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Embryotox: Welche Medikamente sind in der Schwangerschaft erlaubt?

Von | 2018-06-07T21:45:09+00:00 Juni 7, 2018|Endlich schwanger?!, Kinderwunsch Blog|0 Kommentare

Kennst du diese Situation? Du befindest dich gerade in der Warteschleife zwischen Eisprung und der nächster Periodenblutung (oder nach dem Embryotransfer nach einer IVF oder ICSI) und dann passiert es: Du wirst krank, bekommst beispielsweise eine dicke Erkältung oder heftige Kopfschmerzen. Oder du leidest vielleicht an einer chronischen Krankheit. Kannst du Medikamente (z.B. Schmerzmittel) nehmen? Welche Medikamente sin den ersten Tagen und späteren Wochen einer Schwangerschaft erlaubt und welche tabu? In diesem Artikel möchte ich dir das Portal embryotox.de vorstellen, das mir in diesen Situationen immer wieder super geholfen hat.

Medikamente in der Schwangerschaft

Embryotox ist ein Beratungszentrum der Charite-Universitätsmedizin Berlin, das mithilfe seiner Internetseite embryotox.de unabhängige Informationen und Beratung zur Verträglichkeit der wichtigsten Arzneimittel in der Schwangerschaft und Stillzeit anbietet. Die Beratung ist kostenlos und steht sowohl Ärzten als auch anderen im Gesundheitswesen tätigen Berufsgruppen oder auch Laien zur Verfügung. Du kannst durch das Online Portal auch Hilfestellung zur Behandlung von häufig vorkommenden Krankheiten während der Schwangerschaft und Stillzeit erhalten. Alle Informationen beruhen auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sehr angenehm finde ich, dass Angebot durch finanzielle Mittel des Bundesministeriums für Gesundheit und von der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit finanziert wird. Weder große Pharmakonzerne noch andere in diesem Zusammenhang die Unabhängigkeit gefährdende Interessengruppen scheinen involivert zu sein. Auch das Fehlen jeglicher Werbung auf der Seite fällt auf und hat bei mir den Eindruck verstärkt, dass das Beratungszentrum tatsächlich sehr um Unabhängigkeit bemüht ist.

Beachte bitte vor jeglicher Medikamenteneinnahme Rücksprache mit deinem Arzt zu halten. Embryotox ist immer nur eine erste Information, der das Gespräch mit deinem Arzt folgen sollte.

Embryotox: So funktioniert es

Embryotox.de ist eine Informations- und Beratungswebsite, auf der du nach konkreten Arzneimitteln und deren Wirkstoffen suchen kannst und aktuelle Informationen darüber erhält, ob diese in der Schwangerschaft und während der Stillzeit erlaubt und empfehlenswert sind. Aktuell sind über 430 Arzneimittel in die Datenbank von Embryotox eingestellt, alle Infos sind wissenschaftlich belegt. Du kannst ganz gezielt nach einem bestimmten Medikament oder Wirkstoff suchen und  deren Unbedenklichkeit während deiner Schwangerschaft prüfen. Dazu gibst du auf Embryotox im Reiter „Medikamente“ den Produktnamen des Medikamentes (z.B. Aspirin) oder alternativ dessen Wirkstoff (z. B. Acetylsalicylsäure) ein. Nachdem du auf „Seite aufrufen“ geklickt hast, erscheint eine Informationsseite, die dir alle wichtigen Infos zu diesem Präparat / Wirkstoff an die Hand gibt. Es folgt eine Schilderung der Erfahrungen mit diesem Präparat / Wirkstoff sowie Empfehlungen zur Einnahme in der Schwangerschaft und Stillzeit. Die verwendete Sprache ist auch für nicht aus dem medizinischen Bereich kommende Personen verständlich.

30 Schwangerschaftsanzeichen: Bist du schwanger?

Schwangerschaftsfrühtest: Welcher und ab wann testen?

Die Suche nach bestimmten Erkrankungen während der Schwangerschaft ist auf Embryotox mehr als leicht. Unter dem Reiter „Erkrankungen“ kannst du bestimmte Krankheiten auswählen und dir die Besonderheiten einer Therapie während der Schwangerschaft und die Mittel der Wahl anzeigen lassen.

Wer nach dem Studium der Informationen noch Fragen hat kann auf das Beratungsangebot von Embryotox zurückgreifen. Dazu bietet das Portal einen Fragenbogen für Schwangere an, in den Einzelheiten zur Schwangerschaft, vorliegende Erkrankungen und die verwendeten Medikamente eingetragen werden können. Der Fragebogen kann direkt online auf embryotox.de unter dem Reiter „Fragebogen“ ausgefüllt und abgeschickt werden.

Persönliche Beratung für Schwangere

Nachdem du den Fragebogen online oder bei Wunsch auch per Post losgeschickt hast, bekommst du eine individuelle und kostenlose Beratung. Alternativ kannst auch bei Embryotox anrufen, die genauen Sprechzeiten und die Telefonnummer findest du auf der Webseite. Leider gibt es aktuell keine Beratung für Laien bei Kinderwunsch und leider auch nicht für Frauen, die Fragen zum Stillen haben. Dies wäre sicherlich wünschenswert, gleichzeitig ist das Beratungsangebot für Schwangere sehr wertvoll und ich kann es bei Fragen wirklich empfehlen.

Embryotox als App

Embryotox ist auch als kostenlose App für Android und iOS erhältlich, allerdings aktuell nicht für die neueren Androidversionen.

Embryotox am Beispiel Ibuprofen

Abschließend noch ein Beispiel zur Recherche auf embryotox.de. Angenommen du hast totale Kopfschmerzen und bist schwanger oder vermutest evtl. schwanger zu sein. Du möchtest gerne Ibuprofen nehmen, bist dir aber unsicher und fragst dich, ob du damit deinem Baby schaden kannst. Eine kurze Recherche auf embryotox.de kann helfen. Du gibst im Reiter Medikamente den Begriff „Ibuprofen“ ein und bekommst sofort eine Seite mit vielen wichtigen Informationen zu Ibuprofen in der Schwangerschaft angezeigt. So erfährst du zum Beispiel, dass bisher in den vorliegenden Studien kein Zusammenhang zwischen Ibuprofen und einem erhöhten Fehlbildungsrisiko festgestellt werden konnte. Alle Daten deuten sehr stark daraufhin, dass keine Embryotoxizität beim Menschen besteht. Es folgen Empfehlungen bei einer Anwendung von Ibuprofen in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie der Hinweis auf das Beratungsangebot bei weiteren Fragen.

Genial oder? Zwar kann das Portal auf keinen Fall eine ärztliche Beratung ersetzen. Aber embryotox.de informiert, berät und bietet dir damit eine erste Orientierung für deine Entscheidung, ob du in diesem Fall Ibuprofen einnehmen kannst oder nicht. Bitte beachte bei deiner Recherche auf Embryotox besonders auch die Hinweise, Haftungseinschränkungen und Erläuterungen zur Nutzung der Internetseite.

Das Basisrisiko für Schwangere

Abschließend möchte ich auf das sogenannte Basisrisiko  hinweisen. Etwa 15% aller Schwangerschaften enden leider in einer Fehlgeburt und ca. 3 bis 5 von 100 Babys haben bei der Geburt Fehlbildungen. Diese Zahlen schmerzen, aber es ist wichtig zu wissen, dass die meisten der Fehlbildungen und auch der Fehlgeburten nichts mit einer bestimmten Medikamenteneinnahme zu tun haben. Auch Schwangere, die keine Medikamente einnehmen, müssen dieses „Basisrisiko“ vielleicht kein gesundes Baby zu bekommen tragen.

Herzliche Grüße

Silke

Quelle

Online-Informationen von Embryotox: www.embryotox.de (Abruf: 06. Juni 2018)

Über den Autor:

Mein Name ist Silke und Kindeshalb ist mein Kinderwunsch Blog. Wenn du Tipps zum Schwanger werden suchst, bist du hier genau richtig. Bei Fragen melde dich gerne!

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