Du suchst eine Alternative zum Ava Armband? Vermutlich aus einem von zwei Gründen: Entweder dein Ava funktioniert seit Ende 2024 nicht mehr und du brauchst Ersatz. Oder du recherchierst einen Tracker und liest überall, dass Ava problematisch geworden ist.

Ich verstehe beide Situationen gut. Ich habe Ava selbst über vier Jahre genutzt und in zahlreichen Artikeln empfohlen. Heute kann ich das nicht mehr. In diesem Beitrag erkläre ich dir nüchtern, was passiert ist, und stelle dir die zwei Tracker vor, die ich aktuell empfehle: trackle und Ovy.

Beide nutze ich selbst. Beide werden aktiv weiterentwickelt. Und beide kommen aus Deutschland.

Wichtiger Hinweis vorab

Wenn du noch ein funktionierendes Ava-Armband besitzt: Die App und die Server wurden Ende November 2024 abgeschaltet. Nutzerinnen können seitdem ihre Daten nicht mehr synchronisieren oder herunterladen. Wenn du noch Daten retten möchtest, kannst du Screenshots der App machen, solange sie auf deinem Smartphone installiert ist.

Was ist mit dem Ava Armband passiert?

Die Geschichte von Ava ist die eines gescheiterten Start-ups. Die wichtigsten Stationen:

  • 2014–2016: Gründung in der Schweiz, Markteinführung des Ava Armbands.
  • Juli 2022: Notverkauf an die US-Firma FemTech Health. Ava konnte über Jahre keine Gewinne erwirtschaften, eine geplante Finanzierungsrunde war geplatzt.
  • 2023: Auch FemTech Health gerät in Schwierigkeiten und befindet sich seitdem in einem Insolvenzverfahren.
  • Ende 2024: App und Server werden ohne Vorwarnung abgeschaltet. Tausende Nutzerinnen mit funktionsfähiger Hardware können ihre Geräte nicht mehr verwenden.
  • 2025/2026: Eine offizielle Website ist zwar wieder erreichbar, doch die Eigentümerstruktur ist intransparent und die Rückkehr eines stabilen Service nicht absehbar.

Konkret heißt das: Selbst wenn du heute ein neues Ava-Armband bekommst – auf eBay oder Kleinanzeigen, manchmal noch über Amazon – läuft es nicht ohne funktionierende Cloud-Anbindung. Die Auswertungs-Algorithmen lagen serverseitig, ohne diese ist das Armband ein teurer Beschleunigungssensor.

Mein klarer Rat: Kaufe heute kein Ava-Armband mehr, weder neu noch gebraucht. Das Risiko, dass du in einem halben Jahr wieder vor demselben Problem stehst, ist real.

Ava Alternative: Worauf es ankommt

Bevor ich dir konkrete Geräte vorstelle, lohnt es sich, kurz die Kriterien klarzumachen. Ava war lange sehr erfolgreich und hat damit gezeigt, worauf es bei einem Zyklustracker wirklich ankommt:

  1. Stabiler Anbieter mit klarer Eigentümerstruktur. Eine deutsche oder europäische Firma mit klarem Geschäftsmodell ist sicherer als ein hochgezüchtetes Start-up auf VC-Kapital.
  2. Lokale Datenverarbeitung oder klare DSGVO-Konformität. Damit deine Zyklusdaten erstens sicher sind und zweitens auch dann erhalten bleiben, wenn der Anbieter mal Probleme hat.
  3. Keine reine Cloud-Abhängigkeit. Das Gerät sollte zumindest in Grundfunktionen ohne Server arbeiten, oder die Daten sollten lokal exportierbar sein.
  4. Klinisch validierte Messmethode. Idealerweise ein zugelassenes Medizinprodukt, nicht nur ein Lifestyle-Wearable.
  5. Faires Preis-Leistungs-Verhältnis ohne Abo-Zwang. Einmal kaufen, dauerhaft nutzen.

Auf Basis dieser Kriterien empfehle ich aktuell zwei Geräte. Beide nutze ich selbst, beide haben sich als zuverlässig und langlebig erwiesen.

Empfehlung 1: trackle — der direkte Ava-Ersatz für Schlaf-Tracker-Fans

Wenn dir an Ava vor allem gefiel, dass du nichts morgens machen musstest, ist trackle dein direktester Ersatz. Der Sensor wird über Nacht vaginal getragen, misst kontinuierlich die Körperkerntemperatur und überträgt die Daten morgens automatisch an die App.

trackle wird seit 2018 in Bonn entwickelt und produziert. Es ist als Medizinprodukt der Klasse IIa zertifiziert und damit klinisch geprüft. Der Hersteller existiert stabil seit Jahren.

Was trackle gut macht

  • Volle Schlaf-Automatik: Du machst nichts morgens. Der Sensor misst während du schläfst.
  • Hohe Messgenauigkeit: Vaginal gemessene Körperkerntemperatur ist deutlich präziser als die Hauttemperatur am Handgelenk.
  • Funktioniert auch bei unregelmäßigen Zyklen und PCO: Das ist ein wichtiger Unterschied zu vielen App-basierten Trackern.
  • DSGVO-konform und Daten lokal verfügbar: Du behältst die Kontrolle über deine Zyklusdaten.
  • Keine laufenden Kosten: Einmal kaufen, dauerhaft nutzen. Optional gibt es eine Premium-App-Variante.

Was du wissen solltest

trackle ist ein vaginaler Sensor. Das bedeutet eine Umgewöhnung gegenüber dem Armband-Gefühl von Ava. Manche Frauen finden das angenehmer (kein Gerät am Handgelenk), andere brauchen Zeit, sich daran zu gewöhnen. Wichtig zu wissen: Der Sensor ist klein und sitzt locker, vergleichbar mit einer Menstruationstasse.

trackle misst nur die Temperatur, nicht zusätzlich Puls, Atemfrequenz oder Bioimpedanz wie Ava es tat. Für die meisten Anwendungsfälle reicht die Temperaturmessung jedoch vollkommen aus – sie ist die wissenschaftlich am besten validierte Methode zur Eisprung-Bestimmung.

Preis und Bezugsquelle

trackle ist im Set ab ca. 269 € erhältlich. Mit meinem Code Kindeshalb sparst du 10 % beim Kauf direkt im trackle-Shop.

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Empfehlung 2: Ovy — für App-orientierte Nutzerinnen

Ovy ist die andere Alternative, die ich aktiv empfehle. Hier hast du keinen Schlaf-Sensor, sondern ein Bluetooth-Basalthermometer in Kombination mit einer wirklich gut gemachten App. Die morgendliche Messung dauert 30 bis 60 Sekunden, das Thermometer überträgt die Daten dann automatisch an die App.

Ovy wird in Berlin entwickelt, ist DSGVO-konform und seit 2017 stabil am Markt.

Was Ovy gut macht

  • Eine der besten Zyklus-Apps am Markt: Klar gestaltet, mit fundierten Inhalten zu jeder Zyklusphase.
  • Günstiger Einstieg: Das Bluetooth-Thermometer kostet einen Bruchteil eines Schlaf-Trackers.
  • Auch ohne Thermometer nutzbar: Die App allein liefert dir schon viele Cycle-Insights, das Thermometer macht es präziser.
  • Klare Eisprung-Erkennung: Der Algorithmus arbeitet mit symptothermaler Methode (Temperatur + Zervixschleim).
  • DSGVO-konform und transparent: Daten liegen auf europäischen Servern.

Was du wissen solltest

Ovy verlangt von dir eine tägliche morgendliche Messung – das war ja gerade das, was du an Ava nicht wolltest, wenn du bei Ava warst. Wenn morgens 1 Minute Zeit kein Problem ist, ist Ovy hervorragend. Wenn du absolut nichts mehr machen willst, dann ist trackle die bessere Wahl.

Ovy ist kein zertifiziertes Medizinprodukt zur Verhütung. Wenn du das Gerät zur natürlichen Familienplanung im Sinne der NFP einsetzen willst, ist Disziplin bei der Eingabe von Zervixschleim-Beobachtungen wichtig.

Preis und Bezugsquelle

Das Ovy-Bluetooth-Thermometer kostet ca. 49 €, die App ist zusätzlich verfügbar. Mit meinem Code Kindeshalb sparst du 15 %.

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trackle vs. Ovy: Welcher passt zu dir?

Beide Geräte sind seriös, beide funktionieren. Die Wahl hängt vor allem davon ab, wie du in deinem Alltag tracken willst.

Kriterium trackle Ovy
Messmethode Vaginalsensor während Schlaf Basalthermometer morgens
Aufwand morgens Keiner Ca. 1 Minute Messung
Preis (Einstieg) ca. 269 € ca. 49 €
Medizinprodukt Ja, Klasse IIa Nein, Lifestyle-Tracker
App-Qualität Solide, klar Sehr gut, viel Content
Bei PCO / unregelmäßigen Zyklen Sehr gut geeignet Geeignet, mehr Disziplin nötig
Hersteller Bonn, Deutschland Berlin, Deutschland

Kurze Entscheidungshilfe:

  • Du willst absolut nichts morgens machen? → trackle
  • Du suchst zertifizierte medizinische Genauigkeit? → trackle
  • Du willst eine sehr gute App und einen günstigen Einstieg? → Ovy
  • Du hast einen unregelmäßigen Zyklus und brauchst hohe Präzision? → trackle
  • Du willst erstmal mit App allein starten und später Hardware ergänzen? → Ovy

Was ist mit Daysy, cyclotest und Breathe Ilo?

Diese Geräte hörst du oft genannt, wenn es um Ava-Alternativen geht. Hier kurz, warum ich sie aktuell nicht zur Empfehlung mache:

Daysy: Solide, aber teuer (ca. 330 €) und seit Jahren nahezu unverändert. Die App ist im Vergleich zu Ovy weniger fortgeschritten. Wenn du ein klassisches Basalthermometer mit eigener Auswertung willst, ist Daysy in Ordnung – aber Ovy bietet mir derzeit das bessere Gesamtpaket.

cyclotest myWay: Funktioniert technisch, ist aber in der Bedienung umständlich und das Display wirkt aus der Zeit gefallen. Für reine Verhütungsanwendung kann es eine Option sein, für Kinderwunsch tut es ein Bluetooth-Thermometer wie Ovy genauso gut.

Breathe Ilo: Misst CO2 in der Atemluft. Die Methode ist innovativ, aber wissenschaftlich noch weniger belegt als die symptothermale Methode. Für Anwenderinnen, die einen klar etablierten Standard wollen, ist trackle oder Ovy die sicherere Wahl.

Häufige Fragen

Funktioniert mein altes Ava-Armband noch?

Wenn du die App im Herbst 2024 zuletzt erfolgreich genutzt hast, könnte sie auf deinem Smartphone noch installierte Daten anzeigen. Eine Synchronisation mit dem Armband oder eine Auswertung neuer Daten ist seit Ende November 2024 nicht mehr möglich, weil die Server abgeschaltet wurden.

Bekomme ich mein Geld für das Ava-Armband zurück?

Realistisch: Wahrscheinlich nicht. Da das Mutterunternehmen FemTech Health sich seit 2023 in einem Insolvenzverfahren befindet, ist eine Insolvenzmasse für Verbraucherrückerstattungen vermutlich nicht verfügbar. Für eine konkrete Einschätzung deines Falls wende dich an die Verbraucherzentrale.

Sind gebrauchte Ava-Armbänder auf eBay oder Kleinanzeigen sinnvoll?

Nein. Die Armbänder funktionieren ohne aktiven Server-Service nicht. Wer dir derzeit ein Ava-Armband verkauft, verkauft dir ein nicht nutzbares Gerät. Ich würde davon klar abraten.

Welcher Tracker eignet sich bei PCO oder unregelmäßigen Zyklen?

Bei PCO empfehle ich trackle. Die Messung der Körperkerntemperatur über die Nacht liefert auch bei verschobenen Zyklen verlässliche Daten. Mit Ovy ist das auch möglich, erfordert aber konsequenteres Mitschreiben von Begleitsymptomen.

Kann ich trackle oder Ovy zur Verhütung nutzen?

Beide Geräte sind primär für die Erkennung der fruchtbaren Tage im Kontext Kinderwunsch konzipiert. trackle kann mit der Premium-App auch im Sinne der natürlichen Familienplanung (NFP) genutzt werden. Wenn dein Hauptziel sichere Verhütung ist, sieh dir zusätzlich meinen Verhütungscomputer-Vergleich an.

Mein Fazit

Das Ava-Armband war ein gutes Produkt – bis das Unternehmen scheiterte. Wenn du eine ähnliche Funktion suchst, ohne morgens etwas tun zu müssen, ist trackle der direkteste Ersatz. Wenn du eine günstigere App-zentrierte Lösung bevorzugst und morgens 1 Minute investieren kannst, ist Ovy deine Wahl.

Beide Hersteller stehen seit Jahren stabil am Markt, beide kommen aus Deutschland, beide sind DSGVO-konform. Das gibt mir das Vertrauen, sie weiterhin zu empfehlen – auch in fünf Jahren.

trackle

Für die Schlaf-Tracker-Fans
Code Kindeshalb — 10 %

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Ovy

Für die App-orientierten Nutzerinnen
Code Kindeshalb — 15 %

Zum Ovy-Shop

Hinweis zur Transparenz: Ich war bis 2024 Affiliate-Partner von Ava und habe das Armband über vier Jahre selbst genutzt und empfohlen. Nach dem Server-Aus Ende 2024 empfehle ich Ava nicht mehr. trackle und Ovy sind aktuelle Affiliate-Partner von kindeshalb.de. Meine Empfehlungen basieren auf eigener Nutzung und der Beratungsarbeit mit Klientinnen im Kinderwunsch.

Autorin

  • Silke Schwekutsch kindeshalb.de

    Silke Schwekutsch ist zertifizierte Fertilitätsberaterin (BKiD) und Gründerin von kindeshalb.de. Seit zehn Jahren begleitet sie Frauen durch die Kinderwunschzeit. Bei Kindeshalb findest du evidenzbasierte Orientierung zu Fruchtbarkeit, Zyklus, Nährstoffen und Kinderwunschbehandlungen.