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Fehlgeburt: Was Du niemals sagen solltest!

Das Erleben einer Fehlgeburt ist für viele Frauen ein tiefer Einschnitt in ihr Leben.

Viele Frauen und Paare sind oftmals überrascht von den intensiven Gefühlen, die eine Fehlgeburt auslösen kann.

Und das ist mehr als verständlich:

Wir verbinden mit einer Schwangerschaft die Entstehung neuen Lebens und die Geburt eines Babys.

Gedanklich und emotional ist uns unser Kind schon ganz nahe, der zukünftige gemeinsame Lebensweg steht fest.

Dass Fehlgeburten leider zum Leben einer Frau und eines Paares dazugehören können, wissen viele nicht.

Umso schockierender die Nachricht, dass das Kind nicht (weiter)leben wird oder das Herz aufgehört hat zu schlagen.

Der Schock sitzt tief und es gibt kaum eine Vorstellung, wie diese Nachricht verarbeitet werden kann.

Ich war in meinem beruflichen Alltag bei Kindeshalb immer wieder überrascht, was betroffene Frauen und Paare von ihrer Familie, von Freunden und Bekannten zu hören bekommen, wenn diese von der Fehlgeburt erfahren.

Deshalb kommt hier eine Liste von 5 Punkten, die Du niemals zu einer betroffenen Frau oder einem betroffenen Paar sagen solltest.

 

Fehlgeburt: Was Du niemals sagen solltest

1. „Das Schicksal wollte es so“

Für jemanden, der gerade einen schweren Verlust verkraften muss, kann die Aussage „das Schicksal wollte es so“ sehr verletzend sein.

Schnell kann die Vorstellung entstehen, dass das Schicksal für das Leben der betroffenen Person keine Kinder vorgesehen hat.

Und es stellt sich die Frage, was das Schicksal zukünftig noch bringen wird.

Selbst Frauen und Paare, die keinerlei Hang zum Aberglauben haben und mit beiden Beinen im Leben stehen, berühren solche Gedankengänge sehr.

 2. „Mit Deinem Kind stimmte irgendetwas nicht“

Immer wieder höre ich diese Art von Bemerkung.

Inhaltlich mag dieser Gedanke vielleicht sogar richtig sein. Es gibt viele Faktoren, die zu einer Fehlgeburt führen können.

Allerdings möchte ich deutlich darauf hinweisen, dass eine solche Bemerkung nicht tröstend wirkt.

Das Wissen um mögliche Erkrankungen oder Fehlbildungen des eigenen Kindes mindert nicht den Verlust und die Trauer.

 3. „Du kannst wieder schwanger werden“

Dies ist eine Bemerkung, die einem Tritt in die Magengrube gleich kommt.

Leider ist sie sehr beliebt und betroffene Personen hören sie sehr oft in ihrem Umfeld.

Für ein Paar, das bereits eine enge Bindung zu seinem ungeborenen Kind aufgebaut und sich viele Gedanken über das gemeinsame Leben gemacht hat, wirkt sie sehr verletzend.

Die Trauer um das Kind verschwindet nicht, indem man es durch eine neue Schwangerschaft ersetzt.

Eine Frau, die bereits schwanger war und ihr Kind nicht austragen konnte oder durfte, macht sich viele Gedanken.

Sie fragt sich nicht nur, ob sie wirklich wieder schwanger werden kann, sondern auch, ob sie überhaupt fähig ist, ein Kind auszutragen.

Viele Frauen erzählen, dass Sie Angst haben, nicht mehr schwanger werden zu können oder nicht die Fähigkeit besitzen, ein Kind bis zur Geburt auszutragen.

4. „Du bist nicht mehr die oder der Jüngste“

Es ist erstaunlich, dass es Menschen gibt, die glauben, dass ein Hinweis auf das Alter der Betroffenen eine angemessene Reaktion auf deren Fehlgeburt ist.

Zwar gibt es den Zusammenhang zwischen Fruchtbarkeit und Alter, aber eine solche Reaktion frustriert und hinterlässt das betroffene Paar einsam mit seiner Erfahrung zurück.

5. Du sagst nichts und ignorierst die Fehlgeburt

Wenn Dir jemand vertrauensvoll von einer Fehlgeburt erzählt oder Dich auf andere Art und Weise davon wissen lässt, ist es fatal, wenn Du nicht darauf reagierst und die Fehlgeburt ignorierst.

Jede und jeder weiß, wie schwer es ist, in solchen Situationen die richtigen Worte zu finden.

Die Begegnung mit trauernden Menschen ist anstrengend und fordert viel Einfühlungsvermögen.

Mein Tipp: Du musst keine perfekt eloquente und einfühlsame Antwort finden.

Hier ist weniger mehr.

Ein „es tut mir leid, was Euch passiert ist“ lässt das betroffene Paar wissen, dass Du an Sie denkst und Dich in ihre Situation einfühlen kannst.

 

Herzliche Grüße

Silke

 

Über den Autor:

Mein Name ist Silke und ich freue mich, dass du hier bist! Kindeshalb ist mein Blog für Frauen mit Kinderwunsch. Wenn du Tipps und neue Inspiration für deinen Kinderwunschweg suchst, bist du hier genau richtig. Schau dich um, bei Fragen oder Anmerkungen melde dich gerne!

Ein Kommentar

  1. Julia Schneider 10. August 2017 um 7:14 Uhr - Antworten

    Hallo Silke,
    ich war in der 12 Woche schwanger als ich von einer Vertretungsärztin erfuhr, dass mein Kind nicht mehr lebt. Ihre genauen Worte lauteten: „es tut mir leid, aber ihr Kind hat keinen Herzschlag“. In diesem Moment konnte war ich völlig emotionslos und weggetreten. Ich sagte: „was das kann doch nicht sein“ und sah das Kind in der Embryostellung auf dem Monitor. Ich bemerkte dann nach näherem Betrachten keine Bewegung des Neugeborenen. Meine Schwester und Mutter wurden kurze Zeit später benachrichtigt und kamen in die Praxis. Erneut untersuchte mich die Ärztin und das Ende der Geschichte war missed abortion. Genau dieser Satz stand plötzlich in meinem Mutterpass, den ich zuvor immer überall mitgenommen habe. 12 Wochen sind eine verdammt lange Zeit! Ich wollte das Baby so sehr! Ohne Worte fuhren wir ins Krankenhaus und ließen uns dann nach 5 Stunden Wartezeit die Diagnose erneut stellen. Ein Tag später war dann die geplante Operation und das Kind war weg. Alle schönen Gedanken an das Kind verblassten, es fühlte sich seltsam an zu wissen ein totes Kind in mir zu tragen. Ich wollte und konnte das nicht mehr. Seit mehreren Tagen sitze ich und weine und trauere und versuche einfach alles um das ungeschehen zu machen. Ich habe das so geliebt schwanger zu sein, es war ein schönes Gefühl.

    Bitte helfe mir.

    Grüße Julia

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