Samenspender gesucht: Es gibt viele Wege, um sich den eigenen Kinderwunsch zu erfüllen. Viele Paare, die zeugungsunfähig sind, nutzen die Möglichkeit der privaten Samenspende ebenso wie lesbische Paare oder Single Frauen. Zwar gibt es neben der privaten Samenspende die Möglichkeit sich an eine Samenbank zu wenden. Doch dieser Weg ist mit erheblichen Kosten und Aufwand verbunden.

Samenspender gesucht: Was ist eine private Samenspende und wie läuft sie ab? Wie findet man einen Spender und gibt es Risiken? Und was bewegt Männer, Samenspender zu werden?

Was ist eine private Samenspende?

Für eine private Samenspende muss ein geeigneter Samenspender gefunden werden.  Es gibt zahlreiche Internetseiten, auf denen sowohl private Samenspender als auch die Wunscheltern eine Anzeige aufgeben können, um eine geeignete Person zu finden. Sobald spendenwillige Männer gefunden sind, kann das Paar oder die Single Frau aus den möglichen privaten Samenspendern auswählen.

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Viele private Samenspender geben umfangreich Auskunft über ihr Aussehen, ihre Ausbildung und ihren Beruf. Weiterhin ist der gesundheitliche Zustand des Spenders, vorhandene Gesundheitszeugnisse und Spermiogramm Befunde sowie die Art der Zeugung entscheidend. Auch ein persönliches Kennenlernen zwischen den Wunscheltern und dem Spender kann beiden Seiten Aufschluss darüber geben, ob man gemeinsam diesen Weg gehen möchte.

Festgelegte allgemein gültige Qualitätsstandards für die Auswahl eines Samenspenders gibt es nicht. Die Spendensuchenden und Spender entscheiden alleine, ob die persönlich getroffenen Auswahlkriterien gegeben sind oder nicht.

Sind alle Fragen auf positive Weise geklärt erfolgt die Samenspende in einem privaten Rahmen ohne ärztliche Betreuung.

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Private Samenspende: Ablauf

Der Samenspender und die Wunschmutter treffen sich zum besten Zeitpunkt kurz vor dem Eisprung der Frau und die Samenspende erfolgt auf folgende Weise:

  • Natürliche Methode: Wunschmutter und Samenspender haben Geschlechtsverkehr.
  • Verkürzte Methode: Der Samenspender befriedigt sich selbst und dringt kurz vor der Ejakulation in die Frau ein.
  • Bechermethode: Der Samenspender ejakuliert in einen Becher. Von dort wird die Samenflüssigkeit in eine Spritze aufgezogen und in die Vagina nahe an den Muttermund gespritzt. Die Samenspende erfolgt ohne Körperkontakt zum Samenspender. Manche Frauen verwenden für die Insemination auch eine Inseminationskappe oder einen Inseminationskatheter. Ziel hierbei ist eine möglichst gute Platzierung des Spermas direkt vor dem Muttermund.

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Wie findet man einen privaten Samenspender?

Neben privaten Kontakten im sozialen Umfeld kann ein privater Samenspender durch eine Recherche im Internet gefunden werden. Es gibt zahlreiche Foren und Communities, in denen sich Samenspender vorstellen und eine direkte Kontaktaufnahme möglich ist.

Weiterhin machen Samenspender auch in den sozialen Netzwerken wie beispielsweise auf Facebook auf sich aufmerksam. Manche Spendensuchende gehen den Weg über Klein- und Chiffreanzeigen in Zeitungen und Anzeigenblättern, um einen geeigneten Spender zu finden.

Nachfolgend habe ich einige Internetseiten und Foren aufgelistet, die Informationen zum Thema Samenspende und Samenspenderprofile bereitstellen:

  • spenderkinder.de: Ehrenamtlicher Verein von durch Samenspende gezeugten Erwachsenen. Umfangreiche Informationen zum Thema Samenspende, Links und Literatur.
  • spermaspender.de: Anzeigenportal auf dem Samenspender und Spendensuchende kostenlos eine Anzeige aufgeben oder die Datenbank durchsuchen können. Die Kontaktaufnahme erfolgt anonym.
  • Samenspender-Info.de: Auf diesem Portal kann regional nach einem Samenspender gesucht werden.
  • co-eltern.de – Forum: Forum zum Austausch und Vermittlung von Spenden.

Samenspender gesucht: Erfahrungen

Welche Beweggründe führen dazu, dass ein Mann privater Samenspender wird?

Viele Samenspender führen als Grund den Wunsch an, kinderlosen Frauen und Paaren helfen zu wollen. Auch die Aussicht, ein Kind zu zeugen und sich damit selbst fortzupflanzen scheint ein Motiv zu sein. Viele Spender bieten Kontaktmöglichkeiten für das so gezeugte Kind an. Eine umfassende Beteiligung an der Erziehung und Finanzierung wird allerdings meistens abgelehnt.

Sexuelle Motive scheinen bei manchen Spendern ebenfalls eine Rolle zu spielen. Immer wieder lassen sich Anzeigen von Spendern im Internet finden, die ganz klar die natürliche Methode bevorzugen. Dabei weisen manche Spender auf die dadurch scheinbar größeren Erfolgsaussichten hin. Andere machen deutlich, dass sie den gemeinsamen Sex schön finden.

Was die finanziellen Beweggründe angeht, ist eine Einschätzung schwierig. Bei privaten Spenden bleibt leider im Dunkeln, wieviel Geld wirklich pro Spende fließt und wie oft diese Spenden wiederholt werden.

Meine 100 Kinder: Was ich als privater Samenspender erlebt habe

Wer nach Erfahrungsberichte von Samenspendern sucht, dem kann ich Literatur von Martin Bühler empfehlen. Martin Bühler war 15 Jahre lang aktiver Samenspender und hat seine Erfahrungen in 3 Büchern festgehalten. Er erzählt von den psychischen und physischen Herausforderungen, mit denen sowohl die Wunscheltern als auch die privaten Samenspender zu kämpfen haben. Martin Bühler will ca. 100 Kinder gezeugt haben und berichtete sehr offen darüber, wie er mit diesem Wissen umgeht und wie sich der Kontakt zu seinen Spendenkindern darstellt. Für Paare und Frauen, die über eine private Samenspende nachdenken sicherlich eine empfehlenswerte Lektüre.

Meine 100 Kinder: Was Ich Als Privater Samenspender Erlebt Habe

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Schwanger ohne Sex: Wegweiser zur privaten Samenspende für lesbische Paare

Martin Bühler hat einen Ratgeber speziell für lesbische Paare geschrieben, die durch eine private Samenspende schwanger werden möchten.

In seinem Buch Schwanger ohne Sex: Wegweiser zur privaten Samenspende für lesbische Paare finden sich umfassende Informationen zur Auswahl des geeigneten Spenders, die rechtliche Problematik bis hin zur Durchführung der Insemination. Zudem gibt werden die Zusammenhänge im Zyklus der Frau sowie die Hilfsmittel zur Insemination beschrieben.

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Familienglück durch private Samenspende 

In seinem Buch Familienglück durch private Samenspende  liefert der Bühler alle wichtigen Informationen, die Kinderwunsch Paare für diesen Weg benötigen. Er beschreibt auf leicht verständliche Weise die Methoden und Möglichkeiten der Samenspende. Von den ersten Überlegungen, über Auswahlkriterien für den Spender bis hin zur Gestaltung des Erstkontakts und dem Versuch.

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Samenspender gesucht: Gibt es Risiken?

Einen geeigneten Spender zu finden ist nicht leicht und es gibt einige Risiken.

Eine Samenspende birgt ganz unabhängig von der gewählten Methode gesundheitliche Risiken für die Frau. Geschlechtskrankheiten sind hier an erster Stelle zu nennen. Denn Geschlechtskrankheiten sind weiter verbreitet als man denkt. Deshalb sollten beim Spender folgende Kranheiten durch ein Gesundheitszeugnis ausgeschlossen sein:

  • Chlamydien
  • HIV
  • Syphellis
  • Gonokokken
  • Hepatits B
  • Hepatitis C

Chlamydien: Die unerkannte Gefahr

Bei der Chlamydien-Infektion handelt es sich um eine der weltweit häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen, die durch die Bakterien Chlamydia trachomatis ausgelöst wird.

Sowohl Frauen als auch Männer können gleichermaßen von einer Chlamydien-Infektion betroffen und Überträger der Krankheit sein. Allerdings sind Frauen aus anatomischen Gründen besonders gefährdet. Alleine in Deutschland erkranken jedes Jahres rund 300.000 Frauen an einer Chlamydien-Infektion. Eine Chlamydien Infektion ist gefährlich, das sie in den meisten Fällen ohne Symptome auftritt. Unerkannt kann die Erkrankung allerdings zu Unfruchtbarkeit und zu Entwicklungsschäden während einer Schwangerschaft führen.

Umso wichtiger ist es, dass ein Samenspender aktuelle Gesundheitszeugnisse vorweisen kann.

Zudem gilt es zu besprechen, ob der Spender parallel und zeitgleich mit mehreren Frauen oder Paaren in Kontakt steht. Gerade bei der natürlichen oder verkürzten Methode bergen parallele Versuche mit mehreren Frauen die Gefahr der Übertragung von Krankheiten für beide Seiten. Doch auch bei der Bechermethode sollte die Frau akribisch auf durchgeführte Gesundheitschecks Wert legen, um ihre Gesundheit zu schützen.

Blindes Vertrauen ist nicht empfehlenswert, denn es kann die Gesundheit der Wunschmutter sowie des Wunschkindes gefährden!

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Samenspender gesucht: Ein Gesundheitscheck des Spenders ist wichtig!

Schlechte Spermienqualität

Auch die Qualität und Quantität der Spermien ist entscheidend für den Erfolg einer Samenspende. Zu empfehlen ist hier die Durchführung eines Spermiogramms durch einen Urologen. Nur ein klarer Beleg über die notwendige Spermienqualität sollte von den Spendensuchenden akzeptiert werden.

Die Potenz eines Mannes sagt nur wenig über dessen Spermien aus. Spermien können deformiert oder zu langsam sein, um die befruchtungsfähige Eizelle rechtzeitig zu erreichen. Bei zu wenigen Spermien im Ejakulat ist die Chance auf eine Schwangerschaft ebenfalls deutlich eingeschränkt.

Was kostet eine private Samenspende?

Durchstöbert man das Netz nach den Kosten für eine private Samenspende, so wird man nicht sofort fündig.

Die meisten Spender verlangen eine Unkostenpauschale für Anfahrt und Übernachtung sowie eine Summe X für die eigentliche Samenspende. Diese Summe wird individuell festgelegt und ich bin bei meiner Recherche immer wieder auf den Betrag zwischen 80 und 100 € pro Spende gestoßen. Ob dies nun wirklich die Realität abbildet oder aber ob es in Wirklichkeit um höhere Beträge geht ist nicht klar. Fest steht, dass viele Spender neben persönlichen und sozialen Beweggründen sicherlich auch finanzielle Interessen für die Spende anführen.

Neben diesen Kosten für die Samenspende bedarf es bestimmter Hilfsmittel, um die Samenspende durchführen zu können. Diese Kosten halten sich allerdings sehr im Rahmen. Ein Inseminationsset kann beispielsweise bei Amazon schnell, günstig und diskret gekauft werden.

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Samenspender gesucht: Rechte und Pflichten

Spendensuchende und Samenspender müssen sich bewusst sein, dass sich aus der Zeugung eines Kindes sowohl moralische als auch rechtliche Fragen ergeben. Und gerade die rechtlichen Fragen sollten im Vorfeld geklärt und schriftlich festgehalten werden.

Kinder, die durch eine Samenspende gezeugt wurden, haben das Recht Auskunft über ihre biologischen Wurzeln zu erhalten.

Weiterhin wird der Samenspender vom Gesetzgeber als biologscher Vater angesehen. Rein theoretisch sind die Spenderkinder also unterhalts- und erbberechtigt. Samenbanken und auch viele private Samenspender und Spendensuchende versuchen, diese Ansprüche im Vorfeld durch entsprechende schriftliche Vereinbarungen und Verträge zu  umgehen.

Trotzdem ist eine Unterhaltspflicht nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Die rechtlichen Hürden in Deutschland sind hierfür zwar hoch und es hat noch keinen entsprechenden Fall hierzu gegeben. Dennoch ist es rein rechtlich möglich, dass ein Spenderkind die Vaterschaft seines Wunschvaters anficht, den Spender als biologischen Vater feststellen lässt und Unterhalt einfordert. Allerindgs muss dies innerhalb von zwei Jahren geschehen, nachdem das Kind erfahren hat, dass es durch eine Samenspende gezeugt wurde.

Schließlich geht es darum, dass das Wohl des durch eine Samenspende gezeugten Kindes gesichert ist. Gerade alleinerziehende Frauen sollten gut reflektieren, ob sie alleine allen Anforderungen über viele Jahre hinweg gewachsen sind.

Bei Fragen oder Erfahrungen zum Thema Samenspender gesucht schreib mir bitte einen Kommentar.

Herzliche Grüße

Silke

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Foto: Pixabay: NatalyLee, Succo

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