Bist Du schwanger? Erfahre wie du einen sicheren Schwangerschaftstest durchführen kannst und welche Schritte in den ersten Tagen und Wochen deiner Schwangerschaft notwendig sind.

Schwanger nach Kaiserschnitt: Wie lange solltest du warten?

Wann kannst du nach einem Kaiserschnitt wieder schwanger werden? Ein Kaiserschnitt erhöht die Risiken für spätere Schwangerschaften, auf der anderen Seite möchtest du vielleicht keinen zu großen Altersabstand zum nächsten Kind haben. In diesem Artikel will ich dir eine Studie vorstellen, die der Frage nachgegangen ist, wie lange eine Frau mit der nächsten Schwangerschaft warten sollte, um das Risiko für eine Uterusruptur (Gebärmutterriss) zu minimieren.

Schwangerschaft nach Kaiserschnitt

Welchen Einfluss hat der Zeitabstand zwischen einem Kaiserschnitt und der nächsten Schwangerschaft auf das Risiko einer Uterusruptur? Dieser Frage sind Wissenschaftler aus Bilbao in Spanien nachgegangen. Die Forschergruppe hat dazu systematisch die Daten aus 6 Studien mit insgesamt 56.419 Frauen ausgewertet.

Nützliche Artikel:

Schwanger nach Kaiserschnitt: Risikokurve für die Uterusruptur

Das Ergebnis zeichnet eine Risikokurve für die Uterusruptur nach Kaiserschnitt.

Diese Risikokurve zeigt eine starke Abnahme der Uterusruptur Risiko Rate innerhalb der ersten 10  Monate bis auf 0,7% an. Nach diesen 10 Monaten erfolgt eine weitere Abnahme des Risikos bis zum 40. Monat auf 0,4%.

Das bedeutet:

Es macht Sinn nach einem Kaiserschnitt 10 Monate bis zur nächsten Schwangerschaft abzuwarten.

Nach diesen 10 Monaten verändert sich das Risiko für einen Gebärmutterriss kaum noch und liegt zwischen 0,7% und 0,4%.

Neue Schwangerschaft nach Kaiserschnitt nach 10 Monaten

Bei meiner Recherche zu diesem Thema bin ich oft auf die Empfehlung gestoßen, dass nach einem Kaiserschnitt mindestens 1 Jahr bis zur nächsten Schwangerschaft abgewartet werden sollte. Die Studie zeigt im Hinblick auf die Uterusruptur ein geringeres Zeitintervall auf.

Vielleicht kann dir dieses Ergebnis bei deiner Entscheidungsfindung, wann die aktive Phase für ein Geschwisterchen  starten sollte, weiterhelfen.

Bei Fragen melde dich gerne!

Beste Grüße

Silke

Literatur zum Thema schwanger nach Kaiserschnitt

  • R. Matorras et al.: Uterine rupture and cesarean section-pregnancy interval: systematic review of the literature and mathematical modeling of the influence of extending the interval and in ART pregnancy rates. Reproductive Biomedicine Online,DOI: https://doi.org/10.1016/j.rbmo.2019.07.027.
  • Al-Zirqi, I., Daltveit, A.K., Forsén, L., Stray-Pedersen, B., Vangen, S.: Risk factors for complete uterine rupture. Am. J. Obstet. Gynecol. 2017;216:165.e1–165.e8 (10).
  • Cofer, F.G., Fridman, M., Lawton, E., Korst, L.M., Nicholas, L., Gregory, K.D.: Interpregnancy interval and childbirth outcomes in California, 2007–2009. Matern. Child Health J. 2016;20:43–51
  • De Franco, E.A., Seske, L.M., Greenberg, J.M., Muglia, L.J.: Influence of interpregnancy interval on neonatal morbidity. Am. J. Obstet. Gynecol. 2015;212:e1–e9.
  • Kessous, R., Sheiner, E.: Is there an association between short interval from previous cesarean section and adverse obstetric and perinatal outcome?. J. Matern. Fetal. Neonatal. Med. 2013;26:1003–1006.
  • Yee, L.M., Truong, Y.N., Caughey, A.B., Cheng, Y.W.: The association between interdelivery interval and adverse perinatal outcomes in a diverse US population. J. Perinatol. 2016;36:593–597.

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Von |2020-12-02T22:58:20+02:0014. April 2020|2 Kommentare

Embryotox: Medikamente in Schwangerschaft & Stillzeit

Kennst du diese Situation? Du befindest dich gerade in der Warteschleife zwischen Eisprung und der nächster Periodenblutung oder aber in den ersten Wochen deiner Schwangerschaft und dann passiert es: Du wirst krank und bekommst z.B. eine dicke Erkältung oder heftige Kopfschmerzen. Sind Medikamente wie z.B. Schmerzmittel erlaubt und wenn ja, welche? In diesem Artikel möchte ich dir das Portal embryotox.de vorstellen, das dir fachkundige Informationen und Beratung zur Verträglichkeit von Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit kostenlos zur Verfügung stellt.

Medikamente in der Schwangerschaft

Embryotox ist ein Beratungszentrum der Charite-Universitätsmedizin Berlin, das mithilfe seiner Webseite embryotox.de unabhängige Informationen und Beratung zur Verträglichkeit der wichtigsten Arzneimittel in der Schwangerschaft und Stillzeit anbietet.

Die Beratung ist kostenlos und steht sowohl Ärzten als auch anderen im Gesundheitswesen tätigen Berufsgruppen, aber auch Laien zur Verfügung.

Du kannst auf Embryotox auch Hilfestellung zur Behandlung von häufig vorkommenden Krankheiten während der Schwangerschaft und Stillzeit erhalten.

Alle Informationen beruhen auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Sehr positiv finde ich, dass das Angebot durch finanzielle Mittel des Bundesministeriums für Gesundheit und von der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit finanziert wird. Weder große Pharmakonzerne noch andere Interessengruppen scheinen involviert zu sein.

Beachte bitte vor jeglicher Medikamenteneinnahme Rücksprache mit deinem Arzt zu halten. Embryotox bietet nur eine erste Information, die das Gespräch mit deinem Arzt nicht ersetzen kann.

Embryotox: Anwendung

Embryotox ist eine Informations- und Beratungsportal, auf dem du nach konkreten Arzneimitteln suchen kannst. Du erhälst aktuelle Informationen darüber, ob diese in der Schwangerschaft und während der Stillzeit erlaubt und empfehlenswert sind.

Du kannst ganz gezielt nach einem bestimmten Medikament oder Wirkstoff suchen und  deren Unbedenklichkeit während deiner Schwangerschaft und Stillzeit überprüfen.

Dazu klickst du im Onlineportal embryotox.de auf den  Reiter „Arzneimittel Informationen“ und gibst dann den Produktnamen des Medikamentes (z.B. Aspirin) oder alternativ dessen Wirkstoff (z. B. Acetylsalicylsäure) in das Suchfeld ein.

Nachdem du auf „Seite aufrufen“ geklickt hast, erscheint eine Informationsseite, die dir alle wichtigen Infos zu diesem Präparat oder dem Wirkstoff an die Hand gibt.

Zudem gibt es eine Auflistung der Erfahrungen mit diesem Präparat oder Wirkstoff und Empfehlungen zur Einnahme in der Schwangerschaft und Stillzeit. Die verwendete Sprache ist einfach und deshalb auch für Menschen ohne medizinischen Ausbildung gut verständlich.

Auch die Suche nach bestimmten Erkrankungen während der Schwangerschaft ist auf Embryotox mehr als leicht.

Unter dem Reiter „Erkrankungen“ kannst du bestimmte Krankheiten auswählen und dir die Besonderheiten einer Therapie während der Schwangerschaft und Stillzeit anzeigen lassen.

Beratung für Schwangere

Wer nach dem Studium dieser Informationen noch Fragen hat kann auf das Beratungsangebot von Embryotox zurückgreifen.

Dazu bietet das Portal einen Fragenbogen für Schwangere an, in den Einzelheiten zur Schwangerschaft, vorliegende Erkrankungen und die verwendeten Medikamente eingetragen werden können.

Der Fragebogen kann direkt online auf embryotox.de unter dem Reiter „Fragebogen“ ausgefüllt und abgeschickt werden.

Nachdem du den Fragebogen online oder bei Wunsch auch per Post losgeschickt hast, bekommst du eine individuelle und kostenlose Beratung.

Alternativ kannst auch bei Embryotox anrufen, die genauen Sprechzeiten und die Telefonnummer findest du auf der Webseite.

Leider gibt es aktuell keine Beratung für Laien bei Kinderwunsch und leider auch nicht für Frauen, die Fragen zum Stillen haben.

Dies wäre sicherlich wünschenswert, gleichzeitig ist das Beratungsangebot für Schwangere sehr wertvoll und ich kann es bei Fragen wirklich empfehlen.

Embryotox als App

Embryotox ist auch als kostenlose App für Android und iOS erhältlich:

Embryotox am Beispiel Ibuprofen

Abschließend noch ein Beispiel zur Recherche auf embryotox.de zum Thema Ibuprofen.

Angenommen du hast totale Kopfschmerzen und bist schwanger oder du vermutest schwanger zu sein.

Du möchtest gerne Ibuprofen einnehmen, bist dir aber unsicher und fragst dich, ob du damit deinem Baby eventuell schaden könntest.

Eine kurze Recherche auf Embryotox kann dir weiterhelfen.

Du gibst im Reiter Medikamente den Begriff „Ibuprofen“ ein und bekommst sofort eine Seite mit vielen wichtigen Informationen zu Ibuprofen in der Schwangerschaft angezeigt.

So erfährst du zum Beispiel, dass in den vorliegenden Studien kein Zusammenhang zwischen Ibuprofen und einem erhöhten Fehlbildungsrisiko festgestellt werden konnte.

Vielmehr gehört Ibuprofen in den ersten zwei Dritteln der Schwangerschaft neben Paracetamol zu den Analgetika/Antiphlogistika der Wahl.

Es folgen Empfehlungen bei einer Anwendung von Ibuprofen während der Schwangerschaft und Stillzeit. Zudem bekommst du einen Hinweis auf das Beratungsangebot für noch ungeklärte Fragen.

Genial oder?

Zwar kann das Portal keine ärztliche Beratung ersetzen. Aber Embryotox bietet dir eine erste Orientierung für deine Entscheidung, ob du in diesem Fall Ibuprofen einnehmen kannst oder nicht.

Bitte beachte bei deiner Recherche auf Embryotox auch die Hinweise, Haftungseinschränkungen und Erläuterungen zur Nutzung der Internetseite.

Das Basisrisiko für Schwangere

Abschließend möchte ich auf das sogenannte Basisrisiko  hinweisen.

Etwa 15% aller Schwangerschaften enden leider in einer Fehlgeburt und ca. 3 bis 5 von 100 Babys haben bei der Geburt Fehlbildungen.

Diese Zahlen schmerzen sehr, aber es ist wichtig zu wissen, dass viele dieser Fehlgeburten und Fehlbildungen nichts mit einer bestimmten Medikamenteneinnahme zu tun haben.

Bei Fragen melde dich gerne.

Herzliche Grüße

Silke

Quelle zu Embryotox

  • Webseite von Embryotox: www.embryotox.de (Abruf: 05.04. 2020)

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Von |2021-04-01T05:02:41+02:005. April 2020|2 Kommentare

Jod in der Schwangerschaft: Studie bestätigt Wichtigkeit fürs Baby!

Das Thema Jod in der Schwangerschaft ist ein wichtiges Thema, da es durch die erhöhten Stoffwechselvorgänge während der Schwangerschaft  zu einem deutlich gesteigerten Bedarf an Schilddrüsenhormonen kommt. Eine neue Studie macht klar, dass eine ausreichende Jodversorgung jedoch nicht nur für eine ausreichende Produktion von Schilddrüsenhormonen, sondern auch für die Entwicklung des kindlichen Nervensystems gerade im 1. Trimester von besonderer Wichtigkeit ist. Neben Folsäure ist deshalb auf eine gute Jodversorgung bereits vor der Schwangerschaft (!) zu achten.

Jod & Schwangerschaft

In dem Thema „Jod & Schwangerschaft“ stecken mehrere wichtige Unterthemen, die für Frauen mit Kinderwunsch, aber auch für bereits schwangere Frauen wichtig sind:

  • Schilddrüse & Kinderwunsch: Es ist bereits während der Kinderwunschzeit sinnvoll, die eigenen Schilddrüsenwerte kontrollieren zu lassen. Denn eine Schilddrüsenfehlfunktion kann die Ursache für deinen unerfüllten Kinderwunsch sein. Sprich deinen Gynäkologen oder Endokrinologen darauf an.
  • Schilddrüse & Schwangerschaft: Während der Schwangerschaft kommt es zu einem deutlich höheren Bedarf an Schilddrüsenhormonen. Eine Schilddrüse, die z.B. aufgrund knotiger Veränderungen oder einem starkem Wachstum nicht gut funktioniert, kann zum Problem für Mutter und Kind werden. Bitte stelle sicher, dass es deiner Schilddrüse und damit dir und deinem Baby gut geht.
  • Jod in der Schwangerschaft: Selbst eine gesunde Schilddrüse kann nur dann die hohen Anforderungen an den Schilddrüsenstoffwechsel während der Schwangerschaft auf gute Weise erfüllen, wenn ihr ausreichend Jod zur Produktion der Schilddrüsenhormone zur Verfügung steht. Deshalb achte auf genügend Jod in deiner Ernährung oder sprich deinen Frauenarzt auf eine Nahrungsergänzung an.
  • Jod ist für das Baby selbst wichtig: Die neue Studie bestätigt die Bedeutung von Jod für die fetale Hirnentwicklung insbesondere im ersten Trimester.

Neue Studie: Jodversorgung & Fehlbildungsrisiko

Eine Gruppe von Wissenschaftlern ist der Frage nachgegangen, welche Auswirkungen ein Jodmangel in der Schwangerschaft auf die Entwicklung des kindlichen Nervensystems hat.

Dazu wurde in einer Meta-Anlayse die Daten von schwangeren Frauen aus drei prospektiven Geburtskohorten aus den Niederlanden, Spanien und aus England ausgewertet.

Die Gruppe konnte anhand der Daten zum Jodgehalt im mütterlichen Urin während der Schwangerschaft und dem IQ des Kindes bis zum Alter von 8 Jahren herausarbeiten, dass die fetale Hirnentwicklung insbesondere im ersten Trimester anfällig für einen leichten bis mittleren Jodmangel ist.

Die Wissenschaftler kommen zu dem Ergebnis, dass deshalb spätestens im ersten Trimester mit der Jod Supplementierung begonnen werden sollte.

Jod Dosierung Schwangerschaft

Laut den Referenzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. sollten Schwangere täglich 230 μg Jod aufnehmen.

In der Stillzeit steigt der Bedarf auf 260 μg am Tag.

Ein Kombinationspräparat mit Jod und Folsäure ist bereits vor der Schwangerschaft sinnvoll.

Bitte bespreche dich aber vor einer Einnahme mit deinem Arzt!

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Jod & Folsäure in der Schwangerschaft

Neben Jod ist auch der Bedarf an Folsäure in der Schwangerschaft erhöht.

Folsäure ist besonders in den ersten Schwangerschaftswochen für das Baby wichtig.

Das Vitamin ist vor allem an der Teilung und Neubildung von Zellen beteiligt. Am 18. Tag der Schwangerschaft entsteht das sogenannte Neuralrohr, aus dem sich Gehirn und Rückenmark bilden. Für dessen Entwicklung ist Folsäure sehr wichtig.

Deshalb wird von Frauenärzten empfohlen, bereits ab Kinderwunsch an eine Einnahme von Folsäure zu denken.

  • Der Folsäurebedarf liegt bei Schwangeren bei 550 Mikrogramm täglich.
  • Für Erwachsene empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. eine tägliche Menge von 300 Mikrogramm Folat.

Alles Wichtige findest du in meinem Artikel Folsäure bei Kinderwunsch hier!

Fazit: Jod in der Schwangerschaft

Eine gute Jodversorgung stellt vor allem im ersten Trimenon einen wichtigen Faktor für die Gehirnentwicklung des Babys dar.

Neben Folsäure sollte deshalb über eine Jod Supplementierung vor Beginn der Schwangerschaft nachgedacht werden.

Bitte suche das Gespräch mit deinem Gynäkologen oder Endokrinologen, um bestimmte Erkrankungen der Schilddrüse, die eine Nahrungsergänzung mit Jod weniger ratsam machen, vorher auszuschließen.

Literatur zum Thema Jod & Schwangerschaft

  • Deborah Levie et al. Association of Maternal Iodine Status With Child IQ: A Meta-Analysis of Individual Participant Data. Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism 2019; 104: 5957 – 5967. https://doi.org/10.1210/jc.2018-02559.
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.: Referenzwerte für Jod. Abgerufen am 28. Januar 2020.
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.: Referenzwerte für Folat. Abgerufen am 28. Januar 2020.
  • Lindorfer H, Krebs M, Kautzky-Willer A, Bancher-Todesca D, Sager M, Gessl A: Iodine deficiency in pregnant women in Austria. European Journal of Clinical Nutrition (2014).
  • Medizinische Universität Wien: Jodmangel beeinträchtigt die Gehirnentwicklung des Embryos. Presseinformation (2015).
  • Seper K, Wöst N, Dieminger B: Richtig essen von Anfang an! Basisliteraturbericht Ernährung in der Schwangerschaft. Update 2013/2014. AGES, BMG & HVB (2014).

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Von |2021-03-31T19:09:20+02:0028. Januar 2020|0 Kommentare

Schwangerschaft? Symptome? Daran merkst du, dass du schwanger bist!

An welchen ersten Schwangerschaftssymptomen kannst du erkennen, dass du schwanger bist? Und wann treten diese genau auf? Ich will dir in diesem Artikel eine Liste der allerersten Symptome einer Schwangerschaft an die Hand geben.

Was für erste Anzeichen gibt es, wenn man schwanger ist?

Ganz gleich, ob du vielleicht schon lange einen Kinderwunsch hast oder aber ein Baby zurzeit so gar nicht in dein Leben passen würde:

Wenn du erste Schwangerschaftssymptome spürst, willst du sofort wissen, ob du schwanger bist oder nicht.

Mir ging es während meiner Kinderwunschzeit ganz genauso und mich haben meine Fragen und die Ungewissheit fast verrückt gemacht.

  • Gibt es diese allerersten Schwangerschaftssymptome noch bevor die Periode ausbleibt wirklich?
  • Und ab wann zeigt ein Schwangerschaftstest ein sicheres Ergebnis an?

Schwangerschaftssymptome, aber nicht schwanger?

Mich erreichen über meinen Kinderwunsch Blog täglich viele Emails von Frauen, die Symptome einer Schwangerschaft fühlen und sehr unsicher sind, was das zu bedeuten hat und ob sie wirklich schwanger sind.

Deshalb vorne weg ein paar wichtige Punkte:

  • Bitte denke daran, dass es mindestens einen ungeschützten Geschlechtsverkehr zwischen Frau & Mann braucht, um schwanger zu werden. Das klingt banal, aber manchmal stellt sich bei genauerem Hinschauen heraus, dass gar kein Sex stattgefunden hat.
  • Fand der GV an deinen fruchtbaren Tagen statt, ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass du schwanger bist. Dazu musst du aber wissen, wann du fruchtbar bist!
  • Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, warum du vielleicht schwangerschaftsähnliche Symptome hast, aber nicht schwanger bist. Dazu gehört z.B. Stress, das Absetzen der Pille, Hormonstörungen, eine Zeitumstellung durch eine Reise oder eine Erkrankung. Vielleicht fühlst du dich derzeit auch einfach nur anders als sonst oder du hast diffuse Bauchschmerzen im Unterbauch, weil du irgendetwas gegessen hast, was du nicht gut vertragen hast.

Was ich damit sagen will: Es gibt viele Gründe für schwangerschaftsähnliche Symptome und nicht alle davon sind Anzeichen einer tatsächlich vorliegenden Schwangerschaft. Je nachdem wie sensibel du gerade aus den verschiedensten Gründen für das Thema Schwangerschaft bist (z.B. ungeschützter Sex, Pille vergessen, Periode ist überfällig, langer Kinderwunsch, neue Partnerschaft, Pille abgesetzt etc.), deutest du vielleicht aktuell bestimmte Symptome eher in Richtung Schwangerschaft als in anderen Phasen deines Lebens.

Dieses besondere Gespür und die damit verbundenen Gedanken können richtig sein, dich aber auch in die falsche Richtung führen.

Denke bitte unbedingt an Folsäure (hier mehr Infos)!

Ein sicheres Zyklustracking ist wichtig!

Wichtig ist, dass du deinen Zyklus so genau wie möglichst trackst. Je besser du weißt, wann deine fruchtbaren Tage sind, umso besser kannst du die aktuellen Symptome einordnen und beurteilen, wie wahrscheinlich eine Schwangerschaft wirklich ist.

Für ein sicheres Zyklusmonitoring ist keine aufwendige Methode nötig. Mittlerweile gibt es sehr sichere Zyklustracker, die dir die Arbeit abnehmen.

Mein Favorit ist der cyclotest mySense, den du sowohl zur Verhütung als auch bei Kinderwunsch einsetzen kannst.

Schau dir meine aktuellen Tests der Zykluscomputer für 2019 an:

Allererste Anzeichen einer Befruchtung

Allererste Schwangerschaftsanzeichen machen sich manchmal bereits  wenige Tage nach dem ungeschützten Sex bemerkbar.

Frauen berichten von

  • einem Ziehen, Piksen oder diffusen oft nur leichten Schmerzen im Unterbauch
  • einem Ziehen und Zwicken nur auf der rechten oder linken Bauchseite
  • spannenden oder schmerzenden Brüste
  • einem Völlegefühl
  • Müdigkeit
  • Heißhunger, Gelüste oder Ekel
  • Übelkeit
  • Brechreiz
  • vermehrter Ausfluss
  • Blähungen oder Verstopfung
  • Hautveränderungen
  • einem Ausbleiben der Periode

Nicht wenige Frauen berichten vom Einnistungsschmerz. Dieser Nidationsschmerz kann entstehen, wenn sich der geschlüpfte Embryo in die Gebärmutterschleimhaut einnistet. Manchmal dritt auch eine Einnistungsblutung auf, eine leichte, oft nur tröpfchenstarke Blutung, die auf die Einnistung hinweisen kann.

Der Einnistungsschmerz und die Einnistungsblutung gehören zu den unsicheren Symptomen einer Befruchtung, da sie nicht alle Frauen haben und bis heute nicht wissenschaftlich nachgewiesen sind.

Manchmal handelt es sich bei den Symptomen auch um den Mittelschmerz, der den Eisprung anzeigen kann. Denn der Mittelschmerz tritt nicht nur vor und während, sondern bei vielen Frauen auch nach dem Eisprung auf.

Anzeichen vor dem Ausbleiben der Periode

Es gibt weitere erste Symptome vor dem Ausbleiben der Menstruation, die auf eine Schwangerschaft hindeuten können:

Hochlage der Basaltemperatur

Ein bereits sehr sicheres allererstes Symptom bei einer Schwangerschaft vor dem Ausbleiben der Monatsblutung ist die sogenannte Hochlage der Basaltemperatur.

Dein Körpertemperatur verändert sich im Verlauf deines Zyklus. Etwa in der Zyklusmitte, kurz nach dem Eisprung, steigt durch Progesteronwirkung deine Basaltemperatur um einige Zehntel Grad um mindestens 0,2 °C an.

Die symptothermale Methode (NFP) nutzt genau diesen Anstieg der Basaltemperatur (neben der Auswertung weiterer Körperzeichen wie z.B. den Zervixschleim oder den Muttermund) zur Bestimmung der fruchtbaren Tage.

Der Temperaturanstieg zeigt dir an, dass für dich die 2. Zyklushälfte, die sogenannte Lutealphase nach dem Eisprung, begonnen hat.

Mit dem Ende des Zyklus und der Beginn der Periode fällt die Temperatur wieder ab, es sei denn du bist schwanger.

Bei einer vorliegenden Schwangerschaft bleibt die Basaltemperatur aufgrund des Hormonanstiegs erhöht. Die Periode bleibt aber aus. Dies ist ein deutliches und bereits sehr sicheres Schwangerschaftsanzeichen.

Ich werte meinen Zyklus mit dem Ava Armband aus und möchte dir diese Temperaturhochlage am Ende des Zyklus beispielhaft an meiner Zykluskurve  zeigen.

Hochlage der Hauttemperatur Ava Chart

Hochlage der Hauttemperatur, Ava App

Bitte merke dir:

Die Eizelle ist ca. sechs bis zwölf Stunden nach dem Eisprung befruchtungsfähig. Samenzellen können im Körper bis zu 5 Tage überleben. Dementsprechend kann eine Befruchtung nur bis zu fünf Tage vor und zwölf Stunden nach dem Eisprung stattfinden.

Gefühlte, aber nicht eintretende Menstruation

Kennst du das Gefühl, dass jeden Moment deine Periode einsetzen wird und du deshalb ständig aufs Klo rennst, um nachzuschauen?

Ich hatte dieses Gefühl sehr oft, allerdings auch jedesmal ganz zu Beginn meiner beiden Schwangerschaften.

Dieses Gefühl der sich ankündigenden Periode, die dann nicht kommt, ist wirklich schwer zu deuten, denn es kann sich dabei um Regelbeschwerden oder aber um ein allererstes Schwangerschaftssymptom handeln.

Dementsprechend fahren die Gefühle Achterbahn und ich selbst wusste nie, ob ich traurig sein oder doch noch weiter hoffen sollte, dass es vielleicht doch geklappt hat.

Häufiger Harndrang

Häufiger Harndrang kann ein Schwangerschaftsanzeichen sein. Er wird durch das Hormon Progesteron ausgelöst, das nach einer Befruchtung verstärkt gebildet wird. Du muss ständig auf die Toilette, gerne auch mehrmals in der Nacht.

Spannungsgefühl der Brüste

Empfindlichere, spannende,kribbelnde oder schmerzende Brüste können ebenfalls auf eine Schwangerschaft hindeuten. Denn die hormonellen Veränderungen zu Beginn einer Schwangerschaft wirken sich auch auf die weibliche Brust aus, so dass sie sich oft auch härter und größer anfühlen.

Allerdings kann dieses Spannungsgefühl in den Brüsten auch mit dem erhöhten Östrogenspiegel in der 2. Zyklushälfte und nicht mit einer vorliegenden Schwangerschaft zusammenhängen. Deshalb ist dieses veränderte Gefühl in der Brust kein sicheres Schwangerschaftsanzeichen, auf das du dich verlassen solltest.

Müdigkeit

Viele Schwangere klagen über Müdigkeit und darüber, dass sie schlecht schlafen können.

Ich selbst hatte mit dieser Müdigkeit bereits vor dem positiven Schwangerschaftstest bis zur 12. Schwangerschaftswoche (SSW) zu kämpfen. Am liebsten hätte ich ständig nur geschlafen, vor allem abends war mit mir kaum etwas anzufangen.

Die Müdigkeit und das Gefühl der Schöpfung wird damit erklärt, dass der Körper zu Beginn einer Schwangerschaft sehr stark mit der hormonellen Umstellung beschäftigt ist. Letztendlich hilft hier nur, sich dieser Müdigkeit mit regelmäßigen Ruhepausen, einem Nickerchen zwischendurch oder einem sehr frühen zu Bett gehen am Abend zu arrangieren.

Weitere Schwangerschaftssymptome

Leichte Übelkeit

Übelkeit, ein leichtes Unwohlsein bis hin zu tatsächlichem Erbrechen gehört zu den Schwangerschaftssymptomen, die viele Frauen in den ersten Wochen beschreiben. Sehr wahrscheinlich wird dieses Schwangerschaftsanzeichen durch den Anstieg des Schwangerschaftshormons hCG ausgelöst.

Ich hatte diese vor allem in den Morgenstunden und sie hat sich bis zur 12. Schwangerschaftswoche zunehmend gesteigert.

Nicht selten war es mir kaum möglich überhaupt irgendetwas zu essen und selbst nur der Anblick von bestimmten Speisen hat bei mir schon den kompletten Würgereiz ausgelöst. Ablenkung kann hier helfen und das Wissen, dass die Übelkeit sehr oft nach dem ersten Trimester von alleine wieder verschwindet.

Seltsame Gelüste & gesteigerter Appetit

Auf der anderen Seite hatte ich sehr früh mit seltsamen Gelüsten und einem gesteigerten Appetit zu tun.

Ich erinnere mich nur zu gut, dass ich oft beim nächsten Supermarkt angehalten habe, um mir 1 Liter Milch und ein Glas Gurken zu kaufen. Beides habe ich dann während der weiteren Fahrt vertilgt. Mehrmals täglich gab es einen Wechsel zwischen dem totalen Angewidert sein von Nahrungsmitteln und dem Gefühl jetzt sofort etwas ganz Bestimmtes essen zu müssen.

Ausfluss

Die Hormonumstellung zu Beginn einer Schwangerschaft kann auch zu verstärktem vaginalen Ausfluss führen. Der Anstieg des Hormons Östrogen führt zu vermehrtem weißlichen oder auch gelblichen Ausfluss. Solange dieser nicht unangenehm riecht, musst du dir aber keine Sorgen machen. Zervixschleim zu haben ist erstmal normal, bei allen größeren Auffälligkeiten wende dich bitte an deinen Frauenarzt.

Stimmungsschwankungen

Stimmungsschwankungen sind als Schwangerschaftssymptom bekannt und es verwundert nicht, dass Frauen aufgrund der starken hormonellen Umstellung emotional Achterbahn fahren.

Bei mir war das nicht anders: Heulattacken, hohe Sensibilität in eigentlich komplett normalen Alltagssituationen, Wutanfälle. Kurzum das ganze Programm, das man auch gerne vor der Menstruation (PMS) bekommen kann.

Blähungen

Leider führt die verstärkte Hormonproduktion im Rahmen der Frühschwangerschaft oft auch zu Blähungen, Verstopfung und einem aufgeblähten Bauch. Bei manchen Frauen verstärkt sich dieses Schwangerschaftssymptom noch weiter mit zunehmend wachsendem Bauchumfang.

Sicherstes Schwangerschaftssymtpom: Der positive Schwangerschaftstest

Der positive Schwangerschaftstest ist ein sicherer Nachweis einer Schwangerschaft. Denn der Schwangerschaftstest misst das Schwangerschaftshormon hCG, das sich bei einer Schwangerschaft etwa alle 2 bis 3 Tage in deinem Blut und Urin verdoppelt.

hcG (humanes Choriongonadotropin) entsteht vermehrt, sobald sich der Embryo beginnt in die Gebärmutterschleimhaut einzunisten. Das hCG wiederum stimuliert den Gelbkörper und damit eine stärkere Ausschüttung des Hormons Progesteron.

Deine eigentlich jetzt fällige Periode wird dadurch verhindert. Anstatt abzubluten wächst deine Schleimhaut weiter und bildet damit ein wohliges Nest für dein Baby.

Wann ist frühestens ein Schwangerschaftstest möglich?

Schwangerschaftsfrühtests können bereits einige Tage vor dem Ausbleiben der Periode eine erste Prognose liefern. Wirklich sichere und zuverlässige Ergebnisse liefern Schwangerschaftstests am Tag der fälligen Periode. Schau dir dazu meinen Artikel Schwangerschaftsfrühtest. Wie sicher & ab wann testen? an.

Mithilfe meiner hCG Tabelle Urin & Blut (hier!) erfährst du, welcher hCG Mittelwert an welchem Tag nach dem Eisprung im Normbereich liegt und welcher Teststärke dein Schwangerschaftstest haben muss, um ein sicheres Ergebnis zu liefern.

Bitte beachte: 

  • Versuche dich zu gedulden und möglichst nicht vor dem Tag deiner zu erwartenden Periode zu testen
  • Bitte verwende konzentrierten Morgenurin für deinen Schwangerschaftstest
  • Ein negativer Test muss nicht bedeuten, dass du nicht schwanger bist. Bitte wiederhole den Test in 2 bis 3 Tagen
  • Ein positiver Test ist ein sehr sicheres Anzeichen für eine vorliegende Schwangerschaft

Schwanger – und jetzt?

Ein positiver Schwangerschaftstest ist mit viel Aufregung verbunden. Schnell wird einem dann aber auch klar, dass man nun sehr viel Verantwortung trägt.

Solltest du positiv getestet haben, dann wende dich bitte umgehend mit der frohen Botschaft an deinen Frauenarzt und vereinbare einen Termin. Neben den Untersuchungen dort, wirst du auch erste wichtige Informationen bekommen und auch einen Zeitplan, was für dich und deinen kleinen Bauchbewohner in den nächsten Wochen und Monaten wichtig sein wird.

Abschließende Tipps

Das gute an all den beschriebenen Symptomen einer Schwangerschaft ist, dass sie wieder verschwinden. Entweder werden sie bereits im Verlauf der Schwangerschaft nach und nach besser (z.B. die morgendliche Übelkeit in vielen Fällen nach dem 1. Trimester) oder aber sie sind spätestens mit der Entbindung Geschichte.

Viele der Schwangerschaftssymptome kommen, aber sie gehen auch wieder! Für die eine Frau sind sie total belastend, andere nehmen sie eher als Beweis dafür, dass sie schwanger sind und alles in Ordnung ist. Wichtig ist, dass keines der beschriebenen Symptome ein absolutes „muss“ darstellt und du dir keine Sorgen machen musst, wenn du sie nicht hast.

Ich selbst habe versucht meine Symptome während der Schwangerschaft mit Humor zu nehmen und mir immer wieder bewusst gemacht, dass sie einfach zu einer Schwangerschaft dazu gehören können. Zudem gewöhnt man sich auch schnell an die veränderte Gefühls- und Körperwahrnehmung. Und nicht zuletzt hat mich das „gute Hoffnung sein“ durch diese Zeit der Beschwerden getragen.

Herzliche Grüße

Silke

Literatur zum Thema Schwangerschaft Symptome

  • Holzgreve, B.: 300 Fragen zur Schwangerschaft. 2017.
  • Mauberger, L.: Schwangerschaft – Der Ratgeber. 2016.
  • BabyCare: 999 Antworten zu Schwangerschaft, Geburt und Babys erstem Jahr: Expertenrat von BabyCare. 2015
  • Höfer, S.: Quickfinder Schwangerschaft: Alles Wichtige für 9 einzigartige Monate. 1. Auflage. München 2013.
  • Stegner, H.-E.: Pathologie der weiblichen Genitalorgane II: Pathologie der Ovarien und Eileiter, Springer, Heidelberg 2013.
  • Raith-Paula, E. et al.: Natürliche Familienplanung heute. Modernes Zykluswissen für Beratung und Anwendung. 5. Auflage. Heidelberg 2013.
  • Murkoff, H.: Schwangerschaft und Geburt: Alles, was Sie wissen müssen. 1. Auflage. München 2012.
  • Malteser Arbeitsgruppe Natürliche Familienplanung (Hrsg.): Natürlich und sicher. Das Praxisbuch. 18. Auflage. Stuttgart 2011.
  • Höfer, S. et al.: Hebammen-Gesundheitswissen: Für Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach. 6. Auflage. 2010.
  • Grünebaum, G.: Meine Schwangerschaft – Tag für Tag. 1. Auflage. Hannover 2009.

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Von |2021-04-07T22:29:09+02:0011. September 2019|4 Kommentare

Fehlgeburt Risiko: Neue Studie zu Ursachen & Zahlen

Wie hoch ist Dein Risiko für eine Fehlgeburt? Ich bin mir sicher, dass Dich diese Frage umtreibt und umso besser ist es, dass ich Dir in diesem Artikel die Ergebnisse einer neue Studie zum Thema Fehlgeburtsrisiko vorstellen kann.

Fehlgeburt Risiko: Neue Zahlen

Das Thema Fehlgeburt gehört leider fest zum Themenfeld schwanger werden dazu und es ist nicht ganz einfach das Risiko einer Fehlgeburt einzuschätzen, da es eine keine wirklich einheitliche Erfassung der Zahlen dazu in Deutschland gibt. In Norwegen sieht das anders aus, die Daten zu Fehlgeburten werden hier seit dem Jahr 2008 beständig gesammelt. Das norwegische Institute of Public Health hat nun die Daten von 421.201 Frauen, die zwischen 2009 und 2013 schwanger waren analysiert.

Das Ergebnis: 

Die allgemeine Abortrate lag bei 12.8%. Frauen im Alter zwischen 25 und 29 Jahren hatten mit einer Fehlgeburtsrate von 10% das geringste Risiko für einen Abort. Nach dem Erreichen des 30. Lebensjahres stieg das Fehlgeburtsrisiko jedoch rapide an und erreichte 53% bei den Frauen im Alter von 45 Jahren und älter.

Zudem stieg das Risiko für eine Fehlgeburt in einer Folgeschwangerschaft um die Hälfte an, wenn es davor eine Frühgeburt, eine Totgeburt, einen Kaiserschnitt oder einen Gestationsdiabetes gegeben hatte. Nach 2 Fehlgeburten war das Risiko verdoppelt und nach mehr als drei Fehlgeburten war die Zahl viermal so groß.

Weiterlesen: 

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Ursachen: Was löst eine Fehlgeburt aus?

Die Zahlen machen sofort auch die Ursachen für eine Fehlgeburt deutlich.

Es lässt sich festhalten:

  • Das Fehlgeburt Risiko ist altersabhängig und variiert stark je nach Alter der Frau. Je älter, desto höher das Risiko.
  • Fehlgeburten zeigen ein starkes Muster der Wiederholung: Nach 1, 2 oder 3 Fehlgeburten im Vorfeld steigt das Risiko in der Folgeschwangerschaft massiv an.
  • Bestimmte Komplikationen in einer vorhergehenden Schwangerschaft lassen das Fehlgeburtsrisiko ebenfalls ansteigen. Zu diesen Komplikationen gehören eine vorangegangene Frühgeburt, ein Kaiserschnitt oder ein Gestationsdiabetes während der Schwangerschaft.

Fazit zur neuen Studie

Das Fehlgeburtsrisiko variiert offenbar stark je nach Alter der Frau, es gibt eine starke Gefahr der Wiederholung und bestimmte Schwangerschaftskomplikationen wie beispielsweise ein Diabetes vergrößern das Risiko ebenfalls. Ich halte diese Zahlen gerade für die Beratung von Kinderwunsch Paaren für sehr wichtig, machen sie doch deutlich, dass andere Faktoren wie beispielsweise Stress im Alltag offenbar keine sehr wichtige Rolle spielen. Vielmehr scheinen Ursachen im Vordergrund zu stehen, die wir alle nur bedingt beeinflussen können. Dies kann Dich vielleicht entlasten!

Beste Grüße

Silke

Literatur zu Fehlgeburt Risiko

  • Maria C. Magnus et al.: Role of maternal age and pregnancy history in risk of miscarriage: Prospective register based study. British Medical Journal, im Druck.
  • Magnus MC et al.: Role of maternal age and pregnancy history in risk of miscarriage: prospective register based study. British Medical Journal, 2019 Mar 20;364:l869. DOI: 10.1136/bmj.l869
  • Almeida ND et al: Risk of Miscarriage in Women Receiving Antidepressants in Early Pregnancy, Correcting for Induced AbortionsEpidemiology2016;27:53846.
  • Rossen LM et al: Trends in Risk of Pregnancy Loss Among US Women, 1990-2011Paediatr Perinat Epidemiol2018;32:1929. 
  • Agenor A et al: Infertility and miscarriage: common pathways in manifestation and management. Womens Health (Lond)2015;11:52741. 
  • Dempsey MA et al: Perinatal outcomes of women with a prior history of unexplained recurrent miscarriage. J Matern Fetal Neonatal Med2015;28:5225.

Foto: Bigstockphoto.com / ©  elmirex2009

Von |2021-04-07T20:27:31+02:0029. April 2019|2 Kommentare

Fehlgeburtsrisiko nach wiederholtem Abort: Stress spielt keine Rolle!

Stimmt es, dass emotionaler Stress eine Fehlgeburt auslösen kann? Wenn Du vielleicht bereits eine oder mehrere Fehlgeburten erlebt hast, dann kennst Du mit Sicherheit die Sorge, dass Deine Erfahrungen und die damit verbundenen Gefühle sich negativ auf eine neue Schwangerschaft auswirken können. In diesem Artikel möchte ich Dir eine interessante Studie zu diesem Thema vorstellen.

Wiederholte Fehlgeburten durch emotionalen Stress?

Ich vermute, dass Du die Frage, ob emotionaler Stress durch eine oder mehrere Fehlgeburten sich negativ auf eine Folgeschwangerschaft auswirken kann, wahrscheinlich bejahen würdest. Denn wir alle werden ständig mit der gängigen Meinung konfrontiert, dass Stress nicht nur als Ursache bei ungewolltem Kinderwunsch eine wichtige Rolle spielt, sondern auch gefährlich für eine bestehende Schwangerschaft sein kann.

Und das macht sofort wieder Stress, denn man hat als Frau damit ganz offenbar auch noch die Aufgabe, sich unbedingt entspannen zu müssen, um endlich Mutter zu werden. Kennst Du dieses Gefühl, mir ging es auf jeden Fall während meiner Kinderwunschzeit so.

Ich hatte bereits vor kurzer Zeit eine neue Metaanalye zu diesem Thema vorgestellt, die nachweisen konnte, dass Stress nicht die Einnistung nach einer künstlichen Befruchtung verhindert.

Gebärmutterschleimhaut aufbauen: 7 Tipps, um die Einnistung zu fördern

Homöopathische Mittel bei Kinderwunsch: Eine Übersicht!

Fehlgeburtsrisiko und Stress

Eine weitere Studie ist nun der Frage nachgegangen, was Stress für die die Wahrscheinlichkeit nach einer Fehlgeburt eine Lebendgeburt zu erleben bedeutet. Die prospektive Untersuchung aus Dänemark  befragte dazu 301 Frauen, die wiederholte eine Fehlgeburt erfahren hatten. Ziel war es herauszufinden, ob beschriebene Symptome von Stress und Depression eine neu eingetretene Schwangerschaft beeinflussen.

Das Ergebnis: Emotionaler Stress hat keinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit einer Lebendgeburt. Das Fehlgeburtsrisiko steigt nicht durch den psychischen Stress, der durch eine oder mehrere Fehlgeburten ausgelöst wurde an.

Fehlgeburt: Risiko steigt nicht durch psychischen Stress

Was für ein wichtiges Ergebnis! Für mich bedeutet das mich erstmal zu entspannen! Und vielleicht kannst Du das auch, vor allem wenn Du tatsächlich gerade nach einer Fehlgeburt wieder schwanger bist.

Ist das nicht unendlich entlastend? Alle guten Ratschläge und Angebote zur „Mind-Body Optimierung“ und zu effektivem Stressabbau beispielsweise vor, während und nach einer IVF sind damit fraglich. Das bedeutet nicht, dass Stressabbau unsinnig ist und natürlich möchte ich Dich ermutigen gut mit Dir und Deinem Körper umzugehen und aktiv Techniken zum Umgang mit Stress zu erlernen. Nur die Ergebnisse der Studie machen deutlich, dass Du keine Angst haben musst, dass die emotionalen Auswirkungen einer erlebten Fehlgeburt Deinem ungeborenes Baby schaden werden.

Herzliche Grüße

Silke

Literatur:

  • A.M. Kolte, L.R. Olsen, O.B. Christiansen, L. Schmidt, H.S. Nielsen: Pregnancy outcomes after recurrent pregnancy loss – a longitudinal cohort study on stress and depression. Reproductive Biomedicine Online, im Druck.
  • Nicoloro-SantaBarbara J, Busso C, Moyer A, Lobel M: Just relax and you’ll get pregnant? Meta-analysis examining women’s emotional distress and the outcome of assisted reproductive technology. Soc Sci Med. 2018 Sep;213:54-62.
  • Boivin J ,Griffiths E, Venetis CA: Emotional distress in infertile women and failure of assisted reproductive technologies: Meta-analysis of prospective psychosocial studies. BMJ 2011; 342:d223 doi: 10.1136/bmj.d223.

Foto: Bigstockphoto.com © Prasit Rodphan

Von |2021-04-01T05:02:27+02:007. März 2019|0 Kommentare
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