Einnistungsschmerz: Wann, wie lange, Erfahrungen

Wann, wo genau und wie lange tritt der Einnistungsschmerz auf? Gibt es den Einnistungsschmerz wirklich und wie fühlt er sich an? In diesem Artikel findest du alle wichtigen Antworten auf deine Fragen.

Wie fühlt sich der Einnistungsschmerz an?

Bei meiner Recherche bin ich auf sehr unterschiedliche Erfahrungsberichte gestoßen.

Viele Frauen beschreiben den Einnistungsschmerz als sehr leichten Schmerz, eher als ein Ziehen, Ziepen oder Piksen im Unterleib oder im Bereich der Gebärmutter.

Dieses Ziehen und Piksen wird häufig als weniger schmerzhaft als das Ziehen vor und während der Monatsblutung beschrieben.

Als weitere Symptome werden leichter Schwindel, Übelkeit oder ein größeres Hungergefühl erwähnt. Auch ein starkes Spannungsgefühl in den Brüsten, ein metallischer Geschmack im Mund sowie Kopfschmerzen werden beschrieben.

Andere Frauen erzählen, dass sie die Einnistung nicht bemerkt haben und auch nicht an einen Einnistungsschmerz als Symptom der Einnistung glauben.

Grund für diese Zweifel ist die Tatsache, dass der Embryo zum Zeitpunkt der Einnistung nur ungefähr so groß wie ein Stecknadelkopf ist. Es fällt schwer sich vorzustellen, dass dieser winzige Embryo ein Schmerzgefühl hervorrufen kann.

Schließlich gibt es Frauen, die das Ziehen im Unterbauch nicht als frühes Schwangerschaftsanzeichen, sondern als frühes Symptom der sich ankündigenden Monatsblutung deuten. Und vielleicht kennst du das von dir selbst, dass sich der Beginn deiner Periode durch ein mehr oder weniger starkes Ziehen im Unterbauch bemerkbar macht.

Wie lange dauert der Einnistungsschmerz?

Die Dauer des Einnistungsschmerzes wird von wenigen Minuten bis hin zu einigen Tagen beschrieben. Die Erfahrungen rund um den Einnistungsschmerz scheinen sehr individuell zu sein und es gibt genauso Frauen, die schlichtweg gar nichts gespürt haben.

Die Einnistung selbst kann 1 bis 3 Tage dauern.

Wo genau?

Meine Sichtung der Erfahrungsberichte hat ergeben, dass es hierzu unterschiedliche Erfahrungen gibt. Die meisten Frauen erzählen von einem Ziehen und Ziepen neben dem Bauchnabel oder in der Leiste entweder auf der rechten oder der linken Unterbauchseite.

Manche Frauen erinnern eher leichte Krämpfe, die sich fast wie Blähungen anfühlen. Wieder andere empfinden leichte oder mittlere Schmerzen oder nur ein Ziehen im unteren Rücken.

Wann & wie viele Tage?

Vorab: Es ist wichtig, dass du weißt, dass nicht alle Frauen einen Einnistungsschmerz spüren. Wenn du also nichts spürst, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass gerade keine Einnistung in deinem Körper passiert.

Solltest du ein Ziehen oder Schmerzen spüren, kann es sich um einen Einnistungsschmerz handeln, wenn der Schmerz zwischen dem 4. und 7. Tag nach dem Eisprung auftritt.

Tritt der Schmerz früher auf, handelt es sich vermutlich eher um Eisprungschmerzen, die auch als sogenannter Mittelschmerz bekannt sind.

Was die Anzahl der Tage angeht, berichten viele Frauen von ein bis drei Tage, an denen sie den Einnistungsschmerz gespürt haben.

Einnistungsschmerzen wie Regelschmerzen?

Leider lassen sich die Beschwerden des Nidationsschmerzes (Nidation meint die Einnistung) kaum von prämenstruellen Syndrom (PMS) unterscheiden.

Schmerzen kurz vor der Periode deuten eher auf Regelschmerzen hin und sind oftmals deutlich stärker als der Einnistungsschmerz.

Auch sind Regelschmerzen oft über den ganzen Bauchraum verteilt und weniger punktuell auf einer Seite des Unterbauches  oder im unteren Rücken zu finden. 

Insgesamt aber kann man meist erst im Nachgang sagen, was deine Symptome bedeutet haben.

Bitte beachte: Starke und lang anhaltende Schmerzen sollten unbedingt von deinem Frauenarzt abgeklärt werden.

Tipp: Du kannst Mit Ovus, einem Basalthermometer oder Ava den Eisprung bestimmen!

Einnistungsblutung

Es finden sich viele Erfahrungsberichte im Netz, die von einer sehr schwachen und hellen Blutung berichten.

Diese Einnistungsblutung erscheint oftmals nur als kleiner Fleck in der Unterwäsche.

Solltest du starke und anhaltende Schmerzen haben, handelt es sich sehr wahrscheinlich um prämenstruelle Beschwerden  oder um ein anderes gesundheitliches Problem. Bitte beobachte das Ganze genau und suche im Zweifel deinen Frauenarzt auf!

Was bedeutet Einnistung genau?

Als Einnistung wird der Vorgang beschrieben, bei dem sich der Embryo an die Gebärmutterschleimhaut ankoppelt und die embryonalen Zellen in die Gebärmutterschleimhaut eindringen.

Diese Einnistung ist nur zwischen dem 5. bis 10. Tag der Gelbkörperphase (Implantationsfenster) möglich.

Der Embryo erreicht um den 5. Entwicklungstag nach der Befruchtung die Gebärmutterhöhle und nimmt über sogenannte Botenstoffe Kontakt zur Gebärmutter auf.

Man spricht hier vom sogenannten embryo-maternalen Dialog, da die Gebärmutter ebenfalls durch Botenstoffe antwortet.

Eines dieser Botenstoffe ist das Schwangerschaftshormon hCG, welches du bei einem Schwangerschaftstest misst. Die in die Schleimhaut eingedrungenen embryonalen Zellen bilden die Plazenta, die den Embryo während der Schwangerschaft ernährt.

Die Implantation des geschlüpften Embryos ist ein so komplexer Vorgang, dass er bis heute nicht vollständig verstanden wird.

Das erklärt auch, warum die Einnistung nicht immer klappt und die Monatsblutung einsetzt. Nicht jeder Embryo schafft es sich erfolgreich in die Gebärmutterschleimhaut einzunisten.

Und leider hat auch nicht jeder eingenistete Embryo die Potenz sich zu einem Baby zu entwickeln. Manchmal tritt die Periode etwas verzögert ein und zeigt auf diese Weise an, dass es diesmal nicht geklappt hat.

Bei anderen Paaren kommt es zur Fehlgeburt und damit zu der schmerzhaften Erkenntnis, dass das Baby nicht lebensfähig war.

Wann findet die Einnistung statt?

Um diese Frage zu beantworten, ist es sinnvoll kurz die Zusammenhänge rund um den Eisprung, die Empfängnis und die Einnistung zu wiederholen.

Als Einnistung oder auch Nidation (aus dem Lateinschen „nidus“ = Nest) wird das Andocken und Einwachsen des geschlüpften Embryos in die Gebärmutterschleimhaut bezeichnet. Die Nidation findet 5 bis 6 Tage nach der Befruchtung der Eizelle statt.

Vor der Nidation sind folgende Schritte notwendig:

  • Eisprung und ungeschützter Sex während deiner fruchtbaren Tage (5 Tage vor bis 24 Stunden nach dem Eisprung).
  • Die befruchtete Eizelle braucht mehrere Tage, um vom Eileiter in Richtung Gebärmutter zu wandern.
  • Während ihrer Reise teilt sie sich. Sie heißt jetzt Blastozyste.
  • In der Gebärmutter angekommen sucht sich die Blastozyste die Stelle aus, an der sie sich einnisten wird.
  • Die Einnistung selbst findet etwa 5 bis 6 Tage nach dem Eisprung statt.

Die zeitliche Abfolge vom Eisprung bis zur Einnistung sieht so aus:

  • Befruchtung der Eizelle durch die Samenzelle nach dem Eisprung.
  • Reise der Blastozyste in die Gebärmutter.
  • Implantation in die Gebärmutterschleimhaut.
  • Bildung des Schwangerschaftshormons hCG, welches von einem Schwangerschaftstest erfasst werden kann.

Einen Schwangerschaftstest kannst du  zu Hause mit Hilfe eines Schwangerschaftsfrühtests aus einem Online Shop oder aus der Drogerie durchführen. Mittlerweile gibt es eine große Auswahl, der Vergleich lohnt sich hier!

Kann man die Einnistung fördern?

Im Internet kursieren viele Tipps, wie man die Einnistung fördern kann. Du wirst schnell merken, dass sich einige Tipps sinnvoll anhören, andere hingegen widersprüchlich wirken.

  • Keinen Alkohol
  • Kein Nikotin
  • Ruhig ein Glas Rotwein am Abend
  • Keinen Kaffee trinken
  • Ein bis zwei Tassen Kaffee am Tag ist ok
  • Nicht Fahrrad fahren
  • Keinen Sport
  • Sport in Maßen
  • Keine heißen Wannenbäder
  • Keine Sauna
  • Kein Geschlechtsverkehr
  • Geschlechtsverkehr kann die Einnistung fördern
  • Nicht ins Schwitzen kommen (wobei ist offenbar unwichtig!)
  • Nicht arbeiten
  • Arbeiten gehen, um nicht ständig in sich hinein zu hören oder sich zu Tode zu langweilen
  • Nicht an die mögliche Schwangerschaft denken
  • Keine schweren Lasten tragen
  • Mindestens 2 Liter am Tag trinken
  • Keine Treppen steigen
  • Beim Toilettengang nicht pressen
  • Kein Handy in Beckennähe
  • Keine Chips, Pommes, Cornflakes etc.( Acrylamid)

Aus dieser Liste wird schnell klar, dass es viele Mythen rund um das Thema Einnistung gibt.

Aus meiner Sicht resultieren diese daraus, dass wir bis heute nicht komplett verstehen, was genau während der Einnistung passiert.

Manche Tipps sind sinnvoll (nicht rauchen, kein Alkohol, gesunde Ernährung), andere sind oft nur mündlich überlieferte Einnistungstipps, die mir eher fragwürdig erscheinen.

Warum soll eine Frau beispielsweise in der 2. Zyklushälfte nicht arbeiten gehen, solange sie keine körperlich extrem schwere Arbeit zu tun hat?

Es wird hier gerne mit dem Thema Stress argumentiert. Allerdings stellt sich die Frage, ob ein zu Hause bleiben sich nicht als die deutlich stressvollere Alternative entpuppt, da man das eigene Gedankenkarussell aufgrund fehlender Ablenkung gar nicht mehr stoppen kann.

Warum soll eine Frau keine Treppen steigen oder nicht ins Schwitzen kommen? Manche Tipps wirken schon fast grotesk und es drängt sich der Gedanke auf, dass die Menschheit wohl schon lange ausgestorben wäre, wenn solche Verhaltensweisen die Einnistung negativ beeinflussen würden.

Wie denkst du darüber? Prüfe bitte genau, ob du das, was du hörst und liest wirklich glauben willst!

Mein Tipp zur Förderung der Einnistung

Versuche, alles etwas ruhiger und gelassener anzugehen, Stress und Hektik in deinem Alltag zu reduzieren.

Gönne dir Entspannungszeiten und suche nach Freizeitaktivitäten, die dir seelisch und körperlich gut tun.

Versorge deinen Körper mit allem, was er für eine Schwangerschaft benötigt. Ich denke hierbei z.B. an Folsäure. Ein Mangel an Folsäure kann zu sogenannten Neuralrohr-Defekten beim Baby führen.

Weiterhin habe ich Dir hier Tipps zum Thema Gebärmutterschleimhaut aufbauen zusammengetragen.

Ich wünsche dir von Herzen viel Glück und hoffe, dass du bald schwanger wirst!

Herzliche Grüße

Silke

Literatur zum Thema Einnistungsschmerz

  • H.-E. Stegner: Pathologie der weiblichen Genitalorgane II: Pathologie der Ovarien und Eileiter, Springer, Heidelberg 2013.
  • Keith L. Moore, T. Vidhya N. Persaud: Embryologie: Entwicklungsstadien, Frühentwicklung, Organogenese, Klinik. 5. Auflage. Urban & Fischer, München 2007, S. 123.
  • T. Sadler: Medizinische Embryologie. 10. Auflage. Thieme, Stuttgart 2003, S. 25–44.
  • F. Kainer: Das große Buch zur Schwangerschaft: Umfassender Rat für jede Woche. Gräfe und Unzer, 2009.

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