--Spätfolgen Hormonbehandlung Kinderwunsch: Höheres Brustkrebsrisiko?

Spätfolgen Hormonbehandlung Kinderwunsch: Höheres Brustkrebsrisiko?

By |2017-07-15T07:14:04+00:00Juli 15, 2017|Kinderwunsch Blog|4 Comments

Ging dir auch schon die Frage durch den Kopf, ob sich das Risiko, irgendwann an  Krebs zu erkranken durch eine künstliche Befruchtung erhöht? In diesem Beitrag möchte ich dir eine neue Studie aus Schweden vorstellen, die die bisherige Forschungslage durch eine Auswertung der Daten von mehr als 1,3 Millionen Frauen ergänzt.

Künstliche Befruchtung & ihre Spätfolgen

Eine Kinderwunschbehandlung bedeutet für jede Frau und jedes Paar den kompletten Ausnahmezustand: Neben den vielen Untersuchungen, den hohen Kosten und der emotionalen Achterbahnfahrt beunruhigt die Frage, ob der eigene Körper die Hormonbehandlung gut vertragen und wegstecken wird.

Und ich kann hier aus eigener Erfahrung sprechen: Die Frage nach den Spätfolgen einer künstlichen Befruchtung beschäftigt mich persönlich bis heute. Wie werden die großen Hormonmengen, die ich mir während der Stimulationsphase gespritzt habe, sich langfristig auf meinen Körper auswirken?

Wird die künstliche Befruchtung mit Spätfolgen für meine Gesundheit verbunden sein?

Spätfolgen Hormonbehandlung Kinderwunsch: Neue Studie

Die Studie von Frida E. Lundberg vom Karolinska Institut in Stockholm ging der Frage nach, ob die Stimulation der Eierstöcke im Rahmen einer künstlichen Befruchtung in Verbindung gebracht werden kann mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko. Zur Klärung dieser Frage wurden die Registerdaten einer Gruppe von über 1,3 Millionen Frauen aus Schweden, die zwischen 1982 und 2012 ein Kind geboren hatten, ausgewertet. Im Fokus stand dabei die mögliche Beziehung zwischen der eingesetzten Methode der künstlichen Befruchtung und dem Auftreten von Brustkrebs zu untersuchen und gegebenenfalls aufzudecken.

Kein erhöhtes Brustkrebsrisiko durch Hormonbehandlung

Das Ergebnis der Studie ist klar und ermutigend zugleich:

Es ließ sich kein erhöhtes Brustkrebsrisiko nach einer ovariellen Stimulation im Rahmen einer künstlichen Befruchtung nachweisen.

Frauen, die eine Stimulation der Eierstöcke oder eine andere Form der Hormontherapie durchlaufen hatten, zeigten kein erhöhtes Brustkrebsrisiko. Dieses Ergebnis gilt dabei unabhängig davon, ob die Frau durch die Behandlung ein Kind lebend auf die Welt bringen konnte oder nicht. Die Vergleichsgruppe der Studie setzte sich aus Frauen zusammen, die auf natürlichem Wege ihr Kind empfangen hatten.

Fazit: Spätfolgen Hormonbehandlung Kinderwunsch

Aufgrund der sehr großen Versuchsgruppe dieser Untersuchung können die Ergebnisse meiner Meinung nach sehr ernst genommen werden. Ganz offenbar gibt es kein erhöhtes Mammakarzinom-Risiko für Frauen, die eine hormonelle Stimulation erhalten haben, um damit ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Diese Ergebnisse decken sich mit den Ergebnissen aus anderen Studien mit sehr ähnlicher Fragestellung, was die Aussagekraft noch weiter unterstreicht.

Hast du Fragen zur Studie oder Anmerkungen? Ich freue mich über deinen Kommentar!

Herzliche Grüße

Silke

Literatur:

Frida E. Lundberg, Anastasia N. Iliadou, Kenny Rodriguez-Wallberg, Christina Bergh, Kristina Gemzell-Danielsson, Anna L.V. Johansson: Ovarian stimulation and risk of breast cancer in Swedish women, Fertility & Sterility, im Druck.

Foto: Bigstock.com / © B-D-S

About the Author:

Mein Name ist Silke und Kindeshalb ist mein Kinderwunsch Blog. Wenn du Tipps zum Schwanger werden suchst, bist du hier genau richtig. Bei Fragen melde dich gerne!

4 Comments

  1. Anonymous 24. Juni 2018 at 20:38 - Reply

    Hallo, weiss man als Spätfolge über Arteriossklerose etwas?

    Sg Karin

    • Silke 25. Juni 2018 at 19:19 - Reply

      Sobald ich eine Studie dazu in die Finger bekomme, werde ich darüber berichten. Die hier vorgestellte Studie beschäftigte sich explizit „nur“ mit dem Thema Brustkrebsrisiko. Trotzdem sehr wichtige Ergebnisse, wie ich finde!

  2. Sommer2006 6. Januar 2018 at 20:24 - Reply

    Hallo, gibt es auch Studien zu anderen Spätfolgen nach künstlicher Befruchtung/Hormonbehandlung? Gibt ja noch mehr außer Krebs. Z.b. Übergewicht, Immunveränderung, chronische Krankheiten etc. Darüber findet man nirgends was. Früher war ich gesund, seit der Behandlung hab ich einige gesundheitliche Einschränkungen.

    • Silke 8. Januar 2018 at 19:02 - Reply

      Hallo,

      das tut mir leid! Welche Einschränkungen erlebst Du, die Du auf die künstliche Befruchtung zurückführst? Ich weiß aktuell um keine möglichen weiteren Spätfolgen, die durch Studien belegt sind. Ich werde aber diesbezüglich weiter die Augen aufhalten, da dies sicherlich für sehr viele Frauen und Paare wissenswert ist.

      Beste Grüße

      Silke

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