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Schwangerschaftstest negativ: Trotzdem schwanger?

Du hast einen negativen Schwangerschaftstest gemacht und fragst dich, ob du vielleicht trotzdem schwanger bist? In diesem Artikel erfährst du, welche Faktoren zu einem falsch negativen Testergebnis führen können.

Der Schwangerschaftstest ist negativ

Du kennst bestimmt diese Situation: Dein Schwangerschaftstest ist negativ und trotzdem ist da dieser Gedanke in deinem Kopf, dass du doch schwanger sein könntest.

Und dieser Gedanke hält sich hartnäckig und lässt sich einfach nicht verscheuchen: Bin ich vielleicht doch schwanger?

Du hast Hoffnung und selbst nachdem deine Periode eingesetzt hat, ist dieser Gedanke immer noch präsent. Oder aber du hast mittlerweile die komplette Panik, weil du aktuell definitiv kein Kind haben willst.

Und dein Kopfkino produziert diese Gedanken immer weiter: Vielleicht hat der Schwangerschaftstest nicht richtig gemessen? Vielleicht hätte ich mich für einen anderen Schwangerschaftstest entscheiden sollen? Es gibt die vielen Fälle, in denen Frauen nach einem negativen Schwangerschaftstest trotzdem schwanger waren …

Nützliche Artikel:

Schwangerschaftstest negativ: Trotzdem schwanger?

Um es gleich klar zu sagen: Das Szenario „Schwangerschaftstest negativ – trotzdem schwanger“ ist tatsächlich möglich. Denn ein negativer Schwangerschaftstest bedeutet nicht automatisch, dass du tatsächlich nicht schwanger bist.

Zwar sind Schwangerschaftstests für zu Hause (sogenannte Heimtests) durchaus zuverlässig und in den meisten Fällen bedeutet ein negativer Schwangerschaftstest auch, dass du nicht schwanger bist. Aber es gibt Situationen, in denen Frauen ein sogenanntes falsch negatives Ergebnis erhalten.

Folgend will ich dir die möglichen Szenarien für einen falsch negativen Schwangerschaftstest vorstellen.

Deine Periode hat noch nicht eingesetzt

Wenn der Schwangerschaftstest negativ ist, aber deine Periode noch nicht eingesetzt hat, gibt es trotzdem die Chance auf eine Schwangerschaft.

Deshalb teste bitte mit Morgenurin in 2 bis 3 Tagen nochmal.

Sollte der Test wieder negativ und deine Periode deutlich überfällig sein, nimm Kontakt zu deinem Frauenarzt auf. Dies gilt auch für alle Situationen, in denen du Beschwerden oder Schmerzen hast.

Sobald deine Monatsblutung eingesetzt hat ist die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft eher gering.

Es kann allerdings sein, dass du doch schwanger bist und die Blutung darauf hinweist, dass deine Schwangerschaft nicht intakt ist und du gerade eine sehr frühe Fehlgeburt erlebst.

Manchmal gibt es auch Blutungen in der Frühschwangerschaft (z.B. durch eine  Gelbkörperschwäche), die zu einer Blutung führen kann. 

Deshalb gilt: Solltest du den Verdacht haben schwanger zu sein und gleichzeitig Blutungen haben, kontaktiere bitte deinen Frauenarzt.

Lieber einmal zu oft anrufen und sich fachlichen Rat abholen.

Vielleicht hast Du auch schon einmal von einer Einnistungsblutung und dem Einnistungsschmerz gehört.

Allerdings ist die Einnistungsblutung meist eine Blutung mit sehr wenig Blut, nicht zu vergleichen mit einer normal starken Regelblutung.

Du hast den Schwangerschaftstest zu früh gemacht

Ein Schwangerschaftstest liefert dann ein sehr zuverlässiges Ergebnis, wenn du mit dem Test wartest, bis deine Periode fällig ist.

Es gibt sehr gute und zuverlässige Schwangerschaftsfrühtests. Ich selbst benutze die Schwangerschaftstests von Femometer, aber auch die einfachen Teststreifen z.B. von Femometer mit App oder von MediVinius sind richtig gut und deutlich günstiger.

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Beachte bitte: Selbst ein Schwangerschaftsfrühtest kann dir ein falsch negatives Ergebnis anzeigen, wenn du den Test zu früh d.h. mehrere Tage vor dem Ausbleiben deiner Monatsblutung durchführst.

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Wenn dein Zyklus beispielsweise regelmäßig 28 Tage lang ist, bekommst du dann ein relativ zuverlässiges Ergebnis, wenn du mit dem Schwangerschaftstest mindestens bis zum 28. Zyklustag wartest. Frühere Tests können ein sicheres Ergebnis anzeigen, sie müssen es aber nicht!

Das Schwangerschaftshormon hCG verdoppelt sich in der Frühschwangerschaft ca. alle 2 bis 3 Tage.

Wenn du 3 oder 4 Tage vor deiner fälligen Periode getestet hast, ist das im Hinblick auf ein wirklich sicheres Testergebnis oftmals zu früh!

Dein Schwangerschaftstest misst die Höhe des hCG im Urin. Selbst wenn du dich für einen Schwangerschaftsfrühtest entschieden hast, kann es sein, dass du schwanger bist, dein Test aber nicht sensitiv genug ist, um die vorhandene Menge hCG nachzuweisen.

Dein Zyklus ist nicht regelmäßig

Hast du einen regelmäßigen Zyklus und weißt genau, wann deine Periode einsetzten müsste?

Wenn nicht, kann es sein, dass du den Test aufgrund deiner falschen Annahme zu früh gemacht hast.

Je besser du um deinen Zyklus Bescheid weißt, umso besser kannst du beurteilen, wann dein Eisprung und deine fruchtbaren Tage sind.

In meinem Artikel Fruchtbare Tage der Frau: Wann bist Du am fruchtbarsten? habe ich beschrieben, wie du deine fruchtbaren Tage bestimmen kannst. Du kannst auch einen Zyklus Tracker einsetzen, ich selbst habe bisher den mySense und myWay, das Ava Armband und breathe ilo getestet und bin sehr zufrieden damit. Eine Übersicht (auch mit Zyklustrackern in verschiedenen Preiskategorien) findest du in meinem Artikel Zykluscomputer im Test oder in meinem Basalthermometer Test. Der Femmarkt boomt aktuell und das bedeutet, dass es einen guten Zyklustracker für wirklich kleines Geld gibt. Die Anschaffung lohnt sich, bei Fragen melde dich gerne bei mir.

Du hast den Schwangerschaftstest nicht richtig durchgeführt

Auch beim Schwangerschaftstest können Fehler passieren:

Du hast z.B. nicht genug Urin beim Testen verwendest, den Teststreifen nicht richtig eingetaucht oder nicht lange genug abgewartet, bevor du das Ergebnis abgelesen hast. All das kann ein falsch negatives Testergebnis produzieren.

Viele Schwangerschaftstests haben eine Kontrolllinie, die dir anzeigt, ob dein Test funktioniert hat oder nicht. Lies bitte auch vor der Durchführung des Tests die Packungsbeilage und prüfe das Mindesthaltbarkeitsdatum deines Schwangerschaftstests.

Du hast nicht mit Morgenurin getestet

Die meisten Schwangerschaftstests empfehlen, dass der Test mit dem konzentrierten Morgenurin durchzuführen ist.

Testest du am Nachmittag oder Abend kann dies gerade in der Frühschwangerschaft zu einem falsch negativen Testergebnis führen obwohl du schwanger bist.

Bitte teste mit Morgenurin direkt nach dem Aufstehen!

Sollte sich dein negatives Testergebnis bestätigen, verliere bitte nicht den Mut!

Mit jeder Periode beginnt ein neuer Zyklus und damit auch eine neue Chance schwanger zu werden.

Solltest du dir kein Kind wünschen, dann hast du dieses mal wirklich Glück gehabt. Überlege bitte, wie du in Zukunft besser verhüten kannst.

Herzliche Grüße

Silke

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Von |2020-04-07T21:40:18+02:0022. März 2020|77 Kommentare

Fehlgeburt: Was Du niemals sagen solltest!

Das Erleben einer Fehlgeburt bedeutet einen tiefen Einschnitt in das eigene Leben. Vielleicht liest du diese Zeilen, weil du selbst vor kurzem eine Fehlgeburt erlebt hast oder weil es einen lieben Menschen in deinem Umfeld gibt, die oder der eine Fehlgeburt zu verarbeiten sucht. Leider kommt es oft zu wenig schönen Reaktionen der Umwelt, die die Trauer und den Schmerz  nicht immer nachempfinden können. In diesem Artikel habe ich einige Aussagen und meine Gedanken dazu gesammelt.

Fehlgeburt: Wenn Kommentare anderer verletzen

Wenn ich selbst zurückschaue, dann gehört meine eigene Fehlgeburt sicherlich zu den Ereignissen in meinem Leben, die mich am meisten berührt und verletzt haben.

Und bestimmt kannst du das nachvollziehen, denn wir alle verbinden mit einer Schwangerschaft die Entstehung neuen Lebens und die Geburt eines Babys.

Gedanklich und emotional ist dir  dein Kind schon ganz nahe und mit jedem Tag wächst die Beziehung und die Vorfreude auf das gemeinsame Leben.

Und dann kommt diese schockierende Nachricht, dass dein Kind nicht (weiter)leben wird oder das Herz aufgehört hat zu schlagen.

Der Schock und die Trauer sitzen tief und es gibt kaum eine Vorstellung, wie diese Nachricht verarbeitet werden kann. Auch die Familie, Verwandte und Freunde sind betroffen und es fehlt oft die Erfahrung, wie man auf einfühlsame Weise reagieren und mit der Situation umgehen kann.

So kommt es auch, dass ich über meinen Kinderwunsch Blog sehr viele Mails von Frauen und Paaren bekomme, die unendlich unter den Reaktionen ihrer Umwelt leiden.

Unpassende Kommentare und vermeintlich gut gemeinte Ratschläge, die oft mehr verbale Schläge sind, verletzen und lassen die Betroffenen geschockt und traurig zurück.

Deshalb kommt hier nun eine Liste mit gesammelten Kommentaren, die du vielleicht selbst aus eigener Erfahrung kennst. Vielleicht hast du weitere Ergänzungen für meine Liste, zögere bitte nicht sie mir zu schicken!

Nützliche Artikel:

Fehlgeburt: Was Du niemals sagen solltest

1. „Das Schicksal wollte es so“

Für jemanden, der gerade einen schweren Verlust verkraften musste, kann die Aussage „das Schicksal wollte es so“ sehr verletzend sein. Schnell kann die Vorstellung entstehen, dass das Schicksal für das Leben der betroffenen Person keine Kinder vorgesehen hat und es deshalb keinen Sinn hat es irgendwann nochmal zu versuchen.

Zudem stellt sich die Frage, was das Schicksal zukünftig noch bringen wird und warum es gerade einen selbst so hart getroffen hat. Selbst Frauen und Paare, die keinerlei Hang zum Aberglauben haben und mit beiden Beinen im Leben stehen, berühren solche Gedankengänge sehr.

Schließlich frage ich mich bei dieser Art von Kommentar immer, was oder wer denn das Schicksal genau ist. Für mich klingt es oft so als ob eine Zuschreibung zu einer wie auch immer gearteten höheren Kraft die Trauer und den Schmerz kleiner machen könnte. Das ist aber nicht so und leider lässt sich der Tod dadurch nicht besser begreifen.

 2. „Mit deinem Kind stimmte irgend etwas nicht“

Immer wieder höre ich diese Art von Bemerkung un ich weiß aus eigener Erfahrung, wie  sehr sie verletzen kann.

Inhaltlich mag dieser Gedanke vielleicht sogar richtig sein, z.B. dann, wenn die Fehlgeburt durch einen genetischen Defekt des Kindes verursacht wurde und das Baby deshalb nicht lebensfähig war.

Es gibt sicherlich viele Faktoren, die zu einer Fehlgeburt führen können.

Allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass eine solche Bemerkung nicht alles andere als tröstend wirkt. Das Wissen um mögliche genetische Defekte, Erkrankungen oder Fehlbildungen des eigenen Kindes mindert nicht den Verlust und die Trauer.

 3. „Du kannst wieder schwanger werden“

Das ist eine Bemerkung, die einem den Boden unter den Füßen wegziehen kann. Leider ist sie als Kommentar sehr beliebt.

Für ein Paar, das bereits eine enge Bindung zu seinem ungeborenen Kind aufgebaut hat, wirkt sie sehr verletzend.

Die Trauer um das Kind verschwindet nicht, indem man versucht den Verlust durch ein neues Baby zu ersetzen.

Ein Paar, das bereits schwanger war und das Kind nicht austragen durfte, quälen oft viele Gedanken.

Die Frau fragt sich dabei oft nicht nur, ob sie wirklich wieder schwanger werden kann, sondern auch, ob sie überhaupt fähig ist, ein Kind auszutragen.

Und auch die Männer leiden sehr stark unter dem Verlust und der Frage, ob eine Folgeschwangerschaft überhaupt möglich sein wird. Selbst wenn es vielleicht recht schnell wieder klappen sollte, bleibt die Trauer und Fassungslosigkeit über den Tod präsent.

4. „Du bist nicht mehr die oder der Jüngste“

Es ist erstaunlich, dass es Menschen gibt, die glauben, dass ein Hinweis auf das Alter der Betroffenen eine angemessene Reaktion auf eine Fehlgeburt ist.

Zwar gibt es den Zusammenhang zwischen Fruchtbarkeit und Alter, aber eine solche Reaktion frustriert und hinterlässt das betroffene Paar einsam mit seiner Erfahrung zurück.

Jede Frau und jedes Paar, das sich ein Baby wünscht und vielleicht schon etwas älter ist, weiß fast immer um die Risiken einer Fehlgeburt. Wenn es dann aber tatsächlich passiert hilft dieses Wissen nicht weiter, um mit dem Schmerz und der Trauer besser umzugehen.

Der Hinweis, dass man aufgrund des Alters ja vorgewarnt hätte sein müssen, verletzt und ist definitiv nicht hilfreich.

5. Du sagst nichts und ignorierst die Fehlgeburt

Wenn dir jemand vertrauensvoll von seiner Fehlgeburt erzählt, ist es fatal, wenn du nicht darauf reagierst und die Fehlgeburt ignorierst.

Ich weiß, dass solche Situationen sehr herausfordernd sein können. Man möchte gerne auf gute Weise reagieren, gleichzeitig fehlen die passenden Worte und die Erfahrung, was in solchen Situationen angemessen ist und was nicht. Es braucht ganz viel Einfühlungsvermögen und oft ist es in der jeweiligen Situation schwierig wertschätzend und empathisch zu reagieren.

Mein Tipp:

Du musst keine perfekt eloquente und einfühlsame Antwort geben.

Ein „es tut mir leid, was Euch passiert ist“ lässt das betroffene Paar wissen, dass du an sie denkst und dich in ihre Situation einfühlen kannst.

Oft ist hier weniger auch mehr. Wenn du total unsicher bist, kannst du diese Unsicherheit in Worte fassen und deinem Gegenüber mitteilen, wie sehr dich die Situation berührt und du innerlich nach den richtigen Worten suchst.

Auch ein „das macht mich sprachlos“ oder ein einfaches „darf ich dich kurz drücken“ sind ein Zeichen, dass du verstanden hast, worum es gerade geht.

Trau dich, deine eigene Betroffenheit auszudrücken! Sie wird es deinem Gegenüber ermöglichen auf ähnliche Weise zu reagieren und darin für einen Moment etwas Trost zu finden.

Herzliche Grüße

Silke

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Von |2020-03-18T05:40:53+02:0017. März 2020|55 Kommentare

Trauer nach Fehlgeburt: Tipps & Ressourcen

Die Trauer nach einer Fehlgeburt kann ein unendlich harter und schmerzvoller Prozess sein. Von einer Fehlgeburt oder einem Abort spricht man dann, wenn es zum Tod des Embryos oder zu einer frühzeitigen Geburt des Babys noch vor dem Erreichen der Überlebensfähigkeit außerhalb des Bauches der Mutter gekommen ist.

Fehlgeburt: Was kann helfen?

Wenn ein Kind im Bauch oder kurz nach der Geburt stirbt, dann gibt es kaum Worte, die das Geschehene beschreiben können. Und es fehlen Ressourcen, die einem eine erste Idee geben können, wie es überhaupt weitergehen kann.

Mit diesem Artikel möchte ich deshalb eine Ressourcen Seite für Eltern, die eine Fehlgeburt verarbeiten müssen, anlegen. Diese Seite soll als Unterstützungsangebot nach einer Fehlgeburt dienen und ich möchte hier alles sammeln, was hilfreich sein kann auf diesem steinigen Weg.

Ich möchte aber auch an alle die denken, die im Umfeld und Kontakt mit einer trauernden Familie stehen. Großeltern, Geschwisterkinder, Verwandte, Freunde, Kollegen etc. Wenn du zu einer dieser Gruppen gehörst, dann bist auch du hier richtig.

Vielleicht findest du den ein oder anderen guten Tipp für dich: Ein Buch, ein Blog, irgendetwas, das dich in diesem Moment berührt und dir einen neuen Impuls für deinen Trauerweg gibt.

Wenn du selbst etwas als hilfreich erfahren hast, dann schreibe bitte einen Kommentar und gib damit deine Erfahrung an andere weiter. So kann eine Seite entstehen, die wächst und für alle Betroffenen spürbar werden lässt, dass sie nicht alleine auf ihrem Weg sind.

Fehlgeburt: Bin ich schuld?

Ich habe selbst eine Fehlgeburt erlebt und danach gab es lange Zeit nur noch eine Frage in meinem Kopf: Was habe ich falsch gemacht?

Eine Umfrage des Startups Ava, dass auch das Ava Armband entwickelt hat, konnte aufzeigen, dass tatsächlich fast die Hälfte aller Frauen ähnliche Gedanken haben und sich selbst die Schuld an einer Fehlgeburt geben.

Weiterhin sind mehr als 70 Prozent der betroffenen Frauen überzeugt, dass Stress zu einer Fehlgeburt führen kann. 37 Prozent der Befragten halten schwere körperliche Arbeit wie z.B. das Heben von schweren Gegenständen für die Ursache.

Fehlgeburt Ursachen

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass es Mythen rund um das Thema Fehlgeburt gibt. Was stimmt wirklich? Meine  Suche nach Studien zu konkreten Zahlen und Ursachen von Fehlgeburten hat Folgendes ergeben:

  • Fehlgeburten kommen sehr häufig vor. Je nach Studie enden ca. 11 – 15 Prozent aller Schwangerschaften vorzeitig. Dabei sind noch nicht die Schwangerschaften mit einbezogen, die bereits vor der zu erwatenden Periode abgehen. Viele Frauen bemerken gar nicht, dass sie schwanger sind, da sich die Fehlgeburt in Form einer scheinbar normalen Monatsblutung zeigt.
  • Frühe Fehlgeburten werden mit 60 bis 80 Prozent genetischen Ursachen zugeschrieben. Die Frau hat in diesen Fällen nichts falsch gemacht, vielmehr war der Embryo selbst nicht lebensfähig.
  • Es gibt weitere Gründe für eine Fehlgeburt wie z.B. immunologische Erkrankungen, Fehlbildungen der Gebärmutter, Gerinnungsstörungen etc.
  • Die im Volksmund benannten Gründe wie z.B. das schwere Heben oder gar, dass die Mutter das Baby nicht stark genug haben wollte, kommen in diesen Studien nicht vor. Eine Aufklärung über diese falschen Annahmen halte ich für extrem wichtig, machen sie doch deutlich, dass in den allermeisten Fällen die Frau keine Schuld trifft!

Nützliche Artikel: 

Fehlgeburt: Was du niemals sagen solltest!

Die Sehnsucht nach deinem Kind: Das Gefühl nicht komplett zu sein

So sieht es aus ungewollt kinderlos zu sein!

Trauersprüche für Sternenkinder

Nach der Klärung der Schuldfrage nun aber zu den Ressourcen.

Zunächst will ich dich auf meine Seite Trauersprüche für Sternenkinder hier aufmerksam machen. Wenn du auf der Suche nach Worten bist, die vielleicht ein klein wenig ausdrücken können, was gerade in dir vorgeht, dann lade ich dich herzlich ein dich dort umzuschauen.

Trauer nach Fehlgeburt: Bücher

Nach meiner eigenen Fehlgeburt war es für mich wichtig, nach Erfahrungsberichten anderer Frauen und Paare zu suchen. Ich wollte wissen, ob andere Ähnliches erlebt haben und gleichzeitig hören, was sich als hilfreich erwiesen hat.

Auch Informationen von Trauerbegleitern und anderen Fachleuten zum Trauerprozess selbst waren wichtig für mich, um besser verstehen zu können, was mit mir passiert und was ich tun kann, um diese Zeit zu überstehen. Hier kommen meine Buchempfehlungen:

Gute Hoffnung – Jähes Ende

Ich liebe Hannah Lohtrops Buch, denn sie hat es für ihre Tochter Cara geschrieben, „die ihre Spuren in unseren Herzen und auf dieser Erde hinterlassen hat, obwohl man sagt, sie habe ja noch nicht gelebt“.

Ausgelöst durch ihre eigene Betroffenheit und durch die Arbeit mit vielen betroffenen Eltern schafft es Hannah Lohtrop wichtige Impulse für den Weg durch die Trauer zu geben. Das Buch ist sehr einfühlsam geschrieben und enthält gleichzeitig viele wichtige Informationen und praktische Tipps.

Gute Hoffnung, jähes Ende: Fehlgeburt, Totgeburt...
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  • Lothrop, Hannah (Autor)
  • 384 Seiten - 27.06.2016 (Veröffentlichungsdatum) - Kösel-Verlag (Herausgeber)

Mein Sternenkind – Begleitbuch für Eltern, Angehörige und Fachpersonen nach Fehlgeburt, stiller Geburt oder Neugeborenentod

Ein Buch mit vielen Erfahrungsberichten, Ideen und Gedanken. Ich würde es zusammen mit Hannah Lohtrops „Gute Hoffnung – jähes Ende“ allen empfehlen, die selbst ein Kind verloren haben oder Personen, die mit Betroffenen in ihrer Arbeit zu tun haben.

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  • Wolter, Heike (Autor)
  • 372 Seiten - 30.03.2017 (Veröffentlichungsdatum) - edition riedenburg (Herausgeber)

Tabuthema Fehlgeburt. Ein Ratgeber (Erste Hilfen)

Ein Ratgeber mit vielen nützlichen Informationen zum Thema Fehlgeburt. Die Autorin hat im Rahmen von Interviews mit mehr als 400 Frauen umfassend Wissen gesammelt, dass sowohl betroffenen Paaren, aber auch Angehörigen oder medizinisches Personal hilfreich sein kann.

Tabuthema Fehlgeburt. Ein Ratgeber (Erste Hilfen)
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  • Miriam Funk (Autor)
  • 120 Seiten - 10.05.2019 (Veröffentlichungsdatum) - Mabuse-Verlag (Herausgeber)

Sternenkinder: Wenn eine Schwangerschaft zu früh endet 

Schönes und auf berührende Weise geschriebenes Buch, ideal für die Trauerverarbeitung und den Umgang mit Fehlgeburten.

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  • Zebothsen, Birgit (Autor)
  • 208 Seiten - 12.08.2013 (Veröffentlichungsdatum) - Südwest Verlag (Herausgeber)

Bin kaum da, muss schon fort: Eltern fehl- und totgeborener Kinder berichten von ihren Erfahrungen

Das Buch der Schweizer evangelischen Theologin Sabine Herold lässt den Erfahrungen der betroffenen Eltern breiten Raum. Auf sehr unterschiedliche Weise berichten sie von dem was mit der Geburt ihrer toten Kinder auf sie zukam. Vielschichtig sind die gemachten Erfahrungen und auch die Möglichkeiten erfahrenes zu verarbeiten.

Gestern war ich noch schwanger. Ein Bilderbuch für Frauen, die ihr Kind in der Schwangerschaft verloren haben.

Dieses Buch begleitet sehr gefühlvoll und authentisch, die Bilder sind klar und sehr aussagekräftig. Ein wunderschönes und gleichzeitig auch sehr trauriges Buch.

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  • Schäufler, Nicole (Autor)
  • 92 Seiten - 01.10.2014 (Veröffentlichungsdatum) - edition riedenburg (Herausgeber)
Ein Teil von mir
Was geschieht mit der Trauer nach einem, nach zwei, nach drei Jahren, wenn alle anderen scheinbar den Tod bereits vergessen haben? Kann es gelingen wieder zurück ins Leben zu finden?
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  • Szymura, Silke (Autor)
  • 176 Seiten - 27.08.2018 (Veröffentlichungsdatum) - Patmos Verlag (Herausgeber)
Abschied, Tod und Trauer
Ein sehr gutes Buch, das Kindern den Tod und die Trauer erklärt. Es ist für Kinder ab 4 Jahre geeignet und natürlich für alle, die das Thema Tod beschäftigt.
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  • Mennen, Patricia (Autor)
  • 16 Seiten - 05.07.2019 (Veröffentlichungsdatum) - Ravensburger Verlag GmbH (Herausgeber)

WEIL DU MIR SO FEHLST

Weil du mir so fehlst ist ein weiteres Kinderbuch über Tod und Trauer. Das Buch erzählt die Geschichte eines Bärs, der jemanden vermisst und ist für Kinder zwischen vier und zehn Jahren geeignet.

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  • Bosse, Ayse (Autor)
  • 64 Seiten - 01.09.2016 (Veröffentlichungsdatum) - Carlsen (Herausgeber)

Lauras Stern

Lauras Stern erzählt einfühlsam, dass man sich manchmal von Dingen trennen muss, die man lieb hat.

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  • Baumgart, Klaus (Autor)
  • 32 Seiten - 01.09.2006 (Veröffentlichungsdatum) - Baumhaus (Herausgeber)

Eine Handvoll  Liebe

Ein sehr ergreifendes  Buch, dass das Hoffen, Bangen und die Verzweiflung von Eltern eines frühgeborenen Kindes in Worte zu fassen vermag.

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  • Landsfried, Marcel (Autor)
  • 224 Seiten - 31.03.2015 (Veröffentlichungsdatum) - Manuela Kinzel Verlag (Herausgeber)

Weitere Ressourcen

Im Folgenden habe ich Dir weitere Ressourcen zusammengetragen. Angebote, Blogs, Projekte, mittlerweile gibt es zunehmend mehr Seiten zum Thema Trauer und Tod. Wenn du selbst eine gute Seite kennst, dann schreibe mir bitte einen Kommentar und ich nehme sie gerne hier auf.

Projekte & Verbände, Organisationen

Die Initiative REGENBOGEN e.V.

Für viele Eltern und Angehörigen sind Informationen zur Beerdigung oder zur Trauerbewältigung ein erster wichtiger Schritt. Alles Wichtige dazu bietet die Initiative Regebogen e.V. auf ihrer Webseite an.

Bei der Initiative Regenbogen handelt es sich um einen Kreis von betroffenen Eltern, die selbst ein oder mehrere Kinder vor oder kurz nach der Geburt verloren haben. Ziel des Vereins ist es der Trauer Ausdruck zu verleihen und dem eigenen Leben seinen Sinn zurückzugeben ohne dabei das verstorbene Kind zu vergessen.

Hier geht es zur Webseite der Initiative REGENBOGEN!

Dein Sternenkind

Meiner Meinung nach sollte wirklich jeder „Dein Sternenkind“ kennen!

Es handelt sich dabei um ein Netzwerk von ehrenamtlichen Fotografen, die kostenlose Erinnerungsbilder nach der Geburt machen. Die Fotos sollen helfen, das Leben des verstorbenen Kindes zu würdigen und den Eltern durch die Fotos auf ihrem Trauerweg zu unterstützen.

Schau dich auf der Webseite von „Dein Sternenkind“ um Du findest dort Einsatzberichte der Fotografen und viele Infos u.a. zur Organisation selbst.

Hier geht es zu Dein Sternenkind.eu!

Bundesverband Verwaiste Eltern in Deutschland e.V.

Der Bundesverband Verwaiste Eltern bietet eine ganze Reihe von Hilfs- und Beratungsangeboten. Schau dich auf der Seite um, du findest neben Infos zum Thema Trauer vor allem auch viele Tipps um dich lokal mit anderen Menschen in ähnlicher Situation zu verbinden.

Blogs & Webseiten zum Thema Abschied & Trauer

  • Wenn Kinder sterben: Dieser Blog wird von Menschen betrieben, die selbst um ein verstorbenes Kind trauern.
  • Dein Tod und ich: Dein Tod und ich ist die Trauer- und Interviewplattform über das Weiterleben nach dem Tod. Hier erzählen Hinterbliebene und Angehörige von ihren ganz persönlichen Erfahrungen mit dem Tod und wie er ihr Leben vielleicht auch positiv verändert hat.
  • Trauerkinder – Die wichtigsten Fragen des Lebens nicht totschweigen – Sabine Elvert informiert über die Bedürfnisse von Kindern in der Trauer.
  • What’s your grief – Eine englischsprachige Seite mit sehr vielen Artikeln rund um die Themen Tod & Trauer.
  • Hope’s Angel: Hilfe für Familien und Fachkräfte bei Fehlgeburt, stiller Geburt und Neugeborenentod.

Herzliche Grüße

Silke

Literatur zum Thema Fehlgeburt

  • Karen C. Schliep et. al.: Trying to Conceive After an Early Pregnancy Loss: An Assessment on How Long Couples Should Wait.
    Obstet Gynecol. Author manuscript; available in PMC 2017 Feb 1. Published in final edited form as: Obstet Gynecol. 2016 Feb; 127(2): 204–212. doi: 10.1097/AOG.0000000000001159.
  • Kangatharan C et. al.: Interpregnancy interval following miscarriage and adverse pregnancy outcomes: systematic review and meta-analysis.  2017 Mar 1;23(2):221-231. doi: 10.1093/humupd/dmw043.
  • Wong LF et. al.: The effect of a very short interpregnancy interval and pregnancy outcomes following a previous pregnancy loss.
    Am J Obstet Gynecol. 2015 Mar;212(3):375.e1-11. doi: 10.1016/j.ajog.2014.09.020. Epub 2014 Sep 20.

Weiterlesen:

Foto: Stock.adobe.com ©Monkey Business

Von |2020-02-24T22:57:34+02:0024. Februar 2020|0 Kommentare

Drohende Fehlgeburt: Was dir jetzt helfen kann!

Wenn ein Kind im Bauch seiner Mutter stirbt, ist das ein so schreckliches Ereignis, dass es kaum möglich ist sich darauf vorzubereiten. Sehr oft kommt die Fehl- oder auch Totgeburt auch überraschend und es bleibt nur wenig Zeit, um sich zu überlegen, was jetzt wirklich wichtig ist. Aus diesem Grund habe ich für dich Anregungen gesammelt, die dir vielleicht bei einer drohenden Fehlgeburt ein klein wenig helfen können.

Was ist eine drohende Fehlgeburt?

Von  einer drohenden Fehlgeburt (auch als Abortus imminens oder drohender Spontanabort bezeichnet) wird dann gesprochen, wenn es zu vaginalen Blutungen während der ersten 20 Schwangerschaftswochen kommt. Wichtig ist hierbei zu wissen, dass eine solche Blutung nicht zwangsläufig zu einer Fehlgeburt führen muss.

Eine vaginale Blutung während der Schwangerschaft kann ein Anzeichen für eine drohende Fehlgeburt sein. Sie muss es aber nicht!

Tatsächlich ist der Begriff aus meiner Sicht unglücklich gewählt. Denn 20 bis 30 Prozent der schwangeren Frauen haben Blutungen und tragen trotzdem ihr Kind aus.

Mir ist sehr wichtig, dass du das weißt!

Trotzdem sind Blutungen jeglicher Art in der Schwangerschaft super ernst zu nehmen.

Solltest du Blutungen bekommen, zögere bitte nicht sofort einen Arzt aufzusuchen!

Drohende Fehlgeburt: Anregungen für eine schwere Zeit

Die folgenden Vorschläge sind als Anregungen für den traurigen Fall gedacht, dass du eine Fehlgeburt erleben musst.

Schau sie dir bitte an und nimm dir davon das mit, was sich für dich richtig und gut anfühlt.

Mein Lesetipp:

Für weitere Vorschläge und Erfahrungsberichte bin ich sehr offen und biete meinen Blog als Plattform an, um Erfahrungsberichte zugänglich zu machen. Deshalb schreibe einen Kommentar  und teile deine Erfahrungen und was dir geholfen hat.

Bleib nicht alleine, hole dir Unterstützung

Viele Frauen erleben ihre Fehlgeburt allein. Zu Hause, überwältigt und überfallen von dem plötzlichen Geschehen, müssen sie diese Situation alleine überstehen.

Mach es bitte anders und bleib nicht alleine! Sollte eine Fehlgeburt drohen, hol dir Hilfe von einem lieben Menschen, der dich begleitet.

Bei einem stationären Aufenthalt im Krankenhaus gilt derselbe Rat. Hol dir Beistand von einer Person, die diese schweren Stunden mit dir teilt und für dich da ist.

Dränge darauf, dass du im Krankenhaus wenn irgendwie möglich ein Einzelzimmer bekommst und dass dein Partner oder deine Begleitperson mit ins Zimmer aufgenommen wird.

Trauersprüche für Sternenkinder

Gib deinem Kind einen Namen

„Fehlgeburt“ ist meinem Empfinden nach ein mehr als unschöner Begriff.

Es geht hier um dein Kind, dein Baby, das leider nicht leben kann.

Deshalb gib deinem Kind einen Namen!

Auch wenn du vielleicht noch gar nicht so lange schwanger bist und dein Baby noch winzig klein ist.

Meiner Meinung nach ist das Alter oder das Geburtsgewicht nicht wichtig. In deinem Herzen ist es dein Kind, von dem du dich verabschieden musst.

Bitte um einen letzten Ultraschall

Manche Eltern haben das Bedürfnis ein letztes Ultraschallbild von ihrem Kind zu erhalten.

Wenn es dir auch so geht, zögere nicht und frage danach.

Und denke später bitte daran, diese Bilder zu digitalisieren, denn leider verblassen die Ultraschallbilder mit der Zeit.

Nimm dir Zeit für den Abschied

Abschied von seinem Kind zu nehmen ist so individuell und persönlich, dass es hierfür keine Zeitangaben geben darf.

Nimm dir die Zeit, die du brauchst!

Wenn du erst Zeit für dich brauchst und vielleicht einige Stunden oder Tage später Abschied nehmen möchtest, ist dies genauso ok und richtig. Mache es genauso, wie es sich für dich richtig anfühlt.

Nimm dir auch genügend Zeit, um alleine mit deinem Kind zu sein.

Dies ist die letzte Möglichkeit, um Eindrücke zu sammeln und deinem Baby all das zu sagen, was dir am Herzen liegt. Lass deinen Gefühlen freien Lauf. Alles ist erlaubt und richtig.

Kümmere dich selbst um dein Kind

Du und dein Partner, die angehende Oma oder beste Freundin kann das Kind wickeln und anziehen. Hierfür gibt es ganz kleine Babykleidung für Sternenkinder, die viele Krankenhäuser mittlerweile haben oder die man online bestellen kann.

Auch ein schönes kleines Taschentuch stellt gerade für die kleinsten Kinder eine Möglichkeit dar, um es würdevoll zu kleiden.

Sammle Erinnerungen an dein Kind

Auch wenn es dich bestimmt große Überwindung kostet: Schau dir dein Kind an. Nimm es wahr mit all deinen Sinnen, fass es an, streichle es, nimm es in deinen Arm. Prägen dir die Bilder ein. Manche Babys haben schon sehr viele Haare. Schneide dir vorsichtig eine Haarlocke als Erinnerung ab.

Sammle alle Erinnerungsstücke und schaffe neue: Beispielsweise kannst du das Kuscheltier, welches du in den Sarg legen möchtest, doppelt besorgen und eins davon behalten.

 Mache Fotos

Bitte jemanden, Fotos (oder ein Video) von deinem Kind zu machen. Sie sind eine bleibende Erinnerung an dein Sternenkind.

Vielleicht magst du auch ein Familienfoto machen lassen, auf dem alle Familienmitglieder zu sehen sind.

Bitte um einen Fuß- und Handabdruck

Fuß- und Handabdrucke sind eine wertvolle Erinnerung gerade in den besonders schweren Stunden. Bitte die Hebamme, die Krankenschwester oder ein Familienmitglied dies zu übernehmen. Wenn du selbst genug Kraft dafür hast, übernimm diese Aufgabe selbst.

Erlaube deiner Familie Abschied zu nehmen

Gib deiner Familie die Möglichkeit Abschied zu nehmen. Auch wenn dein Kind noch sehr klein war, so hat es doch Geschwister, Oma und Opa, Tanten und Onkel. Gib allen die Chance sich auf ihre Art und Weise zu verabschieden.

Nimm Kontakt zur Krankenhausseelsorge auf

Wenn du stationär aufgenommen bist, überlege die Krankenhausseelsorge anzufragen.

Die Frauen und Männer der Seelsorge sind für Krisensituationen geschult und können mit ihrem Erfahrungswissen helfen, den Abschied von deinem Baby so würdevoll wie möglich zu gestalten.

 Hol dir Hilfe für die nächste Zeit

Auch für die kommenden Tage und Wochen ist es gut, Hilfe zu haben.

Deine Hebamme kann dich und deinen Partner weiter betreuen, ein Seelsorger oder jemand aus der Familie oder dem Freundeskreis. Vielleicht gibt es auch ein Geschwisterkind, welches Begleitung und Versorgung benötigt.

 Organisiere die Bestattung

Die Bestattung muss vorbereitet werden, eine Todeskarte (wenn erwünscht) gestaltet und verschickt werden.

Wenn du dich hierzu nicht in der Lage fühlst, dann delegiere diese Aufgabe an jemandem, der sie gut stemmen kann.

Vielleicht kannst du jemanden bitten, eine Kerze für dein Kind zu gestalten.

 Suche dir deinen Ort zum Trauern

Nicht immer kommt es zu einer Bestattung, umso wichtiger ist es, einen festen Platz für die eigene Trauer zu haben. Schaff dir einen solchen Platz. Sei es in einer Zimmerecke zu Hause, im Garten oder irgendwo in der freien Natur oder im Wald.

 Literaturtipps zum Thema drohende Fehlgeburt

Ein sehr wertvolles Buch für die Zeit der Trauer um ein Sternenkind ist „Gute Hoffnung, jähes Ende“ von Hanna Lothrop. Es ist mittlerweile in einer Neuauflage erschienen und besticht durch seine Authentizität und die vielen Ansätze zur Trauerbewältigung.

Meine Empfehlung für dich:

„Mein Sternenkind“ ist ein sehr einfühlsam geschriebenes Begleitbuch. Es bietet viele Erfahrungsberichte von anderen Sterneneltern.

In dem Buch von Sabine Herold kommen betroffene Frauen und Paare zu Wort, die das Sterben ihres Kindes im Bauch der Mutter verarbeiten und betrauern müssen. Es enthält sehr berührende Texte und hilft mit vielen Anregungen bei der Trauerbewältigung.

Telefonnetzwerk: Soforthilfe für betroffene Eltern

Das Projekt „die Schmetterlingskinder“ bietet eine Soforthilfe für betroffene Eltern an. Hierzu wurde ein Telefonnetzwerk gebildet, in dem Frauen sich gegenseitig beraten und hilfreich begleiten können. Mehr Infos findest du auf der Webseite der Schmetterlingskinder hier.

Für die Trauerarbeit von Eltern, die ihr Kind so früh gehen lassen mussten,  gibt es sehr oft auch Hilfsangebote vor Ort. Informiere dich bei deiner Hebamme oder google nach Selbsthilfegruppen und anderen Betroffenen in deiner Nähe.

Bei Fragen zum Thema drohende Fehlgeburt melde dich gerne.

Herzliche Grüße

Silke

Weiterlesen:

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Von |2019-09-23T18:46:47+02:0023. September 2019|0 Kommentare

Fehlgeburt Risiko: Neue Studie zu Ursachen & Zahlen

Wie hoch ist Dein Risiko für eine Fehlgeburt? Ich bin mir sicher, dass Dich diese Frage umtreibt und umso besser ist es, dass ich Dir in diesem Artikel die Ergebnisse einer neue Studie zum Thema Fehlgeburtsrisiko vorstellen kann.

Fehlgeburt Risiko: Neue Zahlen

Das Thema Fehlgeburt gehört leider fest zum Themenfeld schwanger werden dazu und es ist nicht ganz einfach das Risiko einer Fehlgeburt einzuschätzen, da es eine keine wirklich einheitliche Erfassung der Zahlen dazu in Deutschland gibt. In Norwegen sieht das anders aus, die Daten zu Fehlgeburten werden hier seit dem Jahr 2008 beständig gesammelt. Das norwegische Institute of Public Health hat nun die Daten von 421.201 Frauen, die zwischen 2009 und 2013 schwanger waren analysiert.

Das Ergebnis: 

Die allgemeine Abortrate lag bei 12.8%. Frauen im Alter zwischen 25 und 29 Jahren hatten mit einer Fehlgeburtsrate von 10% das geringste Risiko für einen Abort. Nach dem Erreichen des 30. Lebensjahres stieg das Fehlgeburtsrisiko jedoch rapide an und erreichte 53% bei den Frauen im Alter von 45 Jahren und älter.

Zudem stieg das Risiko für eine Fehlgeburt in einer Folgeschwangerschaft um die Hälfte an, wenn es davor eine Frühgeburt, eine Totgeburt, einen Kaiserschnitt oder einen Gestationsdiabetes gegeben hatte. Nach 2 Fehlgeburten war das Risiko verdoppelt und nach mehr als drei Fehlgeburten war die Zahl viermal so groß.

Weiterlesen: 

Schwanger nach Fehlgeburt: Wie lange sollte man warten?

Trauersprüche für Sternenkinder

So sieht es aus ungewollt kinderlos zu sein!

Ursachen: Was löst eine Fehlgeburt aus?

Die Zahlen machen sofort auch die Ursachen für eine Fehlgeburt deutlich.

Es lässt sich festhalten:

  • Das Fehlgeburt Risiko ist altersabhängig und variiert stark je nach Alter der Frau. Je älter, desto höher das Risiko.
  • Fehlgeburten zeigen ein starkes Muster der Wiederholung: Nach 1, 2 oder 3 Fehlgeburten im Vorfeld steigt das Risiko in der Folgeschwangerschaft massiv an.
  • Bestimmte Komplikationen in einer vorhergehenden Schwangerschaft lassen das Fehlgeburtsrisiko ebenfalls ansteigen. Zu diesen Komplikationen gehören eine vorangegangene Frühgeburt, ein Kaiserschnitt oder ein Gestationsdiabetes während der Schwangerschaft.

Fazit zur neuen Studie

Das Fehlgeburtsrisiko variiert offenbar stark je nach Alter der Frau, es gibt eine starke Gefahr der Wiederholung und bestimmte Schwangerschaftskomplikationen wie beispielsweise ein Diabetes vergrößern das Risiko ebenfalls. Ich halte diese Zahlen gerade für die Beratung von Kinderwunsch Paaren für sehr wichtig, machen sie doch deutlich, dass andere Faktoren wie beispielsweise Stress im Alltag offenbar keine sehr wichtige Rolle spielen. Vielmehr scheinen Ursachen im Vordergrund zu stehen, die wir alle nur bedingt beeinflussen können. Dies kann Dich vielleicht entlasten!

Beste Grüße

Silke

Literatur zu Fehlgeburt Risiko

  • Maria C. Magnus et al.: Role of maternal age and pregnancy history in risk of miscarriage: Prospective register based study. British Medical Journal, im Druck.
  • Magnus MC et al.: Role of maternal age and pregnancy history in risk of miscarriage: prospective register based study. British Medical Journal, 2019 Mar 20;364:l869. DOI: 10.1136/bmj.l869
  • Almeida ND et al: Risk of Miscarriage in Women Receiving Antidepressants in Early Pregnancy, Correcting for Induced AbortionsEpidemiology2016;27:53846.
  • Rossen LM et al: Trends in Risk of Pregnancy Loss Among US Women, 1990-2011Paediatr Perinat Epidemiol2018;32:1929. 
  • Agenor A et al: Infertility and miscarriage: common pathways in manifestation and management. Womens Health (Lond)2015;11:52741. 
  • Dempsey MA et al: Perinatal outcomes of women with a prior history of unexplained recurrent miscarriage. J Matern Fetal Neonatal Med2015;28:5225.

Foto: Bigstockphoto.com / ©  elmirex2009

Von |2019-04-29T21:52:46+02:0029. April 2019|2 Kommentare

Fehlgeburtsrisiko nach wiederholtem Abort: Stress spielt keine Rolle!

Stimmt es, dass emotionaler Stress eine Fehlgeburt auslösen kann? Wenn Du vielleicht bereits eine oder mehrere Fehlgeburten erlebt hast, dann kennst Du mit Sicherheit die Sorge, dass Deine Erfahrungen und die damit verbundenen Gefühle sich negativ auf eine neue Schwangerschaft auswirken können. In diesem Artikel möchte ich Dir eine interessante Studie zu diesem Thema vorstellen.

Wiederholte Fehlgeburten durch emotionalen Stress?

Ich vermute, dass Du die Frage, ob emotionaler Stress durch eine oder mehrere Fehlgeburten sich negativ auf eine Folgeschwangerschaft auswirken kann, wahrscheinlich bejahen würdest. Denn wir alle werden ständig mit der gängigen Meinung konfrontiert, dass Stress nicht nur als Ursache bei ungewolltem Kinderwunsch eine wichtige Rolle spielt, sondern auch gefährlich für eine bestehende Schwangerschaft sein kann.

Und das macht sofort wieder Stress, denn man hat als Frau damit ganz offenbar auch noch die Aufgabe, sich unbedingt entspannen zu müssen, um endlich Mutter zu werden. Kennst Du dieses Gefühl, mir ging es auf jeden Fall während meiner Kinderwunschzeit so.

Ich hatte bereits vor kurzer Zeit eine neue Metaanalye zu diesem Thema vorgestellt, die nachweisen konnte, dass Stress nicht die Einnistung nach einer künstlichen Befruchtung verhindert.

Gebärmutterschleimhaut aufbauen: 7 Tipps, um die Einnistung zu fördern

Homöopathische Mittel bei Kinderwunsch: Eine Übersicht!

Fehlgeburtsrisiko und Stress

Eine weitere Studie ist nun der Frage nachgegangen, was Stress für die die Wahrscheinlichkeit nach einer Fehlgeburt eine Lebendgeburt zu erleben bedeutet. Die prospektive Untersuchung aus Dänemark  befragte dazu 301 Frauen, die wiederholte eine Fehlgeburt erfahren hatten. Ziel war es herauszufinden, ob beschriebene Symptome von Stress und Depression eine neu eingetretene Schwangerschaft beeinflussen.

Das Ergebnis: Emotionaler Stress hat keinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt. Das Fehlgeburtsrisiko steigt nicht durch den psychischen Stress, der durch eine oder mehrere Fehlgeburten ausgelöst wurde an.

Fehlgeburt: Risiko steigt nicht durch psychischen Stress

Was für ein wichtiges Ergebnis! Für mich bedeutet das mich erstmal zu entspannen! Und vielleicht kannst Du das auch, vor allem wenn Du tatsächlich gerade nach einer Fehlgeburt wieder schwanger bist.

Ist das nicht unendlich entlastend? Alle guten Ratschläge und Angebote zur „Mind-Body Optimierung“ und zu effektivem Stressabbau beispielsweise vor, während und nach einer IVF sind damit fraglich. Das bedeutet nicht, dass Stressabbau unsinnig ist und natürlich möchte ich Dich ermutigen gut mit Dir und Deinem Körper umzugehen und aktiv Techniken zum Umgang mit Stress zu erlernen. Nur die Ergebnisse der Studie machen deutlich, dass Du keine Angst haben musst, dass die emotionalen Auswirkungen einer erlebten Fehlgeburt Deinem ungeborenes Baby schaden werden.

Herzliche Grüße

Silke

Literatur:

  • A.M. Kolte, L.R. Olsen, O.B. Christiansen, L. Schmidt, H.S. Nielsen: Pregnancy outcomes after recurrent pregnancy loss – a longitudinal cohort study on stress and depression. Reproductive Biomedicine Online, im Druck.
  • Nicoloro-SantaBarbara J, Busso C, Moyer A, Lobel M: Just relax and you’ll get pregnant? Meta-analysis examining women’s emotional distress and the outcome of assisted reproductive technology. Soc Sci Med. 2018 Sep;213:54-62.
  • Boivin J ,Griffiths E, Venetis CA: Emotional distress in infertile women and failure of assisted reproductive technologies: Meta-analysis of prospective psychosocial studies. BMJ 2011; 342:d223 doi: 10.1136/bmj.d223.

Foto: Bigstockphoto.com © Prasit Rodphan

Von |2019-03-08T04:20:06+02:007. März 2019|0 Kommentare