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Künstliche Befruchtung: Das Wichtigste zu Ablauf, Chancen, Kosten

Viele Frauen und Paare, die den tiefen Wunsch haben, einem kleinen Menschen das Leben zu schenken, sind auf eine künstliche Befruchtung angewiesen.

Doch was bedeutet ein  Ja zu einer künstlichen Befruchtung? Welche Methoden der künstlichen Befruchtung gibt es? Wie sieht deren Ablauf aus und welche Chancen und Risiken sind damit verbunden?

In diesem Beitrag erfährst du alles Wichtige zum Thema künstliche Befruchtung am Beispiel der drei Methoden der Insemination, der  IVF und der ICSI.

Künstliche Befruchtung: Methoden im Überblick

Bei einer künstlichen Befruchtung hilft ein Arzt oder ein Biologe dabei, Ei- und Samenzelle innerhalb oder außerhalb des weiblichen Körpers zusammenzubringen. Der Begriff „künstlich“ bezieht sich dabei auf diese medizinische Hilfestellung und die Tatsache, dass die Zeugung vom  natürlichen Geschlechtsakt losgelöst ist. Alternativ kannst du auch den Begriff der assistierten Reproduktion verwenden.

Bei einer künstlichen Befruchtung gibt es verschiedene Methoden, die ich dir jetzt vorstellen möchte.

Insemination (IUI)

Bei der Intrauterinen Insemination (kurz IUI oder Samenübertragung) wir das aufbereitete Sperma des Mannes mit Hilfe eines flexiblen Katheters direkt in die Gebärmutter der Frau gespritzt. Oftmals erfolgt im Vorfeld eine Hormonbehandlung, um ein Heranreifen von mehreren Eizellen zu gewährleisten.

In der Medizin spricht man von einer homologen Insemination, wenn hierzu das Sperma des eigenen Partners verwendet werden kann. Benötigt ein Paar das Sperma von einem Samenspender, spricht man von einer heterologen (donogenen) Insemination.

Die IUI ist die in der Reproduktionsmedizin am häufigsten eingesetze Methode der künstlichen Befruchtung.

In vitro Fertilisation (IVF)

IVF steht für In vitro Fertilisation und ist eine Methode zur künstlichen Befruchtung.

Dabei bedeutet IVF wörtlich übersetzt Befruchtung im Glas. Dementsprechend findet die Befruchtung der Eizelle nicht im Körper der Frau statt. Vielmehr geschieht sie in einer Petrischale im Labor eines Kinderwunschzentrums.

Bei einer IVF findet die Verschmelung von Ei- und Samenzelle wie bei einer  natürlichen Befruchtung ohne Hilfe von außen statt. Nur der Ort, an dem die Befruchtung stattfindet,  ist nicht der Eileiter der Frau, sondern eine Petrischale in einem Labor.

Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI)

Die Abkürzung ICSI steht für Intrazytoplasmatische Spermieninjektion. Wie der Name schon sagt, erfolgt dabei die Befruchtung nach vorhergehender Hormonbehandlung und Punktion der Eizellen durch ein Einspritzen des Spermiums in die Eizelle. Dieser Vorgang wird von einem Biologen im Labor assistiert und ist im Empfinden vieler Paare deutlich weniger natürlich.

Die ICSI gehört ebenfalls zu einer der sehr häufig eingesetzten Methoden in der Reproduktionsmedizin. Nach der Befruchtung der Eizelle und den ersten Zellteilungen wird der Embryo zurück in die Gebärmutter der Frau transferiert.

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Warum erfolgt eine IUI, IVF oder ICSI Behandlung?

IUI

Die Insemination (IUI) wird gerne dann eingesetzt, wenn beim Mann ein eingeschränktes Spermiogramm festgestellt wurde und dieses nur vermindert bewegliche und gesunde Samenzellen aufzuweisen hat. Dabei gibt es Kriterien, ab welcher Qualität des Spermas eine IUI und ab welcher Qualität eine IVF oder ICSI durchgeführt werden sollte. Je schlechter das Spermiogramm, desto mehr Hilfe brauchen die Spermien, um in die Nähe der Eizelle zu gelangen.

Die Samenübertragung wird oftmals auch dann angewandt, wenn Paare mit idiopathischer Sterilität Hilfe in einer Kinderwunschklinik suchen. Idiopathische Sterilität bedeutet, dass bei dem Paar kein medizinischer Grund für den unerfüllten Kinderwunsch gefunden werden konnte. Die IUI stellt dann einen der ersten Versuche dar, um diese unerklärte Unfruchtbarkeit zu behandeln.

Schließlich kommt die Insemination bei Single Frauen oder auch lesbischen Paaren zum Einsatz, die sich für die Verwendung von Kryosperma aus einer Samenbank entschieden haben. Zwar gibt es auch die Möglichkeit der privaten Samenspende, viele Frauen und Paare bevorzugen aber eine Insemination unter ärztlicher Kontrolle.

IVF

Ursprünglich wurde die IVF zur Behandlung von Frauen entwickelt, für die aufgrund einer tubaren Sterilität (gestörte Funktion der Eileiter) eine Befruchtung auf natürlichem Wege nicht möglich war. Denn für eine erfolgreiche Befruchtung ist es notwendig, dass Ei- und Samenzelle zusammentreffen können.

Hierbei muss nicht unbedingt ein kompletter Verschluss beider Eileiter vorliegen, vielmehr reicht oft auch eine Endometriose Erkrankung oder Verwachsungen im Beckenbereich aus, um die Funktion der Eileiter massiv zu beeinträchtigen.

Häufig gibt es auch nur den Verdacht auf eine Störung dieser Eileiterfunktion, wenn andere Behandlungsansätze wie beispielsweise mehrere Zyklen mit intrauteriner Insemination zu keiner Schwangerschaft geführt haben.

Weitere Indikationen für eine IVF können eine eingeschränkte Fruchtbarkeit des Mannes,  eine idiopathische Sterilität, Verlust der Eileiter, Entzündungen, eine Sterilisation, Endometriose und PCOS sein.

Bitte frage bei deinem Arzt nach, aus welchen Gründen er dir eine IVF empfiehlt.

ICSI

Ist aufgrund einer sehr stark eingeschränkten Samenqualität eine aktive Befruchtung nicht möglich, muss ein einzelnes Spermium in die Eizelle gespritzt werden. Neben dieser stark eingeschränkten Samenqualität als Indikation für eine ICSI kann weiterhin eine schlechte Befrchtungsrate während eines vorangegangenen IVF Zyklus als Grund für die Durchführung einer ICSI angeführt werden.

Künstliche Befruchtung Ablauf

Bei einer IUI, IVF oder einer ICSI erfolgt im Normalfall zunächst eine Hormonbehandlung, die die Eierstöcke dazu anregen soll, mehrere Eibläschen gleichzeitig reifen zu lassen.

Ziel ist es mehrere reife Eizellen zu gewinnen.

Für die Stimulation werden Eiweißhormone verwendet, die normalerweise in der Hirnanhangsdrüse gebildet werden und die die Funktion der Eierstöcke regulieren. Diese Hormone müssen in hoher Dosierung verwendet und gespritzt werden.

Würdest du dich beispielsweise für eine IVF oder ICSI entscheiden, so würde dir im Vorfeld der Behandlung die genaue Vorgehensweise und die eigenständige Verabreichung der Hormonspritzen im Kinderwunschzentrum erklärt werden.

Neben der Stimulation der Eierstöcke ist es im Behandlungsverlauf notwendig, dass ein vorzeitiger Eisprung verhindert wird.

Hierzu werden Medikamente (sogenannte GnRH-Analoga) verwendet, welche entweder gespritzt oder aber durch eine Gabe als Nasenspray verabreicht werden.

Je nach Behandlungsprotokoll werden diese Präparate zu Verhinderung des vorzeitigen Eisprungs entweder vor Beginn der Stimulation (sogenannte Down Regulation im langen Protokoll) oder nach einigen Tagen der Stimulation  (im kurzen Protokoll) angewendet.

Welches Behandlungsprotokoll eingesetzt wird legt dein behandelnder Kinderwunsch Arzt nach einer umfassenden Anamnese und sehr genauen Untersuchung fest.

Die Stimulation der Eierstöcke dauert meistens zwischen 8 und 13 Tagen.

Nach dieser Zeit erfolgt eine Injektion des Hormons hCG, welches zu einer abschließenden Ausreifung der Eizellen führt.

35 bis 37 Stunden nach dieser Injektion werden die Eizellen im Rahmen einer Punktion von der Scheide aus entnommen. Diese Punktion erfolgt nur bei einer IVF und einer ICSI, bei einer IUI erfolgt der Eisprung und eine Befruchtung im Körper der Frau.

Da die Punktion schmerzhaft sein kann, wird sie oft unter Narkose durchgeführt. Trotz dieser Narkose  ist eine Eizellpunktion ein ambulanter Eingriff und die Patientin kann das Kinderwunschzentrum wenige Stunden nach der Durchführung wieder verlassen.

Wenn Du Dich fragst, wie Frauen eine IVF erleben, kann ich Dir folgenden Artikel auf Kindeshalb sehr empfehlen:

ICSI Erfahrungen: Kirstens Kiwu Tagebuch Teil 1

Die Befruchtung im Labor

Die Befruchtung der Eizellen erfolgt einige Stunden nach der Eizellentnahme.

Bei normaler Spermienqualität werden hierzu Ei- und Samenzellen im Labor zusammengebracht.

Wie bei einer natürlichen Empfängnis erfolgt die Befruchtung dabei dadurch, dass sich einzelne Samenzellen an die Eizelle binden, eine Samenzelle in das Ovum eindringt und sie befruchtet.

ICSI das Spermium wird in die Eizelle eingespritzt

ICSI das Spermium wird in die Eizelle eingespritzt

 

Ist die Samenqualität nicht gut oder klappt die künstliche Befruchtung auf diesem Wege nicht, muss eine ICSI durchgeführt werden.

Dabei werden unter dem Mikroskop einzelne Samenzellen ausgesucht und mit einer sehr feinen Injektionsnadel in die Eizellen eingespritzt.

Am Tag nach der künstlichen Befruchtung wird das Ergebnis zum ersten Mal kontrolliert.

Es wird untersucht, bei wie vielen Eizellen sich zwei sogenannte „Vorkerne“ gebildet haben.

Je nach vorheriger Absprache mit dem Paar werden dann eine, zwei oder drei Eizellen im Brutschrank weiterkultiviert.

Hierbei entwickeln sich diese Eizellen im Vorkernstadium zu Embryonen weiter.

Die übrigen Eizellen im Vorkernstadium können auf Wunsch des Paares in flüssigem Stickstoff eingefroren werden.

Diese Kryokonservierung ermöglicht dem Paar die Möglichkeit diese Eizellen zu einem späteren Zeitpunkt auftauen und weiterkultivieren zu lassen.

Verzichtet ein Paar auf eine Kryokonservierung müssen nach dem Gesetz alle übrigen Eizellen verworfen werden.

Die Übertragung von Embryonen in die Gebärmutter

3 bis 5 Tage nach der Befruchtung der Eizellen werden die Embryonen in die Gebärmutter zurückgesetzt.

Auch hierbei handelt es sich wieder um einen ambulanten Eingriff, wobei hierbei keine Narkose notwendig ist.

Der Transfer der Embryonen in die Gebärmutter ist nicht oder nur mit sehr geringen Schmerzen verbunden. Dabei überträgt der Arzt die Embryonen mithilfe eines sehr dünnen und biegsamen Schlauchs durch die Scheide in die Gebärmutter.

In der Zeit nach der Eizellentnahme verordnet der Arzt Gelbkörperhormone in Kapselform, die in die Scheide eingeführt werden. Manchmal erfolgt auch noch eine Injektion, um die Gelbkörperfunktion noch mehr zu unterstützen.

10 bis 12 Tage nach dem Transfer der Embryonen in die Gebärmutter kann durch eine  Blutuntersuchung überprüft werden, ob eine Schwangerschaft eingetreten ist.

Viele Frauen halten allerdings diese lange Ungewissheit nicht aus und testen bereits vorher zu Hause mit einem Schwangerschaftsfrühtest.

Schwangerschaftstest: Hoffentlich ist der Test positiv

Schwangerschaftstest: Hoffentlich ist der Test positiv

Welche Risiken gibt es?

Bei der Hormonstimulation kann es zu einem ovariellen Hyperstimulationssyndrom kommen.

Hierbei schwellen die Eierstöcke sehr stark an. Zudem kann es zu Wasseransammlungen in der Bauch- und Brusthöhle kommen, wobei der Flüssigkeitsverlust aus dem Blut manchmal zur Bildung von Blutgerinnseln führen kann. Oft besteht Atemnot oder es kommt zu Problemen mit der Nierenfunktion. Eine Überstimulation ist eine ernsthafte Überreaktion auf die Hormonstimulation und kann unter Umständen eine stationäre Behandlung notwendig machen.

Ein weiteres Risiko ist durch die Punktion der Eizellen gegeben. Da die Eierstöcke bei der Punktion nur durch Ultraschall betrachtet werden können, ist eine Verletzung der Bauchorgane nicht auszuschließen.

Auch eine Eileiterschwangerschaft kann als mögliche Komplikation nicht ausgeschlossen werden. Eine solche Eileiterschwangerschaft muss oftmals durch die Entfernung des betroffenen Eileiters beendet werden.

Schließlich gilt es noch Zwillings- und Drillingsschwangerschaften als mögliche Komplikation zu nennen. Da das deutsche Embryonenschutzgesetz den Transfer von bis zu drei Embryonen in die Gebärmutter erlaubt, kommt es immer wieder zu solchen Mehrlingsschwangerschaften, die leider weder für die Kinder noch für die Mutter ungefährlich sind.

Abschließend stellt sich die Frage, welche Auswirkungen eine künstliche Befruchtung auf die Gesundheit der Frau hat.

Ich habe hierzu über eine Studie berichtet, die der Frage nachgegangen ist, ob eine IVF das Risiko auf Brustkrebs erhöht. Weiterhin habe ich einen Beitrag über die Behandlungsmethode der In vitro Maturation geschrieben, die versucht, die Stimulationsbehandlung im Vorfeld einer künstlichen Befruchtung zu umgehen. Auch Informationen zu einem möglichen erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko nach erfolglosen IVF oder ICSI Behandlungen kannst du hier finden.

Wie hoch sind die Erfolgsaussichten?

Das Ziel einer künstlichen Befruchtung besteht in der Geburt eines gesunden Kindes.

Die Geburtenrate nach einer IVF liegt dem deutschen IVF-Register zufolge bei 15 bis 20 Prozent pro Behandlungszyklus.

Die Erfolgsaussichten sind jedoch in hohem Maße vom Alter der Frau, der bestehenden Fruchtbarkeitsstörung und der Anzahl der transferierten Embryonen abhängig.

Du kannst genaue Zahlen zum Thema künstliche Befruchtung dem Deutschen IVF-Register entnehmen. Seit 1992 werden von vielen deutschen Kinderwunschkliniken gelieferten Daten in dem Jahrbuch des Deutschen IVF-Registers dargestellt.

Oder Du kannst OPIS verwenden, ein IVF Erfolgschancen Rechner  der University of Aberdeen.

Künstliche Befruchtung: Kosten

Beim Thema Kosten einer IVF Behandlung muss man zwischen gesetzlich versicherten und privat versicherten Paaren unterscheiden.

Behandlungskosten für gesetzlich versicherte Paare

Für Patienten, die Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse sind, gilt derzeit, dass 50% der Kosten der Behandlung, der Medikamente und Hormonpräparate von der Krankenlasse übernommen werden. Die anderen 50 % müssen von den betroffenen Paaren selbst gezahlt werden.

Aufgepasst:

Einige gesetzliche Krankenkassen erstatten mehr als 50% der Kosten für eine IVF oder ICSI Behandlung. Manche Kassen übernehmen unter bestimmten Voraussetzungen sogar die vollständigen Kosten.

Eine aktuelle Liste dieser Krankenkassen  kann ich Dir in Form einer Tabelle hier Verfügung stellen.

Damit sich die gesetzliche Krankenkasse an den Kosten in diesem Rahmen beteiligt, müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein:

  • Das Paar ist miteinander verheiratet
  • Die Frau ist zwischen 25 und 40 Jahre alt
  • Der Mann ist zwischen 25 und 50 Jahre alt
  • Weder Frau noch Mann haben eine Sterilisation durchführen lassen
  • Es wird kein Spendersamen verwendet

Des Weiteren ist die Zahl der Behandlungszyklen begrenzt, für welche die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten zur Hälfte übernehmen.

So übernimmt sie anteilig die Kosten für maximal:

  • 8 Inseminationszyklen ohne hormonelle Stimulation / Spontanzyklus oder
  • 3 Inseminationszyklen mit hormoneller Stimulation oder
  • 3 IVF-/ICSI-Behandlungszyklen

Du kannst die Richtlinien über ärtzliche Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung hier nachlesen. Vor Beginn der Behandlung muss ein schriftlicher Antrag bei der Krankenkasse gestellt werden.

Behandlungskosten für IVF und ICSI sorgfältig recherchieren

Recherchiere die Behandlungskosten für eine IVF oder ICSI sorgfältig!

Behandlungskosten für privat versicherte Paare

Privat versicherte Patienten bekommen in der Regel dann sämtliche Kosten erstattet, wenn der Partner, auf dessen Erkrankung die Infertilität zurückzuführen ist, privat versichert ist.

Auch bei privaten Krankenversicherungen ist eine Kostenübernahme an bestimmte Bedingungen geknüpft.

Die private Krankenkasse übernimmt in der Regel alle Kosten für eine Kinderwunschbehandlung bei Ihrem Versicherten, wenn

  • beide Partner miteinander verheiratet sind
  • bei keinem der Ehepartner eine Sterilisation durchgeführt wurde
  • über das 40. Lebensjahr der Frau hinaus, wenn die Chance auf eine Schwangerschaft größer als 15 % beträgt

Das Einfrieren von Eizellen sowie der Transfer von kryokonservierten Embryonen müssen grundsätzlich selbst bezahlt werden.

Abschließend möchte ich betonen, dass eine Auflistung der konkreten Rechnungssummen schwierig ist, da sie sehr stark vom Leistungsumfang und von den verordneten Hormonpräparaten abhängen.

Es steht allerdings fest, dass eine IVF oder ICSI meist mehrere tausend Euro kostet.

Es macht deshalb Sinn sich im Vorfeld umfassend zu informieren und die behandelnde Kinderwunschklinik um einen Kostenvoranschlag zu bitten.

Herzliche Grüße

Silke

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Literatur:

Assisted Reproductive Technologies: A Guide for Patients. American Society of Reproductive Medicine. Accessed online July 24, 2011. http://www.asrm.org/uploadedFiles/ASRM_Content/Resources/Patient_Resources/Fact_Sheets_and_Info_Booklets/ART.pdf

Risks of In Vitro Fertilization (IVF) Patient Fact Sheet. American Society of Reproductive Medicine. Accessed online July 24, 2011. http://www.asrm.org/uploadedFiles/ASRM_Content/Resources/Patient_Resources/Fact_Sheets_and_Info_Booklets/risksofivf.pdf


Low Responder & IVF: Sind hohe Hormondosen wirklich zielführend?

Wie hoch muss die Hormonstimulation bei einem Low Responder sein? Eine neue Studie geht dieser Frage nach und vergleicht die Schwangerschaftsraten nach hoch dosierten bzw. milden Hormonstimulationen.

Was ist eine Low Responder?

Als Low Responder werden Frauen bezeichnet, die auf die hormonelle Stimulation  im Rahmen einer IVF schlecht reagieren.

Schlecht meint in diesem Zusammenhang, dass sich bei diesen Frauen selbst bei einer sehr hohen Hormonstimulation oftmals nicht mehr als 3 oder 4 Follikel entwickeln.

Die Ursachen für diese schlechte Reaktion der Eierstöcke auf die Hormongaben ist nicht wirklich zufriedenstellend geklärt.

Ein Grund kann das Alter der Frau und die nahenden Wechseljahre sein.

Daneben gibt es zahlreiche Vermutungen über mögliche immunologische Ursachen und eine unzureichende Aufnahme der Hormone durch die Hormonrezeptoren. Ein anderer Erklärungsansatz verweist auf die negativen Auswirkungen von mehreren Hormonstimulationen in nur kurzen Zeitabständen hin. IVF Versuche ohne ausreichenden Pausen zwischen den einzelnen Versuchen können zu einer schlechteren Reaktionsfähigkeit der Eierstocke führen.

Low Responder: Hilft viel wirklich viel?

Brauchen Low Responder hohe Hormongaben, um möglichst viele Follikel zum Wachsen zu bringen?

Sicherlich ist eine missglückte Hormonstimulation für alle Beteiligten sehr enttäuschend. Dem behandelnden Arzt kommt zusätzlich die Aufgabe zu, einen erfolgreicheren Weg für den nächsten Versuch ausfindig zu machen.

Viele Kiwu Ärzte versuchen dies mit Hilfe einer sehr hochdosierten Hormonstimulation. Die hohe Stimulation soll die Eierstöcke zu einer starken Reaktion zwingen.

Diese Vorgehensweise klappt leider nicht immer. Nicht selten fällt das Ergebnis genauso schlecht oder sogar noch schlechter als bei einer niedrigeren Stimulation aus.

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Milde Hormonstimulation versus hohe Hormongaben?

Genau dieser Frage geht eine wissenschaftliche Studie mit 400 Frauen nach. Dabei durften die an der Studie beteiligten Frauen nicht älter als 35 Jahre alt sein. Zudem mussten die Frauen einen FSH Spiegel von > 10 IU/ml und eine schlechte Reaktion auf Hormongaben im vorherigen Zyklus bzw. eine niedrige Zahl von Antralfollikeln (Antralfollikel ≤ 5)  vorweisen.

In der folgenden Stimulation im Rahmen der Studie erhielt die Hälfte der Frauen im Antagonisten Protokoll 150 IE FSH, die andere Hälfte der Gruppe im langen Protokoll 450 IE.

Ergebnisse der Studie

Interessanterweise zeigten beide Gruppen keinen signifikanten Unterschied in den Schwangerschaftsraten.

Während die Gruppe mit der milden Stimulation eine Schwangerschaftsrate von 12,8% erreichte, waren es in der Gruppe der Frauen mit der hohen Stimulation 13, 6%.

Allerdings dauerte die Stimulation in der Gruppe der hoch stimulierten Low Responder im Durchschnitt 1 bis 2 Tage länger und es wurden dementsprechend mehr als 3.000 Einheiten FSH mehr eingesetzt.

Neben dem höheren Zeiteinsatz ist hier vor allem auf die deutlich höheren Medikamentenkosten bei fast gleichen Schwangerschaftsraten hinzuweisen.

Zwar weist die Studie auf die mangelnde Datenlage über die Zahl der Lebendgeburten hin. Desweiteren war es nicht möglich, die Zahlen zu den kryokonservierten Eizellen zu erheben, um damit ein kumulative Schwangerschaftsrate pro Punktion zu errechnen.

Trotzdem weißen die Wissenschaftler der Studie deutlich darauf hin, dass die Ergebnisse in der Praxis zu beträchtlichen Kosteneinsparungen führen können.

Low Responder brauchen keine hochdosierte Hormonstimulation im Rahmen einer künstlichen Befruchtung. Die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis:

“The results are directly applicable in daily clinical practice and may lead to considerable cost savings as high dosages of gonadotropins are not necessary in women with poor ovarian reserve undergoing IVF. A health economic analysis of our data planned to test the hypothesis that mild ovarian stimulation strategy is more cost-effective than the conventional ovarian stimulation strategy is underway.“

Low Responder und die Antwort der Endokrinologen

Leider habe ich am eigenen Leib erfahren müssen, wie mit Low Respondern verfahren wird.

Nachdem sich bei meiner ICSI nur 2 Follikel im Ultraschall zeigten, war die Enttäuschung groß. Nach langem Überlegen habe ich mich damals dazu entschlossen, den Versuch vor der Punktion abzubrechen.

Auf mein schlechtes Ansprechen folgte eine deutliche Erhöhung der Hormondosierung im nächsten IVF Versuch.

Getreu dem Motto „viel hilft viel“ sah mein behandelnder Arzt darin die beste Chance, um möglichst viele Eizellen zu gewinnen.

Leider war dieser Ansatz nicht von Erfolg gekrönt. Auch diese Stimulation brachte letztendlich nur 3 Follikel zum Wachsen und für den Embryotransfer stand nur ein einzelner Embryo zur Verfügung.

Im Nachgang habe ich mich damals sehr darüber geärgert, dass ich unkritisch und komplett uninformiert diesen Weg mitgegangen bin.

Sicherlich wollte mein Arzt nur den besten Weg für unser gemeinsames Ziel finden. Allerdings kostete es mich viel Kraft und Durchsetzungsvermögen im folgenden Versuch eine deutlich mildere Stimulation durchzusetzen.

Aber:  Zwischen dieser hochdosierten Stimulation und der dann folgenden milderen IVF Behandlung lag eine wunderschöne Schwangerschaft und die Geburt unseres ersten Sohnes. 🙂

Deshalb, liebe Low Responder Frauen: Behaltet Euer Ziel stets fest im Blick!

Auch mit wenig Eizellen und einer verminderten Aktivität der Eierstöcke kannst du schwanger werden.

Meine eigene Geschichte spiegelt die Ergebnisse der Studie genau wieder:

Nach der Erfahrung, dass eine hoch dosierte Hormonstimulation nicht zwangsläufig zu mehr Follikeln führen muss, kam für mich für ein Geschwisterkind nur noch eine mildere Stimulation in Betracht.

Interessanterweise war die Follikelanzahl nach der milden Stimulation  nicht schlechter als bei der hohen Stimulation. Allerdings war sie auch nicht besser!

Ich musste mich mit der Tatsache abfinden, dass ich offenbar pro Versuch nicht mehr als 3 oder 4 Follikel haben würde.

Trotzdem wurde ich wieder mit nur einem Embryo schwanger!

Fazit: Low Responder profitieren von milder Stimulation

Low Responder, die im Antagonisten Protokoll mit einer niedrigen Stimulation von bis zu 150 IE FSH stimuliert wurden, erreichten in der Studie eine fast genauso hohe Schwangerschaftsrate wie Low Responder, die im langen Protokoll mit bis zu 450 IE FSH behandelt wurden.

Eine Stimulation mit einer geringeren Hormondosis schont den Körper der Frau, spart Zeit und viel Geld.

Aufgrund der oftmals sehr angespannten finanziellen Situation vieler Kinderwunsch Paare, finde ich gerade den letzten Punkt sehr beachtenswert.

Viel hilft also nicht immer viel. Auch nicht bei Low Respondern!

Gerade Frauen mit nicht optimaler Eierstocksfunktion sollten achtsam und kritisch ihre Stimulationsprotokolle studieren. Und sie sollten sich nicht scheuen, das Gespräch mit ihrem behandelnden Kiwu Doc zu suchen.Viele Einwände helfen dann manchmal doch entscheidend viel.

Herzliche Grüße

Silke

Weiterlesen:

10 Schwangerschaftsanzeichen: Bist du schwanger?

Himbeerblättertee: Schneller schwanger werden durch Tee?

Literatur:

Youssef MA, van Wely M, Al-Inany H, Madani T, Jahangiri N, Khodabakhshi S, Alhalabi M, Akhondi M, Ansaripour S, Tokhmechy R, Zarandi L, Rizk A, El-Mohamedy M, Shaeer E, Khattab M, Mochtar MH, van der Veen F. „A mild ovarian stimulation strategy in women with poor ovarian reserve undergoing IVF: a multicenter randomized non-inferiority trial.” Hum Reprod. 2016  Nov 11.

Foto: Pixabay: Fotoblend

Endometriose & Kinderwunsch: Der lange, steinige Weg zu den Wunschkindern

In all den Jahren, in denen ich mich mit dem Thema Kinderwunsch beschäftige, habe ich viele liebe Menschen kennengelernt.

Eine davon ist Franziska und sie hat uns ihre Kinderwunschgeschichte aufgeschrieben. Franziska beschreibt wie sie trotz Endometriose ihren Kinderwunsch nicht aufgegeben hat und heute Mutter von Zwillingen ist. Ich freue mich sehr, dass sie uns über ihre persönlichen Erfahrungen zum Thema Endometriose & Kinderwunsch berichtet.

Endometriose & Kinderwunsch: Der lange, steinige Weg zu den Wunschkindern

Im Alter von 19 Jahren, bekam ich, nach langer Schmerz Odyssee, die Diagnose Endometriose. Damals wurde ein goßer Bauchschnitt gemacht und leider auch sehr viel Ovarialgewebe zerstört.

Doch was ist Endometriose und was bedeutet es für meine weitere Zukunft?!

Meine Mutter litt unter Endometriose und wusste sehr schnell, welche Probleme auf ihre Tochter zukommen werden. Die Ärzte rieten mir so schnell wie möglich schwanger zu werden. Ich befand mich aber kurz vor meinem Examen und Familienplanung stand noch lange nicht zur Diskussion. Ich war zwar schon mit meinem jetzigen Mann zusammen, doch stand für mich fest zuerst meine beruflichen Pläne umzusetzen zu wollen.

Es folgten unzählige Hormontherapien, die mehr oder weniger starke Nebenwirkungen hervorriefen. Starke Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme und immer wieder das große Fragezeichen nach Kindern.

So zogen die Jahre ins Land und wir beschlossen knapp 8 Jahre nach der Diagnose zu heiraten.

Dann startete der erste ICSI Versuch und wir waren voller Hoffnung.

Der erste Schock kam, mit dem Ergebnis des Spermiogrammes meines Mannes. Diagnose Azoospermie, er hat so gut wie keine Spermien. Dann die nächste Klatsche, die Hormonstimulation bei mir gestaltete sich sehr schwierig. Ich reagierte kaum auf hohe Dosen FSH und produzierte in diesem Versuch nur drei Follikel.

Diagnose: Low Responder.

In der Nacht nach der Punktion träumte ich, dass das Kinderwunschzentrum anrufen und uns mitteilen würde, dass keine Eizelle befruchtet werden konnte.

Am nächsten Morgen sollten sich meine Befürchtungen bewahrheiten.

Keine Eizelle lies sich befruchten! Das war es dann!

Die nette Dame am Telefon fragte dann noch: Sollen wir schon einen nächsten Termin ausmachen?!

Nein, ganz bestimmt nicht. Wie konnte sie nur so etwas fragen? Ich hatte gerade so etwas Schreckliches erfahren und musste dass erst einmal verarbeiten.

Es wurde uns schnell klar, dass dieses Kinderwunschzentrum nicht mehr für uns in Frage kommt. Wir wollten keine weitere Nummer unter den unzähligen Kinderwunschpaaren in dieser Kinderwunschpraxis sein.

Zuerst stand nun an Kräfte zu sammeln. 2005 kauften wir ein Haus, schließlich sollte alles perfekt sein, wenn ein Kind kommt. Viel Zeit und Liebe haben wir in unser neues Heim gesteckt. Der Kinderwunsch stand jetzt einfach mal etwas weiter weg.

2009 wollten wir es jedoch wieder wagen.

Mein Gynäkologe, der uns seit 2004 begleitete, riet uns nach Meran (Südtirol) zu gehen. Dort hätte er einen Kollegen, der auch in Tschechien praktiziere.

Mein Gyn ahnte damals schon, dass es schwierig werden würde und zur Eizellspende oder Embryonenspende darf er in Deutschland nicht beraten.

So starteten wir im März 2009 in Richtung Meran. Mein Mann und ich verreisen sehr gerne und wir haben versucht, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden. Der Arzt in Meran stellte eine sehr ausführliche Anamnese.

Nach einer gründlichen Sichtung meiner Befunde und der gynäkologischen Untersuchung sprach er es aus:

„Haben Sie schon über eine Eizellspende nachgedacht?“

Im ersten Moment dachte ich, ich falle vom Stuhl!

Wie aus der Pistole geschossen brach es auch mir heraus:

“So etwas kommt für uns nicht in Frage, wo kommen wir denn da hin!“

Nach diesem „Auftritt“ war ich noch gefrusteter als ohnehin schon.

Nichts funktioniert in meinem Körper wie es eigentlich soll.

Ich habe ständige Schmerzen und nicht einmal das Natürlichste auf der Welt bekomme ich hin.

Wir beschlossen einen Ausflug ins Thermalbad in Meran zu machen. Dort war ich immer noch sehr erbost über die Frage des Arztes.

Mein Mann fragte mich:

Wenn es doch aber für uns die einzige Möglichkeit ist ein Kind zu bekommen, warum ist das denn so schlimm für dich?!

Jetzt hatten sich wohl alle gegen mich verschworen.

Ich musste sehr mit den Tränen kämpfen und wollte so schnell es ging, in unsere Unterkunft zurück.

Dort schloss ich mich erst einmal für eine längere Zeit im Schlafzimmer ein. Mein Mann lies mich auch in Ruhe.

Doch wie konnte es nur weiter gehen?

An diesem Abend führten wir lange Gespräche und kamen dann letztlich zum Entschluss, dass wir noch einen eigenen Versuch unternehmen wollten. Sollte dieser nicht klappen wollten wir uns über die weiteren Möglichkeiten wie die Eizellspende informieren. 

Im August 2009 folgte in Plzen (CZ) unser zweiter Versuch. Die Ernüchterung kam schnell, schon beim Eizellen-TV (Ultraschall zur Follikelreife) wurde klar, es war trotz höchster FSH Stimulation nur EIN Follikel zu sehen.

Die Ärztin riet uns zum Abbruch. Zeitgleich sprach sie wieder das Thema Eizellspende an.

Aber wir wollten diesen Versuch unbedingt durchziehen.

Besser eine eigene Eizelle als keine, sagte ich mir in diesem Moment!

Wir hatten dann tatsächlich nur eine Eizelle und auch brauchbares Sperma.

Die Hoffnung war gering, aber dennoch wieder da! Am Tag des Transfers hatte ich einen 12Zeller in C Qualität.

Der Schwangerschaftstest war negativ!

Dann kam ein riesengroßes Loch, Tage die ich nur weinend verbrachte. Mit unendlichem Hass auf meinen Körper. Ich hätte mir am liebsten einen Dolch in den Bauch gerammt.

Nach den vielen Tränen und einem großen Jammertal, schöpfte ich doch wieder Mut und wir setzten uns Ende 2009 zusammen an den Rechner und recherchierten alles zum Thema Eizellspende.

Die Hoffnung wurde wieder größer.

Ich meldete mich in Foren an, in denen viele Paare diesen Weg gegangen sind.

Und dann haben wir sie gefunden: Die Klinik, die uns auf diesem Weg begleiten sollte. Da unsere finanziellen Mittel nahezu erschöpft waren, entschlossen wir uns für Tschechien. Dort waren wir ja schließlich schon einmal und hatten positive Erfahrungen gesammelt.

Ich schrieb eine Mail und bekam innerhalb von ein paar Stunden Antwort. Die Koordinatorin schrieb mir, dass die Wartezeit um eine geeignete Spenderin zu finden, gegenwärtig bei 11 Monaten liegt.

In diesen 11 Monaten lebten wir ganz intensiv.

Wir reisten, schliefen aus, haben uns die Nächte um die Ohren geschlagen. Ich wollte einfach frei und nicht wieder gefangen sein vom Thema Kinderwunsch.

Der Gedanke, dass dieses Kind nicht meinen genetischen Code haben würde, war mir völlig egal.

Es war die letzte Chance und die wollte ich uns nicht entgehen lassen. Ich wusste, dass mein Mann hinter diesem Entschuss stand und somit gab es kein Halten mehr.

Die hormonelle Stimulation bei der Eizellspende ist nicht so belastend für den Körper.

Die Zyklen von Spenderin und Empfängerin werden synchronisiert, meist mit der Pille oder der sogennanten Downregulation.

Es lief alles nach Plan. Zwar war meine Gebärmutterschleimhaut nicht so gut aufgebaut, aber, es lief nach Plan.

Am Abend unserer Abreise nach CZ im Oktober 2010 bekam ich dann allerdings meine Periode.

Nein, dass darf doch jetzt nicht sein. Wieso bekomme ich jetzt meine Periode unter Hormonen?! Die mühevoll aufgebaute Gebärmutterschleimhaut war dahin.

Ich habe die knapp 1000 km bis zur Klinik weinend im Auto gesessen.

In der Klinik waren alle sehr emphatisch und die Ärztin nahm sich sehr viel Zeit für uns.

Der Spenderin konnten13 Eizellen entnommen werden, ein tolles Ergebnis. Nur ich hatte wieder einmal versagt!

Der Transfer musste verschoben werden, da die Gebärmutterschleimhaut gänzlich abgeblutet war.

Etwas Positives gab es dann doch: Das Spermiogramm meines Mannes war etwas besser.

Letztlich blieben jedoch von den 13 Eizellen „nur“ zwei übrig, die befruchtet werden konnten.

Die große Chance war damit wieder minimiert, da wir keinen Frischversuch hatten und die befruchteten Eizellen erst einmal eingefroren werden mussten. 

Im April 2011 sollte dann unser Kryo Transfer stattfinden.

Die Gebärmutterschleimhaut hatte sich erneut schlecht aufgebaut. Es reichte gerade so, um die zwei Eisbärchen zu transferieren.

Das Ergebnis des Schwangerschaftstests: Wieder negativ.

Wie konnte es jetzt nur weitergehen?

Es erfolgte eine immunologische Untersuchung, beim nächsten Versuch sollte ich Heparin spritzen und meine Schilddrüse musste besser eingestellt werden.

Mein Gyn, der uns immer begleitete, riet mir zur erneuten Bauchspiegelung (Laparoskopie).

Ich willigte ein und im Dezember 2011 nach der OP traf mich fast der Schlag.

Die Endometriose hatte wieder voll zugeschlagen. Ich musste erneut ein halbes Jahr Hormone nehmen und im August 2012 folgte die zweite OP. Mein Gynäkologe hatte große Probleme, die endlosen Verwachsungen zu lösen. Meine Gebärmutter war regelrecht verbacken mit den Nachbarorganen.

Nach der OP sollten wir maximal ein halbes Jahr warten, bevor wir mit einem  weiteren Versuch starteten.

Mein Mann hatte in der Zwischenzeit noch zwei weitere Spermiogramme machen lassen.Und diese vielen sehr schlecht aus.

Es erschien uns zwecklos mit solch einem Ergebnis einen weiteren Versuch zu machen.

Was jetzt?

Eine TESE (Testikuläre Spermienextraktion) hatte keinen Sinn, dies bekamen wir von zwei Urologen bestätigt.

Es blieb jetzt nur noch die Embryonenspende.

Ein genetisch fremdes Kind.

Ja, aber ein geliebtes Kind. Egal, von wem die Gene stammen.

Im Februar 2013 fand unsere erste Embryonenspende statt.

Meine Gebärmutterschleimhaut baute sich dieses Mal perfekt auf.

Es ging mir physisch und psychisch einfach total gut. Wir hatten uns darauf geeinigt, dass es unser letzter Versuch sein sollte.

Am 15.02.13 hatte ich den ersten positiven Schwangerschaftstest in meinen Händen.

Ich konnte es nicht glauben. Endlich, nach so vielen Jahren und so vielen Niederschlägen.

Nach einer anstrengenden Schwangerschaft mit Blutungen und vorzeitigen Wehen bekamen wir im September 2013 Zwillinge.

Dies ist unser lange und steinige Weg zu unseren Wunschkindern, der sich für uns absolut gelohnt hat.

Vielen Dank Franziska, dass du uns so offen deine persönliche Kinderwunschgeschichte erzählt hast.

Ich habe beim lesen Gänsehaut bekommen.

Deine Geschichte lässt zutiefst nachempfinden, was es bedeutet kann, wenn ein Paar Endometriose, Azoospermie und Kinderwunsch aushalten muss. Bei euch hat sich aber der lange Weg und das Durchhalten absolut gelohnt.

Ich wünsche dir und deiner Familie auf eurem weiteren Weg alles Gute.

Gerne kannst du Franziska einen Kommentar hinterlassen (auf der Seite ganz unten).

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Unverheiratet und Kinderwunsch? Niedersachsen hilft mit Zuschuss

In Zusammenarbeit mit dem Bund unterstützt nun auch Niedersachsen Paare, die eine Kinderwunsch Behandlung benötigen und unverheiratet sind. Denn Paare mit unerfülltem Kinderwunsch entscheiden sich oftmals für eine Kinderwunschbehandlung. Allerdings geht jede künstliche Befruchtung mit einem erheblichen Kostenaufwand einher. Da die gesetzlichen Krankenkassen nur die Kinderwunschbehandlungen von Ehepaaren bezuschussen, mussten Paare, die unverheiratet sind, bisher die Kosten selbst tragen.

Finanzielle Förderung für Paare, die unverheiratet sind

Auf diese Ungleichbehandlung von verheirateten und unverheirateten Paaren reagierte der Bund bereits im Januar 2016.

„Der Kinder­wunsch von Eltern darf nicht am Geld scheitern“, sagte Familien­ministerin Schwesig bei der Vorstellung der Förderung für Unver­heiratete.

„Deshalb müssen wir Paare mit unerfülltem Kinder­wunsch unterstützen – egal, ob sie verheiratet sind oder nicht.“

Es sei nicht zeitgemäß, unver­heiratete Paare dabei anders zu behandeln als Verheiratete.

Im Januar 2016 erweitert der Bund die Bundesförderrichtlinie zur „Unterstützung von Maßnahmen der assistierten Reproduktion“ auf Paare, die unverheiratet sind.

Auch Unverheiratete sollen einen staatlichen Zuschuss bei künstlicher Befruchtung erhalten.

Grundlage dieser Unterstützung ist die Bundesrichtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Maßnahmen der assistierten Reproduktion. Mit dieser Richtlinie stellt der Bund seit dem 01.04.2012 ungewollt kinderlosen Ehepaaren Zuschüsse bei Kinderwunschbehandlungen zur Verfügung.

Finanzielle Unterstützung durch Bund und Land

Voraussetzung für eine ergänzende finanzielle Hilfe ist die Kofinanzierung durch das Bundesland, in welchem das unverheiratete Paar lebt.

Dazu bedarf es einer Kooperation zwischen Bund und Bundesland. Weiterhin muss jedes Bundesland ein eigenes Landesprogramm zur Förderung von Kinderwunschbehandlungen unterhalten.

Bisher gibt es diese Kooperation für Paare mit Kinderwunsch in folgenden Bundesländern:

  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Thüringen
  • Sachsen-Anhalt
  • Sachsen
  • Berlin

Neu kommt nun das Bundesland Niedersachen hinzu.

Wer erhält eine Förderung?

Grundsätzlich können Paare eine finanzielle Unterstützung erhalten, wenn:

  • sie im Bundesgebiet ihren Hauptwohnsitz haben,
  • dort eine Reproduktionseinrichtung nutzen und,
  • im übrigen die weiteren Voraussetzungen des § 27a SGB V erfüllen.

Wie hoch ist die Förderung?

Je nach Bundes­land bekommen Paare, die unverheiratet sind, einen Zuschuss in Höhe von bis zu 12,5 Prozent der Behand­lungs­kosten für die erste bis dritte Kinderwunsch Behandlung.

Beim vierten Versuch gibt es bis zu 25 Prozent.

Verheiratete mit Kinder­wunsch erhalten mehr Hilfe

Die staatlichen Zuschüsse für unverheiratete Paare  sind geringer als die Hilfe, die Verheiratete von ihrer gesetzlichen Krankenkasse und vom Staat bekommen.

Die Zuwendungen vom Staat ergänzen bei Ehepaaren die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung, die laut Gesetz mindestens die Hälfte der genehmigten Behandlungskosten erstatten müssen.

Die Zuwendungen reduzieren bei Ehepaaren den verbliebenen Eigenanteil nach Abzug der Kostenübernahme durch die Kasse.

Ehepaare erhalten pro Versuch 25 Prozent. Im Vorfeld übernimmt aber die Krankenkasse vom ersten bis zum dritten Versuch mindestens 50 Prozent der Behandlungskosten, so dass ein geringerer Eigenanteil bezuschusst wird.

Bei Paaren, die unverheiratet sind, reduzieren die Zuschüsse die Selbstkosten, die in der Regel die kompletten Behandlungskosten umfassen.

Unverheiratet und Kinderwunschbehandlung : Ein Rechenbeispiel

Hat ein verheiratetes Paar nach der Abrechnung mit seiner Krankenkasse noch 1.000 Euro Eigenanteil zu bezahlen, übernimmt der Staat einen Anteil von 250 Euro.

Bei einem unverheirateten Paar, das 2.000 Euro allein tragen muss, zahlen Bund und Land zusammen 12,5 Prozent, das sind 250 Euro.

Gleichgeschlechtliche Paare werden nach einer Anfrage beim Familienministerium nicht unterstützt.

Weitere Informationen findest du auf dem Informationsportal Kinderwunsch des Bundes­familien­ministeriums.

Dort findest du auch eine Auflistung der Bundesländer mit eigenen Förderprogrammen und den Kontaktdaten.

Es bleibt zu hoffen, dass alle anderen Bundesländer nachziehen und die Erweiterung für Paare, die unverheiratet sind, umsetzen.

Herzliche Grüße

Silke

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Kosten Künstliche Befruchtung bei Unverheirateten

Die Kosten einer Künstlichen Befruchtung bei Unverheirateten sind steuerlich absetzbar.
Sowohl Arztrechnungen als auch die Kosten für Medikamente oder die Fahrtkosten zu den Behandlungen können als Krankheitskosten abgesetzt werden.
Für unverheiratete Paare zahlen die gesetzlichen Krankenkassen keine künstliche Befruchtung. Das hat das Bundessozialgericht vor kurzem entschieden.
Die hannoversche Allgemeine stellt jetzt klar, dass nicht verheiratete Paare die Ausgaben für eine künstliche Befruchtung als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung angeben können. Sie lassen sich bei den Krankheitskosten geltend machen, erklärt der Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine (BDL) in Berlin. Er verweist auf ein Urteil des Bundesfinanzhofs (Az.: III R 47/05).

BDL-Geschäftsführer Erich Nöll rät, diese Möglichkeit schon bei der Behandlung einzuplanen. So muss der Partner, der keine Kinder bekommen kann, die Behandlungskosten auch bezahlen. Nur dann können sie auch bei der Einkommenssteuererklärung geltend gemacht werden. Voraussetzung für die steuerliche Berücksichtigung ist auch, dass die Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung mit den Richtlinien der ärztlichen Berufsordnungen übereinstimmen.

Außerdem sollten betroffene unverheiratete Paare auf jeden Fall einen Antrag auf Kostenübernahme bei der Krankenkasse stellen – auch wenn sie wissen, dass er abgelehnt wird. Damit wird die Zwangsläufigkeit der Kosten einer künstlichen Befruchtung untermauert, der Ablehnungsbescheid der Krankenkasse beweist das der Steuerbehörde. Neben den Arztrechnungen können dann auch Kosten für Medikamente oder die Fahrtkosten zu den Behandlungen als Krankheitskosten abgesetzt werden.