Du hast Fragen zum Thema Fehlgeburt in der 13. SSW?

Heute möchte ich dir Ellas Erfahrungsbericht vorstellen. Ella hat ihren Sohn in der 13. SSW verloren und berichtet, wie sie die Fehlgeburt erlebt hat und wie sie mit der Fehlgeburt heute umgeht.

Ella hat mir erlaubt ihren Erfahrungsbericht hier auf Kindeshalb zu veröffentlichen.

Fehlgeburt 13 SSW: Erfahrungsbericht von Ella

Hallo,

mein Name ist Ella und mir ist passiert, was man keinem wünscht:

Mein Baby ist in meinem Bauch verstorben.

Mittlerweile ist unser Sohn Noah schon mehr als ein halbes Jahr tot und ich möchte mir gerne von der Seele schreiben, was passiert ist.

Wie alles begann

Wir sind eine kleine Familie und haben bereits zwei Kinder (3 und 5 Jahre alt).

Seit Januar letzten Jahres versuchen wir ein drittes Baby zu bekommen.

Es ist ein Herzenswunsch, besonders von mir.

Ich habe das Gefühl, dass wir nicht vollständig sind als Familie. Es fühlt sich so an, also ob noch jemand fehlt.

Im Mai wurde ich endlich schwanger.

Ich erinnere mich noch gut an den Tag, an dem ich erfuhr, dass ich schwanger war. Ich war überglücklich und konnte es kaum erwarten, nochmal Mutter zu werden.

Mein Mann und ich hatten uns so sehr darauf gefreut, unser Leben mit einem weiteren Baby zu teilen.

Wir machten Pläne, überlegten Namen und planten, wie wir das Kinderzimmer gestalten würden.

Kontrolluntersuchung in der 7. SSW

Die Wochen vergingen, meine erste Ultraschalluntersuchung fand in der 7. SSW  bei meinem Frauenarzt statt.

Ich zitterte am ganzen Körper, die Aufregung war groß.

Umso mehr war ich erfreut als ich das Baby sah.

Das Herz schlug, unser Baby bewegte sich und der Arzt bestätigte uns, das alles in Ordnung war.

13. SSW: 2. Kontrolluntersuchung

Zwei Wochen später gab es eine weitere Untersuchung, bei der die Nackenfaltenmessung durchgeführt werden sollte.

Ich war dann in der 13 SSW. Alles schien komplett normal.

Mein Mann kam auch mit zum Termin. Unsere ganze Familie und viele Freunde wussten vom Termin.

Wir dachten in der 13 SSW kann nichts mehr passieren.

Nach kurzer Wartezeit durfte ich es mir im Sprechzimmer auf der Liege bequem machen.

Ich fragte noch ob er mir Bilder ausdrucken könnte. Dann sah ich das Baby und fühlte es sofort.

Es lag einfach nur da, bewegte sich nicht.

Ich wollte noch sagen, dass es aussieht wie tot.

Mein Arzt schwieg.

Ich schaute meinen Mann an und fragte: Es ist tot, nicht wahr?

Mein ganzer Körper wurde schwer und taub. Die Zeit blieb für mich stehen.

Dann brach ich in Tränen aus.

Mein Frauenarzt erklärte mir, dass unser Kind schon seit der 10. SSW nicht mehr gewachsen ist und vermutlich da gestorben ist.

Verhaltene Fehlgeburt oder auch missed Abort ist der Fachbegriff für diese Art der Fehlgeburt.

Unser Kind ist tot

Als ich erfuhr, dass ich in der 13. SSW eine Fehlgeburt hatte, brach für mich eine Welt zusammen.

Ich war so voller Hoffnung und Vorfreude auf dieses Baby, dass ich mir ausgemalt hatte, wie es sein würde, es in meinen Armen zu halten, es aufwachsen zu sehen und all die wunderbaren Dinge zu erleben, die man mit einem Baby erlebt.

Als ich dann erfuhr, dass ich es nicht bekommen würde, war ich am Boden zerstört.

Mein Mann und ich haben viel geweint und uns gegenseitig getröstet.

In den nächsten Tagen und Wochen war es schwer, die Trauer zu bewältigen.

Ich fühlte mich so unendlich leer und verloren.

Nachts quälte mich die Frage, was ich falsch gemacht hatte und ob ich jemals wieder in der Lage sein würde, schwanger zu werden.

Tagsüber erinnerte mich jedes Essen, dass ich in der Schwangerschaft so geliebt hatte, daran, dass ich mein Baby verloren hatte.

Die Gläser mit Essiggurken standen immer noch in der Küche, als ob sie mich jeden Tag daran erinnern wollten.

Ich hatte mir ausgemalt, wie schön es wäre, mit meinem Babybauch im Sommer Umstandskleider zu tragen, aber jetzt gab es keine Umstandskleider mehr.

Ich fühlte mich so unendlich traurig und allein gelassen.

Nochmal versuchen?

Das Schlimmste war, dass ich nicht wusste, wie es weitergehen würde. Ich wusste nicht, ob ich den Wunsch nach einem dritten Kind noch haben durfte.

Das Risiko war groß und ich hatte Angst vor noch einer Fehlgeburt.

Mein Arzt versicherte mir, dass wir engmaschiger kontrollieren würden, falls es noch einmal klappen würde. Aber das half mir in diesem Moment nicht viel.

Ich hatte viele Fragen und Sorgen, aber ich fühlte mich so allein damit.

Ich hatte niemanden, mit dem ich darüber sprechen konnte.

Schließlich suchte ich mir professionelle Hilfe bei einer Therapeutin, um meine Trauer und meine Ängste zu bewältigen.

Kleine Geburt

Die kleine Geburt, die ich nach 3 Tagen hatte, hat mir geholfen, mich zu verabschieden.

Ich weiß, dass es sich hart anhört oder vielleicht zu persönlich ist, aber es hat mir geholfen, mich zu verabschieden und Frieden zu finden.

Mein Gehirn hatte diese Informationen gebraucht, um zu akzeptieren, was passiert war. Ich weiß, dass nicht jede Frau diesen Weg wählt, aber es war das Richtige für mich.

Jetzt geht der Alltag weiter und irgendwann wird der Mut zurückkehren.

Ich würde mich über ein Regenbogenbaby freuen, aber im Moment weiß ich nicht, ob ich bereit bin, das Risiko einzugehen.

Du bist nicht allein

Ich möchte, dass andere Frauen wissen, dass sie nicht allein sind, wenn sie eine Fehlgeburt erleben.

Es ist okay, sich allein und verloren zu fühlen, aber es ist auch okay, Hilfe zu suchen und darüber zu sprechen.

Es gibt so viele Frauen da draußen, die das Gleiche erlebt haben und die bereit sind, ihre Erfahrungen zu teilen.

Lass uns uns gegenseitig unterstützen und durch diese schwere Zeit gehen.

Ich bin immer noch auf dem Weg der Genesung, aber ich weiß, dass ich irgendwann wieder bereit sein werde, es noch einmal zu versuchen.

Ich werde niemals meinen kleinen Sohn vergessen und auch nicht, was passiert ist.

Gleichzeitig werde ich aber nicht zulassen, dass mich die Fehlgeburt in der 13 SSW daran hindert, weiterzumachen und mein Leben zu genießen.

Fehlgeburt 13 SSW: Danke für deine Erfahrungen

Liebe Ella,

vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht über deine Fehlgeburt in der 13. SSW.

Es tut mir sehr leid zu hören, dass du dein Baby in der 13. SSW gehen lassen musstest.

Es ist sehr mutig von dir, so offen über deine Erfahrungen zu sprechen und anderen Frauen, die Ähnliches durchmachen, zu helfen.

Eine Fehlgeburt ist eine unglaublich schwierige Erfahrung und es ist wichtig zu wissen, dass du nicht alleine bist und es viele Frauen gibt, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Es ist auch wichtig zu verstehen, dass Fehlgeburten in den meisten Fällen durch Chromosomenanomalien oder genetische Faktoren verursacht werden, die außerhalb unserer Kontrolle liegen.

Es gibt viele Ressourcen und Unterstützungsgruppen für Frauen, die eine Fehlgeburt durchgemacht haben.

Ich hoffe, dass du durch das Teilen deiner Geschichte und die Unterstützung, die du erfahren hast, Heilung finden kannst.

Nochmals vielen Dank für deinen Mut, deine Geschichte mit uns zu teilen.

Herzliche Grüße

Silke

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