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Fehlgeburt Ursachen: Was löst wiederholte Fehlgeburten aus?

Vielleicht hast du auch die Erfahrung einer Fehlgeburt machen müssen und suchst nun nach möglichen Fehlgeburt Ursachen, die dich das Erlebte besser verstehen und eine Wiederholung möglichst verhindern lassen. In diesem Artikel möchte ich dir wichtige Informationen zum Thema Fehlgeburt sowie eine neue Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) vorstellen, die dir einen guten Überblick zu Ursachen bei wiederholten Fehlgeburten geben kann.

Was ist eine Fehlgeburt?

Wenn ein Kind während der Schwangerschaft stirbt, ist das ein so schreckliches Ereignis, dass es mir schwer fällt über Definitionen der Fehlgeburt zu schreiben. Trotzdem ist es wichtig, den Unterschied zwischen einer frühen und späten Fehlgeburt sowie die Abgrenzung zur Totgeburt zu kennen.

Von einer Fehlgeburt wird gesprochen, wenn ein Kind mit einem Gewicht von weniger als 500 Gramm tot geboren wird. Der medizinische Fachbegriff dafür heißt „Abort“. Zudem wird zwischen einer frühen Fehlgeburt (Frühabort) unterschieden, wenn die Schwangerschaft vor der 12. Schwangerschaftswoche endet und einer späten Fehlgeburt (Spätabort), wenn das Baby im Zeitraum nach der 12. bis 24. Schwangerschaftswoche im Bauch der Mutter verstirbt. Kinder, die mit einem Gewicht von über 500 Gramm tot geboren werden, werden als Totgeburten bezeichnet.

Wiederholte Fehlgeburt: Statistik

Schätzungsweise 1% bis 3% aller Paare im reproduktionsfähigen Alter erleben den wiederholten Verlust einer Schwangerschaft.2 Dabei bleibt die Schwangerschaft bei einer frühen Fehlgeburt nicht selten unentdeckt und die Blutungen werden mit der Periodenblutung verwechselt. Deshalb ist diese Prozentangabe auch nur eine Schätzung, sie kann auch höher sein. Paare, die eine Fehlgeburt bewusst erleben mussten, haben besonders vor dem Wiederholungsrisiko Angst: Was ist, wenn die nächste Schwangerschaft wieder in einer Fehlgeburt endet?!

Mein Buchtipp für dich: 

Gute Hoffnung, jähes Ende: Fehlgeburt, Totgeburt und Verluste in der...*
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Ein Blick in die Forschungsliteratur zu diesem Thema zeigt, dass die Wiederholungsgefahr einer Fehlgeburt in starker Abhängigkeit zum Alter der Frau als auch der Anzahl der vorausgegangenen Aborte steht.3

 Wiederholungsrisiko von Fehlgeburten
Anzahl Aborte25 – 29 Jahre30 – 34 Jahre35 – 39 Jahre 40 – 44 Jahre
1 Abort~ 15%~ 16 – 18%~ 21 – 23%~ 40 %
2 Aborte~ 22 – 24%~ 23 – 26%~ 25 – 30%~ 40 – 44%
3 oder mehr Aborte~ 40 – 42%~ 38 – 40%~ 40 – 45%~ 60 – 65%

Ursachen einer Fehlgeburt

Ich bin mir sicher, dass jede Frau und jedes Paar, das eine oder mehrere Fehlgeburten erlebt hat, sich mit den Ursachen beschäftigen wird. Der Leidensdruck ist hoch und die Fragen nach dem Grund für den Verlust der Schwangerschaft und sinnvollen Behandlungsstrategien können sehr belastend sein.

Fragen nach den Ursachen:

  • Habe ich während der Schwangerschaft irgendetwas falsch gemacht?
  • Gab es einen genetischen Defekt bei meinem Kind?
  • Hatte ich eine hormonelle Störung?
  • Ist meine Gebärmutter richtig geformt?
  • Hat die Plazenta sich richtig entwickelt?
  • Sind die Spermien meines Partners in Form, Anzahl & ihrer Beweglichkeit in Ordnung?

Es ist nicht einfach, diese Fragen nach den Fehlgeburt Ursachen klar und eindeutig zu beantworten, da nur wenige Ursachen gerade für das wiederholte Auftreten einer Fehlgeburt bekannt sind. Auch für die Beantwortung der Frage, nach wie vielen Fehlgeburten eine umfangreichere Diagnostik sinnvoll ist, spielt neben der genauen Abortanamnese auch eine Einschätzung der reproduktionsmedizinischen Gesamtsituation des Paares eine wesentliche Rolle. Mir hat nach meiner eigenen Fehlgeburt sowohl das fachliche Wissen zum Thema als auch eine Auflistung der möglichen Ursachen einer Fehlgeburt und damit der Überblick gefehlt. Ich fühlte mich hilflos, uninformiert und wusste nicht, welche Punkte ich beispielsweise bei meinem behandelnden Frauenarzt hätte ansprechen können.

Diagnostik & Therapie von Frauen mit wiederholten Spontanaborten

Die neue Leitlinie „Diagnostik und Therapie von Frauen mit wiederholten Spontanaborten“ ist unter der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) entstanden und richtet sich an Frauen und Paare mit wiederholten Fehlgeburten (WSA). Ziel der Leitlinie ist es, die Diagnose und Therapie von Frauen mit WSA auf der Basis aktueller Studien zu standardisieren und damit die Unsicherheit aller Beteiligten zu reduzieren.

Es gibt die Leitlinie für Frauen mit WSA in einer Langfassung inklusive einer umfangreichen Literaturliste. Diese Langfassung eignet sich besonders dann für dich, wenn du dich umfassend in das Thema einlesen möchtest. Daneben gibt es eine „Dia-Version“, die alle wichtigen Infos in kurzer Tabellenform enthält. Ich habe dir beide Dokumente unten in der Literaturliste verlinkt und stelle dir folgend die wichtigsten Punkte vor.

Relevante Risikofaktoren für Spontanaborte

In der Literatur werden als Ursachen für Fehlgeburten das individuelle Gesundheitsverhalten, bestimmte Lebensumstände als auch weitere Risikofaktoren wie zum Beispiel genetische, anatomische, mikrobiologische, endokrine, psychologische und auch immunologische Risiken genannt.

Stress

Stress leuchtet sofort als Risikofaktor für eine Fehlgeburt ein. Allerdings weist die Leitlinie der DGGG darauf hin, dass die Datenlage dazu sehr dünn ist, da es nur wenige Studien zum Abortrisiko durch Stress gibt. Die Bedeutung von Stress für den Schwangerschaftsverlauf ist wissenschaftlich nicht endgültig geklärt, eine Erhöhung des Fehlgeburtsrisikos durch Stress kann nicht festgehalten werden.

Koffeinkonsum

Koffeinkonsum kann als mögliche Ursache für einen Spontanabort in Frage kommen. Einige Studien konnten hierbei eine dosisabhängige Beziehung zwischen der Aufnahme von Koffein und Fehlgeburten nachweisen. Eine retrospektive Fall-Kontrollstudie demonstrierte beispielsweise, dass es bei Frauen mit hoher (mehr als 300 mg pro Tag), moderater (150 bis 300 mg pro Tag) und geringer (weniger als 150 mg pro Tag) Koffeinaufnahme eine lineare Beziehung zwischen der Höhe des Koffeinkonsums und dem Risiko für eine wiederholte Fehlgeburt gibt.

Nikotin

Allen schwangeren Frauen ist eine Beendigung des Rauchens zu empfehlen. Die Leitlinie verweist mit Bezug auf verschiedene Studien  darauf hin, dass sowohl ein starker als auch moderater Tabakkonsum negative Auswirkungen auf die Chancen einer Lebendgeburt haben kann. Selbst das Passivrauchen kann das Risiko für Fehlgeburten erhöhen.

Genetische Faktoren

Embryonale und fetale Chromosomenstörungen stellen die häufigste Ursache gerade für frühe Fehlgeburten dar. Etwa 50% der Aborte im ersten Trimenon lassen sich auf Chromosomenaberrationen zurückführen, im 2. Trimenon sind es 30%. Das Alter der Mutter spielt bei den embryonalen und fetalen Trisomien eine starke Rolle, wobei in den vorliegenden Studien vor allem die Trisomie 16 und Trisomie 22 bei Fehlgeburten nachgewiesen werden konnte. Die Monosomie X ist bei etwa 20% der Aborte im ersten Trimenon zu nennen, Triplodien finden sich bei ca. 15% der Fehlgeburten.

Die Leitlinie der DGGG empfiehlt bei Frauen mit wiederholten Fehlgeburten eine zytogenetische Analyse durchzuführen, die mithilfe einer Chromosomenanalyse beider Partner auch präkonzeptionell erfolgen kann. Die Ergebnisse der Untersuchungen und hieraus notwendige Konsequenzen zur Abortprophylaxe wie beispielsweise eine Präimplantationsdiagnostik sollten im Rahmen einer genetischen Beratung besprochen werden.

Anatomische Faktoren

Angeborene Uterusfehlbildungen zeigen sich nach Auswertung der Literatur in ca. 10% bis 25% der Fälle einer wiederholten Fehlgeburt. Auch erworbene Fehlbildungen wie beispielsweise Myome und Polypen oder das Vorliegen eines bereits erlebten Spätabortes können das Abortrisiko erhöhen. Die Experten unserer neuen Leitlinie empfehlen deshalb bei sich wiederholenden Fehlgeburten und zum Ausschluss anatomischer Faktoren eine Vaginalsonographie und/oder Hysteroskopie durchzuführen.

Mikrobiologische Faktoren

Bakterielle, virale oder parasitäre Infektionen können zu einem vorzeitigen Blasensprung, einem Spätabort oder einer Frühgeburt führen. Allerdings scheint der Zusammenhang zwischen Infektionen und Fehlgeburten nicht wirklich klar zu sein, deshalb empfiehlt die Leitlinie kein generelles Screening auf vaginale Infektionen nach WSA. Die Expertenkommission betont aber, dass gerade bei Frauen mit wiederholten Fehlgeburten oder mehrmaligem Implantationsversagen eine Endometriumbiopsie zum Ausschluss einer chronischen Gebärmutterschleimhautentzündung (Endometritis) sinnvoll sein kann.

Endokrine Faktoren

Eine Schilddrüsendysfunktion, das PCO-Syndrom bzw. polyzystische Ovarien, Adipositas, Hyperandrogenämie und Insulinresistenz werden von der Leitlinie als mögliche endokrine Faktoren wiederholter Fehlgeburten genannt. Deshalb sprechen die Experten eine Empfehlung zur endokrinologischen Abklärung (Bestimmung von TSH, freiem T3, freiem T4 und der Schilddrüsenautoantikörperkonzentrationen) bei WSA aus. Auch eine Bestimmung des BMI und eine anschließende Abklärung eines metabolischen Syndroms wird in der Leitlinie empfohlen.

Psychologische Faktoren

Die Leitlinie sieht eine Verursachung von Fehlgeburten alleine durch psychologische Faktoren als nicht gegeben an. Vielmehr richtet sie den Fokus auf die psychologischen Auswirkungen und intensiven Trauerprozesse nach einer WSA und verweist auf psychosoziale Hilfs- und Unterstützungsangebote zur Verarbeitung.

Immunologische Faktoren

Aufgrund der Heterogenität der vorliegenden Studien kann nicht eindeutig bestimmt werden, welche Wertigkeit einzelne immunologische Parameter bei sich wiederholenden Fehlgeburten haben. Deshalb empfiehlt die Leitlinie kein generelles immunologsches Screening.

Gerinnung

Zahlreiche Studien beschäftigen sich mit den möglichen Zusammenhängen zwischen einer mütterlichen Thrombophilie und sich wiederholenden Fehlgeburten. Die Verfasser unserer Leitlinie kommen nach ausführlicher Diskussion zu dem Ergebnis, dass bei Frauen mit thromboembolischen Risiken eine entsprechende Thrombophiliediagnostik durchgeführt werden sollte.

Herzliche Grüße

Silke

By |2018-09-13T21:15:14+00:00September 13, 2018|0 Comments

Fehlgeburt: Was Du niemals sagen solltest!

Das Erleben einer Fehlgeburt bedeutet einen tiefen Einschnitt in das eigene Leben. Vielleicht liest du diese Zeilen, weil du selbst vor kurzem eine Fehlgeburt hattest oder weil es einen lieben Menschen in deinem Umfeld gibt, die oder der eine Fehlgeburt zu verarbeiten sucht. Wenn ich selbst zurückschaue, dann gehört meine eigene Fehlgeburt sicherlich zu den Geschehnissen in meinem Leben, die mich am meisten berührt haben. Doch warum ist das so?

Wir verbinden mit einer Schwangerschaft die Entstehung neuen Lebens und die Geburt eines Babys. Gedanklich und emotional ist uns unser Kind schon ganz nahe, der zukünftige gemeinsame Lebensweg steht fest.

Und dann kommt diese schockierende Nachricht, dass unser Kind nicht (weiter)leben wird und das Herz aufgehört hat zu schlagen. Der Schock und die Trauer sitzen tief und es gibt kaum eine Vorstellung, wie diese Nachricht verarbeitet werden kann. Auch die Familie, Verwandte und Freunde sind betroffen und es fehlt oft die Erfahrung und das Wissen, wie man auf einfühlsame Weise reagieren und mit der Situation umgehen kann.

So kommt es, dass ich über meinen Kinderwunsch Blog sehr viele Mails von Frauen und Paaren bekomme, die unendlich unter den Reaktionen ihrer Umwelt leiden. Unpassende Kommentare und vermeintlich gut gemeinte Ratschläge, die im wahrsten Sinne des Wortes verbale Schläge sind, verletzen und lassen die Betroffenen geschockt und traurig zurück.

Deshalb kommt hier nun eine Liste mit gesammelten Kommentaren, die du niemals (!) zu einer betroffenen Frau oder einem betroffenen Paar sagen solltest. Vielleicht hast du weitere Ergänzungen für meine Liste, zögere bitte nicht sie mir zu schicken!

Fehlgeburt: Was Du niemals sagen solltest

1. „Das Schicksal wollte es so“

Für jemanden, der gerade einen schweren Verlust verkraften musste, kann die Aussage „das Schicksal wollte es so“ sehr verletzend sein. Schnell kann die Vorstellung entstehen, dass das Schicksal für das Leben der betroffenen Person keine Kinder vorgesehen hat. Zudem stellt sich die Frage, was das Schicksal zukünftig noch bringen wird und warum es gerade einen selbst so hart getroffen hat. Selbst Frauen und Paare, die keinerlei Hang zum Aberglauben haben und mit beiden Beinen im Leben stehen, berühren solche Gedankengänge sehr.

 2. „Mit deinem Kind stimmte irgend etwas nicht“

Immer wieder höre ich diese Art von Bemerkung. Inhaltlich mag dieser Gedanke vielleicht sogar richtig sein, wenn die Fehlgeburt zum Beispiel durch einen genetischen Defekt des Kindes verursacht wurde. Es gibt viele Faktoren, die zu einer Fehlgeburt führen können. Allerdings möchte ich deutlich darauf hinweisen, dass eine solche Bemerkung nicht tröstend wirkt. Das Wissen um mögliche Erkrankungen oder Fehlbildungen des eigenen Kindes mindert nicht den Verlust und die Trauer.

 3. „Du kannst wieder schwanger werden“

Dies ist eine Bemerkung, die einem Tritt in die Magengrube gleich kommt. Leider ist sie als Kommentar aus dem sozialen Umfeld eines betroffenen Paares sehr beliebt. Doch für ein Paar, das bereits eine enge Bindung zu seinem ungeborenen Kind aufgebaut und sich viele Gedanken über das gemeinsame Leben gemacht hat, wirkt sie sehr verletzend.

Die Trauer um das Kind verschwindet nicht, indem man versucht den Verlust durch eine neue Schwangerschaft zu ersetzen. Eine Frau, die bereits schwanger war und ihr Kind nicht austragen durfte, macht sich viele Gedanken. Sie fragt sich nicht nur, ob sie wirklich wieder schwanger werden kann, sondern auch, ob sie überhaupt fähig ist, ein Kind auszutragen. Auch die Männer leiden sehr stark unter dem Verlust und der Frage, ob eine Folgeschwangerschaft überhaupt möglich sein wird. Selbst wenn es vielleicht recht schnell wieder klappt, bleibt die Trauer und Fassungslosigkeit über den Tod stets präsent.

4. „Du bist nicht mehr die oder der Jüngste“

Es ist erstaunlich, dass es Menschen gibt, die glauben, dass ein Hinweis auf das Alter der Betroffenen eine angemessene Reaktion auf eine Fehlgeburt ist. Zwar gibt es den Zusammenhang zwischen Fruchtbarkeit und Alter, aber eine solche Reaktion frustriert und hinterlässt das betroffene Paar einsam mit seiner Erfahrung zurück. Jede Frau und jedes Paar, das sich ein Baby wünscht und vielleicht schon in etwas fortgeschrittenem Alter ist, weiß fast immer um die Risiken einer Fehlgeburt. Wenn es dann tatsächlich passiert hilft dieses Wissen aber nicht weiter, um mit dem Schmerz und der Trauer besser umzugehen. Der Hinweis, dass man aufgrund des Alters ja vorgewarnt hätte sein müssen, verletzt und ist definitiv nicht hilfreich.

5. Du sagst nichts und ignorierst die Fehlgeburt

Wenn dir jemand vertrauensvoll von seiner Fehlgeburt erzählt oder dich auf andere Art und Weise davon wissen lässt, ist es fatal, wenn du nicht darauf reagierst und die Fehlgeburt ignorierst. Ich weiß, dass solche Situationen sehr herausfordernd sein können. Man möchte gerne auf gute Weise reagieren, gleichzeitig fehlen die passenden Worte und die Erfahrung, was in solchen Situationen angemessen ist und was nicht. Es braucht ganz viel Einfühlungsvermögen und oft ist es in der jeweiligen Situation schwierig wertschätzend und empathisch zu reagieren.

Mein Tipp: Du musst keine perfekt eloquente und einfühlsame Antwort geben. Ein „es tut mir leid, was Euch passiert ist“ lässt das betroffene Paar wissen, dass du an sie denkst und dich in ihre Situation einfühlen kannst. Oft ist hier weniger auch mehr. Wenn du total unsicher bist, kannst du auch diese Unsicherheit in Worte fassen und deinem Gegenüber mitteilen, wie sehr dich die Situation berührt und du innerlich nach den richtigen Worten suchst. Auch ein „das macht mich sprachlos“ oder ein einfaches „darf ich dich kurz drücken“ sind ein Zeichen, dass du verstanden hast, worum es gerade geht. Traue dich, deine eigene Betroffenheit auszudrücken! Sie wird es deinem Gegenüber ermöglichen vielleicht auf ähnliche Weise zu reagieren und darin für einen Moment etwas Trost zu finden.

Herzliche Grüße

Silke

By |2018-09-08T23:21:10+00:00September 8, 2018|9 Comments

Sepia Homöopathie: Sepia C30 & C1000 bei gynäkologischen Beschwerden

Die Sepia gilt als große homöopathische Frauenarznei und wird aus der schwarzbraunen Tinte des Sepia officinalis hergestellt. Es lohnt sich dir Zeit für diesen Artikel zur Sepia Homöopathie zu nehmen, denn Sepia ist eines der am häufigsten eingesetzten homöopathischen Arzneimittel bei gynäkologischen Beschwerden wie beispielsweise Zyklustempoanomalien oder fehlendem Eisprung. Auch bei depressiven Verstimmungen, Erschöpfungszuständen, aber auch während der Schwangerschaft, nach der Geburt und während der Wechseljahre werden die Sepia Globuli eingesetzt.

Tipp: Übersicht Kinderwunsch Homöopathie

Sepia officinalis: Kopffüßler mit wertvoller Tinte

Wenn du den Begriff Sepia googelst, wirst du erfahren, dass dieser zunächst einmal verschiedene Arten von Tintenfischen bezeichnet. Genauer geht es hierbei um Kopffüßler, die aufgrund des fehlenden Skeletts zur Gruppe der Weichtiere gezählt werden.

Sepia Tintenfisch liefert Tinte für Sepia Homöopathie

Sepia Tintenfisch: Hier ein Pärchen!

Die Sepien, die auch als Kalmare oder Kuttelfische bezeichnet werden,  können zwanzig bis dreißig Zentimeter groß werden und sind im Mittelmeer, in der Nordsee, aber auch im Atlantischen Ozean zu finden. Ihre zehn Fangarme (Tentakel) setzen direkt am Kopf an und erleichtern das schnelle Jagen von Beutetieren. Auch der Schutz vor Feinden ist durch eine Veränderung der Hautfarbe und durch den Einsatz einer blauschwarzen Tinte perfektioniert: Neben verschiedenen Tarnfarben kann der Tintenfisch sich in einer dunkle Wolke aus Tinte hüllen und sich so vor möglichen Angreifern wie beispielsweise Robben schützen. Diese Tinte ist es, die die Basis der Sepia Homöopathie bildet und deren Wirkweise ganz eng mit dem Tintenfisch selbst verbunden ist.

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Sepia, das Tier & seine Analogien zum Arzneimittelbild

Bevor ich dir alles über die Anwendungsgebiete und die Dosierung von Sepia berichten werde, möchte ich dir einen Einblick in die zugrunde liegende Psychologie der Sepia Behandlung geben. Das Thema ist wirklich spannend und berührt vielleicht auch Problembereiche in deinem Leben.

Sepia Psychologie

Die Psychologie der Sepia  beginnt beim Tintenfisch selbst:

  • Die Tentakel der Sepia setzen am Kopf und nicht am Bauch an. Diese äußere Erscheinungsform des Kopffüßlers findet seine Entsprechung in der Anwendung der Sepia als Arzneimittel. Sie wird gerne bei Frauen eingesetzt, die auf sehr rationale Weise ihr Leben planen und bei denen diese Dominanz des Kopfes manchmal zu Lasten des “ weichen Bauches“ und den dort beheimateten Gefühlen und der Intuition geht. Die Sepia Frau ist gerne unabhängig und legt großen Wert darauf ihr Leben selbstbestimmt zu führen. Sie zeichnet sich durch eine große Klarheit ihrer Gedanken aus. Sie sagt, was sie denkt und das ungeschminkt und oft wenig diplomatisch. Ihr Job und ihre Karriere sind bedeutsam, die Integration des Partners oder von Kindern fällt aufgrund der damit verbundenen Rückstellung eigener beruflicher Ziele nicht immer leicht.
  • Der Kopffüßler hat sehr große Augen und dieses Bild verwendet die Sepia Homöopathie im übertragenen Sinne und setzt die Globuli bei Frauen ein, die sehr gut die Schwächen anderer Menschen erkennen können und diese Fähigkeit für gezielte verbale Angriffe nutzen. Auf der anderen Seite zeigt die Sepiafrau nicht gerne ihre eigenen Gefühle und ihre Verletzlichkeit und zieht sich emotional lieber zurück.

Buchtipps:

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Markus Wiesenauer - Herausgeber: GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH - Auflage Nr. 4 (07.02.2015) - Broschiert: 312 Seiten
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  • Auch das Geschlechtsleben der Sepia officinalis ist interessant: Der Geschlechtsakt besteht in der fast schon förmlichen Übergabe des Spermas in einem kleinen Beutel durch den männlichen Tintenfisch. Das Ganze wirkt sehr distanziert, die eigentliche Befruchtung geschieht im Verborgenen ohne direkten Körperkontakt zwischen den Tieren. Dieses Bild nutzt die Sepia Homöopathie und setzt die Globulis gerne bei Frauen ein, die engen Beziehungen und allzu großer Nähe aus dem Weg gehen und die störempfindlich beim Sex sind und bestimmte äußere Rahmenbedingungen brauchen, um Intimität zuzulassen. Sepia Frauen vermeiden Nähe und Intimität, auch enge Freundschaften und intensiver persönlicher Austausch kosten sie viel Kraft.
  • Nach der Befruchtung wirft das Tintenfischweibchen die Eier ab und verlässt sie. Entsprechend wird die Sepia oft dann eingesetzt, wenn eine Frau Probleme mit ihrer Rolle als Mutter oder dem konventionellen Frauenbild in unserer Gesellschaft hat oder es Schwierigkeiten während der Schwangerschaft wie beispielsweise einer starken morgendlichen Übelkeit in den ersten 3 Monaten gibt.

Die 4 Indikationen der Sepia Homöopathie

Die Sepia gilt in der Homöopathie als eines der weiblichsten Mittel und ihr Einsatzradius ist groß. Zwar wird sie sehr oft bei gynäkologischen Beschwerden eingesetzt, gleichzeitig gibt es viele Erfahrungsberichte über eine positive Wirkung auf Nieren und Leber, aber auch auf die emotionale Befindlichkeit und Gefühle wie Neid, Trauer, Angst, Mitgefühl und Liebe. Auch während der Schwangerschaft, nach der Geburt bis hin zu den Wechseljahren findet die Sepia ihre Einsatzgebiete.

  • Die emotionale Indikation: Sepia kann zum Einsatz kommen, wenn es um verletzte, verdrängte oder auffällig stark ausgeprägte weibliche Gefühle geht. Sei es die schlechte Laune oder der Frust vor der Menstruation, die Sehnsucht nach dem eigenen Baby, die Angst vor Nähe oder dem Verlust der eigenen Weiblichkeit in den Wechseljahren.
  • Die organische Indikation: Sepia Homöopathie kann sinnvoll sein, wenn die weiblichen Fortpflanzungsorgane nicht optimal arbeiten oder der weibliche Hormonhaushalt gestört ist. Prämenstruelles Syndrom, Zyklusunregelmäßigkeiten, fehlender Eisprung oder auch verbliebene Symptome zurückliegender Unterleibserkrankungen.
  • Die kausale Indikation: Diese ist immer dann gegeben, wenn die mögliche Ursache für bestimmte körperliche Symptome in erlebten negativen Erlebnissen bestehen (beispielsweise einer Sterilität nach erlebter Fehl- oder Totgeburt oder die Angst vor einer Schwangerschaft aufgrund negativer Erlebnisse in der Kindheit).
  • Die hereditäre Indikation: Hereditäre Krankheiten sind erblich bedingt und können sich sowohl körperlich als auch emotional auswirken. Ängste und unbewusste Wünsche, die von Generation zu Generation weitergetragen werden oder frauenspezifische Erkrankungen, die wiederholt in der Familie auftauchen. Dabei meint „erblich bedingt“ nicht zwangsläufig eine genetische Weitergabe, vielmehr geht es hier explizit auch um in der Kindheit erworbene Verhaltensmuster und Denkweisen.
Sepia Homöopathie Sepia Globuli C30

Sepia Homöopathie Sepia Globuli C30

Sepia Anwendungsgebiete

Sepia Homöopathie wird aus der getrockneten Tinte des Tintenfisches hergestellt. Sepia enthält als Hauptbestandteile Calcium carbonicum, Magnesium carbonicum, Natrium sulfuricum, Kochsalz sowie einen schwarzen Farbstoff.  Ähnlich wie Nux vomica ist Sepia eines der Polychreste (griechisch für Alleskönner) in der Homöopathie.

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Typische Krankheiten und Symptome für eine Sepia Anwendung:

  • Menstruationsbeschwerden
  • Zyklusunregelmäßigkeiten
  • Fehlender Eisprung
  • Kinderwunsch
  • Entzündliche Erkrankungen im Bereich der weiblichen Geschlechtsorgane
  • Depressive Verstimmungen
  • Gereiztheit
  • Emotionale Distanziertheit & Gleichgültigkeit
  • Frieren mit kalten Händen und Füßen
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Scheidenausfluss, weiß-gelb
  • Kopfschmerzen & Migräne
  • Übelkeit & Erbrechen
  • Verstopfung ohne Stuhldrang
  • Bindegewebsschwäche der Unterleibsorgane
  • Senkungsbeschwerden
  • Unverträglichkeit von Milch
  • Schwangerschaftserbrechen
  • Wechseljahresbeschwerden
  • Hitzewallungen & Frieren
  • Verstopfung
  • Erkältung & Husten
  • Hämorrhoiden
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Ischiasschmerzen in der Schwangerschaft
  • Hauterkrankungen
  • Blasenentzündung

Sepia hat sehr vielseitige Einsatzmöglichkeiten bei Frauen im gynäkologischen Bereich, aber auch bei  bei Kindern, Jugendlichen und  männlichen Erwachsenen ist es kaum mehr wegzudenken. Dabei spielen nicht nur körperliche Symptome, sondern auch psychische Probleme wie beispielsweise Trauer und Depression, Reizbarkeit oder Erschöpfungszustände eine wichtige Rolle. Sepia zeigt oftmals eine gute hormonelle Wirkung.

Die Wahl der Potenz: Sepia C30 oder Sepia C1000?

Mich haben die verschiedenen Potenzen in der homöopathischen Behandlung anfangs sehr verwirrt. Was bedeuten die verschiedenen Potenzen und für welche Sepia Potenz solltest du dich speziell bei Kinderwunsch entscheiden?

Wenn du ein homöopathisches Mittel online oder in der Apotheke bestellen wirst, stößt du bei der Auswahl der richtigen Potenz auf ein oder zwei Großbuchstaben und eine Zahl: Zum Beispiel Sepia C30 oder der Sepia C1000. Die Zahl zeigt dir an, wie oft die Ausgangssubstanz der Arznei verdünnt wurde. Der Buchstabe informiert dich darüber, welches Mischverhältnis bei der Verdünnung der Arznei eingesetzt wurde. So bedeutet beispielsweise eine C Potenz, dass die Ausgangssubstanz im Verhältnis 1 zu 99 verdünnt wurde.

Es gilt:

Viele Homöopathen beginnen ihre Behandlung mit einer niedrigen Potenz und steigern diese im Laufe der Zeit. Bei der Sepia wird oft mit der C30 Potenz begonnen. Allerdings gibt es auch die andere Vorgehensweise, insbesondere wenn es neben den körperlichen auch um länger zurückliegende Ereignisse geht, die emotional und seelisch belasten. Auch negative Glaubenssätze, Traumata oder „ererbte Themen“ der Familie machen den Einsatz der Sepia C1000 Potenz sinnvoll.

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Bei unerfülltem Kinderwunsch verwenden viele erfahrene Homöopathen oft direkt die Sepia C1000 Potenz, da es neben den rein körperlichen Symptomen auch immer um eine Achterbahnfahrt der Gefühle und im übertragenen Sinne um einen dicken Rucksack von aufgestauter Frustration, Wut und Trauer geht. Oftmals wird vor Beginn der Sepia-Behandlung Nux Vomica in der C30 Potenz verordnet.

Dosierung & Einnahme

Meine Recherche hat ergeben, dass die homöopathische Behandlung mit Sepia von vielen Homöopathen mit der Sepia C30 Potenz begonnen wird. Diese Potenz eignet sich auch zur Selbstbehandlung. Die Dosierungsempfehlung sieht vor, 3 bis 5 Globuli bis zu dreimal täglich im Mund unter der Zunge zergehen lassen. 15 Minuten vor und 15 Minuten nach der Gabe sollte möglichst nichts gegessen oder getrunken werden.

Bei Kinderwunsch und Menstruationsbeschwerden wird die Sepia C30 Potenz in dieser Dosierung eingesetzt, um den Hormonhaushalt auszubalancieren und den Zyklus regelmäßiger und kraftvoller werden zu lassen.

Bei länger bestehenden und sogenannten „ererbten“ Problemen wird die Sepia in der C1000 Potenz angewendet. Üblich ist hier eine einmalige Gabe von 10 Globuli, die man unter der Zunge zergehen lässt. Oftmals wird der Sepia C1000 eine Gabe von Nux vomica oder Aconitum vorausgestellt.

Hinweis: Wie immer muss ich darauf hinweisen, dass dieser Artikel keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker ersetzt  und nicht zur Eigendiagnose oder Behandlung von Krankheiten verwendet werden darf. Gerade der Einsatz von Sepia in der Hochpotenz C1000 sollte vorher mit einem Arzt, Apotheker oder einem erfahrenen Homöopathen abgestimmt werden. Ich übernehme keine Haftung für Probleme oder Schäden, die sich aus der Anwendung der hier dargestellten Information ergeben.

Einnahme Empfehlungen

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für eine Besserung der eigenen gesundheitlichen Situation geeignet.

  • Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 – C30.
  • Die Behandlung sollte abgebrochen werden, wenn eine Verschlechterung der Symptome eintritt.
  • Es sollte niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Bitte stimme die Einnahme stets mit deinem behandelnden Arzt ab.

Behandlungsdauer

In der Regel werden homöopathische Arzneien solange eingenommen, bis die Beschwerden sich deutlich verbessert haben. Bitte bespreche dich hierzu mit deinem Arzt, da es hier Abweichungen je nach Beschwerdebild gibt.

Sepia C30 und C1000 Globuli kaufen

Du kannst die Sepia Globuli in deiner Apotheke vor Ort kaufen und dich hierbei gleich auch fachkundig beraten lassen. Ich selbst bestelle gerne online, um möglichst günstige Preise und Rabattaktionen nicht zu verpassen.

Bei Fragen oder Erfahrungsberichten zur Anwendung der Sepia melde dich gerne bei mir!

Herzliche Grüße

Silke

Weiterlesen: 

Zyklustee: Wie du den richtigen Kinderwunschtee auswählst

Hilft Bryophyllum bei Kinderwunsch?

Agnucastion: Natürlicher Helfer bei Kinderwunsch?

Quellenangaben

  • Hahnemann S (1999) Organon der Heilkunst. Hippokrates Verlag: Suttgart (Nachdruck der 6. Auflage von 1921)
  • Majer-Julian, E.: Homöopathie für die Wechseljahre, 3. Auflage, Narajana Verlag, 2013
  • Phatak, R.: Homöopathische Arzneimittellehre, Urban & Fischer Verlag München, 5. Auflage, 2013
  • Deutscher Zentralverband homöopathischer Ärzte: www.homoeopathie-online.info/ (Abruf: 24.08.2018)

Foto: Bigstockphoto.com / © ginasanders

By |2018-09-07T20:49:17+00:00September 7, 2018|0 Comments

Nux vomica: Meine Erfahrungen mit den Brechnuss Globuli

Heute möchte ich dir Nux vomica als eine weitere nebenwirkungsarme homöopathische Therapieoption vorstellen. Ich habe mit den Globuli der Brechnuss wiederholt sehr gute Erfahrungen gemacht und möchte dir deshalb mit diesem Artikel einen schnellen Einstieg in die sanfte Behandlung mit Nux vomica ermöglichen.

Homöopathische Mittel bei Kinderwunsch: Eine Übersicht

Hinweis: Wie immer muss ich darauf hinweisen, dass dieser Artikel keine Beratung durch einen Arzt oder Apotheker ersetzt  und nicht zur Eigendiagnose oder Behandlung von Krankheiten verwendet werden darf. Ich übernehme keine Haftung für Probleme oder Schäden, die sich aus der Anwendung der hier dargestellten Information ergeben.

Was ist Nux vomica?

Strychnos Nux vomica ist eine Baumart aus der Familie der Brechnussgewächse, die in Südostasien, Westafrika und Nordaustralien beheimatet ist. Die getrockneten und fein zerriebenen Samen dieses auch als Krähenauge oder Strychninbaum bezeichneten und bis zu 13 Meter hohen Baumes dienen als Grundlage zur Herstellung der Nux vomica Globuli. Die arzneiliche Wirkung der Brechnusssamen ist bereits seit dem 11. Jahrhundert in der arabischen und chinesischen Medizin überliefert.

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Als ich das erste Mal von Nux vomica erfahren habe, war ich kurz schockiert. Denn die Brechnusssamen enthalten tatsächlich das Nervengift Strychnin, das bereits bei einer Einnahme ab 200 mg zum Tod führen kann. Schnell habe ich allerdings verstanden, dass Nux vomica ein sogenanntes „Polychrest“ ist:

Wann wird Nux vomica eingesetzt?

Das Anwendungsgebiet von Nux vomica lässt sich ganz leicht aus der Übersetzung ableiten: „Nux“ bedeutet „Nuss“, „to vomit“ kommt aus dem Englischen und heißt „sich übergeben“. Nimmt ein Mensch zu viel vom Samen des Brechnussbaumes auf, wird er krank. Als Polychrest und homöopathisch dosiert hilft Nux vomica aber deshalb gerade bei Krankheiten oder Auswirkungen, die auf einer ungesunden Lebensweise oder einer intensiven Arzneimitteleinnahme basieren:

  • Stress, Überforderung, emotionale Belastung, Angst, starke innere Anspannung.
  • Neigung zur Einnahme von Genussmitteln, z.B. Kaffee oder Alkohol.
  • Schlafstörungen ausgelöst durch Überarbeitung, Überanstrengung, Aufregung und die Einnahme von Schlafmitteln.
  • Neigung zu ungesunder Ernährung.
  • Häufige Infekte, Kälteempfindlichkeit.
  • Symptome nach Arzneimittelgebrauch (z.B. Antibiotika, Pille, Schmerzmittel).
  • Verdauungsstörungen, Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen ausgelöst durch stark gewürzte Speisen, Überessen, Durcheinanderessen.
  • Kopfschmerzen durch Stress oder falsche Ernährung.
  • Infekte, Erkältungen.
  • Unregelmäßiger Zyklen, Beschwerden & unerfüllter Kinderwunsch z.B. nach Absetzen der Pille.
  • starke Regelblutungen, verstärkte Menstruationsbeschwerden, zu früh einsetzende, lang anhaltende Blutungen.

Nux vomica kann hilfreich sein bei langwierigen Beschwerden, die durch zu viel Stress und zu wenig Bewegung, durch lange Arzneimitteleinnahme (z.B. die Pille!) oder durch langen Nikotin-, Kaffee-, Drogen- oder anderen Arzneimittelkonsum hervorgerufen wurden.

Meine Erfahrungen mit Nux vomica

Bei mir war es so, dass sich mein Zyklus nach Absetzen der Pille lange Zeit nicht wieder einpendeln wollte. Bei meiner zweiten Anwendung von Nux vomica hatte ich aufgrund einer dicken Erkältung eine fast zweiwöchige Einnahme von Antibiotika hinter mir. Ich fühlte mich schlecht, müde, aus dem Gleichgewicht geraten und besonders meine Verdauung schien die Einnahme des Antibiotikums schlecht verkraften zu können. Ein drittes Mal habe ich die Globuli der Brechnuss nach meiner Fehlgeburt eingesetzt. Ich musste leider eine Ausschabung mit Narkose über mich ergehen lassen und hatte nach den bisher sehr positiven Erfahrungen mit Nux vomica das Gefühl, dass die Globuli mir auch dieses Mal helfen würden meine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Ich habe der Einnahme von Nux Vomica jedesmal eine einmalige Gabe von Sepia Globuli in der C1000 Potenz folgen lassen.

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Dosierung und Einnahme

Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen gerade auch bei unerfülltem Kinderwunsch geeignet. Bei der Anwendung von Potenzen ab D30 sollte ein fachkundiger Arzt oder ein Homöopath einbezogen werden. Bedenke bitte auch, dass es gerade bei Kinderwunsch wichtig ist, die Ursachen der Kinderlosigkeit fachärztlich abklären zu lassen.

Nux vomica wird gewöhnlich in den Potenzen D6 oder C6 verabreicht. Doch auch höhere Potenzen wie D12/C12 oder D30/C30 können sinnvoll sein.

Generell gilt: Erwachsene nehmen dreimal täglich fünf Globuli. Wenn sich die Beschwerden gebessert haben, sollte man die Dosis auf ein- bis zweimal täglich reduzieren. Treten die Beschwerden nicht mehr auf, sollte das Mittel wieder abgesetzt werden.

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Bei unerfülltem Kinderwunsch hat sich eine einmalige Gabe von  10 Kügelchen in der C30 bewährt, wenn beispielsweise die Arzneigabe unmittelbar bevorstand. Liegt die Einnahme länger zurück oder dauerte sehr lange an (z.B. längere Einnahme der Pille), kann die einmalige Gabe von 10 Kügelchen in der C1000 Potenz sinnvoll sein.

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Du kannst die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. 15 Minuten vor und 15 Minuten nach der Gabe möglichst nichts essen und trinken.

Herzliche Grüße

Silke

Buchtipp:

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Weiterlesen:

Mit Homöopathie schwanger werden

hCG Tabelle Urin: Schwangerschaftstest ab wann möglich?

Quellenangaben:

  1. Henriette’s Herbal Homepage, abgerufen am 16.08.2018
  2. S. R. Phatak, Homöopathische Arzneimittellehre, München 2013,  S. 375-379.
  3. E. B. Nash, Leitsymptome in der homöopathischen Therapie, Stuttgart 2015, S. 1-10.

Foto: Bigstock.com / © ChamilleWhite

By |2018-09-07T21:30:17+00:00August 17, 2018|0 Comments

Blastozystentransfer: Höhere Wahrscheinlichkeit für Jungs & eineiige Zwillinge!

Vielleicht hat dich auch schon die Frage beschäftigt, ob eine IVF und der damit oft verbundene Blastozystentransfer das Geschlecht deines Babys oder die Wahrscheinlichkeit eineiige Zwillinge zu bekommen beeinflusst. Eine neue Studie bestätigt die Beobachtung, dass es offenbar tatsächlich eine Verbindung zwischen dem Blastozystentransfer und dem Geschlecht bzw. der Entstehung eineiiger Zwillinge gibt.

Blastozystentransfer: Was ist das genau?

Bei einer künstlichen Befruchtung (IVF oder ICSI)wird nach einer Stimulation der Eierstöcke eine größere Anzahl von Eizellen punktiert (Follikelpunktion) und im Labor befruchtet. Nach einigen Tagen können dann bis zu maximal 3 Embryonen in die Gebärmutter der Frau zurückgesetzt werden. Hierbei stellt sich die Frage, in welchem Entwicklungsstadium dieser Transfer stattfindet und es gibt hierzu unterschiedliche Ansätze. Während manche Kinderwunsch Kliniken sich dazu entscheiden, die Embryonen im Teilungsstadium nach 2 oder 3 Tagen zurücksetzen (Embryonentransfer), wählen andere die Möglichkeit, die Embryonen bis zum fünften Tag nach der Befruchtung weiter im Brutschrank zu kultivieren. In diesem Fall spricht man von einem Blastozystentransfer, also der Übertragung von Embryonen, die sich bereits in einem sehr fortgeschrittenen Entwicklungsstadium befinden. Die Übertragung der Embryonen im Blastozystenstadium erfolgt damit ungefähr zum gleichen Zeitpunkt, an dem sie bei einer natürlichen Empfängnis die Gebärmutter erreichen würden.

Blastozystentransfer: Mehr Jungs & mehr eineiige Zwillinge

Eine neue Meta-Analyse aus Südkorea konnte 26 Studien zwischen 1995 und Mai 2017 zu diesem Thema auswerten. Und das Ergebnis bestätigt tatsächlich die Beobachtung, dass nach einem Blastozystentransfer mehr Jungs und mehr eineiige Zwillinge geboren werden. Die Auswertung zeigte, dass die Wahrscheinlichkeit nach Blastozystentransfer einen Jungen zu bekommen um etwa 10% erhöht ist. Die Wahrscheinlichkeit eineiige Zwillinge das Leben zu schenken ist sogar in etwa doppelt so hoch! Die Ursachen hierfür werden leider nicht von der Studie erfasst und sind damit unklar.

Weiterer Vorteil des Blastozystentransfers?

Für alle, die sich beispielsweise unbedingt einen Jungen wünschen oder sich auch gut Zwillinge vorstellen können, kann dieses Ergebnis vielleicht ein zusätzliches Kriterium sein, sich für einen Blastozystentransfer zu entscheiden. Der aus meiner Sicht wichtige Vorteil eines Blastozystentransfers ist aber die bessere Identifizierung von Embryonen, die das Potential in sich tragen, sich einzunisten und sich zu einem Baby zu entwickeln. Denn nur etwa 20 bis 30 Prozent aller befruchteten Eizellen schaffen es bis zum Blastozystenstadium. Auch der Zeitpunkt der Übertragung des Embryos scheint zu diesem späteren Zeitpunkt idealer gewählt zu sein, entspricht er doch dem Zeitpunkt, an dem dieser bei einer natürlichen Empfängnis die Gebärmutter erreichen würde.

Herzliche Grüße

Silke

Weiterlesen:

Homöopathische Mittel bei Kinderwunsch: Eine Übersicht

Einnistungsschmerz: Kann man die Einnistung spüren?

30 Schwangerschaftsanzeichen: Bist du schwanger?

Literatur: 

Jinli Ding et al.: The effect of blastocyst transfer on newborn sex ratio and monozygotic twinning rate: An updated systematic review and meta-analysis. Reproductive Biomedicine Online, im Druck.

Chang HJ et al: Impact of blastocyst transfer on offspring sex ratio and the monozygotic twinning rate: a systematic review and meta-analysis. Fertil Steril. 2009 Jun;91(6):2381-90. doi: 10.1016/j.fertnstert.2008.03.066. Epub 2008 Aug 20.

Foto: Bigstock.com / ©  Tyrannosaurus

By |2018-08-09T21:30:11+00:00August 9, 2018|0 Comments

Künstliche Befruchtung: Hessen übernimmt anteilig Kosten für 4. Versuch

Gute Nachrichten für Kinderwunsch Paare in Hessen, die sich für eine künstliche Befruchtung entschieden haben. Die hessische Landesregierung macht ernst mit ihrem Vorhaben ungewollt kinderlose Paare mehr zu unterstützen und übernimmt anteilig die Kosten für einen 4. Versuch.

Künstliche Befruchtung: Kosten 4. Versuch

Generell ist es so, dass gesetzlich versicherte Paare bundesweit 50% Prozent der Behandlungskosten für bis zu 3 Versuche zur künstlichen Befruchtung beantragen können. Zwar gibt es Krankenkassen, die einen höheren Anteil der Kosten und manchmal sogar 100% der Behandlungskosten übernehmen. Aber spätestens ab dem vierten Versuch werden diese Paare zu Selbstzahler und müssen nach ausschließlich eigenen Wegen der Finanzierung Ausschau halten. Dies stellt eine zusätzliche und ich wie ich finde immense Belastung der sowieso schon stark belasteten Betroffenen dar.

Welche Krankenkasse übernimmt die künstliche Befruchtung zu 100%?

Künstliche Befruchtung Kosten: Welche Kassse zahlt 75%?

Nicht wenige Paare können sich aufgrund der persönlichen finanziellen Situation keine weitere Versuche leisten oder müssen lange Zeit Geld für den nächsten Versuch zurücklegen. Zudem muss berücksichtigt werden, dass bereits im Rahmen der ersten drei Versuche die andere Hälfte der anfallenden Kosten für die Behandlung, aber auch für die Medikamente und eventuelle Zusatzleistungen privat bezahlt werden müssen.

Hessen unterstützt vierten Versuch der künstlichen Befruchtung

Um die finanzielle Belastung von Paaren mit Kinderwunsch zu reduzieren, finanziert das Land Hessen gemeinsam mit dem Bund eine Unterstützung von 75 Prozent des Selbstkostenanteils der Behandlungskosten bis zu einer Höhe von maximal 3300 Euro. Damit sollen die Chancen im Rahmen eines vierten Versuches Eltern zu werden erhöht und die finanziellen Belastungen für Kinderwunschpaare reduziert werden.

Eine entsprechende Förderrichtlinie hierzu wurde bereits erstellt. Die Förderung selbst kannst du beim Regierungspräsidium Gießen beantragen. Alle Antragsformulare sowie weitere Informationen und ein Merkblatt zur assistierten Reproduktion findest du unter: https://hessenlink.de/VierterVer

Fazit: Daumen hoch für Hessen!

Eine klasse Initiative der hessischen Landesregierung, die hoffentlich bundesweit Schule macht. Ich bin mir sicher, dass viele Paare in Hessen aufgrund dieser neuen Regelung etwas beruhigter in ihre Behandlungsversuche starten können.

Herzliche Grüße

Silke

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By |2018-09-07T21:26:47+00:00August 3, 2018|2 Comments

Künstliche Befruchtung & die Spätfolgen: Besteht ein höheres Krebsrisiko?

Wie wirken sich die Hormongaben im Rahmen einer künstlichen Befruchtung auf den weiblichen Körper aus? Bestimmt hast du dich auch schon gefragt, ob du mit Spätfolgen wie beispielsweise einem erhöhten Krebsrisiko zu rechnen hast. Bereits vor einiger Zeit habe ich zu dieser Fragestellung über eine Studie aus Schweden berichtet, die zu dem Ergebnis kam, dass Frauen, die eine Hormontherapie durchlaufen haben, kein erhöhtes Brustkrebsrisiko zeigen. Eine neue Untersuchung aus England möchte ich dir heute vorstellen.

Spätfolgen der Kinderwunschbehandlung

An der neuen Studie aus England haben 255.786 Frauen teilgenommen, die ihren ersten IVF- oder ICSI-Zyklus in den Jahren zwischen 1991 und 2010 unternommen haben. Die Untersuchung wurde durchgeführt, um herauszufinden, ob bei diesen Frauen ein erhöhtes Risiko für Brust-, Eierstock- und Endometriumkarzinome nachgewiesen werden kann. Bemerkenswert ist die große Gruppe an Frauen, die einbezogen wurden. Es handelt sich um alle Frauen, die in England im genannten Zeitraum eine künstliche Befruchtung durchlaufen haben.

Die Ergebnisse

Die Wissenschaftler der Studie konnten kein erhöhtes Risiko für Endometriumkarzinome finden. Insgesamt erkrankten in der Gruppe 164 Frauen an einem Endometriumkarzinom, die standardisierte Inzidenzrate lag bei 146.9 Fällen (164 cancers observed v 146.9 cancers expected; SIR 1.12, 95% confidence interval 0.95 to 1.30). Die standardisierte  Inzidenzrate gibt die Häufigkeit eines Ereignisses (hier der Erkrankung an einem Endometriumkarzinom) einer betrachteten Gruppe von Personen in Bezug auf die Gesamtbevölkerung an.

Weiterhin konnten die Autoren auch kein signifikant erhöhtes Risiko für  Mammakarzinome generell (2578 v 2641.2; SIR 0.98, 0.94 to 1.01) und auch nicht  für invasive Mammakarzinome finden (2272 v 2371.4; SIR 0.96, 0.92 to 1.00). Lediglich das Risiko für ein Karzinom in situ der Brust war geringfügig erhöht (291 v 253.5; SIR 1.15, 1.02 to 1.29; absolute excess risk (AER) 1.7 cases per 100 000 person years, 95% confidence interval 0.2 to 3.2).

Schließlich wurde das Risiko für Ovarialkarzinome untersucht und hierbei ein erhöhtes Risiko festgestellt (405 v 291.82; SIR 1.39, 1.26 to 1.53; AER 5.0 cases per 100 000 person years, 3.3 to 6.9). Allerdings muss hierzu erwähnt werden, dass bei den betroffenen Frauen auch andere Risikofaktoren wie beispielsweise das Vorliegen von PCOS oder andere individuelle Eigenschaften der jeweiligen Person eine Rolle spielen. So fand die Studie beispielsweise kein erhöhtes Risiko für Eierstockskrebs bei den Frauen, die „nur“ aufgrund der eingeschränkten Fruchtbarkeit ihres Partners behandelt wurden.

Die Studie konnte kein erhöhtes Risiko für Endometriumkarzinome und Mammakarzinome finden. Lediglich das Risiko für in situ Karzinome der Mamma war marginal erhöht. Es konnte ein erhöhtes Risiko für Ovarialkarzinome nachgewiesen werden, jedoch nur bei Frauen, die weitere Risikofaktoren für diese Krebsart aufwiesen.

Fazit: Künstliche Befruchtung & die Spätfolgen

Die Ergebnisse bestätigen die bisherige Studienlage: Eine künstliche Befruchtung scheint das onkologische Risiko für bestimmte Krebsarten nicht oder nur marginal zu erhöhen.  Die Wissenschaftler aus England raten jedoch zu weiteren Untersuchungen der Gruppe von Frauen, die eine assistierte Reproduktion durchlaufen haben, um weitere Erkenntnisse zu erhalten.

Insgesamt also ein eher beruhigendes Ergebnis, die Hormongaben während einer Stimulation scheinen weniger Spuren im weiblichen Körper zu hinterlassen als befürchtet. Allerdings ist dies kein abschließendes Resultat, das Thema bedarf weiterer Beobachtung.

Herzliche Grüße

Silke

Weiterlesen:

Einnistungsschmerz: Kann man die Einnistung spüren?

30 Schwangerschaftsanzeichen: Bist du schwanger?

So sieht es aus ungewollt kinderlos zu sein!

Literatur:

Carrie L. Williams et al.: Risks of ovarian, breast, and corpus uteri cancer in women treated with assisted reproductive technology in Great Britain, 1991-2010: data linkage study including 2.2 million person years of observation. British Medical Journal 2018; 362: k2644.

Frida E. Lundberg, Anastasia N. Iliadou, Kenny Rodriguez-Wallberg, Christina Bergh, Kristina Gemzell-Danielsson, Anna L.V. Johansson: Ovarian stimulation and risk of breast cancer in Swedish women, Fertility & Sterility, July 2017, Volume 108, Issue 1, Pages 137–144.

Foto: Bigstock.com / © vchal

By |2018-08-02T21:28:37+00:00August 2, 2018|0 Comments

Babywunsch: Wovor ich Angst habe!

Du warst bestimmt voller Vorfreude als du dich dazu entschieden hast schwanger zu werden und ein Kind zu bekommen. Die Kinderwunschzeit beginnt fast immer mit Vorfreude und Euphorie. Denn es geht darum eine Familie zu gründen und bald das eigene Baby in den Armen halten zu können. Doch dann klappt es nicht mit dem Schwanger werden. Eine Enttäuschung folgt der nächsten, Zyklus für Zyklus und der Druck wächst. Angst kommt auf, diffus und schwierig zu beschreiben. Es kann dir vielleicht helfen klar zu bekommen, wovor du Angst hast.

Babywunsch und die Angst

Hast du Ängste auf deinem Weg zu deinem Kind?

Ich hatte definitiv viele Ängste in meiner Babywunschzeit. Hier kommt meine Sammlung von Ängsten, vielleicht findest du dich beim Lesen an der einen oder anderen Stelle wieder.

Babywunsch Angstsammlung

Ich habe Angst:

Vor der Hoffnung. Monat für Monat für Monat.

Ein Leben ohne Kinder führen zu müssen.

Ohne Kinder alt werden zu müssen.

Keine richtige Frau zu sein.

Unfruchtbar zu sein.

Dass ich den Wunsch meines Mannes nach einem Kind niemals erfüllen kann.

Das mein Mann sich nicht genauso stark ein Baby wünscht.

Vor meinem Neid auf die Kinder der anderen.

Vor dummen Fragen und Bemerkungen aus meinem Umfeld.

Vor der nächsten Geburtstagsfeier.

Nicht mitreden zu können, wenn sich Frauen über ihre Geburtserlebnisse unterhalten.

Als Außenseiterin abgestempelt zu werden.

Niemals dazuzugehören.

Einen Körper zu haben, der nicht richtig funktioniert.

Das „Einfachste Der Welt“ nicht hinzubekommen.

Vor dem Schmerz.

Vor der Sehnsucht.

Vor der Wut.

Vor der Angst.

Vor der Angst, die Beherrschung zu verlieren.

Vor der Angst, niemals eine Familie zu gründen.

Niemals mein eigenes Kind in meinen Armen halten zu können.

Niemals Mutter zu sein.

Niemals schwanger zu sein.

Niemals zu spüren, wie es sich anfühlt, wenn ein Kind in mir wächst.

Niemals einem Kind das Leben schenken zu können.

Niemals zu hören, wenn mein Kind zum ersten Mal Mama zu mir sagt.

Zu versagen und meinen Traum vom Familienleben begraben zu müssen.

Das ist eine kleine Sammlung der Ängste bei unerfülltem Babywunsch.

Konntest du dich beim Lesen mit der einen oder anderen Angst identifizieren? Welche Ängste betreffen und beschäftigen dich? Vielleicht tut es dir gut, sie hier in den Kommentaren aufzuschreiben und damit mit mir und den anderen Frauen zu teilen.

Herzliche Grüße

Silke

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