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Biochemische Schwangerschaft: Häufigkeit, Ursachen & Erfahrungen

Was ist eine biochemische Schwangerschaft?

„Ich habe noch nie von einer biochemischen Schwangerschaft gehört!“ Diese Worte schreibt mir heute Annette. Sie ergänzt: „Nachdem meine Periode ausgeblieben ist, habe ich einen Schwangerschaftstest gemacht. Der Test war positiv. 4 Tage später setzte meine Periode ein und ich war davon überzeugt, dass mir der Schwangerschaftstest ein falsches Ergebnis angezeigt hat. Ein weiterer Test zeigte dann plötzlich negativ an. Ich habe das Gefühl, dass ich mein Kind gehen lassen musste, noch bevor ich es überhaupt kennen lernen durfte.“

Was ist eine biochemische Schwangerschaft?

Ich kann Annette gut verstehen, denn ich habe eine ähnliche Situation erlebt.

Und vielleicht bist du jetzt gerade hier auf meinem Kinderwunsch Blog, weil du dich fragst, was eine biochemische Schwangerschaft genau ist und du die Sorge hast, dass deine Schwangerschaft nicht intakt ist.

Eine biochemische Schwangerschaft ist eine Schwangerschaft im Anfangsstadium, die nur durch einen Schwangerschaftstest und noch nicht durch eine Ultraschalluntersuchung darstellbar ist.

Bei einem Schwangerschaftstest wird das Schwangerschaftshormon hCG (humanes Choriongonadotropin)  im Blut oder Urin nachgewiesen. Das hCG zeigt an, dass der Embryo begonnen hat, sich in die Gebärmutterschleimhaut einzunisten. Eine biochemische Schwangerschaft ist damit der medizinische Ausdruck für das früheste Stadium einer Schwangerschaft.

Der Begriff „biochemisch“ bezieht sich auf den Umstand, dass die Schwangerschaft erst gerade begonnen hat und nur durch einen biochemischen Test – den Schwangerschaftstest –  bestätigt werden kann.

Ein Schwangerschaftstest Urin oder ein Bluttest kann die Schwangerschaft nachweisen, während eine Ultraschalluntersuchung negativ ausfallen würde, da die Schwangerschaft noch nicht soweit fortgeschritten ist.

Sobald eine Ultraschall die Schwangerschaft durch sichtbare Zeichen bestätigen kann, spricht man von einer klinischen Schwangerschaft. Leider führen biochemische Schwangerschaften nicht immer zu einer Geburt. Fehlgeburten oder Eileiterschwangerschaften sind nicht selten.

Biochemische Schwangerschaft & Fehlgeburt

Der Begriff der biochemischen Schwangerschaft beschreibt das früheste Stadium einer Schwangerschaft, das durch einen biochemischen Test nachgewiesen werden kann. Und erstmal ist offen, wie es nach diesem Schwangerschaftstest weitergeht. Im Idealfall geht alles gut, die Schwangerschaft ist intakt und 9 Monate später kommt es zur Geburt.

Manchmal ist das aber leider nicht so und es kommt zu einer sehr frühen Fehlgeburt.

Diese zeigt sich in einer etwas verspäteten und manchmal etwas stärkeren Menstruation und nicht wenige Frauen merken gar nicht, dass sie kurz schwanger waren.

Frauen, die eine künstliche Befruchtung durchlaufen haben, erfahren diese Zeit als extrem belastend. Der erste Schwangerschaftstest in der Kiwu Klinik ist positiv, doch der hCG Wert ist beispielsweise nicht hoch genug oder verdoppelt sich folgend nicht alle 2 bis 3 Tage. Ein erneuter Bluttest zeigt, dass das hCG fällt und die Schwangerschaft leider nicht intakt ist.

Weiterlesen

Du findest hier auf Kindeshalb eine ganze Reihe von Aritkeln zum Thema frühe Fehlgeburt und Sternenkinder. Wenn du magst, schau rein, ich liste sie Dir auf. Weiterhin habe ich dir eine Literaturliste erstellt.

Bei  Fragen kannst du dich gerne bei mir melden.

Liebe Grüße

Silke

Quellenangaben

  • Norwitz E.R., Schust D.J., Fisher S.J. Implantation and the survival of early pregnancy. N. Engl. J. Med. 2001; 345:1400–1408. doi: 10.1056/NEJMra000763.
  • Ng SW, Norwitz GA, Pavlicev M, Tilburgs T, Simón C, Norwitz ER.:; Endometrial Decidualization: The Primary Driver of Pregnancy Health. Int J Mol Sci. 2020 Jun 8;21(11):4092. doi: 10.3390/ijms21114092.
  • Grindel, Th.: Habituelle Aborte und Prognosefaktoren – Eine Hilfe für ratsuchende Paare. Doktorarbeit an der Universität Kiel 2015.
  • Alecsandru D.: Why natural killer cells are not enough: a further understanding of killer immunoglobulin-like receptor and human leukocyte antigen. Fertil Steril. 2017 Jun;107(6):1273-1278. doi: 10.1016/j.fertnstert.2017.04.018. Epub 2017 May 10.
  • Bohlmann MK, Schauf B, Luedders DW, Wallwiener D, Strowitzki T, von Wolff M (2007): Aktuelles zu rationellen Diagnostik und Therapie habitueller Frühaborte. Geburtshilfe und Frauenheilkunde, 67: 217–227.
  • Zinaman MJ, O’Conner J, Clegg ED, Brown CC, Selevan SG. Estimates of human fertility and pregnancy loss. Fertil Steril 1996;65:503– 509.
  • Wang JX, Norman RJ,Wilcox AL. Incidence of spontaneous abortion among pregnancies produced by assisted reproductive technology. Hum Reprod 2004;19:272 – 227.

Biochemische Schwangerschaft: Häufigkeit, Ursachen & ErfahrungenSilke2024-02-27T13:07:13+02:00

Schwangerschaftstest dm, Rossmann oder in der Apotheke kaufen?

Schwangerschaftstest dm, Rossman, Müller, Rewe, in der Apotheke oder online – wo solltest du kaufen? Welcher Schwangerschaftstest liefert dir ein sicheres Ergebnis? Ich habe für dich hier alle wichtigen Infos zusammengestellt.

Schwangerschaftstest dm?

Sucht man im Internet nach Erfahrungen anderer Frauen mit einem Schwangerschaftstest dm, Rossmann, Müller, Rewe oder einem Online Shop, dann merkt man schnell, dass die Erfahrungen gar nicht so  unterschiedlich sind. Ich habe viele Erfahrungsberichte  gesammelt und ausgewertet. Meine Auswertung ergab zwei Gruppen von Frauen, deren Testverhalten bei den Schwangerschaftstests sehr ähnlich sind:

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Die erste Gruppe von Frauen legte sehr großen Wert auf die Zuverlässigkeit und Eindeutigkeit des Testergebnisses. Die Wahl dieser Frauen fällt fast immer auf den Clearblue digital.

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Leider ist der Clearblue digital relativ teuer. Dafür bekommt man aber einen sehr guten und zuverlässigen Test. Meistens sind größere Pakete mit mehreren Tests billiger. Bitte vergleiche die Angebote.

Seit einiger Zeit gibt es auch  Schwangerschaftstests mit App, die das Testergebnis mithilfe einer kostenlosen App automatisch auswerten.

Der Preis dieser Frühtests ist super attraktiv und ich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht! Aber auch die Schwangerschaftstest ohne App und ohne digitaler Anzeige funktionieren gut und zuverlässig.

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Sehr viele Frauen mit Kinderwunsch sind Vieltesterinnen. Sie testen jeden Zyklus ab dem 8. oder 9. Tag nach dem Eisprung oder der Punktion. Da für Vieltesterinnen der Clearblue Digital auf die Dauer zu teuer wäre, benutzen diese Frauen günstigere Tests wie den One Step Schwangerschaftstest, den Geratherm oder den Clearblue Easy. 

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Teilweise entsteht der höhere Preis aber auch dadurch, dass sich deutlich mehr Teststreifen in der Packung befinden.

So enthält beispielsweise die Packung von One Step 50 Testsreifen!

Orakeln mit Ovulationstests

Unter den Vieltesterinnen gibt es eine Gruppe, die für ihre Tests nicht einen Schwangerschaftstest, sondern einen Ovulationstest verwenden.

Zum Orakeln benötigt man Ovulationstests wie beispielsweise die Ovus von One Step oder von David. Allerdings gibt es die Ovulationstests in unterschiedlichen Teststärken und es stellt sich die Frage, welche  Sensitivität für dich geeignet ist.

Ovulationstest Teststreifen gibt es in den Teststärken 10 mIU/ml, 25 mIU/ml und 30 mIU/ml.

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Ovulationstests in der Teststärke 30 mIU/ml:

Ab wann orakeln?

Die Ovus benutzt man beim Orakeln nicht in der Zyklusmitte zur Bestimmung des Eisprungs, sondern am Zyklusende ab Eisprung + 8 Tage. Da das Hormon LH dem Schwangerschaftshormon hCG chemisch sehr ähnlich ist, sollte ein Ovulationstest auch bei einer Schwangerschaft anschlagen. Leider gibt es keine wissenschaftlichen Studien über die Zuverlässigkeit dieser „Orakelmethode“. Wer das erste Mal orakelt sollte berücksichtigen, dass eine letzte Gewissheit nur durch einen Schwangerschaftstest gegeben ist.

Schwangerschaftsest dm oder online?

Ich will dir gerne meine Erfahrungen weitergeben. Ich habe im Laufe der Zeit sehr viele verschiedene Schwangerschaftstests ausprobiert.

Letztendlich hat sich bei mir die Erkenntnis durchgesetzt, dass ich mit etwas teureren Schwangerschaftstests besser bedient bin.

Da ich selbst immer wieder Schwierigkeiten hatte, die Teststäbchen der einfachen Schwangerschaftstests richtig auszuwerten, bin ich auf digitale Schwangerschaftstests umgestiegen. 

Diese Entscheidung ist und bleibt aber sehr individuell und ich kenne viele Frauen, die mit den Streifentests sehr gut klar kommen.

Deshalb frage dich, wie oft du im Zyklus testen willst und wie viel Geld du dafür ausgeben möchtest. Je nachdem wie deine Antwort ausfällt, kannst du dich für einen billigeren Schwangerschafts- oder Ovulationstests oder aber für einen digitalen Schwangerschaftstest mit und ohne App entscheiden.

Das Ergebnis zählt!

  • Die richtige Anwendung des Schwangerschaftstests, wie in der Packungsbeilage beschrieben.
  • Die Sensitivität des Tests, d.h. ab welcher Konzentration von hCG der Test messen kann. Die Info findest du auf der Packung.
  • Die Funktionalität des Schwangerschaftstests, d.h. er muss funktionsfähig sein und das Mindesthaltbarkeitsdatum sollte nicht überschritten sein.
  • Dein Wissen um deinen Zyklus  und wann deine nächste Monatsblutung einsetzen sollte.

Schwangerschaftstest: Wo kaufen?

Die meisten Drogerien wie dm oder Müller, viele Supermärkte und Apotheken, aber auch große und kleine Online Shops im Internet verkaufen Schwangerschaftstests rezeptfrei. Bei Amazon gibt es oft sehr günstige Angebote, bei denen man Packungen mit mehreren Tests oder Kombipakete (Ovulationstests + Schwangerschaftstests) kaufen kann.

Produkt 30 David Ovulationstest Streifen 20miu/ml + 5... One+Step Vorteilspaketpaket 25 x Ovulationstest... 30 x One+Step Ovulationstest 20 mIu/ml + 5 x... One+Step Kombipaket 50 Ovulationstests und 20...
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*Alle Angaben ohne Gewähr

Schwangerschaftstest: Kosten

Die Kosten hängen sehr stark von der jeweiligen Marke ab und davon wie viele Schwangerschaftstests in der Box enthalten sind. Schau dir die Bewertungen und Preise an und treffe dann eine Entscheidung. Du kannst natürlich auch in deinem dm, Müller oder Rossmann vor Ort kaufen.

Zuverlässigkeit von Schwangerschaftstests

Nimm dir bitte Zeit für den Beipackzettel!

Die Sicherheit des Testergebnisses ist nur dann gegeben,  wenn du die Anwendungsempfehlungen einhältst, die im Beipackzettel beschrieben ist.

Teste nicht zu früh!

Am sichersten funktioniert ein Schwangerschaftstest dm oder von einer anderen Marke dann, wenn du erst nach dem Ausbleiben deiner Monatsblutung den Urintest durchführst. 

Dazu muss du wissen, wo du gerade in deinem Zyklus stehst, wann deine letzte Periode war und wie lange deine Zyklen im Durchschnitt sind. 

Versichere dich bitte auch, ab welcher hCG Konzentration dein Test sicher funktioniert und ab welchem Tag im Zyklus die Herstellerfirma ein Testen empfiehlt.

Schwangerschaftest: Ab wann?

Wenn du ein sicheres Ergebnis haben möchtest, solltest du mindestens bis zum Tag deiner nächsten Periode warten und dann einen Test durchführen.

Je länger du mit dem Testen wartest, desto sicherer kannst du dir sein, dass der Test das richtige Ergebnis anzeigt.

Es gibt falsch negative und falsch positive Testergebnisse. Solltest du ein negatives Testergebnis erhalten, ist es sinnvoll einige Tage später nochmal zu testen. Dies gilt insbesondere dann, wenn deine Periode nicht einsetzt. 

Wenn du nicht warten möchtest, vereinbare bitte einen Termin bei deinem Frauenarzt. Manchmal verzögert sich die Periode aus anderen Gründen und dein Frauenarzt kann dir hier fachkundig weiterhelfen.

Wie funktioniert ein Schwangerschaftstest?

Alle Schwangerschaftstests (auch die Frühschwangerschaftstests) funktionieren auf die gleiche Weise. Denn jeder Schwangerschaftstest miss das Schwangerschaftshormon hCG in deinem Urin.

hCG (Humanes Choriongonadotropin) wird von einem Teil der Plazenta gebildet und ein kontinuierlicher hCG Anstieg in deinem Blut oder Urin ist damit ein sicherer Beweis für das Vorliegen einer Schwangerschaft. Bitte beachte hierzu auch meine hCG Tabelle, die dir zeigt, an welchem Tag nach dem Eisprung welche hCG Konzentration vorliegen sollte und ab wann ein Schwangerschaftstest sinnvoll ist:

Durchführung

Ein Schwangerschaftstest ist sehr einfach durchzuführen: Du tauchst den Test in ein Gefäß mit Urin, dadurch kann das Schwangerschaftshormon hCG die Membran auf dem Testbereich deines Tests erreichen. Dein Schwangerschaftstest aktiviert die Farbe, das Kreuz, den Streifen oder die digitale Anzeige „schwanger“ (je nach Testmodell und Herstellerfirma) und du kannst das Ergebnis ablesen.

Ist kein oder zu wenig hCG im Urin vorhanden, bleibt der Test negativ. Bei vielen Schwangerschaftstests gibt es neben dem Ergebnisfeld einen weiteren Kontrollstreifen, der die Funktionsfähigkeit des Tests anzeigt.

Ich wünsche dir eine gute Wahl und das von dir erhoffte Ergebnis! Wenn du weitere Fragen zu einem Schwangerschaftstest dm oder einem anderen Hersteller hast, melde dich bei mir. 

Herzliche Grüße

Silke

Weiterführende Artikel:

Schwangerschaftstest dm, Rossmann oder in der Apotheke kaufen?Silke2023-03-24T20:14:08+02:00

COVID Impfung & Kinderwunsch: Einfluss auf Zyklus & IVF Therapie

Beeinflusst die COVID Impfung deinen Kinderwunsch und kann sie Auswirkungen auf deinen Menstruationszyklus oder deine IVF Therapie haben? In diesem Artikel stelle ich dir zwei eine neue Studien vor, die dir Antworten auf diesen Fragen liefern.

COVID Impfung & Kinderwunsch: Neue Studie

Die Studie von Leslie V. Farland et al. untersuchte die möglichen Auswirkungen der COVID-19-Impfung auf den Menstruationszyklus von geimpften Personen, insbesondere von Frauen mit Kinderwunsch.

Die Studie umfasste 1.090 Frauen im gebärfähigen Alter, von denen 70 % mindestens eine Dosis der COVID-19-Impfung erhalten hatten.

Die Ergebnisse zeigten, dass geimpfte Frauen tendenziell häufiger Veränderungen im Menstruationszyklus bemerkten als ungeimpfte Frauen.

Die Veränderungen reichten von unregelmäßigen oder längeren Zyklen bis hin zu stärkeren oder schwächeren Blutungen.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Veränderungen im Menstruationszyklus in der Mehrheit der Fälle nur kurzfristig auftraten. Nur wenige Frauen benötigten medizinische Behandlungen oder Eingriffe aufgrund von Menstruationsstörungen nach der Impfung.

Insgesamt deutet die Studie darauf hin, dass die COVID-19-Impfung bei einigen Frauen kurzfristige Auswirkungen auf den Menstruationszyklus haben kann. Frauen mit Kinderwunsch sollten sich jedoch nicht von der Impfung abhalten lassen, da die Vorteile der Impfung gegenüber den möglichen kurzfristigen Auswirkungen auf den Menstruationszyklus überwiegen.

COVID Impfung & IVF Therapie

Eine neue Studie von Antonio Requena et al. untersuchte, ob eine COVID-19-Impfung einen Einfluss auf die ovarielle Funktion bei Frauen hat, die sich einer assistierten Reproduktionsbehandlung unterziehen.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass es keinen signifikanten Unterschied in der ovariellen Funktion zwischen Frauen gab, die verschiedene COVID-19-Impfstoffe erhalten hatten, und Frauen, die nicht geimpft waren.

Insbesondere zeigte sich kein Einfluss einer vorangehenden COVID-Impfung auf die Stimulation, die notwendige FSH-Dosis bzw. die gewonnene Eizellzahl.

Diese Ergebnisse sind ermutigend und deuten darauf hin, dass die COVID-19-Impfung keinen negativen Einfluss auf die ovarielle Funktion und den Erfolg von assistierten Reproduktionsbehandlungen hat.

Fazit zu COVID Impfung & Kinderwunsch

Die Impfung stellt weiterhin eine wichtige Maßnahme zur Verhinderung schwerer COVID-19-Infektionen dar, die insbesondere in der Schwangerschaft ein erhöhtes Risiko darstellen können.

Es ist wichtig zu betonen, dass jede Frau anders ist und individuell auf die Impfung reagieren kann. Frauen mit Bedenken oder Fragen sollten diese mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin besprechen und gemeinsam die beste Entscheidung für ihre Gesundheit und ihren Kinderwunsch treffen.

Letztendlich ist es wichtig, dass du dich gut informierst, um eine möglichst fundierte Entscheidung zu treffen, die deine Gesundheit und dein Wohlbefinden fördert.

Herzliche Grüße

Silke

Literatur zu COVID Impfung & Kinderwunsch

Weiterlesen:

COVID Impfung & Kinderwunsch: Einfluss auf Zyklus & IVF TherapieSilke2023-03-24T20:19:57+02:00

Implantationsversagen: Keine Einnistung trotz guter Blastozysten

Warum kommt es zu Implantationsversagen und wie sehen die Chancen aus, trotzdem schwanger zu werden? Wenn es im Rahmen einer künstlichen Befruchtung wiederholt zu keiner Einnistung trotz guter Blastozysten oder Embryonen gekommen ist, ist die Ratlosigkeit oft groß. In diesem Artikel möchte ich dir die Definition, die Ursachen und eine Studie zur Prognose bei Implantationsversagen vorstellen.

Implantationsversagen: Keine Einnistung nach Transfer

Kommt es trotz mehrmaligem Transfer von qualitativ guten Blastozysten oder Embryonen zu keiner Einnistung, spricht man von Implantations- oder auch Einnistungsversagen (Repeated Imlantation Failure, RIF).

Die am häufigsten verwendete Definition des Einnistungsversagens beschreibt eine Frau unter 40 Jahren, die mindestens drei Mal das Einsetzen von mindestens jeweils 1 – 2 Embryonen oder Blastozysten von sehr guter Qualität im Frischetransfer mit anschließendem negativen Schwangerschaftstest durchlaufen hat.

Alternativ wird der Transfer von mindestens 10 Embryonen in mehreren Frische- oder Kryozyklen genannt.

Warum findet keine Einnistung statt?

Folgende Gründe können eine Rolle dabei spielen, dass die Einnistung des Embryos / Blastozyste ausbleibt:

Mütterliche Faktoren

  • Organische Ursachen: Anatomische Fehlbildungen der Gebärmutter, Verwachsungen, Gebärmutterschleimhautpolypen etc.
  • Entzündung der Gebärmutter
  • Eingeschränkte Aufnahmemöglichkeit der Gebärmutterschleimhaut
  • Gerinnungsstörung (Thrombophilie)
  • Immunologische Faktoren: Bei manchen Frauen wird der Embryo aufgrund einer Störung des Immunsystems als schädlicher Eindringling bewertet. Als Folge treten Probleme bei der Einnistung auf.
  • Eizellqualität: Eine gute Eizelle bildet die Basis für einen Embryo guter Qualität
  • Genetische Eigenschaften, die zu keiner Einnistung oder zu einem nicht lebensfähigen Kind führen
  • Hormonelle Ursachen: Fehlende Balance der Hormone verhindert oder erschwert die Einnistung, z.B. Gelbkörperschwäche (Progesterion), Schilddrüsenprobleme

Nützlicher Artikel: 

Embryofaktoren

  • Zu langsame Embryonenentwicklung
  • Verminderte Embryonenqualität
  • Genetische Faktoren: Erbgutanalyse bei Frau und Mann zeigt mögliche Erklärungen für das Implantationsversagen auf
  • Unfähigkeit des Embryos aus der Follikelhülle zu schlüpfen

Väterliche Faktoren

  • Eingeschränkte Spermienqualität
  • Genetische Eigenschaften des Vaters, die zu einem nicht lebensfähigen Kind führen

Diagnostik von Implantationsversagen

Um die Ursachen für ein Implantationsversagen herauszufinden, können folgende Untersuchungen sinnvoll sein:

  • Humangenetische Beratung und Untersuchung beider Partner bei einem Facharzt für Humangenetik
  • Hormonanalyse bei der Frau
  • Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie), evtl. Gewebeprobe der Gebärmutterschleimhaut
  • Gerinnungsdiagnostik
  • Immundiagnostik
  • ERA-Test (Endometrial Receptivity Array): Verfahren, um herauszufinden, ob die Gebärmutterschschleimhaut während des Implantationsfensters aufnahembereit ist.
  • Polkörperdiagnostik
  • Spermiogramm und DNA-Fragmentation

Leider gibt es Paare, bei denen auch nach umfangreicher Diagnostik keine Ursache für das Implantationsversagen gefunden werden können.

Nützliche Artikel:

Wie sieht die Prognose aus?

Eine Studie aus den Niederlanden hat sich mit der Frage beschäftigt, wie hoch die kumulative Häufigkeit von Lebendgeburten und die mittlere Zeit bis zur Schwangerschaft bei Frauen mit Einnistungsversagen nach IVF/ICSI-Behandlungen ist.

Die Anzahl der Lebendgeburten enthält alle Schwangerschaften, die sowohl durch eine IVF/ICSI oder durch eine natürliche Empfängnis entstanden sind.

Die Wissenschaftler  haben dazu retrospektiv die Daten von 223 Frauen unter 39 Jahren in einem Zeitfenster von 5,5 Jahren ausgewertet.

Diese Frauen hatten alle ein Einnistungsversagen nach IVF oder ICSI Behandlungen erfahren. Die Ursache dafür konnte nicht festgestellt werden.

Die Ergebnisse: 

  • Bei 49% der Frauen kam es zu einer Lebendgeburt, wobei 18% dieser Frauen ihr Baby im natürlichen Zyklus ohne Behandlung empfangen haben.
  • Es wurde ein durchschnittlicher Zeitraum bis zur Schwangerschaft, die zu einer Lebendgeburt führte, von 9 Monaten nach Diagnose des Implantationsversagens festgestellt.
  • 51% der Frauen konnten kein Kind während der 5,5 Jahre langen Nachbeobachtungszeit austragen. Es wurden im Rahmen der Studie keine klinische Faktoren gefunden, die eine spätere Lebendgeburt vorhersagen konnten.

Fazit:

Die Chance trotz Implantationsversagen doch noch schwanger zu werden liegt der Studie zufolge bei ca. 50%.

Diese Zahl ist erstmal eher ernüchternd!

Zwar kann man einwenden, dass die Studie nur eine kleine Gruppe von Frauen untersucht hat, trotzdem bleiben erstmal mehr als 50% übrig, die ihren Kinderwunsch nicht erfüllen können.

Auf der anderen Seite wird deutlich, dass ein Weitermachen trotz Einnistungsversagen definitiv nicht hoffnungslos ist.

18% der Paare empfingen ihr Kind sogar auf natürlichem Wege!

Dieses Ergebnis unterstreicht, dass es Sinn machen kann es weiter im natürlichen Zyklus zu versuchen.

Insgesamt halte ich eine ausführliche und ehrliche Beratung der betroffenen Paare für wichtig!

Die eingeschränkten Chancen schwanger zu werden sollten klar kommuniziert werden. Nur so kann ein Paar entscheiden, ob es die Therapie fortsetzen oder aber eine Schwangerschaft im natürlichen Zyklus erreichen möchte.

Auch die Möglichkeit der Verabschiedung des Kinderwunsches sollte kein Tabuthema sein und offen angesprochen werden. Das Ende der Kinderwunschzeit bietet auch Chancen, so schmerzhaft das auch ist.

Bei Fragen melde dich gerne!

Herzliche Grüße

Silke

Literatur zum Thema Implantationsversagen

  • Y.E.M.Koot et al.: What is the prognosis for a live birth after unexplained recurrent implantation failure following IVF/ICSI? Human Reproduction, Volume 34, Issue 10, October 2019, Pages 2044–2052, https://doi.org/10.1093/humrep/dez120.
  • Asher Bashiri, Katherine Ida Halper, Raoul Orvieto: Recurrent Implantation Failure-update overview on etiology, diagnosis, treatment and future directions. Reproductive Biology and Endocrinology volume 16, Article number: 121 (2018).
  • Alex Simon, Neri Laufer: Assessment and treatment of repeated implantation failure (RIF). J Assist Reprod Genet. 2012 Nov; 29(11): 1227–1239.

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Foto: stock.adobe.com © areeya_ann

Implantationsversagen: Keine Einnistung trotz guter BlastozystenSilke2024-03-01T10:51:47+02:00

Blastozystentransfer: Chancen und Risiken

Was genau ist der Vorteil eines Blastozystentransfers im Rahmen einer IVF oder ICSI? Bietet das spätere Einsetzen höhere Chancen für eine Einnistung und gibt es größere Risiken beispielsweise für eine Fehlgeburt? Beeinflusst der Blastozystentransfer das Geschlecht deines Babys?

In diesem Artikel möchte ich dir die Ergebnisse mehrerer Studien vorstellen, die den Blastozystentransfer mit dem Transfer nach 3 Tagen verglichen haben. Weiterhin gehe ich der Frage nach, ob ein Transfer mit Blastos Auswirkungen auf das Geschlecht hat.

Was ist ein Blastozystentransfer?

Bei einer künstlichen Befruchtung (IVF oder ICSI) wird nach einer Stimulation der Eierstöcke eine größere Anzahl von Eizellen punktiert und im Labor befruchtet.

Nach den Richtlinien des Embryonenschutzgesetzes können dann bis zu maximal 3 Embryonen in die Gebärmutter der Frau transferiert werden.

Dabei stellt sich die Frage, in welchem Entwicklungsstadium der Embryonen dieser Transfer stattfindet und es gibt hierzu unterschiedliche Ansätze.

Während viele Kinderwunsch Kliniken sich dazu entscheiden, die Embryonen nach 2 bis 3 Tagen zurückzusetzen (Embryonentransfer), wählen andere die Möglichkeit, die Embryonen bis zum fünften Tag nach der Befruchtung weiter im Brutschrank zu kultivieren und erst dann zu transferieren.

In diesem Fall spricht man von einem Blastozystentransfer, also der Übertragung der Embryonen an Tag 5 nach der Befruchtung.

Die Übertragung der Embryonen im Blastozystenstadium erfolgt damit ungefähr zum gleichen Zeitpunkt, an dem sie bei einer natürlichen Empfängnis die Gebärmutter erreichen würden, um sich dort einzunisten.

Embryonalentwicklung

Wie sieht die Embryonalentwicklung genau aus? Und ab wann heisst die befruchtete Eizelle Blastozyste?

  • Nachdem das Spermium in die Eizelle eingedrungen oder bei einer ICSI injiziert wurde, zeigt sich bereits nach ca. 18 Stunden das sogenannte Pronukleus-Stadium. Unter dem Mikroskop kann der weibliche und der männliche Vorkern (Pronukleus) erkannt werden. Die befruchtete Eizelle heißt ab jetzt Zygote.
  • Etwa 30 Stunden nach der Befruchtung teil sich die Zygote zum allerersten Mal. Aus den zwei Zellen werden vier.
  • Dieser Vorgang wiederholt sich nun ca. alle 20 Stunden. Aus den 4 Zellen werden 8, dann 16 Zellen. Am 3. Tag nach der Befruchtung befindet sich die Zygote damit im Achtzellstadium.
  • Bereits nach dem vierten Tag hat die Zygote 16 bis 32 Zellen. Ab jetzt beginnt eine weitere Differenzierung, die Zellen beginnen miteinander zu verschmelzen und können nicht mehr komplett voneinander abgegrenzt werden. Von außen sieht die Zygote jetzt wie eine Brombeere aus, weshalb dieses Stadium auch als Beeren- oder Morula-Stadium bezeichnet wird.
  • Am 5. Tag der Embryonalentwicklung dringt Flüssigkeit in das Innere der kleinen Zellkugel ein und drückt die Zellen auseinander. Der Embryo heißt ab jetzt Blastozyste und besteht aus ca. 64 Zellen, die eine Hohlkugel mit zwei Zellschichten bilden: Dem inneren Embryoblasten, aus dem später dein Baby ensteht und dem außen liegenden Trophoblasten, der für die Entwicklung der Plazenta verantwortlich ist.

Der Embryo steht nun kurz vor seiner Einnistung!

So sieht eine Blastozyste aus:

Blastozystentransfer - Blastozyste an Tag 5 der Embryonalentwicklung

Blastozystentransfer – Blastozyste an Tag 5 der Embryonalentwicklung

Blastozystentransfer Erfahrungen

Welche Vorteile bietet der Blastozystentransfer, bei dem der Embryo erst am 5. Tag nach der Punktion in die Gebärmutter übertragen wird?

Die Auswertung zahlreicher Erfahrungen machen eine ganze Reihe von Chancen und Vorteilen sichtbar.

Auswahl von Embryonen möglich

Einem Embryo, der das Stadium der Blastozyste erreicht hat, kann eine gute Chance für eine erfolgreiche Einistung zugeschrieben werden.

Denn leider entwickeln sich maximal nur bis zu 40% der Embryonen zu einer Blastozyste.

Zudem kann die Entwicklung der Embryonen länger beobachtet und auch beurteilt werden, bevor sie in die Gebärmutter transferiert werden.

Bester Zeitpunkt für den Embryonentransfer

Im natürlichen Zyklus erreicht der Embryo an Tag 5 nach der Befruchtung die Gebärmutter.

Die Reproduktionsmedizin nutzt diesen Zeitpunkt, da davon ausgegangen wird, dass die Gebärmutterschleimhaut an diesem Tag am allerbesten für die Einnistung vorbereitet ist.

Geringere Eileiterschwangerschaftstrate

Als Vorteil des Blastozystentransfers wird manchmal auch angeführt, dass aufgrund der Größe der Blastozyste und der unmittelbar bevorstehenden Einnistung sich die Anzahl der Eileiterschwangerschaften minimiert.

Eine hierzu durchgeführte Studie, die 623 Schwangerschaften darauf untersucht hat, ob der Embryotransfer am 3. oder am 5 Tag nach der Punktion durchgeführt wurde, konnte tatsächlich weniger Eileiterschwangerschaften im Rahmen des Blastozystentransfers feststellen.

Allerdings war der Unterschied nicht signifikant: Nach Transfer am Tag 3 wurden 22 Eileiterschwangerschaften, nach Transfer am 5. Tag 13 Eileiterschwangerschaften festgestellt.

Gibt es Nachteile?

Eventuell kein Embryo für den Transfer übrig

Der größte Nachteil des Blastozystentransfers ist sicherlich, dass es sein kann, dass keiner der Embryonen die lange Zeit in der Kultur übersteht.

Je weniger Eizellen bei der Punktion gewonnen werden können, desto wahrscheinlicher ist diese für die Paare extrem frustrierende Situation.

Studien konnten aufzeigen, dass bei einer Eizellanzahl von weniger als 6 Eizellen nur ca. 42 bis 64% der Behandlungszyklen mit einem Embryotransfer abgeschlossen werden konnten.

Keine höhere Schwangerschaftsrate

Fraglich ist leider, ob ein Blastozystentransfer eine höhere Schwangerschaftsrate bringt.

Die Studienlage ist hier nicht einheitlich und hängt jeweils stark davon ab, welche Art der Studie (retrospektiv, prospektiv, kontrolliert) durchgeführt wurde.

Gerade in den prospektiven und kontrollierten Studien konnte keine signifikant höhere Implantations, Schwangerschafts- und Lebendgeburtenrate festgestellt werden.

Es bleibt also die Frage bestehen, ob der erhöhte Aufwand wirklich die Chance auf eine Einnistung verbessert.

Negative Auswirkung der längeren Embryonenkultur

Leider ist bis heute nicht klar, welche genauen Auswirkungen die Embryokultur auf den Embryo und seine Entwicklung hat.

Schadet es dem Embryo, dass er 5 Tage außerhalb der Gebärmutter in einer speziellen Flüssigkeit kultiviert wird?

Es gibt hier keine abschließende Antwort und leider auch keine Entwarnung.

Höhere Zwillingsrate nach Blastozystentransfer

Retrospektive Studien geben eine Zwillingsrate im Rahmen eines Blastozystentransfers an, die 4,3% höher ist als die Rate bei einem Transfer nach Tag 2 oder 3.

In Kombination mit einer ICSI steigt diese Zahl sogar auf mehr als 5% an.

Erhöhte Gefahr einer Überstimulation

Da für einen Blastozystentransfer eine höhere Anzahl an Eizellen notwendig ist, steigt damit auch die Chance durch die evtl. stärkere Hormontherapie eine Überstimulation zu bekommen.

Höheres Risiko für eine Fehlgeburt?

Ein Blick in die Studienlage macht deutlich, dass ein Blastozystentransfer nach 5 Tagen kein höheres Risiko für eine Fehlgeburt mit sich bringt.

Auch ein höheres Risiko für eine Frühgeburt oder ein niedrigeres Geburtsgewicht konnte nicht nachgewiesen werden.

Allerdings war die Anzahl von Fehlbildungen bei den Kindern nach Blastozystentransfer um 16% erhöht.

Eine aktuelle Studie aus Großbritannien konnte hierzu 11.152 Blastozystentransfers mit 55.995 Transfers an Tag 2 oder 3 nach Befruchtung verglichen.

Mehr Jungs & mehr eineiige Zwillinge

Eine Meta-Analyse aus Südkorea konnte 26 Studien zwischen 1995 und Mai 2017 zu diesem Thema auswerten.

Und das Ergebnis bestätigt tatsächlich die Beobachtung, dass nach einem Blastozystentransfer mehr Jungs und mehr eineiige Zwillinge geboren werden.

Die Auswertung zeigte, dass die Wahrscheinlichkeit nach Blastozystentransfer einen Jungen zu bekommen um etwa 10% erhöht ist.

Die Wahrscheinlichkeit eineiige Zwillinge das Leben zu schenken ist sogar in etwa doppelt so hoch!

Die Ursachen hierfür werden leider nicht von der Studie erfasst und sind damit unklar.

Herzliche Grüße

Silke

Literatur zum Thema Blastozystentransfer

  • Raja EA, Bhattacharya S, Maheshwari A, McLernon DJ: A comparison of perinatal outcomes following fresh blastocyst or cleavage stage embryo transfer in singletons and twins and between singleton siblings. Hum Reprod Open. 2023 Mar 8;2023(2):hoad003. doi: 10.1093/hropen/hoad003.
  • Marconi, N., Raja, E. A., Bhattacharya, S., & Maheshwari, A.: erinatal outcomes in singleton live births after fresh blastocyst-stage embryo transfer: a retrospective analysis of 67 147 IVF/ICSI cycles. Human Reproduction, Volume 34, Issue 9, September 2019, Pages 1716–1725.
  • Jinli Ding et al.: The effect of blastocyst transfer on newborn sex ratio and monozygotic twinning rate: An updated systematic review and meta-analysis. Reproductive Biomedicine Online, 2018 Sep;37(3):292-303. doi: 10.1016/j.rbmo.2018.05.015. Epub 2018 Jun 22.
  • Chang HJ et al: Impact of blastocyst transfer on offspring sex ratio and the monozygotic twinning rate: a systematic review and meta-analysis. Fertil Steril. 2009 Jun;91(6):2381-90. doi: 10.1016/j.fertnstert.2008.03.066. Epub 2008 Aug 20.
  • Emiliani S.,Delbaere A., Vannin A-S, Biramane J., Verdoodt M., Englert Y., Devreker F.: Similar delivery rates in a selected group of patients, for day 2 and day 5 embryos both cultured in sequential medium: a randomized study Hum. Reprod. 2003 18: 2145-2150.
  • Blake D, Proctor M, Johnson N, Olive D.: Cleavage stage versus blastocyst stage embryo transfer in assisted conception. Cochrane Database Syst Rev 2002; 2: CD002118.
  • Coskun S, Hollanders J, Al-Hassan S, Al-Sufyan H, Al-Mayman H, Jaroudi K.: Day 5 versus day 3 embryo transfer: a controlled randomized trial.
    Hum Reprod 2000 Sep;15(9):1947-52.
  • Plachot M, Belaisch-Allart J, Mayenga JM, Chouraqui A, Serkine AM, Tesquier L.: Blastocyst stage transfer: the real benefits compared with early embryo transfer.
    Hum Reprod 2000 Dec;15 Suppl 6:24-30.
  • Milki AA, Hinckley MD, Fisch JD, Dasig D, Behr B.: Comparison of blastocyst transfer with day 3 embryo transfer in similar patient populations. Fertil Steril 2000 Jan;73(1):126-9.

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Foto: Bigstock.com / ©  Tyrannosaurus,  Vladimirski

Blastozystentransfer: Chancen und RisikenSilke2024-02-27T14:18:26+02:00

Follikel: Größe & Entwicklungsstufen

Jede Schwangerschaft beginnt mit einem Follikel. In diesem Artikel erfährst du, warum eine gute Follikelentwicklung für eine Schwangerschaft wichtig ist und was die damit verbundenen Begriffe wie Follikelphase, follikelstimulierendes Hormon (FSH) und Follikelsprung bedeuten.

Was ist ein Follikel?

Follikel (von lat. Folliculus: Hülle, Hülse) sind bläschenförmige Hohlraumstrukturen, die es beim Menschen zum Beispiel in der Schilddrüse, im lymphatischen System, in der Haut, aber auch in den Eierstöcken gibt.

Vielleicht hast du bei einem Ultraschall bei deinem Gynäkologen schon einige deiner eigenen Follikel (auch Ovarialfollikel genannt) gesehen.

Sie sehen wie kugelige  mit Flüssigkeit gefüllte Eibläschen aus, die wie eine Hülle die heranreifende Eizelle im Eierstock umgeben und schützen.

Follikel sind keine Eizellen

Der Follikel ist ein Eibläschen, das die Eizelle wie eine schützende Hülle umgibt.

Ovarialfollikel (Eibläschen) sind keine Eizellen (Oozyten).

Viele Frauen verwechseln manchmal diese Begriffe und glauben, dass Follikel und Eizellen das gleiche sind. Das ist aber nicht der Fall.

Die Oozyte ist die weibliche Keimzelle und entspricht dem Spermium als männliche Keimzelle (Gamet).

Wie viele Eibläschen sind normal?

Mithilfe einer Vaginalultraschalls kann man in den ersten Tagen des Zyklus (2. bis 5. Tag) die Anzahl der Antralfollikel pro Eierstock zählen.

Dabei geht man davon aus, dass eine Frau mit einer normalen ovariellen Reserve ca. 6 bis 10 Antralfollikel haben sollte.

Liegt die Anzahl der gezählten Eibläschen unter 6, geht man von einer eher niedrigen ovariellen Reserve aus, bei einer Zahl von über 12 spricht man von einer hohen ovariellen Reserve.

Follikelgröße

Die Eizelle ist die weibliche Keimzelle, die im Follikel schwimmt.

Ein voll ausgereifter Follikel zum Zeitpunkt des Eisprungs hat einen mittleren Durchmesser von 22-24 mm.

Das Intervall liegt bei 18 bis 36 mm, das bedeutet, dass das Eibläschen bereits bei 18 mm oder erst bei 36 mm platzen kann.

Follikel vor dem Eisprung

Follikel kurz vor dem Eisprung im Ultraschall

Seine maximale  erreicht der Ovarialfollikel um die Zyklusmitte.

Dieser Zeitpunkt entspricht meistens dem 10. bis 14. Tag nach dem Start deiner Periode.

Das Eibläschen öffnet sich und entlässt die Eizelle mitsamt der Flüssigkeit.

Die eigentliche Eizelle ist mit bloßem Auge kaum zu sehen.

Sie ist nur 0,11 bis 0,14 Millimeter groß.

Follikel kurz vor dem Eisprung

Kurz vor dem Eisprung, Wikimedia.org ©Maksim

Follikelreifung im Zyklus

Die Eibläschen durchlaufen während ihrer Reifung verschiedene Entwicklungsstadien.

Abhängig von ihrem Reifungsgrad werden Ovarialfollikel in Primordialfollikel, Primär-, Sekundär- und Tertiär-Follikel unterschieden.

In deinen Eierstöcken sind Eibläschen in all diesen Entwicklungsstadien zu finden.

Für die entscheidende Weiterentwicklung vom Tertiär-Follikel zum Graaf-Follikel, den es für einen Eisprung braucht,  kommt das follikelstimulierende Hormon FSH ins Spiel.

Zu Beginn eines neuen Zyklus, der mit dem ersten Tag deiner Periodenblutung beginnt, hat sich eine Kohorte von 10 bis 20 Eibläschen in eine Art „Lauerstellung“ begeben.

Ziel dieser als Antralfollikel bezeichneten kleinen Eibläschen (2 bis 10 mm im Durchmesser) ist es, ein Graaf-Follikel zu werden und zum Eisprung zu kommen.

Allerdings schafft dies letztendlich nur ein einzelner Follikel pro ZyklusManchmal auch zwei.

Graaf Follikel

Die Ausschüttung von FSH durch die Hirnanhangsdrüse wirkt wie der Startschuss zu einem Rennen um die beste Position als Leitfollikel.

Dieses Eibläschen schafft es durch seine Größe und Entwicklungsreife die anderen zu dominieren und zum sprungreifen Follikel zu wachsen.

Schließlich wird dieser dominante Follikel (auch Graaf-Follikel genannt) für den Eisprung vorbereitet.

Die übrigen Follikel bilden sich zurück und degenerieren (Follikelatresie).

Manchmal schaffen es auch 2 Eibläschen bis zu diesem Entwicklungsstadium und eröffnen damit die Chance mit zweieiigen Zwillingen schwanger zu werden.

Die Auswahl des dominanten Follikels beruht auf einem negativen Rückkopplungsprozess, bei dem die durch die Follikel selbst produzierten Östrogene die weitere Ausschüttung von FSH gehemmt wird.

Diese geringere Verfügbarkeit von FSH führt dazu, dass die Eibläschen degenerieren und nur der am weitesten entwickelte Follikel weiter wachsen kann.

Dieser verfügt aufgrund seines Reifegrades über die höchste Empfindlichkeit für FSH und er schüttet gleichzeitig das Hormon Inhibin aus, das zusätzlich die weitere FSH Produktion hemmt.

Das stärkste Eibläschen baut auf diese Weise seinen Entwicklungsvorsprung aus und reift zum sprungbereiten Follikel weiter.

Die zudem stark zunehmende Estradiol Ausschüttung führt zu einem LH Anstieg, der etwa 24 Stunden nach dem LH Peak zum Eisprung (Follikelsprung) führt.

Eisprung (Ovulation)

Beim Eisprung platzt die Hülle des Leitfollikels auf und die Eizelle wird in den Eileiter geschleudert.

Im Eileiter kann sie von einem Spermium befruchtet werden und danach ihren Weg in die Gebärmutter fortsetzen.

Nach ca. 4 bis 6 Tagen erfolgt die Einnistung in die Gebärmutterschleimhaut und die weitere Entwicklung zu einem Baby.

Dem aufgeplatzten Eibläschen kommt ebenfalls eine neue Aufgabe zu: Er wandelt sich unter dem Einfluss von LH in den Gelbkörper um.

Eisprung, Follikel wandelt sich in Gelbkörper um

Follikel wandelt sich in Gelbkörper um, ©Wikimedia.org

Erfolgt keine Befruchtung wandert die Eizelle trotzdem in die Gebärmutter und wird dort zusammen mit der Gebärmutterschleimhaut am Ende des Zyklus mit dem Einsetzen der Periode ausgeschieden.

Gleichzeitig haben bereits die Vorbereitungen für den nächsten Zyklus angefangen.

Eine neue Kohorte von Eibläschen hat sich gebildet und wartet auf den Startschuss um die beste und schnellste Entwicklung.

Follikelreifung im stimulierten Zyklus

Bei einer künstlichen Befruchtung wird durch eine Stimulation der Eierstöcke versucht, möglichst viele Follikel bis zur Sprungreife zu entwickeln.

Denn je mehr reife Eizellen am Ende der Stimulation punktiert werden können, desto mehr Möglichkeiten ergeben sich, diese zu befruchten und im Rahmen eines Embryotransfers in die Gebärmutter zurückzusetzen.

Allerdings verhalten sich nicht alle Eibläschen unter der Stimulation gleich.

Vielmehr hat jedes Eibläschen seinen eigenen Entwicklungsrhythmus und nicht alle schaffen es eine Größe von 18 mm zu erreichen.

Sobald mehrere Follikel 18 mm und mehr erreicht haben, wird das Hormon hCG verabreicht und damit der Eisprung ausgelöst.

Etwa 36 Stunden später erfolgt dann die Punktion der Eizellen.

Leider sind manchmal nicht alle der gewonnen Eizellen reif und auch über deren Qualität lässt sich erstmal nur spekulieren.

Auch kommt es immer wieder vor, dass die Follikel überhaupt keine Eizellen enthalten (Leere-Follikel-Syndrom).

Follikelreifung, Eisprung, Blutung

Zyklus für Zyklus vollziehen sich alle diese Prozesse in deinem Körper.

Zunächst reifen mehrere Eibläschen heran, wovon sich eines durchsetzt und zum Eisprung gelangt. Kommt es zu einer Befruchtung und Einnistung bist du schwanger. Klappt dies nicht tritt nach dem Zerfall des Gelbkörpers deine nächste Monatsblutung ein.

Ich persönlich staune mit welcher Ausdauer und Kraft der weibliche Körper Monat für Monat eine mögliche Schwangerschaft vorbereitet.

Sollte es nicht mit dem Schwanger werden geklappt haben, gibt es jeden Grund neuen Mut zu fassen, denn die nächsten Eibläschen sind bereits startklar und leiten einen neuen Zyklus ein.

Herzliche Grüße

Silke

Literatur 

  • Würfel, W.: Der frühe Embryo. Gynäkologische Endokrinologie13.2 (2015): 92-97.
  • Elisabeth Raith-Paula, Petra Frank-Hermann, Günter Freundl, Thomas Strowitzki: Natürliche Familienplanung heute: Modernes Zykluswissen für Beratung und Anwendung. 5. Auflage. Springer Verlag, 2013.
  • Hans-Rudolf Tinneberg, Michael Kirschbaum, Frank Oehmke (Hrsg.): Gießener Gynäkologische Fortbildung 2003: 23. Fortbildungskurs für Ärzte der Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg/New York 2013.

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Follikel: Größe & EntwicklungsstufenSilke2024-03-03T08:55:41+02:00
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