Heute will ich Dir ein besonderes Buch zum Thema Totgeburt hier auf Kindeshalb vorstellen. Es liegt bereits seit einiger Zeit auf meinem Schreibtisch, denn ich lese in Etappen darin. Das hat damit zu tun, dass mich dieses Buch so tief berührt, dass ich es immer wieder nach einigen Seiten weglegen muss. Denn der Schmerz, ein Kind zu verlieren, erscheint mir selbst in meiner Rolle als Leserin kaum aushaltbar. Die Zeichnungen der Autorin sind so intim und persönlich, dass ich immer wieder mit den Tränen kämpfe.

Trotzdem oder gerade deshalb will ich Dir das Buch von ganzem Herzen empfehlen. Das Thema Totgeburt weckt Ängste und wir neigen dazu nicht hinzuschauen und uns von den betroffenen Familien zurückzuziehen. Doch der Tod gehört zum Leben dazu und jedes dieser Babys, das nicht leben durfte, hat es verdient nicht vergessen zu werden.

Und das ist es auch, was ich jeder betroffenen Mutter und jedem betroffenen Vater sagen möchte: Ich spüre Eure Verzweiflung, Eure Sprachlosigkeit und Eure Einsamkeit. Und ich bin in Gedanken und mit ganzem Herzen bei Euch!

Wenn Du magst, erzähle hier in einem Kommentar von Deinem Baby und was Euch passiert ist.

Das Licht, das Schatten leert

Tina Brenneisen, 42, erzählt in „Das Licht, das Schatten leert“ über den Tod ihres Kindes Lasse.

Tina ist mit Lasse schwanger und erfährt kurz vor der Geburt, dass er im Bauch verstorben ist. Über diese Nachricht, die Geburt und die Zeit danach handelt ihr Buch.

Tina ist Comiczeichnerin und sie fängt deshalb an das Erlebte zu zeichnen.

Tina Brenneisen Das Licht das Schatten leert

© Tina Brenneisen, Edition Moderne

Nach der Rückkehr aus dem Krankenhaus ist für Tina und ihren Mann nichts mehr wie vorher. Der Kontakt zur Familie und zu Freunden gestaltet sich schwierig, aber auch die Beziehung zu ihrem Körper hat sich verändert.

Tina fühlt sich von ihrem Körper verraten, hat er sie doch nicht gewarnt und in sie in dem Glauben gelassen, dass es Lasse gut geht.

Doch Lasse ist tot!

Tina Brenneisen Das Licht das Schatten leert

© Tina Brenneisen, Edition Moderne

Langsam und in kleinen Schritten gelingt es den beiden, sich aus der Ohnmacht herauszuarbeiten, wieder Vertrauen zu sich selbst und zu anderen Menschen zu fassen. Dabei kommt es zu vielen absoluten Tiefpunkten in der Begegnung mit der Familie, Freunden, aber auch in der Partnerschaft selbst. Die Bilder dazu berühren, sie sind ehrlich und mutig gezeichnet.

Fazit: Empfehlenswert!

„Das Licht, das Schatten leert“ ist ein wertvoller Begleiter für alle, die sich mit dem Thema Totgeburt und Trauer auseinandersetzen müssen oder wollen. Der Comic wurde mit dem Berthold-Leibinger-Comicbuchpreis, der höchstdotierten deutschen Comicauszeichnung, prämiert.

* Aktualisiert am 3.04.2020. Es sind Amazon Links.

Tina Brenneisen überzeugt mit ihrer schonungslosen Ehrlichkeit. Sie hat ein Buch geschaffen, das definitiv an die Substanz geht, weil es in Wort und Bild ausdrückt, was es bedeutet sein Kind gehen lassen zu müssen.

Herzliche Grüße

Silke

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Bilder: © Tina Brenneisen, Edition Moderne