurde, kommt zu einem noch etwas besseren Ergebnis. Bei der prospektiven, randomisierten Studie wurden die Daten von 602 Paaren ausgewertet, die aufgrund ihres unerfüllten Kinderwunsches eine Insemination oder IVF geplant hatten. Die teilnehmenden Frauen waren im Mittel 33, 6 Jahre alt. Innerhalb von 12 Monaten trat bei 24% der Paare eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege ein. Betrachtet man Frauen im Alter von 28 Jahren, so lag die Rate spontaner Schwangerschaften bei einer Kinderwunschdauer von 12, 24 und 36 Monaten bei 30%, 28% und 26%.

IVF bei ungeklärter Sterilität notwendig?

Paare mit idiopathischer Sterilität haben eine wirklich gute Chance spontan und ohne künstliche Befruchtung schwanger zu werden.  Die Daten der Studien machen deutlich, dass nicht jedes Paar eine Kinderwunschbehandlung benötigt. Denn 27%  bzw. 24% dieser Paare sind nach einem Jahr natürlich schwanger und nach 2, 5 Jahren sind es sogar 41%. Bei einer guten Ausgangslage wie ein nicht zu hohes Lebensalter, einem nicht zu lang bestehenden Kinderwunsch oder sekundärer Infertilität gibt es guten Grund auf eine spontane Konzeption zu hoffen!

Herzliche Grüße

Silke

R. van Eekelen et al.: Natural conception rates in couples with unexplained or mild male subfertility scheduled for fertility treatment: A secondary analysis of a randomized controlled trial. Human Reproduction, veröffentlicht 12 March 2018.

R. van Eekelen et al:  Natural conception: repeated predictions over time. Human Reproduction, veröffentlicht 23 January 2017.

Kleinschmidt, P. Thorn, T. Wischmann. Kinderwunsch und professionelle Beratung. Das Handbuch des Beratungsnetzwerkes Kinderwunsch Deutschland (BKiD), Stuttgart 2008.

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By |2019-04-12T19:34:20+02:00April 12, 2019|

Einnistungsschmerz: Kann man die Einnistung spüren?

Gibt es den Einnistungsschmerz wirklich? Diesen leichten Schmerz, den manche Frauen während der Zeit der Einnistung spüren? Wenn ja, wann, wo genau und wie lange tritt dieser auf? Und gibt es eine Weg den Einnistungsschmerz vom prämenstruellen Syndrom (PMS) zu unterscheiden?

Einnistungsschmerz: Wirklichkeit oder Mythos?

Nach großer Literaturrecherche und einer Umfrage bei Facebook und Instagram lässt sich diese Frage nicht eindeutig beantworten. Viele Frauen haben mir zurückgemeldet, dass sie die Einnistung gespürt haben, gleichzeitig gibt es mindestens genauso viele Stimmen, die nichts bemerkt haben. Interessanterweise sprechen auch Ärzte vom Nidationsschmerz, betonen aber auch, dass diese Schmerzen bei der Einnistung nicht wissenschaftlich bewiesen sind. Ich möchte dir im Folgenden alle Ergebnisse zur Verfügung stellen, bitte bilde dir selbst eine Meinung!

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Was ist Einnistung?

Als Einnistung wird der Vorgang beschrieben, bei dem sich der Embryo nach dem Schlüpfen aus der Eizellhülle an die Gebärmutterschleimhaut ankoppelt und die embryonalen Zellen in die Gebärmutterschleimhaut eindringen. Diese Einnistung ist nur zwischen dem 5. bis 10. Tag der Gelbkörperphase (Implantationsfenster) möglich.

Der Embryo erreicht um den 5. Entwicklungstag nach der Befruchtung die Gebärmutterhöhle und nimmt über sogenannte Botenstoffe Kontakt zur Gebärmutter auf. Man spricht hier vom sogenannten embryo-maternalen Dialog, da die Gebärmutter ebenfalls durch Botenstoffe antwortet. Eines dieser Botenstoffe ist das Schwangerschaftshormon hCG, welches du bei einem Schwangerschaftstest misst. Die in die Schleimhaut eingedrungenen embryonalen Zellen bilden die Plazenta, die den Embryo während der Schwangerschaft ernährt.

Die Implantation des geschlüpften Embryos ist ein so komplexer Vorgang, dass er bis heute nicht vollständig verstanden wird. Das erklärt auch, warum die Einnistung nicht immer klappt und die Monatsblutung einsetzt. Nicht jeder Embryo schafft es sich erfolgreich in die Gebärmutterschleimhaut einzunisten. Und leider hat auch nicht jeder eingenistete Embryo die Potenz sich zu einem Baby zu entwickeln. Manchmal tritt die Periode etwas verzögert ein und zeigt auf diese Weise an, dass es diesmal nicht geklappt hat. Bei anderen Paaren kommt es zur Fehlgeburt und damit zu der schmerzhaften Erkenntnis, dass das eigene Baby nicht lebensfähig war.  

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Einnistungsschmerz Symptome: Typische Anzeichen

Bei meiner Recherche bin ich auf sehr unterschiedliche Erfahrungsberichte gestoßen. Oft wird der Einnistungsschmerz als sehr leichter Schmerz und eher als ein Ziehen, Ziepen oder Piksen im Unterleib oder im Bereich der Gebärmutter beschrieben. Der Begriff Schmerz ist in diesem Zusammenhang übertrieben, denn das Ziehen und Piksen wird als deutlich leichter und kürzer als das Ziehen vor und während der Monatsblutung beschrieben.

Als weitere Symptome werden leichter Schwindel, Übelkeit oder ein größeres Hungergefühl erwähnt. Auch ein starkes Spannungsgefühl in den Brüsten, ein metallischer Geschmack im Mund sowie Kopfschmerzen werden beschrieben.

Andere Frauen erzählen, dass sie die Einnistung nicht bemerkt haben und auch nicht an einen Einnistungsschmerz als Symptom der Einnistung glauben. Grund für diese Zweifel ist die Tatsache, dass der Embryo zum Zeitpunkt der Einnistung nur ungefähr so groß wie ein Stecknadelkopf ist. Es fällt schwer sich vorzustellen, dass dieser winzige Embryo ein Schmerzgefühl hervorrufen kann. Andere wiederum deuten das Ziehen im Unterbauch nicht als frühes Schwangerschaftsanzeichen, sondern als frühes Symptom der sich ankündigenden Monatsblutung.

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Wie lange dauert der Einnistungsschmerz an?

Der Einnistungsschmerz wird von ganz kurz bis hin zu wenigen Tagen beschrieben, da es nur 1 bis 3 Tage dauert, bis der Embryo sich in die Gebärmutterschleimhaut eingenistet hat. Ein sehr leichter Schmerz wäre nachvollziehbar, da es nur zu einer winzigen Verletzung kommt, wenn der winzige Embryo an die Gebärmutterwand andockt. Allerdings ist das Gefühl jeder Frau für den eigenen Körper sehr unterschiedlich und deshalb lassen sich keine Aussagen treffen, die auch für dich komplett zutreffen werden.

Wo genau? Rechts oder links?

Viele Frauen beschäftigt die Frage, wo genau der Einnistungsschmerz zu spüren ist. Meine Sichtung der Erfahrungsberichte hat ergeben, dass es hierzu sehr viele unterschiedliche Erfahrungen gibt. Die meisten Berichte erzählen von einem Ziehen und Ziepen im Unterleib neben dem Bauchnabel oder in der Leiste entweder auf der rechten oder linken Unterbauchseite.

Einnistungsblutung

Es finden sich viele Erfahrungsberichte von Frauen, die von einer sehr schwachen und hellen Blutung berichten, die als kleiner Fleck in der Unterwäsche erscheint und oftmals als weiteres Symptom einer Einnistung interpretiert wird. Solltest du starke und anhaltende Schmerzen haben, handelt es sich sehr wahrscheinlich um prämenstruelle Beschwerden  oder um ein anderes gesundheitliches Problem. Bitte suche deinen Frauenarzt auf!

Wann tritt der Einnistungsschmerz auf?

Es ist wichtig, dass du weißt, dass nicht alle Frauen einen Einnistungsschmerz spüren. Wenn du also nichts spürst, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass gerade keine Einnistung in deinem Körper passiert. Solltest du ein Ziehen spüren, dann kann es sich dann um einen Einnistungsschmerz handeln, wenn der Schmerz zwischen dem 4. und 7. Tag nach dem Eisprung auftritt. Tritt der Schmerz früher auf, handelt es sich vermutlich eher um Eisprungschmerzen, die auch als sogenannter Mittelschmerz bekannt sind.

Einnistungsschmerzen wie Regelschmerzen?

Die möglichen Beschwerden des Nidationsschmerzes lassen sich kaum von prämenstruellen Syndrom (PMS) unterscheiden. Schmerzen kurz vor der Periode deuten eher auf Regelschmerzen hin und sind oftmals deutlich stärker als der Einnistungsschmerz. Auch sind Regelschmerzen oft über den ganzen Bauchraum verteilt und weniger punktuell auf einer Seite des Unterbauches zu finden. Leider wirst du erst im Nachgang sicher sagen können, was deine Symptome bedeutet haben. Starke und lang anhaltende Schmerzen sollten unbedingt von deinem Frauenarzt abgeklärt werden.

Tipp: Mit Ovus oder Ava den Eisprung bestimmen!

Wann findet die Einnistung statt?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir kurz die Zusammenhänge rund um den Eisprung, die Empfängnis und die Einnistung rekapitulieren.  Als Einnistung oder auch Nidation (aus dem Lateinschen „nidus“ = Nest) wird das Andocken und Einwachsen des geschlüpften Embryos in die Gebärmutterschleimhaut bezeichnet. Diese Nidation findet 5 bis 6 Tage nach der Befruchtung der Eizelle statt.

Vor der Nidation sind folgende Schritte notwendig:

  • Zunächst musst du einen Eisprung und ungeschützten Sex während deiner fruchtbaren Tage (5 Tage vor bis 24 Stunden nach dem Eisprung) haben.
  • Die befruchtete Eizelle braucht mehrere Tage, um vom Eileiter in Richtung Gebärmutter zu wandern.
  • Während ihrer Reise teilt sie sich. Sie heißt nun Blastozyste.
  • In der Gebärmutter angekommen sucht sich die Blastozyste die Stelle aus, an der sie sich einnisten wird.
  • Die Einnistung selbst findet etwa 5 bis 6 Tage nach dem Eisprung statt.

Die zeitliche Abfolge vom Eisprung bis zur Einnistung sieht so aus:

  • Befruchtung der Eizelle durch die Samenzelle nach dem Eisprung
  • Reise der Blastozyste in die Gebärmutter
  • Implantation in die Gebärmutterschleimhaut
  • Bildung des Schwangerschaftshormons hCG, welches von einem Schwangerschaftstest erfasst werden kann.

Einen Schwangerschaftstest kannst du  zu Hause mit Hilfe eines Schwangerschaftsfrühtests aus einem Online Shop oder aus der Drogerie durchführen.

Kann man die Einnistung fördern?

Im Internet kursieren viele Tipps, wie man die Einnistung fördern kann. Du wirst schnell merken, dass sich einige Tipps sinnvoll anhören, andere hingegen widersprüchlich wirken.

  • Keinen Alkohol
  • Kein Nikotin
  • Ruhig ein Glas Rotwein am Abend
  • Keinen Kaffee trinken
  • Ein bis zwei Tassen Kaffee trinken
  • Nicht Fahrrad fahren
  • Keinen Sport
  • Sport in Maßen
  • Keine heißen Wannenbäder
  • Keine Sauna
  • Kein Geschlechtsverkehr
  • Geschlechtsverkehr kann die Einnistung fördern
  • Nicht ins Schwitzen kommen (wobei ist offenbar unwichtig!)
  • Nicht arbeiten
  • Arbeiten gehen, um nicht ständig in sich hinein zu hören oder sich zu Tode zu langweilen
  • Nicht an die mögliche Schwangerschaft denken
  • Keine schweren Lasten tragen
  • Mindestens 2 Liter am Tag trinken
  • Keine Treppen steigen
  • Beim Toilettengang nicht pressen
  • Kein Handy in Beckennähe
  • Keine Chips, Pommes, Cornflakes etc.( Acrylamid)

Mein wichtigster Tipp zur Förderung der Einnistung: Versuche, alles etwas ruhiger und gelassener anzugehen. Versuche Stress und große Hektik in deinem Alltag zu reduzieren. Gönne dir Entspannungszeiten und suche nach Freizeitaktivitäten, die dir seelisch und körperlich gut tun. Versorge deinen Körper mit allem, was er für eine Schwangerschaft benötigt. Ich denke hierbei an Folsäure. Ein Mangel an Folsäure kann zu sogenannten Neuralrohr-Defekten beim Baby führen.

Ich wünsche dir von Herzen viel Glück und hoffe, dass du bald schwanger wirst!

Herzliche Grüße

Silke

Literatur zum Einnistungsschmerz

H.-E. Stegner: Pathologie der weiblichen Genitalorgane II: Pathologie der Ovarien und Eileiter, Springer, Heidelberg 2013.

Keith L. Moore, T. Vidhya N. Persaud: Embryologie: Entwicklungsstadien, Frühentwicklung, Organogenese, Klinik. 5. Auflage. Urban & Fischer, München 2007, S. 123.

T. Sadler: Medizinische Embryologie. 10. Auflage. Thieme, Stuttgart 2003, S. 25–44.

F. Kainer: Das große Buch zur Schwangerschaft: Umfassender Rat für jede Woche. Gräfe und Unzer, 2009.

Weiterlesen

Foto: ©  Maniki / Bigstockphoto.com

By |2019-04-15T19:18:52+02:00April 9, 2019|

Künstliche Befruchtung Kosten: Welche Kasse zahlt 75%?

Neben der Frage, was eine künstliche Befruchtung pro Behandlungszyklus und je nach eingesetzter Methode (Insemination, IVF, ICSI) kostet, ist es genauso wichtig zu erfahren, wer diese Kosten bezahlt. Nachdem ich dir eine Liste der Krankenkassen zusammengestellt habe, die 100% der Kosten einer künstlichen Befruchtung tragen, will ich dir in diesem Artikel die Krankenkassen vorstellen, die eine 75% Kostenbeteiligung anbieten.

Bitte beachte, dass diese Liste meinen aktuellen Wissensstand ohne Gewähr abbildet. Über Infos zu Ergänzungen oder aktuelle Veränderungen freue ich mich und nehme diese gerne in die Liste auf. Diese Anmerkung gilt auch für Krankenkassen, die ihre Leistungen nicht wahrheitsgemäß abgebildet sehen.

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Clomifen: Wie viele Zyklen sind sinnvoll?

Künstliche Befruchtung Kosten: 75% Kostenübernahme durch die Kasse

KrankenkasseLeistungenBundesland
AOK Baden-Württemberg75% Kostenübernahme für die Versuche 1-3. Auch gleichgeschlechtliche Paare erhalten diesen Zuschuss, wenn es eine krankheitsbedingte Ursache für die Therapie gibt. Kostenübernahme auch bei Frauen 40+, soweit kein erhöhtes Risiko für Mutter und Kind vorliegt. Baden-Württemberg
AOK Plus75% für Versuche 1-3. Weitere Erstattung bei TESE, Assisted Hatching & Kryokonservierung im Rahmen einer Krebserkrankung (max. 1000 €). Beide Ehepartner müssen bei der AOK plus versichert sein.Sachsen,

Thüringen

AOK Rheinland-Hamburg75% für Versuche 1-3. Beide Ehepartner müssen bei der AOK Rheinland-Hamburg versichert sein.Rheinland, Hamburg
AOK Rheinland-Pfalz-Saarland75% für Versuche 1-3, allerdings müssen beide bei der AOK RPS  oder ein Partner privat versichert sein. Rheinland-Pfalz, Saarland
atlas BKK ahlman75% für Versuche 1-3.Bremen, Hamburg, Niedersachsen, NRW, Schleswig-Holstein
 BKK Dürkopp Adler 75% für Versuche 1-3. NRW
 BKK Pfaff 75% für Versuche 1-3. Rheinland-Pfalz
 BKK Schwazwald-Baar-Heuberg  75% für Versuche 1-3. Baden-Württemberg
BKK VBU75% für Versuche 1-3 nur für den bei der BKK versicherten Ehepartner.bundesweit
Siemag BKK75% für Versuche 1-3. Beide Ehepartner müssen bei der Siemag BKK versichert sein.BaWü, Bayern, Brandenburg, Hamburg, Hessen, NRW, Rheinland-Pfalz, Sachsen
IKK Brandenburg & Berlin 

Zusätzlich zu den 50% der üblichen Kostenübernahme gibt es weitere 60 % des verbleibenden Eigenanteils.

Brandenburg,

Berlin

Bitte prüfe die aktuelle Satzung der jeweiligen Krankenkasse vor einem Krankenkassenwechsel oder nimm ein Beratungsgespräch in Anspruch.

Bedingungen für die Kostenübernahme

Damit die Krankenkasse eine künstliche Befruchtung übernimmt, müssen Bedingungen erfüllt sein.

  • Das Paar muss verheiratet sein.
  • Frau und Mann müssen über 25 Jahre alt sein. Die Frau darf das 40. Lebensjahr und der Mann das 50. Lebensjahr noch nicht überschritten haben.
  • Vor Beginn der künstlichen Befruchtung muss bei der Krankenkasse ein Behandlungsplan inklusive einer Kostenschätzung eingereicht werden. Dieser Plan muss von der Kasse genehmigt werden.

Für verheiratete Paare sind die Kosten der Kinderwunschbehandlung steuerlich absetzbar.

Fragen, Ergänzungen oder Anmerkungen bitte in die Kommentare!

Herzliche Grüße

Silke

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Foto: ©  weyo / bigstockphoto.com

By |2019-04-13T17:07:47+02:00April 7, 2019|

Clomifen: Wie viele Zyklen sind sinnvoll?

Clomifen ist ein Medikament, welches die Eizellreifung an den Eierstöcken positiv beeinflussen kann. Es wird z.B. von Frauenärzten zur Behandlung von Frauen eingesetzt, die aufgrund eines fehlenden Eisprungs unfruchtbar sind. Es stellt sich die Frage, wie viele Zyklen lang man Clomifen einnehmen sollte und ab wann eine alternative Behandlung sinnvoll ist.

So wirkt Clomifen

Die Wirkweise von Clomifen (auch als Clomid bezeichnet) ist bis heute nicht komplett geklärt. Allerdings besteht die starke Vermutung, dass das Medikament wie ein selektiver Östrogenrezeptormodulator wirkt. Das bedeutet, dass das Medikament deiner Hirnanhangsdrüse vorgaukelt, dass es zu wenig Östrogen in deinem Körper gibt und diese daraufhin verstärkt das follikelstimulierende Hormon FSH ausschüttet. Das FSH wiederum stimuliert deine Eierstöcke, die daraufhin verstärkt Follikel wachsen lassen. Diese kleinen Eibläschen umgeben wie eine Hülle die heranreifenden Eizellen in deinem Eierstock. Der auf diese Weise erreichte erhöhte Östrogenspiegel führt also zum Eisprung.

Clomifen: Was tun, wenn die Behandlung nicht klappt?

Soweit die Theorie. Es stellt sich die Frage, was zu tun ist, wenn die Clomifen Behandlung bei vorliegender anovulatorischer Subfertilität nicht zu einer Schwangerschaft führt. Wie viele Zyklen lang sollte man die Clomifen Stimulation fortsetzen und ab wann beispielsweise mit einer FSH Stimulation oder einer IVF weitermachen? Und ist es zielführender die Clomifen Stimulation mit einer Insemination zu verbinden?

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Clomifen: Neue Studie

Zu dieser Fragestellung wurde eine neue Studie aus Holland veröffentlicht. Alle teilnehmenden Frauen hatten bereits 6 ovulatorische, aber negative Clomifen Zyklen durchlaufen, d.h. es war zu keiner Schwangerschaft gekommen. Die prospektive randomisierte Studie wertete die Daten von 4 Behandlungsgruppen aus, in die die Frauen zufällig eingeteilt wurden. In den Behandlungsgruppen wurde entweder mit Clomifen oder FSH  und dabei entweder mit oder ohne Insemination (IUI) behandelt.

Ergebnisse der Clomifen Studie

Schaut man sich die Zahl der Lebendgeburten an, so liefert die Studie folgende Ergebnisse. Es gab eine Lebendgeburtenrate von

  • 54,3% bei einer Stimulation mit FSH in Kombination mit einer IUI
  • 47,9% bei einer Stimulation mit FSH (ohne IUI)
  • 44,2% bei einer Stimulation mit Clomifen in Kombination mit einer IUI
  • 38,6% bei einer Stimulation mit Clomifen (ohne IUI)

Damit kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass eine Stimulation mit FSH tatsächlich einen signifikanten Vorteil gegenüber einer Clomifen-Behandlung bringt, wohingegen die zusätzliche Durchführung einer Insemination sowohl bei einer Clomifen- als auch einer FSH Stimulation einen deutlich geringeren Vorteil ergibt.

Nach 6 ovulatorischen, aber negativ verlaufenden Clomifen-Zyklen würde auf der Basis dieser Studienergebnisse ein Wechsel zu einer FSH-Stimulation ohne Insemination Sinn machen, da diese Behandlung bei fast 50% der Frauen zu einer Lebendgeburt führte. Eine zusätzlich zur FSH-Stimulation durchgeführte Insemination würde diesen Vorteil weiter ausbauen, auf der anderen Seite aber auch deutlich höhere Kosten generieren.

Insgesamt macht die Studie deutlich, dass nach 6 negativ verlaufenden Clomifen-Zyklen nicht zwangsläufig direkt zu einer IVF Therapie gewechselt werden muss. Vielmehr scheint es vor allem für jüngere Frauen sinnvoll zu sein weitere 6 Monate mit Clomifen oder aber FSH zu stimulieren und dies entweder mit oder ohne Insemination zu tun. Die Lebendgeburtenraten der Clomifen- und FSH-Stimulation sind überraschend hoch und sie ersparen jedem Paar die belastende und kostenintensive Diagnostik und Therapie im Rahmen einer IVF.

Herzliche Grüße

Silke

Literatur zu Clomifen

  • E.M. Bordewijk et al.: Gonadotrophins versus clomiphene citrate with or without IUI in women with normogonadotropic anovulation and clomiphene failure: a cost-effectiveness analysis. Human Reproduction, Volume 34, Issue 2, February 2019, Pages 276–284.
  • N A Danhof et al: Follicle stimulating hormone versus clomiphene citrate in intrauterine insemination for unexplained subfertility: a randomized controlled trial. Human Reproduction, Volume 33, Issue 10, October 2018, Pages 1866–187.
  • S. Wordsworth et al: Clomifene citrate and intrauterine insemination as first-line treatments for unexplained infertility: are they cost-effective? Human Reproduction, Volume 26, Issue 2, February 2011, Pages 369–375.
  • T. Dankert et al: A randomized clinical trial of clomiphene citrate versus low dose recombinant FSH for ovarian hyperstimulation in intrauterine insemination cycles for unexplained and male subfertility. Human Reproduction, Volume 22, Issue 3, March 2007, Pages 792–797.

Foto: Bistockphoto.com / © Kzenon

By |2019-04-05T20:57:57+02:00April 5, 2019|

Schwanger trotz Blutung? Kannst Du trotz Periode schwanger sein?

Schwanger trotz Periode, ist das möglich? Die Antwort auf diese Frage ist auf den ersten Blick verwirrend: Schwanger trotz Blutung ist möglich, schwanger trotz Periode ist ausgeschlossen. In diesem Artikel  erfährst Du, was du beim Thema schwanger trotz Periode und Blutung beachten solltest.

Blutung oder Periode?

Es gibt unterschiedliche Blutungsarten und es muss zwischen Deiner normalen Periode und anderen Blutungen unterschieden werden. Deine Menstruation zeigt an, dass es in diesem Zyklus zu keiner Einnistung gekommen ist. Die Gebärmutterschleimhaut wird abgestoßen, deine Monatsblutung beginnt, Du bist nicht schwanger.

Daneben gibt es Blutungen, die trotz einer vorliegenden Schwangerschaft auftreten können. Leider lassen sich diese Blutungen erstmal kaum von Deiner Periode unterscheiden. Sie sind oft deutlich schwächer, manchmal handelt es sich um braunes und damit altes Blut oder die Blutung ist unregelmäßig. Auch die Dauer der Blutung kann einen Hinweis darauf liefern, ob es sich nur um eine Blutung oder um Deine Periode handelt. Bitte prüfe auch, wo Du gerade in Deinem Zyklus stehst und wann Du zum letzten Mal Deine Periode hattest. Schließlich stellt sich die Frage, ob Du Sex hattest und wie wahrscheinlich eine Schwangerschaft damit ist.

Schwanger trotz Blutung? Möglich!

Blutungen in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten treten gar nicht so selten auf. Durchschnittlich hat eine von fünf Frauen mit Blutungen im 1. Trimenon zu kämpfen. Dabei muss eine Blutung nicht unbedingt auf eine Fehlgeburt hinweisen, sondern kann unterschiedliche Ursachen haben.

Blutungen jeglicher Art sollten durch einen Frauenarzt abgeklärt werden.

Auch wenn die Blutung nur leicht ist, solltest Du Deinen Gynäkologen um eine Untersuchung bitten. Dein Arzt kann beispielsweise eine Ultraschalluntersuchung durchführen und nachsehen, wie es Deinem Baby geht oder er bestimmt das Schwangerschaftshormon hCG, welches sich bei einem gesunden Verlauf der Schwangerschaft alle zwei bis drei Tage verdoppelt.

Blutungsarten in der Frühschwangerschaft

Es gibt Blutungen in unterschiedlicher Stärke und Aussehen. Bei starken Blutungen und Schmerzen solltest du dich schnellstmöglich bei deinem Frauenarzt vorstellen. Es könnte sich um eine Fehlgeburt oder eine Eileiterschwangerschaft handeln. Braune, häufig weniger starke Blutungen deuten auf „altes Blut“ hin.  Schließlich gibt es noch leichte Schmierblutungen. Bitte lass auch Schmierblutungen fachärztlich abklären. Geh auf Nummer sicher und vermeide so, dass größere Komplikationen übersehen werden.

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Ursachen für Blutungen in der Schwangerschaft

Einnistungsblutung (Nidationstblutung)

Die Einnistungsblutung kann auftreten, wenn sich die befruchtete Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut einnistet. Es wird davon ausgegangen, dass die Einnistung kleine Verletzungen der Blutgefäße in der Gebärmutter hervorrufen kann, die zu einer Blutung führen können. Allerdings wird diese Blutung von den meisten Frauen als sehr schwach und nur kurz anhaltend beschrieben. Viele Frauen berichten nur von wenigen Tropfen Blut oder Schlieren. Die These von der Einnistungssblutung ist übrigens wissenschaftlich umstritten, das heisst, es ist nicht klar, ob es sie nun tatsächlich gibt oder nicht. Ähnliches gilt für den Einnistungsschmerz.

Blutungen nach Geschlechtsverkehr

Während der Schwangerschaft sind die Geschlechtsorgane sehr gut durchblutet und das Gewebe ist aufgelockert. Sex kann deshalb leichter zu Blutungen führen. Kleine Verletzungen in der Scheide, im Gebärmutterhals oder am Muttermund passieren schneller und sind nicht besorgniserregend. Trotzdem bedarf es einer Abklärung, um andere Ursachen auszuschließen.

Hämatome in der Gebärmutter

Ein Hämatom ist eine Blutansammlung, die durch verletzte Blutgefäße entstehen kann. Diese Blutergüsse können auch in der Gebärmutter entstehen und sich in Form von Blutungen bemerkbar machen. Dein Frauenarzt kann zur Abklärung eine Ultraschalluntersuchung durchführen.

Hormonelle Schwankungen

Gerade in den ersten Schwangerschaftswochen kommt es zu hormonellen Schwankungen. Manche Frauen haben deshalb um den Zeitpunkt ihrer Periode herum Blutungen trotz vorliegender Schwangerschaft. Auch bei einer künstlichen Befruchtung kann es zu diesen Blutungen kommen. Viele Ärzte verschreiben Medikamente, die das Gelbkörperhormon Progesteron enthalten, um die Hormonlage und damit die Schwangerschaft zu stabilisieren.

Blutung und Fehlgeburt

Blutungen, die mit heftigen Schmerzen oder Krämpfen einhergehen, haben oftmals einen ernsten Hintergrund. In diesem Fall ist leider an eine Fehlgeburt zu denken und es bedarf einer Abklärung im Krankenhaus oder bei deinem behandelnden Gynäkologen.

Blutung trotz Pille

Bei Frauen, die die Pille nehmen und trotzdem schwanger werden, kann es zu Blutungen kommen. Allerdings ist diese Blutung hormonell bedingt und ist eine Abbruchblutung aufgrund der Einnahmepause der Antibabypille und  dem damit verbundenen Hormonentzug. Es handelt sich aber nicht um Deine natürliche Menstruation.

Eileiterschwangerschaft

Eine Eileiterschwangerschaft liegt vor, wenn sich das befruchtete Ei nicht in der Gebärmutter, sondern in der Schleimhaut des Eileiters eingenistet hat. Eine Eileiterschwangerschaft ist eine sehr ernst zunehmende und akute Erkrankung, die oftmals mit Unterleibsschmerzen und Blutungen einhergeht und sogar zum Reißen des Eileiters führen kann. Deshalb ist hier Eile geboten und eine rasche Abklärung unbedingt nötig.

Schwanger trotz Periode? 

Schwanger trotz Periode ist ausgeschlossen. Denn eine Schwangerschaft geht immer mit dem Ausbleiben der Monatsblutung einher. Nun kann ich Deine wachsenden Denkfalten auf deiner Stirn sehen. Denn vermutlich hast Du, wie fast jede von uns hier auf  kindeshalb, schon von Frauen gehört, die angeblich trotz Periode schwanger waren.

An diesen Geschichten ist aber nichts dran. Frauen, die schwanger sind, haben keine Periode. Sie können Blutungen haben, die aber nicht mit der Periode verwechselt werden dürfen. Denn die Periode ist ein sicheres Anzeichen dafür, dass in deinem Zyklus keine Eizelle befruchtet wurde und deshalb die Gebärmutterschleimhaut abgebaut und mit Hilfe der Menstruation aus deinem Körper  ausgespült wird.

Fand eine Befruchtung statt, nistet sich die befruchtete Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut ein. Hormone wie das Gelbkörperhormon Progesteron und das Schwangerschaftshormon hCG verhindern, dass die Gebärmutterschleimhaut abblutet.

Erste Schwangerschaftsanzeichen

Du kannst erkennen, ob Du schwanger bist, indem Du nach weiteren ersten Schwangerschaftsanzeichen wie beispielsweise Übelkeit oder einer dauerhaft erhöhten Basaltemperatur Ausschau hälst. Eine Liste von 30 Schwangerschaftsanzeichen findest Du hier!

Wie kann ich Blutungen von der Periode unterscheiden?

Tatsächlich ist eine Unterscheidung schwer. Denn nach welchen Kriterien sollst Du unterscheiden, wann eine leichte Blutung nicht mehr leicht ist? Und wie hell muss das Blut sein, damit es sich nicht um „altes Blut“ handelt? Deshalb möchte ich Dir bei Blutungen und dem Verdacht auf eine Schwangerschaft wirklich ans Herz legen, deinen Arzt zu konsultieren. Lieber ein Gang zum Arzt zu viel, als die Unsicherheit und Sorgen über viele Tage auszuhalten und die eigene Gesundheit und Deines Babys zu gefährden.

Schwanger trotz Blutung: Schwangerschaftstest ab wann möglich?

Letzte Gewissheit, ob Du schwanger bist und ob Du eine Blutung oder Deine Periode hast, liefert dir ein Schwangerschaftstest.

Einen sicheren Schwangerschaftstest kannst du 14 Tage nach deinem Eisprung machen, denn dann ist das Schwangerschaftshormon hCG in deinem Urin mit  einem Test aus der Drogerie oder Apotheke nachweisbar. Solltest du unsicher sein, wann dein Eisprung stattgefunden hat, kannst du den Schwangerschaftstest zu dem Zeitpunkt machen, an dem deine Periodenblutung normalerweise einsetzen sollte.

Wenn du die Spannung nicht so lange aushalten willst, gibt es Schwangerschaftsfrühtests, die dir noch früher eine Schwangerschaft anzeigen. Lies hierzu meinen Artikel zum Thema Schwangerschaftsfrühtest. Bei Fragen melde dich bei mir.

Herzliche Grüße

Silke

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Literatur:

Diedrich, K. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. 2. Auflage, Springer-Verlag, Heidelberg 2007.

Foto: Pixabay: Ioana_radu, EME

By |2019-04-03T21:42:23+02:00April 3, 2019|

Follikel: Definition, Größe & Entwicklungsstufen

Jede Schwangerschaft beginnt mit einem Follikel. Ein kleines Eibläschen, das es schafft sich gegen viele andere Follikel durchzusetzen und am schnellsten und kräftigsten zu wachsen. In diesem Artikel erfährst du, warum eine gute Follikelentwicklung für eine Schwangerschaft wichtig ist und was die damit verbundenen Begriffe wie Follikelphase, follikelstimulierendes Hormon (FSH) und Follikelsprung bedeuten.

Was ist ein FollikelDefinition & Größe

Follikel (von lat. Folliculus: Hülle, Hülse) sind bläschenförmige Hohlraumstrukturen, die es beim Menschen zum Beispiel in der Schilddrüse, im lymphatischen System, der Haut, aber auch in den Eierstöcken gibt. Vielleicht hast du bei einem Ultraschall bei deinem Gynäkologen schon einige deiner eigenen Follikel (auch Ovarialfollikel genannt) gesehen. Sie sehen wie kugelige  mit Flüssigkeit gefüllte Eibläschen aus und umgeben als Hülle die heranreifende Eizelle im Eierstock.

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Follikel sind keine Eizellen. Vielmehr ist die Eizelle die weibliche Keimzelle, die im Follikel schwimmt. Der Follikel umgibt die Eizelle wie eine schützende Hülle im Eierstock und trägt dazu bei, dass diese sich ideal entwickeln kann und zum richtigen Zeitpunkt auf den Weg Richtung Gebärmutter geschickt wird.

Ein voll ausgereifter Follikel zum Zeitpunkt des Eisprungs hat einen mittleren Durchmesser von 22-24 mm. Das Intervall liegt bei 18 bis 36 mm, d.h. das Eibläschen kann bereits bei 18 mm oder erst bei 36 mm platzen.  Er ist gefüllt mit Flüssigkeit, in der sich die Eizelle befindet.

Follikel vor dem Eisprung

Follikel kurz vor dem Eisprung im Ultraschall

Seine maximale Größe erreicht der Ovarialfollikel um die Zyklusmitte. Dieser Zeitpunkt entspricht meistens dem 10. bis 14. Tag nach dem Start deiner Periode. Das Eibläschen öffnet sich und entlässt die Eizelle mitsamt seiner Flüssigkeit. Die eigentliche Eizelle ist mit bloßem Auge kaum zu sehen. Sie ist nur 0,11 bis 0,14 Millimeter groß.

Follikel kurz vor dem Eisprung

Kurz vor dem Eisprung, Wikimedia.org ©Maksim

Follikelreifung im Zyklus

Die Eibläschen durchlaufen während ihrer Reifung verschiedene Entwicklungsstadien und die Follikel, die du im Ultraschall sehen kannst, haben schon einige Entwicklungsschritte hinter sich. Abhängig von ihrem Reifungsgrad werden Ovarialfollikel in Primordialfollikel, Primär-, Sekundär- und Tertiär-Follikel unterschieden. In deinen Eierstöcken sind Eibläschen in all diesen Entwicklungsstadien zu finden. Für die entscheidende Weiterentwicklung vom Tertiär-Follikel zum Graaf-Follikel, den es für einen Eisprung braucht,  kommt das follikelstimulierende Hormon FSH ins Spiel.

Zyklustee Wegweiser

Zu Beginn eines neuen Zyklus, der mit dem ersten Tag deiner Periodenblutung beginnt, hat sich eine Kohorte von 10 bis 20 Eibläschen in eine Art „Lauerstellung“ begeben. Ziel dieser nun auch als Antralfollikel bezeichneten kleinen Eibläschen (2 bis 10 mm im Durchmesser) ist es, ein Graaf-Follikel zu werden und zum Eisprung zu kommen. Allerdings schafft dies nur ein einzelner Follikel pro Zyklus.

Der Leitfollikel

Die Ausschüttung von FSH durch die Hirnanhangsdrüse wirkt wie der Startschuss zu einem Rennen um die Position des Leitfollikels, an dessen Ende sich nur ein Eibläschen durchsetzen kann. Dieser Follikel schafft es durch seine Größe und Entwicklungsreife die anderen Follikel zu dominieren und zum sprungreifen Follikel zu wachsen. Die übrigen Follikel bilden sich zurück und degenerieren (Follikelatresie). Manchmal und in Ausnahmen schaffen es auch 2 Eibläschen zu springen und eröffnen damit die Chance mit zweieiigen Zwillingen schwanger zu werden.

Der Prozess der Auswahl des dominanten Follikels ist beeindruckend. Sie beruht auf einem negativen Rückkopplungsprozess, bei dem die durch die Follikel selbst produzierten Östrogene die weitere Ausschüttung von FSH gehemmt wird. Diese geringere Verfügbarkeit von FSH führt dazu, dass die Follikel degenerieren, nur der am weitesten entwickelte Follikel kann von dieser Entwicklung profitieren. Denn er verfügt aufgrund seines Reifegrades über die höchste Empfindlichkeit für FSH und er schüttet gleichzeitig das Hormon Inhibin aus, das zusätzlich die weitere FSH Produktion hemmt. Das stärkste Eibläschen baut auf diese Weise seinen Entwicklungsvorsprung aus und reift zum sprungbereiten Follikel weiter. Die stark zunehmende Estradiol Ausschüttung führt zudem zu einem LH Anstieg, der etwa 24 Stunden nach dem LH Peak zum Eisprung (Follikelsprung) führt.

Eisprung (Ovulation)

Die Follikelreifung findet im Eisprung ihren Abschluss. Beim Eisprung platzt die Hülle des Leitfollikels auf und die Eizelle wird in den Eileiter geschleudert. Im Eileiter kann sie von einem Spermium befruchtet werden und danach ihren Weg in die Gebärmutter fortsetzen. Nach ca. 4 bis 6 Tagen dort angekommen erfolgt die Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut und die weitere Entwicklung zu einem Baby.

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Dem aufgeplatzten Eibläschen kommt ebenfalls eine neue Aufgabe zu: Er wandelt sich nach dem Eisprung und unter dem Einfluss von LH in den Gelbkörper um.

Eisprung, Follikel wandelt sich in Gelbkörper um

Follikel wandelt sich in Gelbkörper um, ©Wikimedia.org

Erfolgt keine Befruchtung wandert die Eizelle trotzdem in die Gebärmutter und wird dort zusammen mit der Gebärmutterschleimhaut am Ende des Zyklus mit dem Einsetzen der Periode ausgeschieden. Gleichzeitig haben bereits die Vorbereitungen für den nächsten Zyklus angefangen. Eine neue Kohorte von Eibläschen hat sich gebildet und wartet auf den Startschuss um die beste und schnellste Entwicklung.

Follikelreifung im stimulierten Zyklus

Da eine künstliche Befruchtung sehr zeit- und kostenintensiv ist, wird durch eine gezielte Stimulation der Eierstöcke versucht, möglichst viele Follikel bis zur Sprungreife zu entwickeln. Denn je mehr reife Eizellen am Ende der Stimulation punktiert werden können, desto mehr Möglichkeiten ergeben sich, diese zu befruchten und im Rahmen eines Transfers in die Gebärmutter zurückzusetzen.

Allerdings verhalten sich nicht alle Eibläschen unter der Stimulation gleich. Vielmehr hat jeder Follikel seinen eigenen Entwicklungsrhythmus und nicht alle schaffen es eine Größe von 18 mm zu erreichen. Sobald mehrere Follikel 18 mm und mehr erreicht haben, wird das Hormon hCG verabreicht und damit der Eisprung ausgelöst. Etwa 36 Stunden später erfolgt dann die Punktion der Eizellen. Leider sind nicht alle dieser auf diesem Wege gewonnen Eizellen reif und auch über deren Qualität lässt sich erstmal nur spekulieren. Auch kommt es immer wieder vor, dass die Follikel überhaupt keine Eizelle enthalten (Leere-Follikel-Syndrom).

Zyklus: Follikelreifung, Eisprung, Schwangerschaft / Blutung

Zyklus für Zyklus vollziehen sich alle diese Prozesse in deinem Körper. Zunächst reifen mehrere Eibläschen heran, wovon sich eines durchsetzt und zum Eisprung gelangt. Kommt es zu einer Befruchtung und Einnistung bist du schwanger. Klappt dies nicht tritt nach dem Zerfall des Gelbkörpers deine nächste Monatsblutung ein.

Ich persönlich bin total fasziniert davon und staune mit welcher Ausdauer und Kraft der weibliche Körper Monat für Monat eine mögliche Schwangerschaft vorbereitet. Ob dies wirklich geklappt hat, kannst du frühestens am Tag deiner zu erwarteten Monatsblutung (etwa 14 Tage nach dem Eisprung) mithilfe eines Schwangerschaftstests herausfinden. Sollte es nicht mit dem Schwanger werden geklappt haben, gibt es aber jeden Grund neuen Mut zu fassen, denn die nächsten Eibläschen sind bereits startklar und leiten einen neuen Zyklus ein.

Zur Bestimmung des Zeitpunkts, ab dem du zuverlässig einen Schwangerschaftstest durchführen kannst, kann ich dir meine hCG Tabelle Urin empfehlen. Bei Fragen melde dich gerne bei mir.

Herzliche Grüße

Silke

Quellen

  • Elisabeth Raith-Paula, Petra Frank-Hermann, Günter Freundl, Thomas Strowitzki: Natürliche Familienplanung heute: Modernes Zykluswissen für Beratung und Anwendung. 5. Auflage. Springer Verlag, 2013.
  • Hans-Rudolf Tinneberg, Michael Kirschbaum, Frank Oehmke (Hrsg.): Gießener Gynäkologische Fortbildung 2003: 23. Fortbildungskurs für Ärzte der Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg/New York 2013.

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By |2019-03-18T19:56:38+02:00März 18, 2019|