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Künstliche Befruchtung: Das Wichtigste zu Ablauf, Chancen, Kosten

Viele Frauen und Paare, die den tiefen Wunsch haben, einem kleinen Menschen das Leben zu schenken, sind auf eine künstliche Befruchtung angewiesen.

Doch was bedeutet ein  Ja zu einer künstlichen Befruchtung? Welche Methoden der künstlichen Befruchtung gibt es? Wie sieht deren Ablauf aus und welche Chancen und Risiken sind damit verbunden?

In diesem Beitrag erfährst du alles Wichtige zum Thema künstliche Befruchtung am Beispiel der drei Methoden der Insemination, der  IVF und der ICSI.

Künstliche Befruchtung: Methoden im Überblick

Bei einer künstlichen Befruchtung hilft ein Arzt oder ein Biologe dabei, Ei- und Samenzelle innerhalb oder außerhalb des weiblichen Körpers zusammenzubringen. Der Begriff „künstlich“ bezieht sich dabei auf diese medizinische Hilfestellung und die Tatsache, dass die Zeugung vom  natürlichen Geschlechtsakt losgelöst ist. Alternativ kannst du auch den Begriff der assistierten Reproduktion verwenden.

Bei einer künstlichen Befruchtung gibt es verschiedene Methoden, die ich dir jetzt vorstellen möchte.

Insemination (IUI)

Bei der Intrauterinen Insemination (kurz IUI oder Samenübertragung) wir das aufbereitete Sperma des Mannes mit Hilfe eines flexiblen Katheters direkt in die Gebärmutter der Frau gespritzt. Oftmals erfolgt im Vorfeld eine Hormonbehandlung, um ein Heranreifen von mehreren Eizellen zu gewährleisten.

In der Medizin spricht man von einer homologen Insemination, wenn hierzu das Sperma des eigenen Partners verwendet werden kann. Benötigt ein Paar das Sperma von einem Samenspender, spricht man von einer heterologen (donogenen) Insemination.

Die IUI ist die in der Reproduktionsmedizin am häufigsten eingesetze Methode der künstlichen Befruchtung.

In vitro Fertilisation (IVF)

IVF steht für In vitro Fertilisation und ist eine Methode zur künstlichen Befruchtung.

Dabei bedeutet IVF wörtlich übersetzt Befruchtung im Glas. Dementsprechend findet die Befruchtung der Eizelle nicht im Körper der Frau statt. Vielmehr geschieht sie in einer Petrischale im Labor eines Kinderwunschzentrums.

Bei einer IVF findet die Verschmelung von Ei- und Samenzelle wie bei einer  natürlichen Befruchtung ohne Hilfe von außen statt. Nur der Ort, an dem die Befruchtung stattfindet,  ist nicht der Eileiter der Frau, sondern eine Petrischale in einem Labor.

Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

Die Abkürzung ICSI steht für Intrazytoplasmatische Spermieninjektion. Wie der Name schon sagt, erfolgt dabei die Befruchtung nach vorhergehender Hormonbehandlung und Punktion der Eizellen durch ein Einspritzen des Spermiums in die Eizelle. Dieser Vorgang wird von einem Biologen im Labor assistiert und ist im Empfinden vieler Paare deutlich weniger natürlich.

Die ICSI gehört ebenfalls zu einer der sehr häufig eingesetzten Methoden in der Reproduktionsmedizin. Nach der Befruchtung der Eizelle und den ersten Zellteilungen wird der Embryo zurück in die Gebärmutter der Frau transferiert.

Warum erfolgt eine IUI, IVF oder ICSI Behandlung?

IUI

Die Insemination (IUI) wird gerne dann eingesetzt, wenn beim Mann ein eingeschränktes Spermiogramm festgestellt wurde und dieses nur vermindert bewegliche und gesunde Samenzellen aufzuweisen hat. Dabei gibt es Kriterien, ab welcher Qualität des Spermas eine IUI und ab welcher Qualität eine IVF oder ICSI durchgeführt werden sollte. Je schlechter das Spermiogramm, desto mehr Hilfe brauchen die Spermien, um in die Nähe der Eizelle zu gelangen.

Die Samenübertragung wird oftmals auch dann angewandt, wenn Paare mit idiopathischer Sterilität Hilfe in einer Kinderwunschklinik suchen. Idiopathische Sterilität bedeutet, dass bei dem Paar kein medizinischer Grund für den unerfüllten Kinderwunsch gefunden werden konnte. Die IUI stellt dann einen der ersten Versuche dar, um diese unerklärte Unfruchtbarkeit zu behandeln.

Schließlich kommt die Insemination bei Single Frauen oder auch lesbischen Paaren zum Einsatz, die sich für die Verwendung von Kryosperma aus einer Samenbank entschieden haben. Zwar gibt es auch die Möglichkeit der privaten Samenspende, viele Frauen und Paare bevorzugen aber eine Insemination unter ärztlicher Kontrolle.

IVF

Ursprünglich wurde die IVF zur Behandlung von Frauen entwickelt, für die aufgrund einer tubaren Sterilität (gestörte Funktion der Eileiter) eine Befruchtung auf natürlichem Wege nicht möglich war. Denn für eine erfolgreiche Befruchtung ist es notwendig, dass Ei- und Samenzelle zusammentreffen können.

Hierbei muss nicht unbedingt ein kompletter Verschluss beider Eileiter vorliegen, vielmehr reicht oft auch eine Endometriose Erkrankung oder Verwachsungen im Beckenbereich aus, um die Funktion der Eileiter massiv zu beeinträchtigen.

Häufig gibt es auch nur den Verdacht auf eine Störung dieser Eileiterfunktion, wenn andere Behandlungsansätze wie beispielsweise mehrere Zyklen mit intrauteriner Insemination zu keiner Schwangerschaft geführt haben.

Weitere Indikationen für eine IVF können eine eingeschränkte Fruchtbarkeit des Mannes,  eine idiopathische Sterilität, Verlust der Eileiter, Entzündungen, eine Sterilisation, Endometriose und PCOS sein.

Bitte frage bei deinem Arzt nach, aus welchen Gründen er dir eine IVF empfiehlt.

ICSI

Ist aufgrund einer sehr stark eingeschränkten Samenqualität eine aktive Befruchtung nicht möglich, muss ein einzelnes Spermium in die Eizelle gespritzt werden. Neben dieser stark eingeschränkten Samenqualität als Indikation für eine ICSI kann weiterhin eine schlechte Befrchtungsrate während eines vorangegangenen IVF Zyklus als Grund für die Durchführung einer ICSI angeführt werden.

Künstliche Befruchtung Ablauf

Bei einer IUI, IVF oder einer ICSI erfolgt im Normalfall zunächst eine Hormonbehandlung, die die Eierstöcke dazu anregen soll, mehrere Eibläschen gleichzeitig reifen zu lassen.

Ziel ist es mehrere reife Eizellen zu gewinnen.

Für die Stimulation werden Eiweißhormone verwendet, die normalerweise in der Hirnanhangsdrüse gebildet werden und die die Funktion der Eierstöcke regulieren. Diese Hormone müssen in hoher Dosierung verwendet und gespritzt werden.

Würdest du dich beispielsweise für eine IVF oder ICSI entscheiden, so würde dir im Vorfeld der Behandlung die genaue Vorgehensweise und die eigenständige Verabreichung der Hormonspritzen im Kinderwunschzentrum erklärt werden.

Neben der Stimulation der Eierstöcke ist es im Behandlungsverlauf notwendig, dass ein vorzeitiger Eisprung verhindert wird.

Hierzu werden Medikamente (sogenannte GnRH-Analoga) verwendet, welche entweder gespritzt oder aber durch eine Gabe als Nasenspray verabreicht werden.

Je nach Behandlungsprotokoll werden diese Präparate zu Verhinderung des vorzeitigen Eisprungs entweder vor Beginn der Stimulation (sogenannte Down Regulation im langen Protokoll) oder nach einigen Tagen der Stimulation  (im kurzen Protokoll) angewendet.

Welches Behandlungsprotokoll eingesetzt wird legt dein behandelnder Kinderwunsch Arzt nach einer umfassenden Anamnese und sehr genauen Untersuchung fest.

Die Stimulation der Eierstöcke dauert meistens zwischen 8 und 13 Tagen.

Nach dieser Zeit erfolgt eine Injektion des Hormons hCG, welches zu einer abschließenden Ausreifung der Eizellen führt.

35 bis 37 Stunden nach dieser Injektion werden die Eizellen im Rahmen einer Punktion von der Scheide aus entnommen. Diese Punktion erfolgt nur bei einer IVF und einer ICSI, bei einer IUI erfolgt der Eisprung und eine Befruchtung im Körper der Frau.

Da die Punktion schmerzhaft sein kann, wird sie oft unter Narkose durchgeführt. Trotz dieser Narkose  ist eine Eizellpunktion ein ambulanter Eingriff und die Patientin kann das Kinderwunschzentrum wenige Stunden nach der Durchführung wieder verlassen.

Wenn Du Dich fragst, wie Frauen eine IVF erleben, kann ich Dir folgenden Artikel auf Kindeshalb sehr empfehlen:

ICSI Erfahrungen: Kirstens Kiwu Tagebuch Teil 1

Die Befruchtung im Labor

Die Befruchtung der Eizellen erfolgt einige Stunden nach der Eizellentnahme.

Bei normaler Spermienqualität werden hierzu Ei- und Samenzellen im Labor zusammengebracht.

Wie bei einer natürlichen Empfängnis erfolgt die Befruchtung dabei dadurch, dass sich einzelne Samenzellen an die Eizelle binden, eine Samenzelle in das Ovum eindringt und sie befruchtet.

ICSI das Spermium wird in die Eizelle eingespritzt

ICSI das Spermium wird in die Eizelle eingespritzt

 

Ist die Samenqualität nicht gut oder klappt die künstliche Befruchtung auf diesem Wege nicht, muss eine ICSI durchgeführt werden.

Dabei werden unter dem Mikroskop einzelne Samenzellen ausgesucht und mit einer sehr feinen Injektionsnadel in die Eizellen eingespritzt.

Am Tag nach der künstlichen Befruchtung wird das Ergebnis zum ersten Mal kontrolliert.

Es wird untersucht, bei wie vielen Eizellen sich zwei sogenannte „Vorkerne“ gebildet haben.

Je nach vorheriger Absprache mit dem Paar werden dann eine, zwei oder drei Eizellen im Brutschrank weiterkultiviert.

Hierbei entwickeln sich diese Eizellen im Vorkernstadium zu Embryonen weiter.

Die übrigen Eizellen im Vorkernstadium können auf Wunsch des Paares in flüssigem Stickstoff eingefroren werden.

Diese Kryokonservierung ermöglicht dem Paar die Möglichkeit diese Eizellen zu einem späteren Zeitpunkt auftauen und weiterkultivieren zu lassen.

Verzichtet ein Paar auf eine Kryokonservierung müssen nach dem Gesetz alle übrigen Eizellen verworfen werden.

Die Übertragung von Embryonen in die Gebärmutter

3 bis 5 Tage nach der Befruchtung der Eizellen werden die Embryonen in die Gebärmutter zurückgesetzt.

Auch hierbei handelt es sich wieder um einen ambulanten Eingriff, wobei hierbei keine Narkose notwendig ist.

Der Transfer der Embryonen in die Gebärmutter ist nicht oder nur mit sehr geringen Schmerzen verbunden. Dabei überträgt der Arzt die Embryonen mithilfe eines sehr dünnen und biegsamen Schlauchs durch die Scheide in die Gebärmutter.

In der Zeit nach der Eizellentnahme verordnet der Arzt Gelbkörperhormone in Kapselform, die in die Scheide eingeführt werden. Manchmal erfolgt auch noch eine Injektion, um die Gelbkörperfunktion noch mehr zu unterstützen.

10 bis 12 Tage nach dem Transfer der Embryonen in die Gebärmutter kann durch eine  Blutuntersuchung überprüft werden, ob eine Schwangerschaft eingetreten ist.

Viele Frauen halten allerdings diese lange Ungewissheit nicht aus und testen bereits vorher zu Hause mit einem Schwangerschaftsfrühtest.

Schwangerschaftstest: Hoffentlich ist der Test positiv

Schwangerschaftstest: Hoffentlich ist der Test positiv

Welche Risiken gibt es?

Bei der Hormonstimulation kann es zu einem ovariellen Hyperstimulationssyndrom kommen.

Hierbei schwellen die Eierstöcke sehr stark an. Zudem kann es zu Wasseransammlungen in der Bauch- und Brusthöhle kommen, wobei der Flüssigkeitsverlust aus dem Blut manchmal zur Bildung von Blutgerinnseln führen kann. Oft besteht Atemnot oder es kommt zu Problemen mit der Nierenfunktion. Eine Überstimulation ist eine ernsthafte Überreaktion auf die Hormonstimulation und kann unter Umständen eine stationäre Behandlung notwendig machen.

Ein weiteres Risiko ist durch die Punktion der Eizellen gegeben. Da die Eierstöcke bei der Punktion nur durch Ultraschall betrachtet werden können, ist eine Verletzung der Bauchorgane nicht auszuschließen.

Auch eine Eileiterschwangerschaft kann als mögliche Komplikation nicht ausgeschlossen werden. Eine solche Eileiterschwangerschaft muss oftmals durch die Entfernung des betroffenen Eileiters beendet werden.

Schließlich gilt es noch Zwillings- und Drillingsschwangerschaften als mögliche Komplikation zu nennen. Da das deutsche Embryonenschutzgesetz den Transfer von bis zu drei Embryonen in die Gebärmutter erlaubt, kommt es immer wieder zu solchen Mehrlingsschwangerschaften, die leider weder für die Kinder noch für die Mutter ungefährlich sind.

Abschließend stellt sich die Frage, welche Auswirkungen eine künstliche Befruchtung auf die Gesundheit der Frau hat.

Ich habe hierzu über eine Studie berichtet, die der Frage nachgegangen ist, ob eine IVF das Risiko auf Brustkrebs erhöht. Weiterhin habe ich einen Beitrag über die Behandlungsmethode der In vitro Maturation geschrieben, die versucht, die Stimulationsbehandlung im Vorfeld einer künstlichen Befruchtung zu umgehen. Auch Informationen zu einem möglichen erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko nach erfolglosen IVF oder ICSI Behandlungen kannst du hier finden.

Wie hoch sind die Erfolgsaussichten?

Das Ziel einer künstlichen Befruchtung besteht in der Geburt eines gesunden Kindes.

Die Geburtenrate nach einer IVF liegt dem deutschen IVF-Register zufolge bei 15 bis 20 Prozent pro Behandlungszyklus.

Die Erfolgsaussichten sind jedoch in hohem Maße vom Alter der Frau, der bestehenden Fruchtbarkeitsstörung und der Anzahl der transferierten Embryonen abhängig.

Du kannst genaue Zahlen zum Thema künstliche Befruchtung dem Deutschen IVF-Register entnehmen. Seit 1992 werden von vielen deutschen Kinderwunschkliniken gelieferten Daten in dem Jahrbuch des Deutschen IVF-Registers dargestellt.

Oder Du kannst OPIS verwenden, ein IVF Erfolgschancen Rechner  der University of Aberdeen.

Künstliche Befruchtung: Kosten

Beim Thema Kosten einer IVF Behandlung muss man zwischen gesetzlich versicherten und privat versicherten Paaren unterscheiden.

Behandlungskosten für gesetzlich versicherte Paare

Für Patienten, die Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sind, gilt derzeit, dass 50% der Kosten der Behandlung, der Medikamente und Hormonpräparate von der Krankenlasse übernommen werden. Die anderen 50 % müssen von den betroffenen Paaren selbst gezahlt werden.

Aufgepasst:

 Einige gesetzliche Krankenkassen erstatten mehr als 50% der Kosten für eine Behandlung.

Eine Liste dieser Krankenkassen  kann ich Dir in Form einer Tabelle hier Verfügung stellen.

Manche Kassen übernehmen sogar 100% der Kosten für eine künsltliche Befruchtung.

Damit sich die gesetzliche Krankenkasse überhaupt an den Kosten beteiligt, müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein:

  • Das Paar ist miteinander verheiratet
  • Die Frau ist zwischen 25 und 40 Jahre alt
  • Der Mann ist zwischen 25 und 50 Jahre alt
  • Weder Frau noch Mann haben eine Sterilisation durchführen lassen
  • Es wird kein Spendersamen verwendet

Des Weiteren ist die Zahl der Behandlungszyklen begrenzt, für welche die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten zur Hälfte übernehmen.

So übernimmt sie anteilig die Kosten für maximal:

  • 8 Inseminationszyklen ohne hormonelle Stimulation / Spontanzyklus oder
  • 3 Inseminationszyklen mit hormoneller Stimulation oder
  • 3 IVF-/ICSI-Behandlungszyklen

Du kannst die Richtlinien über ärtzliche Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung hier nachlesen. Vor Beginn der Behandlung muss ein schriftlicher Antrag bei der Krankenkasse gestellt werden.

Behandlungskosten für IVF und ICSI sorgfältig recherchieren

Recherchiere die Behandlungskosten für eine IVF oder ICSI sorgfältig!

Behandlungskosten für privat versicherte Paare

Privat versicherte Patienten bekommen in der Regel dann sämtliche Kosten erstattet, wenn der Partner, auf dessen Erkrankung die Infertilität zurückzuführen ist, privat versichert ist.

Auch bei privaten Krankenversicherungen ist eine Kostenübernahme an bestimmte Bedingungen geknüpft.

Die private Krankenkasse übernimmt in der Regel alle Kosten für eine Kinderwunschbehandlung bei Ihrem Versicherten, wenn

  • beide Partner miteinander verheiratet sind
  • bei keinem der Ehepartner eine Sterilisation durchgeführt wurde
  • über das 40. Lebensjahr der Frau hinaus, wenn die Chance auf eine Schwangerschaft größer als 15 % beträgt

Das Einfrieren von Eizellen sowie der Transfer von kryokonservierten Embryonen müssen grundsätzlich selbst bezahlt werden.

Abschließend möchte ich betonen, dass eine Auflistung der konkreten Rechnungssummen schwierig ist, da sie sehr stark vom Leistungsumfang und von den verordneten Hormonpräparaten abhängen.

Es steht allerdings fest, dass eine IVF oder ICSI meist mehrere tausend Euro kostet.

Es macht deshalb Sinn sich im Vorfeld umfassend zu informieren und die behandelnde Kinderwunschklinik um einen Kostenvoranschlag zu bitten.

Herzliche Grüße

Silke

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Literatur:

Assisted Reproductive Technologies: A Guide for Patients. American Society of Reproductive Medicine. Accessed online July 24, 2011. http://www.asrm.org/uploadedFiles/ASRM_Content/Resources/Patient_Resources/Fact_Sheets_and_Info_Booklets/ART.pdf

Risks of In Vitro Fertilization (IVF) Patient Fact Sheet. American Society of Reproductive Medicine. Accessed online July 24, 2011. http://www.asrm.org/uploadedFiles/ASRM_Content/Resources/Patient_Resources/Fact_Sheets_and_Info_Booklets/risksofivf.pdf


ICSI Erfahrungen: Kirstens Kiwu Tagebuch

ICSI Erfahrungen: Bist Du auf der Suche nach Erfahrungsberichten von Frauen, die eine ICSI Behandlung erlebt haben? Ich freue mich sehr, dass ich Kirsten kennengelernt habe. Kirsten führt ein Kinderwunsch Tagebuch und hat darin ihre letzte ICSI Behandlung dokumentiert. Herzlichen Dank an dich, liebe Kirsten,  dass du bereit bist uns an deinen ICSI Erfahrungen teilhaben zu lassen.

ICSI Erfahrungen: Einträge aus Kirstens Kinderwunsch Tagebuch

Die folgenden Kinderwunsch Tagebuch Einträge beginnen am ersten Tag der Stimlation und enden mit dem Tag des Schwangerschaftstests.

Die Vorbereitungen auf die Kinderwunschbehandlung beginnen

Montag, 26.9.2016

Heute war Ultraschall und Blutabnahme.

Im Wartezimmer saßen mal wieder alle Frauen mit Begleitung.

Da fühlt man sich gleich so richtig einsam.

Aber unsere Ärztin hat meine Laune gleich aufgebessert mit ihrer freundlichen und lockeren Art.

Und sie hat grünes Licht für unsere zweite IVF (oder vielleicht auch ICSI) gegeben.

Jetzt heißt es auf die Regel warten.

Ich könnt grad platzen vor Freude. Nur die Rechnung in der Apotheke hat die Freude ein bisschen getrübt. Dabei waren das nur die Medikamente für eine Woche.

Beginn der Stimulation

Samstag, 1.10.2016

Die Blutung hat gestern morgen eingesetzt. Ich habe mich früher nie so über meine Regel gefreut.

Das heißt heute Abend fange ich mit den ersten Spritzen an.

Das bedeutet 150 Einheiten Puregon (harmlos) und 1ml Menogon (grauenhaft und schmerzlich). Jetzt müssen wir unseren Tagesablauf wieder nach den Spritzen richten.

Aber wir starten voller Hoffnung auf unser Wunder.

Montag, 3.10.2016

Ich kann wieder mal nicht schlafen, da mir alle möglichen Gedanken durch den Kopf gehen.

Was ist wenn es wieder nicht klappt? Die Angst ist so verdammt groß!

Mein Mann kann das alles so locker sehen und macht sich keinen großen Kopf.

Ich verstehe ihn da einfach nicht.

Und dann habe ich schon die ersten blauen Flecke am Bauch. Das heißt für mich eine neue Einschlafposition finden.

Hoffentlich sagt die Ärztin am Freitag alles ist gut und nur noch eine Woche stimulieren.

Ich glaube 3 Wochen halte ich nicht schon wieder aus!

Dienstag, 4.10.2016

Ich ertrage mich heute selber nicht.

Ich habe heute absolut keine Geduld. Alles und jeder nervt mich. Meinen PC würde ich am liebsten aus dem Fenster schmeißen, mich ins Auto setzen und mich nach Hause in mein Bett verkrümeln.

Ich weiß nicht, ob es noch von der letzten Stimulation kommt oder ob es mir dieses Mal einfach mehr zu schaffen macht. Meine Kollegen haben zum Glück Verständnis dafür.
Mein Mann leidet mit mir mit. Vor allem wenn die Spritzen wieder mal so weh tun oder brennen.

Stell ich mich nur so an oder geht es anderen auch so?

Mittwoch, 5.10.2016

Jetzt heißt es morgens auch noch eine Spritze Orgalutran. Zum Glück kann meine Kollegin mich spritzen. Mein innerer Schweinehund ist einfach zu groß, um mich  selbst zu spritzen.

Ich hasse Spritzen!

Manchmal frag ich mich in einem stillen Moment, ob es das alles wert ist.

Aber dann denk ich an so ein kleines Würmchen und ich weiß, dass es sich lohnen wird!

Auch wenn das Zwicken im Unterleib und meine schlechte Laune heute was anderes sagen.

Meine Katzen merken auch wieder, dass etwas anders ist als sonst und sind total anhänglich und spenden Trost.

Genau das ist es, was ich heute brauche.

Donnerstag, 6.10.2016

Meine Gefühle fahren Achterbahn und heute ist so ein richtig beschissener Tag, an dem ich Alles am liebsten hinschmeißen möchte.

In dem einen Moment bin ich super drauf und voller Hoffnung und im nächsten könnte ich heulen und weiß, das alles umsonst sein wird.

Warum bekommen Frauen, die ihre Kinder umbringen oder vernachlässigen ein Kind nach dem anderen?

Und wir bekommen keins.

Dabei würden wir für unser Kind alles machen!

Ihm oder ihr das beste Leben ermöglichen.

Ich kann noch nicht mal mehr kleine Kinder im Fernsehen sehen ohne unendlich traurig zu werden.

Es ist einfach alles nicht fair.

Ultraschall Termin: Wie viele Eibläschen haben sich entwickelt?

Freitag, 7.10.2016

Heute ist ein richtig guter Tag.

Nicht nur mein letzter Arbeitstag vor meinem Urlaub, auch die Ärztin war super zufrieden.

Ich mußte zwar wieder ohne meinen Mann in die Klinik aber zum Glück war es noch nicht so voll.

An dem linken Eierstock sind schon 14 Eibläschen. Rechts leider nur 7,  aber das wird reichen.

Und dann sagte meine Ärztin,  das die Punktion wahrscheinlich schon nächste Woche stattfinden kann.

Ich hätte sie am liebsten vor Freude umarmt.

Beim letzten Mal mußten wir 3 Wochen stimulieren.

Ich könnte gerade platzen vor Freude!

Jetzt muß ich Montag wieder zur Kontrolle und erfahre mehr.

Ich zähle die Tage, die wir noch spritzen müssen.

2. Ultraschall Termin: Geht es positiv weiter?

Montag, 10.10.2016

Das Wochenende war ein Auf und Ab. Mal hatte ich gute Laune und im nächsten Moment bin ich explodiert. Dafür musste mein Mann einfach nur „falsch“ gucken.

Und die Schmerzen gehen auch nicht mehr weg. Mein ganzer Unterleib tut weh.

Dafür hatte ich heute morgen in der Klinik wieder Glück und es sitzen nur Frauen im Wartezimmer.

Und die Ärztin ist sowas von begeistert. Es funktioniert dieses Mal sogar besser als geplant.

Heute Abend um 0:00 Uhr müssen wir mit der letzten Spritze den Eisprung auslösen und Mittwoch ist dann schon Punktion.

Jetzt steigt die Aufregung wieder und die nächsten zwei Nächte werde ich bestimmt nicht schlafen können.

27 Spritzen in 11 Tagen für unseren Wunschkind.

Eisprung auslösen und mal wieder warten

Dienstag, 11.10.2016

Wir haben vor 1 1/2 Stunden den Eisprung ausgelöst. Mein Mann hat sich nach dem Spritzen umgedreht und ist gleich wieder eingeschlafen.

Ich liege hier jetzt und wälze mich hin und her.

Ich stell mir vor wie es sein wird, wenn der Schwangerschaftstest positiv sein wird und wie es wird wenn er negativ ausfällt.

Ich möchte über ein negatives Testergebnis eigentlich nicht nachdenken und hab schon alles versucht um es aus meinem Kopf zu bekommen.

Aber nichts hilft. Und die ständigen Schmerzen im Unterleib machen sowieso jede Ablenkung unmöglich.

Ich weiß echt nicht wie ich die nächsten 2 1/2 Wochen durch stehen soll.

Eizellpunktion: Wie viele Eizellen werden es sein?

Mittwoch, 12.10.2016

Heute war die Punktion der Eizellen.

Ich war dieses Mal so dolle aufgeregt. Konnte die ganze Nacht wieder nicht schlafen.

Vor der Punktion habe ich meinem Mann geholfen, damit er die Spermaprobe abgeben kann.

Wenn ich nicht dabei bin hat er sehr dolle Probleme, weil er die ganze Zeit an mich denken muss.

Danach hieß es dann ab auf den OP Tisch.

Als ich vorbereitet wurde hätte ich am liebsten geheult vor Aufregung. Dabei sind die da alle so super nett und freundlich.

Das Ganze hat ca. eine halbe Stunde gedauert und mein Mann durfte danach gleich zu mir.

Die Dame aus dem Labor sagte uns auch gleich, dass 14 Eibläschen punktiert werden konnten.

Ab diesem Zeitpunkt hatte ich ein Dauergrinsen im Gesicht.

Nunwaren mir auch die heftigen Schmerzen und die leichte Blutung egal.

Nach ca. einer Stunde kam unsere Ärztin, um nach mir zu schauen.

Es waren schon 8 reife Eier dabei.

Und bei den restlichen Eizellen besteht die Hoffnung, dass sie noch reif werden.

Leider war das Sperma meines Mannes wieder nicht so gut, so dass eine ICSI gemacht werden muss.

Ade Weihnachtsgeld, hallo große Hoffnung auf unser Wunder!

Nachdem mein Kreislauf einigermassen ok war, durften wir wieder nach Hause.

Auf dem Weg nach Hause hat mein Mann mir noch schnell etwas zu essen besorgt. Essen gegen den niedrigen Blutdruck und meinen knurrenden Magen.

Nachdem ich alles verputzt hatte, habe ich mich mit meinen Katzen aufs Sofa gekuschelt und geschlafen.

Jetzt heißt es auf den Anruf aus dem Labor warten und am kommenden Montag findet der Transfer statt.

Also ein paar Tage entspannen bevor das große Hibbeln wieder los geht.

Donnerstag, 13.10.2016

3 schöne Eizellen haben sich befruchten lassen.

Davon bekomme ich am kommenden Montag zwei Stück eingesetzt nach dem „Laser Hutching“ und „Embryo Glue“.

Das müssen wir zwar wieder alles selber zahlen aber das ist es mir wert.

Die Schmerzen sind heute einigermassen mit Schmerztabletten auszuhalten. Nur mein Kreislauf spielt noch komplett verrückt. Das wird heute ein Sofa Tag.

3 Narkosen in einem Jahr und dazu die ganzen Medikamente und Hormone.  Mein Körper hat offenbar die Nase voll davon.

Embryotransfer: Das Wunder kann nun bitte kommen

Montag, 17.10.2016

Das Wochenende hab ich komplett auf dem Sofa verbracht. So tat mir nichts weh und die Motivation für etwas anderes war eh nicht da.

Heute hab ich meine zwei Embryonen eingesetzt bekommen.

Es war wieder so ein schöner Moment, den ich dieses Mal mit meiner Mama zusammen erlebt habe.

Am Anfang hatte die Ärztin Probleme meine Gebärmutter zu finden aber nachdem ich ein bisschen Wasser lassen durfte, klappte alles.

Jetzt wird Freitag mein Progesteronwert überprüft und nächsten Freitag bekommen wir das Ergebnis.

Ich bete, dass wir dieses Mal unser Wunder bekommen.

Ich ziehe meinen Hut vor den Frauen, die das alles so oft durch machen.

Meine Kraft ist jetzt schon am Ende

Warten, aushalten und die Hoffnung nicht verlieren

Mittwoch, 19.10.2016

Ich kann an nichts anderes mehr denken.

Abends und morgens leg ich mir eine Spieluhr auf den Bauch und lasse sie spielen. Das beruhigt mich ein bisschen und ich hoffe, zumindest ein Embryo bleibt bei mir.

Mein Bauch ist auch so dick von der Wassereinlagerung.

Ich komme mir total hilflos vor.

Da ich diese Woche auch noch krank geschrieben bin, verbringe ich die meiste Zeit mit meinen Katzen auf dem Sofa. Sobald ich länger stehe oder sitze tut mir der ganze Unterleib weh.

Meine Katzen genießen die Zeit, aber ich mag und kann bald nicht mehr.

Warum dauert die Wartezeit bis zum Schwangerschaftstest nur so lange???

Freitag, 21.10.2016

Meine Brustwarzen bringen mich um!!!

Es darf wirklich gar nichts dran kommen. Sonst geh ich an die Decke.

Und in der Nacht weiß ich nicht wie ich liegen soll. Eigentlich schlafe ich gerne auf dem Bauch.

Sonst geht es von den Schmerzen. Immer mal wieder links oder rechts ein Ziehen.

Heute fand der Bluttest von meinem Progesteronwert statt.

Leider ist der wie beim letzten Mal schon wieder nicht so gut ausgefallen.

Das bedeutet: Zusätzlich zu den 3 Zäpfchen Progesteron pro Tag muss ich jetzt noch 3 x 2 Tabletten Utrogest und 3 x 1 Tablette Progynova nehmen.

Ich hoffe diese ganzen Hormone bringen etwas!

Samstag, 22.10.2016

Heut sind wir zur Ablenkung nach Holland zum Bummeln gefahren.

Ich bin mittlerweile sehr hibbelig und mache mir nur ständig Gedanken, wenn ich zu Hause sitze.

Unser Ausflug war für mich nur sehr anstrengend, da ich durchgehend ein Ziehen im Unterleib habe. Und die Tabletten versuchen ein ziemliches Schwindelgefühl.

Das wird eine schreckliche Woche werden.

Zum Glück haben mein Mann und ich Urlaub.

Noch ganze 5 Tage bis zum Bluttest.

Dienstag, 25.10.2016

Ich kann es kaum noch erwarten bis Freitag.

Nachts liege ich wach und mache mir Gedanken.

Ich habe irgendwie ein schlechtes Gefühl und das macht mich wahnsinnig.

Ich hab immer wieder ein Ziehen im Unterleib. Vielleicht macht mir auch das ständige Ziehen im Bauch so ein schlechtes Gefühl.

Ich würd mir am liebsten ein Frühtest holen, aber mein Mann hat es mir verboten.

Er hat Angst das er ein falsches Ergebnis anzeigt und ich mich dann noch mehr verrückt mache.

Donnerstag, 27.10.2016

Ich bin kurz vorm Durchdrehen!

Noch ca. 24 Stunden aber die ziehen sich wie Gummi. Unendlich lang.

Und mein Gefühl wird immer schlechter.

Die Schmerzen im Unterleib fühlen sich an als wenn meine Regel kommt.

Und mein Mann ist total gelassen. Ich würd sooo gern mit ihm tauschen-

Der Schwangerschaftstest: Hat sich die ICSI Behandlung gelohnt?

Freitag, 28.10.2016

Da ich die ganze Nacht vor Aufregung nicht schlafen konnte, war ich um halb acht schon zur Blutabnahme.

Um kurz vor neun kam schon der erlösende Anruf:

Wir sind schwanger.

WIR SIND SCHWANGER!!!!

Ich kann es noch gar nicht glauben.

Ich zitter am ganzen Körper und weine vor Freude.

Mein Mann ist total geschockt und hat Angst das wir Zwillinge bekommen.

Wir haben beide absolut nicht damit gerechnet.

In zwei Wochen ist der erste Ultraschall.

Ich bin grad der glücklichste Mensch auf der Welt.

Liebe Kirsten, herzlichen Glückwunsch zur Schangerschaft!

Ich habe mit dir mitgefiebert und mich uenendlich über das positive Ergebnis gefreut.

Du möchtest dein Kinderwunsch Tagebuch weiterführen und willst uns weiter an deinen ICSI Erfahrungen und deiner Schwangerschaft teilhaben lassen.

Das heißt: Bald wird es hier eine Fortsetzung deiner Geschichte geben und wir dürfen sie hautnah miterleben.

Ich drücke dir und deinem Mann die Daumen und bin sehr gespannt wie euer Kinderwunschweg weitergeht.

Herzliche Grüße

Silke

Weiterlesen:

Künstliche Befruchtung: 3 Schritte für das richtige Mindset

Einnistungsschmerz: Kann man die Einnistung spüren?

Gewünschtestes Wunschkind komm 2017!

Foto: Pixabay: Unsplash

 

Kryotransfer bei PCOS: Wie stehen die Chancen?

Die Frage nach den Erfolgschancen bei einem Kryotransfer bewegt viele Kinderwunsch Paare.

Umso interessanter sin die Ergebnisse einer randomisierten Studie aus China.

Diese Studie ging der Frage nach, ob Frauen mit PCOS eher von einem Versuch mit frischen Embryonen oder von einem Kryoversuch profitieren.

Die Ergebnisse sind interessant:

Für Frauen mit PCOS (Polyzystische Ovarialsyndrom) konnte der Kinderwunsch mit einem Kryoversuch häufiger erfüllt werden als bei einem Versuch mit frischen Embryonen.

Desweiteren wirkte sich die Behandlung mit kryokonservierten Embryonen schonender auf die Frauen aus.

Gleichzeitig stieg aber die Zahl der Komplikationen während der Schwangerschaft.

Kryotransfer bei Frauen mit PCOS

Das Forschteam unter der Leitung von Zi-Jiang Chen von der Shandong Universität in Jinan konnte die Frage nach den Erfolgschancen nach einem Kryotransfer  bei Frauen mit PCOS im Rahmen einer groß angelegten Studie untersuchen.

Insgesamt wurden 1508 Frauen, die an 14 IVF Zentren in Behandlung waren, auf die Verwendung von frischen oder aber kryokonservierten Embryonen randomisiert.

Dabei wurde der Transfer am 3. Tag nach der IVF im Reagenzglas oder nach einer ICSI durchgeführt.

Der Begriff Randomisierung leitet sich von dem englischen Wort to randomize ab und bedeutet zufällig auswählen.

Bei diesem Verfahren werden die Versuchspersonen mit Hilfe eines Zufallsmechanismus zu unterschiedlichen Gruppen zugeordnet.

Ziel ist es, mögliche personenbedingte Störgrößen in den zu vergleichenden Patientengruppen gleichmäßig zu verteilen.

Bei der Studie von Zi-Jiang Chen aus Jinan war die sogenannte Baby-Take-Home Rate, also die Anzahl der Lebendgeburten nach Kryotransfer entscheidend.

Alle Ergebnisse der Studie kannst Du in einem Artikel des New England Journal of Medicine hier nachlesen.

Frischeversuch versus Kryotransfer

Die Ergebnisse der Studie sind tatsächlich erbauend.

Die Baby-Take-Home Rate war bei den Frauen nach einem Kryotransfer mit 49,3 Prozent signifant höher als bei der Gruppe von Frauen, die frische Embryonen eingesetzt bekommen hatte.

Die Gruppe von Frauen mit einem „Frischeversuch“ konnte eine Baby-Take-Home Rate von 42,0 Prozent erzielen.

Ein weiterer großer Vorteil für die Gruppe von Frauen mit Kryotransfer lag in der besseren Vermeidung eines ovariellen Überstimulationssyndroms.

Das ovarielle Überstimulationssyndrom ist ein Krankheitsbild, das durch die Hormongabe zur Stimulation der Eierstöcke im Rahmen einer künstlichen Befruchtung auftreten kann.

Diese Komplikation hat die Potenz lebensbedrohlich zu werden und deshalb gilt es sie zu vermeiden.

In der Studie aus China trat eine Überstimulation nach der Verwendung von kryokonservierten Embryonen nur bei 1,3 Prozent der Frauen auf.

Bei der Gruppe von Frauen, die sich frische Embryonen am 3. Tag nach der IVF zurückgeben ließen, lag die Häufigkeit bei 7,1 Prozent.  

Ingesamt lesen sich die Ergebnisse der Studie sehr positiv.

Die Bevorzugung von kryokonservierten Embryonen scheint bei Frauen mit PCO zu einer signifikant höheren Anzahl von Lebendgeburten zu führen.

Als Nachteil lässt sich lediglich die häufigere Anzahl von Präeklampsien  bei den Kryoversuchen festhalten.

Warum es nach einem Kryotransfer häufiger zu einer intakten Schwangerschaft und der Geburt eines Kindes kommt, konnten die Wissenschaftler nicht abschließend erklären.

Ein Ansatzpunkt sehen die Forscher in der besseren Vermeidung eines ovariellen Überstimulaitonssyndroms durch niedrigere Estradiol Konzentrationen bei einem Kryoversuch.

Deshalb legen die Ergebnisse der Studie eine bevorzugte Verwendung von kryokonservierten Embryonen bei  Frauen mit PCOS nahe. 

Für Frauen ohne diese Indikation und damit mit einem niedrigeren Risiko für eine Überstimulation ist die Fragestellung noch zu klären.

Herzliche Grüße

Silke

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Eizellenspende in Österreich: Gute Chance auf ein Baby?

Nach einer Gesetzesänderung im Frühjahr 2015 besteht nun auch in Österreich die Möglichkeit einer Eizellenspende.

Viele deutsche Paare mit unerfülltem Kinderwunsch führt ihr Weg zum Wunschkind ins Ausland.

Grund hierfür sind oftmals die weniger strengen Regelungen zur Fortpflanzungsmedizin in diesen Ländern.

Grund  ist auch die Hoffnung vieler Paare, dass sich im Ausland der Traum von einem Kind erfüllen lässt.

Eizellenspende: In Deutschland verboten

Die Eizellenspende ist in Deutschland nach dem Embryonenschutzgesetz verboten.

Paare, die bereits mehrere Versuche einer künstlichen Befruchtung erfolglos hinter sich gebracht haben, erwägen deshalb oftmals die Option einer Eizellenspende im Ausland.

Insbesondere für Frauen, die bereits Ende 30 bis Mitte 40 sind, bietet eine Eizellespende einen Behandlungsansatz, der zu deutlich besseren Schwangerschaftsraten führt als die sonstigen Methoden der Reproduktionsmedizin.

Auch für Frauen, die vorzeitig in die Wechseljahre gekommen sind oder die durch Erbkrankheiten nicht ihre eigenen Eizellen einsetzen wollen, ist diese Option interessant.

Da die Eizellenspende in Deutschland verboten ist, reisen bisher viele dieser Frauen und Paare vornehmlich in osteuropäische Länder oder nach England, Spanien oder Finnland.

Nach der Gesetzesänderung stellt nun auch Österreich eine interessante Option für eine solche reproduktive Reise dar.

Eizellenspende in Österreich: Welche Vorteile gibt es?

Für Frauen und Paare aus Deutschland liegen die Vorteile einer Eizellenspende in Österreich auf der Hand.

Aufgrund der relativ kurzen Anreise können bei einer Kinderwunschbehandlung in Österreich sowohl Zeit als auch Geld gespart werden.

Desweiteren gibt es keine sprachliche Barriere wie in vielen anderen Ländern, in die Paare mit Kinderwunsch bisher gereist sind.

Die Kommunikation mit dem behandelnden Arzt kann auf Deutsch erfolgen, was gerade bei einem solch intimen Thema wie dem Kinderwunsch einen großen Vorteil darstellt.

Eine Eizellenspende in Österreich ist an folgende Bedingungen gebunden:

  • Eine Eizellenspenderin darf nicht jünger als 18 Jahre und nicht älter als 30 Jahre alt sein
  • Die Empfängerin darf nicht älter als 45 Jahre alt sein
  • Eine Kommerzialisierung und Vermittlung von Spenderinnen ist verboten
  • Spenderinnen erhalten nur eine Aufwandsentschädigung
  • Eizellenspenderinnen dürfen ihre Eizellen nur für maximal drei erfolgreiche Behandlungen mit Geburten zur Verfügung stellen
  • Eizellenspenderinnen dürfen ihre Eizellen nur an eine „Krankenanstalt“ abgeben

Steigt die Nachfrage in Österreich für eine Eizellenspende bereits an?

Nach der Gesetzesänderung im Frühjahr letzten Jahres ist gegenwärtig noch abzuwarten, ob diese Veränderung zu einer verstärkten Nachfrage aus Deutschland führt.

Vor einer Eizellenspende bedarf es der Akquise und Auswahl von Frauen, die sich für eine Eizellspende zur Verfügung stellen.

Es stellt sich die Frage, wie viele Frauen bereit sein werden sich als Eizellspenderin zur Verfügung zu stellen.

Aufgrund der verbotenen Kommerzialisierung in Österreich sind finanzielle Aspekte eher zu vernachlässigen.

Desweiteren bedeutet eine Eizellespende für jede Frau eine intensive und aufwendige Hormonbehandlung und Eizellpunktion unter Narkose.

Die körperlichen Risiken hierfür liegen auf der Hand und sich nicht zu unterschätzen.

Weiterhin ist zu beachten, dass die durch eine Eizellspende in Österreich gezeugten Kinder das Recht haben, mit Vollendung ihres 14. Lebensjahres Informationen über die Eizellspenderin zu erhalten.

Eine anonyme Spende besteht nur zwischen der Spenderin und der Empfängerin.

Die durch eine Eizellspende gezeugten Kinder haben das Recht auf Informationen zu ihrer biologischen Herkunft.

Entsprechend werden Daten hierzu in den Kinderwunschkliniken und in einem zentralen Register gesammelt und aufbewahrt.

Ist eine Eizellspende in Österreich anzuraten?

Die Gesetzesänderung in Österreich stellt eine durchaus interessante Option für Kinderwunschpaare in Deutschland dar.

Neben den Vorteilen in finanzieller, zeitlicher und kommunikativer Hinsicht sind allerdings auch die beschriebenen Einschränkungen und Besonderheiten zu beachten.

Wichtig ist aus meiner Sicht, dass sich ein Paar vor einer Behandlung in Österreich intensiv mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut macht.

Desweiteren bedeutet eine Familiengründung mit Hilfe einer Eizellespende, dass sich das Paar mit den Aspekten einer biologischen und sozialen Elternschaft auseinander setzen sollte.

Kinder haben ein Recht auf Informationen über ihre Abstammung!

Es stellt sich für die angehenden Eltern die Frage, wann und auf welche Weise sie später ihr Kind über die besondere Weise seiner Herkunft und seiner Entstehung aufklären wollen.

Schließlich sollte der Umgang mit der Eizellenspende in der Familie und im Freundeskreis besprochen werden.

Es ist sinnvoll und wirklich anzuraten, diese wichtigen Tehmen vor einer Reise nach Österreich und vor einer möglichen Schwangerschaft zu besprechen.

Herzliche Grüße

Silke

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Samenspender gesucht: Wegweiser private Samenspende

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Künstliche Befruchtung: 3 Schritte für das richtige Mindset

Künstliche Befruchtung und das richtige Mindset?

Es hat lange gedauert bis ich verstanden habe, wie wichtig das richtige Mindset für den Erfolg einer künstlichen Befruchtung ist.

Ohne das richtige Mindset vor und während der Behandlung wird der Weg der künstlichen Befruchtung extrem anstrengend für Dich.

Es besteht die Gefahr, dass Du aufgibst bevor Du Erfolg hast.

Mindset ist einer dieser modernen Begriffe, dem man im Berufsleben gerne begegnet.

Das richtige Mindset ist aber auch bei unerfülltem Kinderwunsch und der Entscheidung für eine künstliche Befruchtung sehr wichtig.

Denn es geht um die richtige Einstellung, Deine Einstellung!

Eine künstliche Befruchtung ist körperlich und psychisch sehr belastend.

Neben unzähligen Terminen für die Behandlung fahren Deine Gefühle Achterbahn.

Hoffnung und Zuversicht, aber auch Zweifel und Unsicherheit wechseln sich ab.

Dein Lebenskonzept wackelt.

Es ist völlig unklar, ob Du ein eigenes Kind bekommen wirst.

Umso wichtiger ist Deine Einstellung zur künstlichen Befruchtung und ihrem Ausgang.

Deinem richtigen Mindset!

Deshalb will ich mit Dir an Deinem Mindset arbeiten.

Hier kommen 3 Schritte für das richtige Mindset.

Stell Dein ungeborenes Kind in den Mittelpunkt

Dein Kind steht im Mittelpunkt und das ohne wenn und aber!

Alles andere ist Beiwerk.

Denk Dich hin zu Deinem Kind und lass die Hoffnung zu.

Du brauchst die Hoffnung, um bald „guter Hoffnung“ zu sein.

Stell Dir vor, eines Tages mit einem wunderschönen dicken Bauch durchs Leben zu geben.

Deinem dicken Bauch, in dem Dein Baby wohnt!

Deine Hoffnung wird sich in Sehnsucht nach Deinem Kind verwandeln.

Und diese Sehnsucht wird Dich durch die Behandlung und alle Anstrengungen tragen.

Sie wird Dich mit der erforderlichen Kraft ausstatten und Dich auch dann durchhalten lassen, wenn der Weg zu Deinem Kind holprig wird und nicht alles rund läuft.

Werde Dir bewusst, dass Du scheitern kannst!

Du musst wissen, dass der Versuch einer künstlichen Befruchtung scheitern kann.

Nur ein Teil der Paare, die den Weg der künstlichen Befruchtung gehen, haben direkt beim ersten Versuch Erfolg.

Mach Dir klar, dass eine künstliche Befruchtung auch mit einem negativen Schwangerschaftstest enden kann.

Allerdings bist Du damit keine Versagerin. Mach Dir auch das klar!

Misserfolge gehören zum Leben dazu.

Lass Dich davon nicht von Deinem Ziel ablenken oder aufhalten.

Vielmehr lenke den Blick immer wieder zurück auf Dein Ziel und ziehe aus der Sehnsucht nach Deinem Kind die Kraft, um nach einem Misserfolg neue Kraft und Energie zu tanken.

Du musst bereit sein, in Dein Kind zu investieren

Niemand kann Dir sagen, ob eine künstliche Befruchtung zum Erfolg führen wird.

Niemand kann Dir eine Garantie für eine intakte Schwangerschaft geben.

Und niemand kann Dir versprechen, dass der Aufwand einer künstlichen Befruchtung, die Gefühlsachterbahn und das ganze Geld gut investiert sind.

Du musst bereit sein, in Dein Kind zu investieren.

Bereits jetzt, vor seiner Zeugung und Geburt.

Und das trotz all Deiner Zweifel, Ängste und Sorgen.

Ich weiß: Viele bekommen gewollt oder ungewollt „einfach nebenbei“ ihre Kinder.

Und meine Aufforderung ist wirklich sehr viel verlangt.

Aber alles Jammern, Grübeln und Zaudern hilft hier nicht weiter.

Schau auf Dich und Deinen Weg!

Und geh trotz aller Hindernisse Deinen Weg zu Deinem Kind.

Das richtige Mindset ist Deine freie Entscheidung Dich voll und ganz auf Dein Kind zu konzentrieren.

Damit werden Dir die Kräfte und das Durchhaltevermögen zuwachsen, die Du für die künstliche Befruchtung brauchst.

Hast Du Dich für künstliche Befruchtung entschieden?

Wie sieht Dein Mindset aus?

Herzliche Grüße

Silke

 

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Künstliche Befruchtung im Ausland

Wenn der Wunsch nach einem Kind immer größer wird, greifen viele Paare zu Möglichkeiten der modernen Reproduktionsmedizin und nehmen für eine künstliche Befruchtung im Ausland weite Wege auf sich.

Das Wunschkind soll durch künstliche Befruchtung, Eizell- oder Samenspende entstehen.

Künstliche Befruchtung im Ausland: Lohnt sich dieser Weg?

Oft lassen sie sich im Ausland behandeln. Denn die deutschen Gesetze sind streng, die Behandlungen teuer.

Matthias (59) und Nina (32) aus Oldenburg reisen nach Bregenz, um sich ihren Wunsch zu erfüllen.

Hier kommt ihre Geschichte:

Durchs Mikroskop betrachtet Nina einen maulbeerenartigen Klumpen.

Sie steht in einem Labor 816 Kilometer entfernt von zu Hause.

Sie will den Anfang in Erinnerung behalten.

Den Anfang des Lebens, das von nun an in ihr wachsen soll.

Matthias (59) und seine Frau Nina (32)* aus Oldenburg sind ins österreichische Bregenz gefahren, um sich dort ihren größten Wunsch zu erfüllen: Ein gemeinsames Kind.

Bei Befruchtungen im Ausland sind die Erfolgschancen oft besser, weil die gesetzlichen Regelungen andere Behandlungen zulassen.

Etwa 10 000 Deutsche brechen jedes Jahr zum Baby-Tourismus ins europäische Ausland auf.

Matthias hat eine Störung im Samenleiter, seine Spermien können nur operativ entnommen werden.

Im Dezember 2007 machten die Außendienstlerin und der Arzt deshalb den ersten Termin zur künstlichen Befruchtung in einem norddeutschen Kinderwunsch-Zentrum.

Doch Nina wurde nicht schwanger.

„Bis dahin haben wir immer gedacht: Das wird schon“, erinnert sie sich.

Doch auch ein zweiter Versuch vier Monate später scheiterte.

„Da habe ich das erste Mal ernsthaft gezweifelt“, sagt Nina, ihre Stimme wird leiser.

„Ich habe mich kaputt gefühlt.“

 

Künstliche Befruchtung im Ausland: Sind die Chancen dort besser?

Nina wollte nicht aufgeben.

Im Internet informierte sie sich über andere Behandlungsmöglichkeiten – und stieß auf die IVF Kinderwunsch-Zentren von Prof. Zech in Österreich.

Dort sind die Chancen schwanger zu werden angeblich doppelt so hoch wie in Deutschland.

Nina und Matthias versuchten ihr Glück. Sie buchten einen Urlaub am Bodensee – und einen Termin im IVF-Zentrum Bregenz.

Prof. Herbert Zech (60) macht seit 25 Jahren Kinderwünsche wahr, hat bereits über 20 000 Babys auf die Welt geholfen.

Er behandelt jedes Jahr mehr als tausend Paare aus Deutschland.

In Österreich gibt es einen gesetzlichen Vorteil: Von den befruchteten Eizellen dürfen die ausgewählt werden, die sich im Labor am besten entwickeln. In Deutschland ist dieses Auswählen verboten.

Die Selektion ermöglicht eine höhere Embryonen-Qualität. Das ist bei älteren Frauen wichtig, weil die Qualität der Embryonen abnimmt.

Prof. Zech: „Bei einer 25-Jährigen entwickeln sich noch etwa die Hälfte aller Embryonen gut, bei einer 40-Jährigen nur noch 20 Prozent.“

Nina war 31 bei Therapiebeginn, bei ihr entwickelte sich noch etwa jede dritte befruchtete Zelle gut genug.

Das Paar nahm all seine Hoffnungen mit in die österreischiche Klinik, die auf Nina eher wirkte wie ein Hotel: „Ich musste für die Zellentnahme kein OP-Hemd tragen, durfte im Sommerkleid kommen.

Die Praxis war schön eingerichtet, erinnerte gar nicht an ein Krankenhaus.“

Dieser Service hat allerdings seinen Preis: 4150 Euro kostet ein Behandlungsversuch, dazu kommen etwa 3000 Euro für Medikamente.

In Deutschland kostet ein Befruchtungsversuch inklusive Medikamenten etwa 3400 Euro, bei den ersten drei Versuchen übernehmen die Kassen davon die Hälfte. Behandlungen im Ausland werden meist nur von Privatkassen übernommen.

Für Nina und Matthias hat sich die Investition gelohnt – Nina war direkt nach dem ersten Versuch schwanger, vor fünf Monaten kam Tochter Paula zur Welt.

Die Schwangerschaftsbetreuung lief über deutsche Ärzte, die mit Prof. Zech zusammenarbeiten, sodass das Paar nicht während der Schwangerschaft verreisen musste.

Ein Ziel steht jetzt fest auf dem Reiseplan der jungen Familie: der Bodensee.

„Am Tag nach der Befruchtung habe ich dort zum ersten Mal Störche gesehen“, sagt Papa Matthias.

Die möchte er seiner kleinen Tochter irgendwann einmal zeigen.

Eine Geschichte, die aufzeigt, welche anstrengenden und weiten Wege Paare bereits sind zu gehen.

Was hälst Du von einer künstliche Befruchtung im Ausland?

Herzliche Grüße

Silke