-Tag: Fehlgeburt

Fehlgeburt Ursachen: Was löst wiederholte Fehlgeburten aus?

Vielleicht hast du auch die Erfahrung einer Fehlgeburt machen müssen und suchst nun nach möglichen Fehlgeburt Ursachen, die dich das Erlebte besser verstehen und eine Wiederholung möglichst verhindern lassen. In diesem Artikel möchte ich dir wichtige Informationen zum Thema Fehlgeburt sowie eine neue Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) vorstellen, die dir einen guten Überblick zu Ursachen bei wiederholten Fehlgeburten geben kann.

Was ist eine Fehlgeburt?

Wenn ein Kind während der Schwangerschaft stirbt, ist das ein so schreckliches Ereignis, dass es mir schwer fällt über Definitionen der Fehlgeburt zu schreiben. Trotzdem ist es wichtig, den Unterschied zwischen einer frühen und späten Fehlgeburt sowie die Abgrenzung zur Totgeburt zu kennen.

Von einer Fehlgeburt wird gesprochen, wenn ein Kind mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm tot geboren wird. Der medizinische Fachbegriff dafür heißt „Abort“. Zudem wird zwischen einer frühen Fehlgeburt (Frühabort) unterschieden, wenn die Schwangerschaft vor der 12. Schwangerschaftswoche endet und einer späten Fehlgeburt (Spätabort), wenn das Baby im Zeitraum nach der 12. bis 24. Schwangerschaftswoche im Bauch der Mutter verstirbt. Kinder, die mit einem Gewicht von über 500 Gramm tot geboren werden, werden als Totgeburten bezeichnet.

Wiederholte Fehlgeburt: Statistik

Schätzungsweise 1% bis 3% aller Paare im reproduktionsfähigen Alter erleben den wiederholten Verlust einer Schwangerschaft.2 Dabei bleibt die Schwangerschaft bei einer frühen Fehlgeburt nicht selten unentdeckt und die Blutungen werden mit der Periodenblutung verwechselt. Deshalb ist diese Prozentangabe auch nur eine Schätzung, sie kann auch höher sein. Paare, die eine Fehlgeburt bewusst erleben mussten, haben besonders vor dem Wiederholungsrisiko Angst: Was ist, wenn die nächste Schwangerschaft wieder in einer Fehlgeburt endet?!

Mein Buchtipp für dich: 

Gute Hoffnung, jähes Ende: Fehlgeburt, Totgeburt und Verluste in der...*
Hannah Lothrop - Herausgeber: Kösel-Verlag - Auflage Nr. 2 (27.06.2016) - Broschiert: 384 Seiten
24,99 €

Ein Blick in die Forschungsliteratur zu diesem Thema zeigt, dass die Wiederholungsgefahr einer Fehlgeburt in starker Abhängigkeit zum Alter der Frau als auch der Anzahl der vorausgegangenen Aborte steht.3

 Wiederholungsrisiko von Fehlgeburten
Anzahl Aborte25 – 29 Jahre30 – 34 Jahre35 – 39 Jahre 40 – 44 Jahre
1 Abort~ 15%~ 16 – 18%~ 21 – 23%~ 40 %
2 Aborte~ 22 – 24%~ 23 – 26%~ 25 – 30%~ 40 – 44%
3 oder mehr Aborte~ 40 – 42%~ 38 – 40%~ 40 – 45%~ 60 – 65%

Ursachen einer Fehlgeburt

Ich bin mir sicher, dass jede Frau und jedes Paar, das eine oder mehrere Fehlgeburten erlebt hat, sich mit den Ursachen beschäftigen wird. Der Leidensdruck ist hoch und die Fragen nach dem Grund für den Verlust der Schwangerschaft und sinnvollen Behandlungsstrategien können sehr belastend sein.

Fragen nach den Ursachen:

  • Habe ich während der Schwangerschaft irgendetwas falsch gemacht?
  • Gab es einen genetischen Defekt bei meinem Kind?
  • Hatte ich eine hormonelle Störung?
  • Ist meine Gebärmutter richtig geformt?
  • Hat die Plazenta sich richtig entwickelt?
  • Sind die Spermien meines Partners in Form, Anzahl & ihrer Beweglichkeit in Ordnung?

Es ist nicht einfach, diese Fragen nach den Fehlgeburt Ursachen klar und eindeutig zu beantworten, da nur wenige Ursachen gerade für das wiederholte Auftreten einer Fehlgeburt bekannt sind. Auch für die Beantwortung der Frage, nach wie vielen Fehlgeburten eine umfangreichere Diagnostik sinnvoll ist, spielt neben der genauen Abortanamnese auch eine Einschätzung der reproduktionsmedizinischen Gesamtsituation des Paares eine wesentliche Rolle. Mir hat nach meiner eigenen Fehlgeburt sowohl das fachliche Wissen zum Thema als auch eine Auflistung der möglichen Ursachen einer Fehlgeburt und damit der Überblick gefehlt. Ich fühlte mich hilflos, uninformiert und wusste nicht, welche Punkte ich beispielsweise bei meinem behandelnden Frauenarzt hätte ansprechen können.

Diagnostik & Therapie von Frauen mit wiederholten Spontanaborten

Die neue Leitlinie „Diagnostik und Therapie von Frauen mit wiederholten Spontanaborten“ ist unter der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) entstanden und richtet sich an Frauen und Paare mit wiederholten Fehlgeburten (WSA). Ziel der Leitlinie ist es, die Diagnose und Therapie von Frauen mit WSA auf der Basis aktueller Studien zu standardisieren und damit die Unsicherheit aller Beteiligten zu reduzieren.

Es gibt die Leitlinie für Frauen mit WSA in einer Langfassung inklusive einer umfangreichen Literaturliste. Diese Langfassung eignet sich besonders dann für dich, wenn du dich umfassend in das Thema einlesen möchtest. Daneben gibt es eine „Dia-Version“, die alle wichtigen Infos in kurzer Tabellenform enthält. Ich habe dir beide Dokumente unten in der Literaturliste verlinkt und stelle dir folgend die wichtigsten Punkte vor.

Relevante Risikofaktoren für Spontanaborte

In der Literatur werden als Ursachen für Fehlgeburten das individuelle Gesundheitsverhalten, bestimmte Lebensumstände als auch weitere Risikofaktoren wie zum Beispiel genetische, anatomische, mikrobiologische, endokrine, psychologische und auch immunologische Risiken genannt.

Stress

Stress leuchtet sofort als Risikofaktor für eine Fehlgeburt ein. Allerdings weist die Leitlinie der DGGG darauf hin, dass die Datenlage dazu sehr dünn ist, da es nur wenige Studien zum Abortrisiko durch Stress gibt. Die Bedeutung von Stress für den Schwangerschaftsverlauf ist wissenschaftlich nicht endgültig geklärt, eine Erhöhung des Fehlgeburtsrisikos durch Stress kann nicht festgehalten werden.

Koffeinkonsum

Koffeinkonsum kann als mögliche Ursache für einen Spontanabort in Frage kommen. Einige Studien konnten hierbei eine dosisabhängige Beziehung zwischen der Aufnahme von Koffein und Fehlgeburten nachweisen. Eine retrospektive Fall-Kontrollstudie demonstrierte beispielsweise, dass es bei Frauen mit hoher (mehr als 300 mg pro Tag), moderater (150 bis 300 mg pro Tag) und geringer (weniger als 150 mg pro Tag) Koffeinaufnahme eine lineare Beziehung zwischen der Höhe des Koffeinkonsums und dem Risiko für eine wiederholte Fehlgeburt gibt.

Nikotin

Allen schwangeren Frauen ist eine Beendigung des Rauchens zu empfehlen. Die Leitlinie verweist mit Bezug auf verschiedene Studien  darauf hin, dass sowohl ein starker als auch moderater Tabakkonsum negative Auswirkungen auf die Chancen einer Lebendgeburt haben kann. Selbst das Passivrauchen kann das Risiko für Fehlgeburten erhöhen.

Genetische Faktoren

Embryonale und fetale Chromosomenstörungen stellen die häufigste Ursache gerade für frühe Fehlgeburten dar. Etwa 50% der Aborte im ersten Trimenon lassen sich auf Chromosomenaberrationen zurückführen, im 2. Trimenon sind es 30%. Das Alter der Mutter spielt bei den embryonalen und fetalen Trisomien eine starke Rolle, wobei in den vorliegenden Studien vor allem die Trisomie 16 und Trisomie 22 bei Fehlgeburten nachgewiesen werden konnte. Die Monosomie X ist bei etwa 20% der Aborte im ersten Trimenon zu nennen, Triplodien finden sich bei ca. 15% der Fehlgeburten.

Die Leitlinie der DGGG empfiehlt bei Frauen mit wiederholten Fehlgeburten eine zytogenetische Analyse durchzuführen, die mithilfe einer Chromosomenanalyse beider Partner auch präkonzeptionell erfolgen kann. Die Ergebnisse der Untersuchungen und hieraus notwendige Konsequenzen zur Abortprophylaxe wie beispielsweise eine Präimplantationsdiagnostik sollten im Rahmen einer genetischen Beratung besprochen werden.

Anatomische Faktoren

Angeborene Uterusfehlbildungen zeigen sich nach Auswertung der Literatur in ca. 10% bis 25% der Fälle einer wiederholten Fehlgeburt. Auch erworbene Fehlbildungen wie beispielsweise Myome und Polypen oder das Vorliegen eines bereits erlebten Spätabortes können das Abortrisiko erhöhen. Die Experten unserer neuen Leitlinie empfehlen deshalb bei sich wiederholenden Fehlgeburten und zum Ausschluss anatomischer Faktoren eine Vaginalsonographie und/oder Hysteroskopie durchzuführen.

Mikrobiologische Faktoren

Bakterielle, virale oder parasitäre Infektionen können zu einem vorzeitigen Blasensprung, einem Spätabort oder einer Frühgeburt führen. Allerdings scheint der Zusammenhang zwischen Infektionen und Fehlgeburten nicht wirklich klar zu sein, deshalb empfiehlt die Leitlinie kein generelles Screening auf vaginale Infektionen nach WSA. Die Expertenkommission betont aber, dass gerade bei Frauen mit wiederholten Fehlgeburten oder mehrmaligem Implantationsversagen eine Endometriumbiopsie zum Ausschluss einer chronischen Gebärmutterschleimhautentzündung (Endometritis) sinnvoll sein kann.

Endokrine Faktoren

Eine Schilddrüsendysfunktion, das PCO-Syndrom bzw. polyzystische Ovarien, Adipositas, Hyperandrogenämie und Insulinresistenz werden von der Leitlinie als mögliche endokrine Faktoren wiederholter Fehlgeburten genannt. Deshalb sprechen die Experten eine Empfehlung zur endokrinologischen Abklärung (Bestimmung von TSH, freiem T3, freiem T4 und der Schilddrüsenautoantikörperkonzentrationen) bei WSA aus. Auch eine Bestimmung des BMI und eine anschließende Abklärung eines metabolischen Syndroms wird in der Leitlinie empfohlen.

Psychologische Faktoren

Die Leitlinie sieht eine Verursachung von Fehlgeburten alleine durch psychologische Faktoren als nicht gegeben an. Vielmehr richtet sie den Fokus auf die psychologischen Auswirkungen und intensiven Trauerprozesse nach einer WSA und verweist auf psychosoziale Hilfs- und Unterstützungsangebote zur Verarbeitung.

Immunologische Faktoren

Aufgrund der Heterogenität der vorliegenden Studien kann nicht eindeutig bestimmt werden, welche Wertigkeit einzelne immunologische Parameter bei sich wiederholenden Fehlgeburten haben. Deshalb empfiehlt die Leitlinie kein generelles immunologsches Screening.

Gerinnung

Zahlreiche Studien beschäftigen sich mit den möglichen Zusammenhängen zwischen einer mütterlichen Thrombophilie und sich wiederholenden Fehlgeburten. Die Verfasser unserer Leitlinie kommen nach ausführlicher Diskussion zu dem Ergebnis, dass bei Frauen mit thromboembolischen Risiken eine entsprechende Thrombophiliediagnostik durchgeführt werden sollte.

Herzliche Grüße

Silke

By |2018-09-13T21:15:14+00:00September 13, 2018|0 Comments

Fehlgeburt: Was Du niemals sagen solltest!

Das Erleben einer Fehlgeburt bedeutet einen tiefen Einschnitt in das eigene Leben. Vielleicht liest du diese Zeilen, weil du selbst vor kurzem eine Fehlgeburt hattest oder weil es einen lieben Menschen in deinem Umfeld gibt, die oder der eine Fehlgeburt zu verarbeiten sucht. Wenn ich selbst zurückschaue, dann gehört meine eigene Fehlgeburt sicherlich zu den Geschehnissen in meinem Leben, die mich am meisten berührt haben. Doch warum ist das so?

Wir verbinden mit einer Schwangerschaft die Entstehung neuen Lebens und die Geburt eines Babys. Gedanklich und emotional ist uns unser Kind schon ganz nahe, der zukünftige gemeinsame Lebensweg steht fest.

Und dann kommt diese schockierende Nachricht, dass unser Kind nicht (weiter)leben wird und das Herz aufgehört hat zu schlagen. Der Schock und die Trauer sitzen tief und es gibt kaum eine Vorstellung, wie diese Nachricht verarbeitet werden kann. Auch die Familie, Verwandte und Freunde sind betroffen und es fehlt oft die Erfahrung und das Wissen, wie man auf einfühlsame Weise reagieren und mit der Situation umgehen kann.

So kommt es, dass ich über meinen Kinderwunsch Blog sehr viele Mails von Frauen und Paaren bekomme, die unendlich unter den Reaktionen ihrer Umwelt leiden. Unpassende Kommentare und vermeintlich gut gemeinte Ratschläge, die im wahrsten Sinne des Wortes verbale Schläge sind, verletzen und lassen die Betroffenen geschockt und traurig zurück.

Deshalb kommt hier nun eine Liste mit gesammelten Kommentaren, die du niemals (!) zu einer betroffenen Frau oder einem betroffenen Paar sagen solltest. Vielleicht hast du weitere Ergänzungen für meine Liste, zögere bitte nicht sie mir zu schicken!

Fehlgeburt: Was Du niemals sagen solltest

1. „Das Schicksal wollte es so“

Für jemanden, der gerade einen schweren Verlust verkraften musste, kann die Aussage „das Schicksal wollte es so“ sehr verletzend sein. Schnell kann die Vorstellung entstehen, dass das Schicksal für das Leben der betroffenen Person keine Kinder vorgesehen hat. Zudem stellt sich die Frage, was das Schicksal zukünftig noch bringen wird und warum es gerade einen selbst so hart getroffen hat. Selbst Frauen und Paare, die keinerlei Hang zum Aberglauben haben und mit beiden Beinen im Leben stehen, berühren solche Gedankengänge sehr.

 2. „Mit deinem Kind stimmte irgend etwas nicht“

Immer wieder höre ich diese Art von Bemerkung. Inhaltlich mag dieser Gedanke vielleicht sogar richtig sein, wenn die Fehlgeburt zum Beispiel durch einen genetischen Defekt des Kindes verursacht wurde. Es gibt viele Faktoren, die zu einer Fehlgeburt führen können. Allerdings möchte ich deutlich darauf hinweisen, dass eine solche Bemerkung nicht tröstend wirkt. Das Wissen um mögliche Erkrankungen oder Fehlbildungen des eigenen Kindes mindert nicht den Verlust und die Trauer.

 3. „Du kannst wieder schwanger werden“

Dies ist eine Bemerkung, die einem Tritt in die Magengrube gleich kommt. Leider ist sie als Kommentar aus dem sozialen Umfeld eines betroffenen Paares sehr beliebt. Doch für ein Paar, das bereits eine enge Bindung zu seinem ungeborenen Kind aufgebaut und sich viele Gedanken über das gemeinsame Leben gemacht hat, wirkt sie sehr verletzend.

Die Trauer um das Kind verschwindet nicht, indem man versucht den Verlust durch eine neue Schwangerschaft zu ersetzen. Eine Frau, die bereits schwanger war und ihr Kind nicht austragen durfte, macht sich viele Gedanken. Sie fragt sich nicht nur, ob sie wirklich wieder schwanger werden kann, sondern auch, ob sie überhaupt fähig ist, ein Kind auszutragen. Auch die Männer leiden sehr stark unter dem Verlust und der Frage, ob eine Folgeschwangerschaft überhaupt möglich sein wird. Selbst wenn es vielleicht recht schnell wieder klappt, bleibt die Trauer und Fassungslosigkeit über den Tod stets präsent.

4. „Du bist nicht mehr die oder der Jüngste“

Es ist erstaunlich, dass es Menschen gibt, die glauben, dass ein Hinweis auf das Alter der Betroffenen eine angemessene Reaktion auf eine Fehlgeburt ist. Zwar gibt es den Zusammenhang zwischen Fruchtbarkeit und Alter, aber eine solche Reaktion frustriert und hinterlässt das betroffene Paar einsam mit seiner Erfahrung zurück. Jede Frau und jedes Paar, das sich ein Baby wünscht und vielleicht schon in etwas fortgeschrittenem Alter ist, weiß fast immer um die Risiken einer Fehlgeburt. Wenn es dann tatsächlich passiert hilft dieses Wissen aber nicht weiter, um mit dem Schmerz und der Trauer besser umzugehen. Der Hinweis, dass man aufgrund des Alters ja vorgewarnt hätte sein müssen, verletzt und ist definitiv nicht hilfreich.

5. Du sagst nichts und ignorierst die Fehlgeburt

Wenn dir jemand vertrauensvoll von seiner Fehlgeburt erzählt oder dich auf andere Art und Weise davon wissen lässt, ist es fatal, wenn du nicht darauf reagierst und die Fehlgeburt ignorierst. Ich weiß, dass solche Situationen sehr herausfordernd sein können. Man möchte gerne auf gute Weise reagieren, gleichzeitig fehlen die passenden Worte und die Erfahrung, was in solchen Situationen angemessen ist und was nicht. Es braucht ganz viel Einfühlungsvermögen und oft ist es in der jeweiligen Situation schwierig wertschätzend und empathisch zu reagieren.

Mein Tipp: Du musst keine perfekt eloquente und einfühlsame Antwort geben. Ein „es tut mir leid, was Euch passiert ist“ lässt das betroffene Paar wissen, dass du an sie denkst und dich in ihre Situation einfühlen kannst. Oft ist hier weniger auch mehr. Wenn du total unsicher bist, kannst du auch diese Unsicherheit in Worte fassen und deinem Gegenüber mitteilen, wie sehr dich die Situation berührt und du innerlich nach den richtigen Worten suchst. Auch ein „das macht mich sprachlos“ oder ein einfaches „darf ich dich kurz drücken“ sind ein Zeichen, dass du verstanden hast, worum es gerade geht. Traue dich, deine eigene Betroffenheit auszudrücken! Sie wird es deinem Gegenüber ermöglichen vielleicht auf ähnliche Weise zu reagieren und darin für einen Moment etwas Trost zu finden.

Herzliche Grüße

Silke

By |2018-09-08T23:21:10+00:00September 8, 2018|9 Comments

Schwanger nach Fehlgeburt: Wie lange sollte man warten?

Ich erinnere mich sehr genau an meine eigene Fehlgeburt und an die mächtigen Gefühle von Angst und Trauer. Gleichzeitig hatte ich mit der Empfehlung meines Frauenarztes zu kämpfen. Auf meine Frage, wie schnell ich wieder nach der Fehlgeburt schwanger werden dürfte, antwortete er: Schwanger nach Fehlgeburt? Sie sollten drei bis sechs Monate warten. Heute möchte ich dich über Studien informieren, die der Frage nachgegangen sind, ob sich Wartezeiten von weniger als drei bis sechs Monaten negativ auf eine Folgeschwangerschaft auswirken können.

Wie schnell schwanger nach Fehlgeburt?

Die oft gehörte Empfehlung lautet, dass eine Frau nach einer Fehlgeburt mindestens drei Monate mit dem Schwanger werden warten sollte. Vielleicht hast du diesen Ratschlag selbst auch schon zu hören bekommen. Denn leider enden bis zu 20 Prozent aller Schwangerschaften in einer Fehlgeburt. Neben dem Kampf wieder zurück in ein normales Leben zu finden, stellt sich die Frage, ob es wirklich notwendig ist 3 bis 6 Monate zu warten, um wieder schwanger zu werden.

Klare Antwort: Ein drei bis sechs monatiges Warten ist nicht notwendig!

Wie schnell schwanger nach Fehlgeburt? Die Studienlage

Eine Studie der University of Aberdeen geht der Frage nach, ob eine Schwangerschaft, die innerhalb von 6 Monaten nach einer Fehlgeburt eingetreten ist, ein höheres Risiko für eine Fehlgeburt oder andere Komplikationen mit sich bringt. Dazu führten die Wissenschaftler eine Metaanalyse von insgesamt 10 Studien  mit 977 972 Frauen durch. Sie verglichen den Verlauf von Schwangerschaften, die nach weniger oder mehr als 6 Monaten nach einer Fehlgeburt entstanden waren. Zur Disposition standen Komplikationen wie eine erneute Fehl-, Früh- oder Totgeburt, eine Präeklampsie oder vermindertes Geburtsgewicht des Kindes. Die Ergebnisse der Studie sind ermutigend:

Das Fehlgeburtsrisiko der Folgeschwangerschaft bei einem Abstand von weniger als 6 Monaten lag niedriger (RR 0,82; 95% CI 0, 78 –  0,86), die Frühgeburtlichkeit sogar signifikant niedriger (RR 0,79; 95% CI 0,75 – 0,83). Weitere Risiken wie eine Präeklampsie  oder die Geburt von Kindern, die zu klein für das entsprechende Reifealter sind (SGA Babys) wurden von der Wartezeit nicht beeinflusst.

Schnell schwanger werden nach Fehlgeburt besser?

Die Ergebnisse erstaunen und sind gleichzeitig ein Trost für alle betroffenen Frauen und Paare. Es muss nicht mindestens 6 Monate nach einer Fehlgeburt gewartet werden, um wieder schwanger zu werden. Vielmehr kann es sogar Chancen bieten, es schnell wieder zu versuchen.

Gebärmutterschleimhaut aufbauen: 7 Tipps, um die Einnistung zu fördern

Sofort schwanger nach Fehlgeburt? Kürzere Wartezeit als 3 Monate

Eine weitere Studie untersuchte die Schwangerschaftsverläufe von Frauen, die weniger oder mehr als 3 Monate gewartet hatten. In dieser Studie wurden 677 Frauen einbezogen und es wurden tatsächlich keine Unterschiede zwischen beiden Gruppen gefunden. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass das Warten von mindestens 3 Monaten nach einer Fehlgeburt nicht notwendig ist. Und die Wissenschaftler sprechen eine Empfehlung aus: Paare, die wieder schwanger werden möchten, können dies versuchen, sobald sie sich dafür bereit fühlen.

30 Schwangerschaftsanzeichen: Bist du schwanger?

Embryotox: Welche Medikamente sind in der Schwangerschaft erlaubt?

Was bedeuten die Ergebnisse bei Kinderwunsch?

Die Ergebnisse der Studien liefern wichtige Anhaltspunkte für Paare mit Kinderwunsch:

  • Eine Folgeschwangerschaft nach einer Fehlgeburt ist dann richtig und birgt keine höheren Risiken, wenn sich das Paar bereit für eine Folgeschwangerschaft fühlt. Wenn du dich körperlich und seelisch gut fühlst, gibt es keinen Grund zu warten. Es sei denn, dein Arzt empfiehlt dir aus individuellen medizinischen Gründen, dies nicht zu tun. Deine möglichen Sorgen, dass du vielleicht eine erneute Fehlgeburt erleidest, weil du es zu früh nach einer Fehlgeburt wieder versucht hast, lässt sich durch Studien nicht belegen. Wichtig ist aber auch: Wenn du dich noch nicht bereit fühlst, es wieder zu versuchen, dann nimm das bitte ernst! Warte, bis für dich der richtige Zeitpunkt gekommen ist.

Abschließend möchte ich betonen, dass es bei Studien immer um statistische Analysen geht, die Durchschnittswerte der untersuchten Personen vorstellen und bewerten. Die Studien können nicht deine Lebenssituation und deinen Gesundheitszustand abbilden. Trotzdem bleibt das Ergebnis sehr bedeutend: Es entsteht nach einer Fehlgeburt kein Nachteil, wenn man nicht 3 bis 6 Monate bis zur nächsten Schwangerschaft abwartet.

Herzliche Grüße

Silke

Hier findest Du weitere Tipps:

Fehlgeburt: Was du niemals sagen solltest

Trauersprüche für Sternenkinder

Cyclotest myWay: Warum das Kaufen lohnt (Gutschein)

Künstliche Befruchtung: 3 Schritte für das richtige Mind Set

Literatur:

Kangatharan C, Labram S & Bhattacharya S: Interpregnancy interval following miscarriage and adverse pregnancy outcomes: systematic review and meta-analysis.  Human Reproduction Update (2016) doi: 10.1093/humupd/dmw043

Wong LF, Schliep KC, Silver RM, Mumford SL, Perkins NJ, Ye A, Galai N, Wactawski-Wende J, Lynch AM, Townsend JM, Faraggi D, Schisterman EF: The effect of a very short interpregnancy interval and pregnancy outcomes following a previous pregnancy loss. Am J Obstet Gynecol. 2015 Mar;212(3):375.e1-11. doi: 10.1016/j.ajog.2014.09.020. Epub 2014 Sep 20.

Wyss P, Biedermann K, Huch A.: Relevance of the miscarriage-new pregnancy interval. J Perinat Med. 1994;22(3):235-41.

Foto:  © Ocus Focus / Bigstock.com

By |2018-06-21T22:48:52+00:00März 16, 2018|4 Comments

Fehlgeburt durch Stress? Neue prospektive Studie!

Kann eine Fehlgeburt durch Stress vor der Schwangerschaft ausgelöst werden? Eine neue prospektive Studie am Ohio State University Wexner Medical Center ist genau dieser Fragestellung nachgegangen. Hier kommen die Ergebnisse.

Fehlgeburt Ursachen

Ich erinnere mich leider nur zu gut an das Gedankenkarussell nach meiner eigenen Fehlgeburt. Habe ich etwas falsch gemacht? Hätte ich weniger arbeiten und mich deutlich mehr schonen sollen? Oder ist der Stress während der Kinderwunschbehandlung einfach zu groß gewesen?

Vielleicht kennst du diese oder sehr ähnliche Fragen von dir selbst. Die Frage nach den Ursachen der Fehlgeburt lassen einen nicht mehr los. Eine gängige und oft gehörte Erklärung ist dabei, dass Stress das Risiko für eine Fehlgeburt erhöhen kann.

Tipp: Schwanger nach Fehlgeburt: Wie lange sollte man waren?

Fehlgeburt durch Stress: Studie findet keinen Zusammenhang

Umso erstaunlicher sind die Ergebnisse einer Studie, das Courtney Lynch, Professorin für Gynäkologie und Kinderheilkunde am Ohio Wexner Medical Center veröffentlicht hat. Denn die Daten ihrer Studie konnten keinen Zusammenhang zwischen messbaren Indikatoren von präkonzeptionellem Stress und einer Fehlgeburt in der frühen Schwangerschaft nachweisen.1

„We found no association between miscarriages and preconception stress,“

Für die Studie wurden 337 Kinderwunsch Paare bis zu 12 Monate auf ihrem Weg begleitet und auch nach Eintritt einer Schwangerschaft weiter untersucht. Dabei wurden als Stress-Marker Cortisol und Alpha-Amylase aus dem Speichel gemessen und diese Untersuchungen auch in den nachfolgenden Schwangerschaften weitergeführt und miteinander verglichen. Das Durchschnittsalter der teilnehmenden Frauen war 29 Jahre, das der Männer 31 Jahre. Die Schwangerschaften wurden durch einen digitalen Schwangerschaftstest festgestellt.

Insgesamt konnten 97 Fehlgeburten verzeichnet werden, wovon 42 vor der 6. Schwangerschaftswoche und 53 später im ersten Trimester eingetreten waren. 2 Fehlgeburten fanden im 2. Trimester statt.

Trotz diesem überraschendem Ergebnis, so Lynch, bleibt der genaue Zusammenhang zwischen Fehlgeburt und Stress noch unklar. Es braucht weitere Studien, um die genaue Rolle von Stress in der frühen Schwangerschaft und bei Fehlgeburten zu untersuchen.

“Future studies need to be done to fully evaluate the role of stress in early pregnancy and miscarriage.”

Mich hat dieses Ergebnis überrascht, da viele der vor allem retrospektive Studien in der Vergangenheit oft einen Zusammenhang zwischen stressvollen Lebensereignissen und eingetretenen Fehlgeburten hergestellt haben. Zwar müssen die Ergebnisse der neuen Studie weiter vertiefend untersucht werden, trotzdem werfen sie ein neues Licht auf die Ausgangsfrage. Wie denkst du darüber?

Beste Grüße

Silke

Weiterlesen:

Rauchstopp bei Kinderwunsch: Weil Rauchen die Einnistung stört!

Literatur:

  1. Courtney D. Lynch et al: Biomarkers of preconception stress and the incidence of pregnancy loss. Human Reproduction, im Druck. 

Foto: Bigstock.com ©  Dzmitrock

By |2018-03-15T19:42:09+00:00März 8, 2018|0 Comments

Schwangerschaftstest negativ: Trotzdem schwanger?

Du hast einen negativen Schwangerschaftstest gemacht und dich lässt die Frage nicht los, ob du vielleicht trotzdem schwanger sein könntest? Lies in diesem Artikel nach, welche Faktoren zu einem falsch negativen Testergebnis führen können.

Negativer Schwangerschaftstest

Du kennst diese Situation:

Dein Schwangerschaftstest ist negativ und trotzdem ist da dieser Gedanke in deinem Kopf, dass du doch schwanger sein könntest. Und dieser Gedanke hält sich hartnäckig und lässt sich einfach nicht verscheuchen:

Ich bin schwanger! Obwohl der Schwangerschaftstest negativ ist, bin ich schwanger! Du hast Hoffnung, heimliche Hoffnung und selbst nachdem deine Periode eingesetzt hat, ist dieser Gedanke immer noch präsent.

  • Vielleicht hat der Schwangerschaftstest nicht richtig gemessen?
  • Vielleicht ist der Test defekt?!

Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt und es gibt tatsächlich Fälle, in denen Frauen nach einem negativen Schwangerschaftstest trotzdem schwanger waren.

Schwangerschaftstest negativ: Trotzdem schwanger?

Um es deutlich zu sagen: Das Szenario „Schwangerschaftstest negativ – trotzdem schwanger“ ist prinzipiell möglich. Denn es ist richtig, dass ein negativer Schwangerschaftstest nicht automatisch und immer bedeutet, dass du nicht schwanger bist.

Zwar sind Schwangerschaftstests für zu Hause durchaus zuverlässig und in den meisten Fällen bedeutet ein negativer Schwangerschaftstest auch, dass du sehr wahrscheinlich nicht schwanger bist. Aber es gibt Situationen, in denen Frauen ein sogenanntes falsch negatives Ergebnis erhalten.

30 Schwangerschaftsanzeichen: Bist du schwanger?

Zervixschleim: So erkennst du deine fruchtbaren Tage!

Deine Periode hat noch nicht eingesetzt

Sobald deine Monatsblutung eingesetzt hat ist die Wahrscheinlichkeit, dass du schwanger bist eher gering. Es kann allerdings sein, dass du doch schwanger bist und die Blutung darauf hinweist, dass deine Schwangerschaft nicht intakt ist und du gerade eine sehr frühe Fehlgeburt erlebst.

Vielleicht hast Du auch schon einmal von einer Einnistungsblutung und dem Einnistungsschmerz gehört. Allerdings ist die Einnistungsblutung meist eine Blutung mit sehr wenig Blut, nicht zu vergleichen mit einer normal starken Regelblutung.

Wenn der Schwangerschaftstest negativ ist, aber deine Periode noch nicht eingesetzt hat, gibt es die Chance auf eine intakte Schwangerschaft. Teste in 2 bis 3 Tagen später nochmal.

Sollte der Test wieder negativ und deine Periode deutlich überfällig sein, nimm Kontakt zu Deinem Frauenarzt auf. Dies gilt auch für alle Situationen, in denen du Beschwerden hast.

Gebärmutterschleimhaut aufbauen: 7 Tipps, um die Einnistung zu fördern.

Du hast den Schwangerschaftstest zu früh gemacht

Ein Schwangerschaftstest liefert dann ein sehr zuverlässiges Ergebnis, wenn du mit dem Test wartest, bis deine Periode überfällig ist.

Clearblue Schwangerschaftstest, mit Anzeige der Wochen, 1 digitaler...*
Procter & Gamble - Badartikel
- 2,47 € 9,48 €

Solltest du häufiger testen wollen sind die Frühtests von One Step, der Clearbule Easy oder auch der Geratherm early detect geeignet.

Beachte bitte: Selbst ein Schwangerschaftsfrühtest kann dir ein falsch negatives Ergebnis anzeigen, wenn du den Test zu früh und das bedeutet in diesem Fall mehrere Tage vor dem Ausbleiben deiner Monatsblutung durchführst. Wenn dein Zyklus beispielsweise durchschnittlich und regelmäßig 28 Tage lang ist, bekommst du dann ein relativ zuverlässiges Ergebnis, wenn du mit dem Schwangerschaftstest mindestens bis zum 28. Zyklustag wartest. Frühere Tests können ein sicheres Ergebnis anzeigen, sie müssen es aber nicht!

Das Schwangerschaftshormon hCG verdoppelt sich in der Frühschwangerschaft ca. alle 2 bis 3 Tage. Wenn du 3 oder 4 Tage vor deiner fälligen Periode getestet hast, ist das im Hinblick auf ein zuverlässiges und sicheres Testergebnis oftmals zu früh! Dein Schwangerschaftstest misst das Schwangerschaftshormon hCG im Urin und selbst wenn du Dich für einen Schwangerschaftsfrühtest entschieden hast, kann es sein, dass du schwanger, dein Test aber nicht sensitiv genug ist, um die vorhandene Menge des Schwangerschaftshormons im Urin nachzuweisen.

Dein Zyklus ist nicht regelmäßig

Hast du einen regelmäßigen Zyklus und weißt genau, wann deine Periode einsetzten müsste? Wenn nicht, kann es sein, dass du den Test aufgrund deiner falschen Annahme zu früh gemacht hast. Je besser du um Deinen Zyklus Bescheid weißt, umso besser kannst du beurteilen, wann dein Eisprung und deine fruchtbaren Tage sind.

In meinem Artikel Fruchtbare Tage der Frau: Wann bist Du am fruchtbarsten? habe ich beschrieben, wie du deine fruchtbaren Tage bestimmen kannst. Du kannst auch einen Zyklus Tracker oder einen Zykluscomputer einsetzen, ich selbst verwende das Ava Armband und bin sehr zufrieden damit.

Du hast den Schwangerschaftstest nicht richtig durchgeführt

Wenn du nicht genug Urin beim Testen verwendest hast oder aber nicht lange genug abgewartet hast, bevor du das Ergebnis abgelesen hast, kannst du ein falsch negatives Testergebnis erhalten. Viele Schwangerschaftstests haben eine Kontrolllinie, die dir anzeigt, ob dein Test funktioniert hat oder nicht. Lies bitte auch vor der Durchführung des Tests die Packungsbeilage und prüfe das Mindesthaltbarkeitsdatum deines Schwangerschaftstests.

Du hast nicht mit Morgenurin getestet

Die meisten Schwangerschaftstests empfehlen, dass der Test mit dem sehr konzentrierten Morgenurin durchzuführen ist. Testest du am Nachmittag oder Abend kann dies gerade in der sehr frühen Schwangerschaft zu einem falsch negativen Testergebnis führen. Sollte deine Periode ausbleiben, du aber bei einem weiteren Schwangerschaftstest einige Tage später wieder ein negatives Testergebnis erhalten, nimm bitte Kontakt zu deinem Frauenarzt auf. Ein Bluttest kann dir zuverlässig Gewissheit geben, ob du schwanger bist oder nicht.

Sollte sich dein negatives Testergebnis bestätigen, verliere bitte nicht den Mut! Mit jeder Periode beginnt ein neuer Zyklus und damit auch eine neue Chance schwanger zu werden.

Herzliche Grüße

Silke

Das könnte dich auch interessieren:

Spermienqualität verbessern: Beste Tipps für bessere Spermien

Schwanger trotz Blutung? Kann man seine Periode haben und trotzdem schwanger sein?

Pre Seed Gleitgel bei Kinderwunsch: Anwendung, Erfahrungen, Kauf

Embryotox: Welche Medikamente sind in der Schwangerschaft erlaubt?

Himbeerblättertee: Schneller schwanger werden durch Tee?

By |2018-10-10T20:17:50+00:00Februar 22, 2018|16 Comments

Erfolgreich schwanger nach Fehlgeburt nach 1. IVF oder ICSI?

Rückblickend war kein Erlebnis für mich so schockierend wie meine Fehlgeburt. Nach der 1. ICSI waren mein Mann und ich überglücklich einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen zu halten. Doch bereits beim 1. Ultraschall zeigte sich, dass die Schwangerschaft nicht intakt war. Es folgten weitere Untersuchungen und eine belastende Zeit der Ungewissheit. In der 8. SSW dann die endgültige Diagnose: Kein Herzschlag. Es wurde mir empfohlen eine Ausschabung durchführen zu lassen.

Schwanger nach Fehlgeburt: Wie hoch ist das Risiko für eine 2. Fehlgeburt?

Neben der Aufgabe einen Umgang mit diesem unendlich großen seelischen Schmerz und all dem Erlebten zu finden, stellte sich mir bald die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, weitere künstliche Befruchtungen durchführen zu lassen. Ich war mir sehr unsicher, ob es für mich überhaupt wieder möglich sein würde schwanger zu werden.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit nach einer Fehlgeburt im Rahmen einer IVF oder ICSI wieder und diesesmal erfolgreich schwanger zu werden?

Erfolgreich schwanger nach Fehlgeburt nach IVF

Meine Gedanken und Sorgen aus dieser Zeit kamen mir sofort wieder in den Sinn als ich heute eine neue Studie der Universität von Aberdeen in Schottland gelesen habe.

In dieser Studie wurde mithilfe einer sehr großen Datenbank von insgesamt 112.549 Frauen der Frage nachgegangen, ob eine Fehlgeburt im 1. IVF- oder ICSI Zyklus Rückschlüsse auf den Verlauf folgender Schwangerschaften möglich macht.

Das Ergebnis überrascht und macht gleichzeitig Mut:

Tatsächlich war die Wahrscheinlichkeit einem Baby das Leben zu schenken  bei den Frauen, die im ersten 1. IVF oder ICSI Behandlungsversuch eine Fehlgeburt erlebt hatten um das 1,42fache höher als bei den Frauen, die im 1. Behandlungszyklus nicht schwanger geworden sind. Die kumulative Geburtenrate lag bei den Frauen, die im 1. IVF oder ICSI Zyklus einen Abort, eine Lebendgeburt oder keine Schwangerschaft erlebt hatten nach 2 weiteren Zyklen bei 49%, 40,9% und 30,1%.

Schwanger nach Felgeburt (IVF & ICSI)

Wenn du nach deiner ersten IVF oder ICSI eine Fehlgeburt hattest und du zweifelst, ob du durch eine weitere Behandlung erfolgreich schwanger werden kannst, dann will ich dir gerne Mut machen: Diese sehr umfassende Studie liefert allen Grund weiterzumachen, denn tatsächlich scheint die Geburtenrate nach einer Fehlgeburt sogar um das 1,42 fache höher zu liegen als bei den Frauen, die nach dem erstgen Versuch einen negativen Schwangerschaftstest bekommen haben. Zukünftige IVF oder ICSI Behandlungen müssen nicht zwangsläufig wieder in einer Fehlgeburt enden, vielmehr scheinen die Chancen sogar erhöht bald das eigene Baby in den Armen halten zu können.

Bei Fragen zur Studie melde dich gerne.

Lieber Grüße

Silke

Literatur: 

Natalie J. Cameron et al., Cumulative live birth rates following miscarriage in an initial complete cycle of IVF: A retrospective cohort study of 112,549 women. Human Reproduction, im Druck.

Foto: Bigstockphoto.com / VadimGuzhva

By |2017-11-03T19:15:07+00:00November 3, 2017|0 Comments

Drohende Fehlgeburt: Was dir jetzt helfen kann

Wenn ein Kind im Bauch seiner Mutter stirbt, ist das ein so unfassbares Ereignis, dass es kaum möglich ist sich darauf vorzubereiten. Sehr oft kommt die Fehl- oder Totgeburt auch überraschend und es bleibt nur wenig Zeit, um sich zu überlegen, was jetzt wirklich wichtig ist. Aus diesem Grund habe ich für dich Ideen und Anregungen gesammelt, die dir bei einer drohenden Fehlgeburt helfen können.

Drohende Fehlgeburt: Eine Begriffsklärung

Von  einer drohenden Fehlgeburt (auch als Abortus imminens oder drohender Spontanabort bezeichnet) wird dann gesprochen, wenn es zu vaginalen Blutungen während der ersten 20 Schwangerschaftswochen kommt. Wichtig ist hierbei zu wissen, dass eine solche Blutung nicht zwangsläufig zu einer Fehlgeburt führen muss.

Eine vaginale Blutung während der Schwangerschaft kann ein Anzeichen für eine drohende Fehlgeburt sein. Sie muss es aber nicht!

Tatsächlich ist der Begriff aus meiner Sicht unglücklich gewählt. Denn 20 bis 30 Prozent der schwangeren Frauen haben Blutungen und tragen trotzdem ihr Kind aus. Mir ist sehr wichtig, dass du das weißt!

Drohende Fehlgeburt: Anregungen für eine schwere Zeit

Die folgenden Vorschläge sind als Anregungen für den traurigen Fall gedacht, dass es tatsächlich zu einer Fehlgeburt kommt. Schau sie dir an und nimm dir davon das heraus, was sich für dich richtig und gut anfühlt.

Mein Lesetipp:

Gute Hoffnung, jähes Ende: Fehlgeburt, Totgeburt und Verluste in der...*
Hannah Lothrop - Kösel-Verlag - Kindle Edition - Auflage Nr. 2 (27.06.2016)

Für weitere Vorschläge und Erfahrungsberichte bin ich sehr offen und biete meinen Blog als Medium an, um Erfahrungsberichte anderen zugänglich zu machen. Deshalb schreib mir, wenn dir danach ist. Hier nun meine Vorschläge:

Bleib nicht alleine, hole dir Unterstützung

Viele Frauen erleben ihre Fehlgeburt allein. Zu Hause, überwältigt und fast schon überfallen von dem plötzlichen Geschehen, müssen sie diese Situation alleine überstehen. Deshalb bleib bitte nicht alleine! Sollte eine Fehlgeburt drohen, hol dir Hilfe von einem lieben Menschen, der dich begleitet.

Bei einem stationären Aufenthalt im Krankenhaus gilt derselbe Rat. Hol dir Beistand von einer Person, die diese schweren Stunden mit dir teilt und für dich da ist. Dränge darauf, dass du im Krankenhaus ein Einzelzimmer bekommst und dass dein Partner oder deine Begleitperson mit ins Zimmer aufgenommen wird.

Drohende Fehlgeburt

Drohende Fehlgeburt: Bleib nicht allein!

Gib deinem Kind einen Namen

„Fehlgeburt“ ist meinem Empfinden nach ein sehr unschöner Begriff. Deshalb gib deinem Kind einen Namen. Auch wenn du vielleicht noch gar nicht so lange schwanger bist und dein Baby noch ganz klein ist. Es zählt hierbei nicht das Alter oder das Geburtsgewicht, sondern der Wunsch, deinem Kind einen eigenen Namen zu geben.

Bitte um einen letzten Ultraschall

Manche Eltern haben das Bedürfnis ein letztes Ultraschallbild von ihrem Kind zu erhalten. Wenn es dir auch so geht, zögere nicht und frage danach. Denke später bitte daran, diese Bilder zu digitalisieren, denn leider verblassen diese mit der Zeit.

Nimm dir Zeit für deinen Abschied

Abschied von seinem Kind zu nehmen ist so individuell und persönlich, dass es hierfür keine Zeitangaben geben darf. Nimm dir die Zeit, die du brauchst und lass dir hier keine Vorgaben machen. Wenn du erst Zeit für dich brauchst und vielleicht einige Stunden oder Tage später Abschied nehmen möchtest, ist dies genauso ok und richtig. Mache es genauso, wie es sich für dich richtig anfühlt.

Nimm dir auch genügend Zeit, um alleine mit deinem Kind zu sein. Dies ist die letzte Möglichkeit, um Eindrücke zu sammeln und deinem Baby all das zu sagen, was dir am Herzen liegt. Lass deinen Gefühlen freien Lauf. Alles ist erlaubt und gerechtfertigt.

Kümmere dich selbst um dein Kind

Du und dein Partner, die Oma oder Freundin kann das Kind wickeln und anziehen. Hierfür gibt es ganz kleine Babykleidung für Sternenkinder, die viele Krankenhäuser mittlerweile haben oder die man online bestellen kann. Auch ein schönes kleines Taschentuch stellt gerade für die kleinsten Kinder eine Möglichkeit dar, um es würdevoll zu kleiden.

Drohende Fehlgeburt Mutter hält fehlgeborenes Kind in den Händen

Sammle Erinnerungen an dein Kind

Auch wenn es dich vielleicht große Überwindung kostet. Schau dir dein Kind an. Nimm es wahr mit all deinen Sinnen, fass es an, streichle es, nimm es in deinen Arm. Prägen dir die Bilder ein. Manche Babys haben schon sehr viele Haare. Schneide dir vorsichtig eine Haarlocke als Erinnerung ab.

Auch das Namensbändchen, das viele Neugeborene tragen, ist ein Erinnerungsstück. Bitte die Hebamme oder Schwester um ein solches Namensbändchen.

Sammle alle Erinnerungsstücke und schaffe neue: Beispielsweise kannst du das Kuscheltier, welches du in den Sarg legen möchtest, doppelt besorgen und eins davon behalten.

 Mache Fotos

Bitte jemanden, Fotos (oder ein Video) von deinem Kind zu machen. Sie sind eine bleibende Erinnerung an dein Sternenkind. Vielleicht magst du auch ein Familienfoto machen lassen, auf dem alle Familienmitglieder zu sehen sind.

Bitte um einen Fuß- und Handabdruck

Fuß- und Handabdrucke sind eine wertvolle Erinnerung gerade in den besonders schweren Stunden. Bitte die Hebamme, die Krankenschwester oder ein Familienmitglied dies zu übernehmen. Wenn du selbst genug Kraft dafür hast, übernimm diese Aufgabe selbst.

Erlaube deiner Familie Abschied zu nehmen

Gib deiner Familie die Möglichkeit Abschied zu nehmen. Auch wenn dein Kind noch sehr klein war, so hat es doch bereits Geschwister, Oma und Opa, Tanten und Onkel. Gib allen die Chance sich auf ihre Art und Weise zu verabschieden.

Drohende Fehlgeburt Mutter und Tochter trauern um Geschwisterkind

Drohende Fehlgeburt: Trauer um das Geschwisterkind

Überlege die Krankenhausseelsorge anzufragen

Wenn du stationär aufgenommen bist, überlege die Krankenhausseelsorge anzufragen. Die Frauen und Männer der Seelsorge sind für Krisensituationen geschult und können mit ihrem Erfahrungswissen helfen, den Abschied von deinem Baby so würdevoll wie möglich zu gestalten.

 Hol dir Hilfe für die nächste Zeit

Auch für die kommenden Tage und Wochen ist es gut, Hilfe zu haben. Sei es deine Hebamme, die dich weiter betreut, ein Seelsorger oder jemand aus der Familie oder dem Freundeskreis. Vielleicht gibt es auch ein Geschwisterkind, welches weiter Begleitung und Versorgung benötigt.

 Organisiere die Bestattung

Die Bestattung muss vorbereitet werden, eine Todeskarte (wenn erwünscht) gestaltet und verschickt werden. Wenn du dich hierzu nicht in der Lage fühlst, dann delegiere diese Aufgabe an jemandem, der sie gut stemmen kann. Vielleicht kannst du jemanden bitten, eine Kerze für dein Kind zu gestalten.

 Suche dir deinen Ort zum Trauern

Nicht immer kommt es zu einer Bestattung, umso wichtiger ist es, einen festen Platz für die eigene Trauer zu haben. Schaff dir einen solchen Platz. Sei es in einer Zimmerecke zu Hause, im Garten oder irgendwo in der freien Natur oder im Wald.

 Literaturtipps zum Thema Fehl- und Totgeburt

Ein sehr wertvolles Buch für die Zeit der Trauer um ein Sternenkind ist „Gute Hoffnung, jähes Ende“ von Hanna Lothrop. Es ist mittlerweile in einer Neuauflage erschienen und besticht durch seine Authentizität und die vielen Ansätze zur Trauerbewältigung.

Meine Empfehlung für dich:

Gute Hoffnung, jähes Ende: Fehlgeburt, Totgeburt und Verluste in der...*
Hannah Lothrop - Kösel-Verlag - Kindle Edition - Auflage Nr. 2 (27.06.2016)

„Mein Sternenkind“ ist ein sehr einfühlsam geschriebenes Begleitbuch. Es bietet viele Erfahrungsberichte von anderen Sterneneltern.

Meine Empfehlung für dich:

Mein Sternenkind - Begleitbuch für Eltern, Angehörige und...*
Heike Wolter - Edition Riedenburg E.U. - Kindle Edition - Auflage Nr. 2 (17.05.2017)

In dem Buch von Sabine Herold kommen betroffene Frauen und Paare zu Wort, die das Sterben ihres Kindes im Bauch der Mutter verarbeiten und betrauern müssen. Es enthält sehr berührende Texte und hilft mit Anregungen zur Trauerbewältigung.

Meine Empfehlung für dich:

Bin kaum da, muss schon fort: Eltern fehl- und totgeborener Kinder...*
Sabine Herold - Brendow, J - Kindle Edition - Auflage Nr. 1 (07.01.2014)

Telefonnetzwerk: Soforthilfe für betroffene Eltern

Das Projekt „die Schmetterlingskinder“ bietet eine Soforthilfe für betroffene Eltern an. Hierzu wurde ein Telefonnetzwerk gebildet, in dem Frauen sich gegenseitig beraten und hilfreich begleiten können. Mehr Infos findest du auf der Webseite der Schmetterlingskinder hier.

Für die Trauerarbeit von Eltern, die ihr Kind so früh gehen lassen mussten,  gibt es sehr oft auch Hilfsangebote bei dir zu Hause. Informiere dich vor Ort bei deiner Hebamme oder google nach Selbsthilfegruppen und anderen Betroffenen in deiner Nähe.

Bei Fragen melde dich gerne.

Herliche Grüße

Silke

Weiterlesen:

Trauersprüche für Sternenkinder

Mit dir im Herzen: Gedichte für Sternenmütter

Foto: Bigstock.com / © digitalista, fizkes, altanaka

By |2017-10-09T20:29:44+00:00Juli 19, 2017|0 Comments

Mein Kind ist tot: Sternenkinder 2016

seit vielen Tagen geht mir der Gedanke durch den Kopf, einen Blogartikel für die Sternenkinder 2016 zu schreiben. Heute ist der 18. Juli 2016 und die Nachrichten in diesen Tagen sind geprägt von dem Tod  vieler Menschen beim dem Terroranschlag in Nizza.

Auch viele Kinder sind unter den Verstorbenen.

Die Fassungslosigkeit ist groß und genauso grenzenlos ist die Hilflosigkeit gegenüber dem Geschehenen.

Parallel, fast unbemerkt und leise findet der Tod und das Sterben vieler weiterer Kinder statt.

Ich denke an all die Kinder, die in diesem Jahr 2016 in der Schwangerschaft, um die Geburt oder in der frühen Lebenszeit sterben mussten.

Und ich denke an die vielen Eltern, Angehörigen und Freunde, die den frühen Verlust eines Kindes in diesem Jahr irgendwie verkraften müssen.

Das Jahr 2016 ist erst zur Hälfte um.

Gerne möchte ich meine Aufmerksamkeit auch den Menschen schenken, die wissen, dass ihr Kind bald sterben wird.

Oder die es noch nicht wissen und die in den nächsten Monaten eine der schmerzhaftesten Erfahrungen in ihrem Leben machen werden.

So, wie die Angehörigen der toten Kinder in Nizza.

Sie haben jetzt ein Sternenkind.

Mein Kind ist tot: Sternenkinder 2016

Der Tod und das Sterben stellen eine Realität in unserem Leben dar.

Und wir alle ringen und kämpfen, um mit dieser Realität umzugehen.

Wir versuchen zu trauern und zu trösten.

Wir weinen, schreien oder sind ganz leise und fassungslos.

Wir zünden Kerzen an, legen Blumen am Grab nieder.

Wir schreiben Trauerkarten und fragen uns, wie wir den trauernden Angehörigen Hilfe anbieten können.

Es gibt viele Hilfsangebote für Betroffene, die helfen wollen, damit Trauernde nicht an diesen Erfahrungen zerbrechen.

Hilfsangebote für Trauernde wollen konkrete Hilfen zum Umgang mit Gefühlen, Fragen und Gedanken sein.

Sie wollen den Grundstein legen, um irgendwann wieder zu Hoffnung und zu neuem Lebenssinn zu finden.

So wichtig und wertvoll ich all diese Hilfen finde, so deutlich frage ich mich, was gerade zu Beginn trauernden Eltern helfen kann.

Denn zu Beginn der Trauer steht der Schock und die gefühlsmäßige Betäubung.

Das Geschehene ist nicht begreifbar, kaum fassbar und die Verzweiflung  grenzenlos.

Sternenkinder 2016: Wie der Trauer begegnen?                      

Mir fällt hier die alttestamentliche Geschichte von Hiob ein.

Du findest sie im Alten Testament, Hiob 2, 11-13.

Hiob hatte alles verloren.

Seine Kinder waren tot, sein Haus eingestürzt, sein ganzer Besitz verloren.

Geschwüre am ganzen Körper machten ihn krank.

11 „Als aber die drei Freunde Hiobs all das Unglück hörten, das über ihn

gekommen war, kamen sie, ein jeder aus seinem Ort: Elifas von Teman,

Bildad von Schuach und Zofar von Naama. Denn sie waren eins geworden

hinzugehen, um ihn zu beklagen und zu trösten.

12 Und als sie ihre Augen aufhoben von ferne, erkannten sie ihn nicht und

erhoben ihre Stimme und weinten, und ein jeder zerriss sein Kleid und sie

warfen Staub gen Himmel auf ihr Haupt

13 und saßen mit ihm auf der Erde sieben Tage und sieben Nächte und

redeten nichts mit ihm; denn sie sahen, dass der Schmerz sehr groß war.“

 

Aus diesem Abschnitt können wir unendlich viel über Trauerarbeit und Beileid erfahren.

Nachdem seine Freunde von seinem Schicksal erfahren hatten, machten Sie sich sofort auf den Weg zu ihm, um ihrem Entsetzen und ihrem Mitleid Ausdruck zu verleihen.

Sie gehen dem Schmerz und der Trauer nicht aus dem Weg.

Sie bringen ihre Fassungslosigkeit und ihr Mitleid zum Ausdruck.

Sie sagen nicht nur herzliches Beileid, schreiben nicht einfach eineKarte.

Sondern sie erheben ihre Stimmen, sprechen in anderer Tonlage, weinen,

lassen ihren Gefühlen freien Lauf, zerreißen die Kleider – zeigen alle Zeichen der Trauer, wie sie zu der damaligen Zeit üblich waren.

Und sie tun etwas wirklich Großes:

Sie schweigen!

Sieben Tage und sieben Nächte sitzen sie einfach bei Hiob.

Sie reden nichts mit ihm, sie halten seine Trauer aus.

Sie teilen seine Trauer und fühlen mit, wie groß der Schmerz ist.

Sternenkinder 2016: Die Trauer zusammen aushalten

Mich beeindruckt diese Geschichte.

Sie zeigt mir, wie ich mit der Hilflosigkeit der Eltern und Angehörigen, aber auch mit meiner eigenen Hilflosigkeit umgehen kann.

Sie liefert mir einen Handlungsleitfaden, um Betroffenen beizustehen.

Für sie da zu sein und das Geschehene auszuhalten.

Der Tod ist nicht zu begreifen.

Es bleibt nur, die schwere Zeit zu teilen, zusammenzustehen und die Hoffnung nicht aufzugeben, dass es irgendwann wieder neue Hoffnung geben wird.

Hast Du ein Sternenkind?

Oder kennst Du Menschen, die ein Sternenkind haben?

Was hilft Dir, wenn Du trauerst?

Herzliche Grüße

Silke

Weiterlesen:

Ich habe auf Kindeshalb einen Ordner für das Thema Sternenkinder eingerichtet.

Hier will ich nach und nach nützliche Informationen und Gedanken zusammentragen.

Sternenkinder 2015: Wie Abschied nehmen?

Trauersprüche für Sternenkinder

Fehlgeburt: Was du niemals sagen solltest!

 

 

By |2017-07-28T20:13:12+00:00Juli 18, 2016|0 Comments
Load More Posts